Vontobel-Chefs flüchten aus eigenen Aktien

Massive „Insider“-Verkäufe der Privatbank – Doch im Quervergleich halten Staub & Co. weit mehr Aktien als CS-Chefs.

Zeno Staub oder ein anderer Spitzenmann der Zürcher Familienbank Vontobel hat nach der Publikation des Halbjahres-Resultats sofort einen Verkaufsauftrag erteilt.

Aktien der „eigenen“ Unternehmung, sprich der Bank Vontobel, im Wert von 3 Millionen Franken sollen verkauft werden; dies gestaffelt, um den gewünschten Preis zu erhalten.

Die Verkaufsorder ist nur die letzte in einer ganzen Reihe. Insgesamt haben Vontobel-„Insider“ seit Anfang Jahr 11 Mal eigene Aktien verkauft.

Damit stehen die hohen Vontobel-Manager an der Spitze. Bei der UBS und der CS gab es nur vereinzelte Insider-Deals, bei der Julius Bär waren es im 2018 ein halbes Dutzend Verkaufsaufträge.

Für den Sprecher der Vontobel-Bank hängen die gehäuften Verkäufe mit den Boni des obersten Managements zusammen.

„Da den Teilnehmern an dem Aktienbeteiligungsplan jährlich Aktien von Vontobel als Teil der Gesamtvergütung zufliessen, bei Mitgliedern der Geschäftsleitung automatisch 50% der variablen Vergütung, werden Teile dieser Aktien, die nach der dreijährigen Sperre verfügbar sind, regelmässig veräussert, um die Abgaben für die neuen Aktien zu begleichen oder aber auch um zu diversifizieren.“

Trotz diesen regelmässigen Verkäufen würden CEO Zeno Staub und die übrigen Topleute der Vontobel-Bank hohe Vontobel-Aktienbestände halten.

„Die Mitglieder der Geschäftsleitung halten derzeit rund das 10fache des Basissalärs in Vontobel Aktien“, sagt er.

Vontobel-CEO Staub hielt per Ende 2017 rund 163’000 Aktien der Familienbank. Bei einem Kurs von aktuell 70 Franken macht das über 11 Millionen Franken.

Staub verdiente im letzten Jahr gemäss Jahresbericht der Bank fix 700’000 Franken. Somit ist Staubs Engagement in Vontobel-Titeln mehr als 15 Mal so hoch wie sein Basissalär.

Damit sind die Vontobel-Chefs eine Ausnahme in der Schweizer Banken-Landschaft. Bei der Credit Suisse kommt CEO Tidjane Thiam bei weitem nicht auf diese Dimension.

Thiams Aktienbestand mit effektiv in seinem Besitz befindlichen Titeln und solchen, die ihm erst versprochen, aber noch nicht zugeteilt sind, belief sich per Ende 2017 auf gut 1,1 Millionen Stück.

Beim aktuellen CS-Kurs entspricht dieser Aktienbestand Thiams einem Wert von rund 17 Millionen Franken.

Stellt man dies in Relation zum Fixgehalt des CS-Chefs von 3 Millionen im Jahr, so hält Thiam rund 5 bis 6 Mal so viele Aktien, wie er Cash als Basissalär bezieht.

Das entspricht somit gut der Hälfte dessen, was bei der Bank Vontobel für die obersten Führungskräfte Usus ist. Im Direktvergleich mit Vontobel-Chef Zeno Staub ist es aber nur rund ein Drittel.

Nicht viel. Noch weniger wird es, wenn man Thiams Vorgesetzten, CS-Präsident Urs Rohner, zum Massstab nimmt. Bei ihm ist das Verhältnis um Längen schlechter.

Rohner hielt per Ende 2017 knapp 200’000 Aktien „seiner“ Bank. Bei den heutigen Kursen der CS-Aktie machte das rund 3 Millionen Franken.

Verdient hat Rohner im letzten Jahr aber allein als Basishonorar 3 Millionen.  Hinzu kam noch ein Zustupf für den Präsidentenjob. Insgesamt kam er auf 4 Millionen. Somit hält Rohner CS-Aktien im Wert von nicht einmal einer einzigen Jahresentschädigung.

Ist das in CS spezifisches Problem? So sieht es aus. Ausgerechnet die einstige Super-Tradingbank entschädigt ihre Spitzenleute mit viel Cash und verhältnismässig wenig Aktien, sprich risikofrei.

