Jagd auf Cash: CS bietet bis zu 2 Prozent

Grossbank offeriert Reichen Superzins, wenn sie Gelder von Drittbanken bringen. Unternehmen beziehen sämtlichen Kredit.

Die Credit Suisse will Ihr Erspartes. Die Bank bietet reichen Kunden ultrahohe Zinsen auf Gelder, welche diese von Drittbanken zu ihr transferieren.

Bis zwei Prozent erhalten diese Vermögenden von der Nummer 2 offeriert. Dem steht der weiterhin bei minus 0,75 Prozent stehende Leitzins der Notenbank gegenüber.

Ein Aufschlag von fast 3 Prozent, den die CS bietet. Warum tut sie das? Eine Sprecherin der Bank sagt auf Anfrage:

„Credit Suisse gewährt keine solche Zinsen auf Bargeldeinlagen. Wir bieten jedoch erfahrenen Investoren und vermögenden Privatkunden strukturierte Produkte an.

„Diese können – abhängig vom Risikoprofil und der Laufzeit – attraktive Renditen erwirtschaften. Sie weisen in der Regel mehrjährige Laufzeiten auf und weisen deshalb keinen Bargeld-Charakter auf.“

Dass die Bank keine hohen Zinsen für Cash anbiete, wird von Insidern bestritten. Die Grossbank habe ihnen letzte Woche stolze Zinsen für ihr Bares bei anderen Banken angeboten.

Sicher ist: Die Zinsen steigen. Das ist das Paradoxe im Moment.

Obwohl die Notenbanken, allen voran die amerikanische Fed, die Leitzinsen auf historische Tiefststände drücken, kämpfen die Geschäftsbanken ums Bargeld der Firmen- und Privat-Kunden.

Das zeigt sich in der Schweiz exemplarisch bei den Hypo-Zinsen. Die ZKB erhöhte diese für Fest-Laufzeiten länger als 5 Jahre.

Wie stark der Fight ums Bare am Laufen ist, legen die offenen Kreditschleusen der Notenbanken offen.

Die Schweizerische Nationalbank stellt den Geschäftsbanken praktisch unlimitiert Cash bereit – zu ultratiefen Preisen.

Der Grund ist Corona. Viele Firmen haben in den letzten Tagen sämtlichen Kredit bezogen, den sie bei den Banken erhalten konnten.

Da geht es nicht um die bekannten Rettungs-Kredite, garantiert vom Bund.

Sondern um jene Kreditzusagen, welche die Banken vor Corona ihren Geschäftskunden zugesagt hatten: die sogenannten Kreditlinien.

Nun holten sich die Firmen den Cash und parkierten ihn auf den Cash-Konten. Munition für ungewisse Zeiten.

Sie verteilen jetzt das viele Geld auf möglichst viele Banken, versuchen so, nirgends ein Klumpenrisiko zu haben.

Für die Geldhäuser heisst das: Wer gibt mir seinen Cash? Das Rennen läuft über den Zins. Dieser ist zurück im System. Wer hätte das gedacht?

Kommentare

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  1. normalerweise kommentiere ich nicht, aber so einen Unsinn zu lesen tut weh. „Zinsen steigen“ begründet mit Zkb erhöht 5 Jährigen Hypo Zins und CS offeriert 2%… was für ein Unfug…

  2. Also ich denke wenn die CS plötzlich 2% Zins bezahlen will dann muss sie dringend flüssige Mittel benötigen. Flüssige Mittel für die vom Bund initierten Kredite. Aber ich dachte die Nationalbank stellt dafür die flüssigen Mittel zur Verfügung. Das muss was anderes sein. Ja, ich hab`s die
    Kunden bauen ihre flüssigen Mittel ab um diese in Sicherheit zu bringen. Man weiss ja nicht was noch kommt. Vielleicht bekommt man plötzlich das Geld bei der Bank nicht mehr. Griechenland lässt grüssen. Ist ja nicht dumm. Ein neues Auto kaufen, die Immobilie renovieren oder gar eine Ferienwohnung kaufen. Eine Option wäre noch Gold kaufen und es im Banktresor bunkern. Für Risikofreudige kämen noch Aktienkäufe infrage, sind ja jetzt gerade billig. Ihr findet sicher das Richtige für Euch. Bloss nicht das Geld heim holen und unter der Matratze verstecken.

  3. Corona lässt Amazon Umsätze explodieren. Jeff Bezos, Chef von Amazon, bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die Corona Krise treibt seinen Umsatz spektakulär in die Höhe. Immer steiler, immer rasanter schnellen die Zahlen in ungeahnte Dimensionen.

    Während viele Einzelhändler weltweit auf eine drohende Pleite zusteuern, funkelt in seinen Augen offensichtlich ein goldenes Dollarzeichen. In 10 Tagen 100 Milliarden…..

    Der Konzern hat innerhalb von 10 Tagen seinen Marktwert um ca 100 Mrd Dollar gesteigert. Das heißt, der reichste Mann der Welt ist in nicht einmal zwei Wochen pro Tag um 10 Mrd Dollar reicher geworden.

    JEFF BEZOS VERDIENT SICH EINE GOLDENE NASE, WÄHREND SICH DER GLOBALE HANDEL AUF KURZARBEIT UND ENTLASSUNGEN VORBEREITET

    • Nein, denn wenn die Anlage flöten geht rennt der Kunde zum Staat und klagt die Bank an mit „ich habe keine Ahnung, die haben mir gesagt“.

  4. Soll man der CS sein Geld anvertrauen?

    Wenn die Antwort Ja lautet braucht es kein Lockvogelangebot.

