Knall im hippen Zuger Crypto Valley

An gestriger Wahl wurde ein abgehalfterter Swisscom-Blockchain-Chef zum Präsidenten gekürt – Frau verlässt VR unter Protest.

Im Zuger Krypto-Tal rumort es. Gestern war Generalversammlung der Crypto Valley Association, der Lokomotive der ganzen Schweizer Krypto-Bewegung.

Der Event wurde zum Debakel. Der Grund ist ein Machtkampf. Die Alten unter dem Ex-UBS-Spitzenmanager Oliver Bussmann mussten gehen, weil sie zu viel für sich schauten.

Die Neuen sind nicht besser. Sie haben keine Ahnung von Krypto und Fintech. So die Kritiker, die laut sind. Eine Frau, Jenna Zenk, schmiss den Bettel unter Absingen wüster Tiraden hin.

Jung, ehrlich: Schelte eines Krypto-Kenners (Quelle: IP)

Sie verwies auf Twitter auf die Rede eines jungen Krypo-Experten. Laut diesem hätten sich vor allem Anwälte für den VR der Crypto Valley Association aufstellen lassen. Von denen sei „very little outcome“ zu erwarten.

Ein langjähriges Mitglied meint, der neue VR sei „gleich schwach“ wie der alte. Die erhoffte Erneuerung mit frischen und erfahrenen Krypo-Kräften sei ausgeblieben.

Tatsächlich fragt sich, was im Zuger Krypo-Tal los ist. Gewählt zum neuen Präsidenten der Crypto Valley Association wurde Daniel Haudenschild. Dieser wurde soeben von der Swisscom bei der Tochter Swisscom Blockchain Ltd. abgesetzt.

Bumm, weg, ciao. Haudenschild habe viele Kunden verärgert, darunter Banken und Versicherungen, meinte ein Insider. Laut diesem hätte Haudenschild gar nie Chef von Swisscom Blockchain Ltd. werde dürfen.

Denn sein Trackrecord sei schon zuvor nicht überzeugend gewesen. Haudenschild war ein bekannter Berater bei EY Schweiz. Die Firma habe nach dessen Abgang vor 2 Jahren Projekte beenden müssen.

Haudenschild landet auf der Strasse, dreht sich einmal um – und schwupp, landet er auf dem Präsidentenstuhl der Vorzeigeorganisation im Krypto-Tal.

Dort beerbt er einen anderen Ex-Spitzenmann, der unter Druck geraten war. Oliver Bussmann heisst er, ein ehemaliger Bigshot des deutschen IT-Multis SAP, der die UBS ins Internet-Zeitalter führen sollte.

Bussmanns Abschiedsshow: Scheidender Ex-UBS-Star klopft sich auf Schulter (IP)

Und damit scheiterte. Nach wenigen Jahren stand Bussmann ebenfalls auf der Strasse. Er erfand sich neu – Crypto Valley Association sei Dank. Dort übernahm Bussmann das Präsidium.

Ganz geübter Grossunternehmens-Politiker, brachte er Vertraute ins Board. Das verärgerte Leute, die sagten, sie würden für die Crypto-Sache kämpfen. Nicht so wie Bussmann und seine Buddies, die vor allem für sich schauen würden.

Er habe stets unentgeltlich für die Crypo Vereinigung gearbeitet, meinte Bussmann vor ein paar Wochen in Email-Antworten. Und das für viel Arbeit. „Bei mir macht das immerhin rund 20 Prozent meiner Arbeitszeit aus.“

Wegen Turbulenzen wurde ein externer Anwalt als Mediator beigezogen. Der sollte die Wogen innerhalb des Verwaltungsrats der Crypto Valley Association glätten. Hintergrund waren die Vorwürfe an Bussmanns Adresse, mittels der Vereinigung seine Beraterfirma zu stärken – durch Aufträge. Für die Kritiker ein klarer Interessenkonflikt.

