Gottstein&Co. kauften CS-Titel auf Höchst

CEO und Kollegen in Konzernleitung setzten nach Ablösung von Tidjