Offshore-Wahnsinn erfasst jetzt Schweizer Börse

Six-Gruppe prüft Auslagerung von Hunderten von Jobs nach Warschau – Swiss Infrastruktur aus Polen – „Nix klappt“.

Nach UBS, CS und Zurich verlagert nun auch die Schweizer Börsenorganisation Six grosse Teile ihres Backoffices nach Polen. In Warschau hat die Gruppe ihr Servicecenter massiv ausgebaut.

Man habe im Oktober „neue Büroflächen“ bezogen und prüfe nun, „ob weitere Bereiche oder Funktionen nach Polen ausgelagert werden könnten“, sagte gestern ein Sprecher.

Dafür hat die Six per Anfang 2017 ein „Competence Center Sourcing and Shoring“ geschaffen. „Ziel dieses Center“ sei zu prüfen, was alles mit einer „Systematik“ verschoben werden könne.

„Dazu wird der Bereich konzernweite Sourcing- und Shoring-Strategien definieren und die Umsetzung der verabschiedeten divisionalen Initiativen koordinieren und fachlich unterstützen.“

Was chinesisch klingt, ist für die rund 4’000 Six-Angestellten in Zürich klar. Sie könnten in Bälde ein unanständiges Angebot erhalten: Mit Sack und Pack ab nach Polen, oder dann zum Arbeitsamt.

Die Six wolle „kein Geheimnis“ aus ihren Überlegungen machen, man informiere die Belegschaft laufend über den Stand des Projekts. Auch würde man dies öffentlich tun.

Erst im Frühling sei eine „erste Einschätzung“ auf dem Tisch, „welche Funktionen“ nach Warschau verschoben werden könnten, meinte gestern der Six-Sprecher.

Eine Quelle spricht von 200 möglichen Jobs allein im Bereich Finanzinformationen – das ist eine von vier Six-Divisionen. Teile dieses Bereichs sollen neu in der polnischen Hauptstadt angesiedelt werden.

Bei den Finanzinformationen steht die Six in harter Konkurrenz zu Reuters und Bloomberg.

Hinzu sollen weitere Offshoring-Massnahmen in der Division Payment Services kommen, wo die Six mit Aduno und weiteren Anbietern kämpft.

Auch drängen neue Anbieter wie Apple Pay auf den Markt. Davon profitiere man mit Mehr-Umsätzen, sagt die Six.

Über das Ganze gesehen ist von Hunderten von Stellen bei der Six-Gruppe auszugehen, die in Bälde nicht mehr in Zürich angesiedelt wären, sondern in Polen.

Neben dem Offshoring, also der Verlagerung ins günstige Ausland, gibt es das Outsourcing. Dieses meint die Auslagerung von Aufgaben an Drittunternehmen, die sich auf gewisse Services spezialisieren.

Die bisherigen Erfahrungen mit Polen bei der UBS und der CS schüren Zweifel am Erfolg der Massnahme.

Beide Grossbanken haben insbesondere einfache Arbeiten der Personalverwaltung, neudeutsch Human Resources, nach Krakau respektive Breslau verschoben.

Der Prozess, der vor ein paar Jahren begonnen hatte, hat zu unzähligen Kritiken und Enttäuschungen geführt. Die Rede ist von langen Wartezeiten, Pfusch und Anfängerfehlern, Sprachproblemen.

Kurz: Die Qualität der internen Dienstleistung im Bereich der heiklen Personaladministration sei in den Keller gerasselt.

Zeugnisse für Mitarbeiter, die sich auf dem Arbeitsmarkt bewerben möchten oder müssen, seien oft lange nicht geliefert worden. Als sie dann endlich vorlagen, habe es ein Hin und Her gegeben, weil vieles nicht gestimmt habe.

So der Tenor nicht nur von einem Mitarbeiter einer Grossbank, sondern von mehreren.

Einige Gesprächspartner berichteten auch von Kafkaesken Bewerbungsabläufen. Die „Center of Excellence“ genannten Stellen in Polen hätten schlicht nicht gewusst, was genau ihre Aufgabe sei.

Zuletzt seien Bewerbungen irgendwo zwischen Zürich, Ausland und externen Headhuntern in der Versenkung verschwunden.

Ein Chaos. Und dies allein, um Kosten einzusparen.

Ob der Kosteneffekt am Ende eintritt, ist sogar fraglich angesichts der schwer zu koordinierenden Abläufe. Oft müssen Auslagerungen rückgängig gemacht oder mit grossem Aufwand ins Lot gebracht werden.

Einzige sichere Profiteure sind externe Service-Dienstleister, die an grosse Aufträge herankommen. Sie können ganze funktionierende Abteilungen der Finanz-Grossunternehmen übernehmen und kostengünstiger operieren.

Wie? Indem sie die Löhne der Mitarbeiter kürzen.

Trotz der inzwischen hinlänglich bekannten Schwierigkeiten und der sozialpolitischen Problematik will die Schweizer Börsengruppe Six den eingeschlagenen Weg ins polnische Offshoring weitergehen.

Ob Polen, Kamerun oder Nashville Tennessee (dort hat die UBS ein grosses Servicecenter aufgebaut), spielt keine Rolle.

Entscheidend ist, dass interne Wertschöpfungsketten aufgebrochen und neu zusammengeführt werden, mit dem Risiko, dass vieles nicht mehr klappt.

Dass ausgerechnet die wichtigste Infrastruktur-Anbieterin des Finanzplatzes, die Six, sich nicht von den Erfahrungen der UBS und der CS abhalten lässt, wirft die Frage auf, was die Six-Chefs antreibt.

Ihre Firma muss keine Gewinne maximieren, es besteht kein Börsendruck.

Doch Spannung gibt es trotzdem. Die Six gehört den Banken. Den grössten Anteil besitzen die beiden Finanzmultis, die UBS und die CS.

Vor allem kleinere Banken pochen auf ihre jährliche Dividende, um die eigene Rechnung aufzupeppen.

Das zwingt die Six zu einem Spagat. Einerseits muss die Gruppe einen sicher funktionierenden Finanzplatz garantieren. Andererseits muss die Six Gewinne für die Ansprüche der Eigentümer erwirtschaften.

Mit dem Polen-Offshring wagt sie den Spagat auf dem Buckel der Mitarbeiter.

Diese verlieren ihre Jobs in Zürich.

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76 Kommentare zu “Offshore-Wahnsinn erfasst jetzt Schweizer Börse

  1. Das Auslagern von Arbeitsplätzen ins europäische Ausland unter Beibehaltung der Personfreizügigkeit (!) ist für die Schweiz mehr als unsozial und wird sie zerstören. Dann aber Polen neben den Arbeitsplätzen auch noch 489 (?) KOHÄSIONSMILLIONEN hinterherzwerfen, ist für mich als steuerzahlenden Eidgenossen PERVERS.

  2. Je mehr Outsourcing desto öfter müssen Transaktionen übers Netz. Das kann niemand abschirmen. Im Gegenteil: Sie ziehen mit Sicherheitstechnologie die wirklich gefährlichen Profis an. Happy landing.
    MfG
    Werner T- Meyer

  3. Die Elite der grossen Firmen muss zum grossen Teil nach Polen verschoben werden, dort richten sie weniger Schaden an als hier. Polnisch lernen und essen ist auch noch eine Bedingung.

  4. eigentlich hat die SIX ja übung darin, wenn auch nur national, oder wie war es damals bei SWX / Telekurs? da hat man eine effiziente und finanzstarke SWX mit dem Telekurstraktor „vereint“, mit der folge dass der traktor grösser wurde, mehr personal (sorry ausnahmen gibt’s immer aber engros waren die telekursleute damals einfach günstiger, wieso denn?), mehr administrativer aufwand (man muss ja mehr „managen“ als produzieren) und abgang der „falschen“ mitarbeitern (nein, nicht die sesselkleber). mal schauen ob was gelehrnt.

