Blindflug der Safra Sarasin in Deutschland

Mitglied der Geschäftsleitung schmeisst Bettel hin – Weiterer Kadermann geht – Privatbank nach Skandalen auf Tauchstation.

Die Safra Sarasin ist eine der grössten reinen Privatbanken der Schweiz. Ihr Eigentümer, die Familie Safra, ist verschwiegen wie sonst niemand.

So gibt es auch null Kommentar zu einer wichtigen Personalie. Der Chef des Geschäfts in Deutschland mit den institutionellen Kunden, Christian Mosel, hat auf Ende 2016 gekündigt.

Mosel gehörte zur kleinen Geschäftsleitung der Safra Sarasin Deutschland. Er ging, ohne dass dies von der Safra Sarasin bekannt gemacht worden wäre.

Auch auf Anfrage will sich die Bank nicht äussern. No comment, heisst es aus Basel und Genf.

Neben dem Geschäftsleitungsmitglied hat auch ein Portfoliomanager gekündigt, wie eine Quelle sagt. Die Mannschaft in Deutschland würde im Ungewissen gelassen, was die Safras mit ihrer Deutschland-Tochter planen würden.

Die Bank ist in der jüngeren Vergangenheit in verschiedene Skandale geraten, aus denen sie sich zum Teil herauskauft.

Sie hat sich davon nie richtig erholt. Das hinterlässt nun offenbar mehr Spuren, als bisher bekannt. Der hochrangige Abgang aus der Geschäftsleitung Deutschland wäre ein Zeichen dafür, dass die Zukunft der Safra Sarasin im Norden offen ist.

Am bekanntesten ist die Affäre um die sogenannten Cum-Ex-Fonds, bei denen die Verrechnungssteuer von Dividenden mehrfach vom Staat zurückgefordert wurden.

Carsten Maschmeyer, ein umstrittener Finanzunternehmer und vermögender Deutscher, hatte mit solchen Sarasin-Vehikeln einen zweistelligen Millionenbetrag verloren.

Das wollte Maschmeyer nicht akzeptieren. Er drehte den Spiess um und ging auf die Sarasin los. Die Bank kaufte sich nun kürzlich mit einer Zahlung an Maschmeyer frei.

Die Bank soll laut Medienberichten 10 Millionen Franken an Maschmeyer bezahlt haben, rund die Hälfte dessen, was der bekannte Deutsche von den Schweizern gefordert hatte.

Insgesamt habe die Cum-Ex-Affäre die Safra Sarasin über 50 Millionen Euro Schadenersatz gekostet.

Eric Sarasin, der das Private Banking der Safra Sarasin geleitet hatte, stürzte über die Cum-Ex-Geschichte. Nach heftigen Medienberichten war er bei Safra Sarasin draussen.

Vor Jahresfrist einigte sich Eric Sarasin mit den deutschen auf einen Ablassdeal. Er soll 200’000 Euro bezahlt haben. Inzwischen ist Sarasin bei unbekannten Finanzfirmen aktiv.

Neben Sarasin war Christian Gmünder ins Visier der Deutschen geraten. Wie bei Sarasin fand auch bei Gmünder eine Hausdurchsuchung statt.

Gmünder konnte viel weniger angehängt werden. Er zahlte 10’000 Euro, um in Ruhe gelassen zu werden. Kürzlich feierte Gmünder bei Vontobel ein Comeback.

Ebenfalls als tiefen Sumpf entpuppten sich Safra-Sarasin-Vehikel rund um Windreich. Der süddeutsche Windanlagenbauer war 2013 Pleite, der Schaden von Investoren wird auf 120 Millionen Euro geschätzt.

Viele Sarasin-Kunden hatten Windreich-Papiere in ihrem Portefeuille. Die Folge war eine Klageflut von Windreich-Opfern gegen die Bank.

Der Vorwurf lautete auf Interessenkonflikte. Die Sarasin-Banker hätten davon profitiert, wenn sie ihren Kunden möglichst viele Windreich-Papiere andrehten.

Es gab Darlehen der Sarasin an Windreich in hohem zweistelligen Millionenbereich. Die Papiere der angeschlagenen Firma wurden den Kunden als „sehr solide Anlage“ empfohlen.

Die Krisenfälle in Deutschland haben nachhaltigen Schaden gezeigt. Die ganze Deutschland-Strategie der Safra Sarasin steht zur Debatte.

Zumindest deutet der Abgang eines Topshots darauf hin.

Das Schweigen der Bank heizt die Spekulationen zusätzlich an.

