Next Pleite für Kielholz: Swiss Re Rückzieher

Kein Börsengang der England-Tochter – Langzeit-Präsident schon zuvor abgestürzt mit SoftBank – Platzierte Ziehsohn Wellauer in PK.

Bei der Swiss Re kann passieren, was will. Eines bleibt in Stein gemeisselt: Kapitän ist und bleibt Walter Kielholz.

Dass dem Langzeit-Präsidenten nichts droht, zeigt der heutige Rückzieher. Kielholz wollte die ReAssure, die englische Leben-Tochter des Schweizer Rückversicherers, an die Börse bringen.

Doch niemand wollte sie. „Wegen Marktbedingungen“ habe man das geplante IPO der ReAssure suspendiert, meldete die Rückversicherung heute früh.

Schlechte „Marktbedingungen“? Die Börsen sind auf historischen Höchstständen – perfekte Zeit, maximal Kasse zu machen.

Dachte auch Kielholz. Und scheiterte hochkant, was eine Pleite im Kingsize-Format für einen Kapitän seiner Klasse bedeutet.

Folgen für ihn persönlich hat das Ganze nicht. Kielholz bleibt das Aushängeschild der Swiss Re, die er seit rund 2 Jahrzehnten dominiert.

Schon die vorherige Niederlage blieb folgenlos für Kielholz. Der Swiss Re-Präsident bändelte mit der japanischen SoftBank an, ein Riese, der für Beteiligungen Milliarden hinblättert.

Kielholz wollte 10 Prozent seiner Swiss Re der SoftBank verkaufen. Die prüfte das Angebot – und lehnte dankend ab.

So gehen Börsengang und Beteiligungen die Limmat runter. Was bleibt, sind Jubelparties zur Pride-Parade und Sprach-Verbote.

Swiss Re unter Walter Kielholz: ein einstiges Vorzeigekonzern auf Abwegen.

Happy, mächtig, reich: Auch dank Private Equity (Corsair Capital)

Die Gruppe ist unter Kielholz zum Buddy-Club verkommen. Das zeigt der Weg eines Managers mit bewegter Karriere.

Es geht um Thomas Wellauer, einstiger McKinsey-Partner. Wellauer erhielt von seinem früheren Chef beim Beratungsunternehmen, Lukas Mühlemann, einen Topjob bei der CS.

Dort zählte Kielholz zuoberst im VR zu den absoluten Herrschern. Zwar konnte Kielholz Anfang der 2000er Jahre nicht verhindern, dass Mühlemann und Wellauer in die Wüste geschickt wurden.

Doch via Basel – dort bei der Chemiefirma Clariant und beim Pharmamulti Novartis – fand Wellauer den Weg zurück in Zürichs Finanzteich.

Er wurde Spitzenmann bei der Swiss Re. „Kili“ sei Dank.

Der Präsident sorgt für seine Leute. Schon David „Dave“ Blumer durfte nach seinem Ende bei der CS unter Kielholz bei der Swiss Re durchstarten.

Wellauers Zeit in der Geschäftsleitung der Swiss Re hat per Ende Juni offiziell geendet. Bis dahin war Wellauer nicht nur einer der operativen Spitzenleute, sondern er sass auch im Präsidentenstuhl der Swiss Re Pensionskasse.

„Wohl der Versicherten“: Wellauer zum Abschied

Kurz vor dem Abgang verschickte er allen Versicherten der PK ein Schreiben zum 100jährigen Jubiläum der Vorsorgekasse. Als Präsent gabs ein Lebkuchen-Biberli.

Wellauer sprach salbungsvoll über die Zuschüsse der Swiss Re in die PK. Effektiv halten sich diese mit zwei Geldinfusionen in den letzten Jahren in Grenzen.

Umgekehrt erhielten die bestbezahlten Schlüsselleute der Swiss Re, sogenannte Key Risk Takers, viel Geld. Sie wurden und werden bei der Swiss Re vergoldet.

Kommentare

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  1. Seems Kielholz is even the actual Godfather of Mummenthaler’s son. (In business terms, Killi was always the business-godfather of Mummi). If this is confirmed, I would give them both an award, for improving La Familia. Swiss style does it better thX-)

  2. Walter Kielholz trägt eine wesentliche Mitverantwortung für das unterirdisch schlechte heutige Management der CS.

    Er hat als Drahtzieher einige wichtige Figuren bei der CS plaziert.

    Fuer das Ueberhandnehmen von ausländischen Söldnermanagern bei der CS ist er wesentlich verantwortlich.

    CS ist keine Schweizer Bank mehr – CS ist eine Schande für die Schweiz.

  3. Herr Wellauer war neun Jahre lang COO der SwissRe und hat die erstaunliche Leistung erbracht, keinerlei Footprint zu hinterlassen. Das Paradebeispiel eines Frühstücksdirektors, der fast ein Jahrzehnt lang ein millionenschweres Gnadenbrot erhalten hat. Ohne jeglichen Impuls, und die Gemeinde, die ihn schmerzlich vermissen wird, würde ich als übersichtlich einschätzen.

    Ach, da war ja noch etwas:
    Die Inthronisation eines Nachwuchs McKinsey Buddies, dem die digitale Transformation der Company anvertraut wurde. Jener hat – ganz im Macky Stil und persönlich ausgestattet mit einer Neigung zur Soziopathie – einen riesigen, sinnbefreiten und aufgeblähten Laden aufgebaut, dessen Deliverables auschliesslich aus potemkinschen Fantasieprojekten als PPT Slideset bestanden. Naja, der Spuk ist mittlerweile auch vorbei, soll sich jetzt der grosse Neuarbeitgeber mit herumärgern….

    Alles Gute im Ruhestand und – thanks for nothing!

    • @Inside Woman

      Genau so sehe ich es auch. Da gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen.

      Gut, man könnte sagen, dass der Thommylein in seinen 3200 Tagen des Wirkens (seine Aussage!) wenigstens das ach so heiss geliebte flexible Arbeitsplatz-Modell hat einführen lassen. Indem er einen seiner alten Bekannten aus der Credit Suisse zum Chef Logistik installiert hat, der diesen Unsinn bereits dort implementiert hat.

      Und der Nachwuchs McKinsey Buddy mit einer Neigung zur Soziopathie (ach nein, ist Ihnen das tatsächlich auch aufgefallen?) ist zwar noch auf der Payroll. Garden Leave nennt sich das.

      Mir tun nur seine zukünftigen Untergebenen leid …

  4. Kielholz hätte schon lange in Pension gehen sollen. Er hat viel zu viele schlechte Manager gefördert und bei der Swiss Re und CS grosse Verluste durch schlechte Entscheidungen verursacht. Es ist traurig für den Schweizer Finanzplatz, dass er seine Kollegen aus dem Zürcher Filz immer noch ihr Unwesen treiben können.

  5. Es ist nicht nur eine Frage von Personen, die ins Management gerufen werden und als begnadete Selbstdarsteller für sich viel, aber für das Unternehmen wenig bringen.
    Bei der Swiss Re ist der Wurm schon lange da und unterminiert den Geschäftsgang der Swiss Re seit Jahren. Das Unglück begann eigentlich mit diesem komischen Deal mit der CS, wo die Swiss Re für einen Heidengeld 1995 dieser ihre Derivate-Tochter abkaufe und in der gleichen Zeit ihre Direktversicherungs-Töchter versilberte und dafür diese RE ASSURE in London kaufte, die sich als völliger Fehlschlag entpuppte (Alt-Nationalrat Bremi war damals Präsident). In London sind die Briten immer ein wenig gerissener als die Schweizer mit ihrer Selbstbeweihräucherung in den höchsten Etagen, wo man untereinander wirklich human umgeht. Es war eine Dummheit erster Güte bei Warren Buffet Hilfe zu holen.
    Einem Finanzier, der es versteht in einer Notsituation einem das Fell abzuziehen. Die Swiss Re hätte auch viel billigere Hile bei der Nationalbank holen können, aber das hätte wohl bedeutet, dass gewisse Säulen der Zürcher Zünfte nicht mehr so vergoldet worden wären. Als diese Dummheiten der Vergangheit „schwudiwupps“ zum Verschinden zu bringen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die Münchner Rück wird sich darüber freuen, die übrigens Grossaktionär bei Bershire Hathaway ist.

    • Korrektur: ReAssure wurde in 2004 mit dem Kauf eines Lebensportfolio der Zurich aufgebaut.

  6. etwas überrascht über die Inkompetenz des Berichts. Wellauer, als COO ist (war) wohl nebenbei auch Präsident der Pensionskasse. Muss doch schon lachen, wenn kolpotiert wird, dass dies ein Job mit Milionensalär ist!! Sollte er nicht mehr in Amt und Würden bei SwissRe sein, wird er auch nicht mehr als Arbeitgebervertreter in der PK sein und das „Milionensalär“ wegfallen.

  7. Walter Kielholz will einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass seine Zeit schon lange vorbei ist und er nur noch eine Bürde und ein Ärgernis ist. Gut (…) hat der ewige Sesselkleber bei den anderen grossen Versicherer und Banken vor Jahrzehnten schon und bis heute seine «Entourage» (heute läuft das unter Netzwerk) als reine Machtsicherung platziert. Das ist heutzutage gerade deren grosses Problem. Walter Kielholz stiehlt der Jugend und der Welt ihre Zukunft. Wie alle Dinosaurier, die den richtigen Zeitpunkt des Abgangs um Jahrzehnte verpasst haben.

