UBS-Rayonchef: Freitag gefeiert, Montag raus

Insider: „Standrechtliche Erschiessung“ – altgediente Banker flächendeckend weg – Vorspiel für Grossumbau im Private Banking?

Am Freitag Abend gab’s grossen Apero für H. Der gestandene UBS-Kadermann hatte soeben erfolgreich eine von der Bank zertifizierte Weiterbildung abgeschlossen. Seine Chefs gratulierten.

Am Montag war die Feststimmung verflogen. Da eröffneten die gleichen Chefs ihrem treuen Diener H. die Kündigung.

Warum? Darum.

Eine Erklärung erhielt H. nicht. Ebenso wenig wie zahlreiche Kollegen im Mittelbau der Grossbank. Flächendeckend werden viele von ihnen in diesen Tagen auf die Strasse gestellt.

Ein Insider spricht von „standrechtlicher Erschiessung“ im Wealth Management Schweiz. Also dort, wo die UBS, die weltweit grösste Vermögensverwaltungsbank, ihren Kern hat.

Der Umbau reisst alles mit sich. Gestandene Kaderleute zittern, wenn sie am Morgen ins Büro kommen. Trifft es heute mich?

Die Angst vor dem Abschuss geht um. Niemand weiss, wen’s erwischt. Jeder befürchtet: Der Nächste könnte ich sein.

Es gebe „null Systematik“ beim laufenden Entlassungsprogramm, sagt der Gesprächspartner. Jahrelang gute Noten im Dossier schützten nicht vor der Keule.

Die Entlassungen werden von der UBS bestätigt. Es gehe um Einzelfälle, sagt die Zentrale.

Was die Bank hingegen laut dementiert, ist, dass die laufende Abbaurunde im Schweizer Private Banking die Vorstufe zu einem kompletten Umbau des Geschäfts sei.

Die Rede ist vom Wegfall einer ganzen Kaderstufe. Die Hierarchieebene Rayonleiter würde in diesem Szenario ersatzlos gestrichen.

Auch eine Stufe höher, bei den heute rund 10 Regionen, würde die Bank die Aufstellung massiv verändern.

Es könnte zu einer Reduktion auf noch drei oder maximal 4 Schweizer Regionen kommen; und zwar ZOTI (Zürich, Ostschweiz, Ticino), Mittelland und Romandie.

Ein solches Szenario wäre ein Blutbad. Jeder Rayonleiter hat Assistenten, Sekretärinnen, Stabsleute. Die Löhne und Boni für all diese Leute sind enorm.

Eine ersatzlose Streichung würde den Personal-Kostenblock deutlich nach unten bringen. Er ist der mit Abstand grösste in der Bank.

Ebenso plane die Bank eine Degradierung für weite Teile des Kaders, sagt der Insider.

Directors (alte Welt: Vizedirektoren), Executive Directors (stellvertretende Direktoren) und Managing Directors (Direktoren) könnten ihren Titel mit allem drum und dran – Boni, Goodies – verlieren.

Die UBS wehrt sich. „Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage“, sagte gestern Abend ein Sprecher der Bank, sie seien „allesamt falsch“.

Normalerweise äussert sich die Bank nicht zu solchen Vermutungen. Diesmal tut sie es. Und zwar laut und im Voraus.

Das kann zweierlei bedeuten.

Entweder ist tatsächlich nichts dran. Oder aber die UBS versucht, möglichst lange im Dunkeln ihre geheimen Pläne vorzubereiten, um diese dann in einem Überraschungscoup umzusetzen.

Worum geht’s? Im Schweizer Private Banking der UBS sind die Kosten jenseits von Gut und Böse. Sie sind viel zu hoch im Vergleich zu dem, was die Mannschaft an Erträgen noch generiert.

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Das zeigen die Zahlen. Im weltweiten Wealth Management sanken die Einnahmen im ersten Quartal des laufenden Jahres im Vergleich zum ersten Quartal 2015 um sage und schreibe 16 Prozent.

Einschneidend.

Die Kosten blieben hingegen zäh. Die Führung des Wealth Managements unter Jürg Zeltner, dem Ambitionen auf den CEO-Job von Sergio Ermotti nachgesagt werden, konnte die Ausgaben nicht einmal homöopathisch senken.

Sie stiegen um 2 Prozent.

Die Folge ist klar: Der Gewinn sackte ab. Und zwar um 41 Prozent.

Ein Desaster.

Was tun? Zeltner scharte seine Leute um sich, zusammen heckte der verschworene Kreis einen Plan aus.

