UBS säuft ab, CEO twittert

Ermotti verbreitet wie Trump seine Überzeugung global-digital – Derweil versagen seine „Cracks“ Blessing und Christl Novakovic.

Sergio Ermotti auf den Spuren von Donald Trump. Wie der Tages-Anzeiger heute schreibt, „twittert“ nun auch der UBS-Chef. Seine 67’000 Mitarbeiter dürfen die Erkenntnisse ihres Bosses aber nur übers Handy lesen – UBS hat die sozialen Medien bekanntlich gesperrt.

3 Meldungen, schon 1000 Fans: Twitter-Sergio

Ob Ermottis Rede-Offensive der geschundenen UBS-Aktie Auftrieb verleiht, bleibt abzuwarten.

Sicher ist, dass die brutale Abstrafung gestern an der Börse starke Hinweise liefert, dass die grössten Investoren mit der Nummer 1 der Schweiz und ihrem Führungspersonal nicht happy sind.

Der Grund liegt weniger in der Investmentbank der UBS, die im 4. Quartal in die Verlustzone abgeglitten ist. Sondern die grosse Unzufriedenheit hängt mit der weltweiten Vermögensverwaltung des helvetischen Multis zusammen.

Dort wollen Ermotti und seine Kollegen an der UBS-Spitze punkten, mit dieser Division versuchen sie, endlich auf Touren zu kommen und den Kurs der eigenen Aktie von 12 oder 13 Franken auf 20 bis 30 Franken zu erhöhen. Doch just dort verliert nun die UBS an Stärke. Reiche ziehen Milliarden ab, die Gewinne brechen teilweise ein.

Auf zur 13er-Barriere: Intraday UBS (Swissquote)

Dabei war Anderes geplant. Ermotti hatte vor Jahresfrist entscheidende Weichen gestellt, um die Paradedisziplin der UBS auf Vordermann zu bringen. Er entliess den langjährigen Chef Jürg Zeltner, legte dessen Bereich mit der Vermögensverwaltung in den USA zusammen und installierte für den neu „Global Wealth Management“ genannten Bereich eine Doppelspitze, mit Martin Blessing als Zuständigem für alles ausser den USA.

Blessing seinerseits berief sofort Christine Novakovic zur Leiterin für die zentrale Region Europa und den Nahen Osten. Nun ist ein Jahr in die Landschaft gezogen, und die Resultate im globalen Wealth Management und insbesondere im Einflussbereich von Blessing und von Novakovic liefern ein ernüchterndes Bild. Die beiden Shootingstars und vermeintlichen „Heilsbringer“ sind schwer abgestürzt.

Absturz im Heim-Kontinent: Gewinnhalbierung EMEA (UBS)

Die Region Europa hat beim Gewinn 50 Prozent eingebüsst. Halbierung. Rechnet man die Kosten für Rechtsfälle heraus, so hellt sich das Bild etwas auf. Es bleibt aber ein Gewinneinbruch um gut einen Viertel.

Halb so wild, könnten Novakovic und Blessing sagen. In Asien liegt das Gewinn-Minus sogar noch höher. Und Europa ist halt wegen dem Schwarzgeld-Ende und dem automatischen Informationsaustausch zur Schrumpfregion geworden.

USA -5%, Asien -7%, Europa -8%, Schweiz -4%, UHNWI -3%: Tiefrote Kundendepots (UBS)

Doch das sind Ausflüchte. Blessing hat den Auftrag, die UBS in der Vermögensverwaltung zur unbestrittenen führenden Bank zu machen – gerade in Europa, wo die Schweizer im Vergleich zur Region Amerika einen offensichtlichen Heimvorteil geniessen.

Blessing hat dafür von seinem Boss Ermotti freie Hand. Den Spielraum nutzt der Deutsche mit der Wahl von Spitzenfrau Novakovic, die sich lange Hoffnung auf die Führung des Bereichs Schweiz machen konnte, dort aber wiederholt nicht zum Zuge kam. Mit der Berufung zur Europa-Chefin in der Devision von Blessing durfte Novakovic nochmals zeigen, was sie kann.

Wenn nun aber ihre Europa-Region derart absäuft – der Befund lässt sich nicht nur mit dem einbrechenden Gewinn erhärten, sondern auch mit dem starken Minus bei den verwalteten Vermögen -, so bleibt als Fazit, dass Novakovic den in sie gesetzten Hoffnungen nicht gerecht geworden ist.

Kommentare

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  1. Frage: Weshalb sucht die UBS intern nach künstlicher Intelligenz? Antwort: Weil das Top-Management keine natürliche vorzuweisen hat. Die Aktie dümpelt nach wie vor auf Stufe Ramschpapier und der Obermotz sonnt sich am vermeintlichen Erfolg. Wann wird dieser Laden endlich ausgemistet?

  2. Ich finde das UBS Personal ist freundlicher als früher. Verglichen zu anderen Banken hat die UBS ein ausgezeichnetes IT System. Die Berater sind nicht schlechter noch besser als bei den anderen Banken.
    Die Kosten der UBS sind übertrieben hoch. Viele haben die Bank aus diesem Grund verlassen und weitere werden noch das Gleiche tun. Dies besonders wenn sie etwas über die Boni der Topmanager lesen. Dies betrifft die gesamte Kundschaft.
    Eine Fusion wäre für niemanden gut. Nicht für die Banken, noch für seine Angestellten. Auch volkswirtschaftlich sehe ich keinen Vorteil. Ein solches Institut würde noch mehr von ausländischen Investoren und großmäuligen big shots in eine nicht unbedingt vernünftige Geschäftspolitik geführt.

  3. Das ganze Management der UBS hat punkto Leistung und Koennen wie Verteauen kein Schuss Pulver wert, einfach Schrott.
    Arroganz und Trixereien sind sind aktuell.
    Schweuzer Volk erhebe dich gegen diese Probagonisten

  4. Jetzt wird die UBS noch starke Konkurrenz von den Briten bekommen -die haben nämlich bei ihren Offshore Finanzplätzen das Bankgeheimnis noch!
    Dank, dass sie aus der EU aussteigen!! Wenn die Schweizer Politik nicht bald etwas unternimmt im Richtung wiederherstellen des Bankgeheimnisses für Ausländer könnt ihr die UBS bald vom Boden abkratzen!
    Die Schweizer Banken – nicht nur die UBS – werden international gemieden!
    Und ein milliardenteures Schweizer Beamtenheer bleibt ohne unsere Banken nicht mehr bezahlbar!
    Hat die Politik eigentlich Dreck in den Ohren??

    • Wieviel % des BSP werden „durch“ Banken und deren Angestellte in der CH erwirtschaftet? Sind es noch 15% oder bereits weniger?

  5. Habe mich sofort angemeldet bei Ermotti-Twitter. Es braucht diese Information von der andern Seite. Ich schätze IP sehr, aber manchmal gibts eben auch einseitige Artikel. Man kann sich dann selber ein Bild machen.

    • Fredi der Büetzer

      Hallo Karin. Ihr Approach gefällt mir sehr. Alles lesen, alles hören und dann selber denken was richtig ist. Besser geht es gar nicht! super !

  6. Wie tief muss der Aktienkurs eigentlich sinken bis Bundesrat Maurer vor die Medien tritt und behaupten wird die Bank sei sicher?

  7. Blessing und Novakovic sind zwei Fehlbesetzungen. Bei beiden ist nicht nachvollziehbar, aus welchen Gründen sie mit ihren jetzigen Funktionen betraut wurden. Dazu fehlen strategische Überlegungen, wie die Bank wachsen soll und wie sie wieder zur internationalen Spitzengruppe aufschliessen kann. Ohne neue Leute wird sich bei der Bank nicht viel bewegen und es droht weiterer Rückfall. Die Aktien, die gegenüber ihren Allzeithoch ca. 85% (!) an Wert verloren haben, kann man bis auf weiteres niemandem empfehlen.

  8. Leider haben sich bei der UBS jene durchgesetzt, welche den halben Tag mit politischen Spielchen und Intrigen verbringen. Es geht nur noch darum, ja keine Fehler zu machen. Zudem gibt es die sogenannten Frühstücksdirektoren, welche nur noch Repräsentativ Charakter haben, viel abkassieren und wenig leisten. Da wäre z.B. BK, Vice Chairman GC, welcher First Class in der Welt herumfliegt. Oder ES, der untalentierteste Banker, den die Welt je gesehen hat, der es unter KS bis zum MD geschafft hat. Das ist leider nicht mehr die gute, alte UBS, welche einen tollen Ruf in der Finanzwelt hatte. Leider hat sich nach der Fusion SBG/SBV der langsame aber stetige Niedergang abgezeichnet. Die guten Leute haben die Bank verlassen.

    • Jeder alte SBGler konnte selbst den langsamen Niedergang unter Ospel/Wuffli erleben. Selbst die PK-Gelder bzw. Überschüsse der sehr erfolgreichen SBG-PK wollten sie noch groszügig umverteilen. Es tut einfach weh den von diesen Herren eigeleiteten Niedergang mitanzusehen.

    • @Eulach. Beim SBV ist Wuffli damals, vor der Fusion, die Umverteilung der PK-Ueberschüsse gelungen!!

  9. Seit 2008 ist UBS immer noch halbkrank, dagegen CS stinkt vom Kopf. Eine Megafusion wäre eine Losung, politisch aber in CH (noch) nicht tragbar. Ende der Bankgeheimnis zeigt nun das Resultat, danke Frau Widmer Schlumpf & Co.. Waren damals PB verwaltete Gelder mit 100-120 bps garniert, haben heute mit Ermässigungen von 20-30% zu tun. Dazu in CH sind Neugelder praktisch Null. Weissgeldstrategie zeigt endlich seine Kosten (inkl. Büssen). Zeiten wo ein Berater Chf 250-300 Fixlohn + Boni verdiente sind vorbei. Es bleiben ihm Sportzentrum, halbes Preis Eintritt am White Turf, französische Sauce in der Kantine und ein 100 gr. Panettone am 24.12.. Und ein sehr nützliches 🤐 Twitter seitens Herr Ermotti …

    • Was würde eine Fusion bringen?

      Ist genauso wie eine Sumo-Hochzeit ein schlankes Paar ergibt.

    • EWS wurde gewählt vor allem von der SP aber auch einige CVP und FDP waren dabei. Als Dank für diese Wahl hat EWS den Bankenplatz Schweiz schwer geschädigt. Ich frage mich, ob es das Wert war.

  10. Blindflug erster Klasse. Das US Geschäft ist grössten Teil reines Brokerage mit Cost/Income von über 85% und Vermögensabfluss. Die Inflows in der Vergangenheit wurden teuer eingekauft. TN hat das zwar gestoppt, aber auch kein Neugeld mehr gebucht. Blessing hat wohl in der Vergangenheit bewiesen, was er drauf hat oder nicht drauf hat. Woher sollen all die Quereinsteiger ins Wealth Management die Weisheit nehmen, um das komplexe Global Wealth Management in die Zukunft zu führen. Mein Vorschlag: Ermotti sofort raus und Jürg Zeltner rein!

    • Sie beschreiben ganz gut: Bravo! Aber ihre Schlussfolgerung ist genau falsch…leider. Wer hatte die beste Möglichkeiten um in GWM während mehrere Jahre ungestört diese zu restrukturieren und zukunftträchtigt zu machen, da niemanden sich eingemischt hat? Wer war diesen Mann der nicht gebracht hat und jetzt auch neue chef werden? Ich nenne gar nicht der Name , aber sie verstehen sehr gut…und dazu, verstehen sie gut die einfache Zusammenhängen, aber leider nicht was eine Führungspersönlichkeit drauf haben soll genau in diese sehr schwierig und noch schwierig werdende Zeitperiode. Das Businesmodel GWM hat zwar Name gewechselt, neue Strukturen, jetzt neue Cheffen…aber in Grundegenommen und auch das Basis Idee ist 100% gleich wie 2007! Das gilt auch für die Schweiz übrigens…nur IB hat geändert….

