Baron Rothschild setzt Ego-King Bruno Pfister ab

Ex Swiss-Life-Chef verliert lukrativstes Mandat: Nicht mehr operativer Präsident bei Rothschild – Stolpert über Machtdrang.

Bruno Pfister kam bei der Swiss Life hoch – trotz umstrittener Vaduz-Lebenspolicen. 2014 war Schluss. Umso wichtiger war ihm sein operatives VR-Mandat bei der Rothschild.

Nun ist er auch dieses los. Der französische Baron Eric de Rothschild, der immer noch das letzte Wort bei der Bankengruppe hat, und dessen Gruppen-CEO beendeten das Gastspiel Pfisters – nach gut 3 Jahren.

Der Chef war ich: Bruno Pfister, Ex

Herrscher mit Plastikuhr: Eric de Rothschild

„Bruno Pfister hat sich entschieden, seine Funktion als Executive Chairman von Rothschild Wealth Management and Trust per Ende August 2018 aufzugeben, die er seit 2014 innehatte“, bestätigte gestern ein Rothschild-Sprecher auf Anfrage.

Der Schnitt geht tief. Pfister verliert seine Machtposition. Bei seiner bisherigen Hauptfunktion für die Rotschild-Gruppe hatte Pfister Macht und Einfluss.

Von seinem Rothschild-Büro in Zürich aus konnte er in der weltweiten Vermögensverwaltung der Bank mit dem noblen Namen und der illustren Kundschaft die Fäden ziehen.

Dass es sich um mehr als einen normalen Präsidentenjob handelt, zeigt das Rothschild-Organigramm. Dort taucht Pfister als Mitglied der obersten operativen Führung der ganzen Finanzgruppe auf.

Nun bleibt Pfister noch eine lokale Aufgabe, jene des VR-Präsidenten der Rothschild Bank mit Sitz in Zürich.

Als Zückerchen erhält der Schweizer von Baron Rothschild und dessen innerster Führungscrew eine Nebentätigkeit zugestanden.

Pfister werde neu „Berater von Rothschild Global Advisory in der Schweiz und Deutschland, wo er sein Knowhow und seine Erfahrung auch in anderen Geschäftsbereichen der Rothschild Gruppe einbringen kann“, führte der Sprecher aus.

„Daneben konzentriert er sich vermehrt auf seine übrigen Verwaltungsratsmandate ausserhalb der Gruppe.“

Eine Verabschiedung mit Neben-Beförderung – so macht man das in distinguierten Familiengesellschaften, wo öffentlicher „Lärm“ möglichst vermieden wird.

Der Grund für den Abgang Pfisters, der damit viel Lohn verliert, liege in dessen Ego, sagt eine Quelle. „Er hat allen gesagt, wie der Laden zu laufen habe, egal, was er selbst wusste und mit wem er es zu tun hatte“, sagt der Insider.

Pfister habe sich damit bei den wichtigen Rothschild-Beratern, die vermögende Leute betreuten und seit Jahren im Geschäft seien, unbeliebt gemacht.

„Als die Nachricht seiner Absetzung kam, waren die meisten erleichtert“, sagt der Gesprächspartner.

Der Verlust des operativen Präsidiums für das weltweite Wealth Management von Rothschild ist für Pfister einschneidend. Es war jenes Mandat, das ihm am meisten Geld und Reputation einbrachte.

Daneben ist Pfister seit einem Jahr Präsident der Credit Suisse Asset Management, eine Tochterfirma der grossen CS, die vor Jahresfrist gegründet worden war.

Im VR sitzt neben Pfister der Zürcher Ständerat Ruedi Noser. Damals wurde Pfister in den Wirtschaftsmedien als aufstrebender Multi-Banken-Präsident in Szene gesetzt.

Vom Versicherungskapitän zum Doppel-Banker. So die Botschaft nach aussen.

Bei der Rothschild reagierte man schon damals irritiert. Operativer Präsident der eigenen weltweiten Vermögensverwaltung und gleichzeitig Präsident einer CS-Tochter – wie soll das gehen?

Pfister wäre nicht Pfister, wenn er solche Bedenken nicht vom Tisch gewischt hätte. Er gilt als einer, der sich über den anderen sieht – und das sein Umfeld auch spüren lässt.

