Stocker gegen „Bilanz“: Vincenz-Buddy klagt

Mann hinter Raiffeisen-Zampano fühlt sich persönlich verletzt in einer Titelstory vom Frühling – Chefredaktor: Wir sind ganz ruhig.

Beat Stocker hat teure Bahnhofstrassen-Anwälte. Mit ihnen zieht er ins Gefecht. Stocker versucht, im ganzen Pierin Vincenz-Skandal so weit wie möglich in Vergessenheit zu geraten.

Wie? Indem er klagt. Jetzt auch gegen die Bilanz, das Managermagazin, das soeben mit seiner traditionellen 300er Reichsten-Ausgabe weitherum zu reden gibt.

Stocker will die Bilanz vor den Richter zerren wegen einer Titelstory vom Frühling. Diese trug den Titel „Der Schattenmann“ und zeigte auf, wie wichtig Stocker für Vincenz und dessen Deals war.

Der Artikel förderte zahlreiche neue Details zutage. Insbesondere wurde klar, wie stark Vincenz bei Stocker und dessen KMU-Beratungsfirma im Herzen Zürichs schon seit Jahren ein und ausging.

In den Augen Stockers zeichnet ihn die Bilanz zu unrecht als den Strippenzieher. Dass das Magazin dies tut, kann man dem Titelbild entnehmen: Dort ist Stocker der Grosse und Vincenz der Kleine.

Hintergrund könnte sein, dass die Bilanz lange Mühe hatte, Vincenz hart anzupacken. Schliesslich schrieb Vincenz eine Kolumne fürs Ringier-Magazin. Das kann Schonung schaffen.

Bei Stocker galt weniger Beisshemmung. Die Story in der Bilanz zielte denn auch auf den Berner Unternehmer. Und der schoss dann scharf zurück.

Er forderte eine Gegendarstellung in der gleichen Grösse und an gleicher Stelle wie der Artikel, den ihn verletzt haben soll.

Also auf der Frontseite, in Grossbuchstaben, mit Farbe. Das gab es immer wieder in der Schweizer Pressegeschichte. Sorry, Dr. Vontobel, musste einst die SonntagsZeitung zu Kreuze kriechen, der SonntagsBlick hatte sich bei Ex-Botschafter Thomas Borer auf der ersten Seite zu entschuldigen.

Stocker und seine Anwälte forderten das Gleiche. Die Bilanz lehnte dies ab. Kürzlich machte deren Chefredaktor den Konflikt in einem Artikel des Branchenmagazins Schweizer Journalist publik.

„Wir halten an unserer Darstellung fest“, meinte da Dirk Schütz, der die Bilanz nun schon seit über einem Jahrzehnt leitet. Am Telefon dazu befragt, verwies Schütz auf diese Aussage.

Der Anwalt von Beat Stocker wollte sich nicht äussern. Er bestätigte den Konflikt und warnte davor, aus der Story, die man am liebsten aus der Welt schaffen möchte, im Detail zu zitieren.

Sonst würde man sie ja selber aufwärmen.

Das Scharmützel zeigt, dass nun wohl jeder im ganzen Fall Raiffeisen für sich kämpft. Das ist normal in Strafprozessen.

Stocker distanziert sich von seiner angeblichen übergeordneten Rolle, Vincenz schweigt hartnäckig, die Raiffeisen verklagt ihre ehemaligen Partner, die allesamt von den Strafbehörden gejagt werden.

Rette sich, wer kann.

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26 Kommentare zu “Stocker gegen „Bilanz“: Vincenz-Buddy klagt

  1. Freude herrscht (bei mir), weil sich in unserem Lande derartige Unstimmigkeiten rechtlich-gerichtlich klären lassen. Die Journalistinnen und Journalisten werden bei uns (noch) nicht kashoggisiert, wenn sie von Menschen an den Schalthebeln der (hier: wirtschaftlichen) Machtelite Rechenschaft fordern. Ich kann nur das sagen: Demokratie und Rechtsstaat sind ein Segen. Klar, der (un-)menschliche Faktor spielt auch hier eine prominente Rolle, jedoch in Grenzen, die von der Würde im Mitdasein gesetzt sind. Das Gemeinwesen sorgt dafür, dass diese Grenzen eingehalten werden. Und dafür zu sorgen sind gerade auch Anwälte und Gegenanwälte aufgerufen.

  2. „..weit wie möglich in Vergessenheit zu geraten.
    Wie? Indem er klagt. “
    Right on target. LH der Schweisshund. Liebe Anwälte und Manager under observation: danke dass ihr es IP so leicht macht und uns Lesern so würzige Geschichte bietet.

