CS- und ZKB-Trader auf übervollen Handelsfloors

Statt es zu verteilen, halten Chefs das in der Krise besonders wichtige Personal zusammen gepfercht wie in Lege-Batterie.

Die Chefs von CS und ZKB betonen seit Ausbruch der Corona-Krise, dass ihre Leute grösstenteils von zuhause aus arbeiten würden.

Nun zeigt sich, dass dies Schönwetter-Aussagen sind. Ausgerechnet die im extrem volatilen Handelsgeschäft dringend benötigten Trader und Spezialisten arbeiten auf engstem Raum.

Die ZKB hat die Lage mit Angestellten, die zu nah aufeinander sind, verschärft statt entschärft, indem sie viele Nicht-Händler in ihr Trading-Center auf dem Steinfels-Areal verschoben hat.

Die CS hat derweil das Trading pflichtgemäss zweigeteilt. Die eine Hälfte ist wie bisher im Üetlihof am Fusse des Zürcher Üetlibergs, die andere arbeitet vom Galleria-Gebäude in Zürich-Nord aus.

Dort aber müssen alle Händler auf einem Stock arbeiten. Die übrigen Etagen bleiben für Anderes reserviert.

Das führt zu engen Platzverhältnissen. Die von den Behörden geforderten Mindestabstände sind laut einer Quelle nicht eingehalten.

Dichtestress im Trading (IP)

Der Grund soll bei den Systemen liegen. Die CS hat im Galleria-Gebäude nur auf dem einen Stock die nötige Infrastruktur mit den sicheren Computer-Systemen, sagt der Gesprächspartner.

„Die Gesundheit und die Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für die Credit Suisse oberste Priorität“, meinte gestern eine CS-Sprecherin auf Anfrage.

„Wir haben bereits frühzeitig an unseren Standorten umfassende Vorkehrungen zum Schutz von Gesundheit und Sicherheit getroffen, die den Weisungen und Empfehlungen nationaler und internationaler Gesundheits- und Aufsichtsbehörden entsprechen.“

Bei der ZKB lautet die Stellungnahme zum Arbeiten in überfüllten Gebäuden: „Die Bank hat den Zugang zu den IT-Systemen aus dem Home-Office für einen Grossteil des Handels nun sichergestellt.“

Zum vorgeschriebenen Abstand zwischen den Arbeitsplätzen meinte die ZKB schon früher:

„Mitarbeitende von Teams, die kritische Geschäftsprozesse sicherstellen, arbeiten nicht mehr zusammen im gleichen Büro, sondern räumlich getrennt in unterschiedlichen Gebäuden.

„Damit wird auch die Belegungsdichte in den Büroräumlichkeiten reduziert, damit der nötige Abstand eingehalten werden kann.

„Zudem ermöglicht die Zürcher Kantonalbank ihren Mitarbeitenden flexible Arbeitszeiten, damit sie nicht zu Stosszeiten anreisen müssen.

Alles im Griff, so der Eindruck, der von beiden systemrelevanten Banken vermittelt wird.

Effektiv habe die ZKB grösste Probleme mit der nötigen Infrastruktur für weiträumiges Arbeiten von zuhause aus.

„Es können kaum Mitarbeiter im Home Office arbeiten, da die ZKB seit Jahren das Arbeiten von zuhause aus bremst“, sagt ein Insider.

Der Grund laut der Auskunftsperson: „Die Kantonalbank traut ihren eigenen Leuten nicht. Und jetzt fehlt es an der Kapazität für weiträumiges Home Office.“

Die Bank betreibe eine Informatik, die „nicht in der Lage“ sei, das Problem zu beheben.

„Tagsüber von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends kann sich nur eine beschränkte Anzahl Mitarbeiter von zuhause aus einloggen“, berichtet der Informant.

„Der Rest muss am Abend oder am Wochenende arbeiten, wenn er denn zu dem erlauchten Kreis der ‚Heimarbeiter‘ gehört.“

Kommentare

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  1. Die CS-Kunden können dem VR dankbar sein, dass gerade noch rechtzeitig ein Schweizer CEO geworden ist. Sein Vorgänger wird in diesem Blog zu Recht nicht mehr erwähnt.

    • Du hast ja nicht das Gefühl, dass diejenigen mit hohem Lohn noch ins Büro gehen. Wo lebst Du? Es sind die ganz weit unten in der Hirarchie die Vorort arbeiten müssen!

  2. Banken mit schwachem Home office werden eine schwierige Zukunft haben !!
    Das heisst die IT Abteilung ist nicht à jour und die Bank nicht fortschritlich genug !!

  3. Die Sache ist doch ganz einfach:
    Wer zum Beispiel mit Swissquote in den letzten Wochen Trades machen wollte, viel sehr oft richtig voll auf die Nase und ärgerte sich grün und blau!

    Egal wenn auch ich meinen Bankkontakt anrufe, er oder eine Drittperson nimmt ab und ich kann meine Wünsche durchsetzen.

    Zahlen tu ich immer etwas mehr, was völlig in Ordnung ist.

