Erlenbach: Luxus-Villen werden Ladenhüter

Nobelhaus von Ex-Vontobel-Banker Bachmann sollte versteigert werden – Keiner griff zu – Immopreise an Goldküste im Fall.

Hans-Peter Bachmanns Supervilla hoch oben am Hang von Erlenbach, einer Gemeinde der Zürcher Goldküste, ist unverkäuflich.

Dies zeigen neue Dokumente, die den Fall erst jetzt richtig illustrieren. Bachmanns Villa hätte für letzten Sommer durch die Behörden an den Meistbietenden versteigert werden sollen.

Grund: Der ehemalige Spitzenmann der Zürcher Bank Vontobel konnte seine Schulden nicht mehr begleichen. Es kam zur „Schuldbetreibung“.

Nun war das Betreibungsamt am Zug. Auf 17,2 Millionen Franken schätzten die Beamten den Wert der Bachmann-Villa, dieses dominante Gebäude am Sonnenhang über dem glitzernden See mit dem grossen Umschwung.

Verlangt worden war die zwangsrechtliche Versteigerung von den Hypothekengebern im 4. und 5. Rang. Dies zeigt, wie stark Ex-Banker Bachmann sein Nobel-Grundstück verschuldet hatte. Nämlich bis übers Dach.

Nun hätte man erwartet, dass die Liegenschaft rasch weggeht. Immerhin waren die Behörden bereit, die 9-Zimmer-Villa mit 5 Nasszonen, Sauna, Hallenbad, Fitnessraum, riesiger Terrasse mit Blick auf den Zürichsee zum Preis der Hypothekenschulden abzutreten – zum Selbstkostenpreis quasi.

Doch nichts ging. Niemand schlug zu, kein Käufer war bereit, gut 17 Millionen für das Riesenhaus mit all den Annehmlichkeiten wie eigener Grossgarage auf den Tisch zu blättern.

Nun ist die Bachmann-Villa auf Homegate annociert. In Zürcher Immobilienkreisen ist von 16 Millionen Kaufpreis die Rede.

Heute morgen war die Villa weiterhin auf Homegate zu finden. Auch nach Wochen der Inserierung hat sich bisher kein kaufwilliger Interessent finden lassen.

Bachmann selbst scheint das wenig zu kümmern. Er sucht Investoren für eine Firma mit neuartiger Krebstherapie.

Eine Art von Schuster bleib bei deinen Leisten: Bachmann ging vor bald 20 Jahren mit Tech-Börsengängen in die Schweizer Finanzgeschichte ein. Zuletzt landete er vor der Tür, weich gebettet mit einer Millionen-Abfindung.

Damit baute er seine Erlenbach-Villa. Und nun zeigt der Fall von Bachmanns unverkäuflicher Liegenschaft, dass der Häuser-Markt definitiv gedreht hat.

Zumindest in dieser Preisklasse. Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Luxuobjekt gar nie auf den freien Marktplatz gekommen. Es wäre problemlos unter der Hand weggegangen.

Der Ladenhüter von Erlenbach wirft ein Licht auf den tiefen Fall des Luxus-Wohnsegments am rechten Zürichsee-Ufer. Die Krise ist längst da.

Auch scheint der Drang, in der Nähe von gefallenen Banker-Stars seine Zelte aufzuschlagen, sich neuerdings in Grenzen zu halten.

In der Gegend der Bachmann-Villa hausen auch die Ex-Spitzenkräfte der Credit Suisse, Lukas Mühlemann und Thomas Wellauer. Von Vontobel ist der Chef des Investment-Bankings, Roger Studer, in nicht allzu grosser Distanz.

Es gab Zeiten, da hätten Manager und Unternehmer mit dem nötigen Kleingeld sich gewünscht, im Banker-Nest an der Goldküste Gäste zu bewirten.

Nun altert die Bachmann-Villa vor sich hin – verwaist, gemäss Homegate-Inserat mit beginnender Verwitterung, als eine Art Mahnmal einer vergangenen Zeit.

Jener der glorreichen Spitzenbanker.

Die Warnungen der Immobilienexperten werden lauter. Die UBS-Analysten schrieben kürzlich von Preisdruck auf Renditeliegenschaften. Bei Privathäusern zeigten sie sich allerdings weiter zuversichtlich.

