Kennel, Banken-Kennedy: Existenz auf Spiel

Sympathischer KB-Schwyz-Chef mit langer Karriere bangt in Krimi um Pensionskassen-Crash um Karriere – Politiker heizen ein.

Es wird einsam um den Strahlemann der Innerschweiz. Kuno Kennel, eine Art Alpen-Kennedy, weiss nicht, ob er sein Amt als Präsident der Schwyzer Kantonalbank noch lange behalten kann.

Es stünden Existenzen auf dem Spiel, meinte der Präsident der Kantonalbank-Kommission im Ur-Kanton des Landes im Gespräch. Deshalb würde genau geprüft.

Frag nicht, was ich für Dich tun kann: Kennel (FDP SZ)

Geprüft wird, ob Kennel, der eine lange Karriere in Zürich für den Schweizer Ableger der englischen Barclays gemacht hatte, bevor er das SZKB-Präsidium übernommen hatte, Grenzen überschritten hat.

Grenzen in einem Krimi, bei dem die Gelder von Rentnern und Versicherten gefährdet sind. Der Tages-Anzeiger hatte über den Absturz einer PK namens Phoenix und weiterer PKs berichtet.

Auch, dass es Straf-Anzeigen gegen den einstigen Chef dieser Vorsorgewerke geben würde. Der heisst Serge Aerne und betont seine Unschuld.

Ob und falls ja was genau Aerne auf dem Kerbholz hat, das werden die Ermittlungen und Verfahren zeigen. Für Banker-Kennedy Kennel ist Aerne aber schon jetzt zum schlimmen Albtraum geworden.

Kennel hat sich in ein Gestrüpp verirrt, bei dem seine Kantonalbank viel Geld verloren hat. Und er seine Unschuld als lupenreiner Geschäftsmann.

Das Problem ist die fehlende Distanz und die selbstherrliche Führung von Kennel.

Als die Zürcher Kantonalbank vor 5 Jahren das Gemeinschaftswerk der Kantonalbanken im Assetmanagement, die Swisscanto, übernahm, beschloss Kennel, selbst zur Grösse im Vorsorge-Business zu werden.

Dafür tat er sich mit Serge Aerne zusammen, einem Aargauer Strippenzieher und Sport-Tycoon mit Engagement beim Hockeyclub Rapperswil-Jona.

Aerne hatte es Kennel angetan. Der Banker von Schwyz sah im PK-König vom Mittelland den Türöffner zum lukrativen Vorsorgemarkt.

Kennel und Aerne trafen sich unzählige Male, besprachen, wie Kennels Schwyzer Kantonalbank – immerhin eine Bank im Besitz des Steuerzahlers – für viele Millionen die Gruppe von Aerne übernehmen würde.

Am Ende blätterte Kennel einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Tisch. Er erhielt dafür Zugang zum Pensionskassengeschäft.

Das alles geschah 2014 und 2015. Dann, Mitte 2015, verkrachten sich Kennel und Aerne. Aerne ging, und Kennel erkannte, dass er ein Riesenproblem hat – namens Aerne.

Flucht nach vorn, sagte sich der Banker mit dem coolen Haarschnitt. Er schrieb Millionen auf das eben erst erworbene Business ab und tätigte Rückstellungen für einen Kredit.

Dann machte er möglicherweise einen Fehler. Er klagte – gegen Aerne. Der schlug zurück. Und nun steht Kennel vor dem Aus.

Denn in Kennels neuem PK-Reich tauchte mit einem Erlenbacher Financier noch eine umstrittene Figur auf. Der Mann hat mit der Schweizer Kredit AG möglicherweise Anleger um 20 oder mehr Millionen erleichtert.

Es gab letzten Herbst Razzien der Wirtschaftspolizei Zürich, die ein Strafverfahren gegen den Financier und weitere eröffneten.

Husch-husch musste die Schwyzer KB von Kuno Kennel reagieren. Der Erlenbacher, der zuvor im VR des neu geschaffenen PK-Reichs von Kennel sass – das Tochter-Unternehmen heisst Nova Vorsorge -, ging Ende 2018 still und leise von Bord.

Vertiefte Untersuchung: KB-Kommission (Bote der Urschweiz)

Er kenne den Financier nicht, betonte Kuno Kennel gestern in einer Email-Stellungnahme, „weder die SZKB noch die Nova Vorsorge AG (hat) mit der Schweizer Kredit AG in Verbindung“ gestanden – „geschweige denn mit dieser Geschäfte getätigt.

„Dasselbe gilt für mich als Person.“

Wie es mit ihm weitergehe, darauf meinte Kennel: „Der Bankrat hat mir sein Vertrauen ausgesprochen, weshalb ich meine Verantwortung als Bankratspräsident der SZKB weiterhin wahrnehme.“

„Ich bin zuversichtlich, dass die unabhängige Untersuchung der kantonsrätlichen Aufsichtskommission die Vorgänge klären und alle falschen Anschuldigungen ausräumen wird.“

Kommentare

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  1. Der name Aerne ist mir nicht bekannt aber nach dem gegooglet habe…. Hallulia
    JUSTIZ MUSS DRINGEND REAGIEREN.

