Swiss Banking 2019: Keine Leader, keine Werte, keine Innovation

Was es braucht: Handwerker, die vom Kundennutzen beseelt sind, statt von Bonusgeilheit getriebene Alpha-Narzissten.

Boni ohne Ende, Zürcher Filmfestspiele, Bestandes-Blondinen als Ehefrauen, Herrliberger Villen mit Wellness-Oasen und Rundbibliotheken und ein nach frisch umgepflügter Erde riechendes Grab irgendwo in der Agglo, dasjenige des Sicherheitsmannes T.

Dies die kurze Bestandesaufnahme des Swiss Bankings 2019. Ein Drama.

Sogar der Debattierclub des zwangsfinanzierten Schweizer Service Public Senders sah sich bemüssigt, eine Schlaftabletten-Sendung darüber abzuhalten, in der sich kein Vertreter der zwei Grossbanken blicken liess.

Nur der obligate Grüssaugust der Bankenvereinigung durfte dort seinen überflüssigen Senf beitragen. Eine kommunikative Abdankung.

Was ist los mit dem Swiss Banking, wenn die angeblich grösste, gehypte Innovation auf dem Schweizer Bankenplatz von einer 15-köpfigen Start-up Bank namens Neon zusammen mit einer Regionalbank in der Aargauer Pampa kreiert worden sein soll? Vieles ist los. Nur nicht in der richtigen Richtung.

Da wäre mal der Reputationsverlust. Mittlerweile haben die Banken keine Reputation mehr im Land. Dies verdanken sie insbesondere ihren Führungsfiguren, der sogenannten Leadership.

Das Volk sieht in den Führungsgremien der Banken keine integren Männer und Frauen mehr, sondern Abzocker, Narzissten und Hampelmänner irgendwelcher ausländischer Aktionäre im Hintergrund.

In der Tat, die Bodenhaftung wurde von Leuten wie Thiam, Rohner, Ermotti und Weber längstens verloren – falls sie je vorhanden war. Auch Figuren zweiten Grades, wie ein Zeno Staub oder ein Martin Scholl, kommen abgehoben und überheblich rüber. Und der Mann aus den Bergen war leider nur eine Chimäre.

Nun, wie ein Bekannter am MIT (Massachusetts Institute of Technology) behauptet: Banken werden zukünftig nichts weiteres als überall gleich stattfindende digitalisierte Prozesse sein.

Da die Prozesse und die digitalen Oberflächen für die Kunden vollkommen austauschbar sein werden, wird der einzige vom Kunden erkennbare Unterschied zwischen Banken daher nur aus den Werten bestehen, welche eine Bank und deren Führung gegen aussen glaubwürdig darstellen. Auf Neudeutsch: Die Story muss echt sein.

Also „Game over“ für die Schweizer Banken? Denke nicht.

Die so gerne hofierten UHNW Kunden unserer Schweizer Banken sind wahrscheinlich aus dem selben Holz geschnitzt wie die Leader im Swiss Banking, deshalb fühlen sie sich unter ihresgleichen sogar wohl. Spiegelbilder unter sich, sozusagen.

Oder wie denken Sie, hat ein indischer Stahlbaron seine erste Milliarde geschafft? Was unterscheidet einen russischen Oligarchen vom Verteidigungsminister von Mosambik oder von einem New Yorker Immobilien-Tycoon?

Wenig.

Was Werte im Allgemeinen betrifft: Die Swiss Banking Leadership kann sich auf die Dauer nicht verstellen. Hochglanz-Blabla auf der einen Seite und ein Benehmen wie ein borniertes Arschloch auf der anderen, das beherrschen nur äusserst talentierte Schauspieler. In Hollywood geniessen die jedoch ein weitaus spannenderes Leben.

Banken, die sich um Werte einen Deut scheren, sollten sich daher zukünftig ausschliesslich dem Geschäft mit ihren Spiegelbildern, den UHNW Kunden, widmen.

Aufgrund der definitiven Trennung vom Volk dürfen solche Banken auf keinen Fall vom Staat (dem steuerzahlenden Bürger) erwarten, bei einem gravierenden „System Failure“ gerettet zu werden. Rettet euch selber unter euresgleichen (was bei der CS auch der Fall war).

Eine Grossbank funktioniert jedoch meistens nicht allein mit den UHNW Kunden – eher das Gegenteil ist der Fall. Die Banken brauchen uns Otto-Normalsparer und Hypothekar-schuldner für ihr Brot-und-Butter Geschäft.

