Glaubwürdigkeit ist alles. Stefan Bollinger, der frische Boss der grössten Schweizer Privatbank Julius Bär, setzt auf sie.
Indem er vorausmarschiert, an Townhalls hinsteht, die Mannschaft mit Reden wachrüttelt, das Zürcher Geldhaus aus der Lethargie und dem Benko-Schock wachrüttelt.
Das bringt ihm Lob. „Julius Baer’s new CEO has a turnaround plan: ‚He’s like a human dynamo‘“, titelte Financial News, ein Englisch-Finanzblog.

Intern zeigt sich ein anderes Bild. Immer mehr sind enttäuscht vom eingewechselten 50-jährigen Goldman Sachs-Partner. Dieser habe seine ersten 100 Tage verspielt.
Als Grund nennen sie die horrenden Entschädigungen. Thomas „Who’s the guy“ Frauenlob kriegte 2024 dank einer Transferprämie fast 7 Millionen.
27’000 Franken pro Arbeitstag. Mann oh Mann.
Nic Dreckmann, der ein Jahr lang Interims-CEO war, darf zuoberst weitermachen, als hätte er nicht zur Benko-Geschäftsleitungs-Truppe gehört.
Dreckmanns Trackrecord bei der Auswahl wichtiger Mitstreiter sei durchzogen, sagt eine Auskunftsperson.
Verwiesen wird auf Dreckmanns „Hirings“ für die Toppositionen „Agile“, „Business Transformation“ und „ROC“; letzteres meint das Kernbanken-System.
Das zu einem dreistelligen Millionen-Finanzgrab wurde.

Dreckmanns weiterem Verbleib in den höchsten Gefilden der Bär-Bank standen die mit teuren Managern besetzten Positionen nicht im Wege.
Jetzt hat Dreckmann die Aussicht auf weitere Millionen im laufenden 2025. Ebenso wie Luigi Vignola.
Der Trading-Boss der Bären scheint zur Kategorie der „Untouchables“ zu gehören. Skandale, Verluste, Nebenaktivitäten – nichts kann Vignola etwas anhaben, alles prallt ab am Langzeit-Chef.
„Die Wut auf die Spitzenleute war schon zuvor riesig“, sagt ein Gesprächspartner. „Die Entlassung von Sepp Zellweger und die gleichzeitige Vergoldung von Frauenlob war der Funke.“
Zellweger, ein Ex-Kunstturner, gilt als bescheidener, leistungsbereiter Berater. Er war von der CS zur Bär gekommen und musste vor kurzem nach nur einem Jahr seine Sachen packen.
Keine Lobby im 400-Stellen-Abbau-Krieg.
Die alten Seilschafts-Buddies bleiben und kassieren, die neuen Einsatzfreudigen fliegen von Bord – und „Dynamo“ Bollinger lässt dem Treiben freien Lauf.
Vielleicht, weil er sowieso ganz anderes vorhat. Bollinger soll die Julius Bär nämlich der Goldman Sachs andienen – als neuen Global-Wealth-Manager der US-Ikone-Investmentbank.
Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Aufpassen wie ein Indianer
Das ist ein echter Troyaner -
Ewig dieses Dreckspiel überall in den Schweizer Unternehmen. Oben wird abkassiert unten gefeuert.
Bei der Migros konnten diese Wachstums Neurotiker jahrelang überteuerten Schrott einkaufen, jetzt müssen sie alles zum Tiefstpreis verscherbeln.
Bei den Banken läuft die Entlassungswelle auf Hochtouren! Der Bollinger sollte bei der Bär Bank oben ausmisten. -
Interessant wird es wenn die Goldman Kultur komplett bei Julius Bär Einzug gehalten hat. Klassisches nach unten treten: Beim „einfachen Personal“ sparen, oben verteilen.