So verdiente UBS-Chef Sergio Ermotti als Basis im letzten Jahr 2,5 Millionen Franken. Per Ende 2017 hielt er 2,1 Millionen UBS-Aktien, entsprechend zu heutigen Werten 33 Millionen.

Ermottis Verhältnis von seinem Basissalär zum Wert seines UBS-Aktienpakets liegt somit beim rund 13-fachen – und damit um Welten höher als bei seinem Counterpart Thiam.

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25 Kommentare zu “Vontobel-Chefs flüchten aus eigenen Aktien

  1. Das ganzen Aktivitaeten der Herren Ermotti, Thian, Rohner ensprechen der Finanz Gang in den USA und in Russland, mit ablegetvin Italien.
    Diese Herren mit Sitz in der Schweiz, Schweizer oder Auslaender haben kein interesse noch Gefuehl und geist fuer unser Staatswesen.

  2. Die meisten Insiderverkäufe würden nicht getätigt, waren die Partnerinnen dieser ‚armen Manager‘ finanziell nicht so unterhaltsintensiv.

    • An allem sind die Frauen schuld? Und das Ziel des männlichen Handels ist immer die selbstlose Zufriedenstellung der Frau? Scheint mir ein schon sehr einfacher Kommentar zu sein..

  3. Das würde ich so nicht unterschreiben.
    Es ist ja so, dass diese Aktie irgendwo um den 18. Mai 2007 etwas mehr als CHF 74.– anzeigte. Und jetzt, also mehr als 11 Jahre später nach dem Super Gau Taucher im 2009 bei CHF +/- 16.–, ist sie wieder in diesen Höhen. Dividenden einkassiert über all die Jahre und verkaufen ist ok.

    • Blöd nur, dass die wenigsten Vontobler vor 16 Jahren bereits an Board waren.

  4. Rohner&Co haben längst den Glauben in die eigene Firma verloren und beschäftigen sich mehrheitlich damit, die Key Shareholder bei Laune zu halten, damit sie jährlich wiedergewählt werden und ihren „wohlverdienten“ Obulus in cash steigern können.
    Fragt sich nur, wie lange die dummen Grossaktionäre das verlustreiche Spiel noch mitmachen!

  5. Wann kapiert endlich auch mal ein HH, das die Aktienoptionen nichts anderes als ein zusätzliches Salär sind und zu Geld gemacht werden müssen. Was hier für schwachsinnige Kommentare dazu abgegeben werden, kann nur daran liegen, das diese Kommentatoren noch nie in ihrem Leben Aktienoptionen als Lohnbestandteil erhalten haben. Aber Hauptsache, Mann/Frau kann mal wieder gegen irgend einen Bankenmanager Bashing betreiben. Ist doch komisch, das es keine „Unterstellungen“ gegen Vorstände von Nichtbanken gibt, interessiert wohl nicht so?

    • @Hans-Günter
      Dass es keine „Unterstellungen“ gegen Vorstände (? Meinst Du evtl. VR? In der Schweiz gibt es keine „Vorstände“) von Nichtbanken gibt, könnte evtl. mit der überdurchschnittlichen, durch nichts zu rechtfertigende Entlöhnung der Bank“vorstände“ zu erklären sein. Schon mal daran gedacht?

    • Seit wann gibts keine Vorstände? Und selbstverständlich erhalten alle Vorstandsmitglieder von notierten Unternehmen einen erheblichen Anteil ihres Lohnes in Aktien. Das ist keine Ausnahme sondern Normalzustand und dementsprechend ist ein Verkauf ein ganz normaler Vorgang .

  6. wenn wir annehmen (da wir das Wort empirisch nicht mögen…) dass eine Aktienkurs bei der allgemeinen Wirtschaft, Zeitdimension und sontiges für mehr als 80% verantwörtlich ist, dann ist die „Leistung der Spitzenmanager“ marginal Insignifikant…
    Anderes gesagt, haben wir in den letzten 10 Jahren gesehen, dass auch unter schlechte oder durchnschnittlichen Performance sehr gut verdienen kann (sogar bei Minuszahlen….), dass das „Können“ irgendwo von Markt vergessen wird…. Vontobel ist sicher eine Ausnahme, wie einige andere, die wirklich verdient haben….aber eben nicht vergessen, dass trotzdem 80 % ist bei unsere Gesellschaft „Verdient“; Trump, Putin, XI, Merkel, Macron, Lagarde und anderen ….Dass nennen wir „Liberale System“ und „Eigeninitiative“ und dabei verstehen wir nicht, dass ohne das ganze alles gar nicht funktioniert…. Sei nicht neidisch, aber verdient haben die wenigen in den letzten 10 Jahren….ah, haben wir vergessen noch die „Königin“ zu verdanken: die FED…..