  5. Die UBS hat „beste“ Erfahrung im hin- und herschieben von Arbeitsplätzen. Da wurden im Wealth Management zuerst Leute ausgesourct – ohne dass sie den Bürostuhl verliessen. Dann gab’s Entlassungen und Chaos in Polen. Also, Teile wieder zurück. Einige Outgesourcte wurden, weil dringend gebraucht, wieder eingestellt. Bis die Sache wieder einigermassen lief. Dann wurden „Fachkräfte“ aus dem Osten DE’s und gut Deutsch sprechende Polen „importiert“ – „Fachkräfte“, die’s in der CH nicht gibt. Den UBS’lern wurde gekündigt…
    Nun also Six für die Gewinnoptimierung. Wohl das gleiche Spiel.
    Abzocken auf allen Ebenen. Die Aktionäre müssen in ihrer unendlichen Gier befriedigt werden und das Management wegen ihrer „aufopfernden“ Arbeit den Bonus mindestens halten kann. Ob die Dienstleistung noch stimmt. Ist doch egal. Hauptsache, die Kohle stimmt.
    PS: Arbeitete in einem der „Club’s“.

    • @ jg

      Falsch! Es geht nicht um die Aktionäre. Es geht um die Abzocker aus der Geschäftsleitung! Diese bedienen sich schamlos!

  6. was erstaunt ist, dass fast alle Firmen in der Hinsicht völlige Verweigerer sind in Sachen, Lernen von anderen…. Es haben soooo viele versucht „the mess for less“ durch Outtasking und/oder Outsourcing billiger zu machen. Wenns schon hier nicht funktioniert, wird es dort nur noch schlimmer durch die Anbindung an Management Prozesse in der Schweiz.
    Grosse Unternehmung sind durch das Tal der Leiden etwas klüger geworden, nach 10-15 Jahren der Gerichtsprozesse, des Scheiterns von den einfachen Dingen, die noch halbwegs funktionierten. Grosskunden die ich gesehen habe, die nach Tschechien, Indien, Spanien etc ausgelagert haben, haben nach 1-2 Jahren unglaublich viele Fremde Namen an den Bürotüren angeschrieben gehabt. Das war’s dann mit den Einsparungen. Kulturelle differenzen waren nicht mal so schlimm. Sprachdifferenzen jedoch führen regelmässig zum scheitern von Projekten. Hmmm, eventuell wird ja USA durch Trump so ausgehöhlt, dass dort die Arbeit günstiger wird als in Malaysien?! Cool, nur immer schneller auf den Eisberg zufahren! Ist ja auch das erste Mal, dass jemand das voraussieht… Wissen macht Aaaahhhh.

  7. Die Verlagerung von Jobs der CH Dienstleistungsbranche in’s Ausland ist leichter und weniger riskant als die Verlagerung von Industrie oder Teile davon welche auch abwandern. Wenn diese Prozesse zum Stillstand kommen, dann wird die Schweizer Wirtschaft zum überwiegenden Teil von Dienstleistungen und nur noch zum geringsten Teil aus Industrie & Manufacturing bestehen.
    Ursache sind die hohen Lohnkosten, Ueberregulierungen verursacht durch viel zu viele Politiker im Parlament, Beamte auf allen Stufen, insbesondere in der Bundesverwaltung, Ineffizienzen, Subventionen
    etc. Die Ursache von hohen Lohnkosten sind nicht die Lohnempfänger sondern der Staat mit seinen stetigen Mehrkosten welche laufend erhöht werden, auch wenn die Inflation null ist!! DerStaat ist der grösste Preistreiber seit eh und je!

    • Sehr richtig! Bin voll einverstanden. Die Politik Mitte-Links wird die CH über kurz oder lang ruinieren. Wir können nur verlieren, die Frage ist nur wie schnell es gehen wird. Ich vermute es wird aufgrund von neuerlichen globalen oder europäischen Umwälzungen plötzlich recht schnell gehen. 10% Arbeitslose werden schnell da sein und Trends nochmals verstärken.

  8. Der Schweizer Finanzplatz zerlegt sich scheibchenweise, indem er die strategischen Risiken sukzessive erhöht. Wann heisst es aus dem Bundesrat endlich: Switzerland first? Wahrscheinlich nie oder dann zu spät. Wir sind auf dem besten Weg die provokative These von 1992 ‚Die Schweiz existiert nicht‘ weiter voranzutreiben. Der schnöde Mamon hat die Schweiz erblühen lassen und wird gleichzeitig zu ihrem Totengräber.

