Vontobel beglückt Jordan-Sohn mit Asien-Praktikum

Filius des Notenbank-Chefs steckt im begehrten Talent-Programm der Zürcher Tradingbank. Nun darf er als Auserwählter nach Singapur.

Jordan Junior könnte eine steile Karriere im Swiss Banking gelingen. Der Sohn des grossen Thomas Jordan absolviert derzeit ein Talent-Förderungsprogramm bei der Zürcher Vontobel.

Nun geht er nach Singapur. Der Sprung nach Fernost ist für den Aufstieg des Neo-Bankers und Sprössling des obersten Zentralbankers eine besondere Auszeichnung.

Der junge HSG-Absolvent lernt das wichtigste Finanzzentrum in der aufstrebenden Weltregion aus nächster Nähe kennen.

Für Jordan hat Vontobel eine Art Sondersetting gemacht.

Der Sohn des SNB-Präsidenten ist nämlich neben einem Kollegen der Einzige jener Hochschulabsolventen, die derzeit im Talent-Programm bei der Zürcher Familienbank stecken, der eine Zeitlang nach Asien gehen kann.

Für fast alle Anderen heissen die Auslandeinsatz-Stationen Genf oder Frankfurt. Europa, das Höchste der Gefühle.

Auf nach Asien: Jordan Junior (VT, IP)

Ein Vontobel-Sprecher betonte, dass der Jordan-Sohn keine Person des öffentlichen Interesses sei. Zu dessen Einsatz in Fernost meinte er sodann:

„Der Sohn ist kein Praktikant, sondern befindet sich in einem normalen Ausbildungsprogramm für Hochschulabsolventen, das auch einen Auslandsaufenthalt vorsieht.

„Das Programm bietet Vontobel seit vielen Jahren erfolgreich an und wird sehr gut von Hochschulabsolventen in den verschiedensten Bereichen angenommen.

„Bewerber für dieses Programm haben einen geordneten mehrstufigen Auswahlprozess zu durchlaufen, in den eine Reihe von Vontobel-Mitarbeitenden aus verschiedenen Bereichen eingebunden sind.

„Allein im Bereich Investmentbanking konnten in diesem Jahre 16 neue Hochschulabsolventen für das Programm gewonnen werden.“

Was der Vontobel-Mann ausdrücken will: Jordan Junior musste trotz seiner Herkunft wie jeder Andere den ganzen Bewerbungs-Parcours durchlaufen, bevor er im Trading der Privatbank einen der begehrte Plätze ergatterte.

Nix da mit Extrawurst für den Präsidenten-Sohn. Wir sind schliesslich in der Schweiz.

Der junge Jordan und dessen Kür für einen Singapur-Einsatz mögen losgelöst von Herkunft und SNB-Bezug sein.

Sicher ist, dass die Vontobel und die SNB eine lange Geschichte verbindet. Die Zürcher Bank war schon immer eine eigentliche Börsen- und Handelsbank.

Als es noch den Ringhandel mit dem A la criée gab, war die Vontobel eine der wenigen zugelassen Börsenbanken Zürichs. Sie verteidigte ihre Stellung als zentrale Handelsbank unter dem neuen Computerhandel.

Als solche ist sie für die SNB und deren Wahnsinngs-Käufe von Aktien, Obligationen und weiterem eine wichtige Gegenpartei.

Für die Vontobel-Handelssparte bedeutet die SNB tägliches Big Money. Wenn die Notenbank über die Vontobel Deals tätigt, verdient die Privatbank tüchtig mit.

Ins Auge stechen enge historische Verbindungen. Philipp Hildebrand, der Vorgänger von Thomas Jordan, der heute weit oben bei Blackrock sitzt, stieg bei der Vontobel auf.

Aus den Nichts wurde Hildebrand im Sommer 2000 Anlagechef der Zürcher Bank. Hildebrand. Damit war er dabei, als die Vontobel 250 Millionen mit ihrer „You“ Onlinebank in den Sand setzte.