Sie sollten daher ihre Leader und die Werte, welche sie projizieren, auf Übereinstimmung prüfen, um sich langfristig erfolgreich und insbesondere glaubwürdig bei den Bankkunden zu positionieren.

Doch Werte und Leader sind das Eine, die angewandten Technologien das Andere. Und auf diesem Gebiet hapert es in der Schweiz auch ganz gewaltig.

Es fängt damit an, dass Mitglieder von Banken-Geschäftsleitungen von IT keinen blassen Schimmer haben – von Digitalisierung ganz zu schweigen.

Projekte in Milliardenhöhe werden daher vom CEO an den jeweiligen IT-Verantwortlichen der Bank delegiert. Der schart eine Gruppe Jungtürken um sich, welche sich dadurch auszeichnet, dass sie eine möglichst für den Rest der Bank unverständliche Geheimsprache spricht. Der CEO und der VR tappen dabei im Dunkeln. Game over.

Wie wollen die Schweizer Banken innovativ sein, wenn deren Leader technologische Analphabeten sind? Gibt es etwa ein einziges Mitglied der Geschäftsleitung einer Schweizer Bank, welcher fähig ist, Code zu schreiben? Warum nicht? Wo ist die bei Mitarbeitern so oft geforderte Fähigkeit geblieben, ein Leben lang zu lernen?

Die Unfähigkeit einer ganzen Leader-Generation im Swiss Banking lässt sich durchaus sehen: Die Bewertung der beiden Schweizer Grossbanken fiel von 200 Milliarden Franken auf nur 70 Milliarden in gut 20 Jahren, während die Bankgebühren um etwa 80% erhöht wurden.

Die volkswirtschaftliche Wertschöpfung des Swiss Bankings kennt leider auch nur einen Weg: massive Schrumpfung.

Zeit also, die Leadership des Swiss Bankings zu ersetzen. Es braucht integre, glaubwürdig bodenhaftende, technologieorientierte Berufsleute. Vom Glauben an Innovation und echtem Kundennutzen beseelt, nicht von Bonusgeilheit getriebene Alphanarzissten wie bis anhin.

Kommentare

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  1. offensichtlich werden hier lieber „Bad-Boys-Stories“ aufgemacht, als eine fundierte Kritik zu präsentieren, die sich gut mit Untersuchungen zu diesen Themen begründen liesse (Bsp. Hackethal et al).

  2. Ja, die Werte, welche von der Leadership der beiden Grossbanken gelebt werden sind mehr als fragwürdig. Eigentliche Rogue-Banken.

  3. Nach Jahrzehnten des stupiden „Mehrdesselben“ killt sich der Kapitalismus selbst wie es der Sozialismus tat.

    Gut so!

    Vielleicht kann man dann wieder ein Stück vorwärtsmachen.

  4. Die Frau von oh’m meint, es brauchte Handwerker; soso. Was will sie damit sagen ? Die Handwerker sind unt’n und es braucht s’e unt’n; so blei’m s’e unt’n; und die Frau von oh’m zementiert ungestört ihr Oh’m – SVP-Klassenkampf von oh’m ge’n unt’n.

  5. Digitale Bankenplattformen werden es schaffen, dass UBS und CS fusionieren. Denn wie hier richtigerweise dargestellt wurde, werden die Produkte austauschbar und beide Banken haben ja bekanntermassen keine Werte.

    • Diese Banken haben nach wie vor einen Wert. Nur weil der Börsenwert unter dem Substanzwert liegt heisst das nicht, dass diese Banken „keine Werte“ haben, um bei Ihrer unqualifizierten Behauptung zu bleiben.

    • @Fernando

      Katalonien ist nicht der Nabel der Welt. Wen interessieren diese Idioten schon, die ihre eigene Wirtschaft dermassen ruinieren?

    • @Isabel Villalon

      Und jetzt denken Sie darüber nach, warum Katalonien mit einer von Spanien abgeschriebenen Verfassung, ohne jedes Konzept, mit einer Flutung von afrikanischen Migranten, die zu 90% arbeitslos sind, in einen Streit mit der Zentralregierung gehen und gleichzeitig sich der EU anbiedern und der NATO ein Konzept vorlegen, wie sie als Mitglied das Mittelmeer überwachen könnten. Freiheitskampf? Wohl eher etwas für Idioten.

    • Naja, in Sachen Förderalismus scheint die stramme Zentralistin Doña Isabel noch viel Nachholbedarf zu haben.

