Raiffeisen: Neue IT kommt nicht vor Frühling

Operation „Rainbow“ in Turbulenzen – Nur wenige kleine Raiffeisen-Banken starten termingemäss an Silvester – Status: Rot.

Rolf Olmesdahl ist der grosse Informatik-Chef der nationalen Raiffeisen-Gruppe. Auf ihn schauen in diesen Tagen alle 10’000 Mitarbeiter der Bank. Schafft Olmesdahl seinen Riesen-Wurf?

Die Antwort lautet: Nein. Olmesdahl ist mit dem wichtigsten Projekt der Raiffeisen fürs Erste gescheitert.

Jedenfalls was den Fahrplan betrifft. Drei Jahre lang arbeiteten er und sein Team hin auf die rechtzeitige Umstellung auf eine nigelnagelneue Informatik-Plattform von Avaloq, eine IT-Firma.

Als Umstellungstermin fixierten Olmesdahl & Co. die Nacht von Silvester 2017 auf den Neujahrstag 2018.

Nun wird nichts daraus, wie mehrere Quellen bestätigen. Nur ein paar vereinzelte und dann erst noch ausschliesslich kleine Raiffeisen-Banken starten wie geplant am 1. Januar auf Avaloq.

Der grosse Rest hingegen bleibt vorerst auf dem Uralt-System namens „Dialba“. Wie lange, ist offen.

Gemäss neuer Planung soll eine nächste Welle von Raiffeisenbanken, die auf Rainbow wechseln, wie das Projekt heisst, im Februar 2018 erfolgen.

Selbst wenn das gelingt, ist diese zweite Welle nicht viel mehr als Kosmetik. Damit wollen die Raiffeisen-Chefs das Zeichen aussenden: Rainbow ist auf Erfolgskurs.

Sprich: den Anschein wahren, dass ihr grösstes Projekt der jüngeren Vergangenheit gelingt.

Die bittere Realität ist eine andere. Wie mehrere Quellen in diesen Tagen prophezeien, wird es mindestens Frühling 2018, bis viele der grossen Raiffeisen-Banken auf Avaloq wechseln könnten.

Der Grund liegt in einem Projekt, bei dem trotz enorm langer Vorlaufzeit, extrem hohen Kosten und unglaublich viel Prestige, welches die Chefs mit dem Gelingen verknüpft haben, wenig fertig ist.

Wo man hinschaut, leuchten Alarmlampen auf – und das 2 Wochen vor dem ursprünglichen Datum, an dem einst vorgesehen war, sämtliche der 250 Raiffeisen-Banken auf Avaloq umzustellen.

Das Bild von Work in progress beginnt ganz vorne, bei den Raiffeisen-Bankern an den Schaltern ihrer Bankfilialen, und endet bei den Leuten im Backoffice, wo „produziert“ und geprüft wird.

Laut einer Auskunftsperson seien viele Raiffeisen-Angestellte noch nicht richtig fit für das neue Avaloq. Trotz monatelanger Schulung hätten sie die Funktionen nicht im Griff.

(Hier interveniert heute die Raiffeisen. Sämtliche Mitarbeiter seien nach monatelanger Schulung Avaloq-Profis.)

Als nächstes soll das Avaloq-System alles andere als stabil laufen. Es kommt offenbar immer wieder zu technischen Schwierigkeiten im Testbetrieb.

Schliesslich würden einzelne Funktionen noch überhaupt nicht laufen, so die Kreditvergabe. Neue Kredite könnten laut der Quelle nicht richtig erfasst und dann sauber abgewickelt werden.

Das wäre gravierend. Die Vergabe von Krediten gehört zum absoluten Kerngeschäft jeder Raiffeisenbank. Die ganze Raiffeisen-Gruppe lebt faktisch von den vielen Hypo-Krediten.

Ob die Probleme sämtliche Kreditarten betreffen oder nur einen Teil davon, ist nicht bekannt. Sicher aber ist, dass es auch bei den Schnittstellen zum Risiko-Management hapert.

Kurz: Vieles, das längst wie am Schnürchen funktionieren müsste, liegt im Argen. So sehr, dass Olmesdahl und seine Chefs bei mehreren Funktionen den Projektstatus auf „rot“ setzen mussten.

Bei der Raiffeisen gibt man sich offiziell weiterhin optimistisch. „Unser IT-Projekt RAINBOW befindet sich trotz zahlreicher Herausforderungen nach wie vor auf Kurs“, sagt eine Sprecherin.

„Nach intensiven Schulungswochen haben die Raiffeisenbanken die Banken-Readiness erreicht. An der Plattform-Readiness wird in den kommenden Wochen noch gearbeitet.