  9. Ex CS Mann wegen Burnout wurde bei Six parkiert.
    CH Finanzplatz wird in 3-4 Jahren mit 20000 weniger Leute effizienter sein; CS – UBS Fusion wird in 2019 stattfinden.

  10. Es ist vernünftiger, Arbeitsplätze mit tiefer Wertschöpfung
    auszulagern, als noch mehr ausl. Arbeitnehmer in die Schweiz zu holen.

    • Was machst Du mit den Leuten die in der CH Arbeit suchen und die gleichen Fähigkeiten wie die PL besitzen? Wer finanziert das Sozialamt ?

    • @ Julia Mazur

      Weder das eine noch das andere ist sinnvoll! Es gilt also nicht schlecht mit ganz schlecht zu vergleichen. Es gilt den Status Quo zu halten, sprich die Arbeitsplätze in der Schweiz zu belassen!

  11. Die Banken haben noch nicht gemerkt, dass der Ersatz eines Schweizer Wasserträgers durch einen Polen einen gerinen Effekt bringt. Man hat die grössere Sparwirkung, wenn Schaumschläger wie Thiam und Ermotti durch Polen ersetzt werden. Einen Qualitätsverlust muss man nicht befürchten. Im Gegenteil, die warme Luft, welche diese Herren produzieren, ist in Polen bedeutend dreckiger als in der Schweiz.

    • @ Swissman

      Nein, die Schweiz wird durch solche Aktionen zum Armenhaus! So wie sie es vor über hunder Jahren bereits war. Ohne Müh und Not werfen wir nun sämtliche Errungenschaften über Board! Andere Zivilisationen konnten sich wenigstens ein paar Jahrhunderte halten. Die Schweiz schaffte das gerade mal ein paar wenige Jahrzente!

  12. Wie sagte doch schon Heinrich Heine:
    Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
    Hat LH Heine gelesen? Daher schweige ich.

    • Das beste Mittel, um getäuscht zu werden ist,
      sich für schlauer zu halten als andere.

      Francois de La Rochefoucauld
      * 15. September 1613 † 17. März 1680

  13. Die Unternehmer werden durch hochdekorierte Berater-Manager mit MBA etc. verdrängt. Diese Manager beauftragen dann Ihre Beraterfreunde, um nicht die Verantwortung tragen zu müssen.
    Manager wie Berater maximieren sich gegenseitig.

  14. Ein Umzug der SIX nach Warschau stimme ich eigentlich zu. Die Banken könnten dann die Börsentransaktionsgebühren reduzieren und die Bankkunden würden auch profitieren. Alles in Butter. Warschau ist eine schöne Stadt.

    • Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass die eingesparten Kosten an die Kunden weitergegeben werden? Dann würde die ganze ‚Züglete‘ ja gar keinen Sinn ergeben (ok, tuts auch sonst nicht, aber egal). Träumen Sie weiter.

    • Die Börsengebühren sind doch kein Thema mehr. Sie müssen nur die richtige Bank auswählen. Dazu zählen aber die zwei Grossbanken nicht! Sehen Sie sich einmal die tiefen Gebühren an bei Migrosbank und Swissquote. Selber Schuld, wer noch bei den Grossbanken Transaktionen tätigt.

  15. Der Verfasser des Artikels lässt sein überhöhtes nationales Ego durchblicken, dass er überdenken sollte.

    Die vorgestellte Problemanalyse gestaltet sich oberflächlich.

    Mit freundlichen Grüssen
    Polnischer Arbeiter in Zürich

  16. Der Tag wird kommen….

    An dem wir feststellen werden, dass dieser Auslagerungswahnsinn in Länder wie Polen, Indien und viele weitere mehr ein Riesenfehler war. Wie hochsensible Daten in ein Land wie Polen (politische Stabilität, Vertrauenswürdigkeit, Einstellung zu Arbeit usw.) oder an Indien (Distanz, Arbeitsrecht, Politik usw.) ausgelagert werden ist mir echt schleierhaft. Der Tag wird kommen, wo wir die Manager, welche diese Entscheide getroffen haben nach Polen/Indien wünsche werden.

