Machen bald die Österreicher „Schweizerwitze“ über ein zunehmend rückständiges Land?

Was sich jetzt rund um das Bundeshaus abspielt, lässt für das bevorstehende Wahljahr Schlimmes ahnen. „So geht man mit einem Bundesrat nicht um“, sagte Johann Schneider-Ammann diese Woche.

Unser Wirtschaftsminister hat offensichtlich das Emmental geistig nie verlassen. Er kann nicht begreifen, dass der in den letzten Jahren wenig erfolgreiche Schweizerische Gewerkschaftsbund diese Schlacht um die flankierenden Massnahmen nicht verlieren will. Wo kluges Verhandeln notwendig gewesen wäre, stehen wir nun vor einem Scherbenhaufen, denn die Zeit der „Herren von Bern“ ist vorbei.

Wir haben im Inland schlecht verhandelt und machen seit über Jahren auch in Brüssel keinen Punkt mehr. Nicht die EU wird schwächer, wie unsere Auguren stets vermutet haben, sondern die Schweiz verliert an Gewicht. Das spürt Schneider-Ammanns Parteifreund, Aussenminister Cassis, mehrfach. Seine Position in Brüssel ist einfach hoffnungslos.

Professor Carl Baudenbacher, unser vormaliger Präsident des EFTA-Gerichtshofes, hat während Jahren vor dieser Situation gewarnt, aber unsere politische BBB-Elite wollte auf diesen erfahrenen und klugen Juristen nicht hören.

Die FDP hat damit gleich zwei schlechte Karten in der Hand. Parteipräsidentin Petra Gössi hat in dieser Situation nur gesagt: „Ich will nicht Bundesrätin werden.“ Ist dies alles?

Sie hätte über die Herausforderung sprechen können, die uns aus Wien erwächst. Dort gewinnt der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz international laufend an Gewicht. Kurz, der einen guten Draht zu den osteuropäischen EU-Staaten hat, Viktor Orban an der Spitze, kann diese Karte auch in Brüssel ausspielen, wo man immer weniger an ihm vorbei kommt.

Er hat durch seine Botschafterin in Brüssel die Schweiz via „Schweizer Monat“ wissen lassen, wir sollten uns nun endlich einmal bewegen. Sind wir vielleicht der kleine Bruder Österreichs geworden und machen die demnächst „Schweizerwitze“ über ein zunehmend rückständiges Land, das früher nur den Witz über die Österreicher kannte?

Für die CVP sieht es nicht viel besser aus. Parteipräsident Gerhard Pfister, der das ist, was man „eine ehrliche Haut“ nennt, steht vor der schwierigen Aufgabe, seine Bundesrätin, Doris Leuthard, ohne Schaden aus dem Amt zu begleiten.

Doris Leuthard ist im Bundesrat geschwächt, kann sie doch nicht mehr wie früher das Zünglein an der Waage spielen. Dazu hat sie Dossiers, die sie lieber heute als morgen abgeben würde.

Der „big change“, die Umweltpolitik, ist ein den Bürger Milliarden kostendes Abenteuer, das bisher kaum Ergebnisse gebracht hat. Leuthard liess Milliarden in den Sandkasten der umweltfreundlichen Energiepolitiker versenken. Kein ernsthafter Mensch glaubt, dies könne zu einem guten Ende führen. Doris Leuthard sucht einen Fluchtweg.

Die progressive Verkehrspolitik ihrer Vorgänger hätte sie entschlossen weiter führen müssen; davon ist wenig zu sehen. Die Strassen sind verstopfter denn je. Alleine die Staukosten betragen jährlich zwei Milliarden Franken. Doris Leuthard hat uns nicht beschleunigt, sondern will sogar umfassend Tempo 80 einführen lassen. Das erinnert an Gottfried Keller und „Die Leute von Seldwyla“.

Der vernachlässigte Schienenverkehr braucht neue Milliarden, die niemand zur Verfügung stellen will.

Unsere Luftverkehrspolitik, vor allem am „Hub plus“ am Flughafen Zürich, besteht darin, dem deutschen Lufthansa-Konzern für seine Ausbaupläne freien Flug zu verschaffen. Die Schweiz zahlt die Spesen und übernimmt die Umwelt-, Gesundheits- und Lärmrisiken, während die Deutschen davon verschont bleiben.

