Axel Webers heisse Steuerhilfe – Paid by UBS

Wenige Wochen nach Start bei Grossbank erhielt der deutsche Kapitän 50000 Franken „geldwerte Steuerberatung“ durch UBS.

Axel Weber ist ein Banker-Apostel. Der Ex-Zentralbanker aus Deutschland predigt von der Kanzel das Richtige für die Industrie.

Nun wird bekannt, dass der gleiche Weber kurz nach seinem Start als neuer Präsident der UBS nicht nur 2 Millionen Antrittsbonus erhalten hatte.

Sondern obendrauf noch rund 50’000 Franken sogenannte „geldwerte Leistungen Steuerberatung“.

Alle diese Leistungen der UBS dafür, dass der bekannte und renommierte Weber von Deutschland und dem Thron bei der Bundesbank zur Nummer 1 der Schweiz wechselte, erfolgten innert Wochen.

Schon im Mai, also im gleichen Monat, in dem Weber sein neues Amt antrat, flossen die versprochenen 2 Millionen Franken Golden Hello.

3 Monate später, im August 2012, erhielt Kapitän Weber dann die erste Tranche an Beratungsgeld für seine privaten Steuern.

Wieder 3 Monate später, im November, floss die zweite Tranche.

Die 50’000 Franken Unterstützung für Axel Weber erscheinen im Verhältnis zu den 2 Millionen Antrittsgeschenk plus dem Grundgehalt, das im 2012 gut 1,3 Millionen und im 2013 2 Millionen betragen hatte, wie Peanuts.

Umgekehrt fragt sich gerade wegen der stolzen Vergütung für Weber, die beispielsweise jene von CS-Präsident Urs Rohner in den Schatten stellt und jene für Aufsichtsrats-Vorsitzende deutscher Konzerne gar um ein Vielfaches übertrifft, warum Weber nicht selbst für den Aufwand aufkam.

Die UBS reagierte auf eine Anfrage zunächst hektisch. Nicht weil sie Weber das Geld gegeben habe, sagte ein Sprecher. Da sei man entspannt.

„Es gehört zum Standard nicht nur der Finanzbranche, sondern vieler Industrien, ihre Führungskräfte insbesondere beim Zuzug aus dem Ausland in die Schweiz in steuerlichen Fragen zu unterstützen“, meinte er.

Und weiter: „Derlei Abklärungen mit Hilfe externer Steuerexperten dienen nicht nur dem Schutz des Mitarbeiters, sondern auch dem der Bank. Die Steuerberatungen stellen einen geldwerten Vorteil dar und sind Teil der Nebenleistungen, welche von UBS entsprechend transparent sowohl im Jahres- als auch Vergütungsbericht publiziert werden.“

Im Jahresbericht 2012 wies die UBS für Axel Weber unter „Nebenleistungen“ 70’000 Franken aus. Im Jahr darauf waren es knapp 90’000.

Weber habe eine komplexe Steuersituation gehabt, als er bei der UBS im Frühling 2012 als neuer Präsident begonnen habe, führt der Sprecher weiter aus.

„Mit dem Umzug von Herrn Weber in die Schweiz wurde klar, dass auf Grund des Doppelbesteuerungsabkommens Schweiz-Deutschland und dem zur Anwendung kommenden komplizierten deutschen Steuerrecht entsprechende detaillierte Abklärungen notwendig waren.“

Weber sei zudem in der Zwischenphase nach seinem Austritt bei der deutschen Bundesbank und seinem Antritt bei der Schweizer UBS in den USA als Gastprofessor tätig gewesen. Das habe die Lage nicht einfacher gemacht.

„Dies alles konnte nur durch externe Steuerspezialisten aus den verschiedenen Jurisdiktionen mit entsprechender Sachkenntnis umgesetzt werden“, meinte der UBS-Sprecher gestern Abend in seinen schriftlichen Ausführungen.

Und betonte zum Schluss: „Die jeweiligen Honoraransätze entsprechen den üblichen Marktgegebenheiten.“

Kenner der Expat-Szene – Expats heissen globalisierte Manager-Nomaden – finden die bezahlten Leistungen der UBS für Axel Weber „völlig normal“.

„Das ist Standard, das machen alle“, meinte ein Ex-McKinsey-Berater, der selbst aus Deutschland stammt.

Weber verdiente 2012 insgesamt 3,6 Millionen Franken. Das war ein Vielfaches seines durchschnittlichen jährlichen Beamten-Einkommens als Chef der Bundesbank.

