Doris Leuthard wirkt wie eine Ertrinkende, Schneider-Ammann lebt schon lange unter Wasser

Grosse Teile des Schweizer Volkes sind im Begriff, verrückt zu werden; andere verfallen in Melancholie. Die psychologisch-psychiatrischen Betreuungsstudios sind auf Monate hinaus ausgebucht. Die noch aktiven religiösen Betreuer ziehen sich mit ihren Haushälterinnen in schattige Lauben zurück.

Die Lebenslust zeigt sich in gemeinsamen Fress- und Trinkorgien im Garten, wie das „White Dinner“ für ältere Semester in Küsnacht ZH am Seeufer. Noch Aktivere ziehen den Sturzhelm fester und sprinten auf dem Velo bei 32 Grad um den Zürisee.

Das erste Halbjahr 2018 war für viele im höchsten Grad depressiv: die Börse eine der schwächsten der Welt, das Wirtschaftswachstum wie schon seit Jahren unbefriedigend, ist doch jeder Zuwachs unter zwei Prozent de facto ein Stillstand – zumal wir bereits wieder ein Prozent Inflation haben, was nicht allen bewusst ist.

Der „rasende Stillstand“, in welchem wir uns befinden, wird auch nicht besser, wenn unser Finanzplatz, mehr denn je, in Trümmern liegt. Zwei schwächelnde Grossbanken und eine an sich gesunde, aber an der Spitze weitgehend zerstörte Raiffeisen-Gruppe laden nicht zu Freudenfesten ein. Die Kantonalbanken, von denen sich viele schon in den letzten 20 Jahren die Finger verbrannt haben, fahren auf Sicht.

Der Schweizer Maschinenbau, zu dessen Rettung die Schweizerische Nationalbank rund 800 Milliarden Fremdgelder und -Anlagen übernahm, um den Franken zu drücken, stellt Forderungen auf, als ginge es ihm bereits so schlecht wie der Landwirtschaft. Deshalb glauben auch die Schweizer Touristiker, sie bräuchten dringend einige Dutzend Millionen Franken mehr an Subventionen – obwohl seit vierzig Jahren die Zahl der Übernachtungen nicht mehr zugenommen hat.

Dafür haben wir viel Staat. Mehr Staat als je zuvor: mehr Mitarbeiter in den Verwaltungen, in den Spitälern, an den Schulen und Hochschulen, vor allem aber in der Betreuungsindustrie für wenig willkommene Ausländer, die uns allein über zwei Milliarden Franken jährlich kostet. Könnte man das nicht dem Tourismusgeschäft zuschlagen? Dann hätten wir: Edeltouristen in Andermatt, St. Moritz, Gstaad und auf dem Bürgenstock; Normaltouristen überall sonst; Subventionstouristen, die mit Schleppern freiwillig, aber einfach ohne Geld kommen.

Wieso fällt mir jetzt der römische Kaiser Caracalla ein? Seine 1’800 Jahre alten Ruinen römischer Bäder sind eine morbide Attraktion. Um Frieden herzustellen, gab er 30 Millionen Ausländern das römische Bürgerrecht. Im Gegenzug dafür quälten seine Beamten das Volk mit hohen Steuerleistungen und Gebühren.

Das war der Beginn des Untergangs Westroms. Die reichen Römer zogen auf das Land hinaus in ihre stattlichen Villen. In den Städten nahm das Chaos zu.

Anstelle Strassen zu bauen, will der Bundesrat in seiner Weisheit nun auf den Autobahnen das Tempo auf 80 Stundenkilometer drosseln. Damit entspricht er dem Willen und den Fähigkeiten älterer Schweizerinnen und Schweizer, die gerne behutsam von Stadt zu Stadt Bummelfahrten veranstalten, während ihnen Secondos und lichthupende Touristen im Nacken sitzen.

Über 62% aller Schweizer sollen auf der Suche nach einer richtigen Wohnung sein. Ist dies wahr? Ich kenne erstklassige Wohnungen, die seit Jahren leer stehen. 20% aller Wohnungen in der Zürcher Innenstadt sind Zweitwohnungen, stehen also im Allgemeinen leer.

Und Angst vor der Rente und der Pensionierung? Kann ich mir auch nicht vorstellen. Alle fliegen wie verrückt wochenlang in die Ferien. Die Grosseltern dieser Kinder gingen früher nie in den Ferien; sie wurden dafür reich. Geld ist genügend vorhanden. Wer seine Aktien 1990 kaufte und liegen liess, muss keine Angst vor dem Alter haben. Minus 12% bei Roche spielt doch keine Rolle, wenn man zuvor 200% gemacht hat.

