Finanzplatz kracht, Scheidt schwadroniert

Nach 1 Jahr Chef aller Banken: Herbert Scheidt bläst zum Angriff – Doch sein „Swiss Way“ ist hohl – Niedergang hat erst begonnen.

Im grossen Aura-Club unweit des Zürcher Pardeplatzes blitzte und donnerte es letzten Donnerstag. An seinem Bankentag legte der Standesverband alle Hemmungen ab und spielte Oscar- und Grammy-Verleih.

Das Schauspiel ist die Idee von Herbert Julius Scheidt, Präsident der Bank Vontobel und seit einem Jahr neuer Lotse der Lobbyorganisation Bankiervereinigung.

Unentgeltlich und unermüdlich rackerte sich Scheidt in den letzten Monaten ab, um dem Bankenplatz frisches Selbstvertrauen einzuhauchen. Am Bankentag wollte er dies zelebrieren.

Der Schuss ging nach hinten los. Schon das Motto „An der Spitze bleiben“ war defensiv und warf mehr Fragen auf, als dass es zu Aktion ermunterte.

Seid Ihr denn nicht mehr die Nummer 1? Wenn doch: Warum dann so defensiv? Habt Ihr Angst vor der Konkurrenz?

Kein Wunder, blieb nach der lauten Disco wenig Positives hängen. Richtig brutal wurde es für Herbert Scheidt und seine Mitstreiter der Bankenvereinigung am Wochenende.

Die SonntagsZeitung zeigte in einer viel beachteten Analyse auf, wie stark der Finanzplatz in den letzten Jahren geschrumpft ist.

Das Blatt zitierte eine Studie und schrieb von einem regelrechten Meltdown bei den verwalteten Vermögen von Privatkunden – der Paradedisziplin des Paradeplatzes.

Diese hätten sich seit 2007 „von 1100 auf 503 Milliarden Franken mehr als halbiert“, schrieb die Zeitung. Der Anteil am Offshore-Kuchen, also den im Ausland angelegten Geldern von Reichen, sei von knapp 50 auf noch gut 25 Prozent kollabiert.

Halbierung jenes Geschäfts, das den helvetischen Finanzplatz seit den 1930er Jahren zur internationalen Referenzgrösse gemacht hatte.

Ein Wakeup Call der gröberen Sorte. Und: ein perfekter Steilpass für den neuen Mister Banking, eine Roadmap zu präsentieren, die den Bankenplatz wieder zurück zu Wachstum bringt.

Einfache, klare Botschaften wären gefragt. Fertig mit Musterschüler-Bücklingen, wir liefern keine Kundendaten an Regimes wie in Russland. Und an die Adresse der USA: Ihr habt genug Daten erhalten. Jetzt seid Ihr dran mit Offenlegen.

Dann zum Inland: Schluss mit Fidleg, Finig, Finfrag und sonstigem Gesetzesballast. Wir übernehmen das EU-Paket namens Mifid2 für Exportbanken und machen Mini-Regulierung für reine Inland-Vermögensverwalter.

Schliesslich Vollgas im Assetmanagement, mit Abschaffung von Extrasteuern, damit die Schweiz gleich lange Spiesse hat wie Luxemburg im Fondsgeschäft, gleichzeitig der Finma Beine machen, damit neue Fonds in Wochen- statt Jahresfrist starten können.

Meine Agenda, hätte Herbert Scheidt proklamieren können. Der Schweizer Finanzplatz, geschändet, geschlagen, gebrandmarkt, kehrt zurück. Eine „Phoenix aus der Asche“-Story.

Was aber tut Herbert J. Scheidt? Er spricht von „Swiss Way“ und meint damit, dass es nicht immer eine Extra-Regulierung für die Schweiz brauche. Er sagt aber nicht: Fertig, Ende, Aus und Back to the sender mit dem Bestehenden.

Oder er spricht von Kohäsionsmilliarde, dem vielen Geld der Schweiz für die Ost-EU, die er an den Zugang des Finanzplatzes zum EU-Markt knüpfen will.

Schön und gut, nur hat hier ein Bankenlobbyist kaum viel auszurichten. Das entscheidet sich in Bern und in Brüssel.

Oder Scheidts Assetmanagement-Initiative. Die ist so unklar wie jene, welche Scheidts Vorgänger vor Jahren gestartet hatten, um sie dann sang- und klanglos zu schubladisieren.

Was will Scheidt diesmal anders, besser machen? Keine Antwort.