Im 2013 gingen der Lohn und der Bonus für den Präsidenten der Schweizer Grossbank dann wie eine Rakete durchs Dach.

Weber erhielt total 6,1 Millionen Franken. Umgelegt ergab dies rund 20’000 Franken pro Tag (bei 300 Arbeitstagen). Ein Bundesrat verdient nur leicht mehr – in einem ganzen Monat.

Weber merkte damals, dass seine Entschädigungen zu stark hochgesprungen waren. Sein CEO, Sergio Ermotti, hatte mit 10,7 Millionen nicht unendlich viel mehr eingesackt.

Die UBS verkündete, dass Webers Gesamtsalär bei 6 Millionen stehen bleiben soll. Das tat es dann auch in den Jahren 2014 und 2015.

Auch in diesen beiden Jahren erhielt Weber Nebenleistungen, welche von der Höhe „geldwerte Leistungen Steuerberatung“ umfassen könnten. Ob dem so war, ist nicht bekannt.

Weber zählt mit seinen Bezügen zu den bestbezahlten VR-Präsidenten – weltweit. Trotzdem ist er kein Pfennigfuchser, was die Steuern betrifft. Sonst würde er nicht in der Stadt Zürich wohnen und dort seinen Obolus leisten.

Hingegen ist Weber ein Mann, der alles nimmt, was man ihm offeriert. Die geldwerten Leistungen seiner Arbeitgeberin für Steuerberatung mögen zum Standard gehören.

Doch mit so hohen Einkommen, wie sie Weber erhält, ist er auf diese „Peanuts“ nicht angewiesen.

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28 Kommentare zu “Axel Webers heisse Steuerhilfe – Paid by UBS

  1. Diese Website ist immer wieder interessant. Manchmal lesenswert, manchmal hintergründig – oft aber auch einfach nur lustig. Ich weiß nicht, warum der Herausgeber überhaupt diese Site betreibt und warum er z.T. so „hässig“ schreibt.
    Schlussendlich kann kein „Tütscher“ was dafür wenn die „Schwiezer“ Anwälte und Steuerberater so hohe Stundensätze fordern. Nicht nur manchmal kratze ich mich da am Kopf, was für Honorare gefordert und bezahlt werden. Leider, leider steht dem immer weniger eine adäquate geistige Leistung entgegen.
    Wie lange wird das Schweizer System sich diese Hochpreis-Service-Insel noch leisten können?

  2. Zum Kotzen ! Das Wort brauch ich nicht viel! Habe eine schöne und gut bezahlte Arbeitszeit hinter mir und bin nicht eifersüchtig. Doch es ärgert mich bei der UBS 10 x mehr Depotkosten zu bezahlen, als bei meiner anderer Bank.

  3. „Derlei Abklärungen mit Hilfe externer Steuerexperten dienen nicht nur dem Schutz des Mitarbeiters, sondern auch dem der Bank“.

    Da heuert man den früheren Präsidenten der Deutschen Bundesbank an und muss als erstes einen Gesundheitscheck seiner Steuersituation machen. Ja, wie sieht denn das wieder aus? Reine Vorsichtsmassnahme oder Entschärfung einer Zeitbombe?

  4. Es muss wohl nicht weiter darauf hingewiesen werden, dass diese Steuerberatung im Wert von Fr. 50’000 steuerfrei erbracht wurden.
    Dies während man dem Mitarbeiter im Backoffice allfällige Reka Checks, Essensvergünstigungen und andere geldwerte Leistungen im Lohnausweis als steuerbare Werte auflistet.
    Es gibt wohl noch so einige „Sonderleistungen“ für die Manager, welche diese steuerfrei konsumieren. Da sollte der Steuerkommisär mal beide Augen öffnen und genau hin schauen.

    • Falsch: Die Rede ist von „geldwerten Leistungen“, d.h. einem Lohnbestandteil, der zu versteuern ist sowie der AHV-Pflicht unterliegt.

  5. Den normalen Angestellten stellt man signifikante Bonuskürzungen in Aussicht und dem Management schmeißt man die Kohle nur so nach.

    Die Ausrede ist immer die Gleiche. Es geht um die Bindung von Talenten. Na ja, was für Talente ist mir bis heute nicht bekannt.