Im Herbst 2001, nach nur gut 1 Jahr, ging er von Bord. Im Sommer 2003 kürte ihn dann der Bundesrat zum SNB-Direktoriums-Mitglied.

Heute Mittag meldete sich der Sprecher der Vontobel mit einer zusätzlichen Stellungnahme:

„Herr Jordan hatte sich mit drei anderen Personen erfolgreich für einen Pfad im Rahmen des Ausbildungsprogramms für Hochschulabsolventen, in dem qua Definition ein Auslandsaufenthalt in Frankfurt oder Singapur vorgesehen ist, qualifiziert.

„Dies war bei Bewerbung bekannt. Die Auswahl, welche zwei Personen jeweils in Frankfurt oder in Singapur eigesetzt werden, findet in einem geordneten Prozess statt.

„Für alle anderen Pfade im Rahmen des Ausbildungsprogramms für Hochschulabsolventen mit Auslandsaufenthalt sind diese qua Definition ausschliesslich innerhalb von Europa vorgesehen. Auch dies ist bei Bewerbung bekannt.“

Kommentare

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  1. Filius Jordan ist einer derjenigen, die mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden. Solchen fliegen die gebratenen Tauben von alleine in den Mund. Durchaus möglich, dass er auch noch begabt ist und das Sondersetting verdient. Vielleicht haben wir ja da den übernächsten NB-Präsidenten ?

  2. Hier eine passende Sentenz vom legendären Aristoteles:
    Der Beginn aller Wissenschaft ist das Erstaunen, dass die Dinge sind wie sie (eben) sind. Und die Geschichte um den Filius Jordan, hat seine gesellschaftlichen Gesetze seit jeher, ohne sein wahren Talent in Frage zu stellen, denn über dieses muss er (doch) verfügen. Punkt!

  3. Nur Idioten können dagegen sein, wenn vielversprechende Talente gefördert werden und mit Auslandpraktiken belohnt werden. Offenbar ist lh neidisch oder jedenfalls total von der Rolle. Ein krankhafter Vontobel-Basher, welcher sich in Grund und Boden schämen sollte für solche total unberechtigte und unsinnige Ausfälle!

  4. Ja was soll denn da schlecht dabei sein, wenn sich Eltern für die Zukunft ihres Nachwuchs interessieren?
    Also bei uns läuft das auch nicht anders. Mein geschiedener Ex und ich haben uns darauf verständigt, dass unser Kenny etwas vernünftiges lernen soll. Und zugegeben, ein bisschen Projektion in den Filius ist immer auch dabei. Man will ja nur das Beste!

    Jedenfalls macht unser Kenny jetzt eine schöne Lehre als Büchsenmacher und schlägt sich sehr gut dabei. Wenn er beim Lehrabschluss noch immer in den Top-3 ist – und das wollen wir doch mal hoffen – kriegt er danach ein Auslandspraktikum bei Kalaschnikow in Ischewsk.
    Wie sich die Welt für unsere Liebsten entwickeln wird, ist und bleibt halt Ansichtssache.

    Aber schön, wenn Herr Jordan an Swiss Banking glaubt…

  5. Ist doch nichts neues, wer Geld hat kann seinen Nachwuchs in einem Privatinstitut versorgen. Dort wird dann schon geschaut, dass alles so vonstatten geht, wie sich das die Eltern wünschen. Sagte doch mal einer, dass er mit genug Geld aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat machen könne….

  6. Das Wort „Sondersetting“ ist zwar etwas vorbelastet………

    Trotzdem viel Erfolg Jordan Junior in der schwülen Hitze von Singapore.

  7. Das ist doch eine gute Sache: dann ist Georg von Wattenwyl wenigstens etwas mit der Betreuung des Jordan-Sprösslings beschäftigt, derweil in Zürich munter Personal abgebaut und unrealistische Umsatzziele im Struki-Bereich definiert werden.