Doris Leuthard, die viele Jahre beste Verkäuferin im Bundesrat, steht in Wirklichkeit vor einem Scherbenhaufen. Mit den anderen Bundesräten und deren Parteien werde ich mich in Kürze beschäftigen.

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49 Kommentare zu “Machen bald die Österreicher „Schweizerwitze“ über ein zunehmend rückständiges Land?

  1. Herr Stöhlker sagt einmal mehr was Sache ist:
    Klipp und klar, ohne wenn und aber, vielleicht, hätte, sollte, würde..

    Danke!

    • Nicht alle sehen das so. Wenn Stöhlker einer ist, der sich an Erfolgreiche anhängt, hier Herr Kurz, und sein eigenes Gastland (aus Frust?) gegen sie ausspielt, macht ihn das nicht sympathischer. Auch nicht seine Einmischung in die Politik seines Gastlandes, selbst wenn er Schweizer sein sollte.

  2. Ziemlicher Unsinn, was uns da der längst abgehalfterte Stöhlker zu verscherbeln versucht. Oesterreichs Kurz ist ein dümmlicher Blender, der sich mit „Losern“ wie Orban verbündet. Hier von Einfluss in der EU zu reden, „what a nonsense“. Und die Oesterreichische Dampfplauderin als Botschafterin ist ein Super Produkt der EU Bürokratie. Eine „Cüpli“ Schwätzerin. Wenn Stöhlker als Berater noch Geld für seinen geistigen Stuss verlangt, dann tun einem die Kunden leid, welche einen solchen geistigen Tiefflieger einladen.

  3. Das Erfolgsrezept der Schweiz ist, dass keine Person oder Personengruppe zu viel Macht inne hat – die Macht wird fair aufgeteilt. Das Parlament wählt gerne schwache Bundesräte, so hat das Parlament mehr Macht. Wenn dann doch mal eine dominante, durchsetzungsfähige Person zum Bundesrat wird, dann wird dieser kalt gestellt, so geschehen bei Blocher.

    • @ Sokrates

      Etwas naiv Ihre Betrachtung; Sokrates würde sich im Grab umdrehen, so er dies liese.

      Die Macht liegt in der Schweiz in den informellen Zirkeln wie z.B. Rotary Club, Zünfte etc. Sie liegt weiter bei den multinationalen Unternehmen.
      Der Einfluss der Politik ist im Vergleich dazu eine anpasserische Residualgrössen.
      Der Primat der Wirtschaft ist hierzulande wie auch z.B. in den USA wesentlich stärker in informellen Kreisen konzentriert, die gegen aussen bewusst intransparent gehalten werden.
      Die Politik bewegt sich hier weitgehend in den Niederungen des Tagesgeschäfts.

  4. Österreich hat mit der K&K Monarchie eine ganze andere Geschichte und somit auch ein anderes Selbstverständnis als die Schweiz. Die Österreicher wären immer noch gerne König & Kaiser, wohingegen die Schweizer den „Zaun nicht zu weit machen“ wollen. Ausserdem glaube ich, dass die EUdSSR mittel- bis langfristig nach Rechts rutschen wird, mal schauen ob unsere Schweizer EU Turbos dann immer noch in die EU wollen und jedes Gesetz aus Brüssel dankbar übernehmen, wenn z.b. Politiker vom Format Orban alle Afrikaner internieren und zurück nach Afrika deportieren wollen…Nein, vermutlich werden dann unsere EU Turbos die Unabhängigkeit und Eigenständigkeit der Schweiz entdecken. Die Schweiz tut gut daran, sich von allen grössenwahnsinnigen Machtprojekten fernzuhalten und bescheiden den eigenen helvetischen Weg zu gehen.

  5. Bitte kümmern Sie sich um Ihre Frau Merkel und den Herrn Juncker. Und um den Schuldenberg in Deutschland. Der Schweiz geht es wirklich gut, trotz oder gerade wegen dem drittklassigem Bundesrat, die Herren Maurer und Parmelin ausgenommen, die der einzige sichere Wert sind. Alle anderen könnte man problemlos ausmustern. Es fällt einem beim besten Willen nichts ein, was sie dem Land bisher gebracht haben. Unser Problem ist, dass wir uns ständig mit EU Anschlussgelüsten der Linken und Ihrer FDP Freunde herumschlagen müssen. Herr Kurz macht offenbar einen guten Job in Österreich. Dass Sie Herr Stöhlker uns nun gegen ihn ausspielen wollen, ist Ihr Problem.

