ZKB-Scholl macht „Best friend“ zu seinem Vize

Private-Banking-Chef Christoph Weber wird Nr. 2 bei der ZKB – führte Sparte in Krise – Vetterliwirtschaft?

Martin Scholl und Christoph Weber sind seit langem ein eingeschworenes Team. Nun hat die Zweierseilschaft die Spitze des Bergs ZKB erklommen.

Auf Wunsch von CEO Martin Scholl wird Christoph Weber ab Januar 2014 sein Vize in der Geschäftsleitung der grössten Kantonalbank des Landes.

Weber, der das Private Banking der ZKB führt, wurde vom Bankrat offiziell zum „Stellvertreter des CEO Martin Scholl gewählt“, wie das Institut letzte Woche intern mitteilte.

Weber, 54, löst in dieser Funktion Bruno Meier ab, der in Pension geht. Meier war Chef des Risk Managements. Seine Wahl zum Vize-CEO und Scholl-Stellvertreter ab 2011 wurde begrüsst.

Während Meiers Wahl zur operativen Nummer 2 öffentlich gemacht worden war, hat die ZKB-Spitze diesmal auf ein formelles Communiqué verzichtet.

Lediglich im Intranet wünschte der Bankrat, eine Art Verwaltungsrat der ZKB, Weber „viel Freude und Erfolg“ in seiner Aufgabe als zweitwichtigster Manager der Bank.

Webers Wahl zum Vize-CEO passt ins Bild, wonach bei der ZKB Beziehungen vor Leistung kommen.

Die Performance Webers als Chef Private Banking ist umstritten. In seine Zeit fällt die Aufnahme von US-Schwarzgeld, der Kauf der Salzburger Piag und eine umstrittene Zweiteilung des Bereichs.

Im US-Offshore-Streit droht der ZKB eine Busse über mehrere Hundert Millionen Dollar. Je nach Höhe könnten CEO Scholl oder Vize Weber persönlich an die Kasse kommen.

Zwar waren viele US-Kunden über externe Vermögensverwalter zur ZKB gekommen, womit die Verantwortung im Bereich Firmenkunden lag. Diesen leitete Charles Stettler, Ex-Vize der Bank.

Doch in der heissen Phase ab Sommer 2008 war es auch das neu geschaffene Private Banking, das entscheiden musste, ob die Bank unversteuerte Amerikaner aufnahm, die von der UBS kamen.

Damals war Christoph Weber nach langer Abwesenheit eben erst zur ZKB zurückgekehrt. Er wurde per 1. August 2008 Chef des Private Bankings und Mitglied der Geschäftsleitung.

Erst Monate später stoppte die ZKB die Aufnahme neuer US-Kunden mit nicht deklarierten Vermögen vollständig.

Sein Gesellenstück plante Weber mit dem Kauf der österreichischen Privatbank Piag Ende 2009. Weber war es, der in der ZKB-Spitze darauf drängte, die Mini-Bank im Osten trotz Altlasten zu akquirieren.

Das kleine Institut wurde zum grossen Reinfall. Die ZKB musste Heerscharen von Spezialisten einfliegen, um im korrupten Salzburger Bänkli auszumisten. Zuletzt blieb fast nichts übrig.

Auch in Zürich liefen die Dinge nicht wunschgemäss.

Dem Private Banking der ZKB flossen in der Finanzkrise von der UBS und der CS Dutzende von Milliarden zu. Doch das viele Geld hinterliess kaum Spuren.

Die vermögenden Kunden nutzten die Staatsbank nämlich oft nur als sicheren Hafen. Als es ums Anlegen ging, zeigten sie sich zurückhaltend.

Chef Weber reagierte 2012 mit einer internen Reorganisation. Er stampfte das Family Office ein und führte als neues Kundensegment die Abteilung „Key Clients“ ein.

Das sorgte für Missmut in den vier bestehenden Private-Banking-Teams. Diese sollten ihre besten und grössten Kunden an die neue „Schlüsselkunden“-Truppe abtreten.

Langjährige ZKB-Berater, die selbst nicht zu den Key Clients wechselten, aber ihre besten Kunden abtreten sollten, suchten Alternativen. Sie wechselten die Bank oder gründeten eigene Firmen.

Die Schaffung der Eliteeinheit „Key Clients“ legte das Kernproblem des Private Bankings der ZKB offen. Trotz jahrelanger Aufbauarbeit unter Leitung von Weber blieben Sinn und Zweck diffus.

Für Milliardäre war die ZKB keine Alternative zur UBS oder CS. Und die Grösse – die ZKB hatte es bei den verwalteten Kundenvermögen mit gut 30 Milliarden lediglich aufs Niveau einer mittleren Privatbank gebracht – liess eine Segmentierung in Top- und Normalkunden überflüssig erscheinen.