„Eine abschliessende Entscheidung über die Ausgestaltung der ersten Migrationswelle wird kurz vor Jahresende gefällt.“

Die Verzögerungen erfolgen zur Unzeit. Für Rolf Olmesdahl, der soeben vom IT-Chef zum „Chief Operating Officer“ aufgestiegen ist, wird Rainbow zum Karriere- und Bonus-Risiko.

(Raiffeisen-Intervention von heute: Falsch, Olmesdahls Beförderung zum COO zeige, dass seine Karriere erst richtig am Aufblühen sei.)

Für Olmesdahls Chef Patrik Gisel ist die Sache gravierender. Der Raiffeisen-CEO wollte sich mit einem reibungslosen Start Luft im Enforcement-Fall Vincenz verschaffen.

Nun wird für Gisel nichts aus dem Plan, mit Rainbow innerhalb der Raiffeisen zu punkten. Selbst in seiner Paradedisziplin läuft es für den Raiffeisen-CEO nicht gut.

Das wiegt umso schwerer, als Gisels Karriere in der Informatik fusst. Er leitete zusammen mit Olmesdahl die IT-Fusion von Bankverein und Bankgesellschaft vor 20 Jahren zur UBS.

Für Gisel könnte die Lage ungemütlich werden. Der 100-prozentige Rückhalt bei den 250 Raiffeisen-Banken ist nicht mehr gesichert.

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42 Kommentare zu “Raiffeisen: Neue IT kommt nicht vor Frühling

  1. Es ist doch absolut normal, dass eine solche Einführung schrittweise passiert. Das Risiko eine grosse Welle zu fahren, wäre nicht professionell. Ich bin überzeugt, dass dieser Plan B von den Projektverantwortlichen schon lange auf dem Tisch lag. Um dieses Projekt wird einfach zu viel Lärm gemacht. Lasst doch die Damen und Herren einfach konzentriert arbeiten. Wer soll sich schon freuen, wenn der Raiffeisendampfer absäuft? Gerade mal niemand. Und jeder der glaubt, dass diese neue Einführungsstrategie plötzlich entstanden ist, hat einfach keine Ahnung von solchen Projekten. Ich habe nichts mit Raiffeisen zu tun, aber muss hier die Kerle mal etwas in Schutz nehmen. Das kommt schon…früher oder etwas später, dafür sicher. Und Probleme wird es bei der Einführung nur so hageln….auch das ist normal! Also mE alles Grün 😀

  2. Schlimm, das wieder die Zensur zugeschlagen hat. Oder warum sonst ich der hochinteressante Artikel zu Vincenz Senior (ein echter Familienbetrieb) verschwunden?
    Pierin, gib nicht Haessig an Deinen Problemen die Schuld. Das hast Du Dir ganz allein eingebrockt!

  3. Wo liegt das Problem ? Es spricht für Olmesdahl, sich nicht drängen zu lassen. Ich habe hart daran gearbeitet, UNISYS ABACUS zu taufen und zu beerdigen und beides hat eben seine Zeit gebraucht. Projekte dieser Grössenordnung lassen sich nicht per Stichtag umstellen. Rolf, ich ziehe meine Hut !!

  4. wie immer bei grossen managementgeführten Betrieben. Prestigeprojekte, Missgünstlinge, Neider, Profiteure und Bauernopfer.
    Das alles auf Kosten der Kunden- nehme ich mal an…
    Wen interessiert es ob die SW im 2017 – 2018 oder 2019 eingeführt wird?
    Nur interne Klotzer und branchenverwandte Neider.
    Die ganze Kraft immer intern verwenden… der Kunde ist ein notwendiges Übel dazu- der das wie immer berappen darf.

    PS: Der Bund hat vor nicht 3 Jahren ihr IT-Prestigeprojekt total in den Sand gesetzt. Das ist heute kein Thema mehr. Kostete dem Steuerzahler aber Millionen… Ich glaube kaum, dass jemand der Verantwortlichen sein eigenes Geld einsetzen musste…
    Immer diese aufgeblasenen Prestigeprojekte- aber nur dort wo Steuerzahler und Kunden die Zeche zahlen… die Manager haben ja den „Goldenen Fallschirm“

  5. bei der raiffeisenbank sitzen menschen dahinter mit all ihren ur-gefühlen wie gier und angst im extrembereich, genau so wie bei jeder anderen bank. das ist normal. aber verwunderlich ist, dass dieser skandal und dieses vorgehen der personalentscheide und strategischen entscheide praktisch einer person der rahmen der raiffeisenbank erlaubt. die raiffeisen gehört zu den systemrelevanten banken in der schweiz. lesen sie derkursstimmt. ich bin mir nicht sicher, ob die raiffeisen in der nächsten finanzkrise stabiler da steht als die cs oder die ubs. die raiffeisen ist sehr agressiv im hypo-geschäft dabei, ein riesies klumpenrisiko. dagegen sind die grossbanken cs und ubs breiter gestreut mit ihrem business und definierten geografischen kreis.