    Ich kaufe das Resultat!

    • Viel, fallen, gefallen – ein Deutschkurs für Fremdsprachige wäre da angebracht!

    • @ Thomas Moor

      Die Aussage von Viktor Falkenschweif ist, dass er besser die Hände lassen sollte von Anlageentscheidungen und offenbar dankbar dafür ist, einem Dritten sein Geld für Anlagebertung nachzuschmeissen. Wissen Sie, Herr Moor: Auch wenn das mit dem Text nicht das Geringste zu tun hat, dieser Tage fällt dem Falkenschweif etwas die Decke auf den Kopf. Da kann man schon mal etwas konfus werden.

      @ Viktor Falkenschweiz: Danke für diese Offenbarung. Und keine Sorge: Sie dürfen bald wieder raus. In der Zwischenzeit wünsche ich viel Glück mit Ihrem Bankkontakt. Ich hoffe, Sie haben bei Ihrer Hausbank Zugang zu einer kompetenten und hilfsbereiten Person.

  4. In Stresszeiten ist nun mal höheres Volumen und da ist auch der ganze BackOffive Prozess betroffen.

    Was sollen die Banken tun, den Handel einstellen, die Kunden vor verschlossenen Türen warten lassen, nur 5 Personen auf 100qm bedienen, oder gleich schliessen?

    Seid froh, dass es sie es schaffen das gesamte System am Laufen zu halten, vor allem auch für die Unternehmen.

    Wenn eure Swissquote den Zugang verweigert, gibt’s Geschrei, wenn die Banken nun Notfallmassnahmen innerhalb ihrer Möglichkeiten organisieren gibt so einen Artikel.

    • Kommt mir nicht so vor, hatte gestern vergeblich versucht, einen Auftrag aufzugeben. Warteschlaufe, Warteschlaufe, Warteschlaufe… Keiner da?

  5. Das Arbeitsgesetz ArG 822.11 des Bundes regelt in Art. 6, welche Pflichten die Arbeitgeber und Arbeitnehmer befolgen müssen. BR Alain Berset hat dies in der gestrigen Pressekonferenz klar betont. Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, sich an die Behörden zu wenden, wenn der Schutz am Arbeitsplatz nicht gewährt wird. Baustellen werden auch geschlossen, wenn sich die Baufirmen nicht an die Vorschriften des BR halten und dabei erwischt werden.

    • und dann kündigt man den arbeitnehmern. wenn’s gut kommt kriegt der gekündigte 3 monatslöhne (gesetzlich max. 6 löhne). auch wenn der AN recht haben sollte – ist und bleibt arbeitslos. das sind die rechte der arbeitnehmer: de iure gegeben, de facto inexistent…

  6. Wieder kompletter Schwachsinn, was die ZKB angeht. Ich schlage vor, Sie überprüfen ihre Quelle auf Glaubwürdigkeit.

    • Die Trader der ZKB sitzen schon seit über 1 Woche getrennt an 2 Standorten und mit dem gefordeten Abstand in den Büros. Da ist gar nichts von übervoll!

  7. Typisch, man hat aus Spargründen früher Grossraumbüros gefördert und speziell im Handel bei den Banken darauf geachtet, dass die Trader möglichst eng zusammensitzen um die Agressivität im Traiding zu fördern. Traurig aber wahr, dies ging auf die Gesundheit und jetzt erst recht.

  8. Das ist nun das Resultat der Kosten sparende, Auslagerungs- und anderen verrückten Plänen der CEOs der Banken.
    Bin gespannt wie die Banken mit ihren angeschlagenen IT Systemen die Kreditvergabung wegen Corona meistern wollen. Indien hat auch Ausgangssperre.

  9. Ich kenne die Situation bei diesen Banken nicht, möchte aber generell eine Lanze brechen für die Bankangestellten. Wir haben derzeit viele Kunden die wegen der Märkte beunruhigt sind, sie brauchen Führung. Die digitalen Plattformen für Kunden und Mitarbeiter werden in no time aufgeschaltet. Wir haben tausende von KMU Abfragen, die dringend Liquidität brauchen. Also schreibt auch mal was Positives über die hard working Belegschaft-gilt vor allem auch für die Nörgeler die zuhause rumsitzen und keine Ahnung haben wie es zu und hergeht in der Realität. Die goldenen Jahre mit 3-stündigen Businesslubches sind vorbei. Wir sind eine Industrie, wie andere Branchen auch. Ich habe fertig!

    • „Die goldenen Jahre mit 3-stündigen Businesslubches sind vorbei. Wir sind eine Industrie, wie andere Branchen auch. Ich habe fertig!“
      Nein, die sind vielleicht für Sie vorbei jedoch nicht für die vergoldete Garde an der Spitze.

      „möchte aber generell eine Lanze brechen für die Bankangestellten“
      Da möchte ich mich anschliessen. Für die meisten ist der Job auf der Bank hart und die Kompensation höchsten durchschnittlich.

