Capt’n Sorglos von Swiss Banking

Pierin Vincenz reist um die Welt, seine Raiffeisen wird wohl Too Big To Fail – Hochrisiko mit Private Banking.

Während seiner Bank in der Heimat ein eiskalter Wind um die Ohren bläst, liegt Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz in Thailand an der Sonne.

Der grosse Zampano von Swiss Banking zieht eine 2-monatige Weltreise mit seiner Partnerin wie geplant durch – egal, was derzeit hierzulande abgeht.

Dabei würde man das Kommando „Alle Mann auf Deck“ erwarten. Die Nationalbank könnte in den nächsten Wochen Vincenz‘ Raiffeisen zu Too Big To Fail erklären.

In der Raiffeisen-Zentrale verbreiten sich Nachrichten, wonach die Behörden kurz davorstehen würden, die Genossenschaftsbank zur systemrelevanten Kraft zu erklären. Die Gruppe müsste rasch mehr Kapital aufbringen.

Es wäre nach dem Verdikt zur Zürcher Kantonalbank der nächste Coup der Systemhüter innert kürzester Zeit, um den Finanzplatz vor einer nächsten Grosskrise zu bewahren.

Für die Raiffeisen-Gruppe als dritte Kraft im Bankenland Schweiz wäre die SNB-Einstufung ein Hammerschlag. Dieser würde die schöne Strategie mit der Expansion ins Private Banking gefährden.

Vincenz hätte dann seinen Raiffeisen-Tanker ins Eismeer gesteuert. Er hat Hunderte von Millionen Genossenschaftsgelder in ein risikoreiches Unterfangen investiert – mit ungewissem Ausgang.

Derzeit steuert der Raiffeisen-Tanker auf den Too-Big-To-Fail-Brocken zu. Statt auf der Brücke befindet sich der Kapitän in der Ferne.

Vincenz wird zum Capt’n Sorglos des Schweizer Finanzplatzes.

Die Lage ist ernst. Wenn es eine Bankengruppe im Land gibt, die ein Klumpenrisiko hat, dann ist es der grosse Raiffeisen-Verbund.

Das hat mit der einseitigen Geschäftsstrategie zu tun, die in den letzten Jahren zusätzlich verschärft worden ist. Alles auf Immobilien.

Stärker als alle anderen Banken pushte die Raiffeisen unter Vincenz das Wachstum mit Hypotheken. Das führte dazu, dass die Hypo-Kredite per Ende 2012 fast die ganze Bilanz ausmachten.

136 Milliarden betrugen die Ausleihungen für Häuser in jedem Krachen und für jeden Mittelständler. Die übrigen Kundenausleihungen waren dagegen Peanuts.

In Relation zur Gesamtbilanz von 168 Milliarden kamen 81 Prozent von den Hypotheken. Bei der ZKB waren es Ende Dezember 2012 nur 44 Prozent. Schon das genügte für Too Big To Fail.

Bei der Raiffeisen kommt eine hohe Zahl von Kunden hinzu. Weit über 3 Millionen Schweizer und hier wohnhafte Ausländer hätten mit ihr eine Kundenbeziehung, wirbt die Genossenschaftsbank. Das allein macht die Gruppe systemrelevant.

Die Zentrale in St. Gallen agiert im Courant normal. Würden die Behörden dereinst entscheiden, dass die Raiffeisen für das Finanzsystem entscheidend sei, sei es früh genug, um sich mit den Folgen auseinanderzusetzen, heisst es dort.

Die Entwarnung kontrastiert mit der Einschätzung von Moody’s, einer grossen Ratingagentur. Diese setzte die Langfrist-Bonität der Raiffeisen im Juli von Aa2 auf Aa3 herunter.

Explizit verwiesen die Moody’s-Experten auf das atemberaubende Wachstum bei den Hypotheken. Die Raiffeisengruppe sei bei den Hypo-Krediten von 2007 bis 2012 um jährlich 7,6 Prozent gewachsen.

