Big Event Worldwebforum: Danke, Pierin, für Deine Hilfe

Aduno, Helvetia, Leonteq: Wo Vincenz am Drücker war, erhielt der Showanlass Geld – Buddy Stocker im VR – Geht Helvetia?

Vorhang auf: Das Worldwebforum, das mit unglaublich viel Werbung seit Monaten on- und offline ins Auge springt, beginnt heute seine grosse jährliche Show. Mit Superlativen wird nicht gespart: 1’500 Teilnehmer, 85 Prozent davon Mitglieder der Topetage, über 150 Journalisten sur place.

Wer die Eigenpropaganda liest, könnte meinen, das World Economic Forum in Davos sei im Vergleich zum Worldwebforum ein Nischenevent.“WORLDWEBFORUM is an annual thought-leadership movement in Zurich“, steht auf der Homepage.

Und weiter: „Thanks to its deep relationships with opinion leaders in hubs around the globe and top global academia, WORLDWEBFORUM brings together the most forward-thinking business minds with the aim of inspiring the courage to drive change in the world.“

Der Hype um sich selbst funktioniert offensichtlich. Das gebührenfinanzierte Schweizer Fernsehen hat für die kommenden zwei Tage einen „Twitter-Sturm“ angekündigt. Man wolle nicht nur „die Gedanken des Forums (…) weitertragen, sondern mit den Usern auch diskutieren“.

Gross, wichtig, Primetime: Das Worldwebforum hat es innert kürzester Zeit zu viel Beachtung und Erfolg gebracht. Wie ist das gelungen?

Mit viel Geld. And A Little Help von Freund Pierin. Vincenz sorgte dafür, dass die Macher hinter dem Anlass keine Mühe hatten, von wichtigen Schweizer Unternehmen unterstützt zu werden. Der Bündner, der sich gegen kriminelle Anschuldigen zur Wehr setzt, half, indem seine Firmen ihre Portemonnaies öffneten.

Es geht um jene Unternehmen, bei denen Vincenz über seinen Abgang bei der Raiffeisen im Jahr 2015 hinaus das ultimative Sagen hatte. Das waren: die Finanzboutique Leonteq, das Banken-Gemeinschaftswerk Aduno und vor allem die Helvetia Versicherungsgruppe.

Bei allen drei Firmen war Vincenz der Präsident des Verwaltungsrates. Er konnte damit massgeblich Einfluss nehmen auf die Frage, welche Anlässe mit Sponsoring-Geldern unterstützt würden. Danke, Pierin, konnte das Forum nun sagen.

Umgekehrt konnte sich der Bündner auf der grossen Bühne in helles Licht rücken. Prominente wie Ringier-Chef Marc Walder und der Zürcher Ständerat Ruedi Noser waren beim Anlass ebenfalls stets präsent, mit denen liess sich Vincenz mit Vorliebe ablichten.

Für Vincenz war offenbar klar, dass dem Worldwebforum finanziell unter die Arme gegriffen werden sollte. Jedenfalls beschlossen die zuständigen Stellen bei der Aduno, der Helvetia und der Leonteq, dass das Forum je 150’000 Franken pro Jahr erhalten sollte – und zwar für 3 Jahre fix.

Sprich: Jedes der Unternehmen finanzierte das Worldwebforum mit fast einer halben Million Franken. Und aus Sicht der Worldwebforums-Macher lautete die Rechnung: Wir erhalten knapp 1,4 Millionen von den drei Firmen, bei denen Vincenz das oberste Kommando hatte.

So weit, so vorbildlich. KMUs und Startup-Initiativen sind oft angewiesen auf grosszügige Unterstützer. Aber ging es nur darum?

Ein Blick auf die Worldwebforum-Firma fördert einen erstaunlichen Namen zutage. Jenen von Beat Stocker. „Der Schattenmann“ hiess eine grosse Recherche der „Bilanz“ letzten Frühling, die aufzeigte, wie Stocker seinem langjährigen Chef und engen Freund Vincenz bei privaten Deals behilflich gewesen war.

