Bekanntes Worldwebforum in Krise

Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen für den Anlass von Januar liegen weit unter dem Budget. Nun wird redimensioniert.

Fabian Hediger will am Telefon nichts von Krise wissen. In einer Woche würde das Worldwebforum 2020 wie geplant mit 1’500 Teilnehmern in einer grossen Halle in Zürich-Oerlikon durchgeführt.

Erst auf Nachfragen wird der Gründer des WWF, wie das zweitätige Festival kurz heisst, etwas nachdenklicher.

„Wir strecken uns jedes Jahr nach der Decke“, meint er. „Haben wir mehr Geld zur Verfügung, geben wir mehr aus. Haben wir weniger, sind wir sparsamer. Das Worldwebforum ist nicht profitorientiert.“

Effektiv steht es nicht gut ums Forum. Die Einnahmen aus den verkauften Tickets liegen weit unter Budget.

Was kommt von oben? (Youtube)

Bis jetzt konnte das WWF laut einem Insider erst knapp 400 Billets verkaufen.

Damit nahm das Festival, das in den letzten Jahren mit flächendeckender Werbung und viel Prominenz aufgefallen ist, gut 400’000 Franken ein.

Ziel war das Doppelte. Im Minimum. Nun fehlen diese geplanten Einnahmen aus den Verkäufen an Teilnehmer.

Zu denken gibt der Trend. 2017 hatte das WWF noch rund 700’000 Franken Einnahmen aus verkauften Billets, 2018 sanken diese auf 600’000, letztes Jahr auf 530’000.

Und nun – Stand jetzt – sind es etwas mehr als 400’000. Das Loch wird somit immer grösser.

Für WWF-Chef Hediger bedeutet das, dass er die finanzielle Lücke noch stärker als bisher mit Sponsoren-Geldern füllen muss.

Er versucht das, indem er möglichst viele Firmen als Partner anlockt. Das führe zu einer Verwässerung, kritisiert die Gesprächsperson.

„Das haargenau gleiche Sponsoring-Paket wird den einen für 75’000 und den anderen für 250’000 Franken angeboten“, sagt die Quelle.

Wer zahlt wieviel? (WWF)

Ein Sponsor wie die grosse Zürich-Versicherung bezahlt somit rund 3 Mal mehr für das Gleiche wie ein Sponsor, der nun neu dazukommt.

Zu den finanziellen Schwierigkeiten kommen personelle. Besonders ins Gewicht fällt die Kündigung einer Frau. Sie kümmerte sich laut WWF-Webseite um fast alles: Innovation, Musik, Verköstigung.

Nun mag sie nicht mehr. Für WWF-Chef Hediger Zeit zu reagieren. Er kündigte intern an, dass er einen neuen Ort für die nächste Durchführung suche.

Etwas Kleineres. Die Rede ist derzeit von noch rund 500 Teilnehmern. Das wäre ein Drittel der bisherigen 1’500.

Hinter der geplanten Drittelung steht offenbar McKinsey. Die Firma ist eine Langzeit-Partnerin des Festivals. Ein McKinsey-Mann sitzt auch im VR einer der WWF-Firmen.

Worldwebforum-Chef Hediger wollte im Gespräch, das vor Weihnachten stattgefunden hatte, nicht eingestehen, dass es Zeit war für eine scharfe Kursänderung. Vielmehr betonte er, dass er und sein Team gut unterwegs seien mit dem Festival von 2020.

„Stand heute sind wir mit den Ticketverkäufen auf Kurs“, sagte Hediger. Zur Rolle von McKinsey, die mit ihrem VR-Sitz mehr Einfluss nehmen kann als andere Sponsoren, führte Hediger aus:

„Wie jeder ‚Black Diamond Partner‘ hat McKinsey das Recht, im VR Einsitz zu nehmen. Das schafft Transparenz, und das Worldwebforum profitiert von der Kompetenz dieser weltweit tätigen Partner.“

Nach dem steilen Aufstieg mit immer mehr Teilnehmern geht es nun für Hediger und sein WWF darum, den Anlass in verkleinerter Form zu konsolidieren.

Ob ihm dabei die Prominenz helfen kann, die rund ums WWF sich gerne ins Bild rückte, bleibt abzuwarten. Von Ringier-Chef Marc Walder über Ex-Banken-Star Pierin Vincenz bis zum Zürcher Polit-Aushängeschild Ruedi Noser waren viele bekannte Gesichter dabei.

Kommentare

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  1. Mein Gott, dort gibts im Gang im 1. Stock neben McKinsey Lounge, Laax Lounge und anderem Schnick-Schnack einen „War Room“ (WWF Office). Wie viel blöder gehts eigentlich noch?