  3. Tja, der Stocker hat halt kein Gutachten erstellen lassen . . . .

    http://www.millischer.ch/handelszeitung/die-kanzlei-fuer-alle-faelle-prager-dreifuss-raiffeisen-bank-genossenschaft/

    Alleine dieser Passus:
    In ihren Eingaben an die Staatsanwaltschaft referiert die Kanzlei offenbar auf das von ihr selber für Raiffeisen erstellte interne Corporate-Governance-Gutachten. Dieses Gutachten beleuchtet das Raiffeisen-Beteiligungsvehikel Investnet. In Auftrag gegeben hat es die Raiffeisen-Geschäftsleitung um Patrik Gisel im Dezember 2016. Wohlgemerkt: Gisel selbst präsidierte Investnet von 2012 bis 2016.

  4. Also, liebe Bilanz; ist doch ganz einfach. Gebt Hr. Stocker die Möglichkeit der Gegendarstellung. Auf den nachfolgenden Seiten publiziert die Bilanz die FINMA-Revisorenberichte.

  5. Der thematisierte Bilanz Artikel ist sehr lesenswert, weil er die Geschehnisse rekapituliert und viele interessante Fakten aufzeigt.

    Dieser Artikel ist meiner Meinung nach bereits eine Gegendarstellung, weil vorher primär die Rolle von Vincenz im Fokus stand.

    Abgesehen davon, zweifelt wohl niemand daran, dass Vincenz wusste was er tat, also sicher kein Opfer von Stocker war.

  6. Ist der Name erstmal ruiniert, trampeln alle ungeniert. Ein jeder Unbeteiligte beginnt zu bellen, bis eine andere Wahrheit den Sachverhalt wird erhellen, dass die kolportierte Meinung so vielleicht nicht stimmt. Das Bellen wird dann sofort verstummen. Dennoch: der Beschuldigte gehört weiterhin zu den Dummen.
    Daher rate ich dem feinen Herrn Stocker: Geniessen Sie Ihr möglicherweise unfeines Vermögen ganz locker. Reisen Sie still für ein paar Jahre durch die Welt, und tun Sie wenigstens Gutes mit Ihrem Geld!

  7. Wir warten gierigst auf den Kommentar der Kaffeerunde aus St. Gallen.

    Ausser die Kaffeerunde aus St. Gallen sollte alleine Karin Keller-Suter gewesen sein. Denn die trinkt jetzt keinen Kaffee in St. Gallen, sondern Schampus in Bern. Und das in allen 4 Landessprachen!

    KKS 4ever

  8. IP gegen Ringier. LH gegen MW. Das ist doch erfrischender Stoff für den grauen Alltag von uns allen. Wie war das noch einmal mit all den Sponsoringverträgen und Krediten von Raiffeisen an MW für seine ach so erfolgreichen Strategien? War das nicht eine Art Support? Aber der Huber wird es schon regeln, oder der Lachapelle oder der Herr Gehrig oder die Finma oder die Deloitte oder Prager Dreifuss? Sind die eigentlich schon bei den 18 Terabyte Dokumenten wie der Bundesanwalt bei der FIFA gesammelt hat? Dann mal viel vergnügen beim Auswerten.

    • @Fall für 2: Spannend. MW von Team Football Marketing? Er amtet dort offiziell immer noch als VR-Präsident, obwohl…

  9. “ Dead people receive more flowers than the living ones because regret is stronger than gratitude.“
    Anna Frank

    „Bad people receive more attention than good ones because darkness is powerful than light.“
    Eure Statiriker

  10. Tatsache ist, dass Beat Stocker über Jahrzente DER Intimus von Pierin Vincenz war, privat wie geschäftlich. Stocker war bezüglich zahlreicher „Deals“ der Einflüsterer, Draht- und Strippenzieher, immer extrem interessiert am persönlichen Profit. Mit diesem hat er sich z.B. Aduno-intern und -extern gebrüstet, was ihm als narzisstisch-veranlagtem Bonvicant gefallen und viele andere vor den Kopf gestossen hat.

    Ob Beat Stocker, der inzwischen auch gesellschaftlich tief gefallen ist, „Dreck am Stecken“ hat, müssen die Behörden (be)weisen. Sein Geld sollte er in seine Gesundheit stecken und nicht in teure Bahnhofstrassen-Anwälte investieren. Die Reputation ist sowieso futsch.

