Khan gegen Gottstein

CS-Emporkömmling nutzt Schwäche des Schweiz-Chefs – Happy-Story in Handelszeitung auf Englisch ins Intranet – IPO-Debakel.

Iqbal Khan kommt von ganz unten. Von Pakistan, dann Zürcher Agglo, mit Lehre als Treuhänder.

Dann gab er Gas. Und stieg auf wie eine Rakete.

Eine Art Ospel der CS. Der überrollte einst alle beim Bankverein, nach dem „reverse takeover“ auch bei der UBS. Bis zum Knall in den Eisberg.

Khan ist bald soweit. Er ist jung und hungrig, hat wie Ospel wenig im Schulsack. Aber viel Instinkt.

Den braucht er im Fight gegen seine internen Gegner. Sein nächster, vorletzter heisst Thomas Gottstein.

Danach gibt es nur noch CEO Tidjane Thiam.

Gottstein ist das Gegenteil von Khan. Aus bürgerlichem Haus, gemütlich, freundlich. Spielt Golf, sagt von sich, er hätte es auch auf dem Green lässig gefunden.

Ein Anti-Manager. Einer, der im Vergleich zum drahtigen, asketischen Khan stämmig wirkt, mit genug um die Rippen.

Gottstein war der Favorit für die zukünftige CEO-Frage. Khan der Aussenseiter.

Nun hat sich das Rennen ins Gegenteil verkehrt. Und es läuft bereits.

Dank Khan. Der will.

Letzte Woche publizierte die Handelszeitung eine Homestory über den Chef des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts der CS.

Der Artikel war voll des Lobs für Khan. Dieser liess sich die Chance nicht entgehen.

Sofort sorgte er dafür, dass die Jubelstory ins Englische übersetzt würde. Kaum geschehen, erschien sie als Spitzengeschichte im Intranet der CS.

„Iqbal Khan: On the Road to Success“, stand als Titel. Darüber ein Foto von Khan im dunklen Anzug und mit strahlend weissen Zähnen, wie er am CS-Hauptsitz am Paradeplatz die berühmte Wendeltreppe hochsteigt.

Dort liess sich bisher vor allem CS-Präsident Urs Rohner ablichten, im gürtellosen Nadelstreifen-Anzug.

Khan, die linke Hand am dunklen Holzgeländer, die rechte locker gestreckt, im gemächlichen, aber bestimmten Schritt nach … oben.

Die Augen Khans sind direkt auf den Betrachter gerichtet. Alles im Griff, lautet die Botschaft.

„Portrait of the CEO of International Wealth Management in ‚Handelszeitung’“, so die Unterzeile der Story im internen Netz der Credit Suisse.

Mit Gottstein geht es derweilen abwärts. Seine „Aktie“ ist im Sinkflug.

Der Börsengang der CS Schweiz, der Gottstein zum Chef einer eigenen Gesellschaft mit Kotierung hätte machen sollen, ist wohl gescheitert.

Davon sind immer mehr Beobachter überzeugt.

Es geht nur noch darum, die Absage öffentlich schonungsvoll zu vermitteln.

Doch selbst das will Gottstein, diesem warmherzigen Bären von Banker, nicht gelingen.

Es wäre seine Pleite, auch wenn er nicht die Verantwortung dafür trüge. Diese liegt bei den beiden CS-Kapitänen Rohner und Thiam, welche die Schnapsidee mit der Separatkotierung der Schweizer Einheit hatten.

Doch ausbaden müsste die Sache Thomas Gottstein. Schliesslich ist der Zürcher von Haus aus Investment Banker. Als solcher hätte er die geplante CS-Schweiz-Aktie an den Mann bringen müssen.

Und schaffte es nicht.

So der „Spin“ um Gottstein, wenn dann das offizielle Aus für das IPO in ein paar Wochen tatsächlich kommuniziert wird.

Gottsteins Drama ist sein Mangel an Geltungsdrang. Das liegt nicht in seinem Naturell.

Als der Schweiz-Chef im internen CS-Magazin „Bulletin“ vor ein paar Wochen gefragt wurde, wie er seine Einheit in 3 Sätzen charakterisieren würde, so meinte er, dafür genüge ihm 1 Satz.

Die CS Schweiz soll die beste Bank der Schweiz sein.

Was als besonders clever und eingängig gedacht war, entpuppte sich als Sinnbild für Gottsteins Schwäche. Die beste Bank, das kann alles und nichts sein.