Zum Glamour der alten Banker-Garde gehörte neben der stolzen Villa auch die eindrückliche Yacht. So auch bei Hans-Peter Bachmann. Er besass eine Sunseeker Superhawk 43.

Das gleiche Modell wie in einem James-Bond-Film.

Nun ist auch das „Böötli“ beschlagnahmt, festgezurrt auf dem Lago di Maggiore. Der Verkäufer versucht seit Dezember, das Objekt loszuschlagen.

Erneut mit einer öffentlichen Versteigerung – für die Kleinigkeit von 175’000 Franken.

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62 Kommentare zu “Erlenbach: Luxus-Villen werden Ladenhüter

  1. Die Hütte interessiert mich nicht – viel zu teuer im Unterhalt. Aber das Boot sieht interessant aus. Weiss jemand, ob ein Liegeplatz übernommen wer kann?
    Danke, Max.

  2. Das tut weh. Er hat viel Geld verdient, ob nun gerechtfertigt oder nicht tut nichts zur Sache und verblödet es aus reinem Grössenwahn! Wozu ein Schuppen für einen solchen Preis? Hätte es ein Haus für drei bis fünf Millionen nicht auch getan? Die Wiederverkäuflichkeit wäre vermutlich entscheidend besser gewesen! Selber schuld. Problematisch sind auch Banken die eine Hypothek im vierten und fünften Rang gewähren. Vermutlich ist das Objekt noch bis 80% belehnt obwohl es eher in die Kategorie Luxus- und Liebhaberobjekte gehört! Irgendjemand wird die sprichwörtliche Arschkarte ziehen oder von mir aus auch den Zonk! Die Bank(en) im ersten und zweiten Rang bzw. Im Rahmen einer ersten Hypothek, werden es in der Regel nicht sein!

    • Es steht eigentlich nur, dass die Gläubiger im 4. und 5. Rang die Steigerung angestrebt haben; von Banken steht da nichts.

      Es kann ja auch sein, dass weitere Kredite aufgenommen wurden und diese SB in den „hinteren“ Rängen als Sicherheit eingebracht wurden. Da diese Kredite wohl nicht zurückbezahlt wurden, haben der oder die Gläubiger die Reissleine gezogen.

      Die Banken die die Hypotheken gewährt haben, werden wohl nicht leiden…

  3. Wer Bachmann kennt, weiss was für ein Typ der ist. (Als Ex VTler welcher den Mist von Bachmann verarbeiten musste weiss ich von was ich schreibe). Diesem Hampi hätte werde und würde ich nie auch nur ein Schnürsenkel abkaufen. In diesem Fall kann ich grenzenlose Schadenfreude nicht verheimlichen. Möge sein Dasein als „Finanzgenie“ Tsunami mässig zusammen brechen. Mich freuts. Und sein Krebsmittel wird nicht mehr als Schall und Rauch sein, wie meist bei Hampi.

  4. Lieber Herr Hässig

    Sie schreiben:

    In der Gegend der Bachmann-Villa hausen auch die Ex-Spitzenkräfte der Credit Suisse, Lukas Mühlemann und Thomas Wellauer.

    Mühlemann und Wellauer? (Ex-) Spitzenkräfte? Ausgerechnet der Credit Suisse? Ist schon der 1. April?

    Ich habe jedenfalls selten so gelacht. Sie haben wahrlich einen guten Sinn für Humor!

    Wenigstens ist der eine der beiden auf Tauschstation. Aber der andere kriegt seit Jahren das Gnadenbrot des COO Postens bei der Swiss Re. Vom lieben Walter B. Kielholz. Die Fragen sind nur: Wieso eigentlich? Und vor allem, wie lange eigentlich noch?

