Alpiq AG: Requiem in fünf Akten

Stromriese soll für billige 70 Fr. pro Aktie in CS-Vehikel landen – Drama mit „Dreamerin“ Leuthard – Kraftwerke bald versilbert.

Erster Akt: Die Geburt. Gerissene Romands und dümmliche Deutschschweizer

Alpiq AG, eine Fusion über den Rösti-Graben, sogar über drei Schweizer Sprachregionen hinweg (die Tessiner sind auch dabei, jedoch als Kolonisierte). EOS Holding, die Welschen, mit der Deutschschweizer Atel (Aare-Tessin) AG, welche vorgängig eigens dafür mit dem Kraftwerkbauer Motor-Columbus AG fusioniert.

Die staatliche französische Eléctricité de France (EDF) macht mit, bringt 50%-Bezugsrechte am Wasserkraftwerk Emosson mit ein, mit einer sehr stolzen Bewertung von 500 Millionen Euro und schiesst noch 210 Millionen Euro bar ein.

Für total 1 Milliarde Franken erhält sie 25% der Aktien. Die Fusion soll ein Champion der Elektrizitätswirschaft gebären: 11’000 Mitarbeiter, Kraftwerke in halb Europa, ein profitables industrielles Geschäft dazu (ex Motor-Columbus) – Alpiq AG wird als Europas Stromkonzern Nummer 3 eingestuft.

Ein kleiner Makel: Die Alpiq AG verfügt über keine Endkunden (captive-clients). Es ist ein reines Stromerzeugungsmodell: Man produziert Strom, um es den Stromverteilern in ganz Europa zu Grosshandelspreisen zu verkaufen.

Eigentlich wie es auf dem Papier die europäische Liberalisierung des Strommarktes vorsieht. Nur, es hält sich in Wirklichkeit niemand an die Regeln. Hintertüren noch und noch. Niemand will ohne Endkunden dastehen, die einen stetigen, garantierten Cash-Flow darstellen.

Alpiq AG ist eine Ausnahme.

Der Start der Fusionsverhandlungen schüttelt durch. Die EOS-Romands behaupten seit Anfang an, dass die Kraftwerke, welche sie in die Fusion einbringen, einiges mehr wert seien als die von der Atel AG eingebrachten Aktiven.

Die Deutschschweizer lassen sich in nie enden wollenden Sitzungen von den Welschen übertölpeln und willigen ein, der zukünftigen Aktionärin EOS Holding (nun ein reiner Stromverteiler im Welschland) exorbitante 1,8 Milliarden Schweizer Franken als Kompensation zu bezahlen. Ein Wahnsinn.

Das neugeschaffene Konstrukt Alpiq AG verschuldet sich somit heavy, um die eigene Aktionärin EOS Holding zufriedenzustellen. Ein denkbar schlechter Start. Trotzdem, der Börsenkurs ist bei 550 Franken.

Zweiter Akt: frankophone Mauer

Es ist nicht einfach, mit den EDF-Enarchen (Absolventen der staatlichen Eliteschule École Nationale d’Administration, ENA) zu geschäften. Es ist noch viel schwieriger, diese Leute als Anker-Aktionäre (25%) zu haben und im Verwaltungsrat mit ihnen zu hantieren.

Grabenkämpfe sind die Folge, wobei die Deutschschweizer der ehemaligen Atel/Motor-Columbus stets den Kürzeren ziehen.

EOS (31,4%) und EDF (25%), ein frankophoner Block, der zusammenhält. Die EDF-Franzosen achten ausserdem peinlichst darauf, dass die Prognosen von einigen Bankenanalysten nicht zur Realität werden: Alpiq AG, Stromkonzern Nummer 1 in Europa.

Dritter Akt: Zyklen, Träumer und Fukushima

Das Energiegeschäft in Europa ist hochkomplex. Jeder europäische Staat in Europa wacht darüber, dass seine Energieversorger nicht von einem ausländischen Konkurrenten geschluckt werden.

Der Investitions- und Planungshorizont ist lang, und es bedarf eines gesunden finanziellen Polsters und intakter Kreditfähigkeit, um das Auf und Ab der Wirtschaftszyklen (welche Schwankungen in den Stromgrosshandelspreisen verursachen) bequem zu überstehen.

Alpiq AG verfügt weder über das finanzielle Polster noch über die notwendige Kreditfähigkeit, um sich noch mehr zu verschulden. Maxed out, Aktionärin EOS Holding sei Dank.