  6. Wobei Schneider ohne Heirat in die Unternehmer-Familie Ammann sein wahres „ich“ zeigen würde:

    Untauglich, ein akademischer Fachidiot und ganz sicher kein „Unternehmer“.

  7. Bravo pour cet excellent article. Il serait temps de donner un bon coup de balai dans ce CF, laissons-les partir, et que le peuple suisse prenne la relève (et non pas des juges ou des technocrates bruxellois). Et surtout, ne rien précipiter….

  8. „Die progressive Verkehrspolitik ihrer Vorgänger. . . . „.
    Was war denn so „progressiv“ an Leuenberger’s Verkehrspolitik, ganz speziell im Strassenbau?

  9. Uff – zum Glück verzichtet Gössi! Das wäre höchstens weiteres Mittelmass und auch einfach Frauenqoute!
    Sie hat schlicht von der Vorarbeit für die FDP von exNR Müller profitiert.

    Und BR Schneider-Ammann ist in seiner Aussenwirkung Kult – seine Arbeit ist respektabel (China-Vertrag, Coin-Valley).

    • Der Chinavertrag war gut für China und mit dem nutzlosen Crypto kommt schlimmes auf uns zu. Die Leistung von JSA ist dürftig und nützt nur der Helikopterindustrie. Ein baldiger Rücktritt wäre ein Segen für unser Land.

  10. Der FDP-Exeget Stöhlker betreibt wieder einmal einseitige Symptombeschreibung durch die Scheuklappen.

    Die PFZ soll gekündigt werden. Mit Weiterführung der PFZ gibt es für die Schweiz keine Existenzberechtigung mehr. Weder ökonomisch noch kulturell (im weitesten Sinne).

    Abgesehen davon: Das Problem der EU ist, dass sie auf dem Weg zur Diktatur ist, unabhängig davon, ob die EU „stark“ oder „schwach“ ist. (Und ich wette Herr Stöhlker würde die beiden Aspekte mischen und eine diktatorisch geführte EU als „stark“ einstufen)

    Eine noch stärkere Anbindung an die EU würde zu einer Schweiz die angesprochenen Symptome nur weiter verstärken.

    • PFZ delenda est: In einem Punkt einverstanden: Die EU ist auf dem Weg zur Diktatur oder, sagen wir, zum Imperialismus. Wir kennen das seit Jahrzehnten von den USA. Die EU wird dem immer ähnlicher: Hat man eine Forderung an einen Schwächeren, so wird sie durch Drohung erpresst. Gegenüber einem Stärkeren wie den USA kuscht die EU. Das bedeutet für die Schweizer Zukunft glasklar: Entweder wir akzeptieren den „Rahmenvertrag“ oder man wird sich in Brüssel an uns rächen durch Schikanen. So sieht’s aus und das Ganze verkauft sich noch als „Friedenspolitik“ in Europa.

  11. „Die progressive Verkehrspolitik ihrer Vorgänger hätte…“. Ich frage, was denn an Leuenberger’s Verkehrspolitik bezüglich Strassen so „progressiv“ war?

    • Ciao Giovanni

      Progressiv war Moritz’s Verkehrspolitik insofern, als dass er sich nach seiner BR-Zeit einen Verwaltungsrat-Sitz bei der Implenia sichern konnte. Ist legitim, Herr Leuenberger ist eine anerkannte Koryphäe im Bausektor, sowhl Hochbau als auch Tiefbau .. Hoch stappeln und tiefer unten weich landen ..

      Ansonsten gebe ich Ihnen recht, BR ML war auch eine Fehlbesetzung ..

      Saluti, Industrial

  12. „…aber unsere politische BBB-Elite wollte auf diesen erfahrenen und klugen Juristen nicht hören.“

    Sorry, BBB wäre gem internationalen Standards noch immer Investment Grade. Das ist unsere Landesführung seit Jahren schon nicht mehr.

    Eine Klavierlehrerin, die ihr Karma mit der Aufnahme von 10 handverlesenen Syrern im BR-Jet aufpeppt; einen Johannes, der findet „rire, c’est bon pour la santé“, dabei aber mit einem Gesichtsausdruck glänzt, den man bei Beerdigungen sieht; eine Atom-Doris, die vor lauter Richtungspirouetten etwas glubschäugig aus der Wäsche schaut; einem Ueli, der „kä Luscht hat“ (was man ihm auch nicht verübeln will…!); ein Bundespräsident, der lieber mit SI-Abonnenten wandert als seine überholte „Zuwanderer finanzieren unsere AHV“-Theorie mal zu überprüfen…

    Mit solchen Leuten kann die Schweiz nur zu Österreich aufschauen. Glücklicherweise haben wir aber noch Deutschland – ein Land, das noch immer findet, die offizielle Nachfolgerpartei der SED (die den Schiessbefehl verantwortet!) sei gesellschaftlich akzeptabler als eine aus den Ereignissen der letzten Jahre entstandene AfD, nur weil Mutti Merkel ihre Chaospolitik als „alternativlos“ bezeichnete.

    Europa, quo vadis?

    • Notabene: die AAA-Deutschen bleiben in Deutschland, nur die BBB-Deutschen kommen in die Schweiz, weil die Ansprüche hier tiefer sind, die Ellenbogen weniger stahlhart, und das alemannische Harmoniebedürfnis ein „feste-druff-Hauen“ auf Opponenten (oder andere die den BBB-Deutschen nicht gefallen) als no-go verpönt ist. Aber das begreifen nur AAA-Deutsche, die BBB-Deutschen realisieren das nie.
      Und Baudenbacher wäre ein guter AAA-Deutscher, denn die verstehen „servir et disparaître“ nicht.

  13. Und IP scheint es auch nicht zu begreifen. Nicht Europa ist der Markt, den es zu beachten gilt. In den nächsten 10 Jahren wird Asien Europa komplett den Rang ablaufen. Deshalb sollte der Fokus viel mehr auf Asien liegen. Ob es all die EU-Turbos etc. wahrhaben wollen oder nicht, die EU ist auf dem absteigenden Ast, auch wenn die CH in Brüssel wenig bis gar nichts zu melden hat. Die EU zeigt ja ihre wahre Schwäche durch solches Verhalten – sie getraut sich nur mit Kleineren so zu verhalten. Mit den Grossen (China, USA) kann sie solche Spielchen nicht machen, weil ihr da die „Power“ und auch der „Wille“ fehlt, und zudem würde sie da brutal auf die „Schn…e“ kriegen. Dass die EU ein Fehlkonstrukt ist, sieht man ja auch daran, dass ohne die US-Amerikaner wohl heute noch auf dem Balkan Krieg herrschen würde. Die EU ist kein mächtiger Gegner, wie uns dies immer wieder suggeriert wird. Die anderen Staaten haben dies – mit Ausnahme der USA, China und zeitweise Russland – einfach noch nicht begriffen.

    PS: Nach Ihrer Logik, Herr Stölker, sollte man wohl Tempo 200 auf den Autobahnen einführen! Nie mehr Stau, wie man ja vor allem in Deutschland feststellen darf. Ich denke eher, Sie sollten Ihren Führerausweis abgeben und ab sofort mit dem Zug reisen. Sie machen sich einen Gefallen und auch den anderen Verkehrsteilnehmern.

  14. Herr Stölker steigen Sie doch mal aus ihrem Auto aus und schauen sich diesen Video an. Dann verstehen Sie wieso 80 (flexibel) sehr wohl die Lösung ist. Ausserdem Führerausweis ab 65 nur noch auf Probe. (Wie alt sind Sie?)
    https://www.youtube.com/watch?v=39Ojc6a3C90

    Als Deutscher können Sie sich ausserdem für eine restriktive Einwanderungspolitik (PFZ) einsetzen. Wie das Lichtenstein auf Kosten der Schweiz seit Jahren betreibt.

    Ich mag ihre Analyse sehr gut. Denoch sind Lösungen nicht Sprüche sind gefragt.

    • @ Pseudonym „Stölker for BR“

      Ihre Unterstellung, dass Liechtenstein auf Kosten der Schweiz die Einwanderung regle ist stossend tatsachenwidrig und populistisch und bedarf daher einer Richtigstellung.