  5. qed (quod erat demonstrandum)

    Die Welt 18.04.2013: Affen machen mehr Gewinne als Investoren
    […] In zahlreichen Untersuchungen haben die Forscher nachgewiesen, dass Schimpansen ihre humanoiden Verwandten bei Anlageentscheidungen schlagen …
    Nun lässt eine neue Affen-Studie die Börsianer aufhorchen. Wissenschaftler der renommierten Cass Business School in London haben herausgefunden, dass Affen Aktien-Indizes besser konstruieren können als Menschen. In einer Rückrechnung schlugen die Affen ihre biologischen Vettern über einen Zeitraum von 43 Jahren in allen 13 untersuchten Börsenbarometern.
    Affen bringen bessere Leistungen als „Finanzgenies“

    Die Ergebnissen der Studie sind brisant: Sie ziehen den Sinn der gesamten Investmentbranche in Zweifel und zwar sowohl das aktive, als auch das passive Fondsmanagement.
    Die Studie lehrt nun, dass für das Mehr an Ertrag gar kein hoch bezahlter Manager und sein Apparat notwendig sind. Das Gros der Primaten schnitt besser ab.

    Andere Untersuchungen haben zudem nachgewiesen, dass die meisten Fondsmanager es nicht einmal schaffen, ihren jeweiligen Börsenindex zu schlagen. Affen bringen also eine wesentlich bessere Leistung als die teuren „Finanzgenies“ […]

  6. Die Preise sind nur im obersten Segment abgehoben Da haben halt auch ein paar Bonus Exzesse, russische Investoren, nouveau riche dazu beigetragen. Das sind aber keine 10% der Objekte. In einem an der Goldküste üblicheren Segment, durchaus auch gehobener, von 2-4 Millionen ist der Markt liquid. Für Familien oder Paare mit einem Einkommen von 400-600k und Eigenkapital von 400-1’000k (und etwas Ererbtem) sind die Hypotheken bei den üblichen Tragbarkeitsberechnungen mit 4.5-5% Zins und 1% Unterhalt. Solange sie ihr Einkommen halten können. Natürlich mit etwas längerer Insertionsdauer, aber durchaus im Rahmen. Ziemlich brutal schlägt halt der Eigenmietwert zu. Also der grosse Einbruch wird in diesem Segment nicht kommen, allenfalls temporär um sich dann wieder zu erholen. Aber die Lagequalität an der Goldküste ist so gut, dass immer ein Markt bestehen wird.

    • Grüezi@MaKa,
      Unter einer Million ist kaum noch etwas zu haben. Dafür braucht es ein Eigenkapital von 250.000 und ein Einkommen von 150.000 Franken. Wer weniger hat, kommt als Käufer nicht in Frage und muss sich ein Mietobjekt suchen. Warum haben wir überhaupt einen Wohnungsmarkt, der den Mittelstand finanziell hart bestraft, die Reichen verschont und den Bodenbesitzern eine jährliche Pfründe von bis zu 40 Milliarden Franken zuschanzt?

      Wie kommt auf 40 Milliarden Franken?

      Gemäss Wüest&Partner hatten die Mietwohnungen in der Schweiz 2015 einen Marktwert von 966 Milliarden Franken. Bei einem Satz von 4,1% (siehe weiter unten) ergibt sich so rein rechnerisch eine Nettocashflowrendite von 40 Milliarden Franken. Umgelegt auf alle rund 2,2 Millionen Mietwohungen entspräche dies einem Aufpreis (eine Art Grundsteuer) von rund 1500 Franken monatlich. Eine Umverteilung von fleissig nach reich der in Europa seinesgleichen sucht! Gemäss dem Immobilienmonitoring 2017 von Wuest&Partner bringen Mietwohnungen eine Nettocashflowrendite von 4,1% (Stand 2015).

      Ist Ihnen klar, dass wir Zeitzeugen sind wie die (Schweiz – B), um einen Ausdruck von Herr Stöhlker zu benutzen, abgeschlachtet wird? Hinzu kommen Pensionskassenrenten Kürzungen. Ich schliesse mich den @Doofer Steuerzahler an.

      Sie grüssend

    • Der Schätzpreis der Immobilie ist überrissen. Bei einem Landpreis von Fr. 2’600 für etwa 2’300m2 ergibt rund 6M. Für ein grosszügiges Haus mit hohem Ausbaustandard müsste man so 2-5M rechnen, 5M ist sehr gehobener Luxus. Also wäre wohl ein Preis im Bereich von 8-12M angemessener. Das Konkursamt oder die ersthypothezierende Bank können Auskunft über die Höhe der 1. / 2. Hypo geben. Das ist der Massstab. Wenn diese Bank ihre Hypothek zurück erhält und der Eigentümer im Konkurs ist, müssten wohl die restlichen Banken ihre Forderungen abschreiben.

