ETFs befreien von Verantwortung – Schuld sind alle anderen

Vorteil: Man ist immer dabei – Nachteil: Langweiliger gehts nicht – Was leistet eigentlich Ihr Berater?

Jedes Mal, wenn die Börsenkurse schon einige Zeit gestiegen sind, wiederholt sich die Geschichte. Die Anleger schauen auf die verpasste Kaufchance zurück und raufen sich die Haare.

Von der ETF-Industrie respektive derer Influencern bekommen sie dann erklärt, dass man mit einem ETF immer voll profitiert. Das stimmt für den letzten Kursanstieg ebenso wie für den nächsten Kursrückgang.

Mit einem ETF spart der Anleger Gebühren. Ein ETF ist deshalb „billig“, weil er tatsächlich nicht mehr bietet als eine simple Index-Replikation. In vielen Fällen sind die Gebühren aber nicht der hauptsächliche Kaufgrund.

Eine ETF-Anlage nimmt dem Investor ebenso wie jegliches andere Indexieren die Eigenverantwortung. Die Portfolio-Performance wird durch den Markt erklärt.

ETFs befreien so von Verantwortung. Es geht nicht mehr darum, ob die Kurse am Boden sind oder ob sie an der Decke kleben und ob es sinnvoll ist, da noch Geld in den Markt zu schieben.

Und schon gar nicht darum, Chancen zu erkennen und entsprechend zu handeln. Die Aufgabe beschränkt sich darauf, Gebühren zu sparen und auf möglichst unverbindliche Art und Weise irgendwie am Markt dabei zu sein.

Steigen die Kurse, hat man garantiert nichts verpasst und dabei vielleicht sogar noch Gebühren gespart. Fallen die Kurse und der Wert der ETFs damit, war man „gegen die ungünstige Entwicklung an den Finanzmärkten nicht gefeit“.

Die ETF- und die Indexierungs-Kultur arbeitet so auch vielen nicht ganz so kompetitiv agierenden Profis in die Hände, indem sie diese vor unangenehmen Fragen bewahrt.

Was, wenn die Börsenentwicklung in diesen Fällen am Jahresende die Performance bestimmt, macht denn bloss der Profi für sein Geld?

Viele Anlagekonzepte sind nichts weiter als eine organisierte Unverantwortlichkeit. Keiner ist verantwortlich und keiner muss oder will Entscheidungen treffen. Da ist ein ETF auf jeden Fall das Instrument der Wahl.

Die ETF-Influencer haben jetzt gerade wieder Hochkonjunktur. Dabei werden diese ETFs aber nur dann zu einer guten Sache, wenn sie nicht zum Selbstzweck verkommen.

Aber sieben Monate nach dem letzten markanten Tief ist vergessen, dass Gebühren für die langfristige Performance-Rechnung bei Weitem nicht so entscheidend sind wie einigermassen zeitgerechtes Kaufen und Verkaufen.

Kommentare

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  1. Absolut unqualifizierter Kommentar.
    Buy low and sell high ist eine der dümmsten Regeln, die ein Anleger befolgen kann(es gäbe noch ein paar andere), da es nicht möglich ist.
    Warum kommen solche Kommentare auf die Website?
    Hat die Redaktion eine Ahnung von asset management?
    Dürfen hier alle alles sagen und ihren Kommentar abgeben?
    ETF’s kaufen heisst nicht automatisch nichts tun. Die asset allocation gezielt verändern via Etf’s ist die effektivste Methode, um eine gute Performance zu erzielen und das zu sehr tiefen Kosten.
    Am Ende des Tages zählt aber so oder so nur die Entwicklung gegenüber Benchmark. Alles andere ist bla,bla,bla.