Wie überall stellte sich auch hier die Frage der Positionierung: Für wen wollte die ZKB gehobene Vermögensverwaltung betreiben?

Private-Banking-Leiter Weber lieferte keine messerscharfe Antwort. Dabei läge eine mögliche Ausrichtung auf der Hand.

Die ZKB ist per Gesetz die Bank der Zürcher Einwohner und der kleinen und mittleren Firmen im Kanton. Diese wenig glamouröse Kundschaft würde zur ZKB und ihrem Leistungsauftrag passen.

Aber nicht zu Christoph Webers Ansprüchen. Jedenfalls scheint es der ZKB-Vize in spe mit seinem Private Banking auf die gleiche Klientel wie die beiden Grossbanken abgesehen zu haben.

Der Drang nach oben war bei Weber früh erkennbar. Wie Martin Scholl machte auch Weber eine Banklehre bei der Staatsbank. Und wie der spätere CEO durchlief auch die designierte Nummer 2 der ZKB die interne Kaderschmiede.

Im „SchuZe“, wie das Schulungszentrum ZKB-intern genannt wurde, wurden Karrieren geschmiedet. Dort hatten „stramme“ Militärs das Sagen.

Einer, der es im Tenü grün besonders weit brachte, ist Markus Bachofen. Bachofen gehört zur Clique von Scholl und Weber und sollte von Scholl gleich wie Weber eine eigene Geschäftssparte erhalten.

In den 1980er Jahren war Bachofen Lehrlingsausbildner bei der ZKB. Im Militär stieg er bis in die höchsten Kommandozentralen auf.

Bachofen und Weber, der in jungen Jahren sogar Lehrlingschef war, verliessen die ZKB zwischenzeitlich, gerieten jedoch bei ihren Sololäufen karrieremässig in die Sackgasse.

Martin Scholl blieb derweil bei der ZKB und erklomm Karrierestufe um Karrierestufe, bis er 2007 zuoberst ankam und CEO wurde.

Nun sind alle drei wieder eng zusammen. Scholl holte Bachofen und Weber zurück zur Bank und platzierte sie zuoberst in der Hierarchie der Staatsbank, die neuerdings Too Big To Fail ist.

Die drei einstigen ZKB-Jünglinge müssen in den nächsten Monaten aufzeigen, wie sie ihre Bank, die ein Grossrisiko für die Bevölkerung darstellt, an die Kandare nehmen wollen.

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15 Kommentare zu “ZKB-Scholl macht „Best friend“ zu seinem Vize

  1. Die ZKB wollte mal gross rauskommen und mit den Ami-Kunden von den Grossbanken angeben. Der Schuss ging aber nach hinten los. Ich weiss von Schweizer Freunden mit Asulandsdomizil, dass Geldbezüge teilweise nur mit Anwälten erzielt wurden. ZKB bedeutet für mich: Zürcher Kriminalbank!

  2. Werte Herren Scholl und Weber
    BITTE HABT ENDLICH „PFUPF IM ARSCH“ UND TRETET AB.
    Was ihr bisher beboten – nicht geleistet – habt, spottet jeder Kritik.
    Ihr möchtet gerne Nähe zeigen (Handshake vor Weihnachten (Scholl), persönliche Karte vor Weihnachten (Weber), Strahlemann ( WIR-Gefühl) Theater 11 (Weber)………. nein ihr „Lieben“. SOOOO geht das nicht.
    Warum: weil es nicht echt ist. Ihr erzeugt kein WIR-Gefühl. Nur ICH-Gefühle.
    Niemand kann es verstehen, dass ihr nicht erkennen könnt, dass beste BESTE BESTE BESTE Leute den „Laden“ verlasssn, und eigentlich nur wegen euch. Ihr – pardon – eine ehemalige SUPERBANK verliert gute Leute, ob extern oder intern. IHR SEID SCHULD.
    WANN ENDLICH GEHT IHR???????????

    und der Bankrat (sprich Müller) ist schlimmer als alles vorher………. UND DIE INKOMPETENTE POLITIK SCHAUT ZU. HOSENSCHEISSER

  3. Tatsächlich ist es sehr erstaunlich, dass der aktuelle Bankrat den Kopf in den Sand steckt.

    Allerdings war Dr. Urs Oberholzer als ehemaliger Bankratspräsident für die Ernennungen von Martin Scholl (CEO), Christoph Weber und Markus Bachofen verantwortlich …

  4. Die bestbezahlten „geschützten Arbeitsplätze“ befinden sich offensichtlich bei der ZKB und nicht bei der BVK des Kantons Zürich.
    Es stellt sich die Frage, ob der Bankrat in Zukunft seine Verantwortung wahrnehmen wird, oder ob er alle Intentionen des CEO einfach das Plazet erteilen wird. Ein Bankrats-Gremium in der gegenwärtigen Form ist nicht mehr tragbar, insbesondere nicht unter dem Aspekt von „to big to fail“.