Laut Bussmann alles Blödsinn. „Es gibt keinen Interessenkonflikt. Dies wurde von einem unabhängigen Gutachter, der von der Generalversammlung gewählt wurde und auch Vorschläge für die Reform der Governance-Strukturen gemacht hat, für den Vorstand bestätigt.“

Und weiter: „Wir haben hierzu auch die Vereinsmitglieder konsultiert. Unsere Kunden auf der Beratungsseite sind schwerpunktmässig europäische Grossunternehmen.“

Kurz nach dem Mail-Austausch meldete Bussmann, dass er sich als Präsident zurückziehen würde. Gestern übergab er das Steuer.

In seinen damaligen Aussagen von Ende November findet sich noch das. „Es ist unbestritten, dass die Blockchain Szene in Zug gewachsen ist und Erfolg hat. Ich glaube die Arbeit des Vereins hat einiges dazu beigetragen – und ich konnte als Gründungsmitglied mit meinem internationalen Netzwerk helfen, den Boden zu legen.“

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Haudenschild hat schon damals bei EY einfach nur alle Kunden dumm und dämlich geredet. Selbst hat er keine Ahnung, aber alles hinter schnellem Sprechen und Blablabla verbergen. So einer gehört arbeitslos auf die Straße oder unterwegs als Staubsaugerverkäufer. Nur ein Showman, aber nichts dahinter.

  2. die schweizer und konsorten dachten, sie können das rad neu erfinden. ein paar schildbürger dachten sie werden reich.
    der traum von lambo verkommt zum güllewagen.
    in letzters gehört der crypto versenkt.

  3. Erinnert mich an die dotcom-Gebläse. Oder an Pyramidenponzi-Verkaufsorganisationen.

    Allein schon der Umstand, dass sich der Cryptomob in den üblichen Hotspots redlicher Finanzwirtschaft (Malta, FL und ZG) sammelt, spricht Bände.

    Und am Schluss hocken wieder ein paar in U-Haft und alle Anderen sagen: „Das haben wir kommen sehen.“

  4. Ich bin neu im CVZug seit Herbst2018. Damals hat mich das Verhalten vieler, die sich hier herausputzen gestört. Ich bin in 4 Berufsorganisationen in der Schweiz in Vorständen lange Zeit gewesen und diese Ergebnisse (Mitglieder, Finanzen) konnten wir in 10 Jahren nicht erreichen. Auch wenn es richtig sein sollte einen neuen Kurs zu wählen, so ist das im Herbst und das an diesem Termin an den Tag gelegte Verhalten als aufgeklärte, emotional Intelligente Menschen nicht in Ordnung. Die wirklich herausragende Persönlichkeit ist der Sekretär, der das alles mit Freundlichkeit, Profession, Organisationstalent, hervorragender EI und sachlich sauber durchgezogen hat. Ihm gehört mein ganz grosser persönlicher Dank. Niemand hier honorierte das. Schade, er hat es wirklich verdient.

    Dann zu den anderen Kommentaren hier: fast alle Kommentare gehören hier nicht hin und missbrauchen den Artikel für ihren Unmut. Das beschreibt das Bild. Legt Euch, die hier missbräuchlich Posten, vor den eigenen Spiegel.

    • in der Tat; könnte nicht mehr zustimmen!!
      Die Anliegen der TechSzene, deutlich von Adrian B. vorgetragen, wurden sehr wohl gehört.Ohne Anwälte geht es nicht, aber auch nicht ohne Techies. Drum, sehr sehr
      schade …. die Reaktionen der Frauen.

  5. Haudenschild hat schon bei EY nichts auf die Reihe bekommen. Technisch eher schwach und von Versicherungen keine Ahnung, aber bei den Big Boys auf Millionenprojekten mitspielen wollen.

    • Bei Zürich, Allianz und Swiss Re habe auch nicht viele eine Ahnung vom Geschäft. So dramatisch kann es also nicht sein!