  7. Haben wir dieses Thema nicht jedes Jahr?

    Dann wird eben mal wieder eine neue Yacht fällig. Oder eine neue Geliebte die mit Schmuck und Reisen versorgt sein will. Oder ein neuer Ferrari. Hat nicht letztes Jahr einer einen Baum damit geküsst? Vielleicht dachte er, beim zweiten Mal hat er bessere Chancen.

  8. “Vontobel-Chefs fluechten aus eigenen Aktien”
    So einen missleading Titel kann nur der Vontobel-Hasser und der sich derzeit total von der Rolle befindliche, offenbar hitzeempfindliche Haessig schreiben. Erstens haben auch Manager Ausgaben, wie Steuern etc. zu begleichen und zweitens geht es Haessig ueberhaupt nichts an, was diese tuechtigen Leute mit ihrem Geld machen. Ehrlich verdient und versteuert. Haessig entwickelt sich immer mehr zu einem Ri…n-Ars..loch, dreckig und erst noch krummgebohrt!

    • Diese Vulgärsprache nicht hilfreich Tadeus Troll. Hypothesen darf/soll man anstellen dürfen.

      Natürlich geht es die Öffentlichkeit etwas an, wenn die Geschäftsleitung die Aktien ihrer eigenen Bude verkaufen.

      Im Artikel ist nirgendswo geschrieben, dass diese Rechenschaft ablegen müssen bezüglich Verwendungszweck des Verkaufserlöses.

    • Toll, jetzt hat sich auch noch so ein das Tageslicht scheuender, sich selbst masslos überschätzender klandestiner Abgreiffer wie Du in die Kommentarspalten von IP verirrt. Husch zurück ins Körbchen, und dann Deckel drauf.

    • Troll; vermutlich hat der Dienstag bei Ihnen nicht gut angefangen. Anders kann ich mir Ihre hasserfüllte „Fäkalsprache“ nicht erklären. Solche Infos wie im obigen Artikel sind wichtig, sie zeigen die z.T. völlig aus dem Ruder laufenden Entschädigungen im Verhältnis zur geleisteten Arbeit. CS Rohner und Thiam sowie der Zensur-Ermotti sind viel sagend Beispiele.

    • @Tadä(e)us Troll.

      Vermutlich ein warmes Bier getrunken ? 🙂 da kann einem der Kopf schon „sturm“ werden und das Geschreibsel in die Fäkaliensprache abdriften. Der Mittelfinger geht hoch Mr. Troll.

      Falls Hirn vorhanden wäre, müsste darüber nachgedacht werden, ob die Insider-Verkäufe nicht sehr viel mit der Notenstein-La Roche – Operation zu tun haben. Die Konsequenzen daraus sind m.M. nach alles andere als blütenrein, noch Ertrags wirksam in den kommenden Jahren.

    • Und was ist Ihr inhaltlicher Beitrag zum Artikel? Und nur in den Spiegel geschaut, damit Sie Herrn Haessig mit Ihren Merkmalen verunglimpfen konnten – sehr erbärmlich!

    • Ihre bösartigen und unzivilisierten Anwürfe, Herr Tadeus Troll sind eines
      IP nicht würdig und sollten gesperrt werden. Jeder Neandertaler hatte
      mehr Geist und Grips und wusste sich in die Gesellschaft einzuordnen.
      Sie sind eine Schande für IP.
      Peter Vögelin

    • @Peter Voegelin
      Vielleicht merken selbst sie, dass der Ton jeder Auseinandersetzung weltweit haerter und dafuer ehrlicher geworden ist. Ich verfolge Haessig schon lange, frage mich immer wieder, wieso er ALLES, was sich bei Vontobel tut, nur negativ und grenzwertig, vielleicht etwas nobler ausgedruckt, kommentieren muss. Vermutlich leidet Haessig am Vontobel-Syndrom und ich schreibe eben nicht “politisch korrekt” sondern verstaendlich fuer alle, trotz den vielen Punkten. So sei es!

  9. Super, man muss ja die Schäfchen vor dem bevorstehenden Börsen-Knall noch ins Trockene bringen. Nächster Einstiegskurs VT bei ca. Fr. 25.-, ihr werdet sehen.

    • Kann ich bei Ihnen VT Aktien gleich kaufen?

      Zahle Ihnen sogar 30.–

      Walk the talk…