Dann möchte ich noch etwas zu dem zweiten Bild anmerken: 1.) müsste der Nachwuchs geschlossen zum Friseur, das ist ja grauenhaft und 2.) wer Sneaker und auch noch weiße zum Anzug trägt, den würde ich sofort rausschmeißen.-
Schon schön kann man hier ein bisschen nach unten treten – gegen junge (wahrscheinlich) Lehrlinge. Übrigens fragwürdig ein Foto von Unbeteiligten, dazu noch Jugendliche, zu veröffentlichen liebes IP.
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@Tritt: Ich sehe das anders, und für mich ist ein solches Auftreten in einem Beruf mit Kundenkontakt schlicht und ergreifend unprofessionell.
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Zellweger bescheiden und einsatzfreudig ? Da war er bei einer Bank am falschen Ort. Ich empfehle die Heilsarmee oder das Rote Kreuz. Bank-Erfolgsrezept: Selbstsicher, laut, besserwisserisch, scheinbar dynamisch. Resultat: Warme Luft, kein Problem.
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Diese neue KI ist zum Kotzen! Von 4 Kommentare wurde einer aufgeschaltet? Macht definitiv keinen Sinn!!!🤮
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@Luky
Kommentare, die zum Kotzen sind, werden von KI Danke aussortiert. Zeit klauen bitte bei der Ehefrau. Danke-
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Glückspilz, meine wurden gar nicht aufgeschaltet, obwohl KI nichts dagegen hatte. #Meinungsfreiheit.
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Als ob irgend ein Mitarbeiter dieser Bank sich über ein vertraglich ausgemachtes Package (angeblich 7mio gemäss Artikel) beim CEO beklagen würde, der notabene 1 Jahr später als der besagte Herr zur Bank kam. Ich hoffe wirklich, dass die Leser und Leserinnen dieses Blogs intelligent genug sind um die Dinge richtig einzuordnen. Ja ich arbeite auch in dieser Branche und ja bei den Banken läuft nicht alles gut, aber was hier teilweise für ein Stuss zusammengeschrieben wird, unglaublich.
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und ja bei den Banken läuft nicht alles gut, danke für den Lacher! Sorry, also wenn man einem Ösigarchen ohne Schulabschluss mehr als 600 Millionen hinterherwirft, dann läuft etwas aber gewaltig schief. Fazit: Sie müssen ja die Kommentare nicht lesen, wenn sie die Wahrheit nicht vertragen!
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Danke für die Information, soviel Kompetenz hätte ich dir nicht zugetraut.🤣
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und ja bei den Banken läuft nicht alles gut??? Und ja, auch ich arbeitete in dieser Branche. Aber sorry, wenn man einem Ösigarchen ohne Schulabschluss mehr als 600 Millionen hinterherwirft, dann läuft etwas aber gewaltig schief. Für eine vermeintlich konservative Privatbank, die sich Swiss Quality auf die Fahnen schreibt, eine mehr als fahrlässige Geschäftspolitik! Unglaublich, solche Dinge noch richtig einzuordnen…..
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Das hoffe ich für die Teppichetage auch….
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An den „Besorgten Leser“
Ja, auch ich gehörte einst zu dieser Truppe der Bank-Angestellten, war ebenfalls bei der Bank Bär angestellt.
Auch mich stört der Ton, der im Zusammenhang mit dieser Bank angeschlagen wird. Die Mitarbeiter sind ausnahmslos gute Leute, die willens sind, ihr bestes zu geben. Nun ist Bollinger angetreten, der auf mich einen guten Eindruck macht. Lasst ihn wenigstens ein Jahr ruhig seine Arbeit ausführen – was soll dieses Besserwissen, die konstant negativen Bemerkungen? Als ob diese Schwätzer genau wissen, was zu tun sei.
Wir sprechen uns in einem Jahr. Ich bin Aktionär. Glaube an die Bank und ihre neue Leitung.