  6. Was will man sich noch aufregen. Wenns nicht der Herr Weber ist, dann ists halt Herr Müller.
    Alle ausgestattet mit der selben DNA. Einer wird immer oben sitzen und sich einen dreck kümmern um seine Untertanen. Dankes und Lobreden ende Jahr wie wertvoll jeder einzelne ist, Verarschung dann folgend Ende Februar.
    Mangels Alternativen geht es weiter nach Tagesbefehl. Die Ägypter habens so gemacht, die Römer etc.

    • Kündigen!

      Oder einzige Stelle, auf der Sie genommen werden?

      Oder ist das Gehalt doch so hoch?

      Ich glaube, das Letztere ist in den Banken bei vielen noch der Fall, man kennt nur nicht die reale Welt ausserhalb dieser Hochverdienstzone. Ich darf Ihnen ein Geheimnis verraten: Es wird noch schlimmer!

      Gruss
      Herr Müller

      PS: Ja, Anstandsformen sind bei vielen Managern leider verloren gegangen. Dafür hat’s IP als modernen Pranger. Alle bitte mal Eier werfen, LH hat ja jeden Tag ein neues Ziel zum Abreagieren.

    • Die Aktionäre haben es in der Hand. Es braucht keine Zurückhaltung mehr seitens der Aktionäre, denn Mehrwert wird seit Jahren nicht geschaffen. Scheinbar sind die Aktionäre aber auch alles Pfeiffen oder Profiteure, dass Alles einfach abgesegnet wird. Oder haben die schon resigniert?

  7. Axel Weber – ein Mann, der niemals in seinem Leben praktisch gearbeitet hat – war immer im theoretischen Berufsleben unterwegs.
    Als im April 2010 Griechenland und der Euro „gerettet“ wurden, hatte Weber offenbar sein Damaskus. Man kolportiert, daß er im privaten Bereich bereits den neuen DM-Schein herumgezeigt hat.
    Also kündigte er bei der Bundesbank vorzeitig und sagte den im Herbst auf ihn zukommenden EZB-Vorsitz ab.
    Er ist also vor dem Euro-Desaster geflohen . In die Schweiz, wo man ordentlich absahnen kann.
    Und so residiert er in Zürich wie nur einer residieren kann, der nie richtig im Arbeitsleben kann.
    Was er kann?
    Reden, reden, reden, aber saugscheit .

    Seine Vertragsverlängerung bei der Deutschen Bundesbank sollte im Vorsitz der EZB münden. Alles politisch abgesegnet.

  8. Ja meine Damen und Herren, so machen wir das. Was ist bei uns beliebter als eine C-130 voll Geld? Natürlich eine C-130 die Nachts im Tiefflug das Geld abwirft, denn ähnlich wie beim Volleyball zählen wir die Punkte erst, wenn wir Aufschlag haben, sprich, wir am Fiskus vorbei sind.

    Dieses kleine nette Geschenk der UBS ist etwas vom schönsten, was ich seit langem gehört habe (mal abgesehen von letzter Nacht, und heute Morgen, und gleich nachher wieder). Diese Geste treibt mir Tränen in die Augen, kein Geschenk ist wertvoller als ein guter Steuerberater. Für jeden investierten Franken, spart man bis zu 50 eigene Steuerfranken – wie ich es gestern schon erklärt habe: Die Tüchtigen in unserer Klasse bezahlen nur Steuern als Publicity Gag – oder als genial getarnte Bestechung. Der Fiskus hat sonst nichts, aber auch rein gar nichts an unserer Türe verloren. Nicht ohne Einladung.

    Und in der Regel klappt dies auch wunderbar. Kommt der Audit, hat er schon den Bademantel an und schwupp gesellen sich Corina, Aikira und Louiza zu ihm. Audit bestanden.

    Die UBS versteht halt, dass wenn man einen guten tüchtigen Mann wirklich will, man mit einer kleinen netten Geste viel erreichen kann. Dies ist eher gesunder Menschenverstand als eine reisserische Story, weshalb nun die Trottoir-Schicht hier drüber zu diskutieren braucht wissen die Steuerberater.

    PS: Statt hier ständig über Dinge zu wettern, die ihr etwa soviel beeinflussen könnt wie der Schmetterling meine Schuhsohle, würdet Ihr Euch gescheiter mal Gedanken machen, wie Ihr von „gar nichts“ zu „fast etwas“ aufsteigen könntet.

    PPS: Hilfe für Ü45er, die schon kommen sehen, dass sie Versagen (mit 50 noch arbeiten), können sich nach wie vor hier von mir beraten lassen:
    https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849
    (add friend um kommentieren zu können, beklagt Euch bei Zucki)

    • Was bist denn Du für einer? sicher nicht sind solche Leute in Ruhe zu lassen. Der hat doch wie unsere Politiker bestimmt ganze Kontos voll Kohle die Fragen aufwerfen.
      Steuern haben alle zu bezahlen, Reiche sowieso!