Damit habe sich der Marktanteil des genossenschaftlichen Riesen um 2 Prozentpunkte auf über 16 Prozent erhöht. Die Raiffeisen wurde zur Nummer 1 des Schweizer Immobilienmarkts – sicher bei der Dynamik, möglicherweise sogar absolut.

Eine deutliche Abkehr vom Wachstumskurs war auch im 2013 nicht in Sicht. Während die ZKB-Chefs bei der Hypothekenvergabe betont auf die Bremse traten, gaben die Raiffeisen-Leute Entwarnung.

Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff meinte im Mai, die Angst vor einem Immobilien-Crash sei „völlig unbegründet“. Im Unterschied zu den 1990ern hätten die Banken die Lage im Griff.

Niemand weiss, was die Zukunft bringt. Doch das Problem der Raiffeisen ist, dass sich die Bank unter Kapitän Vincenz extrem exponiert hat. Sinken die Hauspreise, dann könnte die Bank schiefstehen.

Der Grund sind zwei massive Wetten, die Vincenz eingegangen ist.

Erstens hat der Raiffeisen-CEO die Nachschusspflicht der Genossenschafts-Mitglieder in den über 300 regionalen Raiffeisenbanken gestrichen. Der formelle Beschluss wird nächsten Frühling gefällt.

Begründet wird der Schritt damit, dass der Regulator die Nachschusspflicht der Genossenschafter in den kleinen Raiffeisen-Banken, welche die Zentrale besitzen, nicht mehr für die Eigenkapital-Berechnung berücksichtigt.

Die Eigenheit habe beim Kapital keine Vorteile mehr gehabt, entsprechend könne man auf sie verzichten, heisst es in St. Gallen.

Die Zentrale betont, dass die Nachschusspflicht der gut 300 Raiffeisenbanken bleibt. Diese geht maximal bis zum Eigenkapital einer individuellen Raiffeisenbank hoch.

Mit dem Verzicht auf die Nachschusspflicht bei den Genossenschaftern ist unklar, wer beim nächsten Sturm Frischgeld über das bereits gesprochene Eigenkapital hinaus bereitstellen soll.

Das zweite Risiko-Element ist die Strategie von Vincenz. Der Raiffeisen-Chef hat wie beim Gewinnspiel „All in“ gewagt.

Für rund 600 Millionen hat er die Notenstein Privatbank in die Landschaft gesetzt. Weitere geschätzte 100 Millionen hat er in Anteile der Struki-Firma Leonteq und des Assetmanagers von Beat Wittmann investiert.

Seither garantiert Raiffeisen für Notenstein-Strukiprodukte, die von Leonteq gezimmert sind. Die Unterlegung für die geleistete Garantie ist „ein geringer Teil unseres Eigenkapitals“ , sagt ein Sprecher der Raiffeisen.

Das mag sein. Doch gleichzeitig hat Vincenz einen Streit mit seiner Zürcher Partnerin Vontobel vom Zaun gerissen. Die beiden verfeindeten Banken bekriegen sich vor einem Schiedsgericht.

Derzeit deutet vieles auf eine Niederlage von Vincenz hin. Dann aber müsste die Raiffeisen ihre Notenstein-Tochter abspecken. Die folgende Sanierung würde viel Geld kosten.

Vincenz ist zum Wachstum verdammt. Wenn ihm nun die Notenbank mit Too Big To Fail einen Strich durch die Rechnung macht, dann fehlt ihm das nötige Kapital.

Vincenz müsste möglicherweise rasch Tafelsilber verkaufen. Im dümmsten Fall würde er weniger für Leonteq und weitere Investments kriegen, als er bezahlt hatte.

Am Ende könnte ihm als letzte Rettung ein Verkauf von Notenstein an die „verhasste“ Partnerin Vontobel bleiben. Ein solcher Deal würde wohl als Win-win angepriesen.

In Tat und Wahrheit würde es sich um die genaue Umkehr der von Vincenz seit Jahren angestrebten Übernahme in eigener Regie handeln.

Es wäre das Eingeständnis des Scheiterns des grossen Bankenkapitäns.

