Orkan im Investment-Büro: Chef wütet, CS kippt

Michael Strobaek entlässt alle, die ihm nicht hörig sind – Bullish bis zum bitteren Ende – Machtkampf statt Ideen-Wettbewerb.

Michael Strobaek hält seit 2013 die Fäden des obersten Anlage-Gremiums der Credit Suisse in den Händen. Strobaek entscheidet, wie die CS die Zukunft sieht: was der Dollar macht, die Aktien, die Zinsen.

Im letzten Jahr sah Strobaek alles hochgehen – in Tat und Wahrheit sackte alles ab. Aktienminus, Kurs-Blutbad, Verluste in den meisten Anlageklassen.

Und Strobaek in seinem CS-Oberstübli mitten drin. Ja, er lenkte die CS-Kunden geradezu ins Desaster. Die müssen nun mit Schrecken auf ihrem Depotauszug erkennen, welche Verwüstung die Anlagepolitik ihrer Hausbank bei ihnen angerichtet hat.

Folgen für Captain Strobaek? Keine. Der Mann scheint unangreifbar. Umgekehrt verbreitet er Angst und Schrecken. In seinem Chief Investment Office rollten in den letzten Wochen und Monaten die Köpfe – im Stakkato.

Hier befehle ich: Strobaek (Bild: CS)

Bekannte weibliche Aushängeschilder: abgesetzt und rausgeschmissen. Alte Freunde von früher: rausgedrückt. Experten mit Namen im Markt: zur Konkurrenz.

Insbesondere die Abgänge von Anlage-Experten aus gemeinsamer UBS-Zeit überrascht. Strobaek war dort lange weit oben im Investment-Bereich. Als er dann 2013 bei der CS anheuerte, holte er nach und nach seine Buddies vom früheren Einsatzort.

Einer von ihnen war Loris Centola, ein anderer Jose Blanco. Beide folgten rasch dem Ruf ihres früheren Kollegen, kehrten der UBS den Rücken und liessen sich von Strobaek eine gute Position in dessen Chief Investment Office bei der Credit Suisse geben.

Es schien, also ob die CS der scheinbar übermächtigen UBS die besten, sprich gescheitesten und erfahrensten, Anlageexperten ausspannen könnte – Michael Strobaek sei Dank.

Nun sind sowohl Centola als auch Blanco weg. Der Wechsel zur CS hat sich für sie nicht bezahlt gemacht, Strobaek liess sie fallen. So wie viele weitere.

Insider berichten von einem eigentlichen Massaker ganz oben im Chief Investment Office der Nummer 2 des Finanzplatzes. Strobaek wüte wie kaum ein Zweiter mit dem Ziel, seine Macht zu behalten.

Geschildert wird eine Flucht nach vorn. Um nicht selbst die Verantwortung für die Bullish-Fehlprognosen des vergangenen Jahres tragen zu müssen, kappe Strobaek das Seil. Abgesetzt würden alle, die ihm die Stirn böten, meint eine Auskunftsperson.

Trifft das zu, dann passt dazu, wer „überlebt“. Es sind ebenfalls Leute aus gemeinsamen UBS-Tagen; loyale Mitstreiter, die Strobaek in seinen sechs Jahren ganz oben bei der CS um sich geschart hat.

Allen voran Aaron Matzinger und Volker Köster, zwei der höchsten Kader im Chief Investment Office der CS, die sich halten können – Nibelungentreue zu Chef Strobaek sei Dank. Deren „Track record“ sei bescheiden, meint ein Kritiker.

Hauen und Stechen ganz oben im Investment-Olymp der CS: Na und? Nun, das Problem liegt weniger intern, als mehr bei den Kunden. Diese zahlen die Zeche für die Misere, die aufgrund des Machtkampfs von Chef Michael Strobaek sich ausbreitet.

Die CS sollte mit guten Anlage-Ideen und richtiger Vorhersage der Zukunft reiche Kunden überzeugen. Das würde sich rasch herumsprechen, was der Bank neue Kundschaft und frisches Geld zum Anlegen bringen würde.

