Neues Vontobel-Logo: Viele bunte Smarties

Schlichter Schriftzug, rund herum viel Farbe: So will die Zürcher Traditionsbank neue Kunden finden – Aussen hipp, innen steif.

Die Zürcher Familienbank Vontobel erklimmt mit ihrer Aktie an der Börse ständig neue Rekordwerte. Nun will sie mit einem frischen Auftritt den Schwung nutzen und verstärken.

Sie plant in Kürze die Lancierung eines neuen Schriftbilds. Und dieses bricht mit der Vergangenheit – und wie.

Statt langweilig, bieder und steif tritt New Vontobel um einen schlichten schwarzen Namensschriftzug herum farbig auf.

Ein Feuerwerk der Elemente, mit Aquamarin, Citrin, Pink.

Es leuchtet und glitzert in Zukunft an der Gotthardstrasse in Zürich, wo die Vontobel-Chefetage sitzt und das neue Design beschlossen hat.

Dieses stammt aus einer Agentur in einem Zürcher Quartier und besticht laut Insidern durch einen „supermodernen“ Anstrich.

Vontobel wird kein eigentliches Logo mehr haben, sondern nur noch den eigenen Namen in Schwarz mit einer modernen Schrift ohne Serifen.

Rund herum wird getanzt und gehypt. Viele bunte Smarties statt grau-blaue Einöde.

Die Vontobel-Chefs verwandeln ihr Traditionshaus so, als ob ihre Bank eher im dynamischen Technologiesektor als im niedergehenden Finanzbereich zuhause wäre.

Die neue Internetseite erinnert in nichts mehr an den bisherigen Auftritt. Dort ist heute alles gemächlich, man sieht Ruderer, das Tempo wirkt gedrosselt.

Der Big Bang mit leuchtenden Farben wird zur Explosion der Gefühle – dies bei einer Bank, die im Innern immer noch nach alten Gesetzmässigkeiten operiert.

Ihre Kultur ist eine des Wegschauens, wenn es die obersten Chefs betrifft. Umgekehrt werden unten in der Hierarchie Leute entlassen, die sich nicht wehren können.

Der Leiter des erfolgreichen Geschäfts mit den Strukturierten Produkten, Roger Studer, durfte in seinem blauen Bentley viel zu schnell fahren.

Als er  den Ausweis auf lange Zeit weg hatte und trotzdem weiterfuhr, resultierte das in einer happigen Strafe.

Ein Vorbestrafter ganz oben in der Vontobel-Bank?

Kein Problem. Studer bringt der Familienbank Jahr für Jahr Dutzende von Millionen an Nettogewinn. Da bleibt eine kleine Vorstrafe intern ohne Konsequenzen.

Axel Schwarzer machte derweil Schlagzeilen als Casanova. Der Chef des rentablen Asset Managements hatte eine Geheim-Beziehung mit einer der Erbinnen der Vontobel-Familie.

Als die Liaison zerbrach, kam es zum Eklat. CEO Zeno Staub und Präsident Herbert Scheidt wurden ins Bild gesetzt.

Den beiden Captains war die Geschichte peinlich. Sie liessen Schwarzer dessen eigene Version der Beziehung – und unternahmen nichts.

Reine Privatsache. Was man finden kann, wenn es sich nicht um eine Affäre eines Spitzenmanns ausgerechnet mit einem Mitglied der Besitzerfamilie gehandelt hätte.

In so einem Fall erhält die vermeintliche Privatangelegenheit rasch eine betriebliche Komponente; schliesslich zahlt die Erbin und Miteigentümerin am Ende des Tages den Lohn des Managers.

Schwamm drüber, finden Vontobels Verantwortliche. Und lancieren ihre eigene Version der vielen bunten Smarties.

Diese sollen die trüben Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit vergessen machen; mit dem Versprechen einer tollen Zukunft.

Selbst wenn diese im Innern alles beim Alten belässt.

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22 Kommentare zu “Neues Vontobel-Logo: Viele bunte Smarties

  1. Das ALLERSCHÖNSTE an den Kommentaren ist der eindeutige Beweis, dass die Banker, resp. die Leser von IP – die also in einem Umfeld von Banken arbeiten, schlichtweg primitiv sind.
    Es wird sich angegangen, es werden proletenhaft und marktschreierisch irgendwelche Parolen rausgegrölt.