Die Kosten müssten runter. Jene, die am grössten sind. Welche das sind? Die Löhne und Boni, Stupid. Diese sind bei Zeltner zuletzt gestiegen statt gesunken.

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Zeltner & Co. griffen zum Messer. Die wahllosen, für die Betroffenen erniedrigenden Rausschmisse sind die Folgen.

Die nächste Etappe wäre der Grossumbau; mit flächendeckenden Degradierungen.

Mit der Reduktion der Kündigungsfrist für das Kader im Heimmarkt Schweiz von bisher 6 auf neu 3 Monate würde dies einfacher.

Ab Januar 2017 kann die UBS ihre Schweizer Korporale und Lieutenants viel stärker unter Druck setzen. Entweder du akzeptierst, dass Du nicht mehr zum Direktionskader gehörst, oder dann bist Du in 3 Monaten weg.

Dank dem internen Coach-Programm dauert die echte Entlassung länger.

Noch.

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50 Kommentare zu “UBS-Rayonchef: Freitag gefeiert, Montag raus

  1. Ich gratuliere der UBS und finde es immer amüsant, wieviel Energie hier mit unqualifiziertem non-Sense geäussert wird und nur eines widerspiegelt: Neid. Das eine Firma in einer Situation wo ihre Erträge wegbrechen die Kosten reduzieren ist vollkommens legitim und damit auch probieren zB Negativzinsen mehrheitlich bei Privatkunden zu verhindern wird wohl auch wieder vergessen oder X-Bankomaten und unrentable Filialen zur Verfügung stellen, um weiteres unrentables Business wie Wechsel, Safe, etc. anzubieten. Oder dafür sorgen, dass unser Finanzplatz CH innovativ mithalten kann. Und vergessen geht auch, dass all die schlechten Banker viele Steuern bezahlen, spenden und überall sehr willkommene Kunden sind. Aber eben es ist ja die böse UBS mit ihren schlechten Manager..

    • Ach, nee, aber kein Wort von Ihnen über die Millionen an Boni die trotz wegbrechenden Erträgen weiterhin munter an Ermotti & Co fliessen. Warum bloss? Diese CEOs haben doch schlicht ihren Job nicht gemacht. All die Betrügereien? Gott gewollt oder was? Was Sie schreiben könnte aus der Feder von Ermotti stammen. Leben Sie in einem Wolkenkuckuksheim?

    • Sicher müssen Kosten gespart werden, das ist legitim.
      Was hier kritisiert wird, ist die Art und Weise des Abbaus: Chaotisch, konzept- und charakterlos. Es werden nicht gute Leute behalten.
      Alternativen, bspw. Lohnsenkungen, werden nicht in Betracht gezogen, obwohl diese sehr wahrscheinlich verschiedene Vorteile hätten: U.a. Wissen halten, Leute weiter beschäftigen, Stimmung im Betrieb.
      Auch an RAV- und ALV-Kosten sind die UBS und alle anderen beteiligt. Das „Abschieben“ an die Gesellschaft funktioniert nur teilweise und kurzfristig. Über Sozialabgaben werden die Belastungen dann steigen. Klar kann man ins Ausland auslagern, solange aber die betroffenen Leute hierbleiben, trifft es einen doch. Das vernetzte Denken, dass man in einem System drin ist und auch von den Entwicklungen in einer Gesellschaft betroffen ist, fehlt heute weitgehend. Auch das wären (längerfristige) wirtschaftliche Überlegungen, die man früher noch mehr machte und die im Übrigen gesamtwirtschaftlich sehr effizient waren. Und die Stimmen an der Urne zählen alle gleich, einkommensunabhängig.
      Bräuchte halt etwas mehr Weitsicht und vernetztes Denken….

    • YOU did not „think about it“ – vor der Absonderung dieses schalen Ergusses. Dream on…

  2. alles nicht so schlimm! kenne immer noch UBS-Kollegen welche Papier, resp. e-mail hin&herschieben ohne dass dabei fuer einen Kunden oder die Bank ein Mehrwert entsteht – haben 5 Wochen Ferien und ziehen Fr. 160’000 an Lohn plus Sozialleistungen – ein WUNDER, dass diese Bank, auch wenn nur noch knapp, rentiert

  3. @ Mötteli 11:18
    KundenBErater?? Der Name, die Bezeichnung „Kunden(Ver-)berater ist schon schief. Es sind schlicht einfache Verkäufer, Vertreterlis mit aufgeblasenem Ego welche die Produkte der eigenen Bank verkaufen (müssen).

