Vontobel: Der Coup der Apparatschiks

CEO Staub und sein Scheidt wollten nur eines: Studer, Chef des Investment Bankings, entmachten. Dafür schaffen sie Giga-Baustelle.

„Selbstverständlich“ habe Vontobel Roger Studer nicht entlassen, so Herbert Scheidt gestern an der Medienkonferenz zur neuen Organisation der Privatbank. Studer sei ein „Good leaver“, entsprechend dürfe er seine vielen gesperrten Vontobel-Aktien behalten.

Effektiv ging es genau darum: Wie werden wir den mächtigen, unkontrollierbaren, unantastbaren Geheimherrscher namens Studer los? Und zwar so, dass uns keiner auf die Schliche kommt?

Und so machte sich Scheidt zusammen mit seinem CEO Zeno Staub ans Werk. Das Spitzen-Duo zauberte eine neue Organisation aus dem Hut, bei der sich alle fragen: Was soll das?

Lässt man das viele „Kunde im Zentrum“ zur Seite, bleibt nur eines übrig: Das Investment Banking wird zerlegt. Und damit ist auch Roger Studer Geschichte.

Genau, was sich Zeno Staub wünschte. Und was ihm Präsident Scheidt nun vor Weihnachten 2019 schenkte. Staub ist seinen grossen Widersacher los.

Hey, das macht Spass (Vontobel)

Studer brachte die Zahlen. Er verdiente mit seiner Investment Bank jahrelang am meisten. Dieses Jahr geriet er in die Krise, das Geschäft mit den Strukturierten kam ins Stocken.

Grund für eine Entmachtung war das nicht. Es folgten Stories zu Liaisons in Studers Königreich.

Keine Seltenheit bei Vontobel. Einer von Staubs Zöglingen war der Lover seiner Sekretärin. Die wurde intern versetzt.

Kleine Bank, kuschelige Welt. Warum also musste Studer über die Klinge springen?

Es geht um Zeno Staub. Der will noch lange der grosse Chef sein. Und er will Jahr für Jahr gross kassieren.

Geschlachtet: Investment-Banking (IP)

4 Millionen und mehr für eine Bank mit 2’000 Leuten, das gäbe bei Bär ein CEO-Salär von 12 Millionen. Bei der UBS ginge die Zahl durch die Decke.

Staub ist der Bestverdienende auf dem Platz, wenn man die Kleinheit seiner Bank nimmt. Präsident Scheidt profitiert mit, er kriegt pro Jahr gegen 3 Millionen. Für einen 30-Prozent-Job. Mehrheitlich ist Scheidt Präsident der Bankiervereinigung.

Staub wollte die ganze Macht. Studer stand ihm vor der Sonne. Mit dem medial inszenierten Umbau hat Staub den Studer-Laden zerlegt. Die Einzelteile schenkt er seinen Freunden.

71’000 Aktien=4,5 Mio Fr: Immerhin (Vontobel)

Von denen erhalten einige einen Platz in der Geschäftsleitung. Willkommen im Club der Vontobel-Millionäre.

Bald dürften die nächsten Schachzüge folgen. Staub könnte seinen Vertrauten Christian Gmünder zum nächsten Chef des Private Bankings machen.

Alles läuft wie am Schnürchen. Der grosse Studer vom Hof gejagt, der brave Gmünder zu Nibelungen-Treue verpflichtet.

Und selbst ein Reich für sich: Staub ist neu Herr eines eigenen operativen Bereichs. Der Mann kann nun ewig bei Vontobel regieren. Die Familie, die brave, stoppt ihn nicht.

Kommentare

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  1. „. ..Die Familie, die brave, stoppt ihn nicht. ..“
    Nun, die Familie, die Inhaber stoppten ihn (Studer) nicht weil die Bank bis dieser Tage guten Cash/Gewinn ausschüttete, also gutes Banking vorweisen konnte. Bankenscene Schweiz hat sich jedoch radikal verändert, nächstes Jahr sieht’s noch düsterer aus.

    „. ..Studer brachte Zahlen. ..“
    Richtig, der Plusquamperfekt ist richtig! – Eine erste oder auch grössere Delle ist/wäre ja hinnehmbar, a b e r ist auch zu vermuten, dass der sehr bekennende Ferrarifahrer Studer sich auch intern gerne etwas (zu)weit aus dem Fenster lehnte.. und die Alleroberten inklusive Inhaber beschlossen Studer jetzt, bei der ersten sich zeigenden Delle, abzusägen. Dieser Plan zeugt von sehr langer Vorlaufzeit..

  2. Roger Studer ist ein Kenner seines Metiers, ein wahrer Insider und besitzt als Banker noch diese gewissen Züge besonderer Redlichkeit. Ende der 80er, wir gehen im selben Haus ein und aus. Er Fiat Panda, ich Fiat Panda. Seine Bescheidenheit und sein positives Wesen sind und waren stets seine engsten Begleiter. Ein Banker, dessen Vorbild einmal hätte Robert Studer heissen können.