  6. Als es noch echte Führung durch integre Vorgesetzte mit Charisma gab, war das Arbeitsklima ausgezeichnet. Man sah einen Sinn in seiner Tätigkeit, sie hatte Substanz. Irgendwann wurde „Führung“ durch „Leadership“ ersetzt. Es klang ja so viel moderner und dynamischer. Mit dieser anämischen Worthülse wurde das Blaue vom Himmel versprochen: mehr Effizienz, schlankere und direktere Kommunikationswege, zufriedenere Mitarbeiter. In dieser Zeit wurden die narzisstischen Alphatiere installiert, der Niedergang nahm seinen Anfang.

    Nach 34 Jahren bei einer Schweizer Bank habe ich das Handtuch geworfen, weil ich die Atmosphäre schlicht nicht mehr ertrug. Mein berufliches Trauma habe ich in einer Kurzgeschichte verarbeitet.

    https://www.amazon.de/dp/B07QCQP4Q2

    • Adrian hat sich seiner Arbeit entfremdet. Seit über dreißig Jahren ist er in derselben Bank tätig. Was ihm anfänglich Freude gemacht hat, ist längst Verbitterung gewichen. Die Ursachen dafür sind unter anderem eine aberwitzige Administration, das kurzfristige Denken in Quartalszahlen, das Outsourcing nach Polen und Indien und ein angelsächsischer Führungsstil, der den Menschen auf eine Leistungseinheit, die nur aus Kostensicht beurteilt und behandelt wird, reduziert. Ständige Restrukturierungen in entgegengesetzte Richtungen dienen keinem eigentlichen Ziel, sondern nur dem Zweck, die Notwendigkeit von Managern als vermeintlich unentbehrlichen Rettern in der Not zu belegen. Schließlich will ihr Bonus sichergestellt sein.

      Adrian tritt einen neuen Arbeitstag an, resümiert und ist endlich bereit zu einer Entscheidung.

  7. Vanguard und iShares (Black Rock) saugen mittlerweile sehr, sehr viel Geld auf. In den USA haben die passiv verwalteten ETFs schon die Hälfte der verwalteten Gelder übernommen.

    https://www.cnbc.com/2019/03/19/passive-investing-now-controls-nearly-half-the-us-stock-market.html
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-09-11/passive-u-s-equity-funds-eclipse-active-in-epic-industry-shift

    Das ist meist ein ziemlich fortgeschrittener Stand bei technologischen Umbrüchen. Ab 50% verläuft der Anstieg absolut rasant (Vanguard500 seit 1974)! Die Kosten gehen dort asymptotisch gegen null. Genauso bei den Brokern. Ameritrade ist der jüngste Fall. In Europa schwappte die Welle schon rüber. Dort wächst ein niederländischer Discountbroker ganz schnell. Nur die Schweizer Dinosaurier haben vom Kometeneinschlag noch nichts mitgekriegt. Ja, sie erhöhen gar die Gebühren. Dabei bräuchten die Kunden diese Dinosaurier gar nicht. Auch mehrfache Millionäre nicht. Private Banking ist wie eine alte Glühbirne gegen eine LED-Lampe: um Faktor 10 weniger effizient.

  8. Liebe Frau Villalon,

    Sie beschreiben die Welt der A-Schweizer, die global denken und handeln. Diese globale Elite bedient sich des einfachen Volkes, dessen Vertreter nicht zu den HNWI’s gehören, durch höhere Kostenauflagen und tiefere Renditen. Ihre Analyse stimmt, aber das Schweizer Volk, das soeben von der Credit Suisse zum reichsten Volk der Welt gekürt wurde, versteht die Zusammenhänge nicht. Wo hätte es diese auch lernen können?

    • Lieber Herr Stoehlker

      wahr gesprochen und doch sind die Strukturen in der Schweiz am Scheideweg angekommen. Die Personenfreizügigkeit ist ein neoliberales Konzept. Jacques Delors, hatte die Vorstellung, dass der freie Personenverkehr zwingend mit einer Sozialunion, verknüpft werden müsse. Die neoliberale Ideologie wurde den Völker Europas + SCHWEIZ von den Eliten der jeweiligen Ländern aufgezwungen (das Desaster für die B-Völker Europas + Schweiz) sind offenkundig. Es ist zu wünschen:

      Nein zum Rahmenabkommen und Ja (2020) zur Kündigung der Personenfreizügikeit. Die EU wird auseinanderbrechen, wenn die soziale Flankierung der Personenfreizügigkeit und die Überwindung der Nord-Süd-Disparitäten, die mit der Währungsunion zusammenhängen, endlich in Angriff genommen werden. Die Unnachgiebigkeit der EU für den Brexit-Entscheid haben Länderübergreifend (innerhalb der EU) die Intuition Millionen EU-Bürger bekräftigt und bestätigt; die Tage der EU – in dieser Form – und Euros sind gezählt.

