ZKB-Mann: Aufstieg mittels Party-Budget

Christophe Racine betreute Obwaldner KB. Die holte ihn nun in die GL. Zuvor hatte er den Präsidenten am Schwingfest verköstigt.

Christophe Racine begann vor wenigen Tagen als neues Geschäftsleitungsmitglied bei der Obwaldner Kantonalbank in Sarnen. Dort trägt er den Titel „Leiter Privat- und Firmenkunden“.

Ein schöner Aufstieg. Zuvor war Racine bei der ZKB eine Stufe tiefer. Er war über den Kauf der Swisscanto zur Zürcher Kantonalbank gekommen und baute dort die Betreuung der Banken und Finanzdienstleister auf.

Bei der ZKB gehörte er in dieser Funktion zu den Schlüssel-Kadern, mit spezieller PK und viel Lohn. Doch dann begann er sich, nach einer neuen Aufgabe umzuschauen.

Er spürte wohl: Mein Zeit läuft ab. Der Grund war ein Umbau seines Chefs. Racine wäre in dessen neuen Organisation wohl nur noch Stabschef gewesen.

Via Headhunter stellte sich Racine bei verschiedenen Banken vor. Dann sollte er einen Glückstreffer landen.

Karriere mit Scharwänzeln: Racine (LinkedIn)

Das spielte sich so ab. Anfang 2019 luden die ZKB und Racine ihre Bankkunden ein ans Schwingfest in Zug im letzten August.

Eingeladen wurden auch der Präsident der Obwaldner KB und dessen Partnerin, ein Mann mit Transport-Familienfirma.

Daniel Dillier heisst der Bankrats-Präsident aus der Urschweiz, er erschien in Zug mit Anhang gleich an zwei Tagen, Samstag und Sonntag. Viele andere geladene Gäste hatten nicht so viel Zeit, sie erschienen einmal.

Gastgeber Racine kümmerte sich um die Dilliers. Die beiden aus der Provinz mussten sich wie Könige vorkommen.

Ein paar Wochen später erfolgte dann die Wahl. Präsident Dillier und seine Kollegen im Bankrat der Obwaldner KB sprachen sich für Christophe Racine als ihren neuen Privat- und Firmenkunden-Chef aus.

Die zeitliche Nähe von Schwingfest-Verköstigung und Geschäftsleitungs-Kür gibt zu reden. Eine Sprecherin der Obwaldner KB meinte auf Fragen:

„Es handelte sich um einen offiziellen Anlass, zu dem die ZKB zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Schweizer Finanzinstituten eingeladen hat.

„Pro Person hatte die zweitägige Einladung ans Schwingfest einen Wert in der Höhe von 245 Franken, also insgesamt 490 Franken für zwei Personen.

„Herr Dillier und seine Partnerin übernachteten Zuhause. Die öV-Anreise war im Ticket inbegriffen und die Verpflegungen wurden durch Daniel Dillier selber bezahlt.

„Daniel Dillier erhielt die Einladung, wie alle Eingeladenen der ZKB, Ende Januar 2019. Also zu einem Zeitpunkt, als in keiner Weise bekannt war, dass es in absehbarer Zeit in der Geschäftsleitung der Obwaldner Kantonalbank (OKB) eine Vakanz geben würde.

„Der CEO der OKB hat die Kandidatur von Christophe Racine als Mitglied der Geschäftsleitung auf Eigeninitiative zeitlich erst nach dem Schwingfest initiiert. Der Bankrat hat das Rekrutierungsverfahren anschliessend durchgeführt und den Entscheid gefällt.

„Der Bezug von Daniel Dillier zu Christophe Racine war dem Bankrat und der Geschäftsleitung während des gesamten Wahlverfahrens bekannt. Daher erachten wir diese Situation nicht als heikel.“

Für Christophe Racine ging die Rechnung auf. Seine Einladung der Dilliers an „sein“ Zuger Schwingfest zeigte Früchte: Spitzenposition bei der Obwaldner KB.

In der ZKB soll Racine vor allem durch teure Anlässe aufgefallen sein. Mit seinem Team habe er Teamausflüge gemacht, die ins Geld gingen, so einen Fallschirmevent.