      Hier die Fakten:

      Liechtenstein hat eine Bevölkerung von ca. 39800 Einwohnern bei einer Siedlungsfläche von 16 km2. Die Bevölkerungsdichte auf die ganze Landesfläche bezogen beträgt 236 Einwohner/km2; bezogen auf die Siedlungsfläche 2487 Einwohner/km2.
      Bei einer Bevölkerung von 39800 Einwohnern verfügt Liechtenstein über eben so viele Arbeitsplätze. Liechtenstein ist Mitglied des EWR.
      Aus diesen Realfaktoren lässt sich unschwer erkennen, dass Liechtenstein seine Einwanderung unter Kontrolle halten muss, da die Dichtigkeit kein unkontrolliertes Bevölkerungswachstum zulässt.
      Die Folge:
      Aus dem Kt. St. Gallen nach Liechtenstein pendeln täglich 8’591 Personen, davon 57% Schweizer Staatsbürger, wovon 7’952 Personen aus der Region St. Galler Rheintal, davon 53% Schweizer Bürger. In Liechtenstein sind 53% aller Beschäftigten Grenzgänger, im St. Galler Rheintal 7% aller Erwerbstätigen.

      Jeder 10. Erwerbstätige des SG Rheintals oder knapp 8’000 Personen arbeiten in Liechtenstein. Die Zupendler nach Liechtenstein erhielten 2014 Bruttolöhne von insgesamt ca. 1,5 Mrd. Fr. ausbezahlt, was 55% der gesamten Bruttolöhne in Liechtenstein entspricht. 55% oder 844 Mio. Fr. fliessen an Grenzgänger aus der Schweiz. Geschätzt fliessen davon 81% in den Kanton St. Gallen (680 Mio. Fr.) bzw. 76 % in die Region SG-Rheintal (640 Mio. Fr.).

      Die jährlichen Löhne an Grenzgänger aus der Schweiz von ca. 844 Mio. Fr. führen in der Schweiz zu geschätzten Einkommenssteuern zwischen 71 und 108 Mio. Fr. Zwischen 55 und 90 Mio. Fr. (ca. 80%) fliessen an den Kanton St. Gallen und seine Gemeinden. Ausgeprägt sind die Einkommenssteuerzahlungen im SG-Rheintal, besonders in der Region Werdenberg (Schätzung): Steuereinnahmen (Bund, Kt. und Gemeinden): ca. 33-55 Mio. Fr. Steuereinnahmen (nur Gemeinden): ca. 15-25 Mio. Fr. Das entspricht etwa einem Viertel der Einkommenssteuern dieser Region.

      Quellen:

      http://www.regierung.li/media/attachments/Studie_Personenfreizuegigkeit_636262078814697169.pdf

      https://www.llv.li/files/as/liechtenstein-in-zahlen-2018.pdf

      https://www.stiftungzukunft.li/application/files/7615/1635/3327/INFRAS_Schlussbericht_Liechtenstein_Zuwanderung_final_2016_11_16.pdf

    • Lichtenstein hat nichts mit Licht zu tun. Also, wenn Sie schon verbale Inkontinenz von sich geben, trotzdem auf die Orthographie schauen, Danke.

    • @ BeobachterII

      Sagen Sie es doch im Klartext:

      Ohne das Arbeitsplatzangebot von Liechtenstein wäre das St.Galler-Rheintal eine CH-Entwicklungsregion geblieben, mit entsprechend hohen Sozialaufwendungen.

    • @ Beobachterli: Beachtliche Zusammenstellung von Argumenten. Einiges haben Sie vergessen: Die Schweiz hat gegen 30% Ausländeranteil, die über eine Million Eingebürgerten der letzten 10 Jahre und die Grenzgänger nicht mit eingerechnet. Liechtenstein bürgert praktisch niemandem ein. Die Ausländerquote dürfte ein Bruchteil gegenüber dem der Schweiz betragen. Gemäss einem fragwürdigen Abkommen mit der Schweiz dürfen sogar die in Liechtenstein beschäftigten Ausländer in der Schweiz wohnen. Das sind die 7000 Pender aus dem St. Galler Rheintal, über die Sie sich beklagen. Auch diese sind in der Schweiz m.W. nicht in die Ausländerstatistik einbezogen. Wieviel Schweizer in Liechtenstein arbeiten, ist mir nicht bekannt. Es dürften weniger sein, als von Ihnen behauptet. Und wenn auch: bei den vielen Vorteilen die Liechtenstein auf Kosten der Schweiz hat, sind solche Vorwürfe abstrus. Der Blick, den ich sonst gar nicht schätze, hat vor einem Jahr einige Fakten zum Verhältnis der Liechtensteiner zur Schweiz gebracht. Es ist eine alte Geschichte: Je mehr ein Land für ein anderes tut, desto grösser die Undankbarkeit des profitierenden Landes und seiner Bürger. Vergessen Sie nicht, wovon Liechtenstein während Jahrzehnten lebte. Der relative Wohlstand, der dabei entstand, und sich immer noch in den schwarzen Nobelautos mit den dunkel getönten Scheiben, in denen die Liechtensteiner die Schweizer Autobahnen rauf und runter fahren niederschlägt, ist bald aufgebraucht. Was dann? Mit den zwei Casinos, die kürzlich entstanden sind (eins pro 20000 Einwohner) und auf Geld des benachbarten Auslandes hoffen, und den Andenkenlädeli in Vaduz lassen sich die schwindenden Einkünfte aus dem Treuhandgeschäft nicht wettmachen.