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44 Kommentare zu “Capt’n Sorglos von Swiss Banking

  1. Die Genossenschafter sind sich das hin und her gewöhnt. Ist noch nicht solange Herd da waren sie UBS oder CS Kunden. Und diese Banken haben sie dann mit viel Getöse und Kommentaren Richtung Raiffeisen verlassen. Die sind besser!

  2. Nachtrag 1: Die Verwaltungsräte der RB sind meist honorige und clevere Unternehmer, die aber von den Anforderungen an z.B. ein wirksames Zinsrisikomanagement tatsächlich in den wenigsten Fällen ausreichend Ahnung haben. Damitmöchte ich niemanden beleidigen, aber die Sache ist einfach zu komplex, wenn man sich einmal pro Quartal eine Stunde damit beschäftigt.
    Nachtrag 2: Lieber Zampano und Konsorten
    Was mir aber – im Gegensatz zur Geschäftspolitik der einzelnen RB – WIRKLICH Angst macht ist die Tatsache, dass PV es nötig zu haben scheint, über sie solche unreflektierten Jubelkommentare zu publizieren.
    Kritisches Hinterfragen MUSS erlaubt sein, wir sind ja nicht in Stalins UdSSR – oder etwa doch???

    • Kritisches hinterfragen ist sicherlich erlaubt, aber Angstmacherei ist unnötig und kontraproduktiv.

      Es scheint, als seien Sie schon viele Jahre nicht mehr bei Raiffeisen. Über ALM versteht selbst ein Bankleiter in Hinterpfupfingen mehr als ein Filialleiter der UBS in Winterthur!

      Es gibt einen fixen Repi-Schlüssel, jede Raiffeisenbank kann sich jedoch das Zinsrisiko für eigne Szenarien berechnen. Sie wissen selbst, ein paralleler Shift von 1% oder gar 2% (Standardszenario SNB)ist unrealistisch!

      Zum sauberen PB, es braucht keine Raiffeisen-Kultur beim PB von Notenstein. Kunden, welche die Raiffeisen-Kultur wünschen, gehen zu Raiffeisen, auch mit grösseren Volumen – das wissen Sie doch selbst…

      Nebenbei: ALM ist nicht Aufgabe des Verwaltungsrates sondern der Bankleitung.

    • @ex-RBler
      wie wahr ist doch Ihre Bemerkung unter Nachtrag 1; dies gilt aber uneingeschränkt auch für Politiker, speziell linker Provenienz, welche in Bankräten, auch KB’s, und VR diverser Unternehmen sitzen.

    • @RBler

      Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass ein Bankleiter in Hinterpfupfingen mehr von ALM versteht als ein UBS-Filalleiter in Winterthur.

      Nur: der UBS-Filialleiter muss nichts von ALM verstehen, da das Zinsmanagement bei der UBS zentral läuft. Der RB-Leiter aber schon, da ihm die gesamte Bilanzsteuerung allein obliegt.
      Und in Hinterpfupfingen versteht der Bankleiter oft (nicht immer!) zuwenig, um das selbst zu managen.
      Ausserdem kann der VR mangels Know How keine kritischen Fragen stellen (was seine Aufgabe wäre!)

      Und nein: ich würde auch bei Notenstein eine Raiffeisen-Kultur erwarten – das wird doch genau mit der Werbung suggeriert!

  3. @Zampano, Insider und alle übrigen: Ich habe einige Jahre bei einer grösseren RB im Raum Nordwestschweiz gearbeitet. Lassen Sie mich hier mal ein paar Dinge klarstellen:
    – die meisten Bankleiter haben das Kreditgeschäft ihrer Bank absolut und fest im Griff; die wissen, wann sie einen Kredit vergeben dürfen und wann nicht.
    – das ALM verstehen die wenigsten; fragen Sie mal Ihren Bankleiter nach den Replikationsschlüsseln und der Überleitung von Barwert- in Erfolgsrechnungsgrössen.
    – wenn das alles so super ist: wieso publiziert Raiffeisen keine Repli-Schlüssel und Zinssensitivitäten? Wohlgemerkt: das ist bei anderen auch nicht besser.
    – das „saubere“ PB ist an sich eine gute Idee, schade nur, dass man hierzu massenweise Leute ohne Raiffeisen-Kultur eingekauft hat.