Sein Schweigen passt zu zwei aktuellen Themen. Was sagt die Bankiervereinigung zum Hype rund um Bitcoin & Co.? Und wie gefährlich findet sie die aufgeblasene SNB-Bilanz? Auch hier: nicht unser Bier.

Scheidt hat ein Jahr lang still gearbeitet, sich ins Zeug gelegt für die Bankenbranche, seinen Job als Präsident der Zürcher Vontobel weitgehend ruhengelassen.

Er wollte das Ehrenamt, ist stolz, als Deutscher und Schweizer für die Eigenossenschaft und deren heftig geprüften Finanzplatz eine zentrale Rolle zu übernehmen.

Ein Jahr Schweigen. Umso mehr hätte man erwartet, dass Scheidt bei seinem ersten Grossauftritt ein Feuerwerk an klaren Botschaften mit unmissverständlichem Ziel – der Rückkehr zum Erfolg – zünden würde.

Davon ist nichts zu sehen. Scheidt schwadroniert, wiegelt ab, weicht aus, schweigt. Er ist ein adretter, pflichtbewusster, eloquenter Aufsager von Bekanntem.

Derweil brechen die Dämme. Der Niedergang, den die SonntagsZeitung gestern auf den Punkt gebracht hat, ist erst der Anfang.

Die Europa-Kunden werden weitere Vermögen aus der Schweiz abziehen. Sie tun dies, weil sie jetzt erben und auch schon über 50 Jahre alt sind, das Geld also brauchen wollen, statt es in Zürich, Genf und Lugano bei Minuszinsen vermodern zu lassen.

Und sie tun dies auch, weil sie keinen Sinn mehr sehen in teuren Schweizer Bankdienstleistungen, ohne damit Steuern sparen zu können.

Die verwalteten Vermögen werden in den nächsten Jahren entsprechend weiter einbrechen. Die Folgen sind dramatisch: Tausende von Jobs werden verschwinden.

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37 Kommentare zu “Finanzplatz kracht, Scheidt schwadroniert

  1. Welcher Wahnsinnige überlässt den sein Vermögen einer kleinen schweizerischen Privatbank. Dieses Geschäft kann doch heute nur gut und sicher betreiben, wer durch seine Grösse und Wichtigkeit eine Staatsgarantie hat. Alles Andere macht nur Sinn, wenn ich wirklich auf ungeregelte Bank – Spezialprozesse angewiesen bin, weil mein Geld nicht sauber ist.

  2. Wenn der einzige Added-Value des Schweizer Finanzplatzes kriminelle Steueroptimierung mit Hilfe des Bankgeheimnisses war, dann soll er bitte sang- und klanglos untergehen. Aller Fortschritt dazwischen war nur auf Kosten anderer. Aller Stolz auf Genfsubventionerte Diktatorensöhne, Swiss Banking at its Finest…byebye

    • Sollten eines Tages dann noch Scheidts „Münchner Swap-Tricks“ samt Garnitur auf den Tisch kommen, dann: „bye-bye“ zum zweiten, auch an die Adresse von Branson, der so wunderbar kooperierte.

  3. Der Auslandbanken-Verband (Suisse) (Schweiz) (Svizzera) liegt seit Monaten in den letzten Zügen.

    Die Frage ist, wie lange existiert noch eine Bankiers-Vereinigung. Diese Innung leidet an Sauerstoff-Mangel par excellence.

    Im digitalen Zeitalter ein Ueberbleibsel aus vergangenen Zeiten…..

  4. Sehe sehr schwarz fuer die ch-banken. Verwaltete Vermögen verschwinden da Politik dafür gesorgt hat. Digital leadership Illusion, da in den köpfen verankerte hierarchiedenken dies verhindern. Quo vadis? Es werden noch ein paar tausend Jobs verschwinden. Halleluja Wohlstand Schweiz.

  5. Die Neue Website ist katastrophal. Will die Bank, dass der (potentielle) Kunde verwirrt wird, dass er Zeit verliert („the bank that wastes my time“), wo doch Zeit das wertvollste Gut ist? Sorry, die Agentur, die diese Website verbrochen hat ist so ziemlich ahnungslos und die Manager und GL-Mitglieder, die eine solche Arbeit gebrieft und am Ende gutgeheissen haben, scheinen die Agentur offensichtlich noch zu toppen! Mann-oh-Mann, der absolute Wegzapper!

  6. Das Problem ist nicht Herbert Scheidt das Problem ist dass wir Schweizer immer noch nicht begriffen haben dass die goldenen Zeiten im Banking vorüber sind… NEUE Ideen Kreieren, Innovativ sein und forwaerts schauen und hart arbeiten und Internationale Anbindung suchen nicht abkapseln.

