Pamela platziert Ami-Frau an der CS-Spitze

Vertraute von Thomas-Graham kriegt weltweites Marketing – Schweiz-Chef H.U. Meister unterliegt Fernseh-Star.

Pamela Thomas-Graham verkörpert das erstaunlichste Phänomen innerhalb einer CS-Führungsriege, die an Rätselhaftem reich ist.

Ohne Frontabteilung und ohne zentrale Backoffice-Funktion wie Recht oder Operations sitzt die Ex-TV-Frau und New Yorkerin in der Konzernleitung der Credit Suisse.

Damit zählt Thomas-Graham zu den obersten 10 Köpfen der Grossbank, mit entsprechendem Salär, weltweiter Reputation und beeindruckender Macht.

Und das ohne wirkliche Aufgabe. Zwar verantwortet Thomas-Graham offiziell einen eigenen Front-Bereich für das neue Kundensegment der Minderheiten – Schwule, Lesben, Schwarze –, doch wirklich zu tun gibt das kaum.

Ihr zweiter Zuständigkeitsbereich sind die CS-Fabriken im polnischen Breslau und in Indien. Doch die sind gebaut und werden von Managern vor Ort geführt.

Das schafft für Thomas-Graham Freiräume, welche die Frau mit Beziehungen bis ins Weisse Haus zu nutzen weiss.

Für ihr Netzwerk. Wie nur wenige in der zweitgrössten Schweizer Bank gelingt es Pamela Thomas-Graham, Vertraute an strategische Weichen zu setzen.

Jüngster Coup der Spitzenmanagerin ohne Dossier ist die Beförderung von Ramona Boston. Wie Thomas-Graham stammt auch Boston aus Amerika und machte steile Karriere in der CS.

Nun gelingt Boston der ganz grosse Schritt. Ab 1. Januar führt sie das weltweite Marketing der Sparte Vermögensverwaltung der Credit Suisse.

Bostons Wahl ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens wirft sie ein Schlaglicht auf die Art und Weise, wie jemand an die Schalthebel der Macht gelangt.

Ramona Bostons bisherige Aufgabe war nämlich überschaubar. Sie leitete von New York aus das weltweite Branding, war also zuständig für die Markenpflege der CS.

Von dieser Position auf den Stuhl des obersten Marketingleiters der Grossbank zu springen: Das ist wie ein Satz über 8 Meter im Weitsprung; und geht nur mit einem einflussreichen Ziehvater – in diesem Fall Ziehmutter.

Zweitens – und das ist der zentrale Punkt – sollten die Schlüsseljobs im Private Banking der Credit Suisse in Schweizer Hand sein.

Denn: Wenn nicht in der Vermögensverwaltung, wo sonst sollen die letzten Top-Helvetier der Bank mit dem „Suisse“ im Namen ihren Stempel aufdrücken?

Dass nun erneut jemand aus Übersee eine neuralgische Funktion zuoberst im Private Banking übernimmt, fördert das Kernproblem der Schweizer Seite in der CS zutage; auch wenn Boston von New York nach Zürich zieht und Deutsch kann.

Das Problem verantwortet – und verkörpert in diesem Sinne – Bigboss Hans-Ulrich Meister. Der Ex-UBS-Retailchef und seit gut 3 Jahren oberste Private-Banker der CS leitet zusammen mit dem Amerikaner Rob Shafir die Division. Boston wird an beide rapportieren.

Meister steht für das Schweizer Element innerhalb der CS. Er ist der höchste Helvetier der Bank, das Bollwerk der Heimländer, jener Topshot, der das „Suisse“ auf der Fahne der einstigen Kreditanstalt hochhalten muss.

Der Grenadier der Armee: Er ist der General der Schweizer Legionen innerhalb eines CS-Konzerns, die seit Jahrzehnten unter kulturellen Zentrifulkräften zwischen Schweizern und Amerikanern leidet.

Meister, so hätte man meinen können, hätte einen Mann oder eine Frau seiner Wahl auf den Sessel des weltweiten Marketingchefs hieven können – ja müssen.

Er tat es nicht. Aus Schwäche? Aus Ignoranz? Wegen interner Machtpolitik, die ihm bei einer nächsten Besetzung einer neuralgischen Position den Vortritt verspricht?

Sicher ist: Hans-Ulrich Meister, der für den Vertrieb der Produkte zuständig ist und Heerscharen von Kundenberatern kommandiert, ist für seinen zukünftigen Erfolg von einer Amerikanerin abhängig.

Swiss Banking à l’Américaine also.

Das Fazit der Personalie Boston, die vor kurzem intern bekannt geworden ist, extern aber nicht kommuniziert wurde, lautet in der Kurzversion: Ami-Fernsehfrau sticht Schweizer Spitzenbanker aus.

Hinweis an Redaktion

Anonymous Box

  • Senden Sie Ihren Hinweis hier oder an +41 79 605 39 52. Lieber per Post?

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Irgendjemand in der obersten GL oder sogar im VR hat etwas davon, dass Pamela diesen starken Einfluss ausübt. Logisch betrachtet geht sowas nicht ohne OK von BD und UR. Männer in dieser Position arbeiten nach Machtkriterien, nicht nach Sachlogik. D.h. wer in ihren Kreis befördert wird, schafft für sie einen neuen Machtbereich, schützt einen, oder bewahrt sie vor Machtverlust durch Verrat. Da bei PTG 1 & 2 offensichtlich wegfallen (gem. Bericht), kommt nur 3 in Frage. Ist es verwegen anzunehmen, dass PTG über Wissen verfügt, das entweder BD oder UR gefährlich werden könnte, und sie deshalb machen kann, was sie will? Was könnte diesen Herren gefährlich werden? In diese Richtung sollte mal investigativ recherchiert werden…

  2. Wissen ist Macht. Nichtwissen macht auch nichts. Gilt für die Führung der CS. Die „unten“ müssen dann natürlich schon etwas können.

  3. Eine TV-Frau passt doch gut, der Schweizer VR-Präsident Rohner ist ja auch ein TV-Mann…. von daher schliesst sich der Kreis, und wer weiss, vielleicht hat die Frau einfach andere Qualitäten 🙂

  4. USCH-KS = US-schweizerischer Komödienstadel, sorgt immer wieder für Unterhaltung auf allen Kanälen.

    die Führung der CS weiss nicht mehr, was sie vor lauter Dummheit machen soll. Die Amis im IB wurden von der amerikanischen Konkurrenz geschickt, um eine der 2 Grossbanken in der Schweiz zu schrotten, nebst einigen Privatbanken, die man nebenbei integriert hat.
    Bald heisst es:

    „mission accomplished. Hurray!“

  5. Unwichtig! Wichtig ist: Wie kann es sein, dass CS-Mitarbeiter bei der UBS eine günstigere Hypothek bekommen können?

  6. Zu der Luftnummer nur soviel: für die meisten Mitarbeiter hat Pamela exakt 2 Schlüsselqualifikationen die für die CS entscheidend sind: sie ist überdurchschnittlich stark pigmentiert und ne Frau. Damit kann sich die CS rühmen sie sei ach so förderlich für „Minderheiten“ und supi gleichstellend. Schliesse mich vorbehaltlos der Meinung weiterer Kommentare an, dass sie in eine Position gesetzt wurde in der sie viel teure heisse Luft produzieren kann aber fürs Tagesgeschäft und die Ausrichtung der Bank völlig unerheblich ist.

  7. Wenn die Schweiz, wie leider so oft, dem grossen Kanton hinterherhechelt ist die „Frauenquote“ eh bald da. Da hat die CS das Problem eigentlich sehr gallant gelöst. Ein schillerndes Powerweibchen in wichtig klingender Position, wo sie keinen wirklich Schaden anrichten kann, stellt die politisch korrekte Fraktion ruhig. Gewöhnt euch halt dran.

  8. Nachdem die kühle Ramon das Branding gnadenlos an die Wand gefahren hat, darf sie das nun mit dem Marketing auch noch tun. Ihr Leistungsausweis ist objektiv gesehen dürftig, ihre Beförderung führt sinnvolle Personalpolitik ad absurdum.

  9. Solange gewisse Banken die angelsächsische(amerikanische)- Art des Banking privilegieren, müssen wir uns nicht wundern, wenn einheimische Kunden das Schiff verlassen.
    Und als Dankeschön steht die Bank in den USA regelmässig auf die Anklagebank.

  10. Die CS hat gestern auch noch eine andere Frau weit oben installiert. Sie übernimmt die globale Techn. Infrastruktur (ex Hilton) und wird in einem zweiten Schritt eine neue Einheit schaffen (TIS&PTG), in der ihr über 7’000 IT Leute rapportieren.
    Die Frauen kommen bei der CS vorwärts, das ist erfreulich 🙂

    • Kenne Ramon nicht, aber es ist ein völliger Witz, dass Laura diesen IT Job bekommen hat ! Ist wohl auf Kirsty Roth zurückzuführen, die ja auch schon andere Tieffliegerinnen aus ihrem persönlichen Netzwerk in Schlüsselpositionen gebracht hat. Wer bei der CS Karriere machen möchte, sollte vor allem kein Schweizer sein, und idealerweise auch kein Mann !

  11. Das Marketing für die CS zu betreiben, ist in etwa so simpel und eifach- wie beim Bäcker das berühmte Gipfeli käuflich zu erwerben. Es ist ja so, dass das Marketing Departement in der CS aus dem Vollen schöpfen darf nein, muss. Marketing ist und bleibt mehr oder minder sehr oft ein dummes Gefasel untermauert mit irgendwelchen merkwürdigen Präsentationen und schlauen Sprüchen- ein Tummelfeld für Narzissten und Abgehalfterten. Es sind ja nicht nur Ziehväter, die einen Ziehsohn haben- diese abstrakte Kunst beherrschen die Frauen schon viel länger. Einschlägige Literatur über Mätressen Dasein dürfte dem einen oder anderen Leader eines Unternehmens die Augen ganz tüchtig öffnen.