Das Gleiche mit Kunden, da gab es Golf- und Bob-Anlässe, zu denen Racine als Chef Finanzdienstleister bei der ZKB lud. Viel Party, wenig Zählbares.

Doch, schon. Nur nicht für die Bank.

Kommentare

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  1. Auch bei der CS war er ein allseits bekannter Spesenmacher.
    Weiterer Kommentar überflüssig. Abgang durch die Hintertür

  2. Speziell ist doch, dass nicht das Schwingfest-OK Einladungen verschickt an Sponsoren und Wieipis, sondern dass die ZKB sich als Gastgeberin gönnerhaft aufspielt und nicht nur ihre Kunden, sondern auch Scheffs anderer KBs einlädt. Dabei hat die ZKB weder mit dem Schwingfest noch mit Zug etwas zu tun. Wenn schon, hätte dieser Part der Zuger KB gehört.

  3. Naja, wenn man in einer Bank in der Betreuung von Banken und Finanzdienstleister arbeitet, ist es wahrscheinlich schwer, zu einer anderen Bank zu wechseln, mit der man noch nie an einem Kundenanlass war…

  4. Vom Schlüssel-Kader der ZKB, direkt unter der GL in die GL der Obwaldner KB ist ja wohl kaum ein Aufstieg. Vergleich der 4. grössten Bank der Schweiz gegen die kleine Provinzbank hinkt doch gewaltig.

  5. Ist doch eine super win-win-win Situation: ZKB ist einen überflüssigen MA los, OKB hat den gesuchten Leiter Privat- & Firmenkunden, und Dillier hat einen GL-Posten.

    Alle happy, wo ist da das Problem?

  6. Da hat wohl jemand intern die Stelle nicht erhalten und zieht nun den neuen Chef durch den Dreck. Warum der Bankrat auf einen „networking Plauderi“ hereinfällt ist die andere Frage.

    Ist alles eigentlich gar keine IP Meldung wert. Die UBS ReOrg würde da mehr interessieren, wenn überhaupt…

  7. „Das Gleiche mit Kunden, da gab es Golf- und Bob-Anlässe, zu denen Racine als Chef Finanzdienstleister bei der ZKB lud. Viel Party, wenig Zählbares.

    Doch, schon. Nur nicht für die Bank.“

    Cleverer Schlusspunkt. Kompliment L.H.!
    Dennoch:
    Zählbares gab es gleichwohl für die Bank – halt eben nur auf der Gehaltsliste! 🙂

  8. So wies geschrieben steht, sind das die typischen Blender. Keine Leistung, viel Geld ausgeben und rasch zum nächsten Jöbchen, egoistisch – aber nie zum Wohl des Arbeitgebers.

  9. Die grosse Kelle ist halt einfach Racine‘s Stil. Das war bei der CS schon so. Wenn man Racine anheuert, erntet man dicke Spesenrechnungen, allenfalls auch noch weniger gut sichtbare Kosten dazu. Das weiss man in der Branche, und wird auch der OKB bekannt gewesen sein.

    Die Säuhäfeli-Story hingegen ist ziemlich gesucht. Racine ist übrigens Zentralschweizer – man kennt sich.

  10. Sorry, aber diese Story scheint mir doch nun arg konstruiert. Glauben Sie mir: auch bei einer kleineren KB wird ein GL-Mitglied heutzutage nicht mehr nur auf Basis eines gemeinsamen gesellschaftlichen Anlasses bestimmt.

    • Sorry Treasurer, da muss ich Ihnen widersprechen! Der eloquent auftretende Racine wirkt eben gerade bei nichtsahnenden Provinzlern ausgezeichnet. Das können Sie mir glauben. Erinnern Sie sich an den Fall Arpagaus bei der GLKB?

  11. Schon wieder ein Luftheuler, der sich nach oben prostituiert. Vor der ZKB war CR bei der CS Basel. Hobby Harley und Bekenner, dass in Basel sein Dialekt nicht gerade vorteilhaft ist. Performance Null, Unruhe überproportional. Weggang sehr fragwürdig. Aber was will man mehr von einem Möchtegern- und Sunshinebanker. Neid? Nein, denn „Neid ist das grösste Lob der Anerkennung, Mitleid kommt von alleine“. CR muss ja bei dieser Provinzbank nichts beweisen. Vorsicht: die Gattin des VRP ist tabu…

  12. eine wunderbare Schmierengeschichte..die gewundenen Erklärungen der OKb sind vielsagend…aber Racine passt da bestens hinein…Bleiben Sie dran

  13. Aber jetzt doch. Ist doch nicht schlimm. Wenn solche Dinge nicht mehr möglich sind werden nur noch ganz-ganz unbefleckte Taugenichtse im Markt sein. Die ganzen Vorgänge wirken plausibel und irritieren mich nicht sehr.

    • Das ist ja das Credo der CS, UR und TT machen das gleiche, nur der X fache Lohn und Lügen und Unwissenheit vorspielen.

  14. Racine? Who! HUUUUH …..

    Ein stadtbekannter Streber ;
    sicher kein Gewichte – Heber!
    Der Luzerner ist ein Blender:
    Hoch Zehn, ein Kleiderständer.

    Die ZETTKABE hat damals geerbt,
    er bot der Bank keinen Wert :
    Seine Gabe ist nur Brillieren,
    zum Feiern und Wurst grillieren.

    In Obwalden wird nun angerichtet;
    zu was er sich dort verpflichtet?
    Als Frühstück-Direktor tauglich;
    diese Story ist einfach unglaublich.

  15. Christophe Racine, der KV-ler ohne weitere Ausbildung, aber zur Show einem Dutzend Executive Progrämmli.
    Der geneigte Beobachter hat ähnliches wie bei der ZKB bereits bei seinem CS-Abgang gesehen, ganz grosses Kino, unbedingt mal recherchieren.

    • Wäre der maximal geeignete Managggger für die Zürisee-Gondelbahn der ZKB gewesen.

      – Witze klopfen
      – Schönwetter – Dampfplauderi
      – handshakes with Chinese tourists
      – Gratis-Abonnement für fünf Jahre plus Boni extra.

      Die Obwaldner bauen auch Sesselbahnen. Und Racine greift zu.

    • So so nichts gegen KVler denn ein Robert Jeker war auch Banklehrling und eine absolute Grösse und Respektsperson. Kenne genug Akademiker Flaschen sogar mit Dr. Titel.

  16. Von einem Aufstieg zu reden finde ich hier übertrieben. Von der 3. Führungsebene einer Grossbank auf die 2. Führungsebene einer lokalen Bank mit 200 Mitarbeitern ist eher ein Abstieg – selbst wenn der Herr schon auf den CEO-Posten schielt.

    Bin aber gespannt, wie lange sich die OWKB und Racine gegenseitig aushalten. Die sind ja grundverschieden!

    Verantwortbare Budgets vs. Geld aus dem Fenster werfen
    Stabilität vs. Personalfluktuation
    Verantwortung vs. Schuld abschieben
    Bodenständig vs. abgehoben
    Sein vs. Schein

    Freue mich, das Ganze aus der Ferne zu beobachten, und gebe Racine maximal 1 Jahr, bevor die Beziehung „im gegenseitigen Einverständnis“ aufgehoben wird.

    • Genau! Bei kleineren Banken merken die Mitarbeiter schnell, ob einer die nötige Fachkompetenz hat…. da ist noch Transparenz in den Prozessen vorhanden.
      Dort ist nix mehr mit Durchwursteln und Ideen anderer klauen!

    • ZKB eine Grossbank?! Ja, muss sein, denn nur bei Grossbanken funktioniert das E-Banking tagelang nicht.

  17. Wurde von Swisscanto übernommen oder besser: musste übernommen werden.

    Für die ZKB ist Racine jedenfalls alles andere als ein Verlust; im Gegenteil.

    Die ZKB sollte den Obwaldnern dankbar sein.

  18. Die ZKB ist halt eine echte Talentschmiede und ein Sprungbrett für GL-Funktionen bei anderen Kantonalbanken. Daran ist nichts Schlechtes – im Gegenteil.