    • @ Mathias
      Was Sie hier daher schreiben sind Behauptungen, die jenseits der Realität sind. Das wissen Sie ja wohl selbst. Legen Sie doch Ihre Quellen offen!

      Ich greife hier nur einige Ihrer abstrusen Behauptungen auf und zitiere Sie:

      Sie Schreiben:
      „Die Ausländerquote dürfte ein Bruchteil gegenüber dem der Schweiz betragen.“
      Fakt:
      Die Ausländerquote in LIECHTENSTEIN betrug 2016 33.8%.
      (Die Ausländerquote in der Schweiz betrug 2016 24.9%).

      Sie schreiben:
      „Liechtenstein bürgert praktisch niemanden ein“.
      Fakt:
      Die Zuwanderung (mit Aufenthaltsbewilligung/Niederlassungsbewilligung) nach Liechtenstein ist nach Anzahl Erwerbstätigen, bzw. nicht Erwerbstätigen sowie nach Herkunftsregion zahlenmässig für jedes Jahr genau definiert. Jedes Jahr werden die Kontingente neu festgelegt. Zudem finden auch jedes Jahr Einbürgerungen statt, wobei auch diese an Bedingungen geknüpft sind. Sie können die Details im Ausländergesetz mit den entsprechenden Zahlen 1:1 nachlesen, falls Sie nicht zu müde dazu sind.
      I
      Sie schreiben:
      „Wieviel Schweizer in Liechtenstein arbeiten, ist mir nicht bekannt. Es dürften weniger sein, als von Ihnen behauptet.“
      Fakt:
      Es sind gemäss stat. Erhebung 2016 8591 Personen (hinzu kommen eben so viel aus dem Vorarlberg). Das ist keine Behauptung, sondern Fakten. Die Datenquelle/Studie habe ich Ihnen am Ende meines Kommentars beigefügt. Offenbar haben Sie nicht gelesen.Und wenn Ihnen diese Zahl nicht in Ihr verzerrtes Wahrnehmungsschema passt, dann ist das Ihre Problem.

      Zudem: Die Wertschöpfung in Liechtenstein basiert zu 60% auf industriell-gewerblicher Produktion. Einige international tätige Firmen verfügen sogar über ansehnliche internationale Marktanteile (z.B. Hilti, Hoval, etc., etc.). Wenn Sie auch hier wiederum Akzeptanzprobleme mit Ihrem vorgefassten Weltbild haben, dann orientieren Sie sich doch gleich selbst beim volkwirtschaftlichen/statistischen Amt.

      Bevor Sie weiterhin einen solchen Stuss daher schreiben, angereichert mit falschen Behauptungen, sollten Sie sich richtig informieren!
      Ich finde es penibel, wenn Kommentarschreiber wie Sie mit falschen Zahlen/Behauptungen operieren müssen, nur um Ihr Ego zu befriedigen. Das ist Populismus in Reinkultur.

    • @b. obachterli & andeere:

      Fakt ist: Liechtensteiner wird/ist nur, wer den Bruder seines Vaters nicht nur Onkel, sondern auch Cousin oder Schwager nennen kann…! Da will man dann eben lieber unter sich und seinesgleichen bleiben.

    • Fakt ist : Auch die Schweiz ist dicht besiedelt. Im Unterschied zu Liechtenstein haben die Schweizer Stimmbürger für eine Beschränkung der PFZ gestimmt.
      Liechtenstein hat mit der EU eine Einschränkung der Grundrechte verhandelt. Die PFZ gilt in der EU, für Liechtenstein aber nicht. Es gilt eine Kontingentierung. Liechtenstein nutzt die EU Bürger als Arbeitskräfte. Wohnen tun diese aber in der Schweiz. Da können Sie noch lange ihre Zahlenmischlerei betreiben.

