Sunrise und der talentierte Dr. Kurer

Macht-Anwalt war entscheidend bei Swissair-Drama – Dann wusste er nichts bei UBS-Crash – Jetzt donnert er bei Sunrise.

Dr. Peter Kurer war von 1991 bis 2001 leitender Partner bei Homburger Rechtsanwälte in Zürich. Bis zu seinem Ausscheiden war er verantwortlich für die Betreuung der Klientin Swissair. Er leitete das Anwalts-Team, welches die Swissair in ihrer zunehmend schwierigeren Situation beriet.

Dr. Kurer arrangierte für die Swissair diverse umstrittene Deals. Heikel war beispielsweise die Übernahme der belgischen Sabena. Halt, eine Übernahme durfte es nicht sein, weil Sabena eine belgische Fluggesellschaft bleiben musste, um die Fluglizenzen nicht zu verlieren.

Also schufen Homburger Rechtsanwälte, beziehungsweise der talentierte Dr. Kurer, die simpel-schlaue Konstruktion, dass die Swissair nur 49.5% von Sabena übernahm und mit der belgischen Regierung vereinbarte, als Aktionäre von Sabena zusammenzuarbeiten.

Dumm war allerdings, dass Sabena marode war. Und dümmer war, dass die Swissair wegen des Vertrages trotz Milliardenverlusten kaum noch aussteigen konnten. Die Sabena ging bald Konkurs.

Als es der Swissair wegen dieser und anderer Übernahmen schlecht ging, beriet sie der talentierte Dr. Kurer im Frühjahr 2001 für eine mögliche Sonderprüfung und verfasste ein Konzept zur „Koordination allfälliger Verantwortlichkeitsansprüche“.

Dann sprang Dr. Kurer ab. Im Mai 2001 fand er einen Weg, von Homburger zur Swissair-Gläubigerin UBS zu wechseln.

Ein Anwalt ist absolut verpflichtet, alles zu unterlassen, was seiner Klientin schaden könnte, und alles zu tun, was ihr nützt. Das gilt auch nach Beendigung des Mandats.

Wie funktioniert das, wenn die Swissair vor dem Kollaps steht und ihr Anwalt zur Bank wechselt? Man würde meinen, dass das nicht funktionieren kann. Aber Dr. Kurer fand einen Weg.

Banker als Filmhelden (Grounding)

Wie es der Zufall wollte, stand die UBS in der Folge nicht für grössere Überbrückungskredite zur Verfügung. Dafür organisierte der talentierte Anwalt bei der UBS die Swissair-Nachfolge: Zusammen mit der Credit Suisse kaufte die UBS die Crossair.

Und wieder gewann Dr. Kurer. Die UBS bekam 51 Prozent und damit das Sagen. Pech war allerdings, dass der Swissair ohne den Überbrückungskredit die Liquidität ausging und sie genau einen Tag nach Peter Kurers Sieg bankrott ging.

Wie schon beim Beispiel Sabena-Kauf war es auch hier gelaufen: Teilziele erreicht und alles verloren.

Bei der UBS wurde Dr. Kurer der Chefjurist der Bank. Mit all den Verfehlungen der Bank, für welche diese riesige Bussen bezahlen musste, hatte Dr. Kurer nichts zu tun. Wie man so schön sagt: Ich war nur der Chef und weiss von nichts.

Auch die fatalen Geschäfte mit verbrieften Hypotheken und Derivaten darauf, welche die UBS schliesslich fast zusammenbrechen liessen, gingen am Chefjuristen der Bank vorbei.

Einer lacht – immer (uchicago.edu)

Obwohl er von nichts nie etwas gewusst hatte, wurde er im April 2008 Präsident des Verwaltungsrates mit dem Auftrag, bei der Bank aufzuräumen.

Wieder errang der talentierte Anwalt einen grandiosen Sieg, doch war auch hier das Ende schon da. Bald wurde er von der Nationalbank und der Bankenkommission aufgeboten, weil die UBS gerettet werden musste.