    • Na ja. Aerne ist ja gemäss MM der SZKB, im Sep. 2015 aus der PK ausgestiegen und gemäss Revisionsbericht der angeschuldigten PK „PWC“, hatte die PK auch per 31.12.2016 einen DG über 110%. Sowie 3mal von Bundesverwaltungsgericht und 1mal vor Bundesgericht gewonnen. Habe es überprüft.

      Bei der Klage der SZKB kann ich fast nicht glauben, dass die Revisionsstelle der Nova/DD Team der SZKB/Bankrat/GL etc. eine Bilanz nicht lesen kann? Kennel sagt er habe Aerne vertraut, wohl eher hat Aerne Kennel vertraut. Aerne hat ja gemäss Medien seine Mehrheit durch den SZKB Deal an der Nova abgegeben. Hätte ich nie gemacht. Jedoch scheint dies erst der Anfang zu sein und die Gericht werden Entscheiden.

    • InSider; Hier muss man die verschiedene Verfahren unterscheiden. Staatsanwaltschaft in Sachen SZKB, Staatsanwaltschaft in Sachen Aufsicht. Zusätzlich Massnahmen der Aufsicht. Aerne hat nur gewonnen um die Massnahmen der Aufsicht zu bremsen und aufzuschieben, sonst nirgends. Das ist ein trauriges Spiel. Alle andere Verfahren laufen und gegen der SZKB hat er noch nichts gewonnen. Der Stiftungsrat trifft die Entscheidungen und der Vorwurf ist die Einflussnahme des Stiftungsrat durch Aerne um einen eigenen Nutzen daraus zu haben. Sehr komplex. Aerne kontrolliert bis heute die Geschäftsführung und den Stiftungsrat der Phoenix. Wie Sie erwähnen, werden die Gerichte den Fall entscheiden müssen. Zur Zeit kauft er sich nur Zeit…

  2. Die Gefolgschaft um den Financier aus Erlenbach hat offenbar die gesamte Strafrecht-Elite Zürichs engagiert. Warum sonst werden hier keine Namen genannt. Ich sage nur so viel: der Fisch stinkt vom Kopf…

  3. Die FINMA ist ein Kunstverein, mit ordentlich 600-700 Personal. Wozu, weiss eigentlich niemand. Die IG IPCO z.B. fordert von ihr seit 2015 Schadenersatz für das vorsätzliche Gewährenlassen des „grössten Betrugsfalls im Kt. SZ“, aber die Rechtsschriften wurden vom Sekretariat nicht mal an die Zuständigen weitergeleitet (das Sekretariat war „krank“).
    Dafür bezahlen wir Steuern.

  4. ich wird mich sehr freuen wenn ich News lesen kann wie Razzien und Uhaft Geschichten ansatt sensation news basiert auf Rache und Dummheit. Kommentar merken.

  5. Die Fische werden immer grösser und stinken bis nach Schwyz.
    Lukas, wenn du der Staatsanwaltschaft ZhIII nicht auf die Sprünge hilfst, passiert hier nie was!

  6. Jetzt wissen es alle, jetzt macht es auch keine Freude mehr. Ja, das grosse PK Fressen liegt hinter uns, die Blöden werdens bald sehen, und dann auch keine Freude mehr haben…

  7. Aus Erlenbach heissen die Herren Financiers…überall sonst nennt man solche Herren anders. Wann kommt die richtige Story Lukas?

  8. Auch hier: FINMA hatte Hinweise – FINMA blieb untätig, obwohl u.a. der FINMA nicht unbekannte Personen involviert waren – so viel zum Thema welch seriösen Job als Aufsichtsbehörde FINMA macht.

  9. Wie immer: „Ich bin Teil der Lösung!“
    …nicht was die Verantwortung angeht, sondern was die weiteren Lohnzahlungen angeht.

  10. Die Erlenbacher Financiers….komische Vögel die Typen. Erscheinen immer dort wo es Zahlungsschwierigkeiten, Konkurse und Verluste gibt. Die sollte man, sagen wirs mal so: Aus dem Verkehr Fischern….

    • Dann sollte man mal zeitig anfangen. Denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm.

  11. Erlenbach? Immer wieder „Financiers“ aus dieser Goldküsten-Gemeinde welche pressescheu ihren dubiosen Geschäften nachgehen.

    In der Medizin würde man von einem Virus sprechen. Hier geht es nur um Millionen-Transaktionen bei welchen Kreti und Pleti Hab und Gut verlieren.

    Erlenbach! „Kein Anschluss unter dieser Nummer…..“