Basler Bank Baumann: Angst, Abbau, Porsche

Teilhaber geht – Offenbar Krach mit CEO Preiswerk – Abgänge und Kündigungen a gogo – Edelkarrosse für Chefs.

Die Basler Baumann & Cie. zählt zur aussterbenden Gattung der noblen Privatbanken mit Haftung der Partner. Man würde „mit Haus und Hof“ geradestehen, steht auf der Baumann-Homepage.

Nun ist die Frage, wie lange noch. Bei einem der drei Baumann-Partner nur noch bis Ende Jahr. Rolf Bühler scheidet dann aus.

Bühler ist nicht allein. In diesen Tagen und Wochen überrollt eine Abgangswelle die kleine, vermeintlich feine Basler Privatbank.

Goran Radin, der erst vor 2 Jahren von Konkurrentin Notenstein zur Baumann-Bank gestossen war und dort in Basel der Front-Chef war: Weg. Er sei abgesetzt worden, sagt ein Insider.

Weitere wichtige Leute sind am Hauptsitz am Rheinknie im Private Banking und im Geschäft mit den Pensionskassen auf- und davon.

Auch der Ableger in Zürich bleibt nicht verschont von der Eruption. Dort soll das Direktionsmitglied Theo Kopp gegangen sein.

Rund um alle diese Trennungen und Kündigungen fällt immer wieder ein Name. Matthias Preiswerk.

Er ist einer der drei – bald sind es noch zwei – Teilhaber der Baumann & Cie. „Preiswerk ist ein Mann, der sich mit allen streitet“, sagt eine Quelle.

Das sei der Grund, warum nun viele gestandene Mitarbeiter, Kaderleute und sogar ein Partner das Weite suchen würden.

Schon zuvor hätten wegen Preiswerks Polter-Stil wichtige Leute das Handtuch geworfen. Stets habe Preiswerk den Ausschlag gegeben.

Der Doyen namens Niklaus Baumann ist vor 2 Jahren von Bord gegangen, es folgten Heinz Jeger und Marcus Bühler, die beide zentrale Funktionen bei der Bank Baumann innehatten.

Auch das ist noch nicht alles. Bei der sogenannten Kommanditärin mit Namen Avag AG, die Miteigentümerin im speziellen Rechtskonstrukt der Bank Baumann ist, trat der Präsident zurück.

Was ist da los? Der umstrittene Chef und Sprecher der Baumann-Teilhaber, Matthias Preiswerk, reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage.

Schliesslich nahm er zu Email-Fragen wie folgt Stellung:

„Es gibt keinen Grund mich zu Personalentscheidungen zu äussern und bin fest davon überzeugt, dass Sie dies verstehen und respektieren.“

Unter PS führte Preiswerk an: „Werden auch nächsten Januar wieder eine (Pressekonferenz) abhalten und freuen uns Sie das erste Mal dabei zu haben. Für die Grössenordnung und Bedeutung unseres Institutes muss dies reichen!“

Anders gesagt: Was kümmern mich Ihre Fragen.

Für die Mitarbeiter wird Preiswerk zum Risiko. Vielen von ihnen werden die Löhne gekürzt. Laut einer Auskunftsperson sollen die Abstriche bis zu einem Drittel des bisherigen Salärs geben.

Auf einen Bonus für das letzte Jahr wartete ein grosser Teil der Baumann-Belegschaft vergeblich. Umgekehrt wollten viele eine Art Neo-Feudalismus bei den obersten Chefs erkennen.

Diese fuhren nämlich ausgerechnet zur Zeit, da die Belegschaft den Gürtel enger schnallen musste, mit brandneuen Porsches am Firmenhauptsitz vor.

Walk The Talk, sagen die Angelsachsen. Wer Chef Matthias Preiswerk auf der Baumann-Homepage liest, der reibt sich die Augen.

„Unsere Mitarbeitenden tragen ein grosses Mass an Eigenverantwortung. Sie können sich frei entfalten und sind deshalb hochmotiviert. Von solchen Menschen beraten und betreut zu werden, bringt Ihnen einen signifikanten Mehrwert – materiell und immateriell.“

Der Kontrast zwischen Versprechen und Realität dürfte in den Augen der betroffenen Mitarbeiter und Kader kaum zu überbieten sein.

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

23 Kommentare zu “Basler Bank Baumann: Angst, Abbau, Porsche

  1. Das einzige, was hier verwundert, ist der Umstand, dass der Haudegen Preiswerk nicht früher schon auf den Radar gekommen ist. Der Mann hinterlässt überall verbrannte Erde. Das Ende seiner Bank kann nicht mehr allzu fern sein.

  2. Diese Bank wird es bald nicht mehr geben, da sie a) die kritische Grösse nicht hat und b) sich das Management auf sich selber und nicht auf die Kunden fokussiert. Leider ist dies bei fast allen Banken so. Bei den grösseren kann man das noch finanzieren, bei den kleineren geht die Rechnung nicht auf. Neben Baumann & Cie, werden auch viele andere kleine Banken wie Märki Baumann und do bald verschwunden sein.

  3. Man muss sich die drei „Waggis“ der GL einmal in einem Porsche vorstellen (Anblick zum K.tz n); ist leider fast immer so bei teuren Wagen. Die „Passenden“ haben das Geld nicht und solche Herren oder Womanizer, wie beschrieben, müssen gleich noch einen Kran für Ein- und Aussteigen ordern!

  4. Wer den Artikel aufmerksam liest erkennt, dass der Autor ein persönliches Problem mit Herrn Preiswerk haben muss. Ich kenne zwar Herrn Preiswerk nicht, finde den Artikel aber höchst unprofessionell und erst noch schlecht geschrieben. Wenn das der heutige Journalismus ist, dann gute Nacht. Ablenken mag kurzfristig funktionieren, kann jedoch nicht ewig blenden.