    Wir sind doch innovative Leute, siehe ETH, Uhren Industrie usw. usw. Ich bin auch kein Scheidt FAN aber das Problem liegt wo anders.. Es geht um Globale Veraenderungen und diese treffen nun alle auf der Welt.. Wir können doch nicht erwarten dass das was vor 20 Jahren war immer noch gleich bleibt… PLEASE WAKE UP COMMON….

  7. „Tausende Jobs werden verschwinden“ – Na und? – Viele tausende neue werden entstehen, und zwar da wo sie benötigt werden.
    Für die Verwaltung von Vermögen sehe ich keinen realen Mehrwert für die Schweiz.
    Ein Mann soll das serbelnde Bankensystem retten? – Unmöglich.
    Der nach den Unruhen um den 2.-ten BR-Sitz der SVP bis heute stark verweichlichte BR hat den Niedergang irreversibel eingeläutet.
    Was zurzeit noch läuft sind Spekulationen um Bitcoin und die SNB, die innerhalb von 4 Monaten um über 100% hochspekuliert wurde und auf Rekord notiert (CHF 3750.-).
    Was kommt als nächstes?

  8. Die Banken sind teilweise selbst schuld, sie haben nicht mitgeholfen, dass die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ansteigt und so das Geld wieder schneller zirkuliert.
    Wenn die SNB (wie auch EZB, in der EU ist es identisch) monatlich neues Geld schöpft (und wir dafür bürgen dürfen) muss es in den Kreislauf, doch die Banken haben nichts mit dem Geld damit gemacht, was der Wirtschaft nützt!!!
    Was wird passieren? Wenn nicht ein Wunder geschieht, tippe ich auf eine Währungsreform, wo 100 Franken nur noch 5 Franken wert sind. Vermutlich noch nicht in 2-5 Jahren, aber in den nächsten 10-20 Jahren bestimmt.

  9. Wer VT intern kennt, weiss, dass Herbert Scheidt selbst nicht viel kann. Er an der Spitze von Vontobel und nun seit einem Jahr bei der Bankiervereinigung ist völlig am falschen Platz. Da arbeiten andere im Hintergrund für das, was er dann nach aussen verkauft. Aber er ist gut im Decken von Leuten, die man sonst nirgens brauchen kann. Blöd nur, wenn man sie auch bei VT nicht brauchen kann und dies immer mehr durchsichert… So macht er sich noch unglaubwürdiger. Aber die Deutschen müssen halt zusammen halten.

    • Dieses Schwarzer-Bashing muss jetzt endlich einmal ein Ende haben, lieber Internus

    • Schwarzer Bashing? Wo war das jetzt bashing?

      Ein Manager der lügt? Ein kompletter Dampfplauderi ist, wie seine beiden tollen Chefs ( (von denen alle auch keine gescheite internationale Business Erfahrung haben? Zeno Staub hat es nie über die Schweiz hinaus geschafft). Sogar das Management anlügt? In jeder amerikanischen Firma waere der feine und irgendwie wenig smarte Herr schon lange entlassen worden. Man kann über die Amerikaner viel Schlechtes sagen aber mit solchen Dingen haben sie eine klare Linie. Denn solche Geschehnisse sagen generell etwas über den Charakter einer Person aus.

      Aber dazu sind weder Scheidt, Staub noch der VR in der Lage. Es sind keine Manager sonder Verwalter die sich ammliebsten selber Geld zustecken und auf diesem Weg moeglichst keine Probleme haben willen. Und das sagt mittlerweile auch viel über deren Charakter aus. Linienlos und feige, nur an sich und Ihr eigenes Income denkend.
      Eigentlich peinlich für eine alteingesessene Zürcher Bank. Spricht auch nicht fuer die Familienmitglieder im VR.

    • @Arno
      Und warum muss er damit aufhören, wenn er recht hat? Internus kann sich nur auf einen gewissen Toupetträger beziehen. Und damit hat er absolut recht.

    • @Arno
      Korrektur: ich bin in der Kette zu weit gesprungen. Scheidt deckt Schwarzer. Schwarzer deckt Toupetträger. Und einer ist so fähig wie der andere.

    • Eigentlich meinte ich einen anderen Deutschen, nicht Axel… Es gibt noch andere Deutsche innerhalb Vontobel, die man nicht brauchen kann. Leider hat LH den Namen aus meiner ersten Nachricht gelöscht (inkl. dem ganzen letzten Satz). Eigentlich speziell: andere Namen werden direkt genannt und vor allen bloss gestellt, aber diesen einen anderen Namen wird von LH gelöscht. Woran liegt das? Finde das nicht fair.