Jedenfalls behaupten das viele. Dagegen hatte sogar Brady Dougans The world’s „most admired bank“ mehr Inhalt.

Khan hat eine andere Story auf Lager. Der Mann aus einem muslimischen Land, der als Teenager in die Schweiz kam und sich hocharbeiten musste, weiss um die Bedeutung von Auftritten.

Er macht kurzerhand sich selbst zum Inhalt. Mit einer Homestory in der Handelszeitung.

Wenn es wenigstens The Economist oder die Financial Times wäre. Aber nein, ihm genügte eine Wohlfühl-Geschichte im Schweizer Wirtschaftsanzeiger, um sich in Position zu bringen.

Durchsichtig, aber wirkungsvoll.

Gottstein hat das Nachsehen.

Kommentare

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  1. Wer Thomas Gottstein kennt, weiss, dass man es hier beruflich mit einem hervorragenden „professional“ zu tun hat und gleichzeitig mit einem Gentleman, der auf der internationalen Golf Szene hoch geschätzt ist, nicht nur seiner sportlichen Leistungen wegen. An Gottstein bewundert man die Kombination von enormem Ehrgeiz mit allzeitiger Zuvorkommenheit/Rücksichtnahme gegenüber andern.
    Er ist kein Ellbogenmensch und Intrigant; vielleicht zu anständig, zu gut, für den CS Hexenkessel.
    Alte Freunde wünschen ihm alles Beste!

  2. Die Credit Suisse (Schweiz) AG als beste Bank der Schweiz ! Wow das ist aber noch ein sehr, sehr langer weg. Es gibt gute Banken in der Schweiz. Die CS gehört im Moment sicher nicht dazu. Also macht euch auf den Weg zur besten Bank

  3. Finde es sehr spannend.
    Dabei kann man ja nur sagen, dass die CS – CH nicht zum fliegen kommen kann, solange es zu viele externe Berater dabei hat wie EY, KPMG, PwC, McK, Deloitte die Millionengagen kassieren und dabei als „Experten“ agieren. Eine Bank braucht Bänker die vom Fach kommen und nicht irgendwelche Berater die Kostenstellen und Teams zusammenstellen sollen.

    • Richtig Herr Müller. All diese nutzlosen Berater-Deppen sollten ein für allemal entsorgt werden. Die kosten und richten Unheil an.

  4. Schon erstaulich, dass ein mässig ausgebildeter Agglo-Treuhänder sowohl Ernst & Young als auch die CS dermassen aufmischen kann.

    Gottstein hingegen (Dr. oec., gestandener Investment Banker) trägt den Schaden, wenn der IPO nicht kommt.

    • Lieber Heinz, Dein Kommentar ist einfach nur peinlich und beschämend. Obwohl Du definitv nicht zu den hellsten helvetischen Köpfen zählen düftest, möchte Dich dringend bitten, Deine kruden Gedanken – idealerweise gemsam mit einer Fachperson – in Ruhe zu reflektieren um dann künftig die Schnauze zu halten, Du Vollhonk.

    • @auch ein Depp: Ups wird da jemand persönlich und beleidigend. Ich finde die Äusserung vom Original-Huber sehr treffend und traurig.

  5. Herr Hässig. Ich habe mir mal die teilweise öffentlich einsehbare Vita des Herrn Khan angesehen.

    Ihn als „Emporkömmling“ zu titulieren ist äusserst beleidigend. Ab und an sollten Sie sich (und einige andere Poster hier ebenso) vielleicht mal etwas in Ihren Verurteilungen zurückhalten.

    Gleichzeitig ist „von ganz unten“ zu sprechen auch völlig daneben. Das ist schlicht nicht wahr, auch wenn der Durchschnittsschweizer an sich gerne meint, wer nicht hier geboren wurde ist per se erstmal ein bisschen doof und kommt aus den Slums.