  8. W. Kielholz ist ein Pate der seine Guenstlinge zu plazieren weiss
    Realistischerweise nur eine Option: Aktien der Gesellschaft (en) in denen er involviert ist vermeiden

  9. Auch so einer, der noch nicht realisiert hat das seine Zeit seit Jahren abgelaufen ist! Sollte längst den Drömmle Bänkler Rohner grad auch noch an den Händen mitnehmen!

    Oje, diese zwei ewig Gestrigen, die sind ja noch schlimmer wie die alten Polit Säcke und Tussen in Bern!

  10. Kili’s meritokratisches Gedankengut scheint sich mit zunehmendem Alter (68zig) in elitäre Vetterliwirtschaft zu wandeln. Wer mich lange genug kennt, dem wird gegeben, Kili’s Daumen hoch – der Rest soll darben, Kili’s Daumen runter.

    Unter diesen Umständen führen alle Wege nach Rom und wir alle wissen was mit den dekadenten Römer passierte.

  11. Gaeaehn, was für eine langweilige Story. Es ist schon längstens bekannt, dass der gute alte WK auf seine Buddys zählt. Walter selbst ist ein Sesselkleber. Schade, dass viele Führungskräfte nicht merken, wann ihre Zeit abgelaufen ist und diese neuen Kräften die Führung überlassen sollten. Ermotti und Rohner gehören auch in diese Kategorie.

  12. Die Tatsache, dass Swiss Re das IPO nicht zu jedem Preis stattfinden lässt, ist doch eher ein Zeichen der Stärke. Was soll die Kritik daran?

    • @Roman: ich bin etwas irritiert – könnten Sie bitte Ihre Form der Ironie künftig klar als solche kennzeichnen.

      SwissRe verkackts komplett, und erreicht das gesetzte Ziel nicht, und nun ist das ein Beweis der Stärke???

      Ich versuche es mit Ihrem Ansatz mal am nächsten Beurteilungsgespräch „Lieber Chef, ich habe die Ziele nicht ansatzweise erreicht. Das ist aber ein Zeichen von Stärke – bitte mit Sonderbonus belohnen.“
      Lieber Roman, ich werde Sie dann wissen lassen, ob mein Chef auch so ein Komiker ist wie Sie.

    • Klar, und die Konsorzialbanken verzichten dann natürlich auf ihren Gewinn bei Emission und Fees 👍🙏😢😣

  13. Alles richtig. Herr Kielholz ist ein Strippenzieher mit vielen Verbindungen die er strategisch unterbringt
    Realistischerweise nur eine Konsequenz
    Aktien meiden

  14. Wellauer, schon unglaublich, wie der immer wieder irgendwo zu Millionensalären unterschlüpfen konnte. Irgendetwas ist schon oberfaul im Staate „Dänemark“.

    • Schön wär’s, wenn das Präsidium einer PK mit einem Millionensalär verbunden wäre. Leider liegt wohl nur etwa ein Zehntel drin. Wenn man schon vom Neid geplagt ist, sollte man sich auf bessere Beispiele konzentrieren (und vielleicht sogar die Umstände etwas besser kennen).

    • Ich habe mit Wellauer nach seinem Abenteuer in Winterthur zwei Jahre in der Chemie auf dem gleichen Stock gearbeitet. Vielleicht muss man mal akzeptieren, dass er wirklich ausserordentlich fähig und brillant ist, dazu waren alle Mitarbeiter einig, dass er sehr höflich und nett ist. Gesteht doch einem Mann auch zu, dass er aus seinen früheren Fehlern lernt und stoppt das Wellauer-Bahing

    • Mühlemann, Ospel, Kielholz, Ackermann, Gelmoti, Vincenz, Wellauer etc.

      Gemeinsam haben Sie? Brillanz, Durchsetzungsvermögen, Standhaftigkeit, Energie, hohe Frustrationstoleranz, keine Frage.

      Sie sind aber keine Unternehmer.

      Sie setzen grundsätzlich nur fremdes Geld ein.

      Sie sind hervorragende Selbstvermarkter.

      Die Firmen, denen Sie vorgeblich dienen, stellen sie in den Dienste ihres Egos, nicht immer, aber immer wieder.

      Viele von Ihnen gehen, von Grössenwahn geblendet, sogar in den Nahkampf gegen die eigene Unternehmensmarke, der sie nicht verzeihen, grösser als sie selbst zu sein, so wie weiland Kielholz und Wellauer bei der Winterthur, Marcel Ospel und Kumpane Moritz Suter bei der Swissair.

      Übrigens, wenn dann und wann von Soziopaten auf Chef-Etagen die Rede ist, was hier ja nicht aus obig-Erwähntem hergeleitet werden soll, ist auffallend, wie gewinnend sich diese Leute auch geben können, Verführungskunst gehört zu den Grundinstrumenten von Karrieristen jeder Art.

      Wahrscheinlich ist es aber gerechter, die Verführten für ihre bequeme Schwäche verantwortlich zu machen, als einen Wolf der Schafe reisst, mit Vorwürfen einzudecken.