Zwei triebstarke Greise und viel, viel Geld

Ganz nach Marx: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Oder das Schwein das Bewusstschwein? Schwank mit deutschem Ensemble.

Erich Marx ist ein munterer Greis im biblischen Alter von 99 Jahren. Zudem Multimillionär, Kunstmäzen und früher verliebt in eine Polin. Der Altersunterschied von 47 Jahren spielte genauso wenig eine Rolle wie Geld und Ansehen; wo die Liebe hinfällt, blüht sie auf.

Dass der ältere Herr mit damals 90 plötzlich eine viel jüngere Frau neben sich hatte, bewegte zwar die deutsche Klatschpresse, aber sonst niemanden wirklich. Ausser seinen Kindern natürlich; Stichwort Erbschaft.

Es wäre auch vermessen anzunehmen, dass seine neue Lebensgefährtin eher befremdet war, dass er nicht das tat, was in diesem Alter nicht unüblich ist, sondern fröhlich weiterhin ein Lebensjahr aufs andere legte. Aber nicht den Gang zum Traualtar mit seiner Herzensdame antrat.

So wären sie heute noch glücklich vereint, wenn nicht das liebe Geld der Liebe manchmal im Wege steht. Auftritt eines in gehobenen Greisen, Pardon, Kreisen bekannten Anwalts aus Berlin.

Denn wohl nicht zuletzt wegen seiner neuen Verbindung mit der Jugend wollte Marx seine Vermögensverhältnisse ordnen. Dazu bestellte er den Rechtsanwalt Hartmut Fromm.

Genauer den Hartmut Fromm von der vornehmen Sozietät Buse Heberer Fromm. Auch schon 75 Jahre alt, Besitzer einer hübschen Villa in Grunewald und gerne zu Diensten. Es sei ihm eine Ehre, sich um Kunstsammlung und Geldsammlung von Marx zu kümmern, meinte er.

Aber dann geriet man über Kreuz, sozusagen. Schon vor einem Jahr beschuldigte Marx den Anwalt, dass er zusammen mit seiner polnischen Lebensgefährtin einen zweistelligen Millionenbetrag abgezweigt habe.

Damit war die ehrenvolle Zusammenarbeit natürlich beendet, die heute 52-Jährige wurde zur Ex-Geliebten und zog sich nach Polen zurück.

Viel mehr geschah vorläufig nicht. Bis vor kurzem die Polizei die beschauliche Ruhe in Grunewald störte, in der Villa eine Razzia durchführte und den Besitzer gleich mitnahm, um ihn in der Strafanstalt Moabit zu versorgen. Fluchtgefahr, war die trockene Begründung der Staatsanwaltschaft.

Natürlich ist die Sozietät entrüstet, weist alle Anschuldigungen zurück und deutet an, dass der arme Fromm vielleicht in einen Zwist zwischen dem Lustgreis und seinen Kindern geraten sei, die verhindern wollen, dass die polnische Ex-Geliebte auch nur einen Cent erhält. Schliesslich ist alleine die Kunstsammlung von Marx geschätzt eine Milliarde Euro wert.

Nach wenigen Tagen kämpfte sich Fromm aus der U-Haft frei. Immerhin kann er nun nachvollziehen, wie es seinem Mandanten Thomas Middelhoff erging oder kürzlich dem Wirecard-Ex-Boss Braun.

Aber wieso Fluchtgefahr? Die hat er sich wohl selbst zuzuschreiben, denn Fromm ist ein Tausendsassa.

Er ist nicht nur unter vielen anderen Mitglied im famosen Monaco Yachtclub, sondern auch beim Club zum Rennweg, dem Zürcher Treffpunkt der Mehrbesseren. Er hat auch mehrere Standbeine in der Schweiz und in Liechtenstein.

So ist er VR-Präsident der Vermar AG in Zug. Laut Selbstanpreisung eine „aktive Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft, die als Family Office agiert“.

Als wohl vertrauensbildende Massnahme wird angegeben, dass VRP Fromm in Berlin und Zürich lebe. Das dürfte ihm die Fluchtgefahr eingetragen haben.