  5. Immerhin hätte der Bankrat die Ernennung Webers ablehnen können. Das oberpeinliche Debakel mit der Piag wäre Grund genug gewesen. Aber wahrscheinlich haben die Bankräte das Dossier, das ihnen hoffentlich vorgelegt wurde, gar nicht genau studiert. Das spart schliesslich Arbeit.

  6. Unterschätzt bitte nicht Weber’s Leistungsausweis:
    1. Oberstift von Scholl
    2. wenig beliebter Lehrlingschef
    3. (Mit-)verantwortlich für den Abgang der ATAG Asset Management (später AAM). Zitat BKB-Pressekonferenz von 2008: „wir mussten die Notbremse ziehen, da viele Private Banker mit AuM 20 Mio. über 250’000 fix verdienten und auch in 20 Jahren nicht rentabel gewesen wären…“
    4. PB-Chef bei der Banca del Gottardo, die bereits seit Jahren von der Swiss Life zum Verkauf stand, aber einfach keinen Käufer fand.
    5. PB-Chef bei der ZKB:
    A) Teure PIAG-Übernahme mit vielen unbekannten Risiken und einem zweiten Asset Management (wie sinnlos ist das denn?)
    B) übernahme zahlreicher Offshore Private Banker, die man kaum mehr los wird und die die ZKB jährlich netto 3.5 Mio. Kosten (bei praktisch Null Erträgen).
    C) Massenexodus PB City, da es vielen ausgerenkt hat
    D) Aufbau Key Clients, 2 der vier Teamleiter sind bereits wieder weg, ebenso einige Mitarbeiter. Jetzt wird intern nach neuen Mitarbeitern gesucht (im Retailbanking???)
    E) Ambition Eroberung Rest der PB-Schweiz gescheitert, zwei Teams aufgelöst, Investitionen verloren
    F) Klagen bei exklusiven VV-Mandaten, Ausgang ungewiss, weiteres Zugpferd von Weber zum Scheitern verurteilt!

    • Ja, das Weber wenig kann und zustande bringt ist schon so und auch bekannt. Das Schlimme ist aber noch, dass er die guten Leute verärgert und diese dann gehen. Hätte die ZKB keine Staatsgarantie und hätte es ihr während der Finanzkrise nicht einfach und ohne Mühe Milliarden reingespühlt, wäre das Desaster gut erkennbar. Aber eines muss man Weber lassen, er ist sehr oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wenn auch nur aus Zufall oder Glück.

    • @Eckert: Sie sind ein Schönredner. Weber hat noch kaum was Zustande gebracht (er kann nicht nur wenig). Weber ist ein Schwätzer der wenig Anhnung von Banking oder Private Banking hat (das können viele intern und extern bezeugen). Er ist Scholl gegenüber loyal (mehr als die Anderen) und darum wurde er zum Vize gemacht. Scholl kann ihm blind vertrauen, da Weber weiss, dass er ohne Scholl nicht viel ist und auch von den meisten anderen keinen Rückhalt hat. In der ZKB (auch in der GL) wäre man Weber wohl schon lange gerne los. Aber der Bankrat hört auf Scholl und hat das durchgewinkt. Fraglich für mich, da Weber für die Österreich-Katastrophe wie auch für die US Gelder verantwortlich ist. Dazu kommen die teueren Acquisitionen von Private Bankern von UBS und Co. die nie genug Kunden gebracht haben und seit Jahren defizitär sind.

  7. Solche Spiele können sich nur die Kantonalbanken leisten. Die Basler Kantonalbank ist diesbezüglich am weitesten Fortgeschritten. Da kann man nur den Kopf schütteln und sich im falschen Film fühlen.

  8. Jungs, ist ja logo. Weber kann wenig und weiss wenig. Somit ist er als Vize ein Wenig und somit steigt die Position/Wichtigkeit von Scholl. Ganz einfach ist das. Weber hatte bis jetzt einfach das Glück, dass er immer wegbefördert (nach oben) wurde. Weber kann kaum einen Erfolg in seiner beruflichen Karriere verzeichnen.

    • Geht es denn Planetweit anders zu?
      Bin aufmerksam und verfolge diese page taeglich, da mich ein liebgewonner Mann darauf aufmerksam machte.Schaut in Nachbarlaender.Schaut weltweit. Es kommt noch ganz viel auf uns zu.