„Niemand versteht, was diese Vollgeldler wollen“

Die Initiative für ein neues Geldsystem trifft wichtige Punkte, scheitert aber am eigenen Unvermögen zu kommunizieren, sagt Hans Geiger. Die von den Initianten gelobte Postfinance könnte dichtmachen.

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79 Kommentare zu “„Niemand versteht, was diese Vollgeldler wollen“

  1. Herr Prof. Geiger. Sie und Ihre Kollegen als Regierende dürfen das Geldsystem nicht verstehen, anders kann ich mir, diese Weisheiten nicht einordnen.

    Transformation Sparguthaben zu Krediten sei nicht mehr möglich. War es noch nie, weil physikalische Gesetze lassen sich nicht verändern. Die Geldschöpfung aus dem Nichts ohne Liquidität, entsteht aus Aktiven. Zuerst ausgeben! Der Steuer- und Sozialzahler-Mythos sollte nun endlich erkannt werden?

    Die Postfinance verfügt heute nur über Geldkonten (kein Delkredererisiko), welche sie beim Vollgeld in der Treuhandbilanz auflistet.
    Soll: Nationalbank Haben Kundenguthaben!

    Wie die Abwicklung von Finanzgeschäften umgesetzt wird entzieht sich meiner Kenntnis, aber im Sinne der Anlagekriterien sind es Ausserbilanzgeschäfte, also über Geldkonti abzuwickeln.

    Inwieweit über die Geldkonten

  2. Angesichts steigender Leerbestände von Wohnungen und Büros und der rückläufigen Zuwanderung müssen wir uns Gedanken machen das Geldsystem zu reformieren. Ja zu Vollgeld

  3. Hahaha… ich kann nicht mehr! Postfinance geht unter!!! wie dumm ist dass denn…. Auch einer der absolut nicht versteht um was es geht… Liegt wohl am nicht mehr so juvenilen Gedankenfluss. Aber zur Info: ALLES bleibt wie es ist, Banken machen Ihre Geschäfte wie bis anhin. Vor 1970 war es nicht anders in der CH …und wir sind nicht untergegangen 🙂 …lediglich die virtuelle Geldschöpfung wird nichtmehr der Banken sondern der Nationalbank übergeben… nicht mehr und nicht weniger… that’s it

    • Was war vor 1970? Die Sichtguthaben durften von den Banken nicht in der Bilanz verbucht werden? Man kann auch alles behaupten, was nicht wahr ist um Argumente zu finden…

  4. Schön das die Vollgeldinitiative eine emotionale Disskusion über unser Geldsystem angestossen hat.

    Ich möchte aber Gegner und Befürworter bitten Ihren leidenschaftlichen Ton zugunsten eines sachlichen Disputes etwas zu reduzieren.
    Beschimpfungen und Beleidigungen haben auf beiden Seiten keinen Platz.

    Grundsätzlich suchen (fast) alle nach einer fairen Umgang mit dem Geld.
    Seit der Aufgabe der Goldpreissbindung haben Finanzakrobaten und die Geldschöpfungsmärchen der Banken die Glaubwürdigkeit unseres Geldsystems erschüttert.

    Eine Initiative ist in erster Linie ein politischer Vorstoss.
    An alle die Angst haben die Welt gehe unter wenn die Vollgeldinitiative angenommen wird, kann ich aus Erfahrung sagen, dass es die erste Initiative der Schweiz wäre, welche auch so umgesetzt würde wie abgestimmt.

    Weder die verfassungsgarantierte Lohngleichstellung Frau/Mann, die Alpenschutzinitiative, oder die Masseneinwanderungsinitiative wurden so umgesetzt wie abgestimmt. Bei der „Minder“ Initiative haben uns auch alle gesagt die Schweiz gehe daran zugrunde…

    Nach der Abstimmung wird und muss die Diskussion über das Geldsystem weitergehen, egal wie sie ausfiel.
    Schlussendlich ist es eine Wertefrage.
    Was hat wieviel Wert? Wieviel mehr Geld darf im Umlauf sein als pysischer Gegenwert vorhanden ist?

    Die wichtigste Frage ist doch wer entscheidet über die „Kreditwürdigkeit“. Die Banken haben Ihre wirtschaftliche Funktion als beWerter bezüglich der Qualität der Unternehmenen und als Unterstützer unserer KMU über günstige Kredite völlig aus den Augen verloren.

    Die Banken vergeben ca. 80% ihre Kredite für die ImobilienBlase, warum erhalten unsere eigenen KMU’s keine Bankkredite? Diese schaffen doch die MehrWerte?
    Das jetzige Geldsystem hat sich von materiellen wie menschlichen Werten vollständig abgekoppelt.

    Ein JA zur Vollgeldinitiative zeigt ihren politischen Willen das jetzige System zu verändern, nicht mehr und nicht weniger.
    Wie es in 5 Jahren aussehen wird, kann Ihnen kein Experte sagen.

  5. Hauptschuld an dieser wirren Initiative trägt die Schweizerische Nationalbank, deren Direktorium heute noch eine wirre Geldtheorie verbreitet ind behauptet, die SNB könne Geld aus dem Nichts schaffen.

    Grüsse an Herrn Jordan und die Volkswirtschaftliche Gesellschaft Zürich mit ihrem Doyen Rainer E. Gut, welche von Blindheit geschlagen jeden Unsinn ihres Notenbankpräsidenten applaudiert.

    Marc Meyer

    • Guten Tag Herr Meyer

      Danke für Ihren Kommentar, dieser trifft die Sache auf dem Kopf. Ich habe Ihre endlosen Fachdiskussionen über die SNB und die Geldschöpfung aufmerksam mitverfolgt.
      Ich habe allerdings nicht verstanden, dass Sie der SNB unterstellen die Geldschöpfung und die eigene Bilanz nicht zu verstehen, aber gleichzeit sehr aktiv gegen die Vollgeldinitiative kämpfen.
      Wir sind uns alle einig, dass das heutige Kreditgeldsystem an seine Grenzen kommt und zwar bezüglich Glaubwürdigkeit.
      Wie in der Staatsgewalt eine Gewaltentrennung zwischen Rechtsprechung und Anwendung (Polizei) herrscht, sollte eine zentrale Stelle die maximale Kreditgelschöpfung anhand der Wirtschaftsleistung bestimmen (Zentralbank) und die Banken innerhalb diesem Rahmen Kredite vergeben können.
      Das Sie mit der Vollgeldinitiative nicht zufrieden sind habe ich verstanden. Sie mag technisch nicht perfekt sein, doch diese erhöht den Druck auf die SNB, Politik und Finanzwirtschaft die unglaubwürdige Bilanzaufblähung einzudämmen.
      Sie sehen durch die Führung der SNB eine grosse Gefahr für die Schweiz und sind doch gegen die Vollgeldinitiative.
      Können Sie uns denn echte alternativen aufzeigen die auch politisch und technisch besser umsetzbar sind als die Vollgeldinitiative?

    • @Daniel Bertschi

      Das Geldsystem ist nicht falsch. Die Zentralbanken interpretieren dieses aber falsch.

      Eine Geldemission wurde bis anhin jahrzehntelang als Aktivkredit der Zentralbank interpretiert ( lender of last resort).

      Das ist falsch: Geld ist umgekehrt eine Obligation oder Schuld der Zentralbank.

      Als ich dies vor 20 Jahren das erste Mal äusserte kostete mich dies meine Stelle als langjähriger Stategist bei der UBS.

      Nicht das Geldwesen ist krank – krank ist die Angst aller vor den Zentralbanken.

      Diese betrachten sich als unfehlbare Götzen und massen sich unglaubliche Macht an. Beispiel: Mindestkursdebakel der SNB.

      Wenn die SNB die Schweizer Wirtschaft ankurbeln will, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland.

      Die krankhafte Angst vor den Zentralbanken gilt es zu brechen. Die Zentralbanken sind nicht die Götzen der Volkswirtschaften, sondern deren Diener.

      Die Zentralbanken müssen ihre Arroganz ablegen. Dann können sie auch richtig mit dem Volk kommunizieren, was ihnen völlig abhanden gekommen ist.