      Ja, und dann kommt die Rechnung von @Heiliger Bimbam, dessen Landpreis mit 1000/m2 zwar zu tief angesetzt ist, mit etwas weiterführender Überlegung: Variante 1) je nach Situation und baulichem Zustand renovieren / ausbauen / anbauen und dann auf zwei bis drei Miet- oder Eigentumsverhältnisse aufteilen. Der Preis pro Objekt wird tiefer, das ergibt einen deutlich breiteren Markt. Ein Grundstück von 2’300m2 zu unterhalten ist weiss Gott ein grosser Aufwand. Variante 2) wie @Heiliger Bimbam schreibt, das Objekt abreissen, dies natürlich nur wenn es wirklich in schlechtem Zustand ist und man quasi zum Landpreis minus Abbruch Kosten kaufen könnte. Dann ein neues Mehrfamilienhaus bauen, je nach Bauzonen-Vorschriften, mit 3-5 Einheiten. Wenn der Preis pro Einheit in die Region von 2-3M kommt, dann gibt es dafür bei dieser Lage einen durchaus guten Markt. Die Objekte wären in dieser Preislage weniger den Marktbewegung ausgesetzt. Mieten von 6-8k werden bezahlt. Wie schon erwähnt, sind solche Objekte für sehr gut Verdienende durchaus tragbar.
      Kürzlich so in einer Nachbargemeinde an der Goldküste erlebt, die Nachfrage war gross.

  7. „Hypotheken im 4. und 5. Rang.“
    Logisch, dass er sich übers Dach hypothezieren
    liess, denn er kann ja die Schuldzinsen in Abzug bringen. Unter dem Strich hat er ja wohl kein Einkommen versteuert wie der grösste Teil der Millionäre und Milliardäre an der Goldküste. Und daher hat er wohl etwa 2.7 Promille Vermögensteuern bezahlt. Erbarmen also fehl am Platz.

    So ist eben unser CH-Steuersystem: Kapitalgewinne sind nicht zu versteuern, Immobilien dann bis ans Dach belehnen und somit keine Einkommenssteuer und eine bescheidene Vermögenssteuer im Verhältnis zum Nettovermögen. Das wollen unsere Politiker so und offenbar auch das Volk, das noch immer nicht gemerkt hat, dass die Schweizer Infrastruktur massgeblich durch den Mittelstand finanziert wird.

    „Er sucht Investoren für eine Firma mit neuartiger Krebstherapie.“
    Hier kann ich nur sagen, der Hype geht weiter and the show must go on.!

  8. Was mich immer wundert ist, dass diese Leute eigentlich nicht mit Geld umgehen können.
    Das Boot heißt btw:
    Sunseeker Superhawk 43

  9. @Heiligster Bimbam

    Landpreis in Erlenbach geht in Ordnung. Die Abbruchkosten müssten aber ganz klar zu Lasten des Herrn Bachmann gehen.

    Dieser Bau im Stile des Vulgarismus töööötelet……………….

  10. Die Banken sind mit ihren Managern grosszügig. Neben den
    Abgangsentschädigngen übernehmen sie auch noch
    ihre Hypotheken. Das ist beste Reklame für die Investoren
    oder auch Aktionäre genannt. Ihre grosszügige Dividende
    ist nachhaltig und lässt Kritiker verstummen!

  11. Ein deutscher Tennisheld erbaute ab 1997 seine Traumvilla in Mallorca.

    Das Grundstück kostete EUR 0,5 Mio.

    Auf dem Höhepunkt des spanischen immobilienbooms wohl für EUR 8,0 Mio verkäuflich, wollte er EUR 15,0 Mio. dafür.

    Heute, ungepflegt und veraltet ist aktuell fraglich, ob noch EUR 5,0 Mio dafür zu erlösen sind:

    https://www.marcelremusrealestate.com/expose/60110/

    http://www.mallorcazeitung.es/immobilien/2017/07/14/boris-beckers-villa-nur-noch/52673.html

    https://mallorcamagazin.com/nachrichten/lokales/2014/03/18/39506/boris-becker-finca-fur-millionen-euro-haben.html

    https://mallorcamagazin.com/nachrichten/lokales/2006/08/03/5416/boris-becker-ich-habe-oft-daran-gedacht-aufzugeben.html

  12. Mich wundert eigentlich gar nichts mehr – ausser dass einem solchen Typen soviele Ränge an Hypotheken nachgeschmissen werden. Möchte wissen, LH, von welcher Bank denn?
    Zur (Welt)-Verschuldung: Diese befindet sich auf MAX. Tatkräftig unterstützt von sogenannt unabhängigen Notenbanken – Geldschöpfung aus dem Nichts – von Nichts.

  13. Jetzt lachen sich alle, die ‚dank‘ seinen Luftschlössern viel Geld verloren haben, ins Fäustchen. Nur Recht, dass Bachmanns Blase nun auch platzt. Das Leben ist auf Dauer für ausgleichende Gerechtigkeit gesorgt.

  14. Nicht gerade das heisseste Thema. Aber trotzdem:

    Das Haus ist seit Sommer letzten Jahres inseriert. Nicht erst seit ein paar Wochen.

    Häuser in dieser Preisklasse verkaufen sich nicht von heute auf Morgen. Das kann ein, zwei Jahre dauern. Oder länger. Unverkäuflich ist die Villa damit noch lange nicht.

    Über Geschmack lässt sich streiten. Die Immobilie muss aber auch nicht Allen gefallen, sondern nur dem Richtigen. Und den muss man finden.

    Der eigentliche Kern der Geschichte ist aber, dass auch dieser Fall zeigt, welches Verhältnis viele Leute zu Geld haben. Und wie sie mit Geld umgehen können, wenn sie es haben. Nämlich gar nicht.

    Jeder bodenständige Normalbürger hätte mit einem Jahreseinkommen von Herrn Bachmann ein unbeschwertes Leben geführt.

    Aber die meisten Leute heben eben ab. Haus. Auto. Boot. Dann ein Ferienhaus. Noch ein Sportwagen. Und die Kinder müssen mit dem SUV zur Schule. Und was, wenn man mal Segeln statt Motorbootfahren will?

    Herr Bachmann ist nicht der erste auf der Liste. Und er wird nicht der letzte sein.

    • Grüezi@Mike,

      der Wirtschaftsliberalismus bringt im kapitalistischen System die Missgeburt des ungeheuren Reichtums hervor, der nur auf Kosten der Armut grosser Massen möglich ist, um ihn dann als angeblich überlebenswichtigen Faktor der gesamten Wirtschaftsordnung zu verkaufen. Dieser historische Prozess hat in der Schweiz soeben erst begonnen. Umso rapide wird er sein. Wenn das Eigentum an einer Sache solche gravierenden negativen Folgen hat, stimmt etwas nicht an seiner rechtlichen Konstruktion.
      Sie grüssend

  15. Wir leben in einer Scheinwelt. Die Verschuldungsquote lag in der Schweiz 2015 bereits bei 211% – Quelle:OECD. Wir befinden uns im Jahr 21 eines mehr oder weniger kontinuierlichen Preisanstiegs. Im Hochpreissegment ist in einigen Regionen die „Immo-Blase“ seit 2 Jahren geplatzt. Fachsprache: Im Hochpreissegment zeigen sich Vermarktungsschwierigkeiten. Die arbeitsmarktbedingte Zuwanderung, geht weiterhin zurück. Wenn die Zinsen wieder steigen, werden die Immobilienpreise unter Druck kommen. Wenn man die Bauaktivität betrachtet, dann dürfte das Angebot weiter steigen. Jeder Mensch braucht ein Dach über dem Kopf, aber es muss bezahlbar sein, wenn Normalverdiener dazu nicht mehr in der Lage sind, was in vielen Grossstädten bereits der Fall ist, dann ist der Zeitpunkt, dass die Blase platzt…nicht mehr weit…um das vorherzusehen muss man kein Finanzexperte.

  16. Die zunehmende Beschallung der Goldküstengemeinden durch Fluglärm scheint langsam Wirkung auf die dortigen Immo-Preise zu haben.

    • Sorry, aber wer wohnt schon noch an der Goldküste?