    Ich finde es ist an der Zeit, dass sich die „feinen Herren“ rund um den Paradeplatz endlich ihrer Anzüge entledigen und wie das stinknormale Pack aus Seebach rumlaufen.

    • Viele Grüsse nach Zürich-Seebach, lieber Bernd.

  2. Wo Zeno Staub und der Verwaltungsrat nicht brillieren?

    Offensichtlich bei der internen Corporate Governance und wenn es darum geht unangenehme Probleme mit Mitarbeitern zu lösen. Totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt, weil es allen nur abgrundtief peinlich ist und keiner richtig weiss, was er machen soll.

    Vielleicht haben Sie eine Tochter, möchten Sie, dass ihr auch sowas bei der Arbeit in einer Firma passiert? Würden Sie das von einem Manager in Ihrer eigenen Firma dulden? Wohl kaum.

  3. LH, haben sie keine knackigen News mehr gefunden? Muessen es, wie im Falle Vontobels, uralte Geschichten sein, um dieser feinen und angesehenen Privatbank eins auszuwischen? Peinlich und an Dummheit kaum zu ueberbieten. Herr Haessig, nehmen sie eine kalte Dusche und vergessen sie nicht, ihre Medikamente einzunehmen, sie Dummy!

    • „Fein und angesehen…“ – tja Vreneli woher auch immer, ist scheinbar spurlos an dir vorbeigegangen, dass dies einmal WAR. Die heutigen Protagonisten und alle Stories der jüngeren Vergangenheit vermitteln definitiv einen anderen Eindruck. Dies zu erkennen (und auch nicht gleich wieder zu vergessen) bedarf aber einer bescheidenen Portion Intelligenz. Leider gibt es gegen solche pathologische Wahrnehmungsverzerrungen kein wirksames Medikament – in diesem Sinne hast du mein uneingeschränktes Mitgefühl!

    • Eine leicht groteske Überreaktion von Vereneli auf die tägliche Berichterstattung des Lukas Hässig. Fakt ist doch, dass die Prädikate ‚fein‘ und ‚angesehen‘ nicht darüber hinwegzutäuschen vermögen, dass das Verhalten einiger Vontobel-Topmanager nicht über jeden Zweifel erhaben ist. Ein Dummy ist meines Erachtens jemand, der diesen Umstand negiert oder ganz ausblendet, Frau Guggisberg.

    • Auch Fu(c)kt und Gölä plärren in ihrer Kritik Dinge aus der Vergangenheit, welche z.T. unwahr und tendenziös aufgebauscht wurden. Die Weibergeschichte hat nichts mit Vontobel zu tun, sondern wurde als Rache einer Verschmähten (auch wenn sie zur Familie gehört) bis zum geht nicht mehr hochgehyped. Auf den dürftigen Artikel von LH gehen beide nicht ein; offensichtlich Groupies, welche den grössten „Shit“-Artikel seit langem noch bejubeln! Zensur ist aktiv; jedoch nur bei Gegenmeinungen! Wo bleibt die Meinungsfreiheit?

    • Rekapitulieren wir kurz, extra für dich Vontobel Groupie ‚Vreneli von irgendwo‘, die Begriffe Zensur und Meinungsfreiheit und was du dazu so für Ergüsse von dir gibst:
      – Du kannst also nebst deiner völlig verkappten VT Verherrlichung den Blog Autoren der Peinlichkeiten, der Dummheit sowie eines notwendigen Medikamentenkonsums bezichtigen und als Dummy beschimpfen, der liberalste Blog Betreiber weit und breit lässt dies alles zur Publikation durch –> das heisst dann auf deinem Planeten wohl folgerichtig ‚Zensur‘.
      – Da teilen aber, oh Schreck, andere deine Meinung und sehr „spezifische“ Wahrnehmung nicht und du, nachdem du vorher so richtig schön ausgeteilt hast, faselst in penibelst weinerlicher Manier auch noch etwas von fehlender Meinungsfreiheit daher – hää?
      Da scheint aber jemand gewaltig einen an der Waffel zu haben…

    • Liebes Vreneli

      Angesehen? Ein Management, das sexuelle Belästigung deckt? Vom Casanova der Bank?

