Gegen Fake-News: Kaufe Tamedia

Ich kann ihn kaum mehr hören, den Begriff „Fake News“. Nicht weil er so häufig gefallen ist – sondern weil er mich wütend macht. Es macht mich wütend, dass Unwahrheiten erzählt und verbreitet werden. Es macht mich wütend, dass damit Politik gemacht wird. Und Verantwortung abgeschoben.

Wird man heute mit Fakten konfrontiert, kann man sie einfach als Lügen brandmarken. Darum habe ich meine privaten und beruflichen Facebook-Accounts gelöscht. Ich möchte mich nicht länger in einem Umfeld bewegen, in dem man den Nachrichten nicht trauen kann. Oder besser: in dem niemand dafür Verantwortung übernimmt für das, was verbreitet wird.

Ich will meine News von jemandem entgegennehmen, der hinter ihnen steht. Nicht, weil sie häufig geteilt worden sind. Sondern weil sie überprüft worden sind. Weil sie aus Quellen stammen, denen man vertraut. Weil man für das verantwortlich ist, was man verbreitet. Auch wenn man das nicht wahrhaben will. Das gilt für den Familientisch, wo nicht über Minderheiten hergezogen werden soll, und es gilt für Medienhäuser wie die Tamedia.

Diese gelten als sterbende Branche. Ich sehe es nicht so. Sie haben ihre Rolle in der digital gewandelten Welt vielleicht noch nicht so richtig gefunden, aber sie haben ein Kapital, von dem ich glaube, dass es immer viel wert war und wieder mehr wert sein wird: Sie sind um Aufrichtigkeit bemüht. Sie möchten, dass wir, die Konsumenten ihrer Nachrichten, sich auf diese verlassen können. Und sie profitieren von diesem Bedürfnis.

Weil sich diese Meinung in der Öffentlichkeit noch nicht durchgesetzt hat, ist Tamedia heute mit einem Value-Rang von 71 günstig. Das freut mich, ich kaufe also 33 Namenaktien der Tamedia für mein wöchentliches Investitionsvolumen von fünftausend Franken. Das sind meine Nachrichten, und ich hoffe, Sie vertrauen ihnen.

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18 Kommentare zu “Gegen Fake-News: Kaufe Tamedia

  1. Dieser Beitrag ist
    – oberflächlich
    – naiv
    – spekulativ
    und damit für Investitionsentscheidungen gegenstandslos.

    Lukas Hässig als Investigativ-Journalist sollte erkennen, daß es keinen Sinn macht, in seiner Schmuddelecke diese Art von Desinformation zu fördern, die er im Schaufenster täglich bekämpfen will.

    Die Obermatt AG ist ein Spielcasino für Hausfrauen und Paketzusteller. Die Aussagen zu Aktien strotzen vor Dummheit und Anmaßung.

    Wenn man so offensichtlich keine Ahnung von einem Thema hat, einfach mal die Klappe halten !

  2. Nach der Lektüre des Artikels überlege ich mir, ob ich meine Facebook Aktien, die ich vor ca. 3 Jahren zu 100 USD gekauft habe, nicht verkaufen und dafür Tamedia Aktien kaufen soll. Immerhin sind ja auf Facebook viel Fake news verbreitet worden. Bei Tamedia ist dies offenbar nicht der Fall, und auch die neuesten Meldungen über eine mögliche Zusammenarbeit mit Christian Constantin von Le Matin Sports tönen aufregend. Leider bringe ich es nicht fertig, den Entscheid zu treffen, da ich trotz allem zu sehr an Facebook hänge. Immerhin kann es ja sein, dass die Tamedia Aktie Facebook bei weitem outperformed.
    Hilarius

  3. Herr Stern, glauben Sie wirklich, was sie da schreiben oder kreieren Sie allenfalls eine Situation für Front Running (TA Media ist ein Titel mit stark limitiertem Handelsvolumen)?

  4. Ich schließe mich an:

    „Gegen Fake-News TaMedia kaufen. Der Witz ist gut! 😂😂😂
    Und am besten noch Ringier dazu.“

    Leider hab ich den Eindruck, daß Herr Stern von der von ihm gegründeten Anlageberatung Obermatt AG das nicht als Scherz meint.

    Insofern klärt er mit seinem Beiträgen auf. Zwar nicht über Falschmeldungen (fake news) in Medien.

    Aber über die Kompetenz seiner Anlagefirma Obermatt.

    Und das ist ja immerhin etwas.

    Noch zu Falschmeldungen und wahren Meldungen:

    Waren es die großen Medien, die Konzern- und Staatsmedien, die den Skandal Vincenz / Raiffeisen aufdeckten oder ein kleines unabhänigige Finanzportal?

    Und welche Medien waren es, die lange Vincenz deckten?

    Und nicht recherchierten?

    Bitte sagen Sie jetzt nicht, es waren Tamedia, Ringier und Co, die recherchierten und Lukas Hässig hat dann abgeschrieben, nachdem er zuerst verbissen Vincenz lange Zeit verteidigt hatte.

    Oder doch, sagen Sie es. Wäre ja nochmal Werbung für Ihre Anlagefirma.

  5. Zwei besonders krasse Beispiele von „Fake news“ (ich nenne das von den Verlagen produzierte Kunden-Beschleimungen) hat der Tagi diese Woche mit dem Artikel „Aussen orange, innen grau“ und das TagiMagi vorletztes Weekend unter dem Titel „Konsumkritik der reinen Vernunft“ lanciert. Beides Mal ging es angeblich um „Kritik“ an Big M, in Tat und Wahrheit war es eine Reinwaschung, Hochjubelei und Wahrheitsverdrehung ganz nach dem Gusto des mit Abstand grössten Inserenten. Der Tagi ist einer der grössten Player in diesem trüben Geschäft der Wahrheitsverdrehungen und den Investmentbanker Supino freut’s natürlich, weil der deshalb mit Sicherheit jedes Jahr mehr Kohle in die Kassen des Coninx-Clans spülen kann. Gleichzeitg kann er damit allfällig aufmüpfige Reaktionen mit Jobverlust-Ängsten kurz halten und seinen Laden nach dem Prinzip „Management by Champignon“ manipulieren (die Leute dauernd im Dunkeln halten, wenn mal einer den Kopf rausstreckt, diesen sofort abschneiden). Und wenn’s dann man ganz aus dem Ruder laufen sollte, kann er ja noch immer seine Kampfhunde und Wadenbeisser von der Medienabteilung von der Kette lassen. Fakt ist, dass diese von den TaMedia-Medien heilig gesprochene, angeblich so ethische, viel bessere Migros etwa so gut (oder so schlecht) ist wie die Markenartikel-Hersteller. Sie stellt den genau gleichen, aus billigsten Zutaten zusammen gepanschten Dreck her wie Nestle, Unilever, Coca Cola oder Kelloggs. Palmöl und Zucker aus Maisstärke steigern die Gewinnmargen erfolgreich und dass diese „Mischungen“ Krankheiten auslösen/fördern, weiss inzwischen jeder Primarschüler. Das produziert wiederum neue Kunden für das Zukunfts-Geschäftsfeld „M Gesundheit“. Andernfalls entlässt Big M halt ein paar hundert Mitarbeiter oder überlässt die Jobs der Kassiererinnen den Robotern. Das ist dann wohl sozialverträglich und nachhaltig, wenn die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft so was ausbaden dürfen. Dazu kommt die steuerliche Privilegierung als „Genossenschaft“. In einem unterscheidet sich die Migros allerdings von allen anderen. Sie hat im Handel inzwischen so ziemlich alles platt gemacht, was sie ernsthaft konkurrenzieren könnte. Und weil die Migros-Marken nicht exportfähig sind und die Produktionskapazitäten ausgelastet werden müssen, besetzt man halt einfach neue Geschäftsfelder mit einer Finanz-Marktmacht, dass jedem potentiellen Anbieter von Anfang an die Spucke weg bleibt. Weniger als 500 Mio. Reingewinn könnten diese Expansion bremsen und sind nur schon deshalb eine Sünde. Dass Big M das „soziale Kapital“ ist und die Migros „den Leuten gehört“, ist im übrigen gröbster Schwachsinn nordkoreanischer Provenienz. Und die Tagi-Journalisten beten den auch noch nach, weil man ja den mit Abstand grössten Inserenten höchstens in homöopathischen Dosen kritisieren darf. Früher hiess das Publireportage und war schweineteurer, bezahlter Inseratraum. Heute produziert das TaMedia selbst; wohl als Kundenpflege und erst noch glaubwürdiger. Ich höre deutlich die eingebaute Selbst-Zensurschere in den Hinterköpfen der Tagi-Journis klappern.