    • Genau. Und ein netter Nebeneffekt der ganzen Auslagerei ist, dass wir uns unsere Konkurrenten auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt – PFZ – sei dank, selbst heranbilden.

  17. Schweizer Qualitaet? Es ist ein Witz. Probieren Sie mal, vom Ausland eine schweizerische Bank (Kundensupport) telephonisch zu erreichen. Lange Wartezeit, arrogante CH-Mitarbeiter, sinnlose Kontrolfragen. Wie auch im Tourismus. Ich freue mich auf polnische Mitarbeiter.

    • Jeder der viel ausländischen Banken zu tun hat, findet den Kontakt mit CH Banken paradiesisch. Die Kontrollfragen finde ich beruhigend.

    • Hallo Kikki
      Sinnlose Kontrolfragen ???? Weiss den der CH Mitarbeiter wer am Telefon ist ??? Wieder mal typisch über uns herzuziehen. Geht doch am besten gleich mit nach Polen oder wieder zurück nach irgendwo. Wir brauchen eigentlich keine Fachkräfte von aussen wir können alles selber und besser….

    • Habe gerade mit einer polnischen Bank zu tun. Ich fühle mich wie in einem falschen Film: „Ahnungslose schlecht koordiniert,…mit entsprechendem Output“ würde die Situation treffend beschreiben.

  18. die six gehört den Banken UBS,CS – die swisscard, Meilen(maestrocard etc) gehört den Banken CS/American Express. Telefonieren an diese Institutionen zwecks Reklamation kosten 1.99/Min. Bei swisscard – Papierrechnungen kosten 1.50, e-mail Rechnungen -.50.
    Kranke Abzocke – sie pressen die Zitrone aus bis diese explodiert.

  19. In einigen Jahren werden die Nestflüchter UBS & CS ihr
    gesamtes Polen-Geschäftsfeld wieder in die ach so gute Schweiz zurück verlagern. Ausserdem, was passiert wenn sich in nächster Zeit die geopolitische Weltlage markant verändern sollte? Wir wissen zB. nicht was Putin noch alles mit den Oststaaten ua. Polen (siehe Krim) noch vorhat. Zur Zeit sitzen zu viele Psychopaten in Ost und West an den Schalthebeln der Macht. Wir wissen, dass wir uns auf die Nato/USA nicht werden verlassen können .

    • Nicht Putin ist das Problem, sondern pervertierte Politiker aus dem Westen. Um die „Bedrohung“ durch Putin zu beenden greifen Sie Russland an. Was machen dann die outgesourcten Geschäftsbereiche, wenn Polen dann zum Schlachtfeld wird?

    • @Rolli: Du weisst aber schon, dass das Gebiet der Krim nicht zu Polen gehört sondern zur Ukraine!?

  20. Wenn sich die im Artikel beschriebenen Verlagerungen von Tätigkeiten ins preiswertere Ausland fortsetzen, werden im Inland die Einkommen bzw. die Prosperität stagnieren oder sinken.

    Was das mittelfristig für die inländischen Vermögensgüterpreise bedeutet, kann man beispielsweise an Italien während der letzten 15 Jahre studieren.

  21. Welcome to reality! Warum sollte es denn in Finanzbrachen anders laufen, als in nahezu allen anderen Branchen – mit Ausnahme der Alpenhornschnitzerei?! Ursächlich ist immer „Druck“ – entweder sind es die gierigen Eigentümer, Aktionäre genannt, ODER (und vermutlich viel wichtiger) der Verbraucher ist nicht bereit den vom Anbieter geforderten Preis zu entrichten! Leider ist die Realität recht profan, doch offensichtlich zu komplex für den Autoren. Dieses permanente blinde und oftmals gänzlich unfundierte Draufhauen ist eigentlich nur nervig – entbehrt einer gewissen Komik aber nicht. Hat was Trumpisches… it’s true!

