Stuhl von Rothschild-CEO wackelt

Veit de Maddalena soll durch Sohn von Ex-UBS-Bigboss abgelöst werden – Zinsenchef weg.

Veit de Maddalena ist jung, adrett, höflich. Aber kann er eine Bank zum Erfolg führen?

Die Antwort zur Leistung des Bank-Rothschild-Chefs könnte bald folgen. Sie dürfte negativ ausfallen. De Maddalena stehe vor der Absetzung, sagt ein Insider. Entscheidend würde die US-Steuerbusse.

Klar ist, dass de Maddalena einen Abschreiber für das US-Programm hinnehmen muss und Spitzenleute auf die Strasse setzt.

Soeben hat sich die Bank vom Chef Zinsen, einem Kadermann namens Dominique Maire, getrennt. „Es ist korrekt, dass Herr Maire die Rothschild Bank verlassen hat“, sagt ein Sprecher.

Weitere Personalien betreffen zwei bekannte Figuren. Zum einen geht es um die Chefin der Analyseabteilung. Sie heisst Barbara Vannotti und hat einen berühmten Schwiegervater namens Leonardo.

Der war einst Präsident beim Maschinenbauer Sulzer und bis 2010 Verwaltungsrat bei der Rothschild Bank in Zürich. Nun ist Vannotti neu zuständig für sämtliche Fund-Research-Aktivitäten in London, Paris und Zürich.

Der zweite Topshot, bei dem es Veränderungen gibt, ist Riccardo Petrachi. Petrachi war vor 3 Jahren von der UBS zur Baronen-Bank gestossen.

Bei der Rothschild wurde Petrachi zum Bigboss für die Beratung der vermögenden Privatkunden, zusammen mit seinem Co-Leiter Jon von Planta, der von der US-Investmentbank Morgan Stanley zur feinen Privatbank gestossen war.

Die beiden „Stars“ trieben mit ihren Löhnen und Boni die Kosten in die Höhe. Die damit verbundenen hohen Erwartungen sollen sie aber nicht erfüllt haben.

Jedenfalls soll Petrachi vor wenigen Wochen faktisch entmachtet worden sein. Seine Beraterteams würden nicht mehr an ihn rapportieren, sondern an den Chef von Rothschild Genf, Laurent Gagnebin.

Damit wird der junge Banker zum neuen Hoffnungsträger. Gagnebin wird zugetraut, die schlingernde Rothschild mit ihren hohen Kosten und weiter drohenden Verlusten wieder auf Kurs zu bringen.

Eine Ablösung von CEO Veit de Maddalena durch den Westschweizer Gagnebin sei wahrscheinlich, meint der Gesprächspartner.

Gagnebins Vater Georges war eine grosse Nummer bei der UBS. Um die Jahrtausendwende leitete Gagnebin Senior das weltweite Private Banking der Grossbank.

Unter ihm entwickelte die UBS ihre Zweibeinstrategie, mit einer globalen Offensive im Onshore-Banking mit Ablegern in den USA und Europa sowie einer Fortsetzung ihres klassischen Offshore-Bankings aus der Heimat Schweiz heraus.

Statt wie versprochen das Offshore-Business mit seinem Steuervorteil und dem vielen Schwarzgeld zugunsten des Onshore-Bankings herunterzufahren, pushten Vater Gagnebin und seine Nachfolger dieses weiter.

Die Folgen liegen heute auf dem Tisch. Die UBS muss weiter hohe Bussen und Strafverfahren bewältigen.

Sohn Laurent ist davon nicht berührt. Er gilt als talentierter Vermögensberater, der es schafft, neue Kunden mit grossen Vermögen an Land zu ziehen.

Zudem verfügt Gagnebin dank Erfahrung bei Goldman Sachs über Investment-Wissen. Er vereinigt die heute gefragte Mischung von Kundensensibilität und Markt-Knowhow.

Veit de Maddalena wollte sich nicht äussern.

Kommentare

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  1. Na ja, VdM sitzt ja seit geraumer Zeit nicht wirklich im Sattel. Jeder der die Bank auch nur annähernd kennt, weiss dass der Entsandte des Barons die Fäden zieht und als Gouvernante von VdM agiert.
    Die erwähnten Leute, Vanitti/Maire/Petracchi sind allesamt sehr gut, so kann mitnichten etwa ein Performance-Problem D Maire angelastet werden.
    VdM hätte SO viel mehr aus dieser Bank machen müssen, die Krise war geradezu geschaffen dazu – aber zaudern und parlieren genügt halt nicht!

  2. Es wäre wünschenswert, dass der Chef einer Schweizer Bank ein richtiger Schwiezer ist und er muss Mitglied vom SVP sein. Nur so ist garantiert, dass er sich vollstens für die Schweiz einsitzt.

    • …bin mit ihnen völlig einig. Einige der heutigen Top-Bänker sollten/müssten schon längst „einsitzen“, wie Sie am Ende Ihres Beitrags richtig schreiben…

    • Ist das ein Witz? Die SVP zerstört die Schweiz. Kein richtiger Schweizer, der weiss was ein Schweizer ist, hat etwas mit der SVP zu tun. Das sind fast alles Leute, deren Familien vor nicht allzulanger Zeit eingewandert sind und die nun die Schweiz zerstören, weil sie keine echten Werte haben oder unter einer unglückliche Kombination aus Geltungsdrang und intellektueller Minderbemittlung leiden, oder rücksichtslose Narzissten sind wie Blocher oder Matter.

    • Toller „droper“ Sie! Was ist ein Droper? Da haben Sie aber gehörig Droppings hinterlassen…

  3. Hässig hat mal wieder geschludert:
    Barbara Vannotti geb Holzrichter ist nicht die Tochter, sondern Schwiegertochter von Leonardo Vannotti

  4. 1) Hat Vater Gagnebin bei der UBS wenigstens gut verdient ? (für die Offshoreschäden, die er angerichtet hat). Aber es ist auch klar, dass mit Offshoregeld viel mehr zu verdienen ist als mit Onshoregeld.
    2) Wieder haben zwei sehr teure „Stars“ Petrachi und von Planta ganz offensichtlich ihre Leistung nicht gebracht. Auch Barone scheinen auf Blender hereinzufallen. Immerhin haben die beiden sicher gut verdient auf Kosten der anderen, die die Leistung bringen.
    3) Ein CEO einer Vermögensverwaltungsfirma sollte in der Tat mehr sein als nur einfach ein austauschbarer Manager. Er sollte in jedem Fall Marktwissen, Finanzwissen und direkte Erfahrung in der täglichen Kundenarbeit mitbringen.