  9. Einverstanden.
    Leider ist heute, Kosten-Sparen“ König, und Freude und Stolz auf eine qualitativ hochwertige Arbeit kaum noch verlangt – aussere bei den Kunden -nicht nur bei den Banken 🙁

    Oder bin ich zu alt(modisch)?

    • Danke für den Artikel Frau Villalon
      Sämtliche Anstrengungen von Fintech bis Bank mittels Innovation zu überleben scheitern weil die Vision fehlt. Als ich noch für Bankprojekte auf GL Stufe verantwortlich war, hatte ich ständig die Vision vor den Augen. Einer emphatischen Person ist es ein leichtes die Vision den Mitarbeitern zu vermitteln, was das Projekt fast zum Selbstläufer macht. Die Heutigen GL Mitglieder sind digitale Immigranten, sie verstehen die technischen Zusammenhänge nicht und können oft nicht mal Assets Under Management von Assets Under Administration unterscheiden. Es ist für diese Menschen fast unmöglich technologisch schritt zu halten. Versuchen Sie einem Senior zu erklären, was ein Virtual Desktop ist. Fast unmöglich. Ich kann jede Transaktion buchhalterisch erklären. State of the art Technologien erklären, das macht aber vielen angst, da sie sich eingestehen müssen, dass sie fehl am Platz sind und statt gemütlichen Mittagessen sich weiterbilden müssten. Dazu sind diese Personen aber zu faul weil sie ihr Geld bereits im Trockenen haben und die Kuh melken bis es noch geht.
      Freundliche Grüsse
      Frederic de Klerken

  10. es ist wie in der plitik, zumindest in Deutschland: die selbsternannte “elite“
    hat den kontakt zum sie finanzierenden volk komplett verloren. die antwort muß sein: das vlk wählt sich andere politiker, slche, die integer sind und sichals diener des volkes verstehen. und bei den banken ist es die gleich antwrt: die kunden müßen weg von den kranken hin zu den gesunden banken, die sich als dienstleister der kunden verstehen. es ist ganz einfach. die abzocker ändern sich nicht, sie müßen ausgetauscht werden. der Physiker MaxPlanck hat es genau beschrieben: Eine Theorie setzt sich nicht durch, indem seine gegner überzeugt werden, sondern indem diese aussterben.

  11. Vielen Dank Frau Villalon für Ihren blendend geschriebenen
    Artikel, der den beschämenden Zustand der Bankenwelt in der Schweiz eindrücklich beschreibt. Welch miese Charaktere hat diese Bankenwelt nur geschaffen, die heute die Führungsetagen bevölkern. Leute ohne Kinderstube und Kultur. Gerne erinnere mich da wieder an einen Herrn Robert Holzach von der SBG und seine legendäre Tischrede von 1993 „die sieben Säulen der Glaubwürdigkeit“. Ein Manifest, das man den heutigen Führungskräften mit einer Rute einbläuen sollte!

  12. Ich sehe schon seit 30 Jahren (ab dem 6. Oktober 1989 mit Recht) in den Führungsgremien der Banken und EBK-FINMA keine integren Männer und Frauen mehr, sondern Abzocker, Narzissten, primitive Betrüger und dumme Hampelmänner irgendwelcher korrupter Politiker im Hintergrund.

    Meine US-Fla. $1.50Billion Klage v. 28x Schweizer Banken (USSC Nr. 18-1414) ist in der nächsten Phase:

    file:///C:/Users/Wildhaber/Downloads/Overview%20(22).pdf = Eine Übersicht !

    Next step: I will complain to the ICSID International Centre for Settlement of Investment Disputes in den USA-Washington !

    Mfg Giuliano Wildhaber (Plaintiff pro se)
    https://www.gsw-global-consult.com/

  13. Hier drängt sich der Vergleich mit Lotto auf: Alle Teilnehmer zahlen ein, und ganz wenige bekommen die Summe ausgezahlt. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass man sich beim Lotto freiwillig entscheiden kann, ob man mitspielen möchte oder nicht, während man beim Kapitalismus mitspielen muss, allein dafür, dass man auf der Welt ist. 34 000 Milliarden Anleihen mit negativer Verzinsung. Wir befinden uns in der Endphase eines völlig verfehlten Systems, da wir alles auf Pump aufgebaut haben…

  14. hahaha… was diese frau für seich schreibt. jeder, der mal mit einem handwerker zu tun hatte weiss: DAS sind die richtigen abzocker. das sind auch die, die mit den dicken autos rumfahren… der fall ist klar.