    • @ Irina

      Nein, nein, nein… Das Problem sind die Abzocker in der Geschäftsleitung, die sich schmlos bedienen!

  22. Eine Furzidee. Unglaublich wie lange es dauert, bis überall begriffen wird, dass dies nicht funktioniert. Der Aufwand wird grösser, alles teurer, da nichts funktioniert und Doppel- und Dreifachspurigkeiten entsehen. Die Sozialpläne kosten ebenfalls Geld. Die Qualität leidet massiv und daruch der Ruf der outsourcenden Firmen. Ein schlechter Ruf zu haben wurde früher stets vermieden. Das scheint die heutigen Chefs nicht mehr zu stören. Die Qualität der Schweizer hat eben seinen Wert und ist fördernd für den Ruf einer Firma ebenso wie für das gute Verhältnis unter Mitarbeitern. Eine Firma, die outsourcen in andere Länder macht, hat ihre Aufgabe in der Schweiz nicht gelöst. Switzerland first wäre die korrekte Einstellung. Eventuell wäre es besser man würde das top Management nach Indien outsourcen.

  23. Der Titel „Firmen im Optimierungswahn“ währe passender! Alles an scheinbar günstigere Standirte auslagern und somit die wirtschaftliche Kraft eines Kandes sukzessive aushöhlen. Irgendwann merkt man, dass es nicht funktioniert und holt es teuer wieder zurück. Solche Manager haben nicht gelernt, es gibt ausreichende Beispiele aus dem angelsächsischen Bereich die man als Case Study mit verwenden könnte, evtl. lernen etwas?!?

  24. Romeo Lacher hat zuerst bei der CS die PB Operations Einheit bis zum geht nicht mehr aufgebläht, gefolgt von im Anschluss notwendig gewordenen Restrukturierungen und Massenentlassungen durch seine Nachfolger.
    Trotzdem durfte RL – trotz offensichtlich Führungsschwächen und fehlendem Marktverständnis – den Bereich EMEA mit voller Wucht an die Wand fahren.
    Und nun ist die SIX an der Reihe. Mal schauen wie lange es geht, bis die ersten SIX Services nicht mehr stabil angeboten werden können…

  25. Was treibt R.Lacher an? Er kommt von CS hat dort nichts verstanden und ist operativ gescheitert und nun das selbe bei Six. Weshalb sollte man glauben das er etwas dazugelernt hat? Ist doch viel einfacher so weiter zu machen wie bisher.

  26. Nur so weitermachen, Freunde! Ich werde in Zukunft also in der Schweiz polnische Preise für „Leistungen“ (oder das, was sich dafür ausgibt) bezahlen.

    • @ Willy Wonka

      Nein, das werden Sie eben genau nicht! Sie werden nach wie vor höhere Schweizer Preise für miese polnische Dienstleistungen bezahlen! Als Beispiel par Excelennce möchte ich an dieser Stelle „Elmex“ nennen. Sind die Preise seit dem Verkauf nach Polen gesunken? – Nein, resp. allenfalls marginal!

  27. Outsourcing oder neudeutsch off shoring ist nichts anderes als eine Pleiteerklärung der betreffenden CEO’s, CFO’s usw. der Firmen die das tun. Es bestätigt die Unfähigkeit des Managements, ihren Betrieb in der Heimatbasis gescheit und schlank aufzustellen.
    Dann kommt ein super Manager mit der super Idee von Outsourcing und wird gefeiert. Man vergleicht die Löhne und siehe da, er wird Superstar und mit Boni eingedeckt. Der ganze Rest an Kosten, die bei solchen Operationen entstehen, wird schlicht ausgeblendet. Ist das Gleiche wenn die Industrie Produktion nach Asien oder Polen verlagert.

    • Genau Glasser, richtig kommentiert. Darum sind die heutigen CEO’s, CFO’s und wie sie sich alle spotten keine Patrons sprich Unternehmer mehr. Nur noch reine Abzocker!!
      Ich glaube der Menschheit hilft langfristig nur noch der bereits überfällige Meteoriten Einschlag..