  4. Notenstein wird niemals an Vontobel verkauft. Wenn denn, wird eine Bank aus dem Ländle zu den Favoriten gehören. Das vermeintliche Hinterland FL/GR/SG ist nicht zu unterschätzen, auch nicht punkto Seilschaften.

  5. Zitat: „Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff meinte im Mai, die Angst vor einem Immobilien-Crash sei “völlig unbegründet”. Im Unterschied zu den 1990ern hätten die Banken die Lage im Griff.“

    Zudem: Wer hat denn in den 1990ern mit Hypothekargeschäften CHF 40 Mia in den Sand gesetzt? Die Raiffeisenbanken? Nein, die haben so gut wie nichts verloren, ganz im Gegensatz zu einigen Kantonal-, Regional- und Grossbanken.

  6. Pierin Vinzenz ist ein direkter Bündner und wird nicht lange zuschauen mit seinem Private Banking Experiment Notensten.

    Wenn es Ihm zu bunt wird gehe ich davon aus, dass er das Experiment Notenstein abbricht und sich wieder rein auf das klassische Raiffeisen-Geschäft konzentriert.

    Ich gönne Pierin Vinzenz seinen wohlverdienten Urlaub und wünsche Ihm viel Erfolg.

  7. P. Vinzenz gibt gerne den coolen Typ. Das hat auch etwas Faszinierendes. Während einige an einem burn out kauen mit ihrer Verantwortung ist da einer, dem alles nicht unter die Haut geht, der alles mit einem flotten Spruch wegsteckt. Hoffen wir, das sei nicht bloss eine Masche, sondern gründe auf Souveränität und dem Wissen, alles gut geregelt zu haben. Sonst kann es ein ungemütliches Erwachen für die Raiffeisenkunden und Herrn Vinzenz geben.

  8. Der aus meiner Sicht systemrelevante Raiffeisen-Tanker unter Kapitän Vincenz manövriert sich zunehmends in seichte Gewässer. Es wird Zeit, dass Raiffeisen wieder in sicheres Fahrwasser zurückfindet.

    • @Radar: Abkehr von grössenwahnsinnigen Ambitionen im hochrisikoreichen Private Banking, zum Beispiel. Oder wieder mehr Bescheidenheit und weniger Personenkult. Die Raiffeisen-Zentrale ist dabei, viel Goodwill in der breiten Bevölkerung zu verspielen. Das gleiche gilt für den Rückhalt in den einzelnen Genossenschaften. Ich finde das sehr bedauerlich.

    • Private Banking = hochrisiko Geschäft? Ich glaube Sie leben auf einem anderen Planeten. Stellen Sie sich vor was dies für alle Privat- Gross- und Kantonalbanken heissen würde!?

      Notenstein wird in der „neuen Welt“ aufgebaut, das Thema Steuern ist hier bereits berücksichtigt, nicht wie bei der Konkurrenz.

    • @Radar: Die Steuerthematik ist nur eine Dimension, die im Übrigen von allen anderen CH-Instituten notgedrungen auch bereinigt wird. Wenn ich mir aber die CIR von Notenstein anschaue, frage ich mich schon, von welcher ’neuen Welt‘ Sie träumen. Sleep well.

    • @Lotse Ich sehe, sie waren noch nie unternehmerisch tätig… der Unterschied:
      – einzige Bank, welche ohne US Kunden gestartet ist
      – Weissgeldstrategie seit Beginn konseqent umgesetzt
      – Fokussierung auf Kernmärkte

      Dass beim Aufbau einer „neuen“ Bank Kosten entstehen ist normal. Genau wie auf dem Bauernhof, zuerst sääen (kostet) und dann ernten (Gewinn) –> Risiken gibt es überall, das gehört zum Unternehmertum.