Ein Besserwisser aus innerster Überzeugung.

Beim Baron kam die Haltung nicht gut an. Oder es waren die Mitarbeiter von Pfister in Zürich und an anderen Wirkungsstätten der Bank, die mit Pfisters Attitüde nicht länger einverstanden waren.

Jedenfalls zog Baron Rothschild, der weiterhin starke Mann der Gruppe, nun die Notbremse. Pfister hat sein wichtigstes, lukrativstes und angesehenste Mandat verloren.

Sein Aufstieg in den helvetischen Banken-Olymp geht nach kurzer Zeit abrupt zu Ende.

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30 Kommentare zu “Baron Rothschild setzt Ego-King Bruno Pfister ab

  1. Wer selber eine 3/4 Milliarde CHF Aktionärsvermögen (Kauf von AWD und MLP) vernichtet, sollte eigentlich Demut zeigen und Abstand von Besserwisserei nehmen. Dies setzt allerdings den Willen und die Fähigkeit voraus, aus eigenen Fehlern zu lernen. Beides scheint bei Bruno Pfister nicht vorhanden zu sein.

    • Der absurde AWD Kauf wurde allerdings von Mr. Teflon Rolf Dörig getätigt, was er auch kürzlich in einem mea culpa Interview bestätigt hat. Wer sich Beobachter nennt, sollte vielleicht ab und zu über die Regenbogenpresse und Hochglanz-Magazine hinaus beobachten…

  2. Ich durfte Bruno Pfister auf Kundenseite beraten und habe ihn als stets angenehmen, sich korrekt verhaltenden und respektvollen Menschen wahrgenommen, im Gegensatz zum weit verbreiteten Asshole-Verhalten von Top-Managern. Dies darf ruhig auch mal erwähnt werden!

    • Kann schon sein. Aber mich hat Bruno Pfister nach zwei halbstündigen Gesprächen als Direktor bei Swiss Life abserviert. Für mich ist er zwar clever, aber absolut rücksichtslos, wenn es darum geht, seine eigenen Interessen zu vertreten. Mein Mitleid hält sich deshalb in Grenzen.

  3. Manchmal erinnert mich die Kommentarspalte bei IP an einen Stammtisch in Hintertupfige. Nur die klügsten Köpfe trinken dort Bier und wissen einfach alles.

  4. wieder so ein Egomane auf dem absteigenden Ast. Die Säuberungswelle nimmt Fahrt auf : PV und seine unzähligen Spezis, Post, GR-Baumafia inkl. Politiker BDP, Angola-Gate mit Ribar und Metzler, diverse Anwälte und Medien etc. usw.; überall viel CVP.
    Herr Hässig bleiben Sie dran und passen Sie auf, die aufbrechende Schmutzlawine wird Sie über alle Massen fordern.

  5. Noser im VR der CS Asset Management?

    Man reibt sich die Augen, wo hat NR Noser eine Grossbanken Kompetenz? Wetten, irgendeine Medienstelle nuschelt sicher was von „Es braucht nicht primär bankfachliche Kompetenzen. Es geht um die Corporate Governance bla bla bla“. Gleicher case wie lovely Rita bei Raiffeisen. Wieder ein Politiker der seine eigenen fachlichen Grenzen nicht kennt und es wird absolut schmerzfrei munter weiter gefilzt. Die FDP will offensichtlich diesbezüglich die CVP ablösen.

    Wäre NR Noser als NICHT NR im CS VR? Kaum !

    Schafft endlich die VR Mandate für Politiker ab. Zeit als VR von Banken, Krankenkassen und Pharma in Bern zu lobbyieren und was hat’s der Bevölkerung gebracht? Lieber nochmals richtig Kohle abholen aber keine Zeit um die relevanten und längst überfälligen Baustellen Sozialwerke, Zuwanderung, Umwelt, EU, die Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsmöglichkeiten der einheimischen Bevölkerung weiter zu pushen und zu lösen, geschweige die gemachten Wahlversprechen bei uns Wählern einzulösen.

    Solche Politiker, egal welcher Couleur, müssen abgewählt werden. Das ist die einzige Sprache die sie verstehen.