  28. Alles reine Symptombekämpfung. Das eigentliche Problem liegt in der systematischen Innovationsverweigerung der gesamten CH Finanzbranche. Die toten und bereits skelettierten Pferde werden nun ausserhalb CH geritten. So what?

    • Innovationsverweigerung? Wie meinst du das? Was für Innovationen werden verweigert? Was müsste denn anders/innovativer sein, damit es wieder bergauf geht? Bitte erkläre mir das, ich bin gespannt.

    • @Markus E. Ugster, gerne.

      Ein erster Schritt ist, Finance als Commodity zu sehen. Payment Services z.B. sind nichts weiter als Features, die heute per API/Schnittstelle zugeschalten werden.

      Ob in Messaging Services oder in IoT (In-Car Payment), Finance muss dort hin, wo die Kunden sind. Finance ist nicht mehr der Nabel der Welt – die 1990er Jahre sind definitiv vorbei. Loyalty Programs sind die neuen Bank Accounts. Beim Anblick der Kundenassets von Starbucks könnte manch‘ CH Bank neidisch werden.

      Microservices wie Max haben eine einzige Funktion: mehr Zinsen aus dem traditionellen Bankkonto rauszuquetschen.

      Denken ändern: Ecosystem statt lineare Wertschöpfungskette und Unbundling. Der Kunde übernimmt sein individuelles Rebundling selbst.

    • @Marie Shame:
      Wenn ich your brain-vomit reade, goes mir full one ab! True! It’s fantastic!
      So much words für so little content – amazing!
      Sie kennen BULLSHIT BINGO?

  29. Dass Unternehmen in nächster Zeit vermehrt Tätigkeiten auslagern, überrascht mich nicht. Ob der Chef nun seine Notizen an eine Sekretärin im gleichen Haus oder über die Grenze nach Polen, Indien oder anderweitig sendet, spielt keine Rolle. Die Mitarbeiter sind dort auch in die Kunden- oder Bankgeheimnisse eingebunden. Vielfach werden nur administrative Bereiche (Beispiel Bank: Titelbuchhaltung, Statistiken, Abgangszeugnisse, etc) ausgelagert, Löhne will man ja nicht offenlegen. Gerade in Polen steht der „schweizerischen“ Geschäftswelt ein grosses Potential von gebildeten jungen Uni-Abgängern zur Verfügung. Diese machen nach einer kurzen Einführung ihren Job perfekt. Die englische und deutsche Sprache sind nicht mehr zu kritisieren.

    • @ Ab ins Ausland!

      „gebildeten jungen Uni-Abgängern…“ als ob es auf das ankommen würde… Wenn man eine Uni besucht hat, dann ist man also intelligent und fleissig? Sosos… Mensch Sie sind auch nicht der Hellste! Was im Ausland ein Uni-Abschluss ist, entspricht bei uns einer Lehre.

      Es kommt auf das Gesamtpacket an, wie ein Mensch gesamtheitlich denken und handeln imstande ist. Und das fehlt bei den Polen, resp. ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Handeln eines Schweizers. Ist nun mal so, ich kenne Polen inside out.

      Nach Ihrer Logik könnten wir ja direkt nach China, Pakistan, Vietnam outsourcen. Dort gibt es auch zahlreiche Uni-Absolventen!

    • Wenn ich das höre/lese kann ich nur lachen – oder besser weinen. Ich habe meine Erfahrungen mit den super ausgebildeten Uni-Abgängern gesammelt – ebenso mit deren Arbeitsmentalität und gesamtheitlichem Denken.

    • Betreffend Uni-Abgänger: Jeder, der eine internationale Weiterbildung wie einen MBA oder LL.M. absolviert hat, kann einen Vergleich der Qualität von Uni-Abschlüssen vornehmen. Und das Resultat ist (aus persönlicher Erfahrung) ernüchternd: Selbst jeweilige lokale Top-Unis sind im Vergleich ein müder Witz. Selbständigkeit, ganzheitliches Denken und Problemlösungsstrategien sind nicht vorhanden. Alles muss von A-Z vorgekaut werden, damit die jeweiligen Top-Absolventen in der Lage sind, auch nur die kleinste Denkleistung zu erbringen. Kein Vergleich zu Unis in DACH.