  10. Wow, ich bin beeindruckt in Bezug auf die umfassende Agenda; warum meldet sich lh nicht für diesen Job, welcher sicherlich nicht ohne etwas Gegenwind zu haben ist?

  11. Euch Schweizern ist nach wie vor nicht bewusst, was Ihr mit Eurem Schweigen zum Ende des Bankgeheimnisses angerichtet habt.
    Wäre die Eidgenossenschaft schon von Beginn an (1495) ein so bequemer und prinzipienloser Verein gewesen wie er es heute ist, wäre die Schweiz längst irgendeinem europäischen Staat zugeschlagen worden.
    Die Schwarzgelder von einst gehen statt nach Genf oder Zürich heute nach Reno oder Delaware (USA).
    Die Schweiz hat sich Trumpf As aus der Hand nehmen lassen.
    Das war die Fortführung einer dekadenten und letztlich feigen Politik gegenüber der EU und den USA.
    Krönung war zuletzt, als die damalige US-amerikanische Justizministerin Loretta Lynch im Fernsehen verkündete, man hätte in Zürich im Hotel Baur du Lac die Speerspitze der korrupten FIFA-Funktionäre verhaften lassen.
    Die Schweiz als ausführendes Organ der USA.
    Wenn ihr schon überall zurücksteckt, dann tragt wenigstens die Konsequenzen.
    Der Bankenplatz Schweiz wird jedenfalls einen Niedergang erfahren, der letztlich den Wohlstand einer ganzen Bevölkerung in Mitleidenschaft ziehen wird.
    Jetzt, wo es zu spät ist, die alten Zeiten zu beschwören oder künstlich auf gute Stimmung zu machen, ist nutzlos, da sich die Bedingungen des Finanzplatzes unwiderruflich negativ entwickelt haben.
    Der Nettozufluss an Investmentgeldern bei den beiden Großbanken spricht eine deutliche Sprache, die auf tiefem Niveau verharrenden Aktienkurse auch.

    • Schlicht peinlich:
      Ja klar, gerade die EU „häts erfunde“, wie die Branche schlank und wirksam reguliert werden könnte??? Anstatt mit dem Finger auf andere zu zeigen, würde ich zuerst mal den grossen Besen rausholen, und den eigenen Dreck entsorgen!

    • Leider haben Sie Recht. Der Wohlstand in der Schweiz wird leiden. Schade haben das viele bisher nicht gemerkt. Mitte-Links haben den Niedergang des Finanzplatzes eingeläutet mit allen Konsequenzen.

    • Rütlischwur, so ein Chabis. Für die heutige Situation sind einzig und allein die Banken verantwortlich, die sich über Jahrzehnte für die kriminelle Tour entschieden haben. SchweizerInnen haben dies nicht zu verantworten und kommen auch ohne die fetten Bankgewinne über die Runden! Die Banken haben auch nicht zugelernt, bestes Beispiel die CS mit ihren Mocambique-Geeschäften. Gewinne machen und das dortige Volk schröpfen.

    • Die ganz grossen Vermögen aus Deutschland, zum Beispiel, wurden schon vor dem Zusammenbruch des Bankgeheimnis in Delaware, Miami, und wenn nicht in den USA, auf off shore Inseln versteckt. Nur wenige grosse Bonusbezüger der Schweizer Banken haben das wirklich realisiert. Die wirklich Reichen aus dem Ausland vertrauten unseren linken und pseudo rechten Politikern nie. Die beiden Letzten haben schon immer Arbeitsplätze zerstört und das Spiel der Mondialisten unterstützt (ohne wirklich zu wissen was sie tun). Diesmal wird es sehr weh tun. Wenn Sie den Levrat’s, Somarugas, Dreifuss, Calmy Rey’s, etc zuhören begreifen Sie alles.

  12. Herbert Scheidt mag für vieles stehen, mit Sicherheit aber ist er kein Turnaroundmanager oder ein für die Banken wertvoller Sparringspartner, der es versteht komplexe Zusammenhänge aufzudröseln und zielführende Strategien zu entwickeln. Das ist dann doch mindestens eine Schuhnummer zu gross für einen angestellten Bankmitarbeiter, der selber noch nie unternehmerisch brillierte oder mit eigenem Geld ein Unternehmen aufgebaut hat. Insofern frage ich mich, wer ihn – und aus welchen Gründen – zum Präsidenten der Bankiervereinigung gemacht hat.