      Grüsse aus Wollerau

    • @Jonny Vielflieger: Wohne von klein auf an der „Goldküste“. Viele Finanzgauner haben sich schon lange nach Wollerau und Umgebung verzogen. Wir vermissen diese arroganten Leute nicht!

    • Und ich bin am Zürichberg aufgewachsen.

      Solange ich noch morgens um 6 aufstehen muss, sehe ich nicht ein, warum ich 40% meines Einkommens unter anderem für Sozialwohnungen bezahlen soll, in denen dann SP-Gemeinderäte wohnen.

    • Seit 11 Jahren haben die Landungen auf Kloten von Süden her den Wert vieler Immobilien im oberen Teil der Goldküsten-Gemeinden schon weniger stark ansteigen lassen als am linken Seeufer und im Knonauer Amt. Wenn in ca. 5-6 Jahren nun auch die vom Bundesrat bewilligten Südstarts kommen, die auch direkt über die Goldküstengemeinden führen werden, ist es vorbei mit dem Glanz des guten Lebens an der Zürcher Goldküste. Die Landungen werden vom frühen Morgen bis spät in die Nacht das Leben zur Hölle machen; die Südstarts werden den Rest tun. Sie sind dreimal lauter als die Landungen und werden nur über Mittag ausgesetzt. Wer genügend Cash hat, verlässt Zumikon und Egg schon seit fünf Jahren; die Villa bleibt leer. Die Mieten sinken, die Immobilienpreise auch, weil der ganze Pfannenstil samt Goldküste der „Schwamendingisierung“ ausgesetzt wird. Ich kann nur empfehlen, bald zu zügeln.

    • Hooi, Stöhlker, Klaus J.!

      Sooo schaad mit dene Flugzüüg! Ha richtig Mitleid. Dasch halt de Voorteil wänn dusse uf de Bänk (nöd de Banke!) pfuusisch – wie’n iich …

      Übrigens: Häsch mer föif Stutz für d Nootschlaafstell?

    • Stöhlker, Klaus J. :
      Hier einige Fakten:
      1) eine weitere Aufstockung des Nordanflugs (PisteNr. 14 u. 16) ist wegen Deutschland nicht möglich.
      2) eine weitere Aufstockung des Ostanflugs (Piste Nr. 28) müsste mit einer Pistenverlängerung Richtung Rümlang verbunden sein, damit die grossen Flieger (z.B. 777er, A340, A380) dort ohne Risiken landen können (jetzige Pistenlänge für Grossraumjets am Limit)
      3) Die jetzige Kreuzung zwischen startenden und landenden Flugzeugen im unmittelbaren Luftraum über dem Flughafen ist mit Risiken verbunden und eher in der „Grauzone“.
      4) bei allfälligen Go-Arounds von Piste 16 und 14 sind gefährliche Annäherungen mit allfällig startenden Flugzeugen von Piste 28 nicht auszuschliessen (diverse near miss).

      Und last but not least stösst das gegenwärtige Regime auch topografisch und koordinationsmässig an Grenzen. Skyguide kann Ihnen das von den Fakten her in Ruhe aufzeigen, damit Sie es verstehen. Schon jetzt werden die An- und Abflugregimes stündlich umgestellt, damit nicht nur ein Regime belastet wird.

      Fazit: Der Flughafen ist massgeblich wegen den Einwendungen von Baden-Württemberg Schach Matt gestellt, was das An-und Abflug Regime betrifft.

      Bitte verstehen Sie diese übergeordneten Restriktionen. Sie argumentieren nur aus dem Mikrofeld eines Hausbesitzers, anstatt sich mit den übergeordenten Restriktionen zu befassen. Skyguide operiert am Limit!

      mfG
      Flieger

  17. Fakt ist, dass eine Immobilienblase immer dann entsteht, wenn sich die Immobilienpreise von den Haushaltsnettoeinkommen abkoppeln. Seit fast 10 Jahren stiegen die Preise an der Goldküste massiv, während die Haushaltseinkommen nur 2-3% jährlich zulegen. Da ist eine massive Blase entstanden, die richtig stark platzen wird, die Preise für Goldküstenwohnungen und Luxusvillen werden sich halbieren müssen in den kommenden 2-3 Jahren und damit wieder 1:1 an die Haushaltseinkommen anpassen. Dazu kommt ja noch dass die überrissenen Banker Boni langsam wieder auf normale Levels kommen, seit die Schwarzgeld-Gebührenabzockzeiten zeiten vorbei sind. Alles was stark hochgeht kommt auch immer wieder runter, genauso wie bei einer Erektion.