  2. Bin sehr zufrieden mit den Analysen von invest.ch. z.B. Ende Q3 2018 shorts aufgebaut und Ende Dezember wieder voll übergewichtet. Da sind dann Gebühren wirklich Nebensache. Es ist Arbeit und Mut erfoderlich sich gegen die Herde zu stellen, aber sehr ertragreich. Es ist doch langweilig und unverantwortlich die Indexzusammenstellung dem Indexanbieter zu überlassen. Nach 10 Jahren Aufwärtstrend sieht jeder mit seinen ETF’s wie ein Held aus. Mal schauen was die nächsten Jahre bringen.

  3. Habe selten so einen Schrott gelesen.Der Autor sollte sich mit Funktionsweise, Sinn und Zweck von ETF,s kundig machen.Es gibt eben Anleger denen die Marktrendite reicht.Immer wieder amüsant zu lesen welcher Käse im Netz verbreitet wird.Manche Autoren schreiben um zu schreiben.Ich selbst lege seit Jahren erfolgreich in Etf,s an und bin happy,egal ob es rauf oder runter geht-unterm Strich passt es für mich und kratzt mich nicht.Kaufen und halten, Kassensturz ist in ein paar Jahren.

  4. Sie können dies kaum belegen. Die Evidenz spricht gegen Ihre Thesen. Die Sachlogik auch (bei 6 Prozentpunkten Langfristrendite wiegen 1,5 Prozentpunkte ziemlich schwer! ein Viertel für jene, die weder Kapital beisteuern, noch Risiken tragen). Welche Verantwortung? Haben Sie schon mal einen aktiven Fonds gesehen, der wegen Underperformance Gebühren rückerstattet hat?

    Jack Bogle wurde alt genug. Er hat kaum einen aktiven Fonds gesehen, der länger als zehn Jahre lang den Index schlagen konnte. Es gibt wenige, ganz wenige. Davon sind wohl 90% durch Zufallsverteilung erklärbar. Je höher die Kosten der Fonds, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese gegen den Index verlieren.

    ETFs haben schon einige Schwächen (eher Einschränkungen). Man muss ein paar wenige Regeln beachten:

    – sie eignen sich für liquide Anlagen an transparenten Börsen
    – sie sollten einen gängigen Index abbilden
    Die Ursprungsidee ist das Beste, das Einfachste und das Günstigste.

    Richtig angewendet, sind ETFs ein Segen für fast alle Anleger! Sie sind aber eine Katastrophe für jene, die von den Gebühren und Belastungen leben. So werden wir bald wieder Schlechtes darüber lesen müssen.

  5. Wie immer vor einem bevorstehenden Crash lässt sich der profane Wirtschaftsteilnehmer auf ein Casino-Spiel ein, das nur diejenigen gewinnen können, die das Spiel selbst manipulieren. Anfang der 2000er Jahre gingen alle in Tech-Titel, 2008 sehr viele Amerikaner in die Immo-Verschuldung, und jetzt geht die Welt in ETFs. Die CH-Steuerzahler wiederholen mit Vorliebe das, was die Amis 2008 vollbracht hatten, ausser dass mit Immo-Fonds noch nicht im selben Stil getradet wird. Für ein ähnliches Szenario reicht in der Schweiz ein weiter anwachsender Leerstand dafür völlig aus…

    Ich denke man sollte sich momentan nicht von Rendite-Träumen leiten lassen, sondern sich eher Richtung Absicherung des Vermögens ausrichten.

    • @ Visionär

      Hinter den ETF’S stehen keine echten Werte. Es handelt sich sozusagen nur um virtuelle Nachbildungen und Papierkonstruktionen für welche die Emittenten Gebühren und Courtagen kassieren.
      Geht der Emittent (Bank) des ETF’s beim kommenden Finanzcrash pleite, dann sind auch seine ETF’S pleite.
      Obwohl die Papiere dann keinen „Mehrwert“ mehr aufweisen, hat auch der Staat immer mitkassiert, mittels „Mehrwertsteuer“ auf Gebühren.

    • @Torpedo:
      ja, das sehe ich auch so. Eigentlich existieren heute gar keine „Papiere“ mit echten Werten. Man könnte evtl. eine Aktie als davon ausgenommen betrachten, geht jedoch die Firma pleite ist auch diese futsch…

    • sorry, stimmt nicht.
      Physische Etf’s haben die Werte hinterlegt, also kein Problem, wenn der Emittent pleite geht. (z.B. iShares)

  6. Nur das Ergebnis zählt. Diskussionen sind irrelevant.
    Aktive Fonds und Verwalter, die den Vergleichsindex auf 30 Jahre geschlagen haben, liegen unter 1% des Gesamtangebots. Da man nicht weiß wer das in Zukunft sein wird, sind Aktivangebote eine irrationale Wahl.

    Werbung von ,,können besser sein“ ist irrelevant wenn sie nicht besser sind.

  7. Sehr unzutreffender Bericht, besonders was die Gebühren über einen längeren Zeitraum betreffen. Zinseszins Effekt sei hier als Beispiel erwähnt. Ich empfehle dem Autor das Buch ‘Money, master the game’ von Tony Robbins zu lesen. Darin wird eindrücklich der Einfluss der Gebühren auf lange Sicht dargelegt.

  8. Was leistet eigentlich Ihr Berater? Gut Frage, er leidet permanent unter dem Druck seines verantwortungslosen Nichthafters genannt „Chef“, denn dieser glaubt, man kann Kunden unendlich über dubiose Verträge „melken“. Verträge mit denen der Chef und sein Vorzeige-Berater risikolos Geld verdienen – der Ober-Trottel des Spiels, ist immer der Kunde. Diese „goldenen“ Zeiten sind vorbei, das merken die verlogenen Nichthafter der Banken und beginnen zittern.

  9. Wow! Hier ist sie nun also: die Saure-Gurken-Zeit!

    Sanja hat übrigens jetzt einen neuen Freund – stand im Blick.
    Wer immer Sanja auch ist…

  10. Wenn man ein „Genie“ ist, wie das die Leute bei invest.ch sein müssen, braucht man keine ETFs. Aber wer, ausser invest.ch, kann schon etwa 30 Märkte und Indizes glaubwürdig abdecken? Fazit: Futterneid eines Auslaufmodells.

  11. tolle, ereignisnahe, präzise, knapp gehaltene und auch kritische Berichterstattung, die ich nicht vermissen möchte.

  12. Und wieso ist die Performance von nahezu allen Beratern auf 20/30 Jahre gesehen wesentlich schlechter als ein simpler und langweiliger ETF auf diversifizierte Märkte? Außerdem müssen die 2-3% Gebühren erstmal zusätzlich erwirtschaftet werden. Das schaffen sie erst recht nicht.

    Es hat wohl einen Grund warum jeder seriöse Anlageberater dem kleinen Privatanleger ETFs empfiehlt, genauso wie Warren Buffet.

    Loben Sie weiter die Beraterkultur für schlechte Renditen, welche sowieso nicht ihr Handwerk verstehen und nur für ihre Provision arbeiten.

  13. Nun ist die Sauregurkenzeit endlich da. Habe selten einen solchen Schrott über Finanzinvestment gelesen. Aber der Schreiberling kauft sicher immer zum Tiefstkurs und verkauft zum Höchstpreis. Da frage ich mich allerdings – warum in aller Welt schreibt der noch Artikel für Inside Paradeplatz?