      Jeder der so ein Verhalten unterstützt macht sich mitschuldig an den vergangenen Vorfällen und den Zukünftigen, von den feinen Herren, die ihre Libido nicht unter Kontrolle haben weil es zuhause etwas langweilig und ausgetrocknet geworden ist. Aber man zu feige und bequem ist und lieber fremd geht. Widerlich.
      Eine tolle Corporate Governance hat diese Bank. In jedem anderen Laden wäre dieser Herr schon lange entlassen worden.

      Und Rache? Wissen Sie was Sie mega super Smarty? Mit so einer Geschichte steht kein Mensch gerne freiwillig in der Zeitung. Und um sowas zu begreifen, braucht man nicht einmal wahnsinnig intelligent zu sein.

      Bringen Sie Herrn Hässig doch eine bessere Story anstatt sich zu beklagen aber doch jeden Tag Inside zu lesen. Wenn Sie schon so viel Zeit aufwenden Kommentare zu schreiben, haben Sie vermutlich im Job zu wenig zu tun oder sind wohl schon pensioniert? Da wäre doch eine journalistische Nebentätigkeit ganz interessant!
      Cheers

    • Vreneli, Du reisst Dein Maul hier ganz schön auf. Stehst wohl auf der Payroll von Vontobel und enervierst Dich hier aus falsch verstandener Loyalität. Solltest Du tatsächlich weiblichen Geschlechts sein, was ich bezweifle, vermute ich einen Damenbart und krumme Haxen. Mit diesen, sagen wir mal suboptimalen, optischen Reizen hast Du natürlich von Deinen Kollegen wenig bis gar nichts zu befürchten, weshalb die echten Opfer von sexuellen Attacken durch den AM-Boss natürlich nur rachsüchtige Weiber sind, die den armen Kerl fertig machen wollen. Ich schlage vor, Du verkriechst Dich wieder unter Deinen Stein und machst Pause.

  4. ….im Sommer sind die bösen Bankmanager halt in den Ferien aber die Haters brauchen trotzdem ihr tägliches Futter…nur so kann ich mir diesen Artikel erklären…

  5. Wer wohl hier wieder gepetzt hat? Wenn im Hause Vontobel noch nicht mal die geplante Lancierung eines neuen Werbeauftrittes geordnet kommuniziert werden kann bzw. unkontrolliert nach aussen dringt, frage ich mich, wie es generell um die Vertraulichkeit und die Verschwiegenheit der Bank bestellt ist…

    • Die neue Corporate Identity wurde den Aktionären schon vor Monaten an der GV vorgestellt – von dem her ist die heutige Meldung auf IP eigentlich kalter Kaffee…

  6. Wer inhaltlich nicht zu brillieren vermag, hübscht einfach die Verpackung etwas auf. Auch das ist, nebst der Sparschraube, keine echte Strategie, Herr Staub.

    • Fragt sich nur, wo Zeno Staub nicht brilliert. Haben Sie den Aktienkurs und die Entwicklung der Zahlen mal studiert? Oder fällt es Ihnen schwer, sie zu verstehen?

  7. Der Markt ist für alle gleich und im aktuellen Null- und Niedrigzinsumfeld sind Kosten wichtig.

    Strukturierte Produkte, Anlagefonds und External Asset Managers klingen vordergründig nicht nach zeitgemäßer Sparsamkeit oder wenigstens Überrenditen.

    Da große Anbieter auf mittlere und lange Sicht selten die richtigen Lösungen anbieten, ist Vorsicht geboten.

    • Da sagt der Markt (Börsenkurs) – Bunte Sommersmarties hin oder her – aber etwas ganz anderes aus. Ganz im Gegensatz zur Kursentwicklung unserer zwei „Universalbanken“!

    • Die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt. Zumindes ich habe Ihr Votum nicht wirklich verstanden und vermag auch keinen konkteten Bezug tu Vontobel bzw. der Logo-Story herzustellen. Vielleicht sollten Sie etwas in den Schatten stehen.

  8. Ein „Feuerwerk“ (an oberfaulen Belegen/Bestätigungen) haben Scheidt & Staub ja schon in der „mittleren“ Vergangenheit in München gezündet zum Wohle der Amigos, und alles mit Einverständnis der Finma.

    Wenn das bloss nicht eines Tages hochkocht …..