    Bei einem Nein:Hände weg

    Ich traue weder Gottstein,Mathers,Rohner oder Shitang.

    Und was denkt die FINMA?

  5. „Die Zinsen steigen. Das ist das Paradoxe im Moment.“ – Ist es eigentlich nicht. Als paradox bezeichnet das nur jemand, der in einem durch und durch von deckungslosem Papiergeld geprägten System Gross geworden ist. Steigende Zinsen wären eigentlich die „normale“ Reaktion in einer Deflation. Wer will schon in diesen Zeiten einem Dritten wirklich Geld ausleihen? Gäbe es keine Zentralbank, so würde die Zinsen in einer akuten Wirtschafts- und Liquiditätskrise anziehen. Wir verbinden tiefe Zinsen nur mit Krisenzustand, weil in diesen Lagen normalerweise die Zentralbanken die Schleusen öffnen. Das nun allerdings die Zinsen dennoch anziehen offenbart wohl, dass die Geldillusion allenfalls ans Ende ihrer Laufzeit gerät.

  6. Wenn das so ist, dann hat diese CS ein wirkliches Problem. Die Bonität ist die Frage. Aus diesem Gesichtspunkt muss man sich gut überlegen, sein Geld zur CS zu transferieren.

  7. Steigende Zinsen / Hypo-Zinsen in einer angeschlagenen (Rezession) Weltwirtschaft, hoch verschuldeten Industrieländern, steigende Arbeitslosigkeit und steigenden Firmenkonkursen! Kein guter Cocktail! Da wird gerade etwas spezielles von den Nationalbanken angerichtet. Wer wird davon wirklich profitieren???

    Und was, wenn der Liquiditätsspuk vorbei ist? Bekommen dann die „neu“ gewonnen Kunden auf ihrem Cash sofort wieder Strafzins verrechnet?

    Und noch was nebenbei: Momentan findet eine der grösseren Vermögensverschiebungen an den Börsen statt. Superreiche werden noch reicher. Warum? Dividenden werden munter weiter ausgeschüttet, Aktienrückkäufe weiter getätigt. Reicht dann das Geld für das operative Geschäft nicht mehr, springt der Staat mit seiner offenbar unlimitierten Liquidität ein. Grossaktionäre freuts. Jaaaa, PKs können auch davon profitieren. Aber die Kreditschulden / Kreditgarantie hängt bei den Steuerzahlern; das bitte nicht vergessen!

  8. Wenn das Ganze überhaupt stimmt: die Firmen verteilen das Geld, um Negativzinsen zu entgehen. Sonst ist es sehr teure Liquidität – einerseits den (positiven) Zinssatz auf dem Kredit, andererseits den (negativen) Zinssatz auf dem Guthaben. Da kommen dann rasch 2 -4% zusammen, je nach Qualität des Schuldners bzw der Deckung.

    Das hat aber wenig mit dem seltsamen Angebot der CS zu tun, wo ich mehr ein Missverständnis vermute als reale Vorgänge.

  9. Ich vermute, viele „Finanzfachmenschen“ haben noch immer nicht begriffen, dass der Bank-Run auf Bargeld und der Transfer von Noten, Münzen und Gold in die privaten Tersoranlagen schon längst im Gange ist.
    Die „Finanzfachmenschen“ wollen mit allen Mitteln verhindern, dass die in der anstehenden Corona-Wirtschaftskrise geplanten Geldtransferkontrollen und Restriktionen auf den Girokonten blockiert, entwertet und digital kontrolliert werden können …
    Die Gewinner werden diejenigen sein, welche über ihr reales Vermögen im direkten, privaten Zugriff verfügen …

  10. Stimmt das? Welche Bank zahlt mir konkret 2 Prozent Zinsen für Spareinlagen bis 100000 Fr.

    Wäre ein Renner in der aktuellen Situation, aber gilt wahrscheinlich nur für jene, die mit >100 Mio kommen.

  11. Eine derart aggressiv Werbestrategie der CS in der aktuellen sehr kritischen Lage wirkt völlig deplatziert und zeugt von purer Verzweiflung.

    Echte Solidarität ist jetzt gefragt und keine einfach durchschaubaren Schein- und Lockangebote.

  12. Wenn die Ware knapp wird, sollten die Preise eigentlich steigen. Statt prognostizierter Deflation, doch (Hyper-)Inflation?

  13. Wichtig ist jetzt seine Barreserven auf verschiedene Banken zu diversifizieren.

    Eine Konzentration bei einer Bank macht wenig Sinn und ist als Risiko Überlegungen sehr gefährlich.

    • Bis 100’000 fr sind wir geschützt. Mehr haben wir armen Büetzer sowieso nicht.

  14. Die sind lediglich falsche Lockangebote der Credit Suisse um ihre eigene Haut zu retten Und somit mit äußerster Vorsicht zu genießen.

    Strukturierte Produkte, wo Credit Suisse Als Emittent Auftritt Sind im Konkursfall kein Sondervermögen.

  15. Geld hat es genug im System. Die Verteilung ist das Problem. Einige systemrelevante Banken und ein paar Privatbanken haben sehr viel Geld bei der SNB liegen, aber kaum Limiten (und Risikoappetit), um dieses anderen Bnken auszuleihen. Die SNB muss intervenieren und auf der ganzen Repo-Kurve Geld zu vernünftigen Preisen anbieten. Nur so können sich die Zinsen auf ein vertretbares NIveau einpendeln. Die einzigen, die noch Geld ausleihen sind im Moment noch Pensionskassen und Versicherungen, aber auch diese sind vorsichtiger geworden.