  15. Liebe Frau Villalon
    Ganz herzlichen Dank für diesen brilliant geschrieben Artikel. Das sind die Dinge die uns Menschen im Land bewegen und uns massivst stören. Ich würde die arroganten Kerle alle ersetzen. Im Kanton Aargau hat man den Lohn des CEO‘ gedeckelt und trotzdem einen hervorragenden Unternehmensleiter gefunden. Die „Grossen“ sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Leitet endlich die Wende ein und macht vorwärts!

  16. Frau Marianne Wildi, CEO der Hypo Lenzburg kann einen Code schreiben und setzt das in einer offenen Plattform um. Die NEON App lässt grüssen.

  17. Sehr geehrte Frau Villalon

    Ihre Ausführungen sind interessant. Allerdings kratzen sie bestenfalls an der Oberfläche. Wenn sie wirkliche Antworten wollen zu ihren Fragen, müssen sie lernen, den Problemen auf den Grund zu gehen und von ihrem oberflächlichen Journalismus Abschied zu nehmen.

    Ihre Feststellungen zur Ist-Situation finde ich korrekt. Die Gründe, die zu dieser Situation geführt haben – notabene ist die weltweit dieselbe – haben sie weder recherchiert noch analysiert und auch nicht interpetiert. Fangen sie beim Fundament unseres Finanzysystems an und arbeiten sie sich von da weg hoch. Ihre Schlüsse werden mit Sicherheit anders aussehen.

    Ich arbeite seit über 20 Jahren als sog. IAM (Independent Asset Manager). Seit 2008 habe ich genau das gemacht, was ich ihnen vorschlage. Mwinw Welt sieht heute ganz anders aus als vor 10 Jahren.

  18. Interessante Standpunkte…..über die Schlussfolgerung, der wir zustimmen.
    Es geht darum, wie man ein System von außen ändert. Ein System, das sich selbst antreibt, denn Innovatoren werden nie Zugang haben. Welchen Anreiz hat jemand, der „ein gutes Leben genießt“ und auch von den Medien gelobt wird, damit dieser den Stil ändert? Null………
    Gestern haben wir in der Schweiz abgestimmt, und bis zum Schluss war ich unsicher, ob ich teilnehmen sollte oder nicht, dann habe ich mich entschieden, an die vielen diktatorischen Länder zu denken, in denen man nicht einmal wählen kann. Ich dachte, als dynamischer junger Mann, was für ein Interesse habe ich am Wählen, wer ändert nichts. Stattdessen haben die Menschen entschieden: Wir brauchen einen Durchbruch, und selbst wenn es noch nicht bemerkenswert ist, gibt es ergreifende Veränderungen. Mal sehen, ob alles Früchte tragen wird. Aber wie können wir uns in diesem Bereich verändern? Es gibt keine „Demokratie“, ja die Aktionäre, aber sie achten mehr auf das Einkommen als auf die Integrität.
    Ich glaube, dass die Weltdynamik diese Denkweise ändern wird…. auch wenn es mich nicht stört, wenn jemand gut verdient und das Leben genießt: Das Leben ist kurz……. conditio sine qua non ist aber, dass er/ sie eine großartige Arbeit macht oder sein geerbtes Geld genießt, der Rest ist relativ…. auch wenn der Lebensstil viel über die Persönlichkeit sagt, den Charakter des Führers… wir wollen einen mystischen Führer, der Pullover und Fahrrad fährt? Ein Steven Job in Zürich, den der reiche junge Mann von oben bis unten betrachtet? Wie Sie sagen, wäre es nicht das Spiegelbild des Kunden…. aber der Nutzertyp des iPhone war auch ein mystischer Typ? Ich glaube nicht, oder besser gesagt…. also sind es nicht die Kunden, das ist ein Denkfehler, die Führer kreieren, sondern die ausgezeichneten Führer schaffen Produkte und Kunden…. so einfach oder?

  19. Eine brillante Analyse. In lebendiger Sprache unter Verwendung eines dem Klartext dienenden Vokabulars verfasst. Was eine Bestandes-Blondine ist wäre gut zu erfahren. Ist sie eloquent, intelligent, mit ansprechendem Äusseren und Kontosaldi, die auch nach Eskapaden Bestand haben, gesegnet? UHNW? Die Abkürzung deutet evtl. in Ritg. Nord-West?