      „Die digitalen Plattformen für Kunden und Mitarbeiter werden in no time“
      Eine Webseite im CMS kann man innerhalb eines Tages aufschalten. Ich gehe aber jede Wette ein, dass die Anträge xfach manuelle Schritte nach sich ziehen.

      „Wir sind eine Industrie, wie andere Branchen auch.“
      Hää? Was produziert denn Ihre Branche ausser Falschgeld? Nein, es ist eine andere Industrie.

    • Mitleid muss niemand haben mit den Bankangestellten, dafür sind wir anständig entlöhnt.
      Über die Businesslunches von Topkadern äussere ich mich nicht. Wenn aber nie etwas dabei rausschaut, werden auch diese ausgewechselt (wie beim Fussball).
      Natürlich müssen vor dem Aufschalten der Plattformen noch Committments wie Einhaltung Datenschutz eingeholt werden oder wollen Sie Ihren Depotauszug auf dem Müll Ihres Bankers gefischt haben. Der letzte Nitenfälscher, der mir bekannt war hatte eine Druckerei bei uns im Dorf. Mit Kopierautomaten bei uns im Büro haut das allenfalls in einer schummrigen Bar morgens um 3 hin. Bon weekend und bleiben sie gesund und kritisch.

  10. 8. März. Madrid, Spanien. Frauendemonstration wurde trotz allen Warnungen der Gesundheitsämter durchgezogen. 100Te haben sich da mit Corona angesteckt.

    Das was der Anfang des Massensterbens in Spanien.

    Wenn nur einer im Grossraumbüro (!) dieser „wichtigen Personen“ Corona hat…

    • Ja, und die Königin hat öffentlich eine infiszierte Frau umarmt!!!!!
      Soviel zur empfohlenen Armlänge.

  11. Das gleiche bei UBS: Business-kritisches Personal (= money-making Front office) muss ins Büro (ohne Masken, ohne Desinfektionsmittel, ohne 3-Meter Abstand), die anderen sitzen seit Wochen zu Hause.

    Für mich macht es KEIN Sinn.

    Und danach fragen alle warum Aktionäre nichts machen.
    Weil grosse Aktionäre Ausländer sind, die haben ihre COCOs mit 6% Verzinsung und ihnen spielt die Existenz UBS / CS / … keine Rolle, im Gegenteil.

    • Sergio, erzähl nicht so einen Bullshit.
      Ich arbeite auf dem Trading Floor, das Personal wurde auf mehere Location aufgeteilt. Eind Drittel arbeitet schon von zuhause aus.
      In Opfikon sind nur noch ein Drittel der Arbeitsplätze belegt. Jeder Arbeitsplatz links, rechts, vor und hinter einem ist leer.
      Zudem hat jeder im Handelsraum nun einen Laptop plus Bildschirme zuhause und einen eigenen Arbeitsplatz zu Hause falls der Handelsraum schliessen muss.
      Zudem hat es überall Desinfektionsmittel und jedem wird beim Haupteingang die Temperatur gemessen !
      Keine Ahnung wieso du so Müll Informationen verbreitest, aber dies ist die Wahrheit und sofern du bei uns arbeitest weisst du das auch.

    • Was zur Hölle ist ein „money-making Front office“???
      Töpfern die da Geld? Hat uns nicht Ermottis Sergio erklärt, dass Banken kein Geld machen können nur die Zentralbanken?

      Warum heisst es nicht „money-earning front office“?
      Das gebe wenigstens den Anschein von Arbeit.

    • @Markus: ist UBS nur Trading Floor, oder gibt es auch PB, eine dier grösste der Welt?

  12. Entschuldigung was soll die Aufregung.
    Verdichten wird doch seit Jahrzehnten gepredigt.
    Bei den Infrastrukturkosten in der Schweiz
    Arbeitsplätze mit 2 M Abstand pluss
    Bewegungsraum, wie soll das bezahlt werden.
    Entweder wir kommen zur Vernunft, oder
    die Natur erledigt das mit Brachialgewalt.

    • Schon mal einen Blick in die Jahresberichte geworfen? Da liegt weiss Gott genug rum!

    • Was für Sprüche machte denn UR?? Ich fand das Interview gut mit UR. UR wirkte besonnen und bescheiden. PS. Bin kein Fan von UR. Einfach objektiv bleiben!

  13. Jetzt ist der Median-Tote an Corona in der Schweiz 85 Jahre alt und war schwer krank.
    Ein fiter Trader ist also nicht wirklich bedroht.

    • So Dauerstress wie aktuell bei diesen volatilen Märkten kann das Immunsystem aber ganz schön schwächen und bei schwachen Immunsystemen fühlt sich das Virus am pudelwohlsten.

    • Noch ist der Median Toter 85!! Du hast nichts begriffen, du gefährdest Leben!!!!!! Ich hoffe man entlässt dich !!!!!!

  14. Wenn etwas passiert und es zu massiven Ausfällen und Toten kommt, sind die CS und ZKB (Staatsgarantie) Konkurs.

    Vermutlich möchte die Bankleitung einfach ihr Glück herausfordern.