    Falls der serbelnde Event auch in Zukunft noch etwas Aufmerksamkeit erzielen möchte, empfehle ich die Zusammenlegung mit der Erotikmesse in Oerlikon. Das macht auch inhaltlich Sinn, denn das WWW besteht ja ohnehin mehrheitlich aus Pornoinhalten. Gang Bang im War Room, oder ähnlich.

  2. Alle namhaften „Hilfsorganisationen“ dieser Welt gehören dem Deep State an! Nach Aussen hin Schutz für Flora, Fauna, Hilfe für Menschen in Kriesengebieten, nach innen Korruption, Unterstützung von Kriegstreiberei in Bürgerkriegen, Ausbeutung!

    Erinnert sich noch jemand an das Amerikanische Rote Kreuz, das Spendengelder für das vom Erdbeben 2010 zerstörte Haiti, statt für die Betroffenen und für den Wiederaufbau einzusetzen, einfach „verschwinden“ liess? Die Rede ist von ca. 600 mio. US$ (!!!), und das ARK hat bis heute keine offizielle Erklärung für das Verschwinden der Gelder geliefert!!! Da würde ich bspw. von einem SRK erwarten, dass man sich von solchen Machenschaften vehement distanzieren und sich ggf. auch von dieser Organisation trennen würde! Doch Nichts dergleichen! Wer kann solche Organisationen überhaupt noch ernst nehmen? Egal ob RK, WWF, Greenpeace, Gretel, etc., alles aus der selben Schublade mit dem gleichen Geschmäckle… Die sind für mich alle gestorben!

    Was erhoffen sich Menschen davon, wenn sie solchen kriminellen Organisationen Geld spenden und gar nicht hingucken, wo dieses schlussendlich genau ankommt…??? Beruhigung des eigenen schlechten Gewissens?

    • Selten so ein Blödsinn gelesen.
      Wenn Sie nicht zwischen den NGO’s von Leuten wie den Clintons oder Warren Buffet oder von einer Naturschutzorganisation wie WWF und Greenpeace unterscheiden können/wollen tut es mir Leid. Ach Sie haben ja noch das IKRK vergessen und die Ärzte ohne Grenzen.

      Erklären Sie mir den Zusammenhang zwischen einer in der Schweiz gebauten Trockensteinmauer und Ihrem Deep State.

    • @Büezer:
      Ja, die Wahrheit hat manchmal eine hässliche Fratze!

      Zu Ihrer Aufklärung hier die Gründungsmitglieder WWF:
      Julian Huxley, Peter Markham Scott, Yolanda Farr, Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (Prinz der Niederlande), Philip Mountbatten (Duke of Edinburgh), Edward Max Nicholson, Guy Mountfort, Godfrey A. Rockefeller.

      Aber Sie können sich die Wahrheit ja selber beliebig schönbiegen…

    • Büezer, glauben Sie das selber? Die NGO`s von Buffett, den Clintons oder Soros finanzieren fast sämtliche NGO`s der Welt. Auch die „Operation Libero“ gehört z.B. dazu. Oder Fridyas for Future. Oder der WWF (gegründet von einem englischen Prinzdarsteller). Oder Greenpeace. Oder die Ärzte ohne Grenzen.
      Das IKRK ist auch so ein Fall. Sehr politisch das Ganze. Ja nicht den Falschen auf die Füsse treten lautet das Motto sämtlicher NGO`s, wenn sie überleben wollen. Alle anderen werden Platt gemacht.

      Der Deep State ist Realität, auch in der Schweiz. Schon sehr lange sogar.

      Wie kann man so naiv sein?

  3. Mich wundert das keineswegs – höchstens, dass die Leute erst jetzt merken, dass hinter diesem Geschwurbel nicht viel steckt. Und wie kommen die Veranstalter dazu, als einen der Hauptredner dieses Jahr Roger Hallam von Extinction Rebellion einzuladen – einer Organisation, die vor Gewalt nicht zurückschreckt (auch wenn sie ständig das Gegenteil behauptet).

