Schlammschlacht bei Watchdog der Geldmanager

Führender Selbstregulierer VQF will seinen Ex-Präsidenten Martin Neese kaltstellen – Der hält dagegen – Eskalation in Regulierer-Szene.

Martin Neese ist Zuger Anwalt. Er sass beim umstritten Jean-Claude Bastos im Verwaltungsrat. Vor allem aber war Neese Präsident vom VQF, dem führenden Verein der Unabhängigen.

Dort ist er im Frühling zurückgetreten. Doch im SRO Forum will Neese bleiben. Das ist das Obergremium aller Selbstregulierer der unabhängigen Vermögensverwalter.

Nicht mehr Big Boss beim VQF, aber im Forum SRO sitzenbleiben, und zwar als Präsident: Das geht nicht. Finden zumindest die Nachfolger Neeses beim VQF.

„Wir haben unsere Mitgliedschaft im SRO Forum soeben sistiert“, sagt Heinz Knecht, der neue starke Mann beim VQF, auf Anfrage.

Neese sei nach dem Rücktritt als Präsident nicht mehr der Vertreter des VQF in der Überorganisation, begründet Knecht. „Es geht um die Frage, wer uns vertritt.“

Angriff mit Brusttuch: Knecht (VQF)

Auf der Homepage des SRO Forums ist Neese nicht nur als Präsident aufgeführt. Sondern er trägt dort immer noch den Titel „Dr. Martin Neese, Präsident, VQF“.

Das erweckt den Eindruck, dass Neese weiterhin Kapitän des VQF ist. Was er seit Mai dieses Jahres nicht mehr ist. Was ihm aber egal ist.

„Das Präsidentenamt des SRO Forums ist nicht mit der Vertretung des VQF verbunden“, sagte er gestern per Email-Antwort.

„Ich bin als Präsident des Forums noch bis September 2020 gewählt. Selbstverständlich darf der VQF selber bestimmen, wen er als Vertretung ins Forum entsenden will.“

Deutlicher geht’s kaum. Rutscht mir doch den Buckel runter.

Probleme? Neese (SRO)

Ein Präsident des Oberforums SRO, bei dem es um die vielen neuen Gesetze und Vorgaben im Finanzwesen geht, der ins Amt kam über seinen eigenen Verband, den VQF.

Und nun, da er dort in Ungnade gefallen ist, gibt er die Krone des Königsgremiums nicht ab.

Für den VQF alles in einem: peinlich, blamabel, beschämend. Was tun?

Es gehe um Neeses Ablehnung von Fidleg und Finig, sagt VQF-Präsident Heinz Knecht. „Martin Neese lehnt die neuen Gesetze ab, wir sind dafür.“ Deshalb sei Neese nicht mehr der Richtige für den VQF gewesen.

Neese sagt dazu: „Gegen Fidleg und Finig habe ich grundsätzlich nichts – notabene habe ich selber an den Gesetzen mitgewirkt.

„Es ist allerdings kein Geheimnis, dass ich gegenüber gewissen Entwicklungen in diesem Zusammenhang kritisch eingestellt bin und nicht zu den Befürworten aller Veränderungen gehöre.“

Highnoon bei den Selbstregulierern: hier Neese, Zuger Anwalt, Mann eines Bastos, Gegner von Korsetten; da seine VQF-Nachfolger, denen der Kragen platzt ob der Störrigkeit ihres einstigen Chefs.

Wie sehr die Nerven in der Selbstregulierer-Szene angespannt sind, zeigt sich bei Heinz Knecht, dem neuen Präsidenten des VQF.

Auf die Frage, ob Vorgänger Neese wenigstens einfaches Mitglied im Verband bleiben könne, kommt zunächst … nichts.

Erst auf Nachfrage und nach langem Schweigen bringt der VQF-Chef schliesslich ein „Das schon“ über die Lippen.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Der Knecht bleibt ein Knecht.

    Damit ist doch alles gesagt. Und so wird es auch bleiben. Das SRO-Gestrüpp ist ein Ueberbleibsel aus Vorzeiten, heute nur noch ein Füllhorn von Apparatschiks welche sich am immer magerer werdenden Tisch der Vermögensverwalter vollsaugt.

    • Herr Neese tanzt eben auf verschiedenen Hochzeiten. Er ist auch bekannt als „Ämtlikumulierer“…………