      Es kann doch nicht sein, dass die Geldtheorie jahrzehntelang falsch gelehrt wird, und wenn einer es wagt, diese zu hinterfragen, die Stelle weg ist!

      In dieser Arroganz liegt letztlich auch die Wurzel der wirren Vollgeldinitiative.

      Freundliche Grüsse

      Narc Meyer

    • @meyer
      Danke für Ihre Antwort. Ich gebe Ihnen recht das die Arroganz der Notenbanker unertragbar ist und bewundere Menschen die für Ihre Meinung einstehen mit allen Konsequenzen.
      Das die Notenbanken im Sinne der Allgemeinheit handeln und nur das Wohl aller Bürger im Blick haben glaube ich nicht.
      Sie vertreten in erster Linie das Kapital, die Banken und die grössten Exportfirmen.
      Die Arroganz der Nationalbanken spiegelt lediglich die Arroganz der Banken wieder. Aus diesem Grunde wurde auch unsere Währung massiv manipuliert. Sie haben recht, dass der Ankauf von Aktien ausländischer Unternehmen keine Aufgabe der SNB sein kann.
      Die Wurzeln der Probleme liegen aber noch viel tiefer.
      Die enorm wachsende Zinslast des Kapitals ist nicht mehr tragbar für die Staaten- daher braucht es Schuldenschnitte.
      Die Spekulationen an den Derivatemärkte muss aufhören.
      Die Banken müssen wieder Kredite an inländische KMU’s vergeben.
      Wenn die SNB es ernst meinen würde mit dem starken Franken müsste Sie ja nur den Kantonen mehr Geld ausschütten und dadurch die Geldmenge erhöhen im Inland. Das Geld kommt dann der Binnenwirtschaft zugute.

      Irgendwie muss ja die SNB mit ihrer aufgeblähten Bilanz gestoppt werden.
      Die Vollgeldinitiative wird ihr einen Deckel geben, das hat die SNB und die Banken selber verschuldet mit Ihrer Arroganz.

  6. https://vimeo.com/204508864

    Befürchte leider, dass Thomas Jordan von der SNB nicht den Mut zu einem JA zur Vollgeldinitiative hat, weil er von den Rechtsbürgerlichen nicht zerfleischt werden möchte. Diese Vollgeldinitiative ist eine einmalige Chance.

    • Ja Ermotti wusste es nicht – aber der Professor, der ihn befragte wusste es bis vor kurzem auch nicht

      und alle Professoren die nun so tun, als hätten sie es immer gewusst haben es bis vor kurzem auch nicht gewusst

      Und die Vollgeldler genau so

      Und die Zentralbanker auch

      ALLE wussten es nicht bis ich hier auf IP das Thema gegen grossen Widerstand aufgriff und richtigstellte.

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer Dr.

      Ich wusste gar nicht, dass wir die VGI alleine Ihnen zu verdanken haben. Vielen Dank an dieser Stelle!^^

      „Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“

      PS: Ich teile Ihre Ansicht, dass wohl die meisten Professoren bis vor Kurzem noch absolut keine Ahnung hatten. Kein Wunder, wenn einem die Lehrbücher und Unis falsche Erklärungen einhämmern.

    • Die Vollgeldler gingen am Anfang noch von der falschen Theorie aus.

    • Die Diskussion um die Vollgeldinitiative wird immer peinlicher. Die ungedeckte Kreditvergabe der Banken ist ein weiteres Märchen, das eifrig verbreitet wird. Ich empfehle folgendes:
      1. Besuch des Lehrgangs „Einführung in die doppelte Buchhaltung“ bei der Migros Klubschule, bzw. Lektüre des Lehrmittels Rechnungswesen 1 (Leimgruber/Prochinig).
      2. Lesen des Lehrmittels „Das Schweizerische Bankgeschäft“.
      3. Lesen der Lehrmittel „Makroöknomie“ von Blanchard/Illing und „Principles of Corporate Finance“ von Brealey/Myers.
      4. Eine Woche Klausur um darüber nachzudenken und sich von der Indoktrination und Manipulation zu befreien.
      5. Ablehnung der unsinnigen Vollgeldinitiative.

    • @Eggimann: „Es kommt aber auch in bedeutendem Masse vor, dass die Banken lediglich von den Kunden auf sie gezogene Wechsel akzeptieren, die dann zu günstigen Bedingungen diskontiert werden können. Bei solchen Krediten erscheinen in der Bilanz zwei Posten, der eine als Schuld unter Akzeptkonto in den Passiven, der andere als Forderung unter Debitoren in den Aktiven. Fast sämtliche Posten der Akzeptkonten der Handelsbanken sind auf diese Art entstanden.“ Quelle: Der Bankbetrieb und die Effektenbörse von Prof. Dr. E. Gsell, SKV Verlag, 1965.
      Das bestätigt die Feststellung, dass die Geschäftsbanken „Geld aus dem Nichts“ schaffen.

  7. Wenn die von der Vollgeld-Initiative vorgeschlagene Strukturreform die Banken daran hindert, die Hebelwirkung zu missbrauchen, ermöglicht die daraus resultierende erhöhte finanzielle Stabilität der Banken diesen, sich zu niedrigeren Zinssätzen als im Rest der Welt zu refinanzieren. Das steuert zum Wachstum der Schweizer Wirtschaft bei, hauptsächlich, weil die SNB nicht mehr von den kurzfristigen Interessen der Banken abhängig ist, die ihr geldpolitische Entscheidungen auferlegen, die den allgemeinen Interessen des Landes entgegenlaufen.

  8. Irgendwann werden wir um die Entscheidung nicht herum kommen, ob wir dem Finanz-System dienen wollen, oder ob das Finanz-System zu unseren Bedürfnissen passen soll…Ja Vollgeld

  9. Die Arena war ein faktenbasiertes Feuerwerk der Vollgeld-Befürworter: Einfach, klar, verständlich. So dass jede(r) StimmbürgerIn erkennen konnte, dass er/sie von der Vollgeld-Initiative praktisch nur Vorteile erwarten kann.

    Dabei wurde eines der Hauptargumente, die nicht vorhandene Einlagensicherung der Banken mit versprochenen 6 Mia. (gegenüber ca. 800 Mia. auf Schweizer Konten!) nur gestreift.

    Peinlich die Gegner: Angst schürend, ausweichend, Schlagworte statt Argumente oder einfach nur nicht gut informiert.

    Fazit: 10:0 für die Befürworter der Vollgeld-Initiative!

    • Haben Sie eine andere Sendung gesehen als ich? Auf mich machten die Befürworter einen „leicht verwirrten“ Eindruck, um ehrlich zu sein…

    • Kann ihnen ganz zustimmen. Der Ueli Maurer hat das Geldsystem ganz und gar nicht verstanden. Mit dee Aussage das die Banken unser Spargeld dazu Verwenden um Kredite zu gewähren ist absolut falsch, echt peinlich do eine Aussage eines BR. Darum ist auch die gesamte Elite von denen inkl. EconomiSwiss dagegen, warum, weil es um Macht und viel Geld geht. Vollgeld Ja

  10. Ich bin vorsichtig für die Initiative: Geld wird von den Privatbanken vorallem für Immobilien geschaffen. Diese sind aber zur Zeit überbewertet. Steigen jetzt die Leitzinsen, können sich viele ihre Häuser nicht mehr leisten. Die Preise sacken ab. Der Gegenwert dieses Elektronikgeldes nimmt also ab. Das Geld massiv an Wert.
    Im Moment wird die Geldmenge NICHT reguliert, da jede Bank nach Gutdünken Geld schaffen kann. Es wäre nicht dumm, wenn künftig die Nationalbank auch das digitale Geld kontrollieren könnte. Bisher tut sie das nur beim realen Geld. Für die nächste Krise wäre das nicht dumm!