Nun macht eine andere Geschichte die Runde, nämlich: Die CS-Kunden mit einem Mandat haben ein Annus horribilis 2018 erlitten. Wer überlässt da noch sein Vermögen der Grossbank? Es drohe Abgänge von Kunden, da hilft kein Bonviva-Programm.

Zurück bleibt Strobaek und seine ihm treu ergebenen Ritter. Kritiker und Schwergewichte sind hingegen rar geworden nach den vielen Entlassungen – jedes Jahr rollte im Minimum ein hoher Kopf im Anlagekomitee, das ist das oberste Gremium für die Positionierung der Bank in den Märkten.

Kommentare

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  1. Blanco war ein guter, sehr menschlich und fachlich top. Hätte vlt manchmal härter durchgreifen solle in dem MACS Laden. Da arbeiten Leute, man glaubt es kaum. Manche nutzen sogar nicht mal MS Lync, damit nicht auffällt wie wenig sie arbeiten. Null Drive, jede Change Initiative ist in dem Laden zum Scheitern verurteilt.

  2. Was die Banken in den Vermögensverwaltungsmandaten resultatmässig leisten ist unterdurchschnittlich. Warum soll ich als Kunde mit Geld ein VV Mandat an eine Bank erteilen ?

    • Unterirdisch ist definitiv der richtige Ausdruck. Ich wurde im Herbst von meinem Kundenbetreuer der Basellandschaftlichen Kantonalbank angegangen. Er wollte mir den BLKB Next Generation Fund Growth andrehen. Ich habe heute, nach diesem Artikel, mal die Performance abgeschaut: -9.91% (Benchmark -4.19%). Mein Gott sind die schlecht! Und bin ich froh, dass…

  3. Wenn die in dem Bereich nicht top sind, wird es eng mit der Existenzberechtigung. Einfach zu verwaltendes Schwarzgeld hat es ja nun laut Weissgeldstrategie nicht mehr.

    @Herrn Hässig: Quantitative Vergleiche mit der Peer Group wären trotzdem sachdienlich.

    • Die Zahlen von ARC kann jeder runterladen. Erfahrungsgemäss sind die jedoch weit besser als die nähesten Peers, wie JB, JSS, UBP, UBS, ZKB…

  4. Nun, wenn einer mit seinen Voraussichten falsch liegt, keinen Marktriecher hat, und dazu die, die anderer Meinung sind und sich erfrechen, das zu sagen, abserviert, dann kann es in der Vermögensverwaltung nur falsch herauskommen. La banque – c’est moi. Der rechthaberische, altbekannte Weg zum Misserfolg. Arme CS, armer Thiam. Sparen ist gut, bringt aber keinen Erfolg.

  5. Man muss Lukas Haessig Respekt geben. Er schafft es mit diesem einseitigen Schlamm-Blog, gute Leute immer wieder durch den Dreck zu ziehen, ohne dass sie sich wehren koennen. Dieser Blog wird gefuettert von frustrierten heutigen und ehemaligen Mitarbeitern von hauptsaechlich Banken in der Schweiz, die nichts anders wissen, als hier auf dieser Seite, Ihre Frustration rauszulassen. Haessig verdient dabei gutes Geld, schau doch mal an, was hier auf der Seite angeworben wird – Wein, Immobilien, und Konsumartikel. Peinlich, dass so viele Leute diese Webseite Glaubwuerdigkeit schenken. Verdient hat Inside Paradeplatz nichts – ausser viel Geld fuer Herr Haessig. Herr Haessig und Herr Trump teilen eins – eine schamlose Ausnutzung der digitalen Online-Welt zu Ihren eigenen Vorteile.

    • Selten so einen bullshit gelesen – sind Sie sich bewusst, wie häufig LH mit seinen Blogs richtig lag, das sehen Sie bei anderen Medien nie.