Woher kommt dieser üble Mundgeruch, den die Schweizer Gesellschaft ausstösst? Es sind die Politiker, die einfach keine Klasse mehr haben. Peter Bodenmann und Christoph Blocher mochten uns zu Tode ärgern, aber sie waren wenigstens nicht langweilig. Franz Steinegger von der FDP hielt noch knapp mit, aber sein Zögling Petra Gössi weckt niemand vor dem Bildschirm auf.

Die Bundesräte sind zum Heulen. Doris Leuthard wirkt wie eine Ertrinkende, Schneider-Ammann lebt schon lange unter Wasser. Sind das Vorbilder?

Einen Schweizer Wirtschaftsführer, dem sich zuzuhören lohnte, gibt es schon lange nicht mehr. Pierin Vincenz war der Letzte. Weder Urs Rohner, VRP CS, noch Walter Bruno Kielholz („Mr. Swiss Re“) scheinen ausser Filmfestspielen und Massivbauten noch Visionen für die Schweiz zu haben. Nicht einmal das Geld ist vorhanden für ein Alfred Escher-Musical, jenen Mann, der das moderne Zürich und vieles mehr geschaffen hat.

Die Schweiz, gibt es sie noch, oder leben wir längst in Switzerland, wo das Leben für alle gut ist, die mehr als eine Viertel Million jährlich verdienen, was für gehobene Ansprüche eher knapp bemessen ist?

Diese „Third country nationals“, jene 25% der Bevölkerung, die gleich zwei und mehr Pässe ihr Eigen nennen, hängen uns ab. Sie leben als Anglo-Saxons und Americans rund um den Zürisee; sie leben als Deutsche vorzugsweise auf dem Zürichberg und in „Hongkong am Lake Superior“ rund um Schindellegi.

Und wir Schweizer? Wir werden mit 50 frühpensioniert, entlassen, gefeuert. Im Unterschied zu unseren oft gescheiterten Spitzenpolitikern und Beamten hält niemand ein Sicherheitsnetz bereit und macht uns zum Präsidenten einer nationalen Organisation.

Es fehlt vielerorts ein richtiges Wachstum. Das sind 10% pro Jahr und mehr. Dann verfliegen die trüben Gedanken im Kampf um Marktanteile. „Eine Firma, die nicht mindestens zehn Prozent im Jahr wächst, hat ein Problem“, sagen meine jüdischen Freunde.

Die Schweiz hat ein Problem. Sie hat einen grossen Schatz an altem Geld und Gold, an Immobilien und natürlicher Schönheit. Aber dieser Schatz rentiert einfach nicht richtig.

Gleichzeitig nehmen die Risiken zu. Bereits lebt die Hälfte der Bevölkerung mehr schlecht als recht und kann nur mit Subventionen für Miete, Gesundheit und Hunderte anderer Zuschüsse über Wasser gehalten werden. Die Steuerausfälle nehmen zu. Die meisten Kantone sind verarmt und nehmen die Hilfe der reichen Kantone an. Im Kanton Bern fast drei Millionen Franken – täglich.

Und unsere Wettbewerbsfähigkeit sinkt.

Es wird Zeit, dass einige Menschen im Land langsam aufwachen. Sonst erstickt der Schmetterling Schweiz, den wir alle erwarten, in seiner eigenen Puppe.

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45 Kommentare zu “Doris Leuthard wirkt wie eine Ertrinkende, Schneider-Ammann lebt schon lange unter Wasser

  1. Klaus Stölker war und ist ein Phrasenschwurbler, der als deutscher Vorläufer von Donald Duck (Trump) gelten kann. Er sagt in einem Satz einen Fakt und im übernächsten behauptet er das Gegenteil.
    Gemäss dem Verhaltensökonom Ernst Fehr gilt: „Es ist die soziale Wertschätzung, die das Glück fördert“. Auf diesem Hintergrund muss es Stölker ziemlich besch… gehen, wer kann einen Menschen wertschätzen, der solchen Stuss von sich gibt, wie Stölker das macht.

  2. Besten Dank für diesen kreativen, kritischen und intelligenten Artikel. Dieser ist voll von dem was nicht gut ist, viel Kritik, viel Urteil, viel Beurteilung —– aber was ist Kritik, Urteil anders als eine Reflexion des eigenen Zustandes und Bewusstseins.

    Herr Stöhlker, Sie wissen so gut, was alles nicht gut ist, Sie wissen, dass einige Menschen in unserem Land aufwachen müssen, Sie wissen, dass wir kurz davor sind, als Puppe zu ersticken, bevor wir ein Schmetterling sind.