    Ein Buchtipp 😉

    https://www.orellfuessli.ch/shop/home/rubrikartikel/ID47763289.html?ProvID=10917736

    „Hirn verpflichtet!
    Störfeuer im Sekundentakt. Im Netz werden wir dauerbeschossen mit Sensationen und schiessen infolgedessen immer kräftiger zurück. Nie zuvor war das Erzeugen von Rummel leichter. Ob in Politik, Wirtschaft oder anderen gesellschaftlichen Bereichen: Es wird schneller, lauter und dümmer. Flachsinn regiert! Internetvordenker Gunter Dueck führt uns in seinem neuen Buch die Geschäfte der Aufmerksamkeitsprofis vor Augen und lotst uns mit spitzer Feder durch die Sudelgebiete des Netzes, in denen jeder „Dreck“ zum Ereignis wird. Aber er zeigt auch den Ausweg: mehr Hirn im Aufmerksamkeitsgerangel, mehr Verantwortung. Auch echter Inhalt kann sexy sein. Was hindert uns, das Echte im Netz zurückzuerobern?
    Dieses Buch ist Balsam für den vom Netz gestressten User. Gewohnt genial – ein echter Dueck! Garantiert ohne moralischen Zeigefinger.
    „Dueck ist ein genauer und gnadenloser Beobachter. Mit Leichtigkeit verbindet er mathematische Gesetze, philosophische Diskurse, amerikanische Poeten und bissige Randbemerkungen.“

  6. Wieso muss eigentlich alles immer als ‚gegeneinander‘ ausgelegt werden, wenn denn doch einfach nur klar ist, dass hier zwei verschiedene Menschen zwei komplett unterschiedliche Divisionen führen? Gott sei Dank sind im ExB nicht alle gleich und haben verschiedene Backgrounds.
    Der Artikel ist unglaublich hämisch und schlecht geschrieben. Ich wünsche beiden Führungspersonen, dass sie das Beste für die Kunden, Bank und Mitarbeiter erreichen.

  7. Why create a controversy when there is none? To oppose Khan and Gottstein because the first one has an article in HZ and the other is not mentioned is laughable. Thomas Gottstein is a very fine manager who leads the most profitable division of Credit Suisse. Will you write that Khan is in the closet when one day in the near future, Gottstein’s profile will be published in the Swiss press and translated on the intranet so that the 35’000 people who dont understand German can read it?

    • @Kiki ja wir Schweizer sind so wie wir sind. Eben keine richtigen Männer. Wir machen schon in die Hosen bevor sich eine EU zur PFZ äusserst und meinen immer sofort Vorschläge zur gütlichen Einigung
      machen zu müssen lange bevor es donnert.

      Beispiel des Versagens.
      Die Swissair gäbe es heute noch wenn der Bundesrat „sFüdli gha hetti“
      und Brüssel unmissverständlich klar gemacht hätte, dass sie diesen Moloch von Sabena für einen symbolischen Franken zurückhaben können. Die SR hätte dann nur sauber rekapitalisiert werden müssen.
      Für die neue Swiss hatte der Bund ja auch 2 Mrd. oder mehr aufgeworfen. Und die Mc Kinsey hätte man noch für ihre verfehlte
      Hunter Strategie einklagen sollen. Aber nein man hat die Swissair sterben lassen und deren Töchter und Filetstücke zum Preis von
      Gehacktem verkauft. Kenne dieses erbärmliche Dossier bestens.

    • Ja hallo Kiki; doch, es gibt noch richtige Männer in der Schweiz. Z.Bsp. Ueli Maurer, Oskar Freysinger, Toni Brunner, Erich Hess & Thomas Fuchs, Gölä, Anian Liebrand, Andreas Thiel, Roger Köppel, Christoph Mörgeli – Sie sehen, die Auswahl ist gross.

    • @ Urschweizer

      Leider haben sie recht. Viele Schweizer sind bereits nach ein paar wenigen Wohlstandsjahren total verweichlicht und verblödet. Und nun geht es mit dem ganzen Land, der ganzen Wirtschaft nur noch bachab. Ob du schöne Schweiz. Schön waren die paar Jahrzehnten, in denen es uns gut ging!

  8. Kein Börsengang für die Credit Suisse (Schweiz) AG darf man durchaus auch als gutes Zeichen werten.
    Und warum Herr Hässig so negativ bezüglich Gottstein und Khan. Seit die beiden im Amt sind, geht es in die richtige Richtung mit der Credit Suisse. Ich glaube zwar auch, dass die Ziele für 2018 ein bisschen zu ambitiös sind, aber wenn die Bank die Vergangenheit weiter so konsequent bereinigt, dürfte sie in 2 Jahren sowohl den Aktionären als auch den Mitarbeitenden wieder Freude bereiten. Und glauben sie mir, ich bin kein Träumer. Ich beobachte die Entwicklung genau.