  8. Mal wieder ein Setup der zeigt, wie die Vontobel-Chefetage denkt und handelt: den Filius von Jordan hübsch bespassen und hoffen, dass sich der Aufwand auf die eine oder andere Art bezahlt macht. Nicht wirklich unstatthaft und doch ein Indiz für ein verkommenes und überholtes Weltbild, in der eine Hand die andere wäscht. CEO Zeno Staub, der solche Aktionen billigt, ist von einstigen Hoffnungsträger des Swiss Private Bankings schon längst zum willfähigen Opportunisten am Gängelband des unsäglichen Herbert Julius Scheidt, seines Zeichen VRP von Vontobel sowie saft- und kraftloses Aushängeschild der Schweizer Finanzindustrie (SBVg) degeneriert.

    • Meritokratie gibt es kaum mehr.

      Networking hiess doch früher Vitamin B.

  9. Das sich am Verbloeden befindliche Schreiberlein lh macht heute seinen periodischen Rundumschlag gegenueber der Vontobel. Dabei offenbart sich, dass er ein Praktikumeinsatz in GENF als Auslandstation betitelt. Hassig, duemmer geht nimmer!

    • Verblödet istallenfals Ihr unangemessener abfälliger Kommentar.Dieser ist sehr aufschlussreich und sehr informativ

    • @Josi: Dein faktenfreier Kommentar ist jetzt aber auch nicht der Burner, meiner Lieber.

    • Ich hätte genau gleich gehandelt. Leider hat sich Lukas heute eine wahre Niete eingehandelt. Das „Sommerloch“ sollte eigentlich am 2. Dezember vorüber sein? Fazit: Kadenz zurückschrauben wenn es nur noch Bagatellen zu erwähnen gibt, „Weniger ist Mehr“!

    • J. Applanalp: Bitte nicht gar so respektlos dreinfahren, so ein Kommentar ist auch nicht gerade eine Empfehlung. Wir dürfen sicher festhalten, dass einem Jungmanager in einer Bank, dessen Vater NB-Präsident ist, die Lorbeeren etwas leichter zufallen als einem Bauarbeitersohn, letzteres nur als Beispiel. Trotz allem kann der Jordan-Filius begabt und fähig sein, das ist durchaus möglich.

  10. Machsch mi hässig, Hässig. Kleinliches Geschreibse.
    Wichtig ist allein, dass J.junior kein Freitags-Zukünftler ist und offenbar fokussiert an seiner Ausbildung arbeitet. Good luck to him!
    Um Dich noch etwas wichtiger zu machen werden die „Wahnsinsskäufe an Aktien“ der SNB erwähnt. Die Indexnahen weltweit gestreuten Anlagen werden wohl kaum über Vontobel getätigt.

  11. Ist wie bei Prüfungen an der Schule. Machen müssen sie alle, aber bei den Lieblingen der LehrerInnen ist die Bewertung halt statistisch signifikant höher als bei den „Aussätzigen“ bei gleicher Leistung- war schon immer so, wissen tun es alle, aber es ändern will trotzdem niemand.

  12. Wieso nicht da sehe ich nichts falsches und Hildebrand war auch nicht schlecht, nur wegen Blocher musste er gehen. Typisch SVP Parolen.

  13. „Ü55 im Kübel“ „Jordan Junior könnte eine steile Karriere im Swiss Banking gelingen“. Hamlet heute: Es ist etwas faul in der Bananenrepublik Schweiz.

  14. Vorgespurte Karriereplanung vom Feinsten.

    Ein Sondersetting für den Filius bloss 152km nördlich des Äquators.

    Das feuchte Klima müsste ihn eigentlich widerstandsfähig machen für höhere Aufgaben. Durchstarten.

  15. Ja, die Schweiz. Da wäscht die eine Hand die Andere.
    Für den einfachen Mitarbeiter gibt es nur einen Weg: Die Faust im Sack machen und unauffällig sabotieren. „Die Maschine steht still, wenn dein starker Arm es will!“