  11. Am peinlichsten ist die Aussage der Befürworter, dass die Banken Geld aus dem Nichts schöpfen, welches sie dann Kunden gutschreiben (ohne Gegenwert) von welchen sie Zinsen verlangen. Wer holt sich einen Kredit für Nichts, sprich nimmt Kredit auf den er auf seinem Konto hat ohne damit etwas zu beschaffen? Zumindest die meisten Leute heben das Geld direkt ab, respektive überweisen es auf ein anderes Konto weil sie damit etwas kaufen, somit ist die Girogeld relativ schnell zu echtem Geld (mit Gegenwert) geworden. Klingt leider nicht so akademisch wie die Argumente der Befürworter, aber schafft zumindest Klarheit.

    • Der erste Satz stimmt auf tiefener Ebene (worauf ich hier nicht eingehen will), aber nicht in unserem Verständnis.

      Fakt ist, dass die Produkte, die dann mit dem Kredit erworben werden, schon bestehen.

      Sprich das Produkt ist in der Welt ob nun Person A ein Kredit aufgenommen hat oder mit „eigenem“ Geld bezahlt.

      Dazu kommt noch, dass Produktionsfirmen Ihre Produktion zu guten Teilen ebenfalls mit Krediten finanzieren.

      Also, das verkaufte Produkt ist schon anteilig mit einem Kredit belehnt.

      Ein weiterer Faktor ist, dass mit Krediten auch Produkte gekauft werden welche geldflussmässig einen negativen Wert haben (z.B. Unterhaltsintensive Oldtimer)

    • Überweisungen finden mit dem Buchgeld der Nationalbank statt, welche im Gegensatz zum Buchgeld der Geschäftsbanken gesetzliches Zahlungsmittel ist. Wobei das Buchgeld der Nationalbank wie ein Ping – Pong Ball zwischen den Konten der Geschäftsbanken hin und her geschoben wird.

  12. Nun, unter Ehrenmännern ist die Sache klar. Martin Alder fordert Hans Geiger heraus. Wenn dieser sich hier rausredet, verliert er seine Ehre. Man sollte da nicht lange lamentieren, denn Feigheit ist keine Tugend, der man seine Zeit widmen sollte.

    Ich freue mich auf einen offenen Dialog.

    • Martin Alder (Mitglied Kampagnenteam der Vollgeldfantasten) plaudert über Geldschöpfung und ich frage mich, woher er sich die Legitimation nimmt: Akademisches Wissen über Makro- oder Mikroökonomie, über Bankwirtschaft, über eine einfache doppelte Buchhaltung? Nichts dergleichen. Ich bezeichne dies als Anmassung und enorme Selbstüberschätzung. Gute Redner gab es viele. Denen zu folgen führte oft in die Katastrophe. Wer nichts weiss muss alles glauben. Na ja, wir werden ja sehen, wie wissend der Schweizer Stimmbürger am 10. Juni ist.

  13. Ja, es versteht wirklich niemand.

    Prof. Geiger hat absolut recht.

    Wie wenig die Leute, die hinter der Vollgeld-Initiative stehen, kommunizieren können, um was es eigentlich geht, sieht man, wenn man dieses Video mit Martin Alder anschaut:

    https://insideparadeplatz.ch/videos/wer-das-geld-fuer-die-schweiz-erschaffen-kann-der-hat-die-macht-das-wollen-die-banken-nicht-hergeben/

    Langschweifige Ausführungen, aber man kapiert einfach nicht, was Sache ist. Am Schluß raucht einem nur der Kopf und man fragt sich, was hat er jetzt eigentlich kommuniziert?

    Er kommt einfach nicht zum Punkt, nicht auf den Kern.
    Obwohl Hässig eine Steilvorlage nach der anderen liefert in den Fragen.

    Beispiel ist schon die 1. Frage. Auf die Frage, warum Alder für die Vollgeldinitiative ist, kommt nicht etwa eine Antwort, warum man dafür sein sollte, sondern er schwafelt über sein persönliches Motiv, er wolle einmal etwas für die Gesellschaft tun.

    Das ist zwar lobenswert und schön, aber in punkto Kommunikation mau. Wer abstimmt, der will wissen, um was es geht. Daß die Leute, die hinter einer Inititiative stehen, sie toll für die Gesellschaft finden, ist keine weiterführende Antwort oder Ausführung, die bei der Frage hilft, wie soll man stimmen.

    Auch auf weitere Fragen von Hässig „Wo liegt denn das Problem?“ kommen keine kurzen Gründe, Argumente, sondern langschweifige, zum Teil tief ins Historische greifende Ausführungen.

    Letztlich kann man sich das Video auch mehrfach ansehen, aber selbst als Befürworter wie ich könnte man danach zum Gegner der Initiative werden.

    Alder sollte sich ein Vorbild an Einfachheit nehmen ganz nach Franz-Josef Strauß (einfach reden, kompliziert denken, nicht umgekehrt).

    Oder sich einmal dieses Video ansehen und besser dieses Vid zur Hand nehmen: https://www.youtube.com/watch?v=0VAJY0Oq6K8

    • Tja, unter anderem deswegen wird die Initiative wohl auch abgelehnt werden.

      Würde man kurz und knackig Argumente bringen, würde die Propagandamaschinerie sagen es sei populistisch, zu kurz gedacht etc.

      Demokratie ist nun einmal Mob-Rule und in unseren Zeiten von Massenverblödung wohl das maximal einäugige unter blinden politischen Verwaltungssystemen.

  14. Die Gold Initiative, welche viel weniger am bestehenden System verändert hätte, wurde Haus hoch abgelehnt. Daher wird auch die Vollgeld Initiative scheitern. Weil der Stimmbürger will sich auf keine Experimente einlassen, solange alle läuft wie bisher. Da müsste schon ein Crash von Historischem Ausmass inklusive „Bail-In“ stattfinden, damit die Bürger der Initiative zustimmen würden.

    • Die Goldinitiative hat nichts mit der Volgeldinitiative zu tun.
      Das Argument der Gegener der Vollgeldinitiative eines „Experimentes“ ist sehr fadenscheinig und ein Beweis, dass keine echten Gegenargumente gefunden wurden.

      Es gab letzthin ein „Experiment“ der SNB welches sich „Mindestkurs“ nannte. Die SNB hat mit Ihrem Experiment Milliarden im In- und Ausland vernichtet.

      Das zweite „Experiment“ der SNB sind die Minuszinsen mit folgenden Folgen: Die Pensionskassen und Banken erwirtschaften mit Ihren Geldanlagen nichts mehr, die SNB treibt sie in die Spekulation und das Anlagevermögen ins Ausland. Die SNB Gefährdet die Pensionskassen von Milionen Rentner.

      Das dritte „Experiment“ ist die Aufblasung der Bilanz ins unermessliche.

      Wenn die Blase der unendlichen Kreditgeldschöpfung der EZB und SNB plazt werden sich alle wünschen in einem Vollgeldsystem zu leben.
      (ausser die Reichen, Sie haben sich vorher mit physischen Vermögenswerten wieder zugedeckt haben, wir werden dann vor ihren Türen wieder um Kredit betteln)

  15. Noch eine Frage an Bundesrat Maurer, der meint unser jetziges System ist prima:

    Wie kann es sein, dass die Bürger für die Schulden des Bundes trotz 0.75% Minuszinsen im Jahr 2017 CHF 1,7 Milliarden an Zinsen tragen müssen???

    Da werden die Personen gleich doppelt abgezockt.
    Selbst erhalten sie keinen Zins für ihr Guthaben (bei grossen gar eine Belastung) und wegen der Politik werden ihnen trotzdem noch Schuldzinsen aufgebürdet!

    Unglaublich oder?

    Wobei, wenn die Politiker sagen das System funktioniert prima, meinen sie wohl ihre Auftraggeber und nicht die Bürger.

  16. Das heutige Geldsystem verdankt sein Vertrauen und damit seine Existenz alleine dem landläufigen (und wohlweislich nicht korrigierten) Irrtum, unser Geld sei doch bereits Vollgeld.

    Wüssten die Leute, wie Geld entsteht und wer wirklich davon profitiert, wäre eine Abstimmung gar nicht nötig.

  17. Ja, wenn er es nicht verstanden hat (oder als ehemaliger Banker nicht verstehen will) heisst das noch lange nicht, dass es nicht Leute gibt, die die Vorteile von Vollgeld nicht sehen.