    Es bleibt zu hoffen, dass das alles nur ein böser Traum ist und wir alle gleich schweissgebadet aufwachen und realisieren, dass die Geschicke des heimischen Finanzplatzes tatsächlich in guten Händen liegen…

  13. Eigentlich würde man sich ja gerne geistig mit dem Präsidenten der Bankiervereinigung duellieren. Blöd nur, das Herbert Scheidt unbewaffnet ist.

  14. Musterschüler Scheidt kann halt auch nicht aus seiner Haut fahren. Aber im Lächeln, Nicken und Spesen machen ist er ein ganz grosser.

  15. Unter Herbert Scheidt dürfte sich der Niedergang des Schweizer Finanzplatzes noch einmal etwas beschleunigen. Inhaltlich kommt von ihm bzw. der Bankiervereinigung nichts handfestes, und die McKinsey-Heuschrecken, die schon sein Vorgänger ins Haus geholt hat, werden das Blatt auch nicht wenden, dafür aber eine satte Rechnung ausstellen. Scheidt steht demnach stellvertretend für eine Industrie, die sich mangels tragfähiger Zukunftskkonzepte auf die hoffnungslose Besitzstandswahrung verlegt hat, solange es noch irgendwie geht.

  16. Die SBVg verkommt unter Präsident Scheidt zur Bedeutungslosigkeit. Der Mann spricht viel, hat aber wenig bis nichts zu sagen. Dabei wäre die Schweizer Finanzindustrie mehr denn je auf starke Persönlichkeiten und prononcierte Fürsprecher angewiesen, wie nicht nur die Studie in der Sonntagszeitung eindrücklich zeigt. Wenn Scheidt alles ist, was wir aufzubieten haben – gute Nacht.

  17. Jetzt mal ehrlich: Wer Herbert Scheidt kennt, weiss um dessen – sagen wir mal überschaubares – intellektuelles Potenzial. Gefragt gewesen wäre an der Spitze der Bankiervereinigung ein visionärer Macher, der es versteht, die Reihen zu schliessen und Profil zu zeigen – so sich denn kompetente Kandidaten (die es zweifellos gäbe) angeboten hätte. Bekommen haben wir einen planlosen Dampfplauderi, der fast gar nichts auf die Reihe kriegt und der sich im wesentlichen darauf beschränkt, BR Schneider-Ammann auf dessen Reisen ins Ausland hinterher zu dackeln um dann die Kohäsionsgelder zu thematisieren. Eine tragfähige Vorwärtssrategie, mit Verlaub, sieht anders aus und die Schweizer Finanzindustrie täte gut daran, diesen personellen Missgriff schnellstmöglich zu korrigieren.

  18. Jetzt sind all die Leute gefragt, die immer von Finanz-Innovationen reden und die Schweiz international plazieren moechten. Diese Leute haben jetzt die besten Chancen ihre Ideen umzusetzen und am internationalen Markt zu plazieren. Finanzinnovationen made in Swiss haetten einen exzellenten internationalen Ruf, aber wo bleiben sie denn ?

    Das Problem ist nur, dass die besten Leute hierfuer nicht in der Schweiz arbeiten, sondern in Amerika, England und einigen EU Staedten.

    Und bis eine neue Marktnische besetzt ist, bleibt der Trend der SontagsZeitung eindeutig Berg ab und jeder der heute in der Finanzindustrie arbeitet muss sich Fragen ob er noch in 2-3 Jahren eine Arbeit hat.

  19. „Schluss mit Fidleg, Finig, Finfrag und sonstigem Gesetzesballast. Wir übernehmen das EU-Paket namens Mifid2 für Exportbanken und machen Mini-Regulierung für reine Inland-Vermögensverwalter.“

    So einfach wäre es. Vor lauter EU-Unterwürfigkeit übernehmen wir den Grossteil des völlig überladenen MIFID2 Pakets gleich für alle, statt nur für die am Ausland interessierten Vermögensverwalter. Eine Regulierung – nur wo nötig – deutlich freier als MIFID2, würde für die Inland-Vermögensverwalter ausreichen. Aber das wollen die Banken natürlich nicht, die wollen den kleinen unabhängigen Vermögensverwaltern lieber auch etwas Hindernisse in den Weg legen. Lobbyismus halt.

  20. Grosse Banken mit Filialen in der EU, Hong Kong, Singapur, usw. wachsen dort. Denen ist es egal, wenn die Schweiz an Bedeutung verliert.