  4. Das Geschäft mit Bürgern der OECD Staaten (ausser Mexiko, Israel und die Türkei) ist wegen dem Kampf gegen Steuerhinterziehung in diesen Ländern nicht mehr, was es einmal war. In der übrigen Welt haben viele Länder (besonders die mit Rohstoffen) nicht mehr einen solchen Leistungsbilanzüberschuß wie sie es auch schon erlebten, die Elite dort kann weniger kräftig zulangen. Bei der UBS ist das US Private Banking eine schwachbrüstige Angelegenheit, so muß halt dort das Geld eingespart werden, wo vorher das Land von Milch und Honig war. Jetzt fließt nur noch Milch. Die Chefs der UBS wagen es aber nicht die Löhne im US Private Banking zu kürzen, obwohl dort nur etwas Wasser ist.
    Unser Bundesrat wird von UBS und CS Obersten als Narren verlacht, aber vor jedem kleinen Staatsanwalt in New York und vor jedem Chefbeamten in Washington zittern ihnen die Knie.

  5. Die UBS ist in zahlreiche kriminelle Fälle involviert und steckt weltweit tief im Sumpf:
    Malaysia (1MDB: Betrug/Geldwäsche)
    Frankreich (Geldwäsche/Steuerbetrug)
    Brasilien (Petrobras: Betrug/Geldwäsche)
    Südamerikanische Staaten (FIFA: Verschwörung/
    Geldwäsche/Organisiertes Verbrechen)
    Golfstaaten, wegen ihrer Anlagestrategie gehören sie zu den Betrogenen bei Manipulation von LIBOR, Devisen, Gold.

    • das gibt garantiert ergiebige bonuszahlungen auf managementstufe 1 bis 4 und führt hoffentlich zu noch mehr entlassungen. kein CH wird deshalb sein konto kündigen, also, richtig gemacht UBS, weiter so, der aktienkurs hat’s dringend nötig.

  6. Was ich hoffe ist, dass auch auf dem Lande die sogenannten Kundenberater en masse gefeuert werden. Denn die verstehen von ihrem Job rein gar nichts. Ausser Arroganz und ekelhaftes Benehmen bringen die nichts auf die Reihe. UBSler halt. Von dem her ist es nur Schade um diejenige welche Tag täglich für diesen Saftladen malochen: die Backofficler. Viel Glück an die. Es ist zu hoffen, dass der aktuelle Skandal um den malaysischen Staatsfonds Ermotti und seiner Truppe definitiv das Aus beschert. Ermotti würde sich besser um seinen Haufen UBS kümmern, als regelmässig seine Weisheiten über die CH Politik in der Presse zu verbreiten.

    • Also wenn ich von der Front jemanden vom Backoffice nach 6 Uhr suche ist da nie einer sm malochen. Ehrlich gesagt, kriege ich aus Polen meistens den besseren Service als aus Zürich. Die Polen geben sich noch Mühe, in Zürich heissts immer nur „das fällt nicht in meinen Kompetenzbereich“

    • @Wanner: die im Backoffice verdienen ca 1/4 von dem was Du als Fröntler (sind wir im Krieg oder von welcher Front sprichst Du?) verdienst, weiss aber 4x soviel wie Du.
      Er ist um 6 uhr abends nicht mehr im Office, weil er bereits morgens um 6 da war und nicht wie Du 3h Mittag mit ‚Kunden‘ und ein paar Flaschen Wein genossen hat. Jeder Dritte seiner Kollegen, die jeweils bis spät abends gekrüppelt haben, wurden aufgrund der hohen Kosten die Du meist mit Nonsense verursachst, wegrationiert. Noch Fragen?

    • @Zuber/Wanner, aha. Ihr seid sicher die absoluten Topcracks von der „Front“. Wenn ich Ihre abstrusen Bemerkungen lese kommt mir bloss folgendes in den Sinn: wenn die Sonne der Erkenntniss tief steht, werfen sogar Zwerge lange Schatten. Ihre Schattenwürfe sind gigantisch. Einen anderen habe ich auch noch: Was stört es die stolze Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt. Reibt weiter.

  7. Auf Kosten der unteren Normalos wurden letzte „Zitronen“ ausgepresst und jetzt, jetzt kommt die ganze Günstlingsetage drann- Sesselkleber und sonstige Lecker.
    Nach meiner bescheidenen Meinung nach, seit Jahren überfällig!