Dr. Kurer behauptete, man habe die Lage im Griff. Auch ohne Staatshilfe habe man genügend Liquidität. Die Auslagerung der Schrottpapiere in einen Stabilitätsfonds der Nationalbank sei nicht nötig.

Der Chef der EBK widersprach und widerspricht klar und deutlich.

Natürlich hat der talentierte Anwalt Kurer nicht die Unwahrheit gesagt. Und schon gar nicht wissentlich. Er weiss zu formulieren, und der Rest ist halt Pech und falsche Lagebeurteilung.

Aber wie die NZZ im März 2016 schrieb, genügt es nicht, wenn einem Anwalt juristisch nichts nachzuweisen ist. Zudem: Hatten wir nicht schon „alle Teilziele erreicht und dann der Zusammenbruch“?

Der talentierte Anwalt fand einen neuen Wirkungsbereich, aktuell ist es die Sunrise. Dieser Gesellschaft mit einem Aktienkapital von 45.07 Millionen Franken geht es wunderbar. Allerdings müsste man die Zahlen näher anschauen.

Kapital minus Goodwill gibt … nicht viel (IP)

„Goodwill“ wird wie folgt definiert: „Goodwill is recorded in a situation in which the purchase price is higher than the sum of the fair value of all identifiable tangible and intangible assets purchased in the acquisition and the liabilities assumed in the process.“

Auf Deutsch: Der Goodwill ist die Differenz zwischen dem wahren Wert und dem Preis einer erworbenen Beteiligung. Oder einfacher: Goodwill ist die Differenz zwischen gut gemeint und gut gemacht beim Beteiligungskauf.

Also: Sunrise hat bisher für Aktiva, Beteiligungen, rund 1,15 Milliarden zu viel bezahlt. Diesen Betrag führt Sunrise in ihren Bilanzen Jahr für Jahr als „Intangible Assets“ (siehe jeweils Anmerkung 15 zu den Abschlüssen).

Und dieser Goodwill ist ungefähr gleich gross wie das Eigenkapital vulgo Buchwert der Gesellschaft.

Wenn man also den Goodwill vom ausgewiesenen Eigenkapital abzieht, bleibt bei Sunrise praktisch nichts mehr übrig – substanzmässig gesehen. Und Sunrise schreibt diesen Buchwert nicht ab (oder schreibt ihn ab und schafft ihn wieder neu).

Weil das Eigenkapital der Gesellschaft dazu da ist, Verluste aufzufangen, stellt sich die Frage, wie das funktionieren soll, wenn man dieses Eigenkapital gar nicht verwerten kann. Will irgendjemand die Differenz kaufen von gut gemeint zu gut gemacht beim Beteiligungskauf?

Mit diesem „immateriellen Gut“ kann niemand etwas anfangen. Das bedeutet, dass genau dann, wenn es gebraucht wird, das Eigenkapital verschwindet.

Sunrise geschäftet in einem unfreien Markt. Der Bund will von seiner Swisscom hohe Ausschüttungen und sorgt so für hohe Preise und Gewinne. Darum funktioniert das laufende Geschäft von Sunrise so gut und kann die Gesellschaft trotz ihrer schwachen Substanz jahrein jahraus sehr hohe Dividenden bezahlen.

Aber Dr. Kurer wäre nicht Dr. Kurer, wenn er nicht Grösseres im Sinne hätte: Er will die UPC übernehmen.

Dass das eine grundsätzlich schlechte Idee sei, kann man nicht sagen. Es stellt sich nur die Frage, woher Sunrise die Substanz nehmen will, um diese Übernahme zu finanzieren.

Denn es wird wohl kaum eine Bank den Kaufpreis vorschiessen, wenn dieser – wiederum – einen erheblichen Goodwill enthält und wenn das Eigenkapital von Sunrise schon jetzt praktisch nur aus Goodwill besteht.

Die Lösung heisst: Substanz schaffen. Sunrise soll eine sehr grosse Kapitalerhöhung durchführen. Dann gibt es auch wieder Kredit.