  9. warum auch immer alles so negativ. wachstum war jahrelang das thema – soll es nun „böse“ sein? soll die bank dann stehen bleiben?
    Stillstand ist Rückschritt….

  10. Die Klarstellung vorweg. Ich arbeite nicht bei Raiffeisen!

    Die Beiträge auf Inside Paradeplatz haben immer mehr nur Unterhaltungswert und immer weniger objektiven Inhalt.

    Die Branche weiss doch mittlerweile, dass die bisher erfolgreiche Wachstumsstrategie der Raiffeisen einige Herausforderungen beinhaltet um diesen Erfolg auch sichern zu können. Solange die einzelnen Genossenschaften, so hoffe ich, das ALM im Griff haben und bei steigenden Zinsen auch am langen Ende noch Geld übrig bleibt ist nur noch eine gute „Bauleitung“ auf der Wachstumsbaustelle Private Banking sicherzustellen. Ich empfehle den Kollegen bei den strategischen Entscheidungen aber sich nicht alleine auf die Kollegen von Notenstein zu verlassen sondern in die Anlagekompetenz der eigenen Berater zu investieren, denn diese sind ja bereits nahe am Kunden dran.

    Viel Glück und saving Swiss Banking.

    PS: Soll P. Vinzenz doch seine Auszeit in Asien geniessen. Es muss auch mal ohne ihn gehen.

  11. Isch doch alles halb so schlimm. CS UBS und ZKB haben es vorgemacht. Eigene Liegenschaften vekaufen und zurückmieten. (Sale lease back) die Kasse wird gefüllt und mit den momentan tiefen Zinsen ist die Finanzierung der Mieten relativ günstig. Was in Zukunft passiert ist denen sowieso egal.

    • Ja das mag durchaus sein lieber Kollege, doch es gibt in der Bilanz/Erfolgsrechnung einer Bank dann noch ein paar Dinge zu beachten. Neben der Wertstabilität der Immobilien sind das Asset und Liability Management und das Replikations Portfolio zur Zeit sehr existenziell für eine Bank mit über 70% Zinsdifferenzgeschäft.

  12. Warum langfädige Kommentare ? Sie könnten die wichtigen Elemente ohne Verlust an Information in wenigen Sätzen editieren.

  13. @Zampano: es fällt auf, wie sehr Sie sich hier für Raiffeisen ins Zeug legen. Natürlich kann man jegliche Kritik am Konstrukt, an der Strategie oder an den Protagonisten konsequent ausblenden. Fakt ist doch aber, dass die Raiffeisen-Organisation Teil der Schweizer Finanzindustrie ist und sie sich regulatorischen Entwicklungen hinsichtlich einer deutlich höheren Eigenmittelunterlegung nicht verschliessen kann. Das hat zwangsläufig auch Auswirkungen auf die jüngste, durchaus agressive, Expansions- bzw. Diversifikationsstrategie des Pierin Vincenz. Wer das nicht wahrhaben will, lügt sich in die eigene Tasche oder ist ein bezahlter PR-Büttel.

    • Sie haben recht, die Finanzindustrie benötigt höhere Eigenmittel. Diese werden jedoch durchwegs von allen grossen Instituten erfüllt, darunter auch Raiffeisen. Dies inklusive vorsorglichem Kapitalpufferm, welcher durch unseren Bundesrat erfunden wurde. Die Schweizer Banken sind dem Ausland hinsichtlich regulatorischer Vorschriften meist um Jahre voraus!

      Die Punkte, welche Zampano aufgeführt hat zeigt uns, dass es in solchen Berichten meist um Aufmerksamkeitserhaschung geht und nicht um seriöse Berichterstattung. Mir persönlichen fehlen die Fakten in diesem Bericht, mit solchen Mutmassungen kann ich wenig bis nichts anfangen.