    Da muss überhaupt nicht die UBS beleuchtet werden- dass gilt nämlich für alle Banken, und das europaweit!

    Die Bänkler werden sich noch die Augen reiben, was es bedeutet vom hohen Ross abgehalftert zu werden und real, in Zukunft Leistung abzuliefern.

  8. Die Büchse der Pandora wurde geöffnet!
    Sind das schon die Vorboten der Probleme bezüglich Singapur/Malaysia, Schweizer Kundendaten in Frankfurt etc.
    Nach 2008 sehr mühsam erworbenes Vertrauen wird wieder total vernichtet. VERTRAUEN steht an erster Stelle im Banking, aber die UBS-Führung wird das nie kapieren!
    Traurig, traurig wie diese Bank langsam den Bach runter geht.

  9. Es ist so gekommen wie es kommen musste. Nur kommt der Abbau reichlich spät, nachdem das Private Banking Schiff schon vor Jahren in Schieflage gekommen war. Aber anstatt wahllos und ohne Konzept gestandene Kaderleute zu entlassen, wäre es wohl sinnvoller, alle Arbeitsverträge zu kündigen und durch einen neuen Vertrag mit neuen, viel tieferen Konditionen zu ersetzen? Dann hat jeder die Wahl, ob der Teil der UBS bleiben möchte oder nicht. Ich wette, ein Grossteil der Angestellten würde den neuen Vertrag blind unterschreiben und froh sein, überhaupt einen Job zu haben. Und trotz schlechteren Bedingungen müsste nach wie vor kein einziger Private Banker am Hungertuch nagen.

    • Ja…so wird es bei der Swiss Universal Bank kommen. Neue Verträge für alle Mitarbeiter. Und ehrlich gesagt ist eine Nivelierung auf einen leistungsgerechten Lohn bei einigen Protagonisten dringend notwendig und auch flächendeckend erwünscht!
      180k Jahreslohn plus 50k Bonus für einen Kundenberater passen definitiv nicht mehr in die heutige Finanzlandschaft.

  10. Die ganze Personalpolitik bei der UBS ist aus dem Ruder gelaufen und mitschuldig sind vorallem die Chefs. Es kann ja auf die Länge nicht sein, dass man die Fix-Saläre in den Himmel hebt und dann noch Bonus bezahlt. Auch sehen diese Chefs nicht, dass der Service am Kunden „schlecht“ ist, denn man schmeisst ja die alten und erfahrenen Mitarbeiter auf die Strasse und überlässt das Feld den Anfänger. Der Service ist von Arroganz und Ignoranz geprägt, was wir Kunden eigentlich gar nicht nötig haben. Anstatt zu streiten ziehen wir besser unsere Depots ab und gehen zur Kantonalbank. Kein Wunder fällt die Marge bei einem solchen Institut ins bodenlose. Scheinbar interessiert es die Bank nicht.

    • @Hans Meier: Die UBS hat die teuersten Depot- und andere Kosten, darum habe ich schon vor Jahren auf die Kantonalbanken gewechselt.
      Bei der Basler-KB, Easy Trading, sind die Depot- und Courtagekosten eine Fraktion der UBS-Kosten. Da sind die Titeltransfer-Kosten schnell amortisiert!!!

    • Kantonalbanken sind auch nicht besser. Deine Kundenberater brillieren da wie dort nur mit beeindruckenden Schalen und haben schlicht nichts auf dem Kasten. Kein Wunder, wenn jeder der auf zehn zählen kann heute an die Uni geht. Swiss Quality ist definitiv weg bei den Banken. Da helfen auch alle Weiterbildungen nichts. Den IQ hebt das auch nicht. Ist aber nicht nur bei den Banken so, sondern im ganzen Dienstleistungsgewerbe, im Handwerk und in der öffentlichen Verwaltung. Der Bildungswahn der Linken bringt unser Land immer mehr an den Abgrund. Höchst selten, dass sich in die nicht akademischen Jobs Leute mit eigenem Denkvermögen verirren.

  11. Kaderspiele

    Wer das Spiel mit Übermut beginnt,
    weil ihm gleich scheint, wer dabei gewinnt,
    weiss von sich, aus der Erfahrung her:
    Das Verlieren übt sich doppelt schwer.

    Wer gewinnen muss um jeden Preis,
    weil er nichts von sich und Spielen weiss,
    wer besessen nach Erfolgen giert,
    ahnt, dass er als Sieger noch verliert.

    Jedes Spiel, mit wahrer Lust gespielt,
    wird zum Ernst, den man als Spieler fühlt,
    wenn das Spiel sich seinem Ende neigt,
    sich Gewinner und Verlierer zeigt.