    • Jetzt aber Ohalätz!
      Studer der Bescheidene. Hm, vor 30, 40 Jahren wie Sie schreiben vielleicht ja. Aber der Erfolg (Seiner Untergebenen!) ist ihm, so glaube ich, etwas in den Kopf gestiegen ansonst er nicht mit Ferrarie rumproleten müsste..

  3. Die Bemerkung von L.Hässig über die Familie Vontobel „Die Familie, die brave, stoppt ihn nicht“ist unter jedem Hund und demaskiert Hässig weiter. Er ist eigentlich einfach ein ungehobelter Dampfplauderer ohne Anstand und Würde.
    Die Geschichte der Vontobels zeigt deutlich, dass diese Familie etwas erschaffen hat und überaus aktiv ihre Errungenschaften gepflegt und erfolgreich ausgebaut hat, etwas wovon der „Skandalschreiber“ Hässig nur träumen kann. Er, der kleine Gernegross aus der Fake-News-Gilde!

    • Die Bank Vontobel betreibt seit Jahren hinter der Biederen Fassade der ehrbaren Familie Vontobel eine Personalpolitik, welche zum regelmässigen Burnout der Angestellten führt und führte – ist es soweit – werden diese abgeschoben! Es ist so, seit diese Blender aus „Schland“, wie Scheidt und Staub, das Sagen haben!

    • Warum interessiert es Sie so dermassen, was Hässig schreibt?Lassen Sie es gut sein und heuern als Historiker an.

    • @Threepwood
      Ich werde meine Beitraege auch in Zukunft mit klaren Aussagen formulieren. Meine Meinungsfreiheit geht ueber ihr Gekritzel von Dreizeilern hinaus, welche nichtssagend und dumm daherkommen und ihr Ebenbild vermutlich genau wiedergeben. K… my A..!

    • @Wolfgang
      Sie verwechseln klare Aussagen mit Beleidigungen. Somit ist alles gesagt.

  4. Fahle Nachgeschmäcker!
    In der Stadt ein Gemecker.
    Ein nimmersatter Haudegen:
    Stellt besten Mann in Regen.

    Nach Adam Riese geht‘s schief;
    Am Neuen hängt zu viel Mief! Das Konzept ist nicht ausgegoren;
    Es stinkt schon aus allen Poren!

    Die Altvorderen nur dumm gucken;
    müssen diesen bullshit schlucken.
    Ich sage nur noch : „ die Wette gilt“ ,
    Damit ist die Vontobel arg gekillt!

    ORF

  5. Grundsätzlich ist die Ausrichtung zukunftsweisend, jedoch nicht zu Ende gedacht. Eine Bank, die nur noch buy-side macht wird massiv weniger einnehmen. Kunden sind bereit für guten Service und einer Topperformance zu bezahlen. Mehr als 100 bps sind es aber nicht, vor allem nicht Schweizer Kunden. Wer aber ein vergoldetes Topmanagement unterhalten will braucht wie früher 150-250 bps. Die Vontobel konkurriert nun mit den EAM, da kann sie kaum gewinnen.

    • Na ja, Pictet, Lombard Odier, UBP, LGT, Julius Bär etc. sind alles grosse Privatbanken mit nur in-house buy-side Research. Da seh ich also kein Problem. Das Problem ist dass das Vontobel sell-side Research nicht loss making war aber regelmässig in den Medien präsent ist, also quasi gratis Werbung. Das wurde jetzt gestoppt, für mich unternehmerisch gesehen Blödsinn, und Kapital wird in diesem business auch nicht viel gebraucht.

    • @Frauenversteher Stimmt natürlich, wenn dann die Bank die Portfolios mit Hausprodukten und unnötigen Feederfunds abfüllt, reicht es auch für Millionen für die Oberen.

  6. a) Wenn erst jetzt der Kunde im Zentrum steht, was war er denn vorher. Zudem, diese infantilen Sprüche, den Kunden im Zentrum zu stellen, hat man genügend gehört. Wahr oder umgesetzt hat es bislang noch keine Bank.
    b) VT war bekannt für seine Strukturierten Produkte und ein sehr gutes Aktienresearch Schweiz. Freiwillig gibt man zwei „assets“ aus der Hand, um das Gleiche zu machen, was andere auch schon machen. Gut überlegt?

  7. So wendet sich das Blatt. Studer war doch auch im Fokus von LHs Berichterstattung, somit sind doch jetzt Staub, Scheidt und LH am Ziel, oder?

  8. Den Roger hätte Zeno auch so entlassen können. Wäre wohl billiger gekommen.
    Und einfacher wäre es auch gewesen. Darum ist an der These von LH nicht viel Fleisch am Knochen.

    Anstatt stehen zu bleiben, bewegt sich Vontobel. Würde anderen Banken auch gut anstehen.

  9. Lukas versuchst Du noch etwas saft aus der schon getrockneten Limone zu pressen? Nachdem Du gestern offenbar überrascht wurdest weil Du mal keine insider infos hattest und so nur die pressemitteilung von denen nacherzählen musstest 😂