Und dann kommt Fukushima. Es bricht in die kollektive Angstcortex des Global Village ein wie der vorangehende Tsunami und bringt viele opportunistische Politiker auf die Idee einer unmöglichen Energiewende, weg von der Atomkraft und den fossilen Brennstoffen, hin zur angeblich heilen Welt der erneuerbaren Energien.

Milliarden werden dafür benötigt, jedoch sollen die Bürger nicht einen höheren Strompreis bezahlen, denn das generiert Unzufriedenheit und kostet Wählerstimmen. Die Stromerzeuger geraten in eine schwierige Situation.

An vorderster Reihe der Energiewenden-Dreamer Europas, Bundesrätin Doris Leuthard. In Sachen Energie inkompetent bis zum Knochenmark.

Alpiq den Garaus gemacht: Leuthard (Coop)

Die Frau bringt die eigenen Stromversorger an den Rand des Zusammenbruchs: Ein Grossteil des Kraftwerkparks der Alpiq AG (Kohlekraftwerke in Tschechien, Gaskraftwerke in Italien, Atomkraftwerke in der Schweiz) ist aufgrund des neuen Politspleens Energiewende plötzlich fast wertlos.

Doch des Unheils nicht genug, der massive schnelle Aufbau von subventionierten Windkraftwerken in Deutschland schafft zusätzlich einen Angebotsüberhang an Elektrizität in Europa, während die Nachfrage stagniert.

Das Resultat sind stark sinkende Stromgrosshandelspreise. Alpiq AG kommt langsam an den Rand der Zahlungsunfähigkeit, kann kaum die Zinsen der Kredite bedienen. Die Aktionäre werden gebeten, auf Dividenden zu verzichten und Kapital nachzuschiessen.

Obwohl die staatliche französische Aktionärin EDF über unendliche finanzielle Kreditfähigkeit verfügt, sperrt sie. Aktionärin EOS Holding, welche auf den Milliarden der von Alpiq AG erhaltenen Ausgleichszahlung sitzt, blockt ebenfalls.

Geld gibt es somit von den Aktionären nur tröpfchenweise und in Form von Hybridanleihen. Der einst stolze Aktienkurs sinkt erheblich. Es geht langsam ans Eingemachte.

Vierter Akt: Altbiblische Sprüche oder von Tuten und Blasen keine Ahnung

Die CEO der Alpiq AG, eine ehemalige Chefin von ABB Schweiz, hochgehypte Industriemanagerin aus dem Südbadischen namens Jasmin Staiblin, verfügt im hochkomplexen Stromhandel, Kernkompetenz der damaligen Atel AG, über keine Erfahrung.

Zur Belohnung im Zurich-VR: Staiblin

Die Resultate und die unsägliche Zick-Zack-Strategie untermauern dies. Die Frau versucht zuerst, in vollkommener Verkennung der bekannten Zyklen, die Wasserkraftwerke der Alpiq AG zum Zeitpunkt tiefster Strompreise zu veräussern, um den industriellen Teil zu behalten. Niemand bietet den geforderten Preis.

Die Situation verschlimmert sich zusehends. Der ehemalige CEO der Swisscom, Jens Alder, wird als VR-Präsident geholt, um der schlingernden Staiblin zur Seite zu stehen. Alder, der damals von der Swisscom als beleidigte Leberwurst ging, weil er von Bundesrat Christoph Blocher die Erlaubnis nicht erhielt, Milliarden der Swisscom in den ausländischen Sand zu setzen (was seine Nachfolger dann ohne Blochers Kontrolle in Italien mit dem Kauf der Fastweb glänzend bewerkstelligten) – soll nun also Staiblin führen und kontrollieren.

Swisscom, Alpiq: Alders Ausweis

Der altbiblische Spruch “wenn ein Blinder einen anderen Blinden führt” bewährt sich in der Folge bei der Alpiq AG bestens.

Im für die Alpiq AG lebenswichtigen Stromhandel unterlaufen dem Duo eklatante Fehler – äusserst teure Fehler. So werden, trotz Warnungen, die Handelserträge in Fremdwährungen nicht abgesichert. Dann wird zu spät und zu teuer abgesichert. Man läuft voll in den Frankenaufwertungs-Hammer rein.