    • Und der Rudolf Kurtz hat dem Patrick Gisel geflüstert, wo es lang geht.
      Eigene Ideen brauchte der Patrick nicht – dass von Rudolf nichts Gescheites kam, hat man die letzten Monate gesehen. Schwache Vorstellung Herr Kurtz…

    • Privat: Kein Boot, kein Flugzeug und keine Freundin(nen). ———————————/////———————————— einem solchen Trostlosen von Maulwurf – Mischler bleibt scheinbar nichts anderes, vor seinem Verschwinden, ein letztes Caracho loszutreten? Beleidigte Leberwurst welcher auf der Bananen-Schale ausrutscht!

    • Wie treffend! Hier noch ein Zückerchen: Wir Angestellten fuhren alle mit dem Car ans Personalfest ins Tessin, ausser Beat „the pimp“ Stocker (wie wir ihn intern betitelten), welcher als dazumaliger CEO der Aduno mit seinem Maserati Quattroporte vorfuhr. Ich mag es dem geldgeilen Narzissten enorm gönnen, dass er jetzt unten durch muss und Fakten über ihn rausgekommen sind. Es stimmt alles. Würde Stobo gerne wieder mal persönlich treffen, um ihm zu seinen Grosstaten zu gratulieren.

  11. Also darf man nichts schreiben – aber man kann einen Vergleich aus dem Tierreich hernehmen!
    Im Mittelpunkt das Opfer Stocker = Gnu- Antilope genannt. In den umliegenden Büschen lauern die Hyänen= Presse welche auf das grosse Mal warten aber den offenen Kampf scheuen!
    Alles wartet auf den Löwen= Staatsanwalt der das grosse Fressen mit der Gnu-Antilooe eröffnet!
    Sobald das Ofer vom Löwen gerissen ist, kommen die jaulenden Hyänen= Presse und wollen auch ihren Anteil der Beute. Wenn dann noch etwas überig ist, erscheinen die Geier=Honorar- Anwälte und fressen den rest Fleisch am Knochen und schlussendlich kommt der Richter= Waldameise und räumt die Knochen ab!
    Ist dieder Vergleich zulässig?

    • Ja der Vergleich ist sehr gut gewählt!
      Aber die armen Viecher müssen sich übergeben…
      weil die ganze Geschichte zum kotzen ist…

  12. Anstatt auf die Medien zu zielen würde ich dem Vinzenz Buddy (und natürlich auch Vinzenz selber) raten, besser schon mal vorzusorgen, die beiden sind bestimmt bald wieder im Sturm

  13. Höchste Zeit, dass das Gespann Vincenz-Stocker-Gisel mit den willfährigen „Vertuschern“ und „Wegschauern“ und „Helfershelfern“ wie Rüegg-Stürm, Mätzler, Gantenbein & Konsorten wieder stärker in den Fokus gerät!

    • Wie sagt man/frau doch so schön:
      Getroffene H…e (Entschuldigung Hr. Buddy) bellen.
      Aeltere H…e wissen oft gar nicht mehr warum sie bellen; da brauchts dann unbedingt einen H…e-Flüsterer !

  14. Ringier zieht komische Vögel an.
    Man denke nur an den ChainIQ-Cisullo und sein VR-Mandat. Oder die Klüngelei zwischen Walder und EY-Stalder.
    Das sind die beiden nächsten Fälle, die Ringier um die Ohren fliegen, garantiert!

    • Was ist aus all den Stories um CIQ geworden? Hat Inside hier auch einen Maulkorb bekommen? Man hört im Markt die wildesten Geschichten zu dem Chaosladen? Abgänge auf breiter Front, Wunschkunden Denke, neue Einkaufsorganisation innerhalb der UBS, etc.

  15. Es wäre schön, wenn unsere Staatsanwälte in vernünftiger Zeit Anklagen zustande brächten und unsere Gerichte zeitnahe Urteile fällen könnten. Dann wären auch solche Klagen oder Drohungen gegen die „Messenger“ (Presse) hinfällig.
    Was nützt es den Beteiligten, wenn sie zehn Jahre später Recht bekommen oder schuldig gesprochen werden?

    • Lueg is Land? You Dreamer, Du!

      Ihre Frage (IF):
      Was nützt es den Beteiligten, wenn sie zehn Jahre später Recht bekommen?

      Meine Antwort (MA):
      Wenig. Genugtuung, vielleicht?

      IF:
      Was nützt es den Beteiligten, wenn sie zehn Jahre später Recht schuldig gesprochen werden?

      MA:
      Dann ist es ihnen wohl so ziemlich egal. Je nach dem freuen sie sich, dass sie trotz Schuldsprechung noch 10 Jahre in der Freiheit leben durften. Oder sie vernehmen das Urteil gar nicht mehr …