  6. Jeder, der sein Geld der CS zur Verwaltung (resp. zur Vernichtung) überlässt, hat den Verlust verdient. Wie blöd muss man sein, den Grossbanken sein Geld anzuvertrauen. Da muss man je in den letzten 15 Jahren im Urwald gelebt haben…

  7. MS war schon zu seinen UBS-Zeiten für die meisten seiner Untergebenen unsichtbar, und wer ihn kannte, sah seinen Wechsel zur CS positiv – für die UBS! Dass J.A. Blanco auch wechselte, der -wie ‚absolut‘ schon schrieb- fachlich durchaus überzeugen konnte, hat wohl damit zu tun, dass er sich (aufgrund seiner Grösse?) nie nach oben durchsetzen konnte und loyal zu Strobaek war, der ihn als hard working guy brauchte, um seinem Auftritt KOmpetenz zu verleihen.

    Fazit: ein weiterer CB bei CS!!!
    (ausgedeutscht: Corporate Bullshitter bei Credibility Screwed)

    • Schade um Blanco. Er ist fachlich und charakterlich ein guter Typ. Kein Schnorrer. Seine Muttersprachen sind Spanisch/Italienisch. In Deutsch und Englisch ist er zu wenig gewandt, um sich durchzusetzen.

  8. Es spricht sich das Gegenteil rum, das die CS schlechte
    Prognosen macht und auch das Geld nicht gut anlegt.
    Das einzige was sie können ist das schön reden.
    An der nächsten GV wird sicher der Aktienkurs angesprochen werden,
    un U.R wird antworten; wir haben 30% zugelegt von 10 auf 13.- dass es von 97 auf 10 runter ist das ist natürlich eine andere Geschichte.

    • Den Niedergang hat Ursli nicht mitgekommen, da er sein Paket vorher verkauft hat. Ursli ist immer auf der Sonnenseite – wie macht der das bloss`?

  9. Die Performance bei den CS Privatmandaten (und Strategiefonds) ist seit Jahren schlecht. Strobaek kam als Erneuerer, ist aber so wie alle anderen (vielleicht etwas intelligenter). Köster kann man vergessen, ist ein privater Freund von Strobaek. Hat sich für alle überraschend halten können.
    Burki und Strobaek am Paradeplatz: die „Zitate“ muss man sich reinziehen: Bullshit bzw Blabla vom Feinsten!

  10. Tja, selbst denkende Mitarbeiter sind in gewissen Unternehmen und Firmen offenbar nicht erwünscht. Da kann man ja gleich in die Armee gehen.😉

  11. OK, Strobaek und sin Team haben schlechte Empfehlungen gegeben. Das haben andere aber auch. Damit man dies überhaupt dies in einen Konsens setzen kann, sollte LH nicht nur schwadronieren ,sondern auch Fakten über die tatsächliche Performance liefern. Wo sind sie denn?

    • Der CS (Lux) Portfolio Fund Balanced USD (acc) lieferte 2018 – 6.80 % vs. ARC US Dollar Balanced Asset PCI – 5.70 %. Eine unterdurchschnittliche Performance also.

  12. Loris Centola ist kein Topshot. Zu UBS-Zeiten schaute er für eine gespannte Atmosphäre. Sein eigenes Wohl (MDR) war wichtiger.

  13. Die Meinung von CS Leute gegenüber ex UBS importierte Talente ist einig: Gott sei dank, sie sind nicht mehr bei uns.

  14. Ein paar Hintergrundinformationen:

    – Michael Strobaek: war Leiter Investment Management für Wealth Management UBS, hatte die Gesamtverantwortung für das damalige UBS Absolute-Debakel, musste schliesslich gehen, landete bei Family Office; versprach bei Antritt in der CS als CIO sehr selbstsicher, dass er bei schlechter Performance gehen werde. Über die letzten Jahre war die Strategie nicht gut. Strobaek ist immer noch hier. Hingegen mussten alte CS Schlachtrösser gehen… pecunia non olet? Oder Alzheimer?

    – José Antonio Blanco: Kam von UBS Asset Management als Head MACS rein und war danach Head IM. Ihm wurden faktisch 50% der Assets weggenommen und ins AM transferiert. Anlagetechnisch sehr gut, als Manager… naja

    – Aaron Matzinger: war Riskmanager für Absolute bei UBS und witzelt immer noch gerne darüber. War später bei der Bär als Head PM. Erzählt hier bei der CS gerne, was er dort alles zu Stande gebracht hat… Seilschaft?