    Aber sagen Sie doch einfach einmal ganz konkret, in einfachen, verständlichen Worte, was Sie tun würden, wenn Sie endlich einmal aufwachen würden, anstatt immer nur das Negative zu beschreiben.

    Herzliche Sommergrüsse
    Andreas Baumann

  3. Die Deutschen fliehen ihr Land, massenhaft.Mit grossen Sprüchen und faulen Diplomen setzen sie die Schweizer auf die Hinterbank.Warum fliehen Deutsche (nicht nur) ihr schönes Land? Da muss einiges faul sein, auch bei Deutschen.Sie haben keine Vermögenssteuer und keinen Eigenmietwert und die übrigen Einkommensunterschiede sind ja auch nicht so gross.Also, weshalb fliehen sie in Massen in unser bereits zu stark überbautes Land, wo alles ächzt und knattert, wo alle Verkehrsmittel verstopft sind, wo die KV Kosten explodiert, wo man jetzt nur noch in den Verwaltungen gut verdient (besser als in Banken / zwei Professoren machen eine halbe Kiste) usw.Komisch, einfach komisch.

  4. Leider bringt es der Artikel auf den Punkt. Ich sehe nichts Grossartiges entstehen in der Schweiz. Keine Techkompanies mit mehreren 10000 Angestellten. Die scheinen dann doch eher in den USA zu gedeihen. Stattdessen werden die alten Zöpfe wie die Banken ausgeweitet. Erschwerenderweise kommt eine Regierung dazu die nie gelernt hat zu kämpfen. Angereichert durch eine linke Heerschar, die jede Optik fuer Realitäten verloren hat. Angewuerzt mit offenen Grenzen werden in der Tat die Ue50er an die Wand gefahren und landen allzuoft im Sozialmarost. Ausbildung spielt dabei keine grosse Rolle mehr. Stattdessen nimmt die Staatsquote zu und zu. Alles in allem düsterer Ausblick. Ich frage mich effektiv ob die Schweiz nicht schon im Mittelmaß abgesoffen ist.

  5. Üblicherweise hat man die Soldaten nach dem Krieg wieder auf den Acker geschickt und dann – ei wie schwierig – auf den von diesen erbrachten Boom gesetzt. Wetten, die Leute werden es auch diesmal nicht durchschauen?

  6. Der O-Ton ihres Artikels spricht Wachstum als Lösung unserer Problem bzw. Starre an.

    Wie und woher sollte das Wachstum kommen?
    Haben Sie noch ungestillte Bedürfnisse die noch nicht mit Geld gedeckt werden können?

    Unsere Vorfahren haben uns eine Welt erkämpft in deren alle physischen Bedürfnisse gedeckt werden können.
    Was soll den nun noch „wachsen“ aus physischen gründen können Sie nur in einem Bett schlafen und in einem Auto fahren.

    Daher ist es sinnlos wenn Personen immer reicher werden. Sie haben schlicht keine ZEIT einen adäquaten Nutzen daraus zu ziehen.

    Die einzige Chance ist der Unterschicht und Rentner die Möglichkeit zu geben am Wohlstand teilzunehmen.
    Leute die wenig Geld haben geben zusätzliches Geld auch aus – nicht wie bei Millionären.

    Die SNB hätte den Franken schwächen können, indem sie die Rente erhöht und einen Beitrag zur Sozialhilfe leistet.
    Das würde die Wirtschaft und die KMU’s ankurbeln, weil das Geld auch ausgegeben wird und zwar in der Schweiz!

    Devisen zu kaufen und Aktienkurse zu manipuliern nützt nur den Milliardären und Exportkonzernen, welche das Geld wiederum nicht weitergeben.

    Langfristig Funktioniert ein System nur OHNE Wachstum und OHNE ZINSEN. Dies aus rein mathematischen gründen!

    PS: Das Rentensystem mit den bescheuerten 3 Säulen wo die ü50er entlassen werden wegen zu hoher Beiträge hat Ihre Generation zu verantworten!
    Das System ist politisch gewollt um maximalen Arbeitsdruck auszuüben und die Kosten (der Unternehmen) tief zu halten wenn die letzten Arbeitsjahre fehlen oder der Lohn in den letzten Jahren sinkt!

    Die ü50 Generation hat ihren eigenen Abgang zu Sozialhilfe, Psychiater und Ergänzungsleistung unterzeichnet! Die Mehrkosten muss dann die Gesellschaft zahlen!

    Gewinne privatisieren- die Kosten verstaatlichen!