  12. Lieber spät als nie! Seit Jahrzehnten fristeten „Kommerzler“ und „Retailer“ ein Schattendasein in allen Belangen, während die Fondsverhökerer – Entschuldigung, die nennen sich ja Private Banker oder Wealth Manager – fürstlich gehalten wurden. Das lag aufgrund der Cost-Income Entwicklung in dieser Sparte schon lange nicht mehr drin. Die lange fällige Korrektur scheint jetzt zu kommen. Welcome to Reality! Bedauerlich für all jene, die sich daran gewöhnt haben, über wenig oder keine Weiterbildung verfügen und hoch spezialisiert resp. wenig flexibel oder ü50 sind. Aber gut für die „Harmonisierung“ des Total Compensation Gefüges in den Grossbanken und für die anderen Stakeholder.

  13. Warum muss der Gewinn erst mal 41% fallen bis das Management reagiert? Die Reaktion ist dann immer hektisch und dadurch sicher voll mit Fehlentscheidungen. Schwerer Managementfehler aus meiner Sicht von Zeltner&Co. Sowieso sollten die Löhne 50% in diesem Gewerbe fallen, es müssen nicht immer Leute gefeuert werden. Die goldenen Zeiten sind definitiv vorbei. Das gute ist, irgendwann weiss es jeder in der Bankbranche.

  14. Dies erstaunt mich überhaupt nicht. Dr. Thomas Ulrich, zuckersüss in Radio 1, ist knallhart und nahezu empathielos. Angeschlagen durch verschiedene Kündigungen von Schlüssel-Leuten, ist er nicht nur gezwungen, all das zu vollziehen, was sein Chef Wiesendanger ihm befiehlt, sondern sogar noch mehr, um Wiesendanger zu gefallen und selber nicht auch aus dem System rauszufliegen. So läufts in der UBS. Unten wird gespart, dass die Knochen krachen und oben wird die GMD-Ebene weiterhin massiv vergrössert (Salär > 1 Mio. / ohne Bonus!!!). Zur Zeit sind es ca. 130…. derartige Günstlinge.
    UBS: Das unsozialste Unternehmen der Schweiz!

    • da geb ich Ihnen Recht – nur noch Fokusierung auf den eigenen Wert und die erhoffte Wertschätzung als Mensch am Geld. Was einem somit bleibt ist sich neu zu orientieren, ist auch wieder eine neue Chance. Dieses Unternehmen kann ich nicht mehr empfehlen!

  15. Socgen ZH. Die Vorgesetzte „Flasche“ mit fetten Boni/Bezügen hat man behalten – hat ihre gesamte Arbeitszeit verwendet um Beziehungen/Seilschaften zu festigen/auszubauen – just in case, falls man sie „absägen“ will. Gute MA rausgemobbt und/oder in ein Burn out getrieben. 45+ weg, damit Nieten sich weiter die Taschen füllen können obschon sie nicht ein Bruchteil von den Bezügen/Boni wert sind.

  16. Wieso immer das Nichtkader, mittlere und untere Kader entlassen? Dafür mehr Boni im Topkader zahlen?
    Mag unter dem Strich dieselbe Zahl geben, aber zählt man die betroffenen Schicksale und Familien würde sich das Blatt zur Fairness wenden.
    Davon spricht niemand…
    Ich habe selber kurze Zeit in der UBS gearbeitet. Das Positive daran: nach 40 Jahren Bank werde ich diese nicht mehr als Arbeitgeber wählen, ob klein oder gross.

  17. Ich sage meim Cheff immer, dass ich SVP-Mitglied bin und mein Vater auch und beim ACS; dann getrauen sie nicht mich zum künden.

    • Komisches Unternehmen, seit wann ist SVP- und ACS-Mitgliedschaft eine Qualifikation? Ganz zu schweigen von grundlegenden Grammatikkenntnissen!

    • …und mit solchen Deutschkenntnissen hat man Sie überhaupt angestellt?? Interessanter Post – oder ein Fake…

    • Ich glaube, Thomas Meier ist nicht so blöd, wie er schreibt. Wie Trudi.

  18. Der aufgeblähte Laden gehört schon lange auf ein Minimum reduziert. Warum hat ein „Leiter“ immer mehrere Angestellte um und unter sich? Er kann doch vieles gleich selber machen. Er wird dafür ja auch entsprechend entlöhnt.

