Venezuela-Knall: CS schliesst Büro über Nacht

Ableger in Caracas von eigenen Anwälten in Notaktion Anfang Februar dicht gemacht – Zuvor via New York Öl-Oblis aufgelegt.

Der Tages-Anzeiger berichtet seit gestern über Venezuela-Schmiergelder via Schweizer Konten. Es geht um 27 Millionen Dollar von Venezuelas Staats-Öl-Gesellschaft namens PDVSA.

Im Zentrum stehen laut Zeitung Konten der Credit Suisse. Die Gelder sollen über einen externen Zürcher Vermögensverwalter geflossen sein. Die Finma ermittelt.

Nun wird bekannt, dass die Credit Suisse bereits Anfang Februar ihr Rep-Office in Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, über Nacht zugemacht hatte.

Die Schliessung hatte den Charakter einer Notaktion. Laut einer Quelle seien um 10 Uhr am Morgen des 7. Februar, dem Mittwoch vor 2 Wochen, die Anwälte der CS einmarschiert.

Sie hätten die Angestellten der Schweizer Grossbank über den Schliessungs-Entscheid der Zentrale informiert. Darauf hätten die Mitarbeiter ihre Siebensachen packen und gehen können.

Um 11 Uhr seien alle CS-Angestellten der Bank in Venezuela auf der Strasse gestanden. Danach sei das Büro dicht gemacht worden.

Die Webseite ist offenbar bereits gelöscht. Auf anderen Wegen findet man noch die Adresse der CS in Caracas.

Damals hiess es auf Anfrage bei der CS, dass es sich um Courant normal handeln würde. Die Bank würde in ihrem internationalen Private Banking überall die Kosten anschauen.

Lateinamerika bleibe ein zentraler Markt für die Bank. Die Schliessung in Venezuela habe reine Kosten-Überlegungen.

Diese Aussagen könnten vor dem Hintergrund der jüngsten Berichterstattung im Tages-Anzeiger, der sich auf grosse Ermittlungen in den USA mit Haftbefehlen gegen Ex-Spitzenleute von Venezuelas Öl-Firma bezieht, als verharmlosend herausstellen.

Vielmehr stellt sich die Frage, ob die CS in einen nächsten Gross-Skandal gerät. Wenn die USA gegen korrupte Öl-Manager ermitteln und Millionengelder über CS-Konten flossen, kann die Bank rasch in neue Schwierigkeiten geraten.

Die Venezuela-Quelle, welche vor 2 Wochen von der Express-Schliessung berichtete, sagt Erstaunliches über die CS-Aktivitäten.

Die Bank habe über ihre Investment-Division in New York bis vor kurzem im grossen Stil für das sozialistische Regime von Venezuela gearbeitet.

Dieses hat völlig abgewirtschaftet. Die Menschen stehen Schlange für Essen, die Regierung hetzt die Armee und die Polizei gegen protestierende Bürger.

Die CS-Investmentbanker in Manhattan hätten der Regierung noch vor weniger als einem Jahr geholfen, sich auf dem internationalen Kreditmarkt frische Gelder zu beschaffen.

Dazu habe die Schweizer Bank staatliche Obligationen aufgelegt. Und sie habe solche Bonds auch im Namen der Öl-Gesellschaft PDVSA vertrieben.

Die CS als zentrale Investmentbank für die Finanzierung des Regimes im herunter gewirtschafteten Land von Lateinamerika – so der Eindruck.

Die Bank sei eine der grossen Herausgeber solcher Venezuela- und PDVSA-Obligationen gewesen, sagt die Quelle jedenfalls. Sie habe dies oft im Zusammenspiel mit einem russischen Kreditinstitut namens Mosnarbank getan.

Mit der Notschliessung versuche die CS-Spitze nun, sich von ihrer bisherigen Unterstützung für das Land und das Regime zu distanzieren.

Erinnerungen an den Skandal mit einer vorgetäuschten Thunfisch-Flotte im afrikanischen Mosambik werden wach.

Auch dort war die CS gemeinsam mit einer russischen Bank, der VTB, aktiv bei der Finanzierung eines umstrittenen Vorhabens. Hinter dem Thun-Geschäft standen geheime Militärboote.