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20 Kommentare zu “Blindflug der Safra Sarasin in Deutschland

  1. Safra Sarasin Deutschland schreibt weiterhin tiefrote Zahlen!
    Nachdem vor einem guten Jahr die Safras in Deutschland die Stelle des CEO mit Thomas Reeg als langen Arm der Familie neu besetzt haben, kann dieser leider nicht an die Erfolge von Niehage und Ossenbrink anknüpfen. Trotz anhaltetem, massiven Stellenabbau und Schliessung der Private Banking Niederlassung am wichtigsten Standort Frankfurt am Main, liegt die schwarze Null in weiter Zukunft. Zu groß ist der Reputations Schaden der Bank mittlerweile und damit das Vertrauen der Kunden in die Zukunft der Bank.Der Focus der Safra liegt nun auf der neuen Niederlassung in Berlin. Retten soll das jetzt das Deuschland Geschäft der Safras und den lang erhofften frischen Wind bringen. Was viele Kenner der Private Banking Szene aber bezweifel. Schon munkelt man am Börsenplatz Frankfurt vom Abverkauf der Privat Banking Sparte nach Luxenburg . „Bleiben soll eine reinen Repräsentanz in Berlin für ganz Deutschland“ Denn an Einstellung neuer Berater mangelt es der Bank schon lange um dem Deutschland Geschäfte wieder Leben einzuhauchen. So stellen die verbliebenen Mitarbeiter inzwischen in Deutschland die Frage: Ist 2017 Schluss mit Deuschland ? Nach den neusten Abgängen könnte man die Frage jetzt mit wohl mit „Ja“ beantworten. So setzt auch die Entscheidung der Safras das Luxenburg der zukünftig European Hub wird und nicht Deutschenland ein klares Zeichen. Denn dort wird kräftig umgebaut für die Zukunft der Bank Safra (Sarasin) in Europa. So bleibt also dem CEO Reeg und seiner rechten Hand Guggi in Deutschland also nichts anders übrig als abzuwarten oder nachzuhelfen bis der letzte Mitarbeiter die Bank verlassen hat. Frei nach Safra: „Wenn Du eine Bank betreibst dann baue sie stabil wie ein Schiff aus Holz ….. aber es nicht austief rote Zahlen…..“

    • Hallo Insider. ..
      Vielleicht in den letzten Jahren mal Zeitung gelesen, und verstanden wer die ganzen krummen Deals angeleiert hat, welche für gaaanz tolle Publicity gesorgt haben und die Bank in Deutschland so richtig attraktiv gemacht haben? Kleiner Tipp, alles vor Safra passiert.
      … und wenn, wie richtig bemerkt, ein Laden nur kostet, und dazu nur Ärger produziert, dann macht man besser nicht weiter…

  2. Im Endeffekt muss sich Safra endlich mal selbst fragen: Was will ich eigentlich in Deutschland? Welches Potenzial habe ich noch in Deutschland? Und wenn Safra sich diesen Fragen stellen würde müssten sie die Bank Deutschland noch in 2017 runter fahren! Ich bin seit Jahren Kunde dieser Bank und was ich in dieser Zeit bereits an Kundenberatern hatte ist untragbar. Als deutscher Kunde ist man bei Safra das letzte Glied in der Kette! Einfach nur noch traurig. Und was die Kommentare unter diesen Artikel betrifft…anschei end gibt es jede Menge frustrierte Mitarbeiter bei Safra! Und Kunden wie ich sind die Leidtragenden!

    • Herzliches Beileid kann ich da nur sagen. Mein Geld habe ich dort bereits länger abgezogen. Die Erlebnisse sind unschlagbar. Zum Glück hatte die Adresse eingelenkt, sonst hätte mein Lawyer das Vergnügen.

  3. Als langjährigen Geschäftspartner hat mich diese Meldung einigermaßen überrascht. Nach einem Griff zum Telefon stellt sich die Situation jedoch ganz anders dar.
    Christian Mosel hat nicht auf “Ende 2016“ gekündigt, ist auch die nächsten Monate noch für Safra Sarasin tätig. Ich darf wohl annehmen, um eine geregelte Übergabe sicherzustellen.

    Von Blindflug merke ich nichts, jedoch frage ich mich, ob Inside hier auf Zuruf eines wirren Schwätzers “Informationen“ ungeprüft übernimmt und eine solche Meldung verfasst. Man sollte ernsthaft die Seriosität der “Informanten“ besser prüfen.

    Allerdings, und da schliesse ich mich einem Vorredner an, ist der Beitrag deutlich geprägt von einer Missgunst und inneren Unzufriedenheit, wie man sie sich gut bei jemandem vorstellen kann, der jüngst das Haus verlassen musste, weil man sich von Altlasten und Luftnummern trennt. Wie andere Quellen (finews.ch) berichteten, war das ja in Deutschland zuletzt in Stuttgart der Fall. “Deutschlands bester Private Bänker“ ging dort, nur wenige Monate, nachdem er zur Bank Safra Sarasin gewechselt hatte. Nun, wenn ein Business Case nicht aufgeht, macht man eben eine steile Karriere bei einem anderen Institut. Im Falle von “Deutschlands bestem Private Bänker“ eben bei einem völlig unbekannten Family Office einer unbedeutenden, regionalen Privatbank im “Ländle“. Ist doch auch nett.
    Man sieht also, lieber nicht alles für bare Münze nehmen, was so im Netz als News auftaucht.