    • Büezer……
      Ich bin ein Ü-50 und konnte nicht viel am Kurs der Schweiz ändern, allenfalls schlimmeres verhüten.
      Ich gebe Ihnen recht, „Wachstum“ ist nicht das „Eldorado“ der Menscheit.
      Aber ohne das Streben nach ….“mehr“ gibt es den Menschen gar nicht, wird er verschwinden, untergehen.
      „Mehr“ ist Menschsein…… schlechthin.

      Natürlich könnte man das zum positiveren verändern, nämlich indem ….“mehr“ mit starkem Bevölkerungsrückgang einherginge.
      Aber das wird zumindest öffentlich nicht zum Ziel gemacht, kann nicht gemacht werden ……weil gerade die 1.5 Milliarden Muslime dann zu einer ultragefährlichen Mehrheit werden würden.

      Die Menscheit würde unter der Scharia enden und jede Innovationskraft, jeden Fortschrittswillen verlieren.
      Wachstum führt an ein Ende, an ein böses Ende, was verhindert werden könnte wenn wir uns selber in einem Rahmen halten könnten, der die Ressourcen der Erde nicht überstrapaziert.

      Davor aber würden ungeheuer unkorrekte Entscheide stehen…… zum Beispiel das Ende des Islams.
      Ihre Form der Aufgabe des Wachstums führt zum Untergang unserer Gesellschaft, ja zum verwahrlosen unseres Planeten schlechthin.
      Wenn sie das ganze nur gerade Schweizweit betrachten kommen sie nirgends hin.
      Und das sage ich als patriotischer Schweizer der um unseren Kleinstaat mit seinen Grenzen kämpft.

  7. Was erwartest Du von einem Volk, welches per Abstimmung zu Grundeinkommen, Vollgeld und mehr Ferien Nein sagt und dafür gerne zu Billag und Netzsperren Ja sagt, lieber Klaus?

    • Nun ja Fehr……

      Vollgelegen wäre ein Experiment gewesen, ob’s die Lösung hätte sein können ?
      Grundeinkommen das Ende der Schweiz…..jedes weitere Wort zu dem Sozi-Wahnsinn erübrigt sich.
      Billig hätte man annehmen sollen…….

      Mehr Ferien, wissen Sie was das für KmUs bedeutet ?
      Ich war so K – Unternehmen. Für uns wären das untragbare Belastungen gewesen und es hätte dazu geführt das entweder die Löhne hätten sinken müssen, oder man jede Neueunstelunng auf die Goldwage gelegt hätte.

      Sehr viele Kline Unternehmen überleben am Markt weil sie hochflexibel und fleissig agieren, …..ja sie sich mit kleinen Lohn zufrieden geben und nur darum.
      Viele Spezialisten die wir noch haben existieren in Nischen und bieten aus Leidenschaft für ihren Beruf höchste Qualität bei heute oftmals seltenen Produkten an.
      Machen sie solche Gestze und die Ausbildung auf solchen Berufen höt auf, die Berufe und deren Angebote, ja ein Stück Kultur geht mit ihnen verloren.

      Aber in einem gebe ich Ihnen Recht, unser Volk ist leider immer noch viel zu Politikgläubig, und dass vor allem bei den Idioten von links.

    • Sie sagen es, Herr Roth. Neuerungen oder Risko, dass entspricht absolut nicht der Schweizer Mentalität. Man arbeitet schön brav und wartet bis die AHV ausbezahlt wird. Das erfüllte Leben der Schweizer. Mit der Einstellung ist man im globalen Wettbewerb schon von Beginn weg gescheitert.

    • Nun ja Roth, Sie scheinen ein Idiot von weit rechts zu sein – Ausdrucksweise und Verständlichkeit, Semantik und kognitive Fähigkeiten unter allem Zottel. Und dass Sie politische/wirtschaftliche Zusammenhänge und rechtsgesteuertes Hofieren zugunsten von Hochfinanz, Multinationalen und ein paar ‚Adelsfamilien‘ nicht zu erkennen vermögen, verwundert dann auch nicht mehr.

    • @ Idi:……

      Sie sind ein Idiot, denn sie können wohl nicht mal Texte entziffern.

      Ich habe bei dem Kommentar gerade mit dem Tablet erste schreibversuche gemacht, Darum das Hickhack…….

      Und klar, als Sozi sind Sie auch wie gewohnt nicht in der Lage Argumente zu formulieren.
      Anwürfe machen können Sozis hingegen recht gut.
      Nun ja schmierige Idioten gibts bei euch ja Hauffenweise.

  8. Sehr geehrter Herr Stöhlker

    Ich finde Sie haben z.T. eine gute Gabe zur Beobachtung und deren Schilderung.