    • Der Sechstklässler hat seinen Aufsatz wieder gut geschrieben! Rechtschreibung und Wortschatz sind ansprechend. Kriegt sicher ein gute Note! Bravooooooo!

  9. Es ist schon so, dass sich diese Bank Chefs wie Staatschefs vieler afrikanischen Länder benehmen und alles tun, um vorallem die eigenen Taschen zu füllen. Ich finde es einfach gegenüber der Belegschaft fragwürdig und das kann ja auch nicht goutiert werden. Einfach schade für das Image dieser Unternehmungen. Offenbar tolerieren die Aktionäre solche Vorkommnisse.

  10. Für die Oberen 10.000 der schweizer Bankenwelt mit mehreren Millioneneinkommen, werden zusätzlich Millionen für externe Steuerberatungen gesponsert. Millionen von ausländischen Geldanlegern in der Schweiz läßt man dagegen im Regen stehen und verweist großspurig, auf deren Eigenveratnwortlichkeit – anstatt zumindest hier flächendeckende IT-Lösungen zu generieren – die ausländische Kunden schützt. Man ist schon etwas verwundert über dieses befremdliche Verhalten einzelner Schweizer Banken – trotzdem behaupten immer wieder „geimpfte“ Nadelstreifenvertreter dieser Banken, sie hätten alles im Griff – seltsam????

  11. Auch Weber gehört zur“Elite“ deren Mantra Abzocke heisst: In D mittelmässig bezahlt und mit hohen Abzügen konfrontiert, in der Schweiz mittelmässige Leistung, dafür aber überzahlt!

  12. Klassischer abgehobener Moralapostel aus dem Ausland, der mit den anderen EU Heuschrecken ins gemachte Netz Schweiz zog um sich zu bereichern.
    Hinterlassen werden sie verbrannte Erde. Sei es in Form von ruinierten Firmen durch „Manager“ oder aber geplünderten Sozialwerken durch „händeringend benötigte Fachkräfte“, die von uns CH Idioten mühsam über Generationen aufgebaut wurden.
    Aber auch hier gilt: Jedes Volk hat diejenigen Gesetzte (Personenfreizügigkeit), die es verdient.

  13. Steuerberatung? Give me a break. Das sieht nach verstecktem Spesentopf aus. Der runde Betrag von 50’000 macht jedenfalls stutzig.

  14. Von Japan lernen:

    Dort sind die Großbanken bereits konsolidiert und wirtschaften seit Jahren profitabel. Einkommen eines CEO einer japanischen Megabank ca. US$ 1,0 Mio. incl. Bonus.

    Siehe:

    Mitsubishi UFJ Financial Group
    http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/people.asp?privcapId=320951

    Sumitomo Mitsui Financial Group
    http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/people.asp?privcapId=2481322

    Mizuho Financial Group
    http://www.bloomberg.com/research/stocks/private/people.asp?privcapId=1050268

    Gemessen daran sind die hiesigen Spitzenführungskräfte, die im übrigen betreffend Konsolidierung und Modernisierung der Branche noch ein gutes Stück des Weges vor sich haben, den Japan bereits gegangen ist, ziemlich überbezahlt.

  15. Nichts Neues aus dem UBS-Tollhaus. Selbsternannte Shooting-Stars kosten halt viel Geld, gleich wie Weinflaschen. Auf den Inhalt kommt es an und der ist im Falle Weber vermutlich schon etwas sauer. Es ist die Ohnmacht der Finanzindustrie. Jeder Mitarbeiter, der einen solchen Leistungsausweis präsentiert, wird in die Wüste geschickt. Ein Blick auf den Aktienkurs von UBS, CS, Deutsche Bank & Co. sagt alles. Die Börse steigt, die Aktien der Grossbanken dümpeln auf tiefen Niveau und sind seit Jahren Ladenhüter und Depotleichen.

  16. Aber genau Diese würden sogar noch eine Kurzstrecken fahrt mit der VBZ auf Spesen abrechnen.
    Wie auch die SBB- Maserati-Pilotin vom Arbeitgeber einen extra Parkplatz reserviert wurde. Klar es ist nur ein Parkplatz, aber das Unternehmen ist die OV und sollte eigentlich auch Ihre eigenen Leute auf die OV bringen.