Die Stromverkaufspreise werden ausserdem, im ungünstigsten Zeitpunkt tiefster Preise, für drei Jahre mittels langfristigen Lieferverträgen mit den Abnehmern fixiert, unter anderem mit den Stromverteilern in der Westschweiz, welche im Besitz der eigenen Aktionärin EOS Holding sind.

Obwohl sich die Grosshandelspreise für Strom dann graduell um 21% erhöhen, erhält Alpiq AG aufgrund der Lieferverträge mit fixiertem Preis weiterhin ein Butterbrot für ihren Strom, während sich die Endverteiler eine goldene Nase daran verdienen. Die EDF-Franzosen haben es satt, sie wollen aus der Alpiq AG raus, möglichst ohne Schaden.

Die CEO Jasmin Staiblin und ihr Boss Alder wracken in der Zwischenzeit die ehemals stolze Alpiq AG ab, um die Verschuldung zu senken. Der Industrieteil wird für 850 Millionen Franken an den französischen Multi Bouygues verkauft – Staiblin und Alder heften sich medienmässig diese Medaille an, obwohl die Transaktion eigentlich nur dank den Beziehungen und den langjährigen Gegengeschäften der französischen Aktionärin EDF mit dem Bauriesen Bouygues eingefädelt werden kann.

Trotzdem, Bouygues fühlt sich nachträglich mit dem Deal über den Tisch gezogen, fordert 205 Millionen Franken von der Alpiq AG zurück. Rechtshändel offen.

Schlussakt: Gewinner und Verlierer

EDF kündigt den Aktionärbindungsvertrag. Genug Alpen und Helvetien. Unter dem Strich wohl ein Verlustgeschäft – trotz der damals überaus grosszügigen Bewertung der eingebrachten 50% Bezugsrechten am Kraftwerk Emosson. Die Reibungen zwischen der deutschen CEO Staiblin und den französischen Verwaltungsräten der EDF werden immer grösser. Staiblin möchte den restlichen Teil der Assets gross abschreiben, die Franzosen blockieren.

Alder interveniert, Staiblin “verlässt” das Unternehmen: 9 Millionen Franken Gehalt und Boni hat sie in rund 5 Jahren bekommen, hinterlassen tut sie jedoch wenig Gutes.

Randbemerkung: Weder Staiblin noch Alder haben jemals nennenswert Aktien von Alpiq AG gekauft noch besessen. Nur Bares ist Wahres. Jens Alder übernimmt nun die Doppelrolle des CEO und VR-Präsidenten des Verwaltungsrates. Vasella 2.0, sozusagen.

Alder gilt intern als der Mayordomus der Franzosen. Er soll den Verkauf des EDF-Anteils möglichst geräuschlos über die Bühne bringen. Diese verlangen ultimativ, dass kein anderer Aktionär mehr Geld pro Aktie bekommt, als sie selber (70 Franken pro Aktie).

Schmelzen wie in Juli-Sonne: Atel-Aktienkurs (Swissquote)

Obwohl der Buchwert der verbleibenden Aktiven der Alpiq AG 130 Franken pro Aktie beträgt, wird ein klassischer Squeeze-Out das Resultat für die Kleinaktionäre sein. Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass das (Fairness-Opinion) Gutachten von PWC nichts Anderes als den Befehl der Franzosen reflektiert, niemanden mehr als 70 Franken pro Aktie zu gönnen.

Aus Europas Elektrizitätsunternehmen Nummer 3, mit 11’000 Mitarbeitern und nachgesagtem Potential zur Nummer 1, bleibt nach der Ära Staiblin/Alder ein unbedeutender regionaler Stromerzeuger mit rund 1’000 Mitarbeitern.

Doch nicht genug.

Nun sollen auch die restlichen ausländischen Elektrizitätswerke der Alpiq AG nach dem Willen der neuen Besitzer (135 Schweizer Pensionskassen und der von ihnen geäufnete und von der CS verwaltete Infrastrukturfonds) verkauft werden. Der Betrieb der Kraftwerke in der Schweiz benötigt dann genau 130 Mitarbeiter.

Früher oder später, jedoch spätestens nach einem kräftigen Anziehen der Strompreise (ist ein voraussehbares Szenario, aufgrund der Stillegung weiterer Fossilkraftwerken in Europa und der forcierten Entwicklung der E-Autos; VW allein will in den nächsten 10 Jahren 22 Millionen davon verkaufen) werden die verbleibenden Schweizer Kraftwerke der Alpiq AG teuer versilbert werden.

Die Alpiq AG wird dann längst Geschichte sein, während die entlassenen Mitarbeiter und die Kleinaktionäre wieder einmal als Geprellte dastehen. Amen.

Kommentare

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  1. Sicherlich gut recherchiert und geschrieben, aber mir zu langfädig, verspielt und zu wenig auf den Punkt. Zudem: Was bringen mir minutiöse Beschreibungen von vergangenen Dramen und persönlichen Intrigen irgendwo in der Stratosphäre, die ohnehin kein Normalbürger mehr ändern oder künftig verhindern kann. Aktuelle Trends, Transformationen, Risiken und (Investment-)Chancen am Finanz- und Arbeitsplatz Schweiz – das interessiert mich.

    • Wer die Geschichte nicht kennt ist verdammt, die selben Fehler zu wiederholen.

  2. Tja, eine Porca Miseria…..

    Das unter der Energiewende ausgerechnet die saubersten Stromerzeuge unrentabel werden…… während in Deutschland die Haushalte und die Industrie rekordhohe Energiepreise bezahlen müssen…. Wahnsinn.
    Dann wäre es besser man würde sie verstaatlichen.
    Die aufberste Energieerzeugung quasi stillegen…. das darf nicht sein.
    In Deutschland stehen Stahlproduzenten, Glashersteller, Aluminiumhütten usw. alle vor dem drohenden Aus.
    Die Energiepreise sind die höchsten in Europa und der Strom ist nicht mal mehr sicher.
    Lastabwürfe treffen viele Firmen schon regelmässig und sie werden oft nur 10 Minuten vorher angekündigt.
    Dabei kann man schon froh sein das die noch angekündigt werden können….. denn beim Strom muss bei Netz-Schwankungen alles sehr schnell gehen…. sonst kommt es zum Blackout.

    Anstatt zu erkennen was in Deutschland alles falsch läuft, machen wir es nach. Wie Dumm sind wir eigentlich ?
    Aber die Bundesrätin mit ihrer „Grande Miseria“ hat sich ja vorher noch schnell davongemacht.

    Und alle wollen sie E-Mobile haben, ich meine die Sozipolitiker.
    Dabei hat noch niemand die Frage beantworten können ….. was passiert wenn Abends plötzlich 500ooo oder auch 2 Millionen E-Mobile ihre Batterien ans Netz hängen und geladen werden wollen. Und was wenn die am Arbeitsplatz laden, über den Tag laden wollen wo der Verbrauch eh schon gross ist?

    Das ganze Stromnetz müsste ergänzt werden…. und zwar bis in die private Garage hinein, denn wenn in einer Seitenstrasse 20-50 E-Mobile dazukommen…. sind schon die Verteilerkästen an der Strasse überlastet.
    Die vielleicht „intelligenten“ Stromzapfsäulen regeln in so einem Fall einfach so lange runter bis alles gleich mässig geladen wird.
    Wer dann Morgens glaubt seine Batterie sei voll, könnte eine Überraschung erleben.

    Ich sehe da noch Kosten ungeahnten Ausmasses und dabei gerade auch für die Hausbesitzer.

    Die Energiestrategie 2050 ist gescheitert, aber niemand will es zugeben.
    Die Atomkraftwerke müssen am Netz bleiben, ja wir sollten neue bauen die viel viel sicherer sind.
    Stichwort Bn-800, ein Typ der in Russland bereits im kommerziellen Testbetrieb läuft und als Flüssig-Salz Reaktor konzipiert ist.

    Flüssig Salz Reaktortechnik bedeutet das so ein Atomkraftwerk nicht nur 4 % der Energie aus den Brennstäben ziehen kann, sondern 96%. Das heisst, das Brennmaterial ist in den Werken nicht in Form von Brennstäben, sondern im Kühlmaterial eingebracht.
    was übrig bleibt muss nur noch 300 Jahre Endgelagert werden.
    Diese werke können auch die endgelagerten Abfälle aus den Brennstäben verwerten. Aus Abfall wird so Brennmaterial.
    Zudem, passiert bei einem Flüssig-Salz Reaktor ein Wasser. Strom oder Komponentenausfall, geht der Reaktor in den Ruhezustand über und verharrt dort. Er benötigt kein Strom, kein Kühlwasser und keine aktiven Massnahmen dazu, denn er erwärmt sich nicht und es kann so keinen Gau geben.