  15. Faustregel: Wenn die Jungs und Mädels wirklich etwas drauf hätten, dann würden sie sich selbständig dumm und dusselig verdienen. Leider nicht der Fall, und EIER in den Hosen für die Selbständigkeit haben sie auch nicht! – Also: Wer solchen Typen folgt ist selber schuld.

    • Absolut! Die guten Analysten und CIOs arbeiten nicht bei Banken, sondern sind bei weniger bekannten EAMs und Family Offices, wo sie mit ihrere guten Arbeit weit besser entlohnt werden und nicht nach der Pfeife Unkundiger tanzen müssen. Wer den Überblick über die Performance-Zahlen 2018 hat weiss, dass die CS und die meisten anderen Banken bei ihren standardisierten Mandaten ganz schlecht abgeschnitten haben. Auch schon 2017 war nicht berauschend, jedoch verdiente in dem Jahr jeder Geld. Warum sich das vermögende Kunden mit Möglichkeiten antun ist ein Rätsel.

    • Goldrichtig Herr Professor! Hätten alle diese Jungs und Mädels das Zeug dazu, fremdes Geld zu vermehren, würden sie ihre “ eight -to -five “ Jobs blitzartig hinschmeissen und ihr privates Vermögen in die Hand nehmen und multiplizieren. Stattdessen strömen sie um Punkt 12:00 auf die Bahnhofstraße in schneeweißen Hemden und beängstigend engen Jacken, Sandwiches im Laufschrift verzehrend und auf Touchscreens schielend, während sie krankhaft versuchen ein „schwer beschäftigt“ Image auszustrahlen.

  16. Das 2018 war für alle Anlageklassen ein schlechtes Jahr, da war es schwierig eine positive Performance zu erreichen. Jetzt wo sich die Aktienmärkte wieder erholt haben wäre ein Vergleich der CS mit den Peers interessanter.

    • Aktienmärkte erholt?

      Von was träumen Sie nachts?

      Im Januar 2019 gab es eine zyklische Gegenbewegung im weiterhin bestehenden Abwärtstrend (GD 200), womdurch die Verluste des Monats Dezember 2018 wieder ausgeglichen wurden.

      Da das Jahr 2019 bisher nur aus dem erfolgreichen Monat Januar besteht, resultiert daraus die erhöhte Aufmerksamkeit und der Fehlglaube, daß sich nun an den Finanzmärkten grundsätzlich etwas verändert hätte.

  17. Strobaek, dessen Konterfei am Paradeplatz – Hauptsitz übergross in die Leere grinst und glotzt. Wenn eine Bank nur noch mit Grossbild-Darstellung ihrer kläglichen Versager Schaufenster – Werbung machen muss, hat es längstens 12 geschlagen.

    Eine förmliche Verballhornung des geschichtsträchtigen Platzes mittels krankhafter Zurschaustellung von getriebenen Egomanen(Innen).

    Der Werbefirma dieses „Sujets“ sollte die Lizenz entzogen werden. Kontraproduktiver geht es nicht mehr. Nach dem DigiPigi – Bullshit hat man Besseres erwarten können.

  18. Damit werden die Mitarbeiter in Angst gehalten, sind von Entscheidungsprozessen ausgeschlossen und werden nur unzureichend informiert. Und damit sollte ein profitables Unternehmen entstehen… wohl nicht.

  19. Hat auch jemand Bullshit statt Bullish gelesen?

    Die Bedeutung der Artikels bleibt trotzdem gleich, oder gar lesbarer.

  20. Hans was Heiri…da sind alle Banken gleich schlecht…nehmen hohe Gebühren für ihr Ja ach so gutes aktives Management, orientieren sich in Tat und Wahrheit in erster Linie am Benchmark! Oder wie die ZKB sagen würde: Die neue Anlagewelt…damit alles besser bleibt…hahahaha…man beachte auch den Manager Kommentar für den Swisscanto Portfolio Funds: “ ….Durch die Reduktion der Aktienquote auf neutral konnte ein noch grösserer Verlust verhindert werden…“ Und wurde der Rebound an den Aktienmärkten verpasst…