Vontobel-Kader überwacht Personal in Nebenjob

Private Banker betreibt im Emmental eine Brauerei. Dort installierte er Überwachungskameras. Dies ist unzulässig.

Roland Heiniger gehört zu den Oberen der Zürcher Vontobel. Unterschriftsberechtigter Kadermann. Zu reden gibt Heiniger aber weniger wegen seines angestammten Berufs im Schweizer Finanzwesen.

Sondern wegen seines Nebenjobs. Dieser dreht sich um ein Lokal im Emmental, draussen auf dem Land, im schönen Bern-Gebiet.

Dort betreibt Heiniger die „Brauschüür“, und diese geriet Anfang Februar in die Schlagzeilen. „Emmentaler Brauerei hat Mitarbeiter ‚unzulässig‘ überwacht“, titelte die Berner Zeitung.

Es geht um eine „Überwachungsanlage“, die laut Präsident Heiniger und seinem Verwaltungsrat der zuständigen Betreiberin des Lokals, der Mein Emmental AG, nun „installiert, getestet und in Betrieb“ sei.

Das stand in einem entsprechenden Mail von Anfang Dezember, wie die Berner Zeitung berichtete. Es habe zu einem Fragekatalog einer Mitarbeiterin des Lokals geführt.

Die Beleuchtung stimmt schon mal (brauschüür.ch)

Wie lange laufen die Kameras, wollte die Angestellte wissen. Wer hat Zugriff auf die Aufnahmen? Wie lange bleiben die Daten gespeichert?

Der VR unter Führung von Vontobel-Banker Heiniger antwortete des Langen und Breiten. Zu spät. Es gab eine Inspektion durch das zuständige Amt. Das Verdikt des Beamten fiel unmissverständlich aus.

„Das installierte technische Überwachungs- und Kontrollsystem ist unzulässig“, so der Befund. Verletzung der Persönlichkeitssphäre der betroffenen Mitarbeiter.

Banker-Brauer Heiniger reagierte, wie die Zeitung berichtet. Der „Winkel der betreffenden Kamera“ sei angepasst worden.

Banker Heiniger und seine beauftragten Chefs argumentierten, es hätten viele Leute Zugang zu sensiblen Bereichen.

Wie eine Email des Vontobel-Kadermanns zeigt, geht es aber noch um mehr. Er habe seit Herbst 2018 sein privates iPad dem Personal des Lokals „kostenlos“ zur Verfügung gestellt, schreibt Heiniger darin.

Geht’s darum?

„Nun stelle ich fest, dass sich jemand nicht nur Zugriff (Verletzung Datenschutz), sondern auch eine e-Mail aus meiner Inbox an X geschickt (Diebstahl) hat.“

Dann fährt er fort: „Aus meiner Sicht ist dies kein VR-Thema, sondern ein Fall für den Strafrichter.“

Ob die Sache mit dem iPad zur Installation der Kameras geführt hat, ist offen.

Kaum waren diese in Betrieb, kam es zu einem Einbruch. Laut Berner Zeitung hätten sich die Täter ohne Beute aus dem Staub gemacht.

Kommentare

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  1. Ich muss gestehen, ich bin in den vergangenen 20 Jahren über mindestens ein Rotlicht gefahren. Muss ich mich nun auch vor einem IP-Artikel fürchten? PS: Ich bin ehemaliger Vontobel-Angestellter.

    • Dieses Privileg erfährt nur Roger Studer, mein Lieber. Deine Rolle bei Vontobel hingegen war nicht wirklich von Bedeutung.

  2. KRASSSSSSS solche Leute führen Banken? Wer sein iPad ungesichert irgend welchen Leuten zur Verfügung stellt, kann nicht ganz bei Trost sein.

    Ein Anwalt/Banker/Arzt sollte sein iPad nicht einmal innerhalb seiner Familie zur Verfügung stellen. Wie kann man nur so naiv und dumm sein? Und dann noch die Schuld auf andere abschieben.

  3. Zitat.
    Wie eine Email des Vontobel-Kadermanns zeigt, geht es aber noch um mehr. Er habe seit Herbst 2018 sein privates iPad dem Personal des Lokals „kostenlos“ zur Verfügung gestellt, schreibt Heiniger darin.

    ich lach mich schief… so dumm, sollte verboten werden, oder steckt da sogar absicht dahinter.. um andere hinters licht zu führen.