  20. „Es braucht integre, glaubwürdig bodenhaftende, technologieorientierte Berufsleute. Vom Glauben an Innovation und echtem Kundennutzen beseelt, nicht von Bonusgeilheit getriebene Alphanarzissten wie bis anhin.“

    Amen, Amen, Amen

    Am Ende eines Gebetes sagt man Amen. Leider glaube ich nicht dass dieses Gebeht erhöhrt werden wird. Die „bonusgeilen Alphanarzisten“ werden nicht so einfach Platz machen zugunsten von „technologieorientierte Berufsleute“ solange die Bonus-Futtertröge voll sind…

  21. „Chef, darf ich heute zwei Stunden früher Schluß machen?
    Meine Frau will mit mir einkaufen gehen.“
    „Kommt gar nicht in Frage.“
    „Vielen Dank Chef, ich wusste, sie würden mich nicht im Stich lassen.

  22. Das Volk sieht in den Führungsgremien der Banken keine integren Männer und Frauen mehr, sondern Abzocker, Narzissten und Hampelmänner irgendwelcher ausländischer Aktionäre im Hintergrund.

    Die so gerne hofierten UHNW Kunden unserer Schweizer Banken sind wahrscheinlich aus dem selben Holz geschnitzt wie die Leader im Swiss Banking, deshalb fühlen sie sich unter ihresgleichen sogar wohl. Spiegelbilder unter sich, sozusagen.

    Banken, die sich um Werte einen Deut scheren, sollten sich daher zukünftig ausschliesslich dem Geschäft mit ihren Spiegelbildern, den UHNW Kunden, widmen.

  23. Danke für diesen Beitrag, es handelt sich um eine spannende Analyse.

    Es gibt sie schon … Leader im Schweizer Banking, die sowohl das Banking von Grund auf gelernt haben, hohe Sozialkompetenz und Integrität aufweisen, Werte vermittelt bekommen haben und diese nachhaltig vertreten sowie etwas von der Digitalisierung verstehen. Es sind Leader, die wahre Talente fördern und wachsen lassen und selbst wissen, wann sie ihre eigene Leader-Funktion aufgeben sollten.

    Leider sind sie für die etablierten ‚Kameradschaften‘ zu ,ungemütlich‘. Fraglich ist zudem, ob das aktuelle Umfeld für diese Leute attraktiv genug ist (ich denke dabei nicht an die monetären Anreize). Ob ein Leader fähig ist, lässt sich sehr schön an der Verweildauer in seiner Leader-Funktion ablesen (mehr als 6 bis 8 Jahre sind schon ziemlich übel).

    • Mir kommt da spontan die Hypothekarbank Lenzburg in den Sinn, mit einer IT-afinen CEO (w) an der Spitze und der selbst entwickelten Open-Banking-Plattform Finstar im Angebot.

  24. Mein Sohn will umbedingt auf einer Bank arbeiten….. ich versuche das, mit allen Mitteln zu verhindern. Er hat Charakter, Intelligenz und spricht drei Weltsprachen! Bitte mach etwas aus deinem Leben – bleibt weg von Banken!

    • Da würde ich ihm sogar noch eher einen Stage in Essen/D bei einem der arabischen Clans empfehlen: wenn schon, dann richtig!
      Oder als Kanalreinigungsarbeiter: da weisst du genau, wann du es mit Mist zu tun hast!

    • Ja verhindern Sie das, ein guter Charakter passt nicht in eine Grossbank. Wenn schon, dann in eine Regionalbank, dort herrscht noch Anstand.

  25. und diese Voll… in den Top Kadern bekommen xMillionen in den … geschoben. Wenn ein Mitarbeiter solchen Reputations Schaden verursachen würde, der wäre schon lange gefeuert. Die drehen in ihrer Abgehobenen Weltanschauung in welcher sie sich zuoberst sehen völlig Durch. Thiam, weiss Westen Ursli, Gottstein, usw Änder können wir kleinen dies nicht nur ich an der Basis sehe wieviele Kunden (auch grössere) Beziehungen bei anderen Banken (auch Ausländischen Vertrettungen in der CH) Beziehungen eröffnen und Vermögen weg trasferieren! Die oben wollen das nicht sehen ….

    • Im Leben war er gierig,
      Er wollte alles nur für sich
      Das letzte Hemd hat keine Taschen,
      Er nimmt bestimmt nichts mit

      Die Toten Hosen

  26. Gelegenheit schafft Diebe.
    Ob Banker in der Schweiz oder Nerds im Silicon Valley (WeWork). Social Media wird als Ersatz des Kampfes gesehen – da lachen sich ja alle Kühe tot, weil Bla….Bla….Bla. Die Social Media Users ist die dümmste, meist manipulierte Specie, die man sich vorstellen kann. Wehe wenn jemand mal ein Schuss in die Luft abgibt, dann rennen alle wie Hasen.
    Mit Schnorren hat noch keiner eine vernünftigere Gesellschaft geschaffen. Ich geh auf die Alp und schaue mir jeden Tag die wunderbaren Sonnenauf- und -untergänge an.