Der gleiche Stocker nahm beim Worldwebforum Einsitz im Verwaltungsrat, und zwar im 2016, just zur Zeit also, als die Vincenz-Firmen Aduno, Leonteq und Helvetia ihre insgesamt je knapp halbe Million Unterstützungsgelder für den Event beschlossen.

Was machte Stocker im VR des Forums? Welche Expertise brachte er dafür mit? Dass der Vincenz-Vertraute im Eventgeschäft viel Knowhow hat, ist nicht bekannt. Hingegen beteiligte er sich direkt oder via seine Firmen an KMUs.

Ein Sprecher des Veranstalters meinte auf Anfrage: „Zu Beginn des Projektes war es sehr schwierig Interessenten zu finden. Zu den Ersten gehörten unter anderem Personen aus dem Umfeld von Digital Switzerland. Auch P. Vincenz und B. Stocker gehörten zu diesen Unterstützern der ersten Stunde. Wir sind diesen beiden Herren für deren Unterstützung bis heute dankbar.“

Vincenz am Drücker bei den Sponsoren, Stocker im VR – so der Setup. Bis den beiden die Behörden auf den Pelz rückten. Anfang 2018 trat Stocker aus dem VR des Worldwebforum aus. Und die Sponsoren kriegten kalte Füsse. Die Aduno und die Leonteq verschwanden rasch von der Webseite des Forums.

Übrig blieb von den alten Vincenz-Firmen die Helvetia als Unterstützerin. Diese überlegt sich nun aber auch ein Ende der Finanzierung, nachdem die drei Jahre vorbei sind. „Das Engagement beim WWF kam unabhängig von Pierin Vincenz zustande. Wir überprüfen die Weiterführung dieses Engagement nach dem WWF.“

Kommentare

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  1. Lustig ist, dass diese besagten „Vincenz“ Firmen auf den Fotos nirgends mit Werbung aufgeführt sind. Macht nur mich das stutzig?

  2. Der Event ist nur für ausgediente Wichtigtue, Rotarier, und solche die im Worldwide Web nicht draus kommen.
    Vernetzt sind sie ja gut, wiedrd ja alles auf Kosten derg Allgemeinheit bezahlt, aber etwas verbessern ist Fehlanzeige.
    Sa heut Abend nen gesponserten Volvo, so gross wie ein Q7 vor dem Zunfthaus zur Waage. Ausgestiegen sind etwa 5 Grufties, die fressen gingen. Wen interessieren die schon, ausser die CH-Bullshit-Medien (Mainshit Presse)?
    Geht mir am Ar… vorbei, diese hochstudierten Presstituierten Fake-News Schreiber und Teleprompter Vorleser. Hat das was mit Journalismus zu tun? Selbst meine Oma hätte diese durchschaut. Möge sie in Frieden ruhn, verschont von diesen Versager.

  3. Warum zahlen die Teilnehmer nicht den Event?
    Google und co. sollte dies doch was Wert sein?
    Hat WWF seinen Namen nicht geschützt?

    Ziemlich frech diese Abkürzung zu nehmen in Zusammenhang mit Bilder von Kampfroboter. Vielleicht geht es ja bei diesem Anlass darum wer den ersten Chip für diese Killermaschinen liefern darf, oder die „Masse“ am besten „managen“ kann.

    Warum zahlen wir die Sicherheit bei WEF?
    Das WEF hat über 300 Mio. Eigenkapital.
    Warum müssen wir dann jedes Jahr 40 Mio. für die Sicherheit berappen?
    https://www.infosperber.ch/

  4. Diesen Anlass kann ich nicht ernst nehmen. Im Prizip ist das nur eine Entschuldigung für faule S…, die keine Lust zum Arbeiten haben. Hingehen, Häppchen essen, sich im Stuhl fläzen, die ganze Zeit auf dem Telefon herumtippen weil man so uh wichtig ist und beim Apéro dann einen auf „Networking“ machen. Lächerlich, überteuert und für die Welt gänzlich irrelevant (Darum ist ja auch unser liebes Fernsehen dort).

