Fall Vincenz: Alles auf Kurs

Strafbehörden sind im Besitz jener Dokumente, die eine Anklage ermöglichen. Diese sollte spätestens bis Sommer erfolgen.

Schläft das Strafverfahren gegen Ex-Raiffeisen-Boss Pierin Vincenz und weitere Beschuldigte sanft ein?

Nein. Die Zürcher Ermittler kommen mit ihrer Untersuchung vorwärts, wie Gespräche zeigen.

Noch offen sind die sogenannten Schluss-Einvernahmen. Dabei halten die Fahnder den Beschuldigten nochmals vor, was sie ihnen zur Last legen.

Diese können dann ihrerseits sagen, was sie von den vorgeworfenen Taten eingestehen und was sie von sich weisen.

Bei diesen Schlussrunden sind in der Regel alle Mitbeschuldigten und deren Anwälte im Raum. Sie sitzen hinten im Sitzungsraum, ohne sich einzumischen.

Der Fahrplan sieht vor, dass eine Anklage in der Causa Vincenz et al bis Sommer vorliegt. Der folgende Prozess wäre demnach wohl erst 2021.

Zeitlich gerade noch rechtzeitig aus Sicht der Ankläger. Ein allfälliges Urteil würde die Verjährung gemäss neuer Rechtssprechung sofort unterbrechen.

Good old Times: Vincenz, Ex-Partnerin (IP)

Einer der untersuchten Fälle rund um ungetreue Geschäftsbesorgung betrifft eine kleine Firma namens Commtrain, die Kästchen fürs Bargeld-Zahlen an der Ladenkasse herstellte.

An ihr beteiligten sich Pierin Vincenz und sein langjähriger Weggefährte Beat Stocker 2005 mit privatem Geld, ohne dass dies ihren Arbeitgebern bekannt gewesen wäre.

Als die Aduno, wo Vincenz und Stocker die Führungspositionen innehatten, die Commtrain 2007 für eine Millionensumme erwarb, konnte Vincenz seinen Einsatz verdreifachen – auf über 1,5 Millionen.

Als sie vor zwei Jahren ins Visier der Strafermittler gerieten, sorgten die Anwälte der zwei Haupt-Beschuldigten dafür, dass zentrale Belege unter Verschluss blieben.

Sie siegelten. Die Gefahr einer Verjährung, die im 2022 eintritt, stieg. Den Ermittlern drohte, die Zeit davonzulaufen.

Inzwischen haben die Ankläger genug, um ihre Vorwürfe mit Beweisen zu belegen – zumindest sind sie davon überzeugt. Nötig dafür war, die gesiegelten Dokumente zu entsiegeln.

Kommentare

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  1. Nein! Natürlich nicht!!

    So wenig wie der Thiam etwas von den Aktivitäten seines langjährigen Buddy’s POB (Pierre-Oliver Bouée) mitbekommen hat!

    Satz von Bünn-Tsli:
    Je enger die Beziehung desto weniger Ahnung der Aktivitäten des anderen

  2. Tragisch ist eigentlich nicht dieser Fall alleine. Tragisch ist, dass es IN JEDER BANK solche Leute gibt, und tragisch ist auch, dass die VERWALTUNGSRÄTE das auf gut Glück goutieren. Natürlich wird – wenns dann aufgedeckt wird – so getan, als habe man nichts gewusst davon, und die VR sind gut raus. Und der Bund schaut auch einfach zu, weil er – wenn man es ganau nimmt – mitverdient dabei. Shame on all of you!

  3. Dass überhaupt gesiegelt werden kann ist die grösste Sauerei! Auch diesen Affront haben wir den Bürgerlichen zu verdanken….Weg damit und zwar subito!

  4. Und man glaubt noch immer, dass Politiker und Banker seriös Arbeitende sind? Die Meisten dieser Gilde gehören hinter Schloss und Riegel!

  5. Der zuständige Staatsanwalt Marc Jean-Richard-dit-Bressel hatte mit seinen Anklagen seinerzeit schon gegen Martin Ebner versagt, den das Gericht hatte alle seine Anklagepunkte abgeschmettert. Der Marc Jean-Richard-dit-Bressel ist ein SP Mitglied und führt m. E. seinen ideologischen Krieg gegen den Casinokapitalismus. Seine Unsicherheit zeigt er mit den dauernd publizierten halb- oder ganzjährigen Terminverschiebungen. Wieviel Steuergeld wird hier unnütz verbrannt ?

    • Den Herrn STA könnte man ja einfach mal abwählen?!
      Irgend jemand deckt ihn oder sind da höhere Interessen im Spiel?
      Ein grosses Fragezeichen bleibt.

  6. Auf Kurs ist möglicherweise ein „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft.

    Ich wäre nicht überrascht, wenn sich das ganze STRAFRECHTLICH als Sturm im Wasserglas entpuppt mit entsprechendem Gesichtsverlust für gewisse Untersuchungsbehörden.

    Bitte genau lesen, bevor Sie zurück bellen: ich schreibe hier von „strafrechtlich“ relevanten Vorfällen und nicht von zivilrechtlich relevanten Vorfällen.

    • Es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung! Wenn jedoch nur die Hälfte der Vorwürfe bewiesen wird, ist das strafrechtlich toprelevant. Von Insidertatbeständen über Bestechung bis hin zur Geschäftsführung wider kaufmännischer Grundsätze. Das reicht.

    • Solche Kommentare betrachte ich als Fastnacht-Witz (beste Option). Vinzens=Sturm im Wasserglas ?
      „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft ? Wir sind in der Schweiz, mein lieber Herr „tbf“, und nicht in Katanga !

    • @Martel
      Wären wir in Katanga, wäre wohl der eine oder andere „Couvertli“ rumgeschoben worden und alles zur Zufriedenheit aller Beteiligten längst erledigt.

      In der Schweiz läuft der „Deal“ eben anders und heisst Strafbefehl. D. h. man akzeptiert das Gestammel, Gestottere und aus den Fingern des Stasanwalts und seiner Subalternen gesogene und unterschreibt widerwillig den Wisch und akzeptiert den sog. Strafbefehl, der auch Justizias Abflussrohr zur Kloake genannt wird mit dem 95% der Verfahren in CH entsorgt werden. Ein Strafbefehl ist möglich solange StA kein Urteil über 6 Mte. „scharf“ (sitzen) will und/oder Busse über 100k? Fr..

      Geht man auf den „Deal“ nicht ein ist ein Gerichtsverfahren nötig. Für ein Gerichtsverfahren benötigt man sehr, sehr, sehr viel Geld. Da Vini wie Stocki sog. gut Beschotterte sind, ist das für die beiden kein Problem. Auch die Stundensätze von 500.– CHF up für die RAs. Selbstverständlich kommen da noch MwSt. und jeweils min. 2 Fr. Spesen pro Seite an Kopien dazu.

      Da wäre mir persönlich Katanga lieber. Da ungemein effizienter und „günstiger“. Denn wofür wird es bei „Vini“ und „Stocki“ reichen? Harte Bestrafung? Keep on dreaming Monsieur Martel.
      Dafür das die Zwei eigentlich einer Oma die Finken versteckt haben. Das ist mit den 3 Monaten U-Haft längst abgesessen. Und! der Staatsanwalt wird bei diesem Fall ganz fleissig sein müssen den sog. Vorsatz zu BEWEISEN. Wenn man da so an das kolportierte Verhalten von nüt gseh, nüt ghöört etc. des „Blindenhunds“ Gisel zurückdenkt, könnte das knifflig werden. Da hätte ich dann auch noch so die eine oder andere Frage bezgl. „wir sind doch nicht in Katanga“. Gisel war immer (oft) dabei, aber den alten Spruch „mitgegangen mitgehangen“, den gibt’s nicht mehr?

      Würde mich nicht verwundern wenn in Bananistan für die U-Haft noch eine fette Entschädigung zu Lasten Steuerzahler rückfliessen wird.
      Vini hat so viel Kohle, dass der Jahrelang prozessieren kann und bei einem Schuldspruch mMn. auch wird.
      Und fast so sicher wie das Amen in der Kirche ist vermutlich auch dass der Zampano für den Rest seines Lebens kein mieses Fressen auf Kosten des Steuerzahlers mehr wird runterwürgen müssen. Jedenfalls nicht für diese ollen Kamellen. So läufts in der Schweiz Monsieur Martel. Eigentlich gar nicht so anders wie in Katanga. Oder?

  7. … das Thema interessiert schon lange niemenden mehr…die Welt hat echt grössere Probleme als PV/REI und co..

    • Haben Sie noch nie etwas von der Bedeutung der Rechtspflege gehört oder gelesen ? Meinen Sie wirklich, wenn Sie sich nicht mehr interessieren, könne man solche Fälle ad acta legen ?

    • ist in diesem Fall ganz klar von Vorteil, denn in einem Strafprozess muss der Ehepartner nicht aussagen.

  8. Wird wohl etwa Zeit! Vincenz überbrückte die lange Wartezeit mit provokanten Auftritten an den einschlägigen St. Galler – Hotspots und musste ernüchtert feststellen, dass ihm eine breite Front der Ablehnung entgegenschlägt…

    • @ Nach dem Morgenkaffee in St. Gallen

      War er denn nüchtern? Seid Ihr nüchtern? Oder enthält der Morgenkaffee ordentlich Güxx?