    Sie sprechen wichtige Dinge aus wie Lebenslust, Melancholie, psychologisch-psychiatrische Betreuung, etc. Man könnte im gleichen Atemzug auch noch Suizidrate, Krankheit, Burnout und weitere Begriffe hinzufügen.

    Im Grundsatz behandelt Ihr Beitrag jedoch ausschliesslich die Monetäre Situation in der Schweiz, wer zu viel hat und wer zu wenig, eine reine Analyse der Ist-Situation. Ich vermisse dabei jedoch Lösungsansätze…

    So lange sich unser gesamtes Leben, unsere Erziehung, unsere Bildung und Weiterbildung, unser Job (früher Beruf, abgeleitet von Berufung!) ums Monetäre und Materielle dreht, gibt es kein Entrinnen aus unserem Sklavendasein. Die Psychiatrischen Einrichtungen, die Pharmaindustrie und die Bestattungsunternehmen haben ihre wahre Freude daran! Wir leben in einem der am höchsten verschuldeten, und gleichzeitig einem der materiell reichsten Länder dieser Welt – klar, denn Geld wird ja heute ausschliesslich durch Generierung von Schulden in Umlauf gebracht, wie wir alle wissen. Aber macht uns das wirklich glücklich? Ist es das, was unser Leben so lebens- und erstrebenswert macht? Wollen wir todunglücklich dem Materialismus verfallen einfach um sagen zu können:
    „mein Haus, mein Boot, mein Auto, meine Uhr, mein Handtäschli“? Wir kaufen Dinge die wir nicht benötigen, mit Geld das uns nicht gehört um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen (dürfte ein Zitat von Volker Pispers sein)! Und gleichzeitig verkaufen wir dabei unsere Seele, unser eigenes Selbst, das uns zu dem macht, was uns unter dem Strich zum Menschen macht!

    Ich denke es ist unabdingbar, dass wir die modernen Dogmen in unserer Welt hinterfragen, wir uns vom Materialismus loslösen und uns bewusst werden, um was es im Leben schlussendlich wirklich geht. Nur auf diese Weise können wir uns von unserem Systemsklaven-Dasein befreien, werden unabhängig und unmanipulierbar. Wir werden frei, erfüllt und glücklich, denn das Leben bietet von sich selbst heraus alles was wir benötigen im Überfluss.

    Doch wer sich nicht bewegt, spürt seine Ketten nicht!

    • Endlich wieder ein Visionär in der Schweiz…. und er kann noch klar und gut schreiben….Herzliche Gratulation!

      Ein Teil der Lösung liegt in diesem Zitat:
      „We can not solve our problems with the same level of thinking that create them.“
      Albert Einstein

      Der zweite Teil kann man bei mir naschauen….

    • Visionär……

      Falsch, gerade das denken um Nützlichkeit, Tüchtigkeit und Arbeit ist heute viel zu wenig ausgeprägt.

      Heute machen sie die Matura und oder sonst eine Ausbildung fertig und dann ab ins Auslandsjahr.
      Englisch lernen ist da meist die vorgeschobene Begründung fürs die Ferienlust.
      Studierende lernen mal hier mal dort aber kaum einer ist nach 4 Jahren mal fertig, dass dauert Heute mitunter schon mal 10 Jahre.

      Früher einmal wurde mit 20 der erste Lohn heimgebracht und davon den Eltern gleich mal was abgegeben, heutzutage aber wissen die „ Individualisten“ mit 25 immer noch nicht wie sie sich selbst verwirklichen wollen.
      Wollte man necWeltreise machen, galt es das Geld dazu erst mal zu verdienen.
      Sowas schafft tüchtige klevere und fähige Generationen die unser Land gedeihen lassen.

      Unsere heutigen Probleme rühren gerade auch daher das der gesunde Mix verloren gegangen ist.
      Die einen zeigen ihren Individualismus damit das sie sich an die Spitz von Firmen hochdienen und dort Hemmungslos schmarotzen, die anderen in dem sie sich „versorgen“ lassen.

      Beides sind Zeitgenossen die nichts mehr mit den guten alten Werten unseres Landes zu tun haben, die uns in den Untergang führen.

  9. Es wurmt den Autor, dass JSA es zum Milliardär und Bundesrat geschafft hat, trotz seiner katastrophalen Kommunikation. Der grosse Rhetoriker Klaus S. brachte es
    dagegen „nur“ auf ein paar Dutzend Millionen.

  10. Stöhlker gehört inzwischen zu meinen Lieblings Standpunkteautoren – immer treffend, direkt auf die offenen Wunden der Schweizer Gesellschaft, gepaart mit herrlichem Sarkasmus!

  11. Tja, sehr sehr viele Schweizer sind eben in den letzten Jahrzehnten aufgewachsen und haben nur gute Zeiten miterlebt.
    Sie kennen keinen Kampf mehr, sie glauben so oder so daran was linke Politik ihnen vorgaukelt……..
    ……..das der Staat für alles irgendwie sorgen wird.
    Der Staat …..der Staat, der Staat wird alles richten.

    So sind sie eben, 70% unserer Bürger…….dümmlich bis zum geht nicht mehr.

    Wollen wir hoffen, …… der Knall der kommt wird schrecklich sein, denn nur das kann hier noch was verändern.

    • Tja der Stöhlker hat wieder ein prägende und ehrliches Bild gezeichnet….ohne Pessimist zu wirken!
      Was ist unser Trost? Tja, bei der anderen geht es nicht besser in EU als auch USA….ausser ein paar Ausnahmen…
      Er hat vergessen oder geschweigt, dass ein wichtiges Merkmal für diese „Dekadenz“ ist einfach der „Filz“ und „Klientelismus / Korruption“, der die Schweiz schwächt….
      Es gibt schon noch starken Leuten mit Werte und Prinzipien, aber diese anstatt zu unterstützen sind noch schikaniert, marginalisiert und entfernt.
      Die Statistiken dazu zeigen immer wieder ein rosiges Bild, somit ist für alle ok: was wollen wir noch mehr? Man vergisst dabei, was nicht sich weiterentwickelt geht einfach zurück …. und Finanzsektor ist hier nur ein schönen Paradebeispiel. Und die Millenials? Gibt ein paar Hoffnungen, aber Sie sagen: die Reicher müssen gar nicht bemühen und die fähigsten werden durch Filz vernachlässigt und somit kommen gar nicht in Positionen wo sie etwas bewirken können. Das in Unterschied zu USA wo noch mickrige Möglichkeit für „nobody“ mit grossen Hirn hat! Tja, haben wir vergessen, dass unsere Unis auch nicht so spitzen sind wie man malt. Leider ist die berühmte berüchtigte UNI SG genau in ein unendlichen Strudel des Management Unfähigkeit geraten, wo sie eben „spitzen“ waren… das ist ein Witz oder? Aber eben man schweigt lieber als etwas zu sagen, da sonst in Schwierigkeit geraten könnte…. aber eine solche Attitüde ist nicht wirklich ein gutes Omen für nötige Veränderungen. Und sie Schreiben: findet man kein Geld für Escher, aber sehr viel für unnötige, Räuber oder exzessive Bonuses ohne eigentlich Leistung, da alles nur an Finanzbuchhaltung gemessen wird, welche dann die Auditors auch attestieren werden. Es lebt Veränderungen und Open-mindedness!

    • So ist es leider. Der grosse Knall, wird eine heilsamme Wirkung in den verdummten Köpfen der Fiatmoneygesellschaft erwirken. Es fragt sich nur noch wann er kommt. Zuerst müssen jetzt mal noch die Kampfjets her, damit man dann die Schuldenblase von 1’000Milliarden am schweizer Immobilienmarkt, vom Himmel herab mit weiteren
      Schuldenbomben bekämpfen kann. Und die chronischen Bilanzerweiterungen der Banken sowie der spezialgesetzlichen AG, welche sich als schweizerische Nationalbank bezeichnet, müssen natürlich auch mit weiteren Schuldenbomben bearbeitet werden. Man muss das Land und die Kontoinhaber der Firma “Eidgenossenschaft“ doch schützen. 68 Milliarden und FED-Unterstützung für die Grossbanken waren nicht genug! Die Rosteisenbank ist auch bald soweit. Die Eidgenossen haften anscheinend gerne mittels ihren Steuergeldern für ihr eigenes Bankkonto. Was sagt man im Bundeshaus dazu?
      -Wie bei der UBS- “Das konnten wir leider im voraus nicht wissen, aber “wir“ zahlen schon, es sind ja nur Steuergelder“. ……Danke Walter Roth.

  12. K. Stöhlker erwähnt die 2 Miliiarden, die wir gegenwärtig für das Flüchtlingswesen ausgeben. Da wir davon ausgehen können, dass 95-99% der Asylanten Wirtschaftsflüchtlinge sind, so schlage ich vor, dass diese 2 Milliarden ab sofort dem Entwicklungshilfebudget zugeschlagen werden, also ihm belastet werden.