  6. TA ist eine einseitig, populistisch linksextreme Firma.
    Sie stellen sich in deren Dienst und wollen die promoten. Sie selbst outen sich somit als linksextremer und verbreiten bewusst Fake News.
    Ist sehr durchstichtig und zeugt von einem sehr einfachen Gemüt.
    Wieso IP das veröffentlicht ist schleierhaft.

    • „Linksextrem“ – ich bitte Sie um eine etwas sorgfältigere Wortwahl. Verlangt die Tagi-Redaktion die Einführung der Diktatur des Proletariates unter Führung der Partei der Arbeit, bei gleichzeitigem Verbot aller konkurrenzierenden Parteien?? Mal runterkommen. Der Kapitalismus hat weltweit gesiegt, vor allem in den Ländern, die von Parteien mit „Kommunistisch“ im Namen beherrscht wurden und zum Teil noch werden.

  7. Gegen Fake-News TaMedia kaufen. Der Witz ist gut! 😂😂😂
    Und am besten noch Ringier dazu. 🤪
    Also diese Medienhäuser, die zB im Fall Vincenz eine grauenhaft schlechte Figur gemacht haben und immer noch machen!
    Also diese Medienhäuser, die konsequent die Mächtigen hofieren (egal ob Bundesrätinnen, Gewerkschaftsbosse oder Grossunternehmen). Und selber die wichtigste Quelle von FakeNews in der Schweiz sind (dagegen ist Trump ein Quell der Wahrheit).
    Die guten Berichte kommen nur noch über die Alternativmedien (wie InsideParadeplatz).
    Beispiel gefällig? Niemand hat der Rahmen, den den Vincenz-Fall umhüllt aufgearbeitet – ausser Hässig. Und da gäbe es noch viel aufzudecken: Enge Verbindungen zu Widmer-Schlumpf (damals Chefin Finanzdepartement), zum Bauernverband, zu mächtigen CVP-Granden. Der Sumpf ist sehr tief und noch nicht zu 10 Prozent trocken gelegt!

  8. Leider ist auch Tamedia Teil eines umfassenden Manipulations- und Propagandanetzwerkes. Suchen Sie im Netz nach Swiss Propaganda Research.
    Woher soll ich wissen, dass nicht auch Ihr als Investoren-Blog verkleideter Beitrag ein beauftragtes FakeNews ist?

    Es gibt heute keine Wahrheit mehr in den Medien, nur noch Wahrheiten (Plural). Lesen Sie noch ein Dutzend alternative Seiten im Web und sie erhalten ein umfassenderes Bild.

    • Lieber Herr E. Vermuten Sie bitte nicht überall Weltverschwörung. Ich kenne Leute, die sich schlussendlich nicht mehr aus dem Haus trauten. Wenn Sie WIRKLICH in Ländern gelebt hätten, die nur eine Wahrheit dulden, dann würden Sie im Zusammenhang mit unseren Allerwelts CH- Medien nicht von PROPAGANDA reden. Aber eben: Auch Phantomschmerzen können weh tun. Gute Besserung!