  19. Ausmisten vor dem Ziel Kosten zu sparen kennt man im Backoffice schon seit Jahren. Insofern ist die Zeit für die Front mehr als reif.. auch wenn es für jedes Individuum hart ist. Aber Kosten sparen wird die Umsätze nicht nach oben bringen.. insofern ist spannender, wie sich Private Banking in der Schweiz mittelfristig strategisch entwickelt. Oder nicht. Ohne Weiterentwicklung der Value Proposition sehe ich schwarz. Und dann reden wir nicht von einigen oder hunderten sondern von Abertausenden von Jobs, die es nicht mehr gibt.

  20. Ich habe mein Glück vor rund sechs Monaten selbst in die Hand genommen und meine Stelle bei UBS gekündigt. Die Beförderungs- und Bonuswillkür war und ist nur noch lächerlich und fragwürdig. Intern wird diese Bank nur noch durch Seilschaften und „Buddys“ geführt, ohne den Fokus auf das Wichtigste, den Kunden, zu setzen. Hauptsache, die Seilschaften können ihr Schlaraffenland um sich herum aufbauen und sich gegenseitig jährliche Boni und Beförderungen zuhalten.

    Und ja, die Rayon-Etage ist leider heute z.T. mit Personen bestückt, die es in der Krise auf diese Position gespült hat, als diese Jobs keiner Machen wollten. Nun klammern sie sich mit aller Kraft an ihren Job, da sie genau wissen, dass sie eigentlich in einem normalen Umfeld nie und nimmer auf dieser Position spielen würden. Und auf diesem „Mittelbau“ ist das Privat- und Wealth Management Geschäft aufgebaut…noch Fragen?

    • Gratulation Olaf… Meine Beobachtung ist, dass es nur noch sehr wenigen Private Bankern gefällt, für diese Bank zu Arbeiten. Freude haben noch die Stäbler und jene, welche auf den Brainwash des Managements reinfallen und ihre Situation nicht realisieren. Bis es sie dann selber trifft. Die meisten RM’s welche etwas auf dem Kasten haben sind bereits gegangen oder bereiten den Abgang vor. Zurück bleiben die „Top Shots“ welche nicht wechseln weil sie keine Assets mitnehmen können. Wer es jetzt nicht kann wird es durch Massnahmen wie Digitalisierung usw. auch später nicht schaffen. Die Manager sehen und wissen das ebenfalls. Sie sind zur Zeit noch hochbezahlte „Drückerkolonnen“ welche fleissig an ihren Mandatszielen arbeiten. Sobald sie zu teuer und austauschbar sind, wird auf jüngere und dynamischere „Drückerkolonnen“ umgesattelt. Traurig aber wahr….

    • für Gaby, die mit 8 lapidaren Worten und einer Zahl das UBS PB Heissluftgebläse um 100% geschlagen hat…

  21. Die Kosten im Private Banking sind schon seit 20 Jahren aus dem Ruder gelaufen. Ein Assistent (ohne Weiterbildung) verdiente mit Bonus mehr als ein Kundenberater im Retail (mit Weiterbildung). Da kann etwas nicht mehr stimmen. Die Grossbanken haben dies jahrelang verschlafen und greifen jetzt zu Radikalmassnahmen. Hart für die Betroffenen, aber sehr notwendig. Leider nützt dies für den angeschlagenen Ruf nichts, die gesamte Branche stürzt weiter ab. Im Management ganz oben wird alles schön gefärbt, die Realität ist bereits jetzt ganz black.

    • Gleicher Meinung. Die Gesamtentschädigung im Wealth Management (Private Banking) ist seit langem deutlich höher als im Privatkundengeschäft (Retail). Viele MA und Direktionskader im WM wären zwar bereit, zu tieferen Löhnen zu arbeiten, wagen aber nicht, das offen zu sagen, sonst wären sie sofort weg vom Fenster. Der Mechanismus funktioniert eben anders. Die Mitarbeiter mit schwächerer Performance werden entlassen, die verbleibenden müssen dann etwas mehr arbeiten, behalten aber ihr überdurchschnittliches Gehalt oder verdienen sogar noch etwas mehr.

      Irgend einmal wird es so nicht mehr funktionieren und die Banken werden ihre übertriebenen Gehälter und Boni vor allem in den Bereichen Wealth Management und Investment Banking auf ein normales Niveau reduzieren müssen. Das wird aber noch eine Weile dauern, da die abgehobenen Entscheidungsträger schon lange keine Vorstellung mehr davon haben, was ein normaler Lohn ist.