  13. Ein echter Stöhlker, immer wieder gern. Geht langsam so Richtung Schopenhauer. – Andererseits, wenn ich mich auf den Grossraum Zürich beschränke, und da nur auf das, was die Perspektiven der Jungen betrifft: Natürlich gab es in den 70er und 80er Jahren Jobs ohne Ende und man konnte die Branche wechseln. Die 50er und 60er meiner Eltern waren in Sachen Wachstum ja Gold, da wurde noch der Dümmste reich. Aber damals wurden ja auch „die niedrig hängenden Früchte“ der Industrialisierung geerntet, zum Teil ohne Rücksicht auf Verluste (Deponie Kölliken! Asbest!). – Aber es gab auch viel gefährlichen Quatsch: Faszination von radikalen Polit-, Drogen- und Sektengurus. Das hat für manchen nicht gut geendet.

    • Mag sein aber sie lesen Stöhlkers Texte eben doch. Ihre Neugier hat Sie zum Lesen gezwungen und dann kommt der erhellende Kommentar: Überflüssig. Nicht schlecht Thomas Burckhardt. Ihr Kommentar ist ehrlich gesagt aber weniger informativ und spannend als der Beitrag von Stöhlker. Bitte mehr liefern aber mit etwas mehr Inhalt als gerade eben.

  14. Sehr geehrter Herr Klaus Stöhlker,

    eine genetische Prädisposition hinter den psychologisch-psychiatrischen Probleme kann vermutet werden, insbesondere für Teile der Deutschschweiz. Die Vermögenden geniessen in der Schweiz allerlei Freiheiten die sonstwo undenkbar sind. Seit 4 Jahrzehnten diktieren Geldverwalter der Gesellschaft und der Politik ihre eigenen Regeln. Die Grundlage jedes Wirtschaftens, Mehrwert schaffen, wurde/wird somit erodiert und in 10 Jahren komplett zerstört sein. Das solidarische Fundament des Gemeinwesens wurde gesprengt. Doch die Politik die von Eidgenossen immer wieder aufs Neue gewählt wird, stellt sich in den Dienst dieser Kreise die die Fundamente des Staates unterwandert haben. Immer mehr Lebensbereiche werden im Sinne der Finanzwirtschaft umgestaltet. Selbst das Sozial- und Rentensystem wurde durch die Einführung der 3. Säule Doktrin ausgeliefert.

    Es ist empirisch gut belegt, dass staatliche Investitionsprogramme in vielen Fällen zur Stimulierung der Wirtschaft beigetragen haben und deshalb sicher sinnvoll sind. Strittig bleibt deren Finanzierung.

    In diesem Zusammenhang sei auf eine interessante Beobachtung verwiesen. Von 2000 bis 2016 hat der deutsche Staat 899 Mrd Euro neue Schulden aufgenommen. Im gleichen Zeitraum hat der Staat 1.047 Mrd Euro als Zinsen an seine Gläubiger überwiesen. Die Neuverschuldung hat also nicht ausgereicht, den Zinsdienst zu befriedigen.

    Bestimmt, kennen Sie die desaströse Verhältnisse in Deutschland. Die Schweiz ist mit der inoffiziellen „Agenda 2020 Schweiz“ (Anfang 1999) auf dem Weg dorthin. Die Zeche wird die Schweiz-B bezahlen.

    Ich wünsche Ihnen einen weiterhin erfrischenden Sommer.

  15. Ich möchte nicht auf das ganze Elaborat eingehen. Aber die Bemerkung dass 62 % aller Schweizer eine Wohnung suchen, jedoch keine finden, dabei habe es in der Innenstadt von Zürich haufenweise leere Wohnung ist etwas daneben. Die meisten suchen eine preiswerte aber nicht schäbige Wohnung. Ich weiss das weil auch ich auf der Suche bin.

    Witzig ist allerdings das mit der Beschränkung auf 80 Stundenkilometer auf der Autobahn wegen den älteren Bummlern. Schweizer notabene. Ich zitiere die NZZ am Sonntag: Die häufigsten Delikte der über 70zig jährigen im Strassenverkehr: betrunken, zu schnell und ohne Ausweis…..

  16. Tourismus? Die IC Züge der SBB sind in der 2. Klasse die dreckigsten Wagons in ganz Europa. Und nach dem Verzehr der „köstlichen Speisen im Restaurant in der Zugsmitte“ tut man gut daran den Magen mit einem doppelten Schnapps zu desinfizieren.

  17. Herr Stöhlker, wir verstehen ja, dass Sie sich als allwissend sehen. Was ich bei Ihnen allerdings IMMER vermisse, neben all den Angriffen, sind Lösungen. Können Sie möglicherweise doch nur kritisieren oder würden Sie uns auch mal mit Lösungen beglücken? Ich wette, da kommt nichts vom Allwissenden.