  9. Sehr geehrter Herr Stern

    Bitte entschuldigen Sie, aber Ihr Beitrag ist an Naivität kaum mehr zu überbieten – Aktienkurs hin oder her…

  10. Kleine, grössere Stellungnahme zu diesem Bericht.
    Beispiel Facebook. Wenn du nur die wirklich guten Freunde als FB Freunde hast, sind all diese Argumente hinfällig.

    Es sind nicht nur die Fake News. Beim Beispiel der Zeitungen und hier ist die Tamedia voll eingeschlossen, gibt es auch die andere Seite, wenn man schon von Vertrauen schreibt.
    Man kann über bestimmte Theman eben auch nichts schreiben und so doch einseitig und nicht objektiv berichten. Beispiele:
    TESLA, lieber mehrheitlich negative Berichte (sonst würden der Presse ja die anderen Inserate nicht Automobilbranche fehlen.
    9/11 an schreibt lieber nichts mehr, als zu versuchen wirklich offene Fragen zu klären. Da ist es einfacher alle kritischen Fragen als Verschwörungstheoretiker abzutun.
    NESTLE, Glencore und hunderte von anderen Beispielen
    Auch hier kann man ganz bewusst auch nur einseitige Berichte, übernehmen, schreiben etc. Es gibt auch hier immer zwei Seiten die man anschauen muss. Aber es einfacher und günstiger bestimmte bewusste Meinungen und Recherchen zu verbreiten.
    Zum Schluss noch das Thema Fake News und man kann nichts glauben. Ein gutes Stichwort:
    Glauben sie an die Bibel oder nehmen sie auch alles was in der Bibel geschrieben steht als die einzige Wahrheit?
    Dies einfach mal so. Meiner Meinung nach sind die allermeisten der Presse und TV Stationen aus gleichem Holz geschnitzt. Action und Geld verdienen.
    Gut gibt es die heutige Zeit, wo sich jeder im Internet auch über kritische Themen ein weiteres Bild machen kann. Ich wünsche ein schönes Wochenende.

    • Wenn er geschrieben hätte, Tamedia geht es ausschließlich um Rendite, nicht um journalistische Qualität.

      DAS wäre ein Argument für den Kauf der Aktie Tamedia.

      Sofern man skrupellos ist, aber einer, der Wirtschaftsethik studiert hat wie Stern, der würde ja nicht skrupellos sein.

      Ein anderes Argument wäre, daß Tamedia immer mehr Marktanteile am Medienmarkt Schweiz kauft. Usw. usf.

      Aber mit journalistischer Qualität zu argumentieren, damit, daß angeblich Tamedia (ausgerechnet!) journalistische Qualtität und der Kampf gegen Falschmeldungen (fake news) so am Herzen läge?

      Die Journalisten, die Tamedia Jahr für Jahr entläßt – ganz im Sinne der journalistischen Qualität – können ein Lied davon singen.

      Oder die Zeitungen, die Tamedia einstampft (La Matin aktuell) oder vereinheitlicht per Mantelteil (Berner Zeitung usw.) …

      Hat Herr Stern das alles nicht mitbekommen?

      Hat Herr Stern schon jemals ein 20Min-Heft in seinem Leben in den Händen gehabt und dort die ganzen als Berichte getarnten „fake news“, nämlich die Werbe-„Berichte“ gesehen?

      Oder dann das reine Gieren nach Auflage, egal, ob die Wahrheit oder Lüge geschrieben wird, hauptsache es gefällt dem Leser:
      https://www.infosperber.ch/Artikel/Medien/Relevant-ist-was-die-Leser-bewegt

  11. Ach, die sittenlose Presse!
    Tut sie nicht in früher Stund
    all die sündlichen Exzesse
    schon den Bürgersleuten kund?!

    Wilhelm Busch
    * 15. April 1832 † 9. Januar 1908