  11. Novakovic ist die frustierteste Managerin bei der Bank. Immer übergangen, nie ernst genommen und wenig geleistet. Sogar ZinggLamprecht hat sie für einen völlig überteuerten Preis gekauft und der Laden läuft überhaupt nicht mehr, seit die Dame Besitzerin ist. Auch ihr Mann, der lange Stan, hat nichts zum Erfolg von ZinggL beitragen können. eine Möchtegernfamilie aber eben, mit dem Geld von Christl kann man sich auch keinen Erfolg kaufen. Man muss ihn sich erarbeiten, gell Christl. 😉

  12. Als nächstes könnte sein: Erhöhung der Bezüge für Ermotti & Co + Sparrunde mit Personalabbau + Gebührenerhöhung + neue Bussen (Frankreich im Februar)?

    • Sie sollten sich für die UBS KL bewerben oder zumindest bei einer grossen Beraterklitsche anheuern.

  13. in so einer situation wäre es schön,
    wenn die chefs mit gutem beispiel
    verangingen und auf einen teil ihres
    gehalt und boni verzichten würden.
    aber weit gefehlt.
    good luck, ubs.

    • Das sind alles Angestellte und keine Unternehmer. Beim Angestellten trudelt das Geld immer herein. Der Unternehmer ist der erste der blutet, wenn falsch entschieden wurde.

    • Vorangehen? – Sie schauen zuviele Hollywood-Filme. Die sind gerade deshalb dort wo sie sind, weil sie eben gerade NIE wirklich vorausgegangen sind (dabei kann man sich nämlich den Kopf anschlagen…) und wirklich Skin in the game hatten.

  14. Dies liegt nicht nur an den beiden neueingestellten Finanzzauberer für die weltweite Vermögensverwaltung, sondern auch an der jahrelang verfehlten UBS Expansion in Sachen Vermögensverwaltung und Investmentbank auf dem US-Heimmarkt.
    Die UBS glaubt mit ihrem Währungs-Guru Weber nur an den US$ und ist nach wievor überzeugt, der € sei eine vorübergehende Erscheinung, deshalb rechnet sie auch jetzt in $ ab, eigentlich eine Schande für eine Schweizer Grossbank, da ja ihr bestes Verkaufsargument für Ausländer als Kunden unser SFr.ist, der halt verbunden ist mit dem € als Transaktions- und Reserve-Währung in Europa.
    Man hat sich derart auf das ertragslose US-Heimgeschäft konzentriert und lies es zu, dass in Europa und der übrigen Welt Black Rock, Vanguard Fonds, State Street und sogar die Briten aus London den Rahm abschöpften. Sie zögerten nicht, mit ihrer Dampfwalze auch €-Produkte zu günstigen Preisen anzubieten. Im Nahen Osten und in Ostasien können auch diese US-Vermögenverwalter den politischen Einfluss ihres Landes geltend machen und dies tun sie mehr als jemals.
    Unsere Schweizer Einstellung zur EU ist äusserst negativ, aber diese Glaubens-Einstellung hat sich auf das Geschäft ausgewirkt und es nie gut, ideologisch zu geschäften.
    Der einzige Lichtblick, den wir jetzt haben, ist der Brexit von England. Grossbritannien war in Brüssel ein echter Wühler gegen unseren Finanzplatz. Man wird sehen, ob unsere Schweizer Banken diese Gelegenheit ausnützen können oder ob sie wieder ideologisch denken, eigentlich das Sterben in der Geschäftswelt.

    • Spätestens mit der Umstellung der Rechnungslegung auf den USD sollte in Bern die Nachricht, sorry: message!, angekommen sein: die UBS braucht die CH nicht und es wäre an der Zeit, die Staatsgarantie zu kippen und den tbtf-Status den Amis in den Hintern zu stecken.

  15. Das krebsgeschwür heisst asset management. Lesen sie den full Q4-report, s. 29.
    Angst und Bange wäre mir da als CEO.
    UBS asset management als geschützte werkstatt; gefüttert von hauseigenen privatkunden, betreuten evv’s und family offices.

    • Und was können die anderen?
      Oder, wenn wir schon dabei sind, was können sie selbst? Ist Frauen-bashing ihr forte?

    • ..ihr Name endet halt auf -ic. Das kann zum mancherorts zu erhöhtem Blutstau führen…vor allem in der Schweiz..

    • Ein Trauerspiel! Christine N. und Ihre „Gehilfen“ vernichten noch den letzten Shareholder Value. Keine Ahnung vom Geschäft aber ganz grosses Ego…