  6. Am besten Finger weg von Zug. Und vor allem Finger weg von Zuger Krypto. Man bekommt nur Aerger von der lokalen Maffia.
    Zurück zur Realität und zu Gold.
    Kiki

    • Wer heute als Hip gelten will wechselt doch mindestens einma im Leben das geschlecht!

  7. Das ist das, was den Werk-/ Businessplatz Schweiz in Gefahr bringt: Für Gescheiterte findet sich meist immer noch irgendwo ein Plätzchen, statt dass man jüngeren Fachleuten Platz macht. Die selbstgefällige und selbstgefühlte Elite hat’s offenbar noch nicht gecheckt. Die Quittung dürfte früher oder später folgen, wenn Traditionsbuden dicht machen oder ins Ausland verkauft werden. Geschieht teilweise schon.

  8. Groteske Szenen, die sich da gestern abgespielt haben. Einerseits die peinlichen Anpissereien aus dem Saal, die Abstimmungsvorlagen seien nicht rechtzeitig publiziert worden – dabei waren sie einfach zu faul, diese seit Wochen vorliegenden Unterlagen auch nur zu lesen – siehe auch „Ablehnung Budget 2019“. Andererseits der Kindergarten („wenn der oder die gewählt wird, trete ich sofort zurück“) und dann vorzeitig als beleidigte Leberwürste den Saal vorzeitig verlassen. Auf solche Vorstandsmitglieder kann jeder Verein gerne verzichten. CVA ist keine Selbsthilfegruppe für Gschpürschmi – Nerds. Vorstandsmitglieder brauchen – INTERNATIONALE – Netzwerke, Lobbying- und Blockchain/Crypto Expertise. Und Eier. Wir stehen im internationalen Standortwettbewerb unter Dauerbeschuss von Liechtenstein, Malta, Gibraltar, Korea, Japan und den Amerikomikern, ja selbst von den Briten. Das ist kein Zuckerschlecken, es geht um die Vorherrschaft und Definitionsmacht in einem neuen Industriezweig.

    Dem gestern gewählten Vorstand fehlt eigentlich nur Blockchain/Crypto Expertise, ein grosser Fehler der mit der Wiederwahl von Søren Fog hätte verhindert werden können.

  9. Ich habe seit Beginn gewarnt vor diesem wertlosen Bitchcoin
    Dreck. Zug ist selber schuld, aber die Gier tötet den Verstand. Hat schon mit Johann Schneider-Ammann angefangen, als er sich mit dem Krypto-Award schmückte und plauderte, der Bit ähähäh Pittcoin habe Zukunft. Und Ueli Maurer findet das auch gut. Als Finanzminister gefährlich, denn Bitcoins sind nur für Kriminelle und Steuerhinterzieher nützlich.

  10. Klar, warum Anwälte sich aufstellen lassen. Die wittern neues Beratungsbusiness – weiter bringen sie die Kiste aber nicht.

    • Anwälte suchen primär Streit mit anderen Anwälten … denn das generiert ihnen Aufträge, viele viele Aufträge …!

  11. Zuger Inzest : Einmal mehr!

    Der Steuer – Günstling Zug zog diese Meute an, in der Hoffnung auf Diversifikation gegenüber von Rohstoff-Handel und der Briefkasten-Firmen-Flut.

    Endlich ist Zug wieder im Gespräch, aufgegleist mit Politikern aus Bern (Maurer) und der geilen Zuger ‚Elite‘ vertreten durch Winkel-Anwälte, Immobilien-Heinis und Wirtschafts-Förderer im Schlepptau der SVP, FDP und CVP-Genossen.

    Dem kurzen Boom folgt ein grässlicher Absturz, wie man ihn selten erlebt. Eine Bude nach der anderen kämpft mit dem Ueberleben, beschäftigen die Gerichte und werden Kunden das Konkursamtes.

    Die Goldgräber-Stimmung ist über Nacht weg, die Pfeifen und blassen Emporkömmlinge verschwinden wieder wie sie gekommen sind.