Dass er allerdings – wie bei Vermar angegeben – Mitglied des VR der ANTHAX Collection Marx AG sei, stimmt seit 2018 nicht mehr.

Insgesamt sind 12 Firmen aufgezählt, bei denen Fromm mitspielt, darunter auch so vertrauenserweckende Vehikel wie die VVS LLC auf den Virgin Islands.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung soll jedes Jahr einen Umsatz von 750’000 Dollar machen. Mit dem Reparieren von Dächern, laut der Auskunftei Dun&Bradstreet.

Natürlich darf auch Liechtenstein nicht fehlen, da befindet sich die Stiftung Sammlung Marx.

Dass er dort Stiftungsrat sei, wie er bei Vermar aufführt, davon weiss die in Vaduz beheimatete Stiftung allerdings nichts. Die wiederum hat sicherlich nur aus Zufall ihren Sitz neben der Esquire-Bar, in der ein bekannter Liechtensteiner Treuhänder auf dicke Hose machte, bis er wegen Veruntreuung hinter Gitter wanderte.

Dass Fromm zudem im VR der Beteiligungsgesellschaft Balinvest AG, Zug sitzt, führt er hingegen nicht auf; vielleicht, weil hier bis 2015 auch ein gewisser Erich Marx VR-Präsident war.

Man sieht also, Irrungen, Wirrungen, wie Theodor Fontane das nennen würde. Ein Multimillionär und Kunst-Mäzen, der mit 90 nochmal von Amors Pfeil getroffen wurde.

Eine polnische Geliebte, der ein Altersunterschied von 47 Jahren überhaupt nichts ausmachte.

Ein Promi-Anwalt, der auf vielen Hochzeiten tanzt und die Verwaltung des Vermögens des alten Herrn übernimmt.

Man kennt sich, man schätzt sich, aber dann beginnen die Wirrungen. Der inzwischen stramm auf die 100 zugehende Lustgreis wird argwöhnisch und vermutet, dass ihn seine Geliebte, zusammen mit seinem Anwalt und Vermögensverwalter, sowie einem weiteren Anwalt, um eine zweistellige Millionensumme erleichtert habe.

Seine erste Strafanzeige im Jahr 2019 führt nicht zur Strafverfolgung; dank seiner Reputation kann Anwalt Fromm es beim empörten Zurückweisen der Vorwürfe bewenden lassen.

Aber das, nun ja, jung-alte Glück zerbricht, die Ex-Geliebte kehrt nach Polen zurück. Dann legt aber Erich Marx offensichtlich mit neuen Anwälten nochmal nach, und diesmal reicht’s für ein Ermittlungsverfahren, sogar für U-Haft.

Das Gesamtalter der männlichen Beteiligten beträgt stolze 174 Jahre. Aber Alter schützt vor Torheit nicht. Auch nicht vor dem Kalauer „der Greis ist heiss“. Nun mahlen die Mühlen der deutschen Strafverfolger, und Ergebnisse sind nicht so schnell zu erwarten.

Kommentare

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  1. Selten zwei Minuten für soviel Schwachsinn verwendet. Was will uns Zeyer mit dem zusammenhanglosen Geschreibsel mitteilen? Offenbar wird er nach Zeilengeld entschädigt, denn ab der Mitte dieses auf Sek Schüler Niveau befindenden Vortrags wiederholt er alles noch einmal.
    Nicht nur Zeyer outet sich hier als peinlich. Auch der einst durch mich geschätzte Blog IP hat stark nachgelassen. Während und nach der Bankenkrise lehrte Lukas Hässig die Mächtigen das Fürchten. Doch diese Erfolge sind längst Geschichte. Mit schlecht recherchierten und halbwahren Geschichten über die Swiss versuchte er sich wichtig zu machen, was gewaltig in die Hosen ging. Wenn man von einem Thema wie der Luftfahrt keine Ahnung hat, sollte man es lassen. In diesem Sinne Schuster bleib bei deinen Leisten und besinne dich zurück auf den Namen des Blogs: Inside Paradeplatz !

  2. Selbstverständlich ist es (immer) einfach einen ganzen Artikel in zwei Sätzen zu „bewerten“.

    Allerdings selbst einen Artikel als Antwort zu formulieren, dass wurde bisher selten gelesen.