  18. Zu Ihrem Titel: Zumindest haben BR Maurer und SR Bischof nicht verstanden um was es eigentlich geht und dass sie die Materie gar nicht studiert haben, wurde den Zuschauern plastisch vorgeführt. Ihre gebetsmühlenartigen Beteuerungen, mit der Bankenwelt in der Schweiz sei alles in Ordnung, verursacht nur noch Schüttelfrost. Die Fall „Vollgeld“ zeigt aber plastisch, dass unsere politischen Institutionen mit komplexen Themen vollständig überfordert sind. Christof Pfluger hat das schon richtig gesehen, als er dem Ständerat den Titel „Rat der Ahnungslosen“ verliehen hat.

    • Schlimm war die Ignoranz der beiden Politiker. BR Maurer behauptete er kaufe Aktien bei der Bank wegen dem guten Zins und er kriege auch guten Zins von den Banken auf seinem Konto. Erschreckend wenn ein Finanzminister nicht weiss, dass Aktien Dividenden ausschütten (sollten) und Obligationen Zinsertrag generieren. Herr Bischof hatte auch keine Ahnung. Es war eine Peinlichkeit, den Argumenten dieser Gegner zuhören zu müssen und ich habe den Verdacht, dass das SF dies mit Absicht machte. Das Geschwätz von Herrn Alder und den anderen Befürwortern war auch nicht besser. Ich habe selten so viel Unwissenheit und Verblendung in einer Sendung gesehen. Sumasumarum: Eine Arenasendung zum vergessen.

  19. @Leserinnen und Leser

    Wenn Sie heute nichts Gescheites zu tun haben, dann lesen Sie den Beitrag von AHV Rentner. Ihm ist offensichtlich langweilig oder er wird von den Vollgeldlern bezahlt.

    Sein Text: Ein einziger Wirrwarr. Einfach unglaublich. So ein bilanzielles Durcheinander habe ich noch selten gesehen.

    Und sowas soll vor’s Volk kommen?

    Marc Meyer

    • Der einzige der hier ein Durcheinander hat sind Sie Marc Meyer. lhre Glaubwürdigkeit ist null. Argumente sind Ihre nicht. Sie glauben was in der Wirtschaftswissenschaften bewiesen zu haben, tatsächlich haben Sie weder etwas widerlegt, noch etwas bewiesen oder bewirkt. Ich lade Sie zu einem persönlichen Gespräch ein unter Anwesenheit von Zeugen. Schlagen Sie ein Ort und ein Datum vor.

    • @Marc Meyer Dr., genauso wie es Ihnen @Visionär und noch jemand schon mal geschrieben hat, bin ich ein wenig irritiert bezüglich Ihrer Meinung. Gem. Ihnen soll das Geschäften der SNB und Thomas Jordan ein einziger Holzweg sein. Nur in genau dieser wichtigsten SNB Politik, die das ganze heutige System der SNB trägt, stimmen Sie der SNB voll zu. Dabei ist mit Vollgeld ja, dass es an der Urne nicht geben wird (das gesamte kapitalistische System als solches ist aus sehr naheliegenden Gründen dagegen und wird erst noch in den Wahl- Stimmenkampf einsteigen), der Holzweg per sofort Geschichte.

      Vollgeld ist nichts Neues, eigentlich eine uralte Erfolgsgeschichte. Würde sogar sagen das es bei uns bis 1848 zurück geht. Mit dem verbot privater Münzherstellung in der Bundesverfassung. Das ausgerechnet Ueli Maurer, der Bundesrat, von «keine neuen Experimente» spricht finde ich schon bemerkenswert, aber nicht überraschend. Genauso das die SNB und Thomas Jordan voll dagegen ist. Bei @Visionär konnten Sie Ihren fundamentalen Gegensatz nicht beantworten.

    • @Bernard von Altishofen, Luzern

      Danke. Gerne nehme ich Ihren Vorschlag an. Da die ganze Diskussion hier auf Inside Paradeplatz läuft, schlage ich vor im Studio von Herrn Hässig vor laufender Kamera.

      Bitte fragen Sie Herrn Hässig an und geben Sie mir hier Bescheid.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @AHV

      SNB Chef Jordan und die Vollgeldler begehen denselben Irrtum: Sie betrachten Geld als Vermögen der Zentralbank anstatt als Schuld.

      Vollgeld gibt es per Definition gar nicht. Auch die Münzen 1848 wurden nicht verschenkt, sonder kamen nur als Gegenleistung in Umlauf.

      MfG

    • Marc Meyer Dr., und das Gegenkonto ist z, B. bei einer Hypothek, das Hypothekenkonto. Simpler als Banana gesagt; solange man ein Gegenkonto hat können wir alles ausweisen und ausgleichen. Oder? Entscheidend scheint mir zu sein, dass das Geld in die Realwirtschaft fliesst und nicht wie heute das es, Vollgeldler meinen zu 80%, in der Finanzwirtschaft hängen bleibt. Ist der Ist-Zustand nicht so, dass die Banker diese 80% «reales» Geld unter sich aufteilen, Lohn, Boni in allen möglichen und unmöglichen Varianten, plus Gewinn (den sie einfach so von der Nationalbank bekommen. Dann kreiert die Bank ihr «Luftgeld» und verhökert und das (z. B. in einer Hypothek) zu massiv überteuerten Konditionen. Damit kassieren sie auch von uns massiv Geld. Ergo, die Banken kassieren von beiden Seiten massive Gewinne einfach so ohne etwas zu tun und verteilen dann auch diesen Gewinn unter sich. So kommt Herr Ermotti zu seinen offiziell 14 Millionen (wieviel sind es wohl alles in allem, in Tat und Wahrheit?) und was hat er dafür geleistet, ausser sein Netzwerk spielen zu lassen?

      Klar hat es Vollgeld per Definition 1848 nicht gegeben. Nur sprechen wir trotzdem vom gleichen.

    • Marc Meyer Dr., jetzt bin immer noch irritiert. Denn die eigentliche Frage konnten Sie nicht beantworten. Gem. Ihnen soll das Geschäften der SNB und Thomas Jordan ein einziger Holzweg sein. Nur in genau dieser wichtigsten SNB Politik, die das ganze heutige System der SNB trägt, stimmen Sie der SNB und Thomas Jordan voll zu. Wieso? Das würde mich interessieren.

      Es ist nicht nur ein, es ist der zentrale Wiederspruch bezüglich SNB schlechthin. Denn genau dieser Punkt macht das SNB Geschäften aus. Online einkaufen ist grundfalsch, deshalb kaufe ich jeden Tag online ein und empfehle es auch «mit Nachdruck» allen anderen! ?

    • @AHV wie auch imner

      Ein Passivtsusch in den Bankbilanzen von den Bsnkkunden zur SNB bedeutet eine Enteignung der Banken.

      So einfach.

      MfG

      Marc Meyer

    • @AHV wie auch immer

      Was konnte ich nicht beantworten? Alles habe ich beantwortet.

      SNB Jordan und die Vollgeldler sind im selben Spital krank.

      MfG

    • @Michael Schwyzer

      Die ursprüngliche Idee bezüglich Vollgeld kam von Irving Fisher:

      Die Zentralbsnk gewähre den Banken Kredite, welche diese im Ausmass des Multiplikators weiter ausleihen würden.

      Das widerlegte ich in den Nachträgen zu meinem Beitrag: Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung.

      Die Vollgeldler haben in der Folge meine neue Theorie übernommen, wie die Bank of England auch, und auf ihre Fahne geschrieben.

      So ist es.

      Freundliche Grüsse

    • @Bernard von Altishofen

      Und?

      Haben Sie jetzt Herrn Hässig gefragt? Wann ist der Termin?

      Oder alles einmal mehr nur bluff?

    • Marc Meyer Dr., vielen Dank für Ihre Ausführungen und meinen Respekt an Sie. Sie haben Recht, ich verstehe es nicht ganz. Wie ich es auch immer ansehe. Sie wissen sicherlich, dass die Banken unter sich immer nur quasi elektronisches Vollgeld benutzen. Das Geld das sie uns andrehen ist in eigener Sache verpönt. Die Postfinance erwähne ich an dieser Stelle gar nicht, das sind Sie schon darauf eingegangen. Wie auf 1848 auch.