      Ich wünschte die Schweiz hätte ebenfalls so gut verhandelt mit der EU. Ich wünschte die Schweiz hätte ebenso gute PR Soldaten wie des Prinzens Beobachterli. Ich wünschte auch die Schweizer Politik würde sich für das Land einsetzen und nicht nur für Partikularinteressen.

      NB. Schweizer Politiker propagieren neuerdings verdichtetes Wohnen als Allheilmittel (die Gemeinde Opfikon als wurde gestern als Vorbild erwähnt). Schauen Sie auf google wie diese Politiker selber wohnen und bilden Sie ihr Urteil!

    • @ PRINZ BEOBACHTERLI: Genau so ist es. Auch mir ist aufgefallen, dass SRF gestern eine Kampagne fürs verdichtete Bauen einläutete. Selbstverständlich nicht wegen der unbegrenzten Zuwanderung, sondern wegen der Überalterung der Bevölkerung und der höheren Wohnansprüche die die Schweizer stellen.

      @ Beobachterli: Statistiken zitieren und Statistiken interpretieren sind zwei verschiedene Schuhe. Die Ausländerzahl in der Schweiz dürfte sogar eher gegen 40 als gegen 30% gehen. Nicht enthalten sind u.a. auch die Asylbewerber, die vorläufig Aufgenommenen, die Untergetauchten, die nicht Gemeldeten und die Doppelbürger, von denen es im Liechtenstein keine gibt. In der Schweiz werden die Statistiken massiv geschönt. Nicht nur die Ausländerzahlen sind viel höher, als ausgewiesen, sondern auch die Arbeitslosenzahlen, angeblich 2,8%, effektiv 5,3%. Liechtenstein hat tatsächlich einige Spitzenunternehmen, dank der niedrigen Steuern, die möglich sind, weil Liechtenstein weder Verteidigungskosten, nennenswerte Mittelschulen und staatliche Hochschulen noch Autobahnen hat, nur ein öffentliches Spital unterhält und keine wesentliche Armutsimmigration zulässt.

    • @ Mathias und @PRINZ BEOBACHTERLI

      Besten Dank für Ihre Hinweise.

      Ich kann Ihre Überlegungen und Ihren Frust wegen des verdichteten Bauens nachvollziehen.

      Nichts desto trotz muss ich Ihnen klar widersprechen, wenn Sie die eineindeutige Angabe von Bevölkerungsstrukturdaten als Zahlenmischerei bezeichnen.

      Mir fällt auf, dass offenbar einige Kommentarschreiber Mühe damit haben, Fakten, die von Ihrem Vor-Urteils-Gefüge abweichen zu akzeptieren. Oft wird auf «wunde» Stellen nicht eingegangen oder dann einfach übergangen oder gar der Kommentar eines andern bewusst oder unbewusst verdreht, insbesondere von jenen Kreisen, die andere Meinungen einfach ins andere politische Lager verbannen. Taktik oder bereits Realitätsverlust?
      Schade, denn auf dieser Basis lassen sich keine sachbezogenen Diskussionen führen.

  15. Nun ja, unsere Bundesräte und deren Parteien versuchen seit Jahren, am Volk vorbei etwas zu ermöglichen was hier die Mehrheit nicht will.
    Und das schafft diese unmöglichen Kapriolen die unsere Politik lächerlich machen.
    Sie wollen etwas was sie nicht wollen dürfen, niemand kann unter diesem Gesichtspunkt eine gute Figur machen, gerade auch da wir wirklich nur noch Flaschen ins höchste Gremium wählen.
    Leuthard war auch immer nur eine Flasche…… hat es nur besser überspielt.

    Seit Blocher sah man dort keinen „Macher“ mehr, ja diese „Köpfe“ werden systematisch ausgebremst.

    Würde unsere Politik endlich Bundesräte nominieren ……die das anstreben was im Volk erwünscht ist, dieses Kapriolen drehen würde weitgehend aufhören.
    Das Volk würde die Politik mittragen und Verluste dabei im kauf nehmen, ja unsere Diplomaten könnten selbstbewusst auftreten und hart feilschen.

    Das ist es was bei uns nicht stimmt, die Grundvoraussetzungen, die Politik versucht uns in die Eu zu schummeln und hat es mit einem Volk und einer Oppositionspartei zu tun die sich nicht einfach betrügen lassen.