    Warum wird in der Schweiz über diese neuen Generationen nicht Diskutiert ?

    Ja klar, die Sozis folgen ihrer Ideologie und wollen von ihren Dogmen nicht abrücken. Man hat sich darin ja nun sooo schön eingerichtet und das Volk erfolgreich erpresst.

    Bildung fehlt den Sozis weitgehend, lesen scheint bei denen eine abartige Tätigkeit zu sein…… oder warum sind die sonst derart unfähig?

    • Es gibt noch Intelligenz in der Schweiz. Absolut für Flüssigsalzreaktoren. KEIN Weg führt daran vorbei. Alleine schon vor die Alternative gestellt, Endlager für hochradioaktive Abfälle zu suchen und zu betreiben oder das ‚Dreckszeugs‘ zu verstromen, kommt man schlüssig zur einzig richtigen Marschrichtung.
      Thorium als Brennstoff wäre auch um ein Vielfaches häufiger in der Erde zu finden als Uran.

  3. Hoffentlich hat der Stilllegungsfonds für Kernanlagen und Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke STENFO nicht zuviele Alpiq Aktien…

    Was mich schon lange interessiert – Frage an die Energieingenieurin: Weshalb nimmt eigentlich die Radioaktivität bei schlechtem Börsengang ab oder entfällt bei einem Börsencrash gänzlich? Wenn dem ja nicht so wäre, dürfte die STENFO doch gar keine Wertpapiere halten – oder? https://www.stenfo.ch/de/Dossier/Aktuelle-Jahresberichte

  4. Bin auch Aargauer. Und freute mich damals, als unsere BundesDoris den Ausstieg aus der Atomenergie bekanntgab. Damit konnte sie bei mir als Mann und vor allem bei den Frauen punkten. War leider nur Luft- und Biswind. Sie knickte mit der Energielobby ein und verpackte ihren Rückzieher modisch gekonnt verpackt. Alpiq als einer der grössten Ausstiegsgegner bekommt gerechterweise die Rechnung dafür, aufs falsche Ross gesetzt zu haben. „Habe fertig“…

  5. Bravo (Isabel Villalon), schlicht bravo! So wahr und so traurig. Und es geht weiter.
    Leider fehlt die Darstellung der Rolle von E. S.

  6. Das glaubt doch kein Mensch dass das alles zufällig geschieht, bzw.normale „Marktverwerfungen“ sind.
    Again: der Angriff auf die Schweiz läuft weiter. Alussuisse, Swissair, Oerlikon, Sulzer, Ritter auf dem Seziertisch, filetiert, verstümmelt, neu verpackt und an allerlei Hasardeure und Desperados verkauft. Was hat die Braut noch an, SBB, Swisscom? Wollen wir wetten, 100 Euro, in ein paar Jahren in diesem Blog hier, die gleichen Kommentare…

  7. Habe die schreckliche Zeit unter Staiblin hier miterleben dürfen. Ein Desaster sondergleichen. Dabei hat sie sich selber finanziell saniert.

    Eine brillante Analyse, Frau Villalon. Hut ab.

  8. Vielen Dank, Frau Villalon, für diesen großartigen Artikel.
    Die unglücklichen Entscheidungen, die Sie anklagen, sind typisch und wiederkehrend für Finanzgeschäfte, die von öffentlichen Institutionen durchgeführt werden.
    Vergessen wir nicht, dass Energieversorger Unternehmen sind, die, wie die berühmte Canada Dry Anzeige sagt, „die Farbe eines Unternehmens haben, den Geschmack eines Unternehmens, aber keine Unternehmen sind“.
    Tatsächlich werden die Aktien hauptsächlich in öffentlichen Händen gehalten, und ihr Markt ist ein Monopol, das durch eine staatliche Konzession erworben wurde.
    Tatsächlich werden diese so genannten Unternehmen von Menschen aus der Politik geführt oder zumindest von Menschen aus der Politik ausgewählt. All diese Menschen haben eine Vision und eine Wirtschafts- und Kapitalerfahrung, die sich deutlich von der erfolgreicher Geschäftsleute unterscheidet.
    Bei allem guten Willen der Welt führen diese Versuche des „öffentlichen industriellen Kapitalismus“ zu dem Wunsch, einen Fisch von einem Vogel zu gebären.