Nun könnte Sunrise den Kauf wenigstens teilweise mit neuen Aktien bezahlen. Dann aber wäre die Verkäuferin weiter mit dem Erfolg und Misserfolg von Sunrise und damit der verkauften UPC verbunden. Aber das will Liberty Global nicht, und deshalb will Dr. Kurer den Kauf praktisch vollständig in Cash bezahlen.

Wie gross die Risiken für Sunrise werden, darüber kann man lange diskutieren. Aber: Diejenigen, bei denen zählt, was sie am Ende der Übung noch auf dem Konto haben, diese Leute verabschieden sich von den Dividenden und verkaufen ihre Sunrise-Aktien.

Seit Beginn des Jahres stieg der SPI um rund 18 Prozent. Der Kurs der Aktien von Dr. Kurers Sunrise fällt und fällt – eine miserable Performance.

Wenn alle zusammenarbeiten, gelingt oft, was man nicht für möglich hielt. Bei Sunrise gibt es einen Aktionär, der sich bisher an der hohen Dividende freute, der aber die schwache Substanz der Gesellschaft fürchtet und der – wenn es zur Kapitalerhöhung kommen sollte – einen riesigen Betrag einschiessen müsste und trotzdem eine Gewinnverwässerung bekäme.

Schiesst er nicht ein, so wird sein Gewinn noch mehr verwässert und geht auch seine Beteiligung zurück. Ihm stellen sich dieselben Fragen wie allen anderen Aktionären, nur halt viel akzentuierter, weil er eine Milliarde einschiessen müsste.

Zwei mit ihm verbundene Verwaltungsräte vertreten im Rat seine Argumente. Das passt Dr. Kurer nicht. Dumm ist, dass die Verwaltungsräte nicht von Dr. Kurer gewählt wurden, sondern von der Generalversammlung.

Dümmer ist, dass die Verwaltungsräte gemäss Artikel 716a Obligationenrecht eine Reihe von (a) unübertragbaren und (b) unentziehbaren Aufgaben haben, unter anderem die Oberleitung der Gesellschaft. Da gehören Firmenübernahmen und Kapitalerhöhungen dazu.

Als Normalbürger würde man meinen, dass man die abweichenden Verwaltungsräte überzeugen oder überstimmen muss und vielleicht einen besseren Übernahmevertrag finden muss. Aber der talentierte Anwalt Kurer hat eine bessere Idee: Er schafft auch hier, was es noch nie gab in der Schweiz. Kurer schliesst die missliebigen Verwaltungsräte aus.

Sie dürfen nicht mehr mitreden, wenn es um UPC geht. Klar ist, dass spätestens jetzt Feuer im Dach ist. Wie der Verwaltungsrat seinen Pflichten noch nachkommen kann, wenn mehrere Mitglieder ausgeschlossen und mit einander im Streit sind, kann man sich eigentlich nicht mehr vorstellen. Zudem herrscht gewiss Verunsicherung, denn bei jedem Schritt drohen Klagen. Vernünftiges Arbeiten ist vorbei.

Das wird weiter auf den sowieso schon massiv gefallenen Kurs der Sunrise-Aktie drücken. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Ausgabepreis neuer Aktien sinken wird. Folglich müssen mehr neue Aktien ausgegeben werden, um die benötigte Summe Eigenkapital zu erlangen – Sunrise braucht mehr Fremdkapital, wofür die Banken höhere Zinsen verlangen werden.

Wieder kommt alles zusammen: ungeahnte juristische Glanzleistungen, verunsicherte Anleger, fallende Kurse, angeheizter Streit mit dem Hauptaktionär und ein tiefer Graben durch den Verwaltungsrat.

Dr. Kurer ist Spezialist für Powerplay; vielleicht will er den Hauptaktionär zu Fehlern provozieren. Was aber passiert, wenn der Hauptaktionär darauf nicht eingeht und dafür den Aktienkurs unter Druck setzt? Die Aktie bietet sich schon jetzt für Baisse-Spekulationen an. Dann ist sehr rasch Schluss mit lustig.