Der Fall führte zu einem internationalen Aufschrei, der Währungsfonds strich Mosambik Kredite, die bekannte Investigativagentur Kroll verfasste einen Bericht, in dem sie die CS schwer belastete.

Reiche CS-Beute mit vorgetäuschten Thunfisch-Booten: Explosiver Kroll-Bericht zu Mosambik.

Die CS hielt sich gestern auf Anfrage zu den Geldern von Ex-Venezuela-Spitzenkräften auf ihren Konten bedeckt. Gegenüber dem Tages-Anzeiger meinte die Bank:

„Credit Suisse verfügt über strenge interne Kontrollmechanismen zur Abwehr von Finanzkriminalität und hält sich an alle geltenden Gesetze und Vorschriften in den Ländern, in denen sie tätig ist.

„Wenn wir bei Geschäftsbeziehungen Hinweise auf unrechtmässige Absichten haben, gehen wir gezielt dagegen vor. Das Spektrum der Massnahmen reicht von der Meldung an die Aufsichtsbehörden, der Einschränkung der Aktivitäten bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung.“

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30 Kommentare zu “Venezuela-Knall: CS schliesst Büro über Nacht

  1. Gemäss Wikipedia ist der Hauptaktionär der „russischen“ Mosnarbank das Finanzministerium von Venezuela (FONDEN S.A, 49%). Dann sind die fees der Obli-Ausgabe seitens Mosnarbank grösstenteils direkt in die venezoelanische Staatskasse geflossen. Staatsangestellte werden mitprofitiert und die Gelder bei der CS deponiert haben…Mamma Mia, das ist dreckig, auf höchstem Niveau. Kein Wunder, dass die CS ihre Leute da rausnimmt.

  2. Dieser Blog ist Tummelplatz von Füdlbürgern die noch bei Mami wohnen. Die Kommentare erinnern an das alte Rom: das Volk will Brot und Lukas Hässig.

  3. Wieso bloss tönen diese Ethik-, IKS- und Massnahmen-Versicherungen immer so seltsam hohl und scheinheilig? Etwa deshalb, weil sie mit schöner Regelmässigkeit bei immer neuen Fällen wieder auftauchen, ohne dass (die zugesicherten) Verbesserungen sichtbar würden?

    Hier ein anderes Beispiel (einer Privatperson):

    «…. Ich habe davon zum ersten Mal am (……….) durch die Presse erfahren und kann und werde dazu nicht weiter Stellung nehmen. Aber ich weiss, dass (………..) bei allen seinen Entscheidungen an sich selbst stets höchste moralische Ansprüche gestellt und diese auch eingehalten hat.»

    Auch dort bot am Ende jemand Hand zu einer «kreativen Lösung», bei der sich u.a. ein (angezeigtes) Riesenvermögen nachträglich auf wundersame Art in Luft auflöste.

    Bei der vorliegenden Venezuela-Affaire bin ich mir aber absolut sicher, dass die Finma hart durchgreifen und spätestens im Jahr 2025 eine mindestens fünfstellige Busse aussprechen wird, samt Ermahnung an die Credit Suisse!

  4. Money makes the world goes round….
    Immer spekulieren und die Banken schlecht machen. Der Redaktor weiss auch, dass viele externen Vermögensverwalter ehemalige Banker sind, die nun an Stelle der Banken versuchen das grosse Geld zu machen. Sind immer CS und UBS schuld? Nein, es können durchaus auch mal die anderen sein. Die Gier ist ja nicht nur bei den Banken, die sind aber ein gutes Opfer. Die selbe Gier ist nun ja auch bei den Ärzten, den Commodity Tradern und auch vielen anderen …. Und jeder hat die Chance bei der Gier mitzumachen! Viel Spass.

  5. Venezuela ist ein kleines Land mit Null Bedeutung für die Welt (BSP). Null. Nicht mal mit Öl können die noch punkten.
    Gemeinsam zur politischen Spitze und dem CS-Mgmt ist die persönliche Gier.