  9. Ich denke die Situation von Alpiq ist im Artikel ziemlich gut wiedergegeben.
    Leider haben wir in der Schweiz immer noch viel zu viele Top-Manager, bei welchen sich das „Top“ lediglich auf die Hierarchie und ihre Saläre und keinesfalls auf ihre Leistung bezieht.
    Bei so vielen Top-Headhuntern ist mir das „Stuffing“ eigentlich schleierhaft und ziemlich desaströs für unsere Wirtschaft und Arbeitsplätze.

  10. Sehr geehrte Frau Villalon
    Vielen Dank für Ihre Darlegungen, welche uns einen Wirtschafts-Krimi der Extraklasse eröffnen!

    Und auch meine Anerkennung an den Mut des Alpiq AG-Insiders, welcher Ihnen diese Intena wohl zugänglich gemacht hat.

    Freundliche Grüsse vom Bodensee

  11. Gratuliere Frau Villalon.
    Dieser Artikel ist unglaublich gut geschrieben.
    Nichts vergessen, von Leuthard bis Adler und Staiblin

  12. Mir ist unverständlich, dass Energie im besonderen Strom, als „eine Art Versuchs-Strategie mit spekulativ marktwirtschaftlichen und scheinökologischen Gesichtspunkten“ produziert werden soll. Strom ist das „Blutplasma unserer Gesellschaft“. Da stellt sich nur eine Frage – haben wir Strom oder nicht. Stellen wir einem Land den Strom für 7-14 Tage z.B. im Winter ab, so entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden in der Grössenordnung eines kriegerischen Konflikts. Um den zu vermeiden oder zu gewinnen geben wir pro Jahr 6 Milliarden in der Schweiz und 1700 Milliarden weltweit aus. Analog einer Wasserversorgung ist es sinnvoll bedarfsgerechte autarke, aber vernetzte und diversifizierte Produktionsanlagen zu betreiben. Dadurch ist ein Ausfall lokal begrenzt und hat kleinere Auswirkungen. Im Moment hängen wir alle an einem zu „grossen“ europäischen Netz und helfen uns gegenseitig über relativ grosse Distanzen aus. Jede Region/Land ist in der Pflicht ihren Hauptbedarf selber zu decken. Das ist keine Tummelfeld für politische oder idiotlogische Auseinandersetzungen, sondern ein Leistungsauftrag. Die Elektrizitätsgeschichte der Schweiz ist eine technologische Erfolgsgeschichte. Lassen wir diese Leute ihren Job machen und wenn die eine Lösung sehen, dann nehmen wir die – es sind Fachleute. Das das etwas kostet und auch Gefahren beinhaltet scheint klar, steht aber in keinem Verhältnis zum Nutzen.

  13. Etwas verkürzt, sehr salopp, aber im wesentlichen auf den Punkt gebracht ! Gut beobachtet ! Mit einer Ausnahme: Atel und ihre Deutschschweizer Aktionäre wurden zur Fusion gezwungen, durch UBS, EDF, EOS etc. und die Sturheit gewisser CH-Staatskonzerne, die eine Alternative hätten bieten können. Und der Wilhelm Tell des Finanzplatzes Schweiz, Martin …., bleibt schön ruhig. Warum wohl ?

    • Wilhelm Tell des Finanzplatzes Schweiz? Martin… hat in seiner Karriere Null und Nichts uneigennützig gemacht; er war (und ist) über weite Strecken sensationell erfolgreich, aber eben „nur“ ein Raubtierkapitalist erster Güte. Sorry, wenn ich das sage!

  14. Natürlich…..

    Diese Ausländer sind der Schweiz nicht verpflichtet, für die ist das nur eine Anstellung zum Geld verdienen.
    Leben werden die irgendwann wo anders.

    Aber zum Thema Elektro-Auto…….. also das wird so nicht stattfinden.
    Denn hat nicht gerade ein Auto-Konzenrnmanager selber gesagt, das keine Nachfrage nach E-Mobilen vorhanden ist ?
    Das heisst, natürlich gibts ne Nachfrage, aber in den Dimensionen eines VW Konzerns sind das kleinstmengen.

    Gukste hier….

    https://www.eike-klima-energie.eu/2019/02/04/elektromobilitaet-erfolg-nur-durch-staatliche-marktverzerrung/

    Und nur dort wo die Politik die Autofahrer entweder mit Vergünstigungen, Subventionen oder Strafmassnahmen für Konventionelle Verbrenner beglückt, kommen die E-Mobile über ein Dasein als Randphänomen hinaus.
    Norwegen ist so ein Land, aber eben nur das eine…..