  4. Das war doch bereits bei der Aufgleisung des WWW das erklärte Ziel, weltumspannende Komunikation, ohne grosses herumreisen resp. eine deutliche Reduktion.
    Grundsätzlich eine interessante unter dem Strich positieve Entwicklung.
    Müsste doch grundsätzlich LOGO sein das sich so Grossanlässe in erheblichem Umfang überlebt haben.
    Wie jede Technische Entwiklung hat auch das WWW seine Vor und Nachteile.
    Letztlich ist die ganze IT eine trockene Kommunikations-Technik nicht mehr nicht weniger.
    Was das vor allem in der Anfangsphase hieneinterprtiert wurde,na ja sagte und sagt wohl mehr über den Interpretierer aus als, zur ,,trockenen,, Technik.
    Hier einfach eine vormals gross aufgeblasene hineininterprtiererei.
    Mit dem WWW würde die Welt zum Globalen Dorf, da wurden die schönsten Bildchen ausgemalt.
    Jedem mit auch nur halbwegs nüchternem Denkvermögen
    war klar das ,das nur lauwarme Luft war und ist.
    Die ,,Verlierer,, der Entwicklung sind nun eben ein
    Ringier-Konzern usw. Waren das nicht diejenigen die
    der Sache zu Anfang etwas kritisch gegenüberstanden als Hinterwäldler und weiss der Kukuk was heruntergeputzt haben??? Grins ja soooo war das!
    Und??? Jetzt hat auch der Almöhi und das Heidi sein
    eigenes Netzportal.Dazu so interessante wie ein IP.
    Fazit:So WWF Veranstaltungen, sind nun eben in erheblichem Umfang von gestern.
    Grins die WWF-ler die ewig gestrigen Hinterwäldler des WWW des IT Zeitalters.

    • @Zahlungsdiensleister.
      Entschuldigung auch falsch das mit WEF.
      Das gleiche Kürzel auch beim,
      —World Wildlife Fund—
      Der wurde anfangs der 1970 iger gegründet.
      Am Anfang gab das Aufkleber fürs Auto,
      die konnte man hinten neben den Auspuff
      kleben.Eine Neuaflage gab es nicht.
      Logo auch im Netz abrufbar.

  5. Dieser Event ist ein wunderbarer digitaler Bluff Event ,wo völlig hohle keynotes von amerikan. Digital evangelists gehalten werden. Und die cervelatprominenz wie noser und ringier oder mc kinsey trinken ihre cüpli..! ….dass die Hauptperson gekündigt hat ist begreiflich…alles potemkinsche dörfer

    • Gute Mini-Analyse dieses Events. Die Referenten kennt man kaum, viel blabla und das beste ist das Essen und die After-Party und den meisten gehts ja darum. Immerhin aber das reicht nicht für die Zukunft.

      Man lädt lieber Amerikaner ein, als das man die innovativen Startups der Schweiz einlädt. Ja, die gibts wirklich.

    • Seh ich exakt genauso. 90% der digital Reality sind potemkinsche Shows ohne nachhaltige Business Modelle. Immer mit den gleichen “Aushängeschildern”. Nichtsdestotrotz ist diese “Bewegung” positiv für die Suche nach Innovationskraft der Schweiz.

    • Stimmt natürlich..die schweiz ist digital absolut führend..auch dank eth und epfl..hat aber nichts mit webforum zu tun

  6. WWF – was soll das sein? Ich dachte das wäre eine Naturschutzorganisation. Habe noch nie von dieser Veranstaltung gehört und kann mir überhaupt nichts darunter vorstellen.

  7. „Aussen hui innen pfui“ oder „ Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken“ kommt mir hier in den Sinn.
    Ein Team welches einem selbstüberzogenen „Visionär“ hinterherrennt um ihm dann sein luxoriöses Leben zu ermöglichen-schwer bedenklich.

  8. Sorry Herr Hässig, dass Sie hier unzufriedenen „Insidern“ (oder ist es ein Neider / Mitstreiter des WWF?) eine Plattform bieten ihren Frust loszuwerden indem sie Internas ausplaudern, finde ich bedenklich und nicht fair. Zu welchem Zweck? Geht es Ihnen wirklich nur darum, Leute blosszustellen und damit ein paar Klicks zu generieren? Armselig. Insbesondere wenn der Fall wie hier NICHTS mit dem Finanzplatz zu tun hat und auch keine illegalen Dinge getan werden, sondern einfach nur die Ausgangslage eines Geschäfts sich geändert hat – oder auch Missmanagement, ich kenn den Fall nicht, solls geben, aber das ist doch kein Grund die Leute hier dauernd blosszustellen. Überlegen Sie mal, was jetzt diese Räuberpistole mit den Sponsoren für das Image des Unternehmers bedeutet (jaja ich weiss, jetzt kommen dann wieder die übrigen hier und schreien der sei selber Schuld und wahrscheinlich eh nicht sauber – baut zuerst selber mal etwas auf, es ist nicht so einfach).

    Ich vermute mal, der Rückgang bei den Tickets liegt daran dass es mittlerweile einfach eine Übersättigung solcher Konferenzen gibt, hierzulande aber auch Europaweit.

  9. Ich frage mich, wieso die von Steuergeldern finanzierte ETH Zürich das hartverdiente Geld der Schweizer Steuerzahler mit solchen Anlässen zum Fenster raus wirft?

    Herr Hässig, wie wäre es mit einem „Inside Studienplatz“? An der Uni und ETH Zürich liegt offenbar einiges im Argen?