    • Was ich mich frage. „Nach einem Griff zum Telefon stellt sich die Situation ganz anders dar“. Haben Sie den Telefonhörer auch abgenommen und mit jemanden bei der Bank gesprochen? Weil man Ihnen als „externen Geschäftspartner“ auch ganz bestimmt hausinterne Informationen mitteilt!! Wie unglaubwürdig ist das denn? Wer verbreitet denn jetzt hier fake News? Anscheinend ist Ihr nickname Programm!?

  4. Es sei darauf hinzuweisen, dass in einer regulierten Bankenwelt mit Kundenschutz und entsprechender Aufklärungspflicht, Informationsaustausch über die Grenzen hinweg und selbstverständlich gesetzeskonformem Verhalten gegenüber Kunden und anderen Staaten, die Tatsache dass man sehr „verschwiegen“ ist, keine ausreichende Geschäftsgrundlage für die Zukunft darstellt. Das werden auch sonnenbebrillte Privatbanker der alten Zunft – die dem Bankplatz Schweiz gerade aktuell so viel Gutes (Skandale ohne Ende) bescheren – noch zu lernen haben. Sie gehören zusätzlich dazu von der eidgenössischen Justiz dafür belangt….warum eigentlich nicht? Schutz für den Finanzplatz Schweiz bedeutet auch, dass man sich, hier vor Ort, um die „schwarzen Schafe“ kümmert.

  5. ….alle Mitarbeiter in Deutschland warten doch nur noch auf ihre Abfindungszahlungen und hoffen dass die Bank so schnell wie möglich geschlossen wird. Diese Bank braucht doch kein vermögender Kunde in Deutschland.

    • Tja Frank, du hast es ja noch geschafft die dicken Beträge einzufahren bevor deine Leichen wieder aus dem Keller gekrochen kamen, schade dass man dir das nicht mehr abknöpfen kann, gell…

  6. Ein ABSOLUTES IRRENHAUS in jeder Hinsicht. Ich spreche aus jahrelanger Erfahrung!

    Wer gehen kann geht, das Mittelmass bleibt.

    • Wer cool jst – bleibt.. es wurde/wird Zeit, dass genau diese Irren das Boot verlassen. Ich spreche aus jahrzentelanger Erfahrung

    • Wenn du bist wer ich denke, dann war das durchschnittliche Mittelmaß nach deinem Abgang deutlich höher als vorher. ..

  7. Nun ja… Zunächst einmal war das ganze Sarasin Team ja nicht unbedingt durchgehend mit höchster Qualifikation und Talent gesegnet. Immerhin hat der Teil, der sich dann zu Notenstein abgesetzt hat, die Vescore-Geschichte vor die Wand gefahren.

    Qualifikation brauchte es für den Vertrieb von nachhaltigen Anlagen ohnehin nicht, das sind ja eher so Geschichten wie „wir kaufen keine Aktien von Firmen, die Altöl auf die Wiese kippen“ untermalt mit ein paar abstrakten Graphiken.

    Für den ehemals deutschen Sarasin-Vertrieb gilt das besonders. Christian Mosel ist bei Sarasin D ja auch nicht wegen übermäßigem Talent in diese Position gerutscht. Ganz im Gegenteil – er wollte sich damals mit den anderen Sarasin –> Notensteinern absetzen, durfte aber nicht, weil ihn niemand dabei haben wollte. Und beim verbleibenden Sarasin D gab es nicht genügend Leute in der GL, weil aus den bekannten operativen Gründen oder der Unterträglichkeit der Zusammenarbeit mit der Eigentümerfamilie niemand GL dort machen wollte und man irgendjemand organisieren musste, der BaFin-zulassungsfähig war.

    Mittlerweile ist ja der gesamte ehemalige (Senior-)Vertrieb von Sarasin in D in Ruhestand, sicher ein Gewinn für die Durchschnittsqualifikation im Asset Management-Vertrieb. Mosel wird sicher irgendwo wieder auftauchen, wo die Gesellschafter etwas angenehmer sind. Aktien von Firmen, die ihr Altöl nicht auf die Wiese kippen, braucht schliesslich weiterhin jeder.

  8. S sehr A auffällige F Firmenpolitik R Rückbau A ankommend! Diese Pseudo-Banken gehen eine um die andere den Bach runter: je schneller desto besser. Dies sind nicht Verluste sondern echte Gewinne. 🙂