Stolze Fürstenbank LGT scheitert in Swiss Pampa

Privatbank macht Standort Luzern im November dicht – Banker wechseln zu Aquila – „Retail“-Offensive der Ländlebank floppt.

Die LGT gilt als beste Privatbank im Raum Schweiz-Liechtenstein. Höchstens Pictet kann mithalten, der Rest rennt hinterher.

Nun erleidet ausgerechnet die Vorzeige-Privatbank mit der noblen Eigentümerschaft, dem Fürstenhaus von und zu Liechtenstein, einen Rückschlag.

Sie macht per Mitte November ihren Standort in Luzern dicht. Aus, vorbei, Türen zu. Die Banker – es sind nur noch ganz wenige – wechseln zur Aquila, ein Netzwerk mit Vermögensverwaltern.

Die LGT bestätigte gestern auf Anfrage das Aus in Luzern.

„In den vergangenen Monaten haben wir unsere Strukturen in der Schweiz überprüft und entschieden, uns in der Zentralschweiz/Mittelland auf einen Standort zu konzentrieren“, sagt Bruno Piller von der LGT Schweiz.

„Unsere Präsenz in Luzern wird in den Standort Bern integriert. Diese Entscheidung wurde in enger Abstimmung mit den Kundenberatern in Luzern getroffen, die sich dazu entschieden haben, eine neue Herausforderung ausserhalb der LGT anzunehmen.“

Was nach weitsichtiger Planung klingt, ist in Tat und Wahrheit das Eingeständnis eines formidablen Scheiterns.

Dieses lautet: Niemand hat in der Schweizer Pampa auf die LGT gewartet – klangvoller Name hin oder her.

Wie gross der Flop ist, zeigt nicht so sehr die Schliessung von Luzern. Sondern wie sich der Niedergang dort über die Jahre entwickelt hat.

Einst beschäftigte die LGT in der Hauptstadt der Zentralschweiz rund 17 Banker. Die stolze Zahl signalisierte den Offensivdrang der Fürstenbank: We mean it.

Dahinter stand die Idee, dass man mit dem Glanz der eigenen Marke nun auch das Bankenland Schweiz aufrollen könne.

Doch was in Zürich und Genf funktioniert, ist in Luzern und Bern anders. LGT Who?, heisst es dort. Sagt uns nichts.

Rückschlag für Prinz Max (LGT)

Der ausbleibende Erfolg hatte Folgen. Die LGT sass auf einem Kostenblock, mit hohen Löhnen, viel Marketing, teuren Mieten.

Und viel zu wenig Einnahmen. Man reagierte, baute ab, verschlankte sich. Von einst 17 Bankern gings runter bis auf 3.

Schwindsucht. Und jetzt der finale Schluss.

Für eine Success Story wie jene der LGT mit ihrer weltweiten Klientel und dem eigenen Private Equity Vehikel namens LGT Capital ein Dämpfer – und das just zum 300 Jahre-Jubiläum des Fürstentums.

Es bleibt die Einsicht: „Invest like the Prince“ zieht nicht überall. Jedenfalls nicht in Luzern, Bern oder Gümligen.

Kommentare

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  1. Swiss Pampa?!
    Typisch Zürcher Arroganz! Alles was ausserhalb der Grossmäuler ist, ist Pampa! Wir Luzerner haben nicht das Gefühl in der „Pampa“ zu leben. Die LGT hat es wenigstens gewagt, wozu andere schon bei der Idee die Angst überkommt. Dieses Selbstbewusstsein würde vielen Unternehmen gut tun. Und wenn sie es geschafft hätten..? Dann ständen hier alles neidische und fehlersuchende Kommentare! Fragwürdige Gesellschaftsstruktur!