      Gehe ich von den Buchungssätze aus, Immobilien / Hypothek und Immobilien / Bank. Komme ich mir Ihren Gedankengängen auch nicht weiter. Irgendwo habe ich einen Knopf. Aber mit meinen Gedankengängen kann ich das Ausbauen. Aber das habe ich Ihnen ja auch schon geschrieben.

      Ganz Allgemein weiss ich einfach, dass heutige System ist gescheitert. Und das schon sehr, sehr lange. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter und weiter, der nächste Crash kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Und dann beginnt das ganze Spiel von neuem. Die Schere öffnet sich wieder weiter, schliesslich gehen beim Crash Unmengen an Geld „flöten“ und das bezahlen am Schluss sicherlich nicht die Reichen. Wieso dass man 2008 dieses kranke System nicht einfach friedlich untergehen liess, wie man das beim anderen maroden System 1989 tat, ist mir ein Rätsel. Change verpasst.

      Na ja, seien Sie gegrüsst

    • @AHV

      Der Buchungssatz aus Sicht der Bank bei der Geldschöpfung lautet:

      Hypothek / Giroverbindlichkeit

      So entsteht Buchgeld.

      Der letzte ‚Finanzcrash“ wird masslos aufgebauscht. Die Börsen sind viel höher als damals. Davon spticht niemand.

      Geld ist eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit. Der Mussbrauch von Geld ist schlimm – nicht Geld selber.

      MfG

    • Marc Meyer,

      ich habe Herr Lukas Hässig angeschrieben und bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Rückmeldung erhalten. Herr Meyer Ihr Verhalten auf Insideparadeplatz ist unter allen Gepflogenheiten. Mit Ihrer Unterstellung „Bluff“ wollen Sie mich als Feigling abstempeln. Übrigens: eine Taktik die Sie „Anonymen“ Kommenatrnscheiber vorwerfen wenn Ihnen die Argumente ausgehen. Sie sind und bleiben unglaubwürdig. Ihre Vorwürfe gegen die Initianten diese hätten bei Unterschriftensammlung die Unterschriften „erschlichen“, sollte vom Schweizer Presserat überprüft werden.

    • Marc Meyer Dr., vielen Dank für Ihre Belehrungen. Wie ich schon schrieb, meinen Respekt. Denn haben Sie verdient. Sie machen meiner Meinung nach immer dieselben Fehler, wenn ich das mal so sagen darf. Sie sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht. Passiert mir auch ab und zu. In meinem Fall gehen Sie davon aus das ich ein buchhalterischer Laie bin und das ich nicht schon das einte oder andere Jahrzehnt im Berufsleben tätig bin. Beides ist falsch, auch wenn ich diesen Eindruck erweckt habe. Zu Ihrem Vermerk Passivtausch, ich wollte einfach Ihre Gedankengänge versuchen nachzuvollziehen. Wie in allen anderen Fällen auch. Von wegen „Vermögen der Zentralbank“, bitte lesen Sie Ihren eigenen Text. Das ging offensichtlich gründlich in die Hosen. Würden Sie meine Buchungssätze anschauen, wüssten Sie aus welchem Blickwinkel ich das Ganze angeschaut habe. Aus dem Blickwinkel wo es zählt. Es sind nicht alles ahnungslose Stümper, die nicht Ihrer Meinung sind. Und ich finde es ehrlich gesagt komisch, dass Sie ein derartig marodes und schon längst gescheitertes System durch alle Böden hindurch verteidigen. Nicht nur wegen dem hoffe ich, dass Sie weiter machen. Wer derartig fundamentiert wie Sie argumentgieren kann, hat vieles zu sagen und einiges auf dem Kasten. Für mich immer interessant.

    • Peinlich ist, dass so eine Initiative vors Volk kommt.

      Die Initianten wissen ja selber nicht, was Vollgeld ist.

      Aktivum oder Passivum der SNB oder nichts von beidem?

      Aber bald ist ja der Spuk vorbei – hoffentlich.

      Marc Meyer

  20. Ich verstehe genau, was ich als Unterstützer der Vollgeldinitiative möchte.
    Tragisch ist, dass nicht mal viele Profis wissen, wie das heutige Betrugssystem „läuft“. Man schaue sich die Peinlichkeit des UBS-Bosses im ZDF an :
    https://www.youtube.com/watch?v=5m5ifQV4aIg
    Geld wird heute aus dem Nichts erfunden, virtuelle Guthaben werden mit Nullen in Computer geschrieben. Auf diesen nicht existierenden Werten verlangen die Banken Zinsen! Damit erhöhen sich die Schulden dauernd, ohne dass sich Werte erhöhen! Alle Schuldenzähler jeder Volkswirtschaft wird ständig grösser. Das ist weltweit das grosse Pulverfass, das irgendwann wieder knallt.
    Vollgeld verbessert das. Deshalb muss man JA stimmen.

    • Leider nicht exakt so. Die Banken (SNB und Geschäftsbanken) können nicht einfach mal so auf den Knopf drücken und Geld drucken. Sie brauchen eine Gegenpartei, die ein akzeptables und bewertbares Asset „an den Tisch“ bringt und dieses gegen eine Gutschrift bzw. einen Kredit der Bank eintauscht. So entsteht „Geld“. Bei den Geschäftsbanken kann dies der Ankauf von Werschriften, Edelmetallen oder Immobilien sein oder die Vergabe von Kredit gegen einen Kredit- oder Hypovertrag an einen Kunden, der die Zinsen voraussichtlich zahlen kann, mit meist zusätzlicher Verpfändung von Sicherheiten, und bei der Zentralbank heisst das „Offenmarktpolitik“, was den Ankauf von akzeptablen (Assetklasse und Rating) Assets umschreibt. Ohne vorhandenes oder unmittelbar vorausgehend geschaffenes Asset (im Falle eines Kreditvertrags) kann keine Bank Geld schaffen bzw. – wenn man so will – einen „Gutschein“ / eine Gutschrift (in Form von Buchgeld denominiert in Legal Tender) ausstellen. Klingelt es?

    • @Veni vidi

      Leider hat die SNB bis vor kurzem auch noch die alte falsche Geldtheorie bezüglich Geldschöpfung der Banken auf ihrer Home page gehabt und damit viel Verwirrung angestiftet.

      Als ich die alte falsche Theorie widerlegte hier auf IP “ Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ wurde ich seitens der SNB Befürworter heftig persönlich angegriffen.

      Nun hat die Bank of England den Irrtum bezüglich Geldschöpfung der Banken auch eingesehen und die SNB ist gefolgt und Sie erklären das hier nun auch korrekt.

      Aber die SNB hat jahrzehntelang Verwirrung gestiftet. Und SNB Chef Jordan stiftet auch heute noch Verwirrung mit seiner Behauptung die SNB schaffe Geld ais dem Nichts.

      Sogar Christoph Blocher hat diesen Unsinn bei Einführung des Mindestkursrs am Fernsehen kolportiert.

      Am Anfang des Problems steht eine Wissenschaft, die an Arroganz kaum zu überbieten ist und die durch die Politik inkl. Zentralbanken dominiert wird.

      Marc Meyer

  21. Stellt Euch vor, da sind über 130’000 Angestellte im Finanzsektor. Alle haben direkt oder indirekt von der Bankiervereinigung die Anweisung erhalten sich nicht über die Initiative zu äussern. Im besten Fall sich für ein Nein einzusetzen… Die unteren Chargen haben es aber satt sich vor den Abzockerkarren spannen zu lassen und engagieren sich für ein JA. Bei der Familie und Freunden, die Zustimmung wird von Woche zu Woche grösser…

  22. Derjenige, der sagt „niemand versteht ….“ meint wohl sich selber und seine reichen Ökonomie-Kollegen – und sie wollen es auch gar nicht verstehen, weil sie dann nämlich einsehen müssten, dass sie Normalbürger wie mich an der Nase herumführen liessen. Vielleicht wusste er es nicht besser, aber ich vermute, er hat sehr voreingenommen von dem was ihm die Bankenlobby beibrachte, Vollgeld-Texte gelesen. Dass er uns jetzt aber noch weiss machen will, dass wir es nicht verstünden, was der Vorteil von Vollgeld sei, das empfinde ich eine Frechheit. ER soll von sich reden und dann lernen gehen. Deshalb Vollgeld JA. Schaut Euch auf der Facebook-Seite von Vollgeld einige der über 50 Youtube-Videos an. Sie sind einfach, verständlich, einige auch lustig, andere schematisch dargestellt – für jede was. Empfehlt sie weiter.