  18. Sind es nicht die Marktgesetze, welche hier greifen? Mehr als eine Villa zum Leben braucht vermutlich niemand. Der Kaufpreis eines derartigen Objektes ist das eine, das andere sind die Kosten von Unterhalt. Nicht lustig.

  19. Sehr geehrte Damen und Herren, im generellen bin ich mit Ihren Berichterstattungen zufrieden. Ich finde im Fall Hans-Peter Bachmann zu viel Boulevardcharakter eingepriesen. Private Equity Investment sind langwierig, komplex und so mancher hat damit Schwierigkeiten gehabt. Meiner Meinung nach, dringt Ihr Artikel zu weit in die Privatsphäre dieser Person ein.

    Mit geschätzten Grüssen

    • Hier handelt es sich um einen frühren Spitzenmanager einer großen, international tätigen Bank.

      Wenn diese noch nicht einmal in der Lage sind, privat ihr Vermögen zu mehren, wie muß es erst dann um die Produkte und Anlagelösungen bestellt sein, die die von ihnen geführten Institute verkaufen?

    • @geschreibsel
      Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, schlecht, sehr schlecht!!!!

    • Tja, der einstige Shootingstar wird zu viel für Anderes susgegeben haben.
      Auch auf dem Boot wollen sich nicht mehr alle zeigen, wenn der alte pleite ist.
      Mein Beileid, hoffentlich hat’s glücklich gemacht, die andern Kleinanleger leiden zu sehen-

  20. Verständlich, dass eine solche seelenlose Beliebigkeit im Stile des Brutalismus unverkäuflich ist.

    Dieses hässliche Bauwerk ist ein Manmal des Versagens. Es sollte somit noch für 100 weitere Jahre unverkäuflich bleiben. Es wäre dringend angezeigt, wenn geblendete Bauherren und selbstverliebte Architekten ihren Horizont wieder erweitern würden.

    • Ganz klar abbrechen, weil diese militärisch geprägte Betonanlage kein Sehnsuchsstiller ist.

      2300 Quadratmeter Land à CHf 1000.-
      Abbruch- und Entsorgungskosten schätzungsweise etwa CHF 200000.-

      Angemessener Verkaufspreis dieses Objektes: CHF 2.5Mio

    • Genau so denke ich als unmittelbarer Nachbar auch.
      Die gröbste Sünde ist der Architekt.
      Er hat Bäume aus Deutschland gebracht welche keine Nadeln lassen, denkste die Schweinerei haben jetzt wir.
      Der Gärtner macht natürlich auch keinen Streich mehr, ist ja verständlich wenn die Rechnungen nicht mehr bezahlt werden!

    • heiliger bimban: falsch gerechnet!!! Landpreis minus Entsorgungskosten = max 2’1. Nur zur Info. MdP offerierte diesen Betrag nur hatte er vergessen, seine cc-limite fürs dp aufzumotzen. no money no honey.

    • Schon gesehen, welchen Kultur-Müll Herzog DeMeuron in den Park der Villa Favorita (Tessin) hingestellt haben für Preise zwischen angeblich 12-36 Millionen? Arme Kerle, die da Geld verlochen werden.

    • @Heiligster Bimbam

      Landpreis in Erlenbach geht in Ordnung. Die Abbruchkosten müssten aber ganz klar zu Lasten des Herrn Bachmann gehen.

      Dieser Bau im Stile des Vulgarismus töööötelet……………….

    • Hans-Peter Bachmanns Supervilla ist in der Tat ein einzigartiges Spätwerk dieses phantasielosen Brutalismus.
      Möge er doch diesen Bau für einen Franken einer Stiftung überlassen.

      Unsere noch ungeborene Architektengeneration könnte bestimmt an diesem zugemodernden Bau mit Patina in 100 Jahren ihre Nachhaltigkeitsstudien durchführen.

    • Oje, jetzt sind neben Fussballexperte alle noch Immombilien-Bewertungsexperten!
      Fehlt noch das jemand eine hedonische Annäherung thematisiert.