Aber Dr. Kurer hält an seinem Kurs fest. Um den übrigen Aktionären Mut zu machen, lässt er behaupten, dass, schwuppdiwupp, der bei der Übernahme von UPC zu erwartende Gewinn viel grösser sein werde, als er selbst vor kurzem noch gemeint und gesagt habe.

Woher das Wunder kommt, wird nicht gesagt. Geprüfte Zahlen gibt es sowieso nicht. Und schon ist ein Gutachten in Auftrag gegeben, das auf der magischen Verbesserung der Synergie-Gewinne basieren wird. Schon am 27. August 2019 weiss Dr. Kurer, dass das Gutachten „den Deal stützen“ werde. Auch wenn es erst in einer Woche herauskommt.

Wieder hat Dr. Kurer alle Teilziele erreicht – und wieder droht trotzdem der Zusammenbruch. Natürlich ist er überzeugt, dass die Übernahme stattfinden und erst noch erfolgreich sein werde. Aber glaubt das sonst noch jemand?

Wird die bisherige Eigentümerin Liberty Global den grossen Reibach machen? Warum kann sie nicht teilweise in neuen Aktien bezahlt werden? Wird Sunrise das überstehen? Wie gross ist der Goodwill, den Dr. Kurer zusätzlich zum Wert von UPC bezahlen will? Wird Peter Kurer bei Sunrise bleiben oder – analog zum Fall Swissair – zu Liberty Global wechseln?

Kommentare

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  1. Was sich wohl ein Kurer denkt, wenn Mephistofeles von sich gibt:

    “Ich bin der Geist der stets verneint!
    Und das mit Recht; denn alles was entsteht
    ist werth daß es zu Grunde geht;
    Drum besser wär’s daß nichts entstünde.
    So ist denn alles was ihr Sünde,
    Zerstörung, kurz das Böse nennt,
    Mein eigentliches Element.”

    ― Johann Wolfgang von Goethe, Faust, Erster Teil

  2. Danke für den ausgezeichneten Text. Hoffentlich wird er auch gelesen. Es ist peinlich, mit welcher Nonchalance P. K. sich immer wieder in der Oeffentlichkeit als „der“ Macher darstellt.

    • Sie haben recht. Nur, das ist nicht nur peinlich, das ist im höchsten Masse ärgerlich, denn wenn Wenn Kurer ein Macher ist, sind Trumps Haare naturblond.
      Der Zyniker mit eigenartig eingestelltem Wertekompass gehört in die Kategorie der Ospels und Suters, den „Pleitegewinnlern“ aus dem Swissair-Grounding.

  3. Wenn sich (vermeintliche) Silberrücken einmal festgebissen haben, gibt es kein Zurück. Auch wenn sich die Argumente gegen eine UPC Übernahme häufen. So gesehen könnte die WEKO gesichtswahrend wirken und alle wären glücklich und froh, das vorhersehbare teure Debakel abgewendet zu haben. Dumm ist immer nur, dass nie die (Fehl-)EntscheiderInnen zur Kasse kommen und Verantwortung tragen müssen; die machen sich nämlich rechtzeitig aus dem Staub – mit aufgeschnalltem goldenen Fallschirm und prall gefüllter PK. Die AktionärInnen haben es in der Hand.

  4. bitte diesen grandios recherchierten und brilliant ausgedrückten artikel an alle mit dem fall betrauten versenden!!!
    herrn kurer zuschicken,der gesamten sunrise-führungsriege und allen größeren fonds-manager, die sunrise-aktien halten.
    das muss halt jeder wissen!!!!! auch die klein-aktionäre müssen es wissen!!!

  5. Ich finde, man muss hier schon seinen richtigen Namen schreiben und zu seiner Meinung stehen.

    Schon in meinen Jugendjahren beim St.Galler Tagblatt wurden keine anonymen Leserbriefe veröffentlicht.

