Ernst&Young vor CEO-Wahl: Eine Qual

Frau aus Geschäftsleitung im Rennen, aber umstritten – Unter Handvoll Kandidaten wenig Highlights – Top-Team zu PwC.

Die gebeutelte Beratungs- und Revisionsfirma Ernst&Young mit Sitz im Prime Tower in Zürich-West steht vor einer wichtigen Weichenstellung. Wer wird neuer Länder-Chef?

Im Rennen ist eine Handvoll interne Kandidaten. Eine Frau und ein paar Männer. Die Auswahl ist überschaubar, die Wahl eine „Qual“, wie aus Gesprächen hervorgeht. EY hielt sich auf Anfrage bedeckt.

Ins Auge sticht die heutige Risikochefin von EY Schweiz. Sie heisst Robin Errico und stammt aus jenem Bereich, der für die Zukunft der Firma als besonders wichtig betrachtet wird: das Audit.

Errico war lange die Nummer 2 auf dem Prüfmandat von EY für die globale ABB. Als die Partnerin dann zum Leitenden Revisor für die ABB werden sollte, wurde das Mandat neu ausgeschrieben.

Und EY verlor. Robin Erricos Karriere tat dies keinen Abbruch. Sie wurde im Team des damaligen EY-Schweiz-Chefs Marcel Stalder zur Risikochefin befödert.

Robin Errico steht nun, nachdem eine Harassment-Untersuchung den CEO der Schweizer Einheit zu Fall gebracht hat, zur Wahl. Daneben haben es folgende Partner auf die Shortlist geschafft:

Andreas Bodenmann: Er agiert als Digital-Vorreiter bei EY, gilt aber auch als einer jener, der in der jüngsten Affäre gegen Marcel Stalder aktiv opponiert hat.

Markus Schweizer: Einige sehen Schweizer als typischen „Politiker“, der seine Karriere durch geschickte Eigenpositionierung geschafft hat.

Stefan Rösch: Ihm werden intern die besten Chancen auf den Sprung zum CEO Schweiz gegeben. Rösch leitet die sogenannte „Transaktionsberatung“, wenn es also um Firmendeals geht.

Ein weiterer Kandidat stammt aus Holland. Der absolute Favorit wäre wohl ein Schotte gewesen. Es handelt sich um den derzeitigen Interims-Chef von EY Schweiz. Der heisst Les Clifford – und winkte ab. Keine Lust.

Die Kür eilt. EY Schweiz verliert derzeit gute Leute. Soeben hat ein grosses Team mit mehreren Seniors und Assistenten gekündigt. Es wechselt zu Konkurrentin PwC – in globo.

Kommentare

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  1. „zur Risikochefin BEFOERDERT“? Wtf? Das ist ein rein administrativer Job, bei dem geprüft wird, ob auf den Arbeitsdokumenten das Häckchen auch schön in roter Farbe gesetzt wurde. Und ob für jeden neuen Kunden auch schön das Formular mit Adresse und Bilanzsumme rechtzeitig ausgefüllt wurde.
    In einer Bank würde man dieses Jobprofil „Compliance Officer“ nennen.
    In den Genuss dieser Position kommen Partner, die man nicht an der Kundenfront einsetzen kann.

  2. Ein Detail am Rande, aber der Sitz der EY befindet sich in Basel. In Zürich besteht zivilrechtlich lediglich eine Zweigniederlassung…….

  3. Bewirbt sich Marc Walder von Ringier nicht? Mäse würde ihn bestimmt Supporten,…wie es umgekehrt ja fortlaufend der Fall ist und war.

    Vielleicht könnte auch einfach der Handelsrichter per Urteil wen bestimmen, der macht ja eh was er will in dieser Sache.

    Oder einer von Walder Wyss oder Lenz & Staehelin, anstatt sich für Geld zu prostituieren?

  4. Zuständig für Risk-Management? Die Frau hat also einfach zugeschaut, wie der „Show me your Assets“-Fall eskaliert ist? Wie Journalisten bedroht worden sind? Wie ein Crazy guy auf der Bühne mit seiner Sekretärin einen Lapdance hatte?
    Ist ja wohl ein ganz blöder Witz, oder?

  5. Welche Top Teams (salär oder performance technisch)? Advisory? Tax? TAS? Audit? FS? non-FS?

    Bitte präziser arbeiten…

  6. Andreas Bodenmanna soll „Digital-Vorreiter“ sein? Das einzige Mal, wo er zuletzt vermutlich digital was zu tun hatte war mit der Installation von Windows 98. Seitdem hatte er vermutlich nur noch iPhone Updates durchgeführt? Übrigens, wie hat der sich die Partner Qualifikation eigentlich erarbeitet?

    Stefan Rösch: Langhährige Mitarbeiter sagen, er sei ohne viel Empathie, ein Eigenbröter, ein Partner, der sich nicht davor scheue andere Kollegen zu drangsalieren. Wenn der Abends seine Runden im Office dreht, fühlen sich die Mitarbeiter nicht wohl. Zudem seien viele seiner direkten Mitarbeiter wegen ihm gegangen, auch viele partner und langjährige Mitarbeiter.

    Erico? Wer soll dass denn bitte schön sein? Ich arbeite im Audit und habe sie praktisch noch nie gesehen oder was von ihr gehört. Weche Qualitikationen hat sie? Durch was hat sie sich ausgezeichnet? Lächerlich

  7. „Soeben hat ein grosses Team mit mehreren Seniors und Assistenten gekündigt.“

    … Mit mehreren Seniors und Assistenten.

    Das ist ja unglaublich!! Seniors und Assistents nehmen jeweils ca. 2-4 Jahren Erfahrung mit. So etwas schmerzt bestimmt!

    Lächerlich

    • Mäse, bisch äs du? Oder du, D.T. du Vorzeigeassistentin?

      Oder gar S.M.S, du hast ja genug Zeit momentan.

  8. Für Vorauszahlung von 15Mio Euro und Jahreslohn von 2.5 Mio (alles netto) bin ich bereit mich zur Verfügung zu stellen. Da es offensichtlich sonst niemand machen will, müssen sie mich nehmen! Sonst gibt es eine Klage…