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Das sieht nicht gut aus. Also ist es doch nicht der Messias der über Wasser laufen kann… Sollte es sich bewahrheiten dass die JB-Bank irgendwann während seiner CEO-Zeit bei JB dem Goldmann Sachs Imperium einverleibt wird dann spielt er mit falschen Karten. Oder besteht gar seit Anfang bereits ein „geheimer Vertrag“?
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Er ist der Messias von Andienen.🤣
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Da Romeo Lacher mit einem Jahr Verspätung endlich die Verantwortung für den 600-Millionen-Abschreiber übernahm, im Zusammenhang mit René Benko, ist es kein Wunder, dass Bolli noch eine Weile den Rotstift ansetzt. Auch Lacher wärmte seinen Stuhl nicht gratis, also.
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Die CEO-Abwärtsspirale treibt den Dynamo an.
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Also, bin von Bollinger jetzt schon enttäuscht. Mehr Schein als Sein. Überfordert.
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True! Kostensparen kann jeder….Strategie hat er anscheinend nicht.
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Frauenlob ist noch ein Geschenk von Rickenbacher,…
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Die Bären sind zur absoluten Katastrophenbank verkommen. Rette sich wer kann, das gilt für die Mitarbeitenden als auch für die Kunden. Geht zu einer anderen Privatbank, dort seid Ihr besser aufgehoben!
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stimmt. Bin jetzt nach Cost Income Ratio gegangen und habe mein Ganzes Geld zur LGT gebracht. Die sind deutlich höher im Cost Income Ratio, also gut oder?
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Absolut auch der neue crypto guy dort sollte man mal genauer recherchieren….
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Ein Dynamo am Velo ist doch so ein Teil, welches das Rad, das das Velo zum Vorwärtskommen benötigt, abbremst? 😂🤣😂
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Welches war eines der grössten Risiken die JB in den Abgrund stürzten? Benko. Und wer hätte die verschachtelten Strukturen von Benko durchleuchten und verstehen müssen? Richtig. Der CRO und die Abteilung KYC/AML. Know your client. Und dort sitzen immer noch alle und machen munter weiter bis anhin. Was soll man da als Mitarbeiter nur denken. Wieso Stefan?
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Nene, das wäre zu einfach. Der CRO und die Geldwäscherei-Spezialisten prüfen primär regulatorische Aspekte und ob die üblichen Bonitätsprüfungen und Kreditbewilligungsrichtlinien und Verfahren ordnungsgemäss eingehalten und durchgeführt wurden. Hier haben primär das Credit Office und der/die Relationship Manager komplett versagt. Das ging auf deren Buch und sie sind die Risk Taker in erster Linie. Die erwähnten CRO und KYC-Spezialisten sind 2nd Line Einheiten, die die Kredit- und Risk-Entscheide nie final fällen (ev. Veto). Ansonsten müsste diese Truppe die Erträge vereinnahmen und die hohen Boni kassieren.
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@Governanance-Spezi: Hätten die KYC Spezis genau hingeschaut woher und wie verschachtelt das scheinbare Collateral war, dann wäre der Case anders verlaufen. Sue haben schlussendlich den Kunden bei der Eröffnung durchgewunken und das Transaktionsmonitoring scheinbar auch. Bei jeder Schweizer Grossmutter wollen sie sonst auch alles bis auf die Unterhosen erfahren. Hier kann sich Compliance nicht einfach so davonstehlen.
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Risk Taker.
Der ist gut.
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CEOs sind austauschbar. Keiner hat einen Plan. ChatGPT ranlassen, denn das ist viel billiger.
Ein Dynamo am Velo ist doch so ein Teil, welches das Rad, das das Velo zum Vorwärtskommen benötigt, abbremst? 😂🤣😂
Die Bären sind zur absoluten Katastrophenbank verkommen. Rette sich wer kann, das gilt für die Mitarbeitenden als auch für die…
CEOs sind austauschbar. Keiner hat einen Plan. ChatGPT ranlassen, denn das ist viel billiger.