  18. Johann Schneider Ammann hatte nie das Format eines Bundesrates.
    Aber selber merkt er es nicht, solange er gratis Heli fliegen kann, wird er leider nicht zurücktreten.

  19. Gute Analyse aus dem Blickwinkel reifer Lebenserfahrung.

    Wie oft höre ich von satten (vorwiegend staatlichen) Pensionären: „Uns geht es ja gut“.
    Meiner Ansicht nach beginnt mit dieser Mentalität der Abstieg.
    Etwas freiwilliger Verzicht, weniger schwelgen und tiefgründige Selbst-Reflexion könnte uns unangenehme Tatsachen vor Augen führen und sie lösen helfen………etwas mehr Rückgrat bräuchte es schon

  20. früher brachten die Deutschen ihr Schwarzgeld in die Schweiz, heute kommen sie als Gastarbeiter.

    war wirklich besser damals.

  21. Da sich die Politik von den Interessen der Bevölkerung schon lange abgekoppelt hat, das Volk nur noch als Steuer- und Gebührenzahler willkommen ist, müssen wir uns nicht wundern, dass das Volk kein Vertrauen in die Politik und seine wählbaren hat.
    Aber das Volk muss sich auch an der Nase nehmen. Wer wählt denn?
    Aber noch schlimmer, das Volk fordert laufend egoistisch immer mehr Leistungen, die der Staat zahlen soll, es ist wie in der oblig. Krankenkasse, der Katalog an Leistungen soll laufend ausgebaut werden, wird vom Prämienzahler gefordert, dann alljährlich das grosse Entsetzen, wenn die Prämien wieder steigen.

    Klar BR Leuthard hat dem Volk eh nur noch Sand in die Augen gestreut (oder war es Säure) mit Ihrer Energiepolitik. Oeffentlich im Tesla zeigen und für Privat wird dann die schöne Benzinkutsche gebraucht und natürlich mit dem Bundehelikopter (mit Solarzellenenergie angetrieben..) heimfliegen usw. Betrug am Bürger könnte man das nennen, so machens auch alle anderen Politiker.

  22. Herr Stöhlker
    Ich lese mit großem Interesse Ihre Artikel und finde diese allesamt hervorragend.
    Der obige Artikel ist eine gute, konzise Zusammenfassung der Lage der Schweiz. Die Botschaft ist nicht angenehm aber eine hilfreiche Denkanregung.
    Vielen Dank für Ihren Artikel.
    Mit den besten Grüßen
    Walter Meier.

    • @Stefan Gschwend

      Ganz einfach: den längst angekündigten Rücktritt jetzt (ich meine wirklich ‚jetzt‘) durchziehen.

      Nach einer „Rücktrittsdrohung“ ist ein Magistrat ohnehin nur noch „a dead duck“.

    • Studiengebühren für Geistes“wissenschaften“ und ähnlichen anspruchslosen und unbrauchbaren Quatsch auf 20’000.-/Semester festlegen, dann bessert es sofort!

      Und als angenehmer Nebeneffekt wird’s plötzlich nur noch halb so viele Beamte in der „Verwaltung“ geben.

  23. „Um Frieden herzustellen, gab er 30 Millionen Ausländern das römische Bürgerrecht.“ Der Untergang der Römer war also ein Freizügigkeitsabkommen mit den Germanen – interesting

    • Rom ist nicht wirklich untergegangen.

      Sehen Sie sich doch um oder lesen Sie die benutzte Sprache.
      Oder nachschauen welche Völker man bis heute am meisten bekämpft.

    • Guten Tag, Herr Keller

      Rom ist vielleicht nicht untergegangen, das Imperium Romanum wurde einfach assimiliert – darauf folgte ein Verdrängungskampf (Bürgerkriege) und schliesslich das dunkle Zeitalter. Einzig die Kirche konnte sich an der Spitze halten und das Zentrum besetzen. Sie lebt damit heute noch feudal im Vatikan.

    • Vor allem wollte Caracalla neue Steuerzahler! Er verschleuderte ja ungebremst Staatsgelder für Solderhöhungen, um das Militär auf seiner Seite zu haben und den Bau der Thermen für den Pöbel, gleichzeitig war er mit Kriegszüge zur Erweiterung des Reiches befasst. Immerhin wurde seine kurze und blutgetränkte Karriere bereits mit 29 durch ein Attentat beendet. Wie heute Stalin, Mao und Hitler hatte er natürlich nach seinem Tod nicht nur Verächter sondern auch Verehrer.