    • Nicht aufregen, Pampa. Viele Grossmäuler sind schon auf die Schnauze gefallen, lass sie einfach in der (Zürcher) Blase weiterleben. Irgendwann wird der Bonus kleiner oder löst sich in Luft auf, dann werden auch die Mäuler und Bäuche kleiner, denn die Leasingraten für Autos und Boote bleiben immer gleich. Sei froh und stolz, dass Du in der Pampa wohnst und fasse dies als Kompliment der Zürcher auf.

  2. Was zählt sind die Konditionen, nichts anderes denn die Bänker sind alle gut ausgebildet, freundlich und laden ihre Kunden zum Lucerne Festival ein. Warum soll ein Kunde dem „Fürscht“ das doppelte bezahlen was er für die gleiche Leistung bei einer Regional- oder Kantonalbank auch bekommt?

  3. LGT war mal beste Bank …. Einen Standort zu schliessen ist ein unternehmerischer Entscheid. Relativ einfach. Allderdings mach die Liechtensteiner die LGT in der CH kaputt. Warum? Keiner weiss es. LGT wird immer komplizierter. Die Beratung und die Empfehlungen andererseits in Liechtenstein halte ich für bedenklich (nicht versteuerte Gelder: machen Sie sich kein Sorgen. Wir werden nichts melden etc.
    Heute kommt vor LGT von Banken die ich kenne UBP, BJB(!), Rothschild.
    LGT hat sich an das tiefe Niveau von CS angepasst und erreciht schon fast die UBS.

  4. In Luzern ist nur die Privatbank Reichmuth erfolgreich. Stark ist UBS und CS. Die anderen Privatbanken sind unbedeutend und wachsen längst nicht mehr. Der Platz ist overbanked.

  5. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

    Hier kann man der LGT keinen Vorwurf machen dass sie versucht hat Chancen zu nutzen.

    Im Gegenteil, es ist auch wichtig ökonomisch zu agieren und auch Projekte die nicht funktionieren dann wieder zu korrigieren.

    Wichtig dabei ist lediglich, wie mit den betroffenen Mitarbeitern umgegangen wird. Das zeigt letzten Endes die innere Qualität eines Betriebes, alles andere ist Alltag im ökonomischen Leben.

  6. Die Stadt Luzern ist mit rund 80’000 Einwohner sicher kein guter Ort für eine Privatbank. Vor allem, wenn die lokalen Banken mit ihrem Hypothekargeschäft, institutionellen Banking inkl. Firmenfinanzierungen und dem Abwicklungsbanking (Zahlungsverkehr etc.) eine starke Konkurrenz bietet. Wenigstens hat die LGT es versucht und kurzfristig Arbeitsplätze geschaffen….

    • Die Bank versuchte zumindest etwas zu erreichen.Die erwähnte Region ist nicht einfach zu bearbeiten und deshalb macht diese Kritik nur wenig Sinn.Was bei der Bank missfällt, ist die starke Akademisierung der Frontleute.Das Problem liegt im Detail. Das Bankgeschäft ist eher eine praktische Angelegenheit wo man mit wenig Teorie auskommt aber das Gespür für den Kunden und seine Bedürfnisse sollte man schon haben. Gleichzeitig muss das Onlineangebot stimmen und zuverlässig sein, ansonten schwimmen die Felle davon.

      Gleichzeitig muss heutzutage die Technol

  7. Das LH schreibt „Die LGT gilt als beste Privatbank im Raum Schweiz-Liechtenstein. Höchstens Pictet kann mithalten, der Rest rennt hinterher…“ bezeugt doch, wie wenig er vom Banking versteht… Vorzeigebank war einmal. Hohe Gebühren und lausige Performance ist die Realität!

  8. Logisch laufen die Frontleute jetzt weg, die LGT weist sehr hohe Gebühren auf, der Papieraufwand – Kontoeroeffnung usw. – eingeführt vor Jahren durch Hans-Peter Oes, übersteigt jede Normalität. Hr. Oes hat den administrativen Aufwand extrem aufgebläht, dafür wurde er gefördert, ist jetzt bei der LGT in Singapore der Chef.