  23. Sehr geehrter Herr Dr. Marc Meyer,

    meine Bitte an Sie: „Bleiben Sie bei der Wahrheit“ und hoffentlich ist es möglich ohne Schaum vor dem Mund sich auseinandersetzen.

    Sie werfen den Vollgeld-Initiative Unredlichkeit vor in dem diese (gemäss Ihren Aussagen) die Öffentlichkeit in die Irre geführt hätten. Ihre Behauptungen sind im Lichte der Dokumentation und Vorträge der Vollgelder nicht haltbar.

    Neues Vollgeld kommt als Auszahlung der SNB an den Staatshaushalt und nachfolgende Staatsausgaben oder alternativ direkt an die BürgerInnen in Umlauf. Erst über das Publikum fliesst es zu den Banken und kann dort angelegt werden, was dem Bild von Banken in der Bevölkerung entspricht: Erst wenn Geld von aussen eingelegt wird, kann es von der Bank verliehen werden. Heute funktionieren Banken anders: Sie schöpfen Kredite aus dem „Nichts“, in dem sie eine Forderung auf ihrer Aktivseite gegen die KreditnehmerIn hinzubuchen und dieser einen gleich hohen Betrag auf einem Girokonto (Passivseite) gutschreiben. Sie erschaffen im Zuge der Kreditvergabe neues Geld (kein gesetzliches Zahlungsmittel).

    Girokonten werden aus den Bankbilanzen ausgegliedert. Sie sind Konten für elektronische Zahlungsmittel, die nach der Reform aus Kunden Sicht gleich funktionieren wie Girokonten heute: Sie werden von der Bank gegen Gebühren verwaltet, und die Bankkunden können via Online-Banking über sie verfügen. Im Unterschied zu heute sind sie aber auch Besitzer des Geldes auf ihren Girokonten. Heute besitzt die Bank den Inhalt eines Girokontos, weil es sich rechtlich und bilanziell um einen Kredit der Kunden an die Bank handelt: Kontoinhaber sind Gläubiger von Banken. Deshalb wird der Inhalt eines Girokontos oft (minimal) verzinst, und er ist im Fall eines Bankrotts Ausfall gefährdet. Diese Unsicherheit von Geld auf Girokonten führt bis heute immer wieder zu Bankruns. Nach einer Vollgeld-Reform wären die Girokonten nicht mehr im Besitz der Bank und somit nicht Teil der Insolvenzmasse und nicht mehr Ausfall gefährdet. Bank-Überweisungen finden direkt von Vollgeld-Konto zu Vollgeld-Konto statt.

    Bei einer Kreditvergabe durch die Bank vollzieht sich in ihrer Bilanz lediglich ein Aktivtausch: Das Vollgeld wird ausgeschüttet auf das Vollgeld-Konto der Kreditnehmer und in eine Forderung gegen dieselbe umgebucht. Diese Forderung kann nun nicht mehr vergeben werden. Vollgeld kann von einer Bank nur einmal verliehen werden, und es muss zuerst zu dieser getragen werden. Die Kreditvergabe durch Banken würde so funktionieren, wie sich das heute die meisten Menschen vorstellen: Erst muss Geld zur Bank gebracht werden, erst dann sind Kredite möglich.

    Schritt eins:
    Die bisherigen Girokonto-Bestände auf den Passivseiten der Bankbilanzen werden umgebucht in Verbindlichkeiten gegenüber der Zentralbank (Passivtausch). Die Zentralbank-Bilanz verlängert sich um die Summe aller Girokonto-Bestände. Auf der Aktivseite spiegeln ihre Forderungen gegen die Geschäftsbanken deren neue Verbindlichkeiten gegenüber der Zentralbank. Auf der Passivseite steht sie für die Vollgeldkonten im Besitz des Publikums gerade, die von der Zentralbank ausgegebenes gesetzliches Zahlungsmittel sind.

    Schritt zwei:
    In dem Masse, in dem alte Kredite in der Höhe des Giralgeldbestandes bei den Geschäftsbanken getilgt werden, fließt den Banken Vollgeld zu: Auf ihren Aktivseiten werden Forderungen gegen Kreditkunden in Vollgeld = Forderungen gegen die SNB getauscht. Zahlen die Banken das Vollgeld an die SNB zurück (was die Zentralbank erwirken könnte), können sie ihre Forderungen und Verbindlichkeiten mit der SNB saldieren und streichen: Die Bilanzen der Geschäftsbanken verkürzen sich so im Laufe von bis zu 20 Jahren im Ausmaß der ehemaligen Girokontobestände. Analog verkürzt sich die Bilanz der Zentralbank um den gleichen Betrag – wie bei einer Kredittilgung. Systemisch käme es so zu einer Verringerung der Geldmenge im Ausmaß der zum Umstellungszeitpunkt in Umlauf befindlichen Giralgeldmenge.

    Gestatten Sie mir eine Frage: haben Sie einen Verfahren gegen die BOE und andere Zentralbanken angestrengt, bzw. wurde die Eröffnung eines Prozesses gegen diese öffentlichen Institutionen eröffnet?

    Ich wünschen Ihnen einen schönen Abend

    • @ AHV Rentner

      Den mit dem Schaum vor dem Mund können Sie bitte weglassen Diesen Spruch bringen Sie bereits zum 5. Mal. Und er bleibt langweilig.

      Und als anonymer persönliche Beleidigungem vorzubringen ist ein Nogo und feige.

      Mir Unredlichkeit vorzuwerfen passt ebenso zu Ihnen, der hier unter verschiedenen Pseudonymen immer wieder sich zu Wort meldet. Nicht einmal zi Ihrem Pseido stehen Sie.

      Es ist offensichtlich, dass Sie hier ein Teil der Kampagne der Vollgeldler dsrstellen. Wahrscheinlich, werden Sie für Ihre repetitiven Cooy paste sogar bezahlt.

      Fachlich ist Ihr Beitrag einmal mehr ein Wirrwarr. Würden beispielsweise die Giroguthaben der Bevölkerung bei den Banken auf die SNB übertragen, wie Sie behaupten (Pasdivtausch) so wäre das eine Enteignung der Bankkunden.

      Übrigens nett von Ihnen, dass Sie mir die Geldschöpfung erklären möchten, wie ich diese seit Jahren hier predige und von den Zentralbanken und Vollgeldlern plagiativ übernommen wurde.

      Natürlich haben die Vollgeldler ihre Unterschriften erschlichen mit falschen Angaben.

      Heutige Banknote kommen als Schuld in Umlauf und sind demzufolge kein Vollgeld.

      Hört einfach einmal auf mit Eurem Quatsch.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  24. Man muss für Herr Geiger Verständnis haben wenn er den Initiativtext nicht lesen kann und vor der Kamera keine Zeit hat. Deshalb hier der original Text:

    «Sie (SNB) bringt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages neu geschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf, und zwar über den Bund oder über die Kantone oder, indem sie es direkt den Bürgerinnen und Bürgern zuteilt. Sie kann den Banken befristete Darlehen gewähren.»

    Bis zum letzten Satz hat es Herr Geiger im Gespräch nicht mehr geschafft. Wie traurig für ihn, wenn er an Weglasserlis leidet.

  25. Die typisch konservative Argumentation zu jedem Problemlösungsvorschlag seit Jahren: Ja, es ist schon gut und richtig, aber es gäbe da noch bessere Lösungen . . . . . und alles bleibt beim Alten ( . . . . was natürlich Absicht ist).