    (Von Antwort-Qualität – ganz zu Schweigen).

  3. T*****H-M***A VS I*****N-M***A (Zürich VS Schwyz, Zug) – The Italians play better football (according to worldwide history)

  4. Würde Fassbinder noch leben, könnte er mit dieser Story einen Bambi-Preis trächtigen Film drehen. Vielleicht mit Hanna Schygulla.

    Sugar-Daddy mit viel Zaster und Viagra. Badehaus am Wannsee. Villa in Dahlem. Eden-Salon. Hotel Adlon. Paris Bar. Dann Ascona und Sylt.
    Mit dabei im Hintergrund immer dieser etwas undurchsichtige Fromm.
    Die schöne Polin plötzlich ab mit viel „Kohle“ und jungem Liebhaber an den schicken Ostsee Sandstrand von Zopot usw. Wirklich süffige Story, ganz im Stil der ach so hoch intellektuellen Merkel-Republik.

  5. Die Deutschen sind die Greise von Europa, die Engländer die Männer; die Franzosen die Kinder, und ich mag gern mit Kindern spielen.

    Voltaire (1694 – 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

    Quelle: Voltaire, Die Prinzessin von Babylon (La Princesse de Babylone), 1768

  6. In Ihrem Artikel, lieber Herr Zeyer, findet sich soviel unterschwelliger Frust und Verachtung, dass man sich fast fragen muss, wie Sie hier persönlich betroffen sind.

  7. Herrlich unterhaltsame Story für die Mittagspause. Club zum Rennweg passt hier wie die Faust aufs Auge. Lauter Möchtegern-Masters of the Universe.

  8. Der Kunstsammler Erich Marx und der Autokönig Emil Frey wurden in Brombach bei Lörrach geboren. Ein Basler Daig-Wirtschaftssnwalt und Mitglied einer Pharma-Dynastie soll mit einen Sohn eines Geschäftspartners von Emil Frey seit Jahrzehnten eine sehr enge Beziehung haben. Der Geschäftspartner wurde auch im Wiesental geboren und hatte seinen Wohnsitz in der Schweiz. Frey und der Geschäftspartner bekamen anfangs der 1970er den Generalimport einer japanischen Automarke. Marx, Frey und der Geschäftspartner waren Kollegen. Möglich, dass Herr Marx zum Spielball von zwei Lausbuben wurde.

  9. Eine geradezu klassische Geschichte. Wenn der Mann etliche Milliönchen auf der Seite hat, dann spielt für gewisse Frauen kein Altersunterschied mehr eine Rolle. Das lässt an die frühere Esther Villars denken. Was sagen denn die Feministinnen dazu ? Die Polin hat dem Ruf der „ausgebeuteten Frau“ keinen guten Dienst erwiesen. Und auch sonst passt alles ins Schema. Man könnte geradezu ein Film-Drehbuch schreiben. Und dass die Firma auf den Virgin Islands ihren Umsatz mit dem „Reparieren von Dächern“ macht, ergibt noch einen Lacher obendrauf.

  10. Eine unbestrittene Geldforderung kann man in Deutschland einfach mit einem gerichtlichen Mahnverfahren durchsetzen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Mahnverfahren

    Die Strafanzeige, die zur zeitweisen Verhaftung von Hartmut Fromm geführt hat, läßt hier tiefergehenden Streit vermuten, was mittelfristig wohl zu einer Durchleuchtung sämtlicher steuersparenden Vehikel international von Erich Marx führen wird.

    Ob dies angesichts des Wirtschaftens dort innerhalb der Verjährungsfrist und des Alters des Stifters bzw. Destinatärs eine gute Idee war, wird sich mittelfristig zeigen.

    Wahrscheinlich wurden auf diese Weise nur Ermittlungsverfahren und Prozesse angestoßen, die von den Erben Erich Marx´ dereinst teuer beendet werden müssen.