  6. Das Uralt System Dialba funktioniert tadellos und deckt die Bedürfnisse der ordentlichen Raiffeisen-Kundschaft vollständig ab. Avaloq eine Geldumlage zur Befriedigung von wem?

  7. Ob Januar oder Frühjahr 2018 ist ja nicht so entscheidend.

    Es ist aber überhaupt noch nicht gesagt, ob Avaloq überhaupt in dieser Grössenordnung skaliert. Es gibt keine einzige vergleichbare Installation. Bis jetzt läuft Avaloq nur bei Kantonalbanken, kleinen Privatbanken und Ablegern von ausländischen Banken in der Schweiz.

  8. Die Beratungs-Boyz sind mitunter 70% des Grundes, weshalb solche Projekte immer mind. 70% länger gehen und mind. 70% mehr kosten. Die haben keine Motivation, schnell zu arbeiten. Kompliziert. Langsam. Simpelste Dinge 7 mal absichern.

    Wie die Sieben Zwerge. Sagen alles 7x.

  9. Alles Fake News.

    Avaloq hat eine 100% success rate. Es gibt keine Probleme im Projekt. Falls es doch Probleme geben sollte, so ist der Kunde schuld (siehe Luzerner Kantonalbank).

  10. Auf IP war schon wiederholt zu lesen, dass Patrik Gisel die IT-Fusion von Bankverein und Bankgesellschaft geleitet hat. Das ist falsch. Im Organigramm gemäss „Storybook IT-Integrationsprojekt SBV/SBG 1998-99“ tauchen die Namen Gisel und Olmesdahl nicht auf. PL war Zoltán Majdik und seitens Linie Walter Herrmann zuständig. PL des Mega-Nachfolgeprojekts „Strategic Solution Program 1998-2005“ mit zeitweise über 1000 MA war wiederum Zoltán Majdik. Richtig ist, dass Patrik Gisel vor seinem Wechsel im Jahr 2000 zur Raiffeisengruppe Abteilungs- und Ressortleiter IT bei der UBS war.

  11. Neulich habe ich mich telefonisch bei einer grösseren Raiffeisenbank über ein Geschäftskonto erkundigt. Pflichtbewusst hat mich die Dame mit einem FK-Berater verbunden. Auf die Frage, was bedeutet „periodischer Kontoabschluss“, erstmal grosses Schweigen, dann „darf ich zurückrufen“. Nach gut zwei Stunden hatte ich dann die Antwort.

    Codierungen von Versandinstruktionen für den Output sind im Avaloq sehr komplex: BP, Container, Objekt, Output-Art, Inhaber, Adressat, Banklagernd, PDF-Zustellung etc., etc.

    Viel Erfolg, ihr Raiffeisen-Kundenberater.

  12. Kein Regenbogen am Silvester 2017 bei Raiffeisen?! Trotz der soganannten Star Truppe um die Herren Olmesdahl und Loacker? Nein aber auch! Welche Überraschung.

    Gut, wenn die Sonne nicht scheint – wie in der Silvesternacht – kann man einen Regenbogen sehen. Egal wie stark es auch regnen mag.

  13. Kann jetzt nicht über die Raiffeisen sprechen.

    Kenne aber Firmen und Projekte, wo ein erfolgreicher Abschluss systematisch sabotiert wird.

    Gründe:
    – falsche Technologie (kann z.B. keine Transaktionen, man bastelt eigene Lösung, obwohl bewährte existiert).
    – Angriff auf Leute, die Erfahrung und Willen für erfolgreichen Abschluss haben.
    – Geheimkomitee von Scrum-Mastern entscheidet alleine über technisches Vorgehen, worin sie teilweise Junioren sind.
    – IT-Contractors mit Einfluss wollen kein Projektende.

    Die obigen traf ich schon in nur einer Firma.

    In einer Grossbank war das wichtigste Drittel 6-8 Stunden in Meetings, täglich, monatelang. Keine Informationen waren für uns Entwickler erhältlich. Es erinnert an die 3-jährige Papstwahl vor 750 Jahren.

    (Ich war eine kurze Zeit. Dann kam eine der häufigen Budgetkürzungen.)