  6. Die Mosambik-«Contractor Fee» von USD 140 Mio wurde ausbezahlt, um nicht offengelegte Bondkäufer zur Uebernahme der Obligationen zu «motivieren» (Quelle: Kroll Seiten 12/13). Umgangssprachlich könnte so etwas als «Schmiergeld» bezeichnet werden, für das der IWF (neben anderem) nun auch noch «aufkommen» sollte; verständlich, dass sich Mme Lagardes Begeisterung in Grenzen hält. Oder hat die Credit Suisse die USD 1’500 Mio zurückgestellt oder bereits abgeschrieben?

    Dass an der Mosnarbank wiederum die VTB-Gruppe und die Gazprombank (und damit Putin & friends) die Mehrheit halten, macht die CS-Affairen natürlich auch nicht besser. Zum Glück für die CS gehen gewisse Beamte gern in Deckung, sobald der Kreml auftaucht – ein Schelm, wer Böses denkt.

    • Noch ein WICHTIGER Input für die CS-Bodies:
      Wie peinlich, die VTB Capital hat eine um 89,18% HÖHERE Kreditmarge als ihr! und die Bankfee ist bei der VTB nur um 11,2 Mio. höher als bei Euch – schade um das verschenkte Geld, und dann noch bei dem Ärger…

  7. Ein kleines Zitat von Ayn Rand, das vielleicht den einen oder anderen zum Nachdenken anregen könnte:

    „Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufliesst, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch Korruption und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leute schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.“

  8. …..Aufteilen, bei Mitbewerbern integrieren und die Ami Anwälte nach Hause schicken… sonst verkommt die Bank zu einem Selbstbedienungsladen für Bussenjäger, Sanierer und Grossinvestoren….

    • Nützt alles nichts!!! Raubritter waren die Grossbanken schon sehr lange, nur merkte man es früher nicht, weil die Kleider des Königs geschlossen waren. Sie sind jetzt ein wenig geöffnet, so das immer wieder schweflige Stinkwolken von der permanenten Auspuffstörung zu uns dringen. Das Kleid will einfach nicht mehr ganz zugehen, obwohl man medial an allen Stinkhebeln zieht und den Medienverantwortlichen allerlei stinkige Geschenke zuhält.

  9. Es gibt ja in diesem Land immer noch Leute, die diesen menschenfeindlichen Faschismus anhimmeln. z.B. der Dauerstudent und „Berufspapi“ Wermuth, der seit Geburt dem Steuerzahler auf der Tasche liegt und noch nie in seinem Leben gearbeitet hat.

    Oder Molina (seine Herkunft entbehrt nicht einer gewissen Ironie: wurde doch sein linksextremer Vater aus Chile vertreiben), auch so ein Linksradikaler, der noch nie außerhalb einer geschützten Werkstatt „gearbeitet“ hat und selbst mit seinen bald 30 Jahren noch keinen Abschluß in seinem ach so anspruchsvollen Studium hat.

    Vielleicht werden beide bald in den Beirat der CS gewählt, es würde jedenfalls gut zur defätistische, subversiv-masochistischen Politik dieser Bank passen. Und in der rosa Gutmenschenwolke lebt es sich, fernab jeder Realität, immer noch hervorragend.

    Ob nun die Schweizerische Klepto-Ochlokratie oder die Venezolanische Oligarchie: Der Real-Sozialismus wird in beiden Ländern wohl bald vollständig realisiert worden sein.

    Die Einzigen in diesem Tollhaus, die die Zeichen der Zeit richtig erkannt haben, sind die USA. Die werden wohl bald mit Fachkräften und Steuerflüchtlingen überschwemmt werden.

    • Bitte benützen Sie nicht meine Name! Ich will doch in Herbst in Zürich singen und nicht nur beschimpft werden….
      Ich singe doch für die Masse, oder? Was Sie abwertend als Ochlokratie bezeichnen, ist doch meine Publikum unter einem anderen Name…. vielleicht auch Ihre Wähler…. what else?
      Zudem verstehe ich nicht Ihren Optimismus – Pessimismus und es ist ein Anachronismus die Unterscheidung zwischen Plebe und den Rest…. was auch immer ist. Heute spricht man von Pragmatismus oder Idealismus, d.h. Leute die die Welt voranbringen, wie ich zum Beispiel, und andere die nur gut predigen, vielleicht kassieren noch….
      Für alle, die dieses Wort gar nicht gekannt haben (Plebe wie ich….) :
      https://de.wikipedia.org/wiki/Ochlokratie
      Aber sonst freue mich sehr: Sie schreiben fast gehoben, eigentlich gefällt mir. Danke, dass Sie bei mein Konzert sein werden…. es freut mich!
      P.S: Ich wähle nicht Rechts oder Links, sonst Tatkräftige Personen!