    • Sie haben noch nie gearbeitet, oder? Ich meine etwas produziert, einen Mehrwert geschaffen.

    • @ Eisbär et al.

      Hört endlich mal auf mit der Formel „Uniabsolvent = gut“. Ein Uni-Studium an und für sich bringt rein gar nichts! Ansatzweise erkennen Sie das ja. Aber ob eine CH-Uni oder einer ausländische Uni „besser“ ist, spielt gar keine Rolle. Denn, wie schon gesagt, einen Uniabschluss in der Tasche bringt einem relativ wenig, wenn man sonst zu dumm zum Denken und selbständigen Arbeiten/Handeln ist. Und genau letzteres fehlt den meisten ausländischen Mitmenschen. Ob ein „Unistudium“ in der Schweiz per se „besser“ als ein ausländisches ist, bezweifle ich an dieser Stelle ebenfalls.

  30. Na endlich. Die Einsparungen wären immens! Klar, die dortigen Angestellten haben zwar nicht die Ausbildung, Kommunikationsart oder Gewissenhaftigkeit von Schweizer Personal, aber dafür kosten sie weniger. Ist ja nicht so, dass die SIX ein Unternehmen wäre, bei der Kommunikation eine grosse Rolle spielt. Die STP Rate einfach auf 100% hochheben, danach brauchts bloss noch ein paar Frauen („Facility Management“) und ein paar wenige Männer für die Asbest Etage. Noch zwei, drei Schrauber wenn mal ein Holzstuhl quietscht, and that’s it. Fertig ist die Geldsparmaschine.

    In 5 Jahren dann, nachdem man schon seit 3.5 Jahren weiss, dass man unter dem Strich Geld verliert, kann man ja dann wieder heroisch In-Sourcen. Am besten macht man sich selber zum Insourcing Verantwortlichen und drückt sich dann einen dicken fetten Bonus ab. Dann noch kurz die Medien anrufen, und mit der Schlagzeile „SIX Group bringt jobs in die Schweiz“ ist das Fiasko vergessen, und die Beluga Etage nochmals eine Runde reicher.

    Ältester Trick im Abzock Handbuch, und dennoch funktioniert er offenbar unendlich oft.

    Marcel Du Pont – Milliardär, Newsanalytiker, Fakenews immun.

    PS: IP Leser sind die Schnecke auf dem Salat, wenn die Schnecke nicht existieren würde.
    PPS: Wer noch immer Rechtschreibung und Grammatik achten muss, verdient zu wenig.
    PPPS: Beratungshotline Du Pont: https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849
    (add friend um kommentieren zu können, beklagt Euch bei Zucki)

    • Jawohl werter M. Du P. – Sie haben das wieder einmal sauber analytisch aufgearbeitet – hoffentlich wurde auch Ihr Honorar für die grandiosen Zeilen von SIX Payment Services promt überwiesen ….

  31. Als Insider der ‚Szene‘ kann ich nur bestätigen. Polen ist und wird nie in der Lage sein die gleiche Qualität zu liefern wie wir sie in der Schweiz gewohnt sind. Das ist so offensichtlich , dass ich mittlerweile glaube das all die Firmen die so COE’s betreiben mutwillig auf die Qualität verzichten. Denn wenn es alle machen, gibt es keine Alternativen … Dumm nur das den Schweizer Arbeitnehmern niemand hilft … vielleicht mit ein Grund warum die USR Bach ab geschickt wurde.

    • @ Pawel Wyborowski

      Bravo, Pan Paweł mówi prawdę. Nie ma nic do dodania. Opisują sytuację doskonale.

  32. immer das gleiche. auslagerungen, die am schluss nichts bringen, ausser dem rausekeln bestehendes schweizer personals.
    es kommen alle wieder zurück.
    geld sparen ist ok, aber nicht zulasten der kundschaft. sie schaut sich sonst um, für schweizer qualität. sie zahlt ja auch schweizer preise!