    • Wo werden die riesigen Mengen an Elektroauto-Batterien einst entsorgt???
      In der Politik redet man gar nicht darueber! Es will alles nur schoen dargestellt mit den Elektroautos.
      Wie den AKW, wird man dann jahrzehntelang so tun also wuerde man eine Loesung suchen wollen.
      Die Probleme werden spaeter von den Bundeshausinsassen staendig schubladisiert.

    • @ Torpedo….

      beim Recycling von Batterien kann nicht alles Material wiederverwendet werden.

      Gerade das Lithium welches in grossen Mengen in den Batterien Verwendung findet, wird ebenfalls zu Abfall und obendrein zu einem Abfall der so hochgiftig ist, dass man ihn neben dem Atommüll ins Endlager verfrachten muss.
      Das Zeug bleibt ewig Hochgiftig.

      Man hat zudem ausgerechnet das wir auf der Erde, mit den bekannten Vorkommen an seltenen Erden wie Kobalt usw. lediglich 1.6 Milliarden Autobatterien herstellen können.
      Da wir aber die Hälfte der seltenen Erden für die Akkus von Werkzeugmaschinen benötigen, dürften es nur gerade 800 Millionen werden.
      Und die Exploration von Bodenschätzen ist heute schon sehr ehr weit fortgeschritten, wirklich neue Lagerstätten werden kaum noch gefunden.

      Also 800 Millionen E-Mobile können es werden…. dann fängts an zu kriseln…..
      China hat im eigenen Land aber schon einen Bedarf von 800 Millionen Autobatterien….. und das Land ist der weitaus grösste Lieferant seltener Erden.
      Eine Batterie hält 8-10 Jahre, wenn nicht dauern schnell geladen wird. Obs wirklich regelmässig nur schon 10 Jahre werden, ist ebenfalls noch nicht hinreichend klar.

      Ich bin gespannt wie das ausgeht…..?

      Für die Umwelt ist es sauberer wir bleiben beim Dieselmotor und machen Strom aus Atomkraftwerken.

      Windräder sollten wir verbieten, denn die kosten nur Umwelt, bringen Milliarden Insekten und Millionen Vögel samt Fledermäusen zu Tode.
      Und deren Infraschall ist eine Umweltverschmutzung die weit schlimmer ist wie die der Handyantennen.

  15. Erschreckend aber leider war! Nach der Panikmache von Grins-Doris durch Fukushima (die Ursache der Katastrophe war nicht die Nukleartechnologie, sondern nicht gewartete und damit nicht funktionierende Sicherheitseinrichtungen und die anschliessende übliche Schönfärberei der Japaner) und einer chaotischen Energiewende in Deutschland mischen nun CS-Typen bei der Strompolitik mit – Gute Nacht!
    Haben Sie „Blackout“ von Marc Elsberg schon gelesen? Wenn nicht – ist Pflichtlektüre! Sie werden zumindest Ihren Trinkwasservorrat im Keller erhöhen.

    • Zwei oder drei Batterien wären vermutlich dann auch noch sinnvoll. Sonst wird es schwierig, die Flaschen im Dunkeln zu orten.

    • Danke für die kritische Realitätsbetrachtung.

      Schon erstaunlich, wie recht inkompetente Leute in diesem komplexen internationalen Branchen-Feld „Energie“ in den oberen Rängen als Führungs-Figuren eingesetzt werden – ob Frau oder Mann spielt keine Rolle. Solche Figuren müssen im Hintergrund zwangsläufig Beratungs-Flüsterer haben – sprich Lobbyisten – die dann schön nach dahinterstehendem Interesse steuern können. Dies im Sinne der Mächtigen, nicht im Sinne der Schweiz und der Schweizer Bevölkerung. Fehlende Fachkompetenz aufgrund mangelnder Ausbildungskompetenz und internationaler Branchen-Vernetzung führen zu fehlendem Wissen und damit zu katastrophalen Fehlentscheiden, wie man hier sieht. Bezahlen kann die Bevölkerung, und dann ist die Angelegenheit immer noch lange nicht in Ordnung, während die Preise für das Endprodukt steigen und steigen. Viel Kosten-Aufwand für eine konzeptlose Energie-Strategie mit wenig Output. Das ist auch eine Art der Ausplünderung.