  26. @Leserinnen und Leser

    Bitte lassen Sie sich nicht irre machen durch die Propaganda der Vollgeldler. Diese Initiative ist wirr und dürfte eigentlich gar nichts vor’s Volk kommen. Sie ist nichtig. D.h. sie ist gar nicht umsetzbar und verstösst gegen zahlreiche weitere Artikel unserer Bundesverfassung.

    Absatz 3 der Initiative lautet:

    „Sie bringt im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages neu geschaffenes Geld schuldfrei in Umlauf, und zwar über den Bund oder über die Kantone oder, indem sie es direkt den Bürgerinnen und Bürgern zuteilt. Sie kann den Banken befristete Darlehen gewähren.“

    Geld schuldfrei in Umlauf bringen heisst, derjenige der Geld will, der hat keine Schuld mehr, um Geld zu erhalten. Will heissen: Wenn ich Geld will, so schulde ich keine Arbeit als Gegenleistung oder ich schulde kein Gut mehr als Gegenleistung.

    Geld verdienen ist also nicht mehr erlaubt, denn Geld muss gemäss Initiative verschenkt werden von der SNB über Bund und Kantone.

    Das ist rotester Kommunismus.

    Zudem: Wenn nur noch die SNB Geld erschaffen kann, so darf nur noch die SNB Kredite gewähren, weil bei jeder Kreditvergabe neues Geld entsteht.

    Diese neue Geldtheorie geht auf meinen Artikel „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ inkl. Nachträge zurück, den ich im September 2013 hier auf Inside Paradeplatz geschrieben habe und einige Monate von der Bank of England übernommen wurde.

    Die SNB hat diese neue Theorie erst vor ca 1 Jahr auch übernommen und SNB-Chef Prof. Jordan predigt diese nun auch, als hätte er nie etwas anderes gesagt (Plagiat in Reinkultur ).

    Die Vollgeld-Idee baut ebenfalls auf der falschen Theorie des angeblichen Geldmultiplikators auf und möchte, dass der Reservesatz 100 Prozent ist; d.h. dass die Banken gemäss alter Theorie kein Geld mehr schöpfen können.

    Kommt hinzu, dass niemand weiss, was Vollgeld ist: Gemäss Initiative wäre Vollgeld ein Aktivum der SNB (kommt schuldfrei in Umlauf). Gemäss Unterschriftensammlung wäre Vollgeld ein Passivum der SNB (heutige Banknoten seien bereits Vollgeld).

    Gemäss Diskussion hier wäre Vollgeld in der Bilanz der SNB gar nicht verbucht (gemäss Antwort von Herrn Zenger auf einen Kommentar von mir in seinem letzten Beitrag.).

    Vollgeld ist nichts anderes als wirres Zeugs.

    Es ist dem Unvermögen unseres Parlamentes und des Bundesrates zuzuschreiben, dass diese Initiative nichts längst für ungültig erklärt worden ist, da nicht umsetzbar.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Herr Meyer,

      mich überrascht wie stark Sie hier das bisherige Geldsystem verteidigen.

      Schuld ist in unserer Welt in der Tat ein zentraler Faktor.
      Es gibt aber auch andere alternative Systeme. Es stimmt mich traurig, dass Sie offenbar ganz klar zur Seite der Schuldfetischisten gehören.

      Wenn Sie sagen, dass die Initiative nicht umsetzbar ist (was natürlich komplett falsch ist), wäre es doch um so mehr interessant wenn sie angenommen wird…

    • @Peter Keller

      Auch Sie erhalten Geld nur gegen Arbeit. Sie schulden im Gegenzug für Geld Arbeit.

      Sie sind genauso ein „Schuldfetischischt.“

      Wäge däm muesch Du nid truurig sy wäge däm wäge däm wäge däm…

    • @Marc Meyer Dr.

      „Auch Sie erhalten Geld nur gegen Arbeit. Sie schulden im Gegenzug für Geld Arbeit.
      Sie sind genauso ein „Schuldfetischischt.““

      Mit dem Status Quo bin ich eben nicht zufrieden.
      Und, dass mit unserem aktuellen System Schulden auf verschiedenen Ebenen immer weiter wachsen finde ich furchtbar.

      Wenn man Dinge bezahlt, sollte die Schuld beglichen sein.
      In unserem System insgesamt bleiben die Schulden aber.
      Die grosse Frage ist, wer schuldet wem was?

      „Wäge däm muesch Du nid truurig sy wäge däm wäge däm wäge däm…“
      ???

    • @Peter Keller

      Sie haben geschrieben, es mache Sie traurig…

      Es handelt sich um eine gegenseitige Schuld. Gemäss OR Recht und Pflicht für beide Parteien.

      Was soll daran falsch sein?

      Haben Sie den Film „Fabian“ geschaut? Das ist vollkommener Unfug und ich denke, die Vollgeldler sind auf diesen Blödsinn hereingefallen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Ok, ich war ob der Dialektik etwas überrascht.
      Leider ist es so, dass wir anderen Menschen ihre Gemütslage nicht mit dem Hinweis, dass dies nicht so sein müsse, gross ändern können.

      Den Film Fabian habe ich nicht gesehen und die Beschreibung erlaubt keine Rückschlüsse auf das Thema. Nehme aber an, dass es mit der Geldpolitik in der Weimarer Firma zu tun hat.

      Zu den wichtigen Dingen:
      „Es handelt sich um eine gegenseitige Schuld. Gemäss OR Recht und Pflicht für beide Parteien.
      Was soll daran falsch sein?“

      Falsch daran ist, dass nach der Erbringung der Leistung und damit der Erfüllung der Pflicht und Wegfall der Rechte im gesamten System trotzdem noch eine Schuld besteht (in Form des Geldes).

      Das finde ich nicht gut.

    • @Peter Keller

      Wenn der Kredit zurückbezahlt ist, ist die Schuld weg.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Nein, eben nicht.

      Damit haben Sie bewiesen, dass Sie das System nicht verstehen.

      Die Transaktion sorgt nur für (sich aufhebende) Ausgleiche auf den Konti, aber die Schuld durch die Geldschöpfung bleibt bestehen.

    • @ Peter Keller

      Nun wenn ein Kredit bei einer Bank zurückbezahlt wird, dann ist die Schuld definitiv weg und auch die Geldmenge damit reduziert.

      Das Problem sind aber die Zinsen die jeweils auf der ganzen buchgeschöpften Geldmenge laufend anfallen und auf der Geldvermögensseite jeweils nicht vorhanden sind und somit die Gesamtverschuldung über längere Perioden ganz einfach von selbst immer mehr zunehmen muss ….

  27. In der Tat hat man bei dem Promotion für die Initiative das Gefühl, dass damit nicht genügend Leute für ein Ja gewonnen werden können.

    Aber eigentlich wäre alleine das wegfallende Ausfallrisiko Grund genug für ein ja.

  28. Lieber Herr Geiger,
    Ich fordere Sie auf zum konstruktiven Zwiegespräch, moderiert durch Lukas Hässig. Dann können wir der Sache gerne auf den Grund gehen.
    Es würde mich sehr freuen, Sie würden sich dazu bereit erklären.
    Mit kollegialem Gruss,
    Martin Alder

    • @Martin Alder

      Sehr geehrter Herr Alder

      Falls Herr Professor Geiger nicht bereit ist für ein Zweigespräch mit Ihnen, biete ich mich an, mit Ihnen ein solches zu führen. Würde mich sehr freuen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  29. Sehr geehrter Herr Prof. Hans Geiger,

    derzeit eignen sich gewinnorientierte Geschäftsbanken den Geldschöpfungsgewinn an – ohne dabei volkswirtschaftliche Ziele wie Systemstabilität oder Verteilungsgerechtigkeit zu verfolgen. Der Geldschöpfungsgewinn besteht im gegenwärtigen Giralgeldregime aus der Differenz zwischen den Kosten von Girokonten und alternativen Refinanzierungskosten, denn Geschäftsbanken müssen das von ihnen – bei der Kreditvergabe – geschöpfte Geld zwar refinanzieren, jedoch „nur“ über äusserst niedrig verzinste Girokonten. Sie müssen nicht erst auf in der Regel höherverzinste Sparanlagen warten oder teurere Bankanleihen begeben oder Kredite bei anderen Banken zum – ebenfalls höheren – Libor aufnehmen. In einem Vollgeldregime haben sie nur diese alternativen Optionen, hingegen die Option der Gelschöpfung via Girokonten nicht. Den erzielten – relativen – Geldschöpfungsgewinn müssen die Banken nirgendwo ausweisen, deshalb bleibt er zumeist im Dunkeln.