    • Wie hoch ist wohl der prozentuale Anteil korrupter National- und Ständeräte?
      30, 50 oder gar >85%?

    • Tun Sie der FDP nicht unrecht – die war vor der CVP im Feld „Filz, Versagen, keine Schuld“ aktiv s. Swissair…..

    • Sorry, sie haben recht ! Die FDP hat die Latte im Swissair Fall sehr , sehr hoch gelegt. Wir wollen niemandem Unrecht tun. Danke für den Hinweis.

    • Danke Gspusi, meine Worte! Die Schweiz ist sowas von abgehalftert das es einem graust. Geführt von Parteien mit dem Wort Christlich bzw Volk im Namen. Nur schon der Name dieser Parteien ist eine Verarschung: weder Christlich noch Volksnah. Einzig der persönlichen Raffgier verpflichtet. Ohne Ethik, ohne Moral, ohne Gewissen. Nur schon die Besetzung der Führungsspitz der Finma ist ein komplettr Witz: ein Verantwortlicher des Liborbetruges. Dazu zwei komplett unfähige Landwirte in der Bundesregierung (die in ihrem ganzen Leben noch nie selber Geld verdienen mussten. Subventiionen sei Dank, bzw simple Staatsquotentreiber) eine zukünftige VRätin der Raiffeisen (frühere Atom-Doris), ein Luftheuler als Gesundheitsminister, dazu der Jomann Schneider, weltberühmter Schnellsprecher. Mit einer solchen Truppe in der Regierung wundert einem das selbstherrliche Gebaren der „Eliten“ überhaupt nicht mehr. Demokratie? Falls ja, sollten wir alle das tun was Gspusi empfiehlt: abwählen.

  6. Tja, möglicherweise wollte er auch bloss die VSB und internen Weisungen durchgesetzt haben, bei jener illustren Bank, die nach der Bank of England, India und der US-FED nun bald alle Länder beherrscht, ausser den Schurken-Staaten (Iran, Syrien ect)…

  7. Einige Unternehmensberater von McKinsey & Co. glauben, dass sie die Lizenz zum Besserwissen haben. Und das wider besseres Wissen!
    Pfister war wohl zu lange bei McKinsey.

  8. naja, wer auf zu hohem Ross reiten will muss es zuerst mal können und in dieser Höhe gelten irgendwelche Schweizerischen Seilschaften grad mal gar nichts. Da muss man sich schon in alte adlige Familien einheiraten und mindestens Zwillinge als Stammeshalter gewährleisten.

  9. Wenn frühere Versicherungsleute sich im Banking tummeln, kommt das selten gut (umgekehrt übrigens genau so).
    Beispiele nötig? Kielholz, Aigrain, Pfister, Thiam, …
    Ein solcher Wechsel in der Spitze ist für mich immer ein Signal, aus meinem Engagement auszusteigen und sämtliche Aktien des betroffenen Unternehmens zu veräussern.

    • Bruno Pfister war vor der Swiss Life bei der Credit Suisse, wo er nebst Christoph Brunner und Ueli Körner der einzige fähige Mc Kinsey Mann im Management war.

  10. Pfister sass in der obersten operativen Führung der Rothschild, und war gleichzeitig Verwaltungsrat???
    Und die Wirtschaftsprüfer und FINMA haben diese ungeheuerliche Verletzung der Governanceregeln einfach verpennt?

  11. Zur Abwechslung bin ich mal nicht ganz einig mit Herrn Hässig. Bruno Pfister ist aus meiner Sicht einer der fähigsten Manager der Schweizer Finanzbranche.

    • Ja, das stimmt. Bruno Pfister war ein fähiger Manager bei der CS. Der AWD-Kauf bei Swiss Life war keine gute Sache: zu viel bezahlt und dann noch den Reputationsschaden Maschmeier.
      Oft sind es eben die Sozialkompetenzen auf die es ankommt. Führungsqualitäten reichen da nicht aus. Die emotionale Intelligenz ist ein wichtiger Faktor und Umfragen zeigen, dass bei Managern die Fach- und Methodenkompetenz weniger wichtig sind als die Sozialkompetenz. Dennoch wünsche ich ihm weiterhin Erfolg.