    Zug um Zug. Jetzt ist Liechtenstein dran 🙂

  12. Das ist klar: wenn man die Dinge hinter der Kulisse kontrollieren will, dann lässt ein schwächling / Inkompetent als grosse Master wählen…aber eben es fehlt etwas: le feu sacrée…ohne diese macht keine Schritte weiter…und diese ist in Interesse der „Hintermänner“…simple game: ein algos mit zwei befehle und unendliche loop…

    • Frage mich höchstens, wofür es bei einem global für jedermann(frau) offenen System überhaupt ominöse „Hintermänner“ brauchen soll? Wir ein solches von irgendwelchen anonymen Strohmännern gelenkt, ist es ohnehin unbrauchbar und zwar vollumfänglich.

  13. Der Crypto-Zug fährt allmählich ab aus Zug (sorry für den Kalauer) …
    Die CH war Vorreiterin, aber allmählich verpennt sie den Anschluss … oder wieso sonst hat die weltgrösste Crypto-Exchange Binance ihre Tore neu auf Malta und in FL eröffnet statt in Zug?

    • Darum: Hast Du Dich vielleicht gefragt, an welchen Handelsplätzen die lascheren Regulatorien zu finden sind??? Vielleicht macht es ja doch Sinn, nicht bei jedem neuen Ideenfurz an vorderster Front mitzutun!

  14. Typische Vereinsmeierei. Welche Interessenvertretung ist nicht gespickt mit Politikern, deren praktischer Nutzen fraglich ist. Wenn sie praktisch erfolgreich wären, hätten sie keine Zeit für Vereinsarbeit.

  15. Schauen sie sich doch mal die gegenseitige Beweiräucherung der sogenannten Experten an, die sich nach dem wiederholten Scheitern ‚neu erfinden‘.

    Bussmann hat wenigstens noch seine Beratungsfirma, die auskunftsgemäss halbwegs läuft….dies aber vor allem durch seine vorherige Arbeit bei der UBS.

    Da gibt es andere, z.B. Abele mit Tend (früher CS)…Konzept generell okay, aber…..meiner Meinung nach nicht nachhaltig und ob alles so ist, wie es scheint….da hört man so einiges…..die Zeit wird’s zeigen.

    Schauen sie sich mal an, wie hier eine kleine Community in den sozialen Medien auftreten – einer ‚shared‘ jeweils die Beiträge des anderen, gegenseitige Reviews und Lob auf den Plattformen und somit pusht man sich nach oben…….

    Sowie viele plötzlich Crypto kauften, um plötzlich reich zu werden, wollte plötzlich ganz viele Jobs / Mandate in diesem Bereich um ihre gescheiterten Karrieren zu retten und die Anwält um Aufträge im Zuge der ICO‘s zu erhalten.

    Es gibt nur wenige, die hier wirklich Gas geben, weil sie davon überzeugt sind, sie es allumfänglich verstehen und sie es als Berufung sehen…..aber es gibt sie und diesen gebührt voller Respekt – mit diesen Leuten wird auch das CryproValley nach vorne gehen.

    • @giovanni
      Anscheinend haben Sie keine Ahnung wovon Sie schreiben.
      Informieren Sie sich doch bitte über das Thema „VR“ BEVOR Sie einen solchen unqualifizierten, und vor allem frauenfeindlichen, Kommentar abgeben!

    • @Giovanni: Sie haben wohl ein Problem mit Frauen. Liegt wohl daran, dass man als Südländer unter dem „Mama-Syndrom“ leidet. Bis min. 35 zu Hause wohnen, gell!

    • Peinlich wie Sie „Leute die nichts verstehen“ und „Frauen, die die Beherrschung verlieren“ im gleichen Atemzug nennen und als „alten Teig“ beziffern. So eine Aussage sagt nichts über CVA oder Frauen aus, aber sehr viel über Sie