    Es gibt noch viele „erfolgreiche“ Projektkiller. Oft ist man beratungsresistent.

    Projektleiter wird oft, wer nichts vor der Softwareentwicklung versteht.

    Linus Torvalds, der Erschaffer von Linux und Git, ist eigentlich einer der erfolgreichsten Projektleiter der Welt. Er meidet Leute, arbeitet oft alleine, und redet schroff. Git erschuff er auch, um weniger mit Leuten zu interagieren.

    Linus Torvalds würde NIE einen Job bei der UBS, CS, ZKB, Raiffeisen und vielen anderen Firmen bekommen! Dies ist umgekehrt proportional zum Erfolg.

    • Die Beobachtungen kann ich nur bestätigen. PLs haben aber häufig nur darum so wenig IT-Kenntnisse („Java ist die Abkürzung von Javascript“), weil die IT keine PLs mit IT-Kenntnissen akzeptieren. Gute PLs schauen nämlich von Beginn ständig in die IT hinein und können beurteilen, was da läuft (selten Gutes). Also nimmt man lieber ahnungslose PLs, dann steht das Projekt (wie bei der Raiffeisen) bis kurz vor Schluss auf Grün, die Harmonie bleibt länger erhalten und der eigenen Selbstverwirklichung der IT-Bastler („Warum Bewährtes benutzen? Ist doch fix selbst entwickelt!“) steht weniger im Weg.

      Warum sollte sich ein PL mit IT-Ahnung das antun? Der gründet lieber eine Consulting- oder Produktbude und geht erst dann in den Ring, wenn die allgemeine Panik Stundensätze und Notbudgets in luftige Höhen gehoben hat.

      Der Gap zwischen Business und IT ist der Gap zwischen Ahnungslosen und Ego-Bastlern. War nie anders, wird wohl auch nie anders werden.

      Zu Linus: Annähernd alle Enterprise-Entwickler würden nie am Linux Kernel mitentwickeln. Ansonsten würden sie es nämlich einfach tun, niemand hält sie davon ab. Linux-Kernel-Entwicklung ist Champions League, Enterprise-IT ist Kreisklasse.

      Wenn du als Entwickler was taugst, schaust du dir Enterprise-IT höchstens eine kleine Weile an und dann suchst du dir eine vernünftige Produktschmiede (und entwickelst nebenher am Linux-Kernel).

  14. das desaster war ja mit langer ansage. da hat jeder geschmunzelt und gesagt „schauen mer mal“. natürlich grosses projekt, aber mit vorlauf von drei Jahren darf eine punktelandung erwartet werden. aber es war in den letzten monaten zu ruhig um dieses thema. doch lieber später und dafür o.k., als eine katastrophale e-banking-einführung der luzerner kantonalbank. funktionierendes system bei raiffeisen für Hypotheken enorm wichtig. kommerzielle kredite sowieso beiläufiges rahmenprogramm. also; wir sind gespannt in diesem kino!

  15. hahahah, das ist ja süss, wie hier ein paar beherzte RCH-Mitarbeiter gleich in die Tasten greifen und das Desaster schön reden wollen. Seit Monaten stehen alle anderen Projekte still, weil alle auf den 31.12.17 warten – Stillstand bleibt also weiterhin der Normalzustand.

    • Komm erzähl mal, du Innenseiter.
      Welche Projekte stehen denn genau still? Hä?
      nicht nur bla bla bla…

  16. Blödsinn. Die ersten Banken werden wie geplant zum Januar starten. Ist bei solchen Projekten normal, dass ein paar Wochen vorher Nervosität da ist.

    • Toller Kommentar: keiner der genannten Manager ist aus dem EU Raum – zum einen

      Zum anderen: wenn Sie Probleme mit der EU haben, gehen Sie doch als Älpler hoch auf die Alm statt sich mit dem auf internationalen Kapitalströmen basierenden Bankgeschäft zu befassen 🙂

      Und so ein Kommentar kriegt so viele Daumen – weglach

    • Die grössten Versager schieben die Schuld immer den anderen in die Schuhe, gell Widmer. Wer ist den Schuld an Ihrer (sagen wir mal) minder ausgestatteten Dachwohnung? Und das muss ich Ihnen nun doch auch noch mitteilen: Ihr Posting sagt mir, dass Sie bzw Ihr Arbeitsplatz mit einer EU Fachkraft ersetzt worden ist. Haben Sie sich schon mal gefragt, warum? Könnte an Ihrer spärlich möbilierten Dachwohnung liegen. Sie hätten besser gearbeitet, als dauernd Opfer für Ihre Fehler zu suchen…. Ist wie mit den braunen Hurrabrüller genannt $VP: Schuld sind immer die Burkas, Minarette, EU und ganz beliebt: der linke Gutmensch. Hirnlosigkeit ist „in“. Siehe Trump. Darum sind Sie voll trendy. Wow.