  14. Der letzte Satz im Artikel hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Wann ist der Zeitpunkt zu kaufen und wann ist der Zeitpunkt zu verkaufen. Wenigstens muss man bei ETF Fonds nur auf die Börsen-Indizes schauen und nicht noch seine eigenen Aktien einer tiefgründigen Analyse unterziehen, die unter Umständen falsch ist. Für kleinere Vermögen bis zu 1 Mio. SFr. ist ein ETF-Fonds sicher von der Risikostreuung zu empfehlen. Man sollte halt den Mut haben bei einer Börsenhausse ETF-Fondsanteile zu verkaufen und bei einer Börsenbaisse solche zu kaufen. Aber wann ist das? Eine andere Lösung ist, man setzt auf Blue Chips. Aber gibt es dies noch, wenn man an das Schicksal der General Electric denkt.
    Wer natürlich ein sehr grosses Geldvermögen hat, der stellt seinen eigenen ETF-Fonds zusammen. Die Frage bleibt immer, baut man auf seinen Anlageberater oder ist man total spekulativ und benützt dazu den Dartpfeil auf das Kursblatt, die berühmt-berüchtigte stochastische Methode. Sehr schön dargestellt in „Money Game“ von Adam Smith alias Jerome Goodman, bereits erschienen 1968, aber immer noch brandaktuell.

  15. Ich habe selten so etwas Unqualifiziertes gelesen. Jeder, der auch nur einen Funken Ahnung von Assetmanagement hat, weiss, a) die Assetallokation und b) die Kosten für den langfristigen Erfolg von entscheidender Bedeutung sind. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich jedes Jahr mit 0.2% oder 2.0% im Minus starte.

    Buy low – sell high: eine reine Illusion. Wer behauptet, dass er das systematisch(!) beherrscht, braucht nicht für irgendjemanden zu arbeiten. If you are so clever why aren‘t you rich?

    • @Echt jetzt?

      Sie bringen es auf den Punkt; unqualifizierter geht es kaum …

    • gebe Ihnen absolut recht. die strategische asset allocation ist wichtiger als timing und asset selection. sehr unqualifizierter kommentar!
      btw: etf ist eine juristische hülle, die nicht a) automatisch eine passive strategie darstellt und b) nicht automatisch günstig sein muss. ich kann aktives management mit 2,5% TER in einem ETF-Mantel haben.

    • @echt jetzt: Ich stimme Ihnen zu.
      Vollkommen unqualifiziert.
      Strategische Asset Allocation ist langfristig viel wichtiger als Asset Selection und Timing.
      Btw: ETF ist eine juristische Hülle. ETF heißt deshalb nicht, dass automatisch ein Index passiv abgebildet wird und dass er günstig ist. Ich kann eine aktive Strategie mit 2,5% Management Fee als ETF anbieten.

    • Heute übernimmt die Fleissarbeit der Computer. Egal was ich suche der elektronische Freund findet es. Die Frage ist: Was suche ich?

  16. Natürlich kann man sich die Zeit nehmen, sich mit hunderten oder gar tausenden (Russell 3000) Einzelwerten auseinanderzusetzen, um in jene zu investieren, von denen man sich zukünftig das größte Zuwachspotential erhofft.

    Nur ist das für jemand Berufstätigen – beispielsweise auch für einen Anlageberater – kaum zu leisten.

    Für den letzteren schon deshalb nicht, weil dieser seine Arbeitszeit im wesentlichen damit zubringt, über Kundenkontakte Provisionen für seinen Arbeitgeber zu verdienen, aus denen sich auch dessen Gehalt finanziert.

    Deshalb sind für solche Investoren marktbreite Indizes, wo der Indexanbieter es übernimmt, schlechte Werte auszusortieren und hoffnungsvolle Neue einzugliedern kein schlechter Kompromiß.

    Denn es ist viel einfacher, eine Auswahl von mehreren internationalen Indizes periodisch auf einen Aufwärtstrend (GD 200) hin zu überprüfen um diesen investiert zu begleiten als hunderte oder gar tausende von Einzelwerten.

    • Da hat wohl ein Bübchen Angst 🙀 um seinen Bonus …….. naja….. dann viel Spass bei hab dein Alpha hunting

    • Wenn die eigene Auswahl an Einzeltiteln sich schlechter rentiert als ein marktbreiter Index ist es an der Zeit, sich mit ETF´s zu befassen 🙂