  5. Unser schweizerischer IT-Vorzeige Parlamentatrier Noser war auch sehr stolz sich mit Vincenz zu zeigen…
    Grausige Szenen…

  6. Eine reine Augenwischerei unter Gleichgesinnten: Balsam – Reiberei in der Filz-& Fuck-Society . Erhält von mir ein 3-Faches Kotz.

  7. Per Zufall habe ich vernommen dass der President des IKRK von Genf Mitglied geworden ist vom WEF Davos seit 2 Jahren. Dies ist nicht eine gute Entscheidung da dies ein klarer Verstoss ist gegen einer der wichstigsten Grund Prinzipien des IKRK, NEUTRAL zu sein. Mann muss ja nicht Mitglied der ISIS werden um mit ihnen verhandeln zu koennen… Die Neutralitaet ist wahrscheinlich der wichtigste Grund wieso das IKRK noch besteht oder bestehen kann in Konflikt Zonen. Einige der Gaeste des WEF vertreten direkt oder indirekt die Waffen Industrie und oder sind militaerisch aktif taetig in verschiedenen Konflikten. Die Vorgaenger von Herr Maurer gingen auch nach Davos zu diesem Treffen aber als Gast um sich mit den verschiedenen Persoenlichkeiten zu treffen. Dies ist ein grosser Unterschied ob ein President des neutralen IKRK sich dort als Mitglied des WEF trifft oder als Vertreter einer neutralen Institution…

  8. Diese „Shoker-Typen“ (davon hat es auch viele in Mailand) sind meistens sehr teuer und bringen dann keine Leistung.

  9. „Sauhäfeli – Saudeckeli“! Dieses geflügelte Wort gilt so ziemlich für alles, was das Duo Vincenz und Stocker gemeinsam gemacht hat. Sei es Hauskäufe, Firmenkäufe und -beteiligungen, VR-Mandate oder auch Sponsoring von Unternehmen.

    Nun wird es Zeit, dass die Staatswaltschaft Licht ins Dunkel bringt. Und den Schattenmännern und anderen Gestalten ein für allemal den Garaus macht.

    Alle Insideparadeplatz-LeserInnen warten gespannt auf die nächsten Enthüllungen und auf die Anklageschrift. Ausser zwei. Denn diese beiden scheuen das Licht.

  10. Finde das immer lustig wenn „alte“ Männer mit diesen Event Bändeli um den Hals posieren. Fühlen sich dann wohl jung und hipp ein bisschen Startup Gründer mässig.. Bei Vincent stimmt das ja sogar er ist ja so to say serial Entrepreneur, Angel Investor und Venture Capitalist..

  11. Interessant ist auch zu wissen dass der President des IKRK Genf, Peter Maurer, seit 2 Jahren Mitglied des WEF Gremiums ist. In den vorigen Jahren war der President nur Gast und konnte mit wichtigen Personalitaten diskutieren. Es ist unverstaendlich dass das IKRK Mitglied wurde in einem Verein wo auch Waffenhaendler eingeladen werden oder fragwuerdige Politker und oder Krieger.

  12. Werter Herr Hässig, vielen Dank für Ihre guten Nachforschungen. Hoffentlich haben diese Erfolg auch eine positive Reaktion. Schliesslich bringt uns nur Ehrlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang und der Wahrheitsgehalt unseres Tuns einen Fortschritt. Ich wüsste da noch ein anderes Thema das längst der Aufklärung harrt: der PostAuto-Skandal. Anfänglich ging es um hundert Million, dann um zweihundert und nun soll die Deliktsumme schon über zweihundert Million liegen. Und nach mehr als einem Jahr wissen wir noch immer nicht, wer für diese betrügerischen Buchhaltungstricks verantwortlich ist und ob Boni geflossen sind wegen der geschönten guten Abschlüsse.