  17. Boah … wie ätzend! Das tut richtig weh.

    Wenn man versucht, um jeden Preis eine Krise herbeizureden.

    Bei so vielen unabhängigen Banken wäre es ja völlig aberwitzig, zu glauben, dass alle Banken mit einem grossen Big Bang migriert werden. Ist doch völlig klar, für jeden einigermassen kompetenten Menschen, dass so etwas in verschiedenen Stufen und Wellen geschehen muss.

    Wieviele Grossprojekte von solcher Tragweite gibt es denn in der Schweiz, die auch nur annähernd pünktlich, innerhalb des ursprünglich abgeschätzten Budgets und dann auch noch einigermassen erfolgreich abgewickelt worden wären?

    Das Schicksal von wirklich bekannten Manager-Persönlichkeiten, noch dazu solchen, die eben nicht zu den vielen Dampfplauderern und Bonusoptimierern etc. gehören, mit solchen fadenscheinigen Argumenten zu verknüpfen, diskreditiert auch alle anderen Inhalte dieser Plattform. Schade.

    Und nein: Weder bin ich mit der Raiffeisen verbandelt noch sonst irgendwie. Aber das tut einfach nur weh!

    • Absolut korrekt. Wenn der Schreiberling dieses Artikels auch nur ansatzweise wüsste, wie sich die Leute ins Zeug legen, um dieses für die Schweiz einmalige Projekt zum Erfolg zu führen, sehr früh am Arbeitsplatz sind und bis tief in die Nacht arbeiten, würde er sich vielleicht seine geHÄSSIGen Kommentare sparen. Der Artikel ist eine einzige Frechheit, zeugt von nicht vorhandenem Wissen um grosse IT-Projekte und deren Tücken, diskreditiert Massen von Top-Mitarbeitern und dient nur dazu, einfach mal wieder schlecht über andere zu reden. Shame on you, Mr. Hässig.

    • 1. Zählen Sie Patrick Gisel nicht zu den Dampfplauderis? Ich schon!
      2. Man kann von der UBS halten was man will, aber von der Komplexität her noch viel grössere Projekte wurden in der Vergangenheit zeitgerecht und mit hoher Qualität abgeliefert.

    • Gotthard-Basistunnel?

      4 Mrd über Budget gegenüber Schätzung in 2006, mehr als 5 Mrd über Budget gegenüber Schätzung in 1998 – tolles Beispiel 😉

    • Das Projekt hat seinen Ursprung in der Grossspurigkeit von PV, weil ihn ZS nicht die Vontobel hat übernehmen lassen. Er hat seinerseits ziemlich rasch und ziemlich laut herumposaunt, dass er die Kooperation mit Vontobel kündigt und innerst kürzester Zeit ein eigenes Corebankingsystem auf die Reihe bringt.

      Was ist passiert? Die Kooperation musste er verlängern weil sich seine Illusionen in Luft aufgelöst haben und er den ersten Termin nicht einhalten konnte. Wer hätte es gedacht.

      Dass sich die Kollegen von Raiffeisen, Arizon und Avaloq ins Zeug legen um den aktuellen Termin zu halten ist keine Frage. Dass es bei Projekten dieser Grössenordnung zu Problemen und Verzögerungen führen kann auch. Für mich ist es aber auch keine Frage, dass sich die hohen Herren übernommen haben. Und nichts aus den Erfahrungen anderer gelernt haben.

  18. Wo gehobelt wird fallen Späne! Natürlich ist es nicht gut, wenn ein IT-Projekt dieser Dimension verspätet ist. Leider ist es aber auch normal. Wenn die das mit einem halben Jahr Verspätung einführen, und dafür alles funktioniert, ist es immer noch eine beeindruckende Leistung.

    • Riccardo, bist du es wirklich!? Wo bist du denn!? Wir vermissen dich in Berneck respektive in der Au!!

    • Hier fallen keine Späne (was für ein IT-ler-Geschwurbel). Hier wurde die ganze Bude in Brand gesteckt.

      Avaloq ist natürlich fein verpackter IT-Murks, das ist ja allgemein bekannt und da sind sich vermutlich auch bei der Raiffeisen alle einig. Das war aber bereits vor spätestens 1.5 Jahren klar. Kompetente IT-ler hätten das fundiert reported, verantwortungsbewusste Manager daraufhin vernüftig die Weichen gestellt.