  6. Naja, all die Kommentarschreiber können Peter Kurer nicht wahnsinnig gut kennen… Ich kenne ihn als brillanten Juristen, der die UBS erfolgreich um viele Klippen herum gesteuert hat. Das Gegenteil trifft auf den jetzigen General Counsel zu (in beider Hinsicht).
    Und dass maroden Klitschen der Stecker nicht rechtzeitig gezogen wird ist eine besonders „schweizerische Krankheit“…

    • @ Chicago Law

      Nomen est omen.

      Meinen Sie mit „ brilliant“ die Chicago Gang?
      Billiger geht‘s nicht!

  7. Wie ich gehört habe, hiess es damals, als die Swissair kein Geld mehr bekam von der Bank: „Jetzt haben wir euch den Stecker gezogen“. Das tönt als ob man sich über das Grounding gefreut hätte.

    • Ospel, Suter und Kurer freuten sich mit dem publizistischen Support des Aviatik-Journalisten Sepp Moser über das Grounding wohl diebisch.
      Sie dachten vermutlich, Ihre unter Fachleuten belächelte und seit Jahren von der Swissair subventionierte basler Regionalfluggesellschaft bringe das nötige Wissen und Können mit, um die verhasste Mutter mit ihrem tadellosen Leumund zu beerben. Was die Crossair-Jünglinge mit den paar Milliarden zwei Jahre später dann hinbekamen, das weiss man. Crossair? Was ist das?

  8. Dieser Artikel gefällt mir sowohl inhaltlich wie auch sprachlich sehr gut. Wer auch immer diesen verfasst hat, sollte vermehrt für IP tätig werden.

  9. Anwälte schaffen nix bringen aber immer alles auf die Reihe. Egal wie die Übung ausgeht – sie sind immer auf der Gewinnerseite. Sie werden selbst am Weltuntergang noch kräftig verdienen
    Auf meinem beruflichen Werdegang sind mir viele Juristen begegenet – aber nicht einer konnte wirklich etwas ausser Intriegen spinnen.

    • Immerhin weisen alle Anwälte bezüglich Rechtschreibung und Satzzeichen ein „Mittlere-Reife-Niveau“ auf.

    • Genau, lawyer,

      und darum tummeln sie sich in Formalien auf Nebenschauplätzen.
      Dort braucht es weder brains noch initiative, sondern ein gutes gedächtnis gepaart mit auswendig lernen. Und eben satzzeichenkenntnis, da es auf die interpunktion ankommt. So flach sind sie. Füdlibürger top und macher flopp!

  10. Kann man wohl so zusammenfassen: Kurer ist Anwalt und ein Fan von Mergers & Acquisitions. Zudem kennt er sich mit der (technischen) Buchhaltung und deren Tricks aus. Seine Strategie ist die Expansion und weiss wie man diese buchalterisch „finanzieren“ kann. Jedoch hat er vom jeweiligen Business in dem er arbeitet keine Ahnung, deshalb führen seine Interventionen regelmässig zum Crash.
    Er sollte Anwalt bleiben, im VR von Firmen ist er eine Fehlbesetzung.
    Was allerdings fehlt ist eine Übersicht über die private Vermögensentwicklung des Herrn Kurer – ich vermute, er ist nicht immer vermögender geworden…

  11. Diese Analyse ist messerscharf und auf dem Punkt genau. Herr Dr. Kurrer hält lediglich 7’723 Sunrise Aktien im Tageswert von CHF 570’343. Woher nimmt er sich das Recht um Vertreter von 25% der Aktien aus dem Verwaltungsrat auszuschliessen? Eine Maus die mit dem Elefanten wedelt. Die totale Arroganz der Hausverwaltung.

    • Aus der Sicht des grösste Sunrise-Aktionär, die deutsche Freenet, die die Finanzierung der nötigen Kapitalerhöhung ablehnt, stimme ich zu. Wieso lehnt Freenet ab? Weil sie nicht an eine Erhohlung von UPC glaubt!!!