    • @Walter Roth – stimmt, Christioph Blocher war schon mal Bundesrat. Sein Zeugnis als Bundesrat: Totale Fehlbesetzung, Versager, kläglich gescheitert, MUSSTE wegen bemerkenswert vielen Gründen (Hauptgründe totale Teamunfähigkeit, in keiner Weise lösungsorientiert, nirgendwo auch nur den Anflug kleinster Objektivität, Bundesrat nur für eigenes und Klientel Interesse) wieder abgewählt werden. Er ist einfach ein totales Alpha-Tier das sich in kein Kollektiv einbinden lässt, für seine Interessen über Leichen geht (Sprichwort), und nur eigene Interessen vertreten kann. Das Volk geht ihm am Allerwertesten vorbei.

      Die vorherige Besitzerfamilie der EMS wollte mal ein Buch darüberschreiben, wie Christoph Blocher sich die EMS unter den Nagel gerissen hat. Die fühlen sich heute noch viel mehr als nur verarscht. Und was war mit der Alusuisse? Als er ein Gewinn bringendes Schweizer Unternehmen zerhackte und ins Ausland (!) verscherbelte? Richard Gere spielte diese Rolle als Mann ohne Gewissen in Pretty Woman. Anders kann man die Rolle gar nicht interpretieren.

    • @ Rogerli…….

      Also so einen Unsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
      Sie meinen also das jemand der Milliardär wurde, kaum eine Fähigkeit hat ?
      Sie wissen schon das Blocher viele der Beamten in seinem Bereich übernahm, wohingegen Widmer Schlump diese massenhaft auswechselte.
      Es gäbe vieles zu sagen, aber bei ihnen ist das ohne Sinn, denn Dummköpfe soll man in ihrem Glauben belassen.

    • @Walterli Roth, in Amerika wären Sie sicherlich Donald Trump Wähler. Obwohl, das sind die Perspektivlosen, Abgehängten, Vergessenen und Verzweifelten. Von dort her kann ich diese Wähler wenigstens verstehen. Sie haben meine Sympathie. Leider kommen sie vom Regen in die Traufe. Christoph Blocher hingegen gehört mehr in eine Linie mit Silvio Berlusconi und George W. Bush. Die folgen extrem gezielt ihrer Gesellschaft zerstörenden Doktrin. Eine Welt für die Reichen und Superreichen, wo die Verlierer, also der Rest, keinen Platz hat.

      Walterli, Sie haben Recht, Blocher Jünger können das in ihrer Verblendung nicht sehen. Ganz wie bei Donald Trump.

    • Schweizerische Bunderäte, de sich für die Schweiz, die Erhaltung unserer Kultur, die Unabhängigkeit des Landes und das Wohlergehen des Volkes einsetzen, können Sie filmen. Mit Ausnahme der beiden SVP Bundesräte, könnte man die heutigen Bundesräte problemlos durch Vogelscheuchen ersetzen. Mit gezielter Dauerindoktrination, einseitiger Information und Ablenkunksmanövern werden die Stimmbürger für dumm verkaudt.. Damit die Folgen der unbegrenzten Einwanderung vertuscht werden können, sollen die Schweizer mehr Steuern zahlen, später in Pension gehen und die EU Gesetze übernehmen. Die Atom Doris klebt an ihrem Amt um die tüchtige Martullo Blocher als Nachfolgerin zu verhindern. Stattdessen jettet Atom Doris in der Welt herum, nach New York, um ihr Land anzuschwärzen und einen UN Schokijob zuergattern dank dem sie auch nach dem BR Rücktritt auf Kosten der Steuerzahler in der Welt herumreisen kann, oder nach Chile, kein Mensch weiss warum.

  16. Zu den politischen Statements möchte ich mich gar nicht äussern. Hingegen bin ich mir ganz sicher, dass BR Schneider-Ammann das Emmental sehr wohl geistig verlassen hat. Vielleicht hat er sogar das Emmental geistig gar nie betreten, denn er stammt aus dem Oberaargau.

    • @Walter oth: Walter, etwa ein Österreicher? Egal, Walter bleibt Walter und ist wohl Österreicher.

    • @Walter oth
      Sie sollten nicht von sich auf andere schliessen. Und dann noch anonym ist schwach.

    • Senneli …..alias Kuhschweizer / und Polyp-prop… alias Bakterie…(((-:

      Anonym……….… meint ihr…..aha ?