    • Tja, auf der Alp sollte eigentlich Weitblick vorhanden sein. Ich fürchte aber, das Sparschwein schaut aus der Via Mala zum Himmel hoch.
      Sind jene User, welche via Social Media rund um die Erde Netzwerke bilden, Bewegungen ins Leben rufen, Strategien entwerfen, Regierungen beeinflussen, Wahlen manipulieren, Demos organisieren, Verteidigungen aufbauen, die Dümmsten? Auch die Kommentatoren bei IP? – Nein, die sitzen nicht in der Via Mala auf der Alp. Nur jene, die sich der Zukunft verweigern. Aussteiger eben. Zugeklappte.
      Beispiel: Im Hightechstaat Hong Kong ist die pekinggesteuerte Regierung daran, die sozialen Medien lahm zu legen. Wenn das gelingt, ist die Bewegung ausser Kraft gesetzt.
      Und zu Doña Isabel: Der Montag ist gerettet! Köstlich! Bestandes-Blondinen als Ehefrauen… wunderbar. Vorschlag: Alternativer Nobelpreis für Doña Isabel. Bedingung: Weiterschreiben bei IP.

    • @Rückbauer – Sie haben recht – auf der Alp hat man nicht nur den Weitblick sondern auch den Durchblick, da man der Wahrheit etwas näher ist.
      Social Media bewegt gar nichts – siehe die Konfliktherde – Jamal Kashoggi – Arabischer Frühling – Krim – Syrien – Hong Kong (gibt’s keine Ruhe – marschieren Sie ein)
      Rückbauer – Sie sind ein Träumer und haben die heutigen Verhältnisse noch nicht begriffen – aber kommen Sie doch mal auf die Alp.

    • Von wem ist der Artikel geschrieben? Lesen ist wohl nicht grad Ihre Stärke!
      Im übrigen trifft die Situation im Swiss Banking wie von Frau Isabel Villalon dargestellt zu 100% zu!

  27. Jene gesuchten Smardgrid Köpfe, wollen erst gar nicht mit solchen politischen Ränge-Spielchen von jenen Supernarzisten zu tun haben.
    Aus diesem Grund, ist Swiss banking zum Unter gang verdammt. Schauen Sie sich all diese Alko-IB-Heads an, egal, in welcher Bank!
    Ihr Prinzip: Me, myself and I, are first!
    Gute und Leute, ärgern sich da nicht lange, sie suchen das Weite, weil bei jenen, Geld nicht vor Gesundheit (für solche But-Heads-Chefs) stehen.
    Die merken jeweils schnell, wie verrucht, hinterlistig, unmenschlich, charakterlos, narzistisch und soziopathisch diese Chefs drauf sind.
    Ein Haifischbecken für Arbeiter, und ein Paradies für unfähige WB-Söhnchen… Könnte 100derte namhafte Beispiele benennen.

  28. Wenn der Panzerkreuzer HMS Isabel seine Kanonen abfeuert, bleibt keine Küstenbefestigung intakt. Konzise Analyse. Sauber gezielt, abgefeuert und getroffen. Bravo. Sie wissen hoffentlich, dass es die Leute von BCG für viel Geld nicht so klar definieren. IP müsste eigentlich nun auch ins Consulting Business für Banken einsteigen (dies mit dem bornierten A-Loch dann einfach nur denken, nicht unbedingt sagen).
    Grüsse aus Singapur.
    E.C.

  29. So schön der Artikel geschrieben ist, so falsch ist er inhaltlich. Da die fette Zeit des Schwarzgeldhortens und der Beihilfe zum Steuerbetrug (an anderen Staaten) definitiv vorbei ist, müssen auch die Schweizer Banken sich dem wirklichen Wettbewerb stellen.
    Das können sie aber nicht, dazu sind die Schweizer Banken einfach masslos überteuert.
    Transferwise, Revolut, N26 und viele andere – das sind die Finanzinnovationen der Zukunft.
    Interactive Brokers, DeGiro, Saxo usw.: Das sind die Wertschriftenhändler und Depotbanken der Zukunft.

    Die arbeiten mit einem Bruchteil der Kosten.