    Eine Vollgeldreform bringt sehr viele Vorteile für die Nichtbanken, d.h. die Publikumsebene die arbeitende Bevölkerung (Natürliche Personen, KMU und kleine Banken).

    Aus dem doppelten Geldkreislauf würde ein Vollgeld-Kreislauf; aus den verschiedenen Geldmengen M0 und M1 würde eine Geldmenge M; die Unterscheidung zwischen gesetzlichen und nichtgesetzlichen Zahlungsmitteln entfiele; der Begriff Giralgeld/Bankengeld erübrigte sich; das Reservensystem würde gänzlich entfallen.

    Banküberweisungen würden ausserhalb der Bankbilanzen stattfinden: ohne Reserven; die Notwendigkeit, die Girokonten über eine Spareinlagensicherung zu sichern, würde entfallen; Interbankengeld, das heute gar nicht in den Geldmengenstatistiken vorkommt, wäre Geschichte.

    Die Mindestreserven würde entfallen, da alle Geld-Bestände auf den Vollgeldkonten durch Zentralbankgeld gedeckt sind: Sie sind Zentralbankgeld.

    Zur Postfinance verweise ich auf die Replik von Herrn Martin Alder vom 30. März 2018

    Quelle:https://insideparadeplatz.ch/videos/wer-das-geld-fuer-die-schweiz-erschaffen-kann-der-hat-die-macht-das-wollen-die-banken-nicht-hergeben/

    Zitat Anfang:

    „Martin Alder
    30. März 2018 / 19:46
    @Geiger: Wenn wir schon von Weltbild sprechen: Vollgeld basiert auf einem ordo-liberalen Weltbild. Mehr dazu ein anderes Mal. Hier einfach Fakten aus dem GB2017 der Postfinance:
    Sichteinlagen von 73 Mia stehen Guthaben bei der SNB von 37 gegenüber. Bei der Umstellung zu Vollgeld mit entsprechender Bilanzverkürzung wären netto also 36 Mia zu betrachten. Je nach Umstellungs-Regelung erhält die Pf einen Kredit der SNB für 36 Mia, oder sie verkauft von den 79 Mia Finanzanlagen deren 36 (=45%) und hat noch 43 (=55%), mit denen sie Erträge generiert. Oder sie beschafft sich die Mittel zur Ausfinanzierung aus anderen Quellen (z.B. Zufluss an Spargeldern, Interbankenkredite). Mischformen sind denkbar.
    Würde nun im Extremfall der Ertrag aus den 36 Mia (maximale eigene Ausfinanzierung der Sichteinlagen) vollständig wegfallen, würde der ohnehin seit langem stark sinkende Zinserfolg von noch 887 Mio ebenfalls um anteilmässige 45% (=404 Mio) sinken. Dann wäre der EBT 2017 nicht 463 Mio, sonderm nur 59 Mio. Zugegeben ein empfindlicher Einschnitt, aber noch immer ein Gewinn, kein Verlust wie Sie behaupten!
    Desweitern gibt es keinen Grund, im Vollgeld-System der Postfinance weiterhin die Kreditvergabe zu verbieten, die Sicherheit der Zahlungsverkehrskonti ausserhalb ihrer Bilanz wäre dann ja vollkommen. Was sie mit den ihr anvertrauten Spargeldern macht ist m.E. den gleichen Bedingungen wie sie Banken haben zu unterstellen.
    Fazit: Probieren Se es doch einmal mit korrekten Fakten und lassen Sie Ihre sachfremde falsche Polemik beiseite, Herr Geiger.“
    Zitat Ende.

    Im Unterschied zur gegenwärtigen Geldpolitik der SNB kann sie in einem Vollgeld-System eine antizyklische Geldpolitik betreiben und damit eine antizyklische Fiskal- und Budgetpolitik von Parlament und Regierung verstärken. Gemeinsam gelänge es besser, den Konjunkturzyklus zu stabilisieren.

    Technisch gesehen wird „privates“ Buchgeld ausgeschleust und durch öffentliches Buchgeld ersetzt. Der exakt selbe Vorgang gelang im 19. Jahrhundert bei der Ausschleusung privater Banknoten und der In-Umlauf-Bringung von Zentralbank-Noten (die als Zahlungsmittel verwendeten Geldscheine). Auch damals ist das Finanzsystem nicht zusammengebrochen. Kurioserweise kommt die heute so verbreitete Innovationseuphorie blitzartig zum Erliegen, wenn es um mehr Gerechtigkeit und Demokratie geht.

    Herr Professor ich schliesse mich Herrn Martin Alder an: Probieren Sie es doch einmal mit korrekten Fakten und lassen Sie Ihre sachfremde falsche Polemik beiseite.

    Sie grüssend

    P.S. Danke Herr Lukas Hässig.

    • Sehr geehrter Herr Arbeitgeber (AHV-Rentner)
      Was Sie schreiben stimmt nicht ganz. Ich zitiere Sie: „Der Geldschöpfungsgewinn besteht im gegenwärtigen Giralgeldregime aus der Differenz zwischen den Kosten von Girokonten und alternativen Refinanzierungskosten, denn Geschäftsbanken müssen das von ihnen – bei der Kreditvergabe – geschöpfte Geld zwar refinanzieren, jedoch „nur“ über äusserst niedrig verzinste Girokonten. Sie müssen nicht erst auf in der Regel höherverzinste Sparanlagen warten oder teurere Bankanleihen begeben oder Kredite bei anderen Banken zum – ebenfalls höheren – Libor aufnehmen. In einem Vollgeldregime haben sie nur diese alternativen Optionen, hingegen die Option der Gelschöpfung via Girokonten nicht. Den erzielten – relativen – Geldschöpfungsgewinn müssen die Banken nirgendwo ausweisen, deshalb bleibt er zumeist im Dunkeln. “
      Sie sprechen von niedrig verzinsten Sparguthaben? Das gibt es in der Schweiz schlicht nicht mehr. Meine Sparkonten haben 0% Zins. Das Zinsdifferenzgeschäft einer Bank ist auch während der Negativzinsperiode lukrativ: Der Sparer kriegt keinen Zins, aber der Gläubiger bezahlt einen hohen Zins. Überziehen Sie doch mal ihr Konto bei einer Bank (sofern Sie eine Überziehungslimite haben). Sie werden sich wundern, wieviel Zins Ihnen belastet wird. Bei der CS sind es 12.5%. Wenn ein Gewinn entstehen sollte, dann ist er in der Bilanz und der Erfolgsrechnung ersichtlich. Wenn nicht, stimmt die doppelte Buchhaltung der Bank nicht. So langsam regt es mich auf, was für Halbwahrheiten und Lügen von den Vollgeldbefürwortern publiziert wird. Aber eben: Es lebe das postfaktische Zeitalter.

  30. Weitere Informationen für die Zweifler… und die anderen sogenannten „Superstrategen“ oder „Vollpfosten“, die man locker auch als Lobbyisten der Finanzmaffia bezeichen könnte…. die Politik versteckt sich leider immernoch hinter Ihren Sponsoren!

    https://www.youtube.com/watch?v=Bnsy2HBuPs8
    Drei Professoren erklären was das Geldsystem tatsächlich ist.

    • Zweifler, Superstrategen, Vollpfosten, Lobbyisten der Finanzmafia… Das ist ja schon allerhand, was Sie Menschen unterstellen, die im Gegensatz zu den Vollgeldnern wissen wovon sie schreiben. Verblendung gepaart mit Ignoranz ist die Sünde, die zum selbstverschuldeten eigenen Unglück führt.