    • @Blackout:
      Die eigentliche Ursache für den Auslöser der Katastrophe war ein gezielt künstlich erzeugtes Seebeben vor der Küste Japans.

      Ja ich weiss, das tönt in den Ohren vieler Mainstream-Jünger wieder nach Verschwörungstheorie – aber wer genug tief gräbt, wird unweigerlich auf diese Tatsache stossen…

      „Geo-Engineering“ wird seit den 1950er Jahren betrieben, und wer glaubt dass es so etwas nicht gibt (siehe auch Chemtrails, Regenbekämpfung während den Olymp. Spielen in Peking, Hagelbekämpfung, etc. pp.), nur weil die Mainstream-medien darüber nicht berichten (dürfen), hat keine wirkliche Kenntnis davon, wie unser (krankes) System überhaupt funktioniert und wie wir tagtäglich verarscht werden…

    • Die Frage ist nicht ob je wieder ein AKW „hochgehen“ wird oder nicht. Die Frage ist: Wann wird das nächste AKW „hochgehen?“ Wieso und warum, ob nun Fukushima, Tschernobyl oder Harrisburg (wo den Amis bis heute klar ist wieviel Glück im Unglück sie eigentlich hatten), spielt nun wirklich keine Rolle. So gesehen hat Doris Leuthard alles richtig gemacht. Denn sie wusste wir rückständigen Schweizer mit unseren superalten AKW’s würden ein Atomausstieg 2030 an der Urne nie gutheissen. Die Japaner, Russen oder Amis dachten auch mal so (dämlich und hinterwäldlerisch), «uns kann das nicht passieren.» Schon unglaublich und peinlich, was für eine kaputte und zerstörte Welt wir unserer Jugend hinterlassen. Einfach nur weil wir alle den Hals nie vollkriegen.

      By the way, Angela Merkel ist auch Atomphysikern und war einst auch für AKW’s. Nach Fukushima war ihr schlagartig bewusst, Fukushima kann immer und überall passieren. Auch bei der Titanic dachten wir, wir haben alles im Griff. Dann kam die Jungfernfahrt …

    • Blackout hatte mich so richtig gefesselt. Eines der besten Bücher der letzen Jahre, so realistisch am Puls der Zeit. Sollte heutzutage Schullektüre sein.

  16. Energie Finanz-Analyst
    Es ist erstaunlich, dass zugelassen wird vom Bundrat, dass Alpiq spottbillig in die Hand von dieser windigen CS Clique gelangt. Mit der Energiestrategie 2050, wo Alpiq eine bedeutende Rolle spielen wird, muss sichergestellt werden, dass die heikle Energieversorgung jederzeit gewährleistet ist und Alpiq nicht als Spekulationsobjekt von irgendwelchen unkompetenten (Stroh-)leuten geführt wird. Mit der wahrscheinlichen Absicht im Hinterkopf eines späteren viel teureren Weiterverkaufs mit grossem Gewinn nach dem spottbilligen Zwangs-Auspressen der Kleinaktionäre

    • Kapitalismus verhält sich zum Raubtierkapitalismus
      wie Wasser zu nassem Wasser…

  17. Endlich einmal eine realitätsnahe Darstellung der Verhältnisse und des unsäglichen Hypes Staiblin (und Alder). Danke.

    • vielleicht sollten sie das den zürich Aktionären mitteilen, persönlich. viel interessanter ist/wäre zu wissen, wer denn genau diese mehrfachmutter JS für diesen posten im vr vorgeschlagen hat, würde noch ein paar schweizer frängli dafür aufwerfen

    • @Querfront

      Wohl der dümmste, unqualifizierteste Kommentar des Jahres. Gratuliere.

    • Sorry, aber das Trauerspiel um den „Ausverkauf“ des Traditionsunternehmens Alpiq hat nun echt weder was mit rechts, mitte oder links zu tun. Das ist schlicht und einfach blamabel für jeden Rechtsstaat! Keine Ahnung, woher Sie irgendwelche Fäden zur angesprochenen Partei spinnen?

    • Sind Sie der Mann von Grinsdoris oder der schwäbischen Scheiblin oder managen Sie in der CS herum? Was sind denn alternative Fakten, lassen Sies doch einfach bei Fakten bewenden.

    • @Querfront:
      Ja dann glauben Sie doch einfach die schöne heile Welt und das Gutmenschengetue aus der System-Lügenpresse…