  21. So schnell wendet sich das Blatt. Können denn die Kumpels von Bachmann ihn nicht ein Darlehen geben? Der arme Kerl, tut mir richtig leid. Verkehrte in den besten Kreisen und heute könnte er sich nicht mal mehr ein Migros-Golfklub-Abo leisten. Und die Zünfte, Rotarys, Lyons und Kiwanis-Typen wollen ihn noch? Kurz gesagt: Bachmann’s Zeiten sind passé und ihn braucht die Welt definitiv nicht.

    • Kurt; treffend formuliert. Ergänzung: Auch andere Finanzgauner (die hat es am Tsüriseee) braucht die Welt nicht.

  22. Lieber Herr Hässig,
    Wenn eine Immobilie – zu Wohnzwecken notabene – für 16 Mio. nicht gleich weggeht kann man doch nicht von einer Krise sprechen. Der Pool potenzieller Käufer ist derart klein (und die wahrscheinlich schon alle in schönen Häusern wohnen), dass es entweder viel Zeit oder Glück braucht, ein solches Objekt wegzukriegen. Auf diesem Preisniveau gibt einen keinen „Markt“, nur gelegentliche Transaktionen von gelegentlich Suchenden und Anbietenden. Und selbst wenn es eine Krise wäre in diesem Segment: so what?
    Das ist keine Bonus-Story, Sorry.

    • Ich würde sagen selbst für die Hälfte der aktuellen Preisforderung ist das Anwesen kein Sonderangebot.

      Dazu das Problem, im aktuellen Boom keinen Käufer gefunden zu haben.

      Vergleichbares gibt es vielleicht erst wieder in 6 bis 8 Jahren.

      Dann hat sich jedoch der Geschmack potentieller Käufer völlig verändert, so daß das heute noch einigermaßen den Zeitgeschmack treffende Gebäude ersichtlich von gestern sein wird.

      Zzgl. Schäden wegen unterlassener Instandhaltung: irgendwann ist der Strom abgedreht, dann sprengt der Frost Heizkörper und Leitungen des Schwimmbades.

      Das wäre nicht die erste Villa, die im Alter um 30 Jahre wieder abgerissen wird.

    • Das Matching kann schnell oder sehr spät erfolgen. 95% haben keinerlei AKTUELLE Erfahrung über die Finanzierung und das Marketing und das Verhandeln eines solchen Spezialobjektes.
      Die Berichterstattung allein kann 6 Mio. kosten. Ginesta könnte sich zurückziehen und Bachmann‘s Situation wird zusätzlich desolat.

    • Neupreis Overmarine Mangusta 108 einst 7,3 Millionen Euro.

      Zzgl. Liegegebühren, Personal, Steuern, Wartungs- und Betriebskosten.

      Mit manchen Hobbies werden auch große Vermögen schnell wieder klein…

    • Sicher.

      Thomas Middelhoff besaß jedoch eine Overmarine Mangusta 108.

      Wobei ich den Preisverfall kolossal finde: für die wenigen Momente, in denen man eine Yacht nutzt, kann man eine chartern.

      Ähnlich wie Finca, Flugzeug, Hubschrauber und viele mehr,

    • Huch, Middlehoff hatte nur eine Mangusta 108, also ein knapp 35m-Schiffchen?! Der arme. – Echte Yachten fangen bei 50m an. – Eine Tankfüllung ist dann immer gleich die Anzahlung an ein EFH… 🙂

  23. Die Immobranche (und die Banken) lügt sich doch in die Tasche. Logisch, der Schaden bei Kreditnehmern und Banken wird Milliarden schwer sein, wenn die Preise zu purzeln beginnen. Sollten sich dann noch die Zinsen erhöhen (denke, das wird noch ein klein wenig dauern, da einerseits die „Klientel“ (= nicht das breite Volk!) der SNB gar nicht happy wäre und andererseits auch das gesamte Ausland am Herion der tiefen Zinsen hängt), dann ist Lichterlöschen angesagt in der rekord-hypoverschuldeten Schweiz. Leute, die bezahlten Preise sind im Schnitt ca. 10% zurückgegangen im letzten halben Jahr. Und es wird so weitergehen, garantiert.