Sarasin findet Rohstoffe gut, also kaufe ich Gold

Heute habe ich den Institutional Spotlight Report der Bank Safra Sarasin erhalten, der familiengeführten Bank aus Basel und Brasilien. Wie die meisten Schweizer Banken ist auch diese gut im Research. Es lohnt sich, einige solcher Reports zu abonnieren, man bekommt dadurch gute zusätzliche Informationen.

Safra empfiehlt, in Rohstoffe einzusteigen. Das sei nicht nur eine gute Diversifikation, sondern habe auch eine gute Korrelation mit der Inflationsentwicklung. Mit anderen, meinen Worten: Wenn die Inflation steigt, steigen auch die Preise der Rohstoffe. Und die Inflation könnte jetzt jeden Moment zu steigen beginnen, in gewissen Bereichen hat das sogar schon stattgefunden. Allerdings kann niemand sagen, wann sie dann richtig zuschlagen wird. Nicht mal annähernd genau.

Für Anleger ist die Inflation aber wichtig, denn eine höhere Inflation bedeutet steigende Zinsen der Nationalbank und somit fallende Aktienkurse. Wer viele Aktien und Obligationen hat, kann sich daher mit Rohstoffen gegen das Inflationsrisiko absichern, zumal diese, so die Ökonomen von Safra Sarasin, im Vergleich zu Aktien sehr günstig sind.

Gleichzeitig sagt Safra, dass die Rohstoffe im Falle einer Rezession zusammenbrechen. Für mich standen diese beiden Aussagen zuerst im Widerspruch. Nun glaube ich, den Grund gefunden zu haben. Die Hälfte des weltweiten Rohstoffmarktes besteht aus Öl, das von der Wirtschaft jeden Tag in rauhen Mengen verbraucht wird – im Gegensatz zu Gold.

Geht es der Wirtschaft gut, ist der Ölpreis deshalb hoch. Geht es ihr – während einer Rezession – nicht gut, braucht es weniger Öl, und der Ölpreis sinkt. Aber das ist nur beim Öl so. Nicht beim Gold. Dessen Preis steigt bei einer Rezession, weil Anleger ihre Wertschriften verkaufen und teilweise gegen Gold tauschen.

Vergleicht man den Goldpreis alleine mit dem Aktienmarkt, stieg er nämlich bei fünf der letzten acht Aktienstürzen. Wie die bekannte Aktien-Website Marketwatch aufzeigt, ist diese umgekehrte Korrelation gerade jetzt sehr gross, was darauf schliessen lässt, dass Gold aktuell eine gute Massnahme gegen zuviel Aktien im Portfolio ist.

Ich habe deshalb beschlossen, meine dritte Gold-Aktie für meine dritte Anlagesaison zu kaufen, meine „Absicherungs-Saison“. Es ist Randgold aus Südafrika, denn ich glaube, dass Afrika eine grosse Zukunft vor sich hat. Randgold hat zudem einen kombinierten Rang von 83. Ich kaufe darum an den US-Märkten 60 Aktien von Randgold für rund 4’600 Franken.

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9 Kommentare zu “Sarasin findet Rohstoffe gut, also kaufe ich Gold

  1. Kürzlich habe ich genau das Gegenteil gelesen. Gold sei teuer und befinde sich in einem noch Jahre anhaltenden Bärenmarkt. Ein Überangebot führe gemäss Wells Fargo zu dieser negativen Preisentwicklung.

    Was soll man da glauben??

  2. Die Assetklasse Rohstoffe beinhaltet nicht nur Gold sondern auch weitere Rohstoffe wie Getreide, Metalle, Öl, Fleische und andere landwirtschaftliche Produkte. Diese Assetklasse kann man nur abdecken mit der physischen Ware oder eben mit dem Handel von Rohstoff-Futures. Aber Finger weg von „long-only“, da die Rohstoffmärkte keine Einbahnstrasse sind und deshalb von beiden Seiten (long & short) aktiv bewirtschaftet werden müssen.

  3. Je ineffizienter ein Markt ist und je mehr man von diesem Markt versteht und je besser die Fähigkeit ist, künftige Entwicklungen vorauszusehen, desto weniger ist man darauf angewiesen zu diversifizieren. Diversifikation ist eine reine Vorsichtsmassnahme gegen Ignoranz. Sie ist nicht nötig für die, die wissen, was sie tun.

    Aber das Eingeständnis von „Nicht-Wissen“ ist kein Ausdruck von Dummheit, sondern von Klugheit, denn wer weiss, dass er nichts weiss, ist auf jeden Fall dem überlegen, der sich Wissen anmasst über Dinge, von denen er eigentlich nichts versteht.

    • @ merlin:

      Mit welchen Mitteln bzw. Analysewerkzeugen können Sie künftige Entwicklungen an den Finanz- und Kapitalmärkten voraussehen?

      Ich selbst antizipiere Markttrends und bin so lange mit dabei, bis diese abbrechen. Zusätzlich benutze ich diverse andere Signalquellen, um Fehlsignale der von mir verwendeten Trendfolgestrategie zu minimieren (Richtung und Steigerungsrate der amerikanischen Wertpapierkredite, Kursentwicklung von Pflichtwandelanleihen systemrelevanter Banken, Richtung und Steigerungsrate der Unternehmensgewinne, vorausgegangene Wechselkursentwicklung, etc.)

      Können Sie uns allen hier konkret mitteilen, wann die aktuelle, seit 2009 laufende große Hausse des amerikanischen Aktienmarktes enden wird?

    • @Merlin: Ihren Satz „Aber das Eingeständnis von „Nicht-Wissen“ ist kein Ausdruck von Dummheit, sondern von Klugheit, denn wer weiss, dass er nichts weiss, ist auf jeden Fall dem überlegen, der sich Wissen anmasst über Dinge, von denen er eigentlich nichts versteht.“ habe ich auch schon irgendwo im praktisch gleichen Wortlaut gelesen. Und siehe da, Google sei Dank, diesen Satz findet man praktisch eins zu eins im Buch „Reich werden und bleiben“ von Rainer Zitelmann. Sind Sie, Merlin, etwa Chinese (die sind normalerweise hervorragend im Kopieren) oder heissen Sie in Tat und Wahrheit etwa Guttenberg?

    • Falsch, Mandis

      Auch für einen Krügerrand, Vreneli oder Sovereign bezahlen sie keine MwSt. Nur für Sammlermünzen die ein x-faches des Goldwerts kosten sind Steuern fällig. Die haben aber nichts mit Geldanlagen zu tun…

  4. Als Musterbeispiel für im Rohstoffbereich mögliche spektakuläre Gewinne kann die kanadische Teck Resources gelten:

    https://www.boerse.de/historische-kurse/TECK%20RES%20B%20SUB.VTG-Aktie/CA8787422044

    https://www.teck.com/

    Heute aber eher nicht!

    Wie allgemein die rohstoff- und minenlastige kanadische Börse TSX in Toronto ein guter Indikator der allgemeinen Rohstoffkonjunktur ist:

    https://www.tsx.com/

    https://www.boerse.de/historische-kurse/SundP-TSX-60/XC0009654721

    https://www.boerse.de/kurse/SundP-TSX-60-Aktien/XC0009654721