    Klar tickt die Schweiz etwas anders, da geht man ja auch noch tatsächlich ins Reisebüro und bucht nicht im Internet. Und telefoniert mit seinem Banker oder geht persönlich vorbei, anstatt online.

    Aber wie lange noch?

    • Beide Seiten haben recht, mein Lieber. sicherlich sind die Banken hierzulande den Digitalisierungstrend zu verschlafen, und stellen dann ab und an irgendwelchen Heilsbringer ein, die dann auch nichts bewegen bzw. bewegen können. Auf der anderen Seite hat sich in den Grossbanken die Bonusjagd als anerkannter Volkssport in den oberen Kreisen auf breiter Ebene durchgesetzt, mit gravierenden Folgen für die Qualität der Arbeit und das Arbeitsklima. Also auf zwei Ebenen ein veraltetes Arbeitsmodell. Sie müssen sich als gesundschrumpfen und an Bedeutung verlieren. Die Zeiten wird über diese maroden Gesellschaften hinweggehen. Und es ist nicht einmal schade darum.

    • Die Zeit des „Banklagernd“-Banking ist vorbei.

      Die CH-Banken müssen sich jetzt dem Wind der Konkurrenz aussetzen, nachdem sie sich jahrelang im Windschatten des Bankgeheimnisses haben dahintreiben lassen.

      Dies ein wichtiger Grund, den die Autorin vollkommen ausblendet.

    • „Da die fette Zeit des Schwarzgeldhortens und der Beihilfe zum Steuerbetrug (an anderen Staaten) definitiv vorbei ist,..“
      Genau so ist es, und IV schreibt in fast allen ihren Beiträgen von den schönen Zeiten des good old Swiss banking und das heisst beggar thy neighbour Steuerhinterziehungsgeheimnis. Jaja, die gute alte Zeit, nicht wahr?

    • Wieder mal in der deutschen Provinz (BW, Hessen, NRW) unterwegs gewesen. Überall Sparkassen-, Volks-/Raiffeisenbankfilialen vom Feinsten. Wozu braucht die Landbevölkerung diese Paläste, in denen wahrscheinlich unterfordertes Personal die Bildschirme angähnt und auf den Feierabend wartet? Als steingewordene Versicherung, dass ihr Geld hier sicher aufgehoben ist? Dass das alles kostet, genau wie die nur teilweise gefüllten Protztürme in Frankfurt am Main, begreift Lieschen Müller offenbar nicht. Mag sein, dass auch eine Rolle spielt, dass die Breitbandinternet- und Mobilnetzabdeckung beim Exportweltmeister stark zu wünschen übrig lässt. Da beschränkt sich die Begegnung mit der ominösen Digitalisierung auf den Eingabevorgang am Bankomaten.

  30. Es wird keiner gezwungen, bei einer grossen Bank Kunde zu sein. In der Schweiz gibt es noch ganz viele kleine Banken, welche noch etwas mehr Bodenhaftung haben. Wenn aber immer noch viele Normalbürger und Unternehmen mit grossen Banken geschäften, müssen wir diese Banken im Krisenfall auch retten. Jeder kann hier selbst einen Beitrag leisten.

  31. Ich komme mir vor wie Mephisto im 2. Teil von Faust, als er eine Hymne (oder einen Choral?) mitsingen muss: Was Frau Villalon schreibt, ist ein bisschen überspitzt, aber sonst leider ziemlich zutreffend.

    Übrigens: die alten Knacker mit ihren sehr oft recht dürftigen Ausbildungen kommen ja primär via Seilschaften an die Spitze. Um dieses krankmachende System zu stoppen, bin ich absolut für Frauenquoten.

    • „…die alten Knacker mit ihren sehr oft recht dürftigen Ausbildungen…“ Aber es sind doch genau diese alten Knacker, die das Banking damals von Grund auf gelernt haben und beide Füsse auf dem Boden haben/hatten und welche das Vertrauen in unser Bankensystem brachten. Viele der heutigen Banker haben keine Ahnung von (Swiss)-Banking und ausser Universitäten BlaBla kriegen die meistens nichts auf die Beine. Schon früher gab es diese farblosen Theoretiker, die wurden allerdings bei Bedarf von den alten Knackern gnadenlos auf den Boden der Realität zurückgeholt.

  32. „Banking is necessary, banks are not“ – Bill Gates, vor rund 20 Jahren. Heute mehr gültig, als jemals zuvor!

    • Dass Bill Gates nicht der Hellste ist, ist allgemein bekannt. Dieser Spruch wird gerne nachgeplappert, zeigt jedoch, dass man keine Ahnung vom Banking hat.Banking ist weit mehr als Kontoführung.