      Die Kertwende, Entwicklung und Performance der Sunrise in den letzten Jahren finde ich unglaublich. Wachstum Kunden und Gewinn Quartal nach Quartal. ( Mal schauen was Q3 bringt) und Image. Zudem finde ich einen Zusammenschluss mit UPC interessant und traue der Sunrise zu, weiterhin stark zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. Beide Unternehmen sind zusammen viel stärker. Infrastruktur ergänzen sich recht gut. Zum Schluss sehe, dass Swisscom keine vernünftige Reaktion auf Sunrise findet.

      Für mich ist die Aktie eine Kaufgelegenheit.

  12. Was Herr Kurer bislang produziert hat sind Vertrags-Papiertiger am Schreibtisch. Darauf ist er spezialisiert. Und auf Powerplay mit dem Geld der Aktionäre.

    Den betriebswirtschaftlichen Drive müssen die Macher erbringen. Er ziert sich am Bürotisch und mit „Powerplay“.

    Dabei verscherbelt er sein liberales Gedankengut.

    Der Telecom-Markt Schweiz ist ohnehin schon oligopolistisch dominiert. Und jetzt hilft er mit, dieses Oligopol noch zu verstärken.

    Wem hilft dies?
    Vorgeschoben wird der Konsument. Wer das glaubt ist naiv.

    Nein, es geht um die Maximierung des Shareholder-Values. Davon profitieren die Hauptaktionäre zuerst.

    Die Konditionen für das Telecom-Publikum sind ihm egal. Zuerst seine Entourage, mit der er via alle die Sonderclubs bestens vernetzt ist, und dann der Mob, der gefälligst die Gebühren schlucken soll.

    So läuft dies im Züri-Freisinn mit neoliberalem Credo.

    Herr Kurer hat den Unterschied zwischen dem engen betriebswirtschaftlichen Maximierungsdenken und den volkswirtschaftlichen Auswirkungen völlig ausgeblendet. Es interessiert ihn schlichtweg nicht. Zeigt auch die Geisteshaltung: es geht nur um Macht.

    Und genau an diesem Punkt wird die WEKO noch ihre Beurteilung abgeben.

    Der Telecom-Markt Schweiz braucht vor allem zusätzliche Anbieter und nicht eine Verstärkung des Oligopols, kreiert durch neoliberale Machtmenschen am Bürotisch.

    Das wäre dann echt liberales Denken, Herr Kurer.

  13. Es gehört mittlerweile zum gesicherten Allgemeinwissen, dass Anwälte, so schlau sie auch immer sein mögen, an der Unternehmensspitze nichts zu suchen haben. Das Desaster wird nicht lange auf sich warten lassen. Schade um Sunrise!

  14. „Um den übrigen Aktionären Mut zu machen, lässt er behaupten, dass…..“
    Irreführung der Aktionäre! In den USA würde die SEC aktiv und den Winkeladvokaten für alle Zeiten aus dem Verkehr ziehen.

  15. Wer diesen anonymisierten Text (warum eigentlich?) auch immer geschrieben hat, vergisst, dass nicht Dr. Kurer, sondern der CEO und der Verwaltungsrat der Swissair für den Entscheid zuständig war. Kurer hat nur ausgeführt, was die Swissair-Führung wollte. Ihm nun gewissermassen anzulasten, was er auf Geheiss ausgeführt hat, ist unseriöser Journalismus. Niemand, auch Inside Paradeplatz nicht, weiss, ob Dr. Kurer die Swissair wegen der problematischen Aspekte vom Geschäft abgeraten hat. Letztlich hat die Swissair entschieden. Das interessiert aber Lukas Hässig nicht.

    • Ja mag allenfalls so sein. Er hätte aber sogleich sein Mandat zur Verfügung stellen müssen. Folgenschwere Entscheide können auch für beratende Wirtschaftsjouristen Konsequenzen haben.

      Mitgegangen, mitgefangen…….

  16. Tja, das sieht aus wie im VR der Raiffeisen…im Sunrise-VR sitzt mit P.Schöpfer ein Avaloq-Manager…und damit ein mit Abheben vertrauter „Topshot“…

  17. Ziemlich gut geschrieben. Kurer ist ein Voriger. Er bestätigt nur die Regel: 95% der Anwälte sind bloss unbrauchbar und teuer, einige sind für ihre Kunden gar katastrophal gefährlich.

  18. Wer klug wäre, würde den wahren Wert jeder Sache daran messen, wie weit sie für sein Leben nützlich und verwertbar ist.
    Michel de Montaigne (1533 – 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist

  19. Exzellenter Artikel! Die Vergangenheit dieses talentierten Dr. Kurer ist wirklich interessant…
    Und da fragt man sich, warum das Vertrauen in unsere sogenannten Wirtschaftsführer verloren gegangen ist.

    • Stimme völlig überein; er ist das Muster-Exempel eines White- Collar-B….

  20. UPC ist wohl Kurers letzter Deal, dann kann er mit 70 endlich in die wohlverdiente Pension. Mit einer Riesen-Klatsche an der kommenden ausserordentlichen GV von Sunrise wird dies jedoch einmal mehr kein Ruhmesblatt.

    • Einer mehr vom umstrittenen Schweizer Wirtschaftsfilz. Solch Typen haben unser Land verschachert um des Protifs willen. Nun steht die Schweiz vor einem Scherbenhaufen, sämtliche wirschaftlich relvanten Unternehmen sind in ausländischem Besitz und für Schweizer (Arbeitnehmer) ist im eigenen Lande immer weniger Platz. Die Verursacher geniessen ihren Ruhestand mit prallgefüllten Taschen.

    • @ K.Zimmermann

      Weil der Kurer den Autor vermutlich verklagen würde. Die Wahrheit darf in der Bananenrepublik Schweiz schon lange nicht mehr geäußert werden.

  21. 7x fand im Artikel „Der talentierte Anwalt“ Erwähnung.

    Jetzt glauben wir erst recht nicht an sein echtes Talent.

    IP-Leser: Bitte diesen Artikel umgehend Screenshoten. Der „talentierte Anwalt“ möchte diesen heute superprovisorisch gesperrt haben.

    Talentlose, verantwortungslose Crash-Piloten dürfen in unserer Wirtschaftsgeschichte (auch nach Jahren) nicht vergessen gehen.

    • @ Rory „easy going“ Steppenwolf

      Passt ja wunderbar zu diesem schmierigen Typen

  22. Kurer ist DIE „Persona non grata“ der Schweiz.
    Er spielte eine unrühmliche Rolle beim:

    – Grounding der Swissair (denen haben wir den Stecker gezogen)
    – Beinahe-Kollaps der UBS (war Chefjurist in der Konzernleitung)
    – Untergang des Bankgeheimnisses (lieferte Kundendaten aus)

    Auf Veranlassung des Bundesrates, wurde er als VR-Präsident
    der UBS ersetzt.
    Die Regierung traute ihm nicht über den Weg.

  23. Ja, Herr Hässig, da stellt sich doch allmählich die Frage, werden wir eigentlich nur noch von Halunken regiert und ausgenommen?

  24. Ein typisches Verhalten von Juristen. Konflikte anheizen und „Teilsiege“ erzielen, die aber im Endeffekt zur vollständigen eigenen Niederlage führen.
    Andere Beispiele aus diesem Jahr: „Fall EY“ und „Fall Bain“.

    • Oder die fröhliche 💩, die nun Weber, Ermotti und Diethelm in Frankreich am Bein klebt.

    • Juristen und Richter. Eine schmierige Gilde, die ich gar nicht mag….

    • Zum „Fall Bain“ gab es eigentlich schon lange keine News. Was ist eigentlich mit dem Lapdance-Typen passiert? Irgendwann ist doch ein Artikel verschwunden, das zeigt meist, dass das Ende nah ist.