    Zum Thema: Wow, es werden Leute entlassen, es wird reorganisiert und es wird Porsche gefahren. Ich bitte Sie, Herr Hässig, mir zu sagen, in welcher Firma dies nicht vorkommt. Ich bin auf jeden Fall auf die Pressekonferenz gespannt und hoffe auf eine neutrale und objektive Berichterstattung davon!

    • Man kann herausfühlen, dass die Berichte in diesem Blog jeweils schon ein wenig hastig geschrieben sind. Ich würde meinen, dass hier aber nicht abgelenkt, sondern eher der Blick auf Firmen und Personen gelenkt wird, die mit ihrem Gebahren Aufmerksamkeit verdienen. Dass teure Autos gekauft werden ist leider wirklich kein Novum. Wenn aber von den Mitarbeitern gefordert wird, den Gürtel enger zu schnallen, würde ich erwarten, dass die Gesellschafter mit gutem Beispiel vorangehen und ihre Karrosse nicht jährlich durch eine noch teurere ersetzen!

  5. Wer den Artikel aufmerksam liest erkennt, dass der Autor ein persönliches Problem mit Herrn Preiswerk haben muss. Ich kenne zwar Herrn Preiswerk nicht, finde den Artikel aber höchst unprofessionell und erst noch schlecht geschrieben. Wenn das der heutige Journalismus ist, dann gute Nacht. Ablenken mag kurzfristig funktionieren, kann jedoch nicht ewig blenden.

    Zum Thema: Wow, es werden Leute entlassen, es wird reorganisiert und es wird Porsche gefahren. Ich bitte Sie, Herr Hässig, mir zu sagen, in welcher Firma dies nicht vorkommt. Ich bin auf jeden Fall auf die Pressekonferenz gespannt und hoffe auf eine neutrale und objektive Berichterstattung davon!

  6. In Basel ist es ziemlich bekannt, wie es in dieser Bank aussieht und wie der cholerische und unbeherrschte Preiswerk als allwissender Alleinherrscher dieses Haus im Alleingang führt. Umgeben ist er auf Führungsebene nur noch von braven, blassen Nickern ohne Rückgrat- die nur auf ihr Portemonnaie schauen. Einen Sportclub (EHC) hat er ja schon an die Wand gefahren – das wird ihm wohl in Kürze auch mit dieser Bank gelingen…

  7. Keine Checks and Balances bei dieser Firma. Der Despot wütet schon seit Jahren ungestört, eigentlich ein Wunder, dass das noch nie an die Oberfläche, rsp. IP gespült wurde.
    Wie man hört ist jetzt noch die Filiale Olten, inkl. deren einziger Angestellter auf der Abschussliste. Ob das Aufräumen einen strategischen Hintergrund hat? Wer Preiswerk kennt, weiss allerdings, dass es keine Strategie gibt. Er befindet sich auf einem Random Walk, wie Trump. Muss eine Spezialität der Narzisten sein. Schön wäre es, wenn er auch ein Twitter Account eröffnen würde, dann könnten wir die News aus erster Hand geniessen.

  8. Es wimmelt in den Banken auch heute noch von unzaehligen “Dubelis”, welche sich masslos ueberschaetzen sowie viel zuvielen “Managerli”, welche die Koenige der “Dubelis” markieren ohne das noetige Ruestzeug zu haben. Auch ich war so ein Koenig, habe aber die Reissleine rechtzeitig gezogen und betrachte diese voraussehbare Entwicklung mit Interesse. Ist leider erst das Vorspiel!

  9. Kastration? 🔪 IP-Recherche aufzeigt , findet bei mehreren Klein- und Kleinstbanken in der Schweiz seit Jahren eine eigentliche Kastration statt. ✂️ Eine Aufgeblasene Führungs-Clique kämpft gegen die wirtschaftliche Unbill (Kundenschwund, Regulierungen usw) indem diese ihren bisherigen Lebensstandard verteidigt mittels Lohnkürzungen beim Personal und massiven Leistungsdruck nach unten. Dabei gehen Potential und Renommee reihenweise flöte! Fazit: psychiatrische Kliniken können ein Lied davon singen.

  10. Wusste garnicht, dass diese Tante-Emma-Bank noch existiert – und so geht es vermutlich jedem Basler. Die Werbeplakate sind fast so peinlich wie die der Cleranlage!

    • Nur noch peinlicher ist der Name und Auftritt des „acrevis“-Bänklis in St.Gallen… Habe selten eine dermassen dümmliche „Umbenennung“ erlebt…

    • at) Werbefritz. Ja genau, peinliche Namensfindungen gibt es in der Bänggsterwelt mehrere: aber „acrevis“ oder „valartis“ klingen eher pharmazeutisch, etwa Rheumamitteli, als nach supi Bänkli, oder?

      NB: Den Banker ist die eigene Marke und deren Verständnis im Kundenmarkt übrigens „nicht viel wert“, quasi egal. (Notenstein LR)

    • Als langjährige, pensionierte Mitarbeiterin verbiete ich mir meinen ehemaligen immer stets loyalen
      Arbeitgeber als Tante Emma Laden zu betiteln.
      Von der Ferne spucken ist immer sehr einfach.

  11. Eine derartige Bank hat sowieso keine Zukunft. Ob die nun selbst aufgibt oder einfach langsam verschwinden, spielt wirklich keine Rolle.

    • Da scheinen die La Roche-Akrobaten von der Rittergasse gerade noch rechtzeitig die Kurve gekriegt zu haben