  11. da kommen einem ja die tränen herrr zeyer…
    so eine furchtbare geschichte aber auch, bleiben sie dran)))

    money buys chicks, money sells souls…

    where is here the meat, where is here the news mr. zeyer

    • Was ist an Spannung noch zu toppen. Das letzte Hemd hat keine Taschen mehr und er gibt das Geld nicht mehr mit der kalten Hand weiter. Mit bald 100 noch erstaunlich und er lebt doch noch. Nicht bezahlbar…

  12. Herr Zeyer, lese ich da eine Art Eifersucht mit? Das ständige Wiederholen dass der Betroffene eine viel jüngere Dame an seiner Seite hat macht den Text etwas unsinnig. Hätte Herr Zeyer wohl selber gerne eine jüngere Dame an seiner Seite aber es ist ihm vergönnt? Dies als Problem aufzuspielen zeigt eher biografische Tatsachen als journalistisches Geschick. Und der geschilderte Fall ist nicht wirklich interessant, ausser für LeserInnen die gerne am Vermögen mitschnuppern möchten.

    • Es gibt kein angenehmeres Geschäft, als dem Leichenbegräbnis eines Feindes zu folgen.

      Heinrich Heine
      * 13. Dezember 1797 † 17. Februar 1856

  13. Diese unverständliche und unausgewogene Sachverhaltsdarstellung, einer belanglosen Geschichte, verdient Null Punkte! Kann sich Zeyer noch steigern?

    • Der kann sich nicht steigern einfach Worte sinnlos aneinander reihen ohne Hirn.

    • Vergib stets deinen Feinden.

      Nichts ärgert sie so.

      Oscar Wilde
      * 16. Oktober 1854 † 30. November 1900

  14. Allgemeines öffentliches Interesse – dokumentiert in einer elektrisierenden Story vom Bestsellerautor Zeller über Alter, Sex und Millionen.

    • Der Doktor ist da. Gerne unterschätzt, aber besorgniserregend ist es, wenn man sich hinter einem Pseudonym versteckt und nicht mal den Namen des Autors richtig schreiben kann. Eine Untersuchung auf Altersdemenz wäre dringend geboten.
      Die ungenierte Verwendung von Fäkalsprache, auch aus der Deckung der Anonymität heraus, könnte hingegen auf ein Tourette-Syndrom hinweisen. Oder einfach auf senile Inkontinenz.
      Ganz problematisch wird es bei den geschätzten Kommentarschreibern, die den Artikel lesen, sich furchtbar über die damit verbundene Zeitverschwendung erregen, aber dennoch die Zeit finden, einen Kommentar zu töckeln. Hier liegt die Vermutung nahe, dass es sich um Besucher des RAV handelt, die der letzten Sparmassnahme zum Opfer gefallen sind und eine Lücke hinterliessen, die sie vollständig ersetzt.

    • Erstaunt mich nicht dass der Zeyer im RAV ist. Ausser Hässig der ihm das Gnadenbrot gab lässt ihn niemand publizieren

  15. Selten so gelacht. Aber so ist es nun mal. Ab einem bestimmten Alter kann oder will man nicht mehr wahrhaben, dass die Liebesschwüre der faltenlosen Brieftasche gelten und nicht dem geschrumpften Aloisius.

    • Was an den alten Herren, Zeyer, Stöhlker, immer wieder erstaunt mit jedem Artikel toppen sie noch ihre erschienen Artikel an Peinlichkeit. Ihr Lechzen nach Aufmerksamkeit ist rührend!

  16. Wer solche Vehikel aufzieht, hat immer Dreck am Stecken, um zu Verschleiern und das Geld verschwinden zu haben, wenn jemand anklagt.
    Wird spannend sein, welche Prvat-Banken das AML und der Transaktions Pflicht nicht nachkamen. Risiko Management vom feinsten, für ein professionelles Finanzinstitut.

  17. „René Zeyer ist Bestsellerautor“
    Ich vermute mal, nicht aufgrund dieses Artikels.

    Nice try, aber bitte: sowas kann ich auch in der Bild lesen, wenn ich will.

    • Kein grösser Unrecht wird Juristen angethan,
      als wann ein jeder Recht erweiset jedermann.
      Weil ihnen Unrecht recht. Wann Unrecht wo nicht wär,
      wär zwar ihr Buch voll Recht, ihr Beutel aber leer.

      Friedrich von Logau
      * 12. Januar 1605 † 14. Juli 1655