    • @Josef F.: Dies hat nichts mit Lobhudelei oder ähnlichem zu tun. Es handelt sich nur um Fakten. Halbwahrheiten stören mich, darum versuche ich diese richtig zu stellen. Wie Sie richtig erkannt haben handelt es sich um eine Expansions- bzw. Diversifikationsstrategie, teilweise sicherlich auch aggressiv. Doch bei Raiffeisen von einer systemrelevanten Bank zu sprechen zweifle ich. Die Frage stellt sich, was „Systemrelevant“ bedeuten soll. Der Immobilienmarkt ist sicherlich systemrelevant und daran hängen zwangsläufig die meisten unserer Bankhäuser. Die tiefen Zinsen werden von unserer Nationalbank gemacht und nicht von den Banken –> Schuld an den stark steigenden Preisen im Immobilienmarkt, aber auch bei Aktien, Anleihen ist somit die Notenbank. Leider wird dies allzu oft vernachlässigt…

  14. Das Risiko von Raiffeisen ist nicht die Tbtf – Problematik sondern Vincent: die GL Führungsgarde neben Vinc besteht aus ja-Sagern

    • Kennen Sie überhaupt die Aufgabe von Herr Vincenz?

      Raiffeisen hat quasi eine umgekehrt Holding-Struktur. Den kleinen über 300 Banken, welche alle autonom mit eigner Bankleitung und Verwaltungsrat geführt werden, gehört Raiffeisen Schweiz – und somit auch Pierin Vincenz.

      Was machen die Raiffeisenbanken?
      http://www.raiffeisen.ch/web/raiffeisenbanken

      Was macht Raiffeisen Schweiz?
      http://www.raiffeisen.ch/web/raiffeisen+schweiz0

      Anscheinend funktioniert die Bank auch mit den Ja-Sagern 😉

    • @ Zampano

      in welcher Welt genau leben Sie? wenn sie glauben, dass die VR und BL vor Ort qualifiziert sind, Banken zu leiten, dann glauben Sie auch, dass Zitronen falter Zitronen falten.

      Die VR und BL handeln genau nach Vorgaben aus St. Gallen, die Selektion derjenigen finden ja auch in St. Gallen statt. Ohne den sanctus der Zentrale kann der VR nicht mal einen BL anstellen. Soviel zum Thema unabhängigkeit.

      Mehr als Gute Miene an der GV und etwas Marketing vor Ort (auch über enge Möglichkeiten im pricing) liegt da kaum drin.

      Also bitte etwas mehr Realitätssinn.

    • @Peter Schlaumeier: Ihr Kommentar zeigt wunderschön auf, wie wenig Sie über die Funktionsweise von Raiffeisen wissen. Sprechen Sie mal mit einem Bankleiter, der 20 oder noch mehr Jahre „seine“ Bank leitet, Zinsrisiken managt (ALM), Personal führt, eine Marktstrategie erarbeitet, die Konditionen seiner Bank selbständig festlegt etc.

      Nice to know: Bei jeder Bank muss der CEO von der FINMA abgesegnet werden, bei den Raiffeisen-Bankleitern übernimmt Raiffeisen Schweiz im Auftrag der FINMA diese Aufgabe.

    • @Inside Raiffeisen
      Wow. Sie, mein lieber haben keine Ahnung von Raiffeisen. Schätze mal, dass 80 % der lokalen VR keine Ahnung von einer Bank haben rund 75 % der Bankleiter ebenfalls. Die wenigsten verstehen wirklich was das ALM ist und wie die Absicherungen funktionieren. Markt- und Produktstrategie wird von St. Gallen vorgegeben und beim Pricing liegen viele völlig neben dem Markt. Der Bankleiter ist lediglich noch das Aushängeschild vor Ort, mehr nicht. Bestimmt wird zu 95 % von St. Gallen.

    • @BL: Sie verwechseln etwas, die Raiffeisenbanken sind autonom.

      Tja, entweder arbeiten Sie bei der Konkurrenz oder neu bei Raiffeisen Schweiz und kommen von der Konkurrenz –> nur die kennen das „Filialdenken“, was bei Raiffeisen keinen Platz hat.

      Darum sag ich es gerne nochmals, sie liegen mit Ihrer Behauptung falsch betreffend Bankleitung.