    • Super Kommentar Laura.
      Diese beiden „Pajassen“ sollte man lieber heute als erst Morgen nach Venezuela ausschiffen.
      Amen.

    • @die verbitterte Laura Stern

      Und täglich grüsst die Giftspritze! Angebot des Monats: Klepto-Ochlokratie.
      Ja Laura, wir haben es verstanden, auch dass die Linke per se böse und unnütz sind und nur die Rechte arbeiten und rechtschaffen sind.

      Ja, wir haben Sie bemerkt und schätzen Ihre intellektuelle Fähigkeiten, sonst noch was?
      So kleine graue Maus, jetzt dürfen Sie wieder in Ihrem belanglosen Alltag verschwinden, der Frust ist abgelassen. La commedia è finita!

    • @Laura Stern:
      Sie haben ganz sicher zu mindestens 50 % recht mit Ihren Aussagen, realisieren dabei jedoch überhaupt nicht, dass es auf der politischen Theaterbühne zwischen Links und Rechts überhaupt keinen Unterschied gibt! Links und Rechts sind lediglich die Zutaten des „Teile-und-herrsche-Spiels“.

    • Die FINMA hat permanent die Rollläden zugezogen, darum sieht sie nicht was draussen vorgeht!

    • Solange die Russen die Finger im Spiel haben, wird nicht viel passieren. Hier will sich niemand die Finger verbrennen. Sollten sich die Probleme jedoch bestätigen, werden die Amis mit Sicherheit wieder Milliardenbussen verhängen und die Politik wird die Bank wie immer im Regen stehen lassen. Zudem kann man die Bonds wahrscheinlich abschreiben, intern hat die CS den Handel mit solchen aus Venezuela sicher nicht grundlos bereits anfangs August 2017 verboten.

  10. „Credit Suisse verfügt über strenge interne Kontrollmechanismen zur Abwehr von Finanzkriminalität und hält sich an alle geltenden Gesetze und Vorschriften in den Ländern, in denen sie tätig ist.“
    Fortsetzung:
    „Sollte Credit Suisse dies einmal nicht tun, weiss die weisse Weste nichts davon und wurde der CEO und alle DU (DirektUnterstellte bis hinunter zu den MD’s) von den allein verantwortlichen Sachbearbeitern arglistig getäuscht und hinters Licht geführt. Diese werden logischerweise hart sanktioniert und der GL im Nachgang entsprechende Boni ausbezahlt!“

    • @t.ruth:

      „Credit Suisse verfügt über strenge interne Kontrollmechanismen zur Abwehr ….. … und der GL im Nachgang entsprechende Boni ausbezahlt!

      Der vorstehend beschriebene Ablauf wurde durch die Finma mit Brief vom ……. sanktioniert.“

  11. Bei der CS ist langfristig, in etwa so wie was interessiert mich Heute wenn wir Morgen eine neue Meinung haben. Immer schön dynamisch bleiben, und tüchtig die weise Weste reinigen.

  12. Man darf gespannt sein, wie lange das Venezuela-Dossier bei der Finma auf Eis gelegt wird. Beim Fall Mosambik sind es mittlerweile gut 2 Jahre, dass sich Mark Branson vor der Frage drückt: «Was ist die effektive «Kredit»-Sicherheit bzw. liegt ein gemäss GwG verbotener Treuhandkredit o.ä. vor?»

    Nur noch beelendend, was sich die Credit Suisse unter Urs Rohner und die Finma unter Mark Branson alles «erlauben».

    «Mosambik» erinnert vom Konzept her an die Trump-Kredite der Deutschen Bank, die intern vom Investment Banking ans Asset and Wealth Management übertragen wurden …..