    • Zur „Vergangenheitsbereinigung“ gehört wohl auch der diskrete Abgang von „Jassim Al Thani“ aus dem CS-VR. Ob es die „letzten Rauchschwaden bei der CS“ waren (Bilanz S. 16) darf allerdings bezweifelt werden:

      http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/die-katarconnection-des-islamischen-zentralrats/story/21917673

      Auch der überstürzte Katari-Abgang („gesundheitliche Probleme in der Familie“) im „Dolder Grand“ des £-Magiers bzw. Bildersammlers und der Daueraufenthalt von Neil Barofsky in der CS könnten „Verschwörungstheorien“ fördern.

      Sollte sich die BA der Vergangenheitsbewältigung bei der CS annehmen, so wie bei LODH (Bilanz S. 22), dann könnte es für Mark Libor Branson („Tough Cop“ gem. Bilanz S. 40) etwas peinlich werden, auch ohne die Fälle „CS/Moçambique“ und „Vontobel/Hoeness“.

    • „…. CS-Beteiligung sei unbedeutend.“

      Das mag schon stimmen, wenn es sich um Treuhandkredite handelt, die in den ergänzenden Angaben aufgeführt sind, nicht aber in der Bilanz. Es stellt sich einfach die Frage, wer Treugeber ist.

      Die gleichen Fragen stellen sich auch bei den „Krediten“ der Deutschen Bank an Donald Trump. Dort ist der potentielle Treugeber einfach zu erraten. Die Moskauer „Direktfinanzierung“ von Marine Le Pen lässt grüssen.

    • Das war schon immer so, wo Geld im Spiel ist hört die Moral auf.
      oder haben sie von diesem Deppen Trump etwas anderes erwartet? Eine CS würde sich hüten offiziell diesen non acceptable US Presidenten zu kritisieren.. die machen munter mit..

    • Falschmeldungen zur Projektfinanzierung der Dakota Access Pipeline in den Medien: Die Credit Suisse ist nicht an der Projektfinanzierung der Dakota Access Pipeline beteiligt. Die in diesem Zusammenhang in den Medien erhobenen Vorwürfe sind falsch und werden von der Bank entschieden zurückgewiesen. Die Bank hat klare interne Regeln zu Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen im Öl- und Gassektor. Diese basieren auf den Richtlinien von anerkannten, internationalen Organisationen.

    • Haha Bankameise, fake news, klar, what a crook…, oder ich habe die Ironie nicht geschnallt.
      Natürlich hat die Bank interne Richtlinien, gaanz sicher sogar, gröhl… – damit können dann beim nächsten Beschiss, criminal conspiracy etc. die weissen Westen wieder ihre peinliche Show abziehen und ein paar subalterne Wasserträger (Bankameisen) in die Wüste schicken.

  9. Ah, das ist schoen zu hoeren!
    Eigentlich bei der alter Roemer hatten wir sehr gerne Gladiatoren… besser wenn sie noch jung und schlau waren!
    In diese Finanzlandschaft brauchen wir doch action!
    Als unterschied bei euch bei dem Imperium haben wir nie ueber Nachfolger gesprochen…

  10. Ich kenne beide Thomas und Iqbal und habe noch nie solch gute Partner gesehen! Sie ergänzen sich hervorragend und das ist ja gut so für CS, sowie den Finanzplatz. Verstehe diesen Artikel deswegen nicht. Beide stimmen sich ab und sind „joined at the hip“ oder so ähnlich.

  11. HZ schreibt von gegenseitiger Abhängigkeiten, welche durch verschiedene vertraglichen Abmachungen geklärt werden. Was soll nun dieser Artikel lieber Lukas?! Keine interessantere Themen zum Wochenbeginn … Typisch

  12. Interne Machtkämpfe, fehl am Platz. Man sieht dass jeder versucht sein persönliches „Pocket“ aufzubessern. Die CS besteht nur aus Einzelkäpfer, das funktioniert nicht, und die Mitarbeiter werden behandelt wie Dreck.
    Die CS ist verdammt für den Untergang.

    Cheers,

  13. Herr Hässig was schreiben Sie denn da für einen Mist über Thomas Gottstein. Kennen Sie ihn? Wohl kaum denn sonst sähe ihr Geschreibsel anders aus. Er macht das schon glauben sie mir.