      Betreffend VR –> da stimme ich eher zu, aber dieses Problem finden wir bei Banken wie auch anderen Firmen immer wieder…

  15. Zum Glück habe ich nicht eine solch ausufernde Fantasie… sonst würde ich ja auch noch öffentlich Unwahrheiten verbreiten! Ach nein, davor schützt mich ja mein Verstand.

  16. Lachhaft, die Raiffeisenbänkli sollen Systemrelevant sein!?!? Jöööööööööööööö….

    Dann seh ich aber vorher noch bei ein paar Kantonalbanken die grössere Problematik.

    • @ Clude. Nicht die Kässelis sind systemrelevant, sondern das spezielle Pyramiden-Konstrukt wie die Raiffeisen als gesamtes funktioniert. Der Domino Effekt ist grösser als bei einer ZKB, beispielsweise.
      Aber man kann auch wegsehen wie Sie und sich dann wundern.

    • Und was meinen Sie was passiert wenn die LUKB flöten geht? Die BEKB, BCV oder SGKB?

      –> das würde zwangsläufig bedeuten, dass jede Bank systemrelevant ist.

      Raiffeisen muss als Notfallszenario die Solidarhaftung neu erfinden und TbtF ist Geschichte.

      Sie meinen das umgekehrte Pyramiden Konstrukt 😉

      Aber wo liegt genau das Problem? Dass den Kunden die Hypotheken gekündet werden? Ich sehe die Systemrelevanz noch nicht ganz…

    • @ Clude. Uhh, da weiss ich aber nicht ob die Genossenschafter die Solidarhaftung wirklich neu besprechen wollen! Fr. 8000.- ist bereits ganz schön viel.
      Ja genau, Raiffeisen sehe ich als umgekehrte Pyramide. Auf einem de facto dünnen Fuss wurde so einiges oben draufgebaut. Oder behaupten Sie etwa de Jure sei die Haftung der Genossenschafter durchzusetzen? Glaub ich nicht, das würde ein schönes Chaos geben! Weiter: die Kässelis müssen das EK in der Bilanz der Raiffeisen Schweiz einbringen. Ein grösserer Abzug von Genossenschafter würde im Nu die Raiffeisen-Gruppe in Schwierigkeiten bringen. Woher soll sie auch EK beziehen, ausser via Genossenschafter? Es muss nie soweit kommen, aber dies ist die Achillesferse der Raiffeisen-konstruktion.
      Denke aufgrund der eher kleinen Grösse der Schweiz müssten tatsächlich viele Banken als Systemrelevant zu deklarieren sein. Bsp. unter den Kantonen gibt es keine Solidarhaftung, auch nicht von der Eidgenossenschaft. Ergo ist eine LUKB für den Kanton Luzern systemrelevant.

  17. Richtigstellung:
    – Pierin Vincenz hat den Raiffeisenbanken keine Wachstum im Hypothekarbereich befohlen
    – Raiffeisen ist mit 136 Milliarden nicht die Nummer 1, die Kantonalbanken haben mit einem Volumen von rund 280 Milliarden mehr als doppelt soviel Volumen im Hypothekarbereich, die Grossbanken mit ca. 270 Milliarden bewegen sich im ähnlichen Umfang wie die KB’s
    – Das Rating von Aa3 ist das höchste Rating einer Schweizer Bank ohne Staatsgarantie
    – Raiffeisen besitzt genügend Eigenkapital und könnte, selbst wenn die FINMA zum Entschluss kommt dass die Raiffeisen TbtF ist, ohne Verkäufe das Eigenkapital aufbringen respektive ist bereits genügend vorhanden.
    – Herr Vincenz kann entspannt seine Ferien geniessen, da die über 300 Raiffeisenbanken autonom geführt werden, dazu braucht es Herr Vincenz nicht

    Vielen Dank für die Kenntnisnahme.

    • Raiffeisen braucht ein Gesicht und da nicht 316 Bankleiter in den Medien herumgeistern können, ist Herr Vincenz dazu als Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz bestens dafür geeignet.