  4. Heiniger who? Nie gehört. Ach ja, er ist Prokurist bei Vontobel und der Winkel der Kamera in seiner Hobbybrauerei in der emmentalischen Pampa musste geändert werden. Wahrscheinlich haben die Brauereiangestellten die sonst im Kuhstall arbeiten zuviel Bier getrunken, damit sie so ein Tamtam machen. Und in China ist ein Sack Reis umgefallen.

  5. Guten Morgen aus dem Thurgau, heute ist es üblich, dass das obere Kader
    bei bei der Credit Suisse und
    Vontobel überwacht wird

  6. Ach, wie spannend….
    Kadermann der Vontobel: okay, er ist Unterschriftenberechtigt, aber nicht jemand, den man kennen sollte und gehört ja auch nicht zu den wirklich wichtigen. Somit frage ich mich, ob das wirklich ein Artikel wert ist.

  7. Lieber Lukas Hässig, eine kurze Korrektur muss hier sein:
    Es heisst Bernbiet und nicht Bern-Gebiet (einem Berner Auge tut dies sonst weh beim Lesen).
    Nebenbei: Das Bier schmeckt köstlich, am allerbesten ohne Kameras 😉
    Prosit aus dem Emmental!

  8. Diese „Chose“ ist Privatsache des Herrn Heiniger und hat gar nichts zu tun mit der Vontobel Bank. lh hat einen Rückfall seines krankhaften Hasses auf die Vontobel und deren Mitarbeiter. Ohne Substanz und in anderen Ländern bestrafenswerte Kreditschädigung. lh zerstört im Schnellzugstempo seinen Ruf und macht sich immer mehr lächerlich!

    • Hier macht sich nur lächerlich, lieber Gänserich, wer nicht versteht, dass Privatbankkunden zu Recht erwarten dürfen, dass ein Kundenberater seinen Fokus auf seinen Kundenstamm und nicht auf eigene unternehmerische Aktivitäten legen sollte.

    • Die Nebenbeschäftigungen von Bankmitarbeitenden tangieren immer auch deren Arbeitgeber. Insofern strahlt das seltsame Gebaren des im Beitrag erwähnten Protagonisten natürlich auch auf die Bank Vontobel ab.

      @Franz Gans: zuerst nachdenken, dann in die Tasten hauen.

    • Franz Gans: Sie haben den Artikel falsch verstanden. Das ist keine Rufschädigung sondern eine positive Darstellung. Die Kameras zeigen, dass das ein Kontrollfreak ist. Eine hervorragende Eigenschaft, wenn man im Audit arbeitet.

    • wenn solch fahrlässig handelnde typen bei vt agieren, überrascht nichts mehr – und hat sehr wohl als ip-thema seine berechtigung.

  9. Wir sind eine permanent wachsende überörtliche Steuersozietät und suchen für unser Büro zum nächst möglichen Zeitpunkt …

    • Wenn der Mensch als Kader bei IP arbeiten würde, hätte es wohl keinen Artikel darüber gegeben. Hat mit Vontobel so viel zu tun wie Kühe mit Badesalz.

  10. Da hat wohl einer zuviel vom eigenen Gärsaft gesoffen. Als Vontobel-Kunde wäre zudem lieber, wenn sich die Mitarbeitenden im Private Banking mehr um die Performance meines Portfolios und weniger um ihre eigenen Geschäfte kümmern würden.

  11. Der Titel ist total reisserisch und irreführend, hat doch die beschriebene Angelegenheit rein gar nichts mit Vontobel zu tun.
    Ich finde es nicht in Ordnung dass durch solch eine Titelwahl und herbeigeführte Verbindung mehr IP-Leser zum Lesen des Artikels verführt werden sollen.

  12. Artikel:
    „Nun stelle ich fest, dass sich jemand nicht zur Zugriff (Verletzung Datenschutz), sondern auch eine e-Mail aus meiner Inbox an X geschickt (Diebstahl) hat.“
    Hat der Naivling wirklich eine wichtige Stelle bei Vontobel?

    • Executive Director im PB-CH, mit ca. CHF 350k / Jahr… Da muss man schon auch im Job zweigleisig fahren, um überleben zu können, oder nicht? Hat der Stillerhasehard sich gut ausgesucht.
      Das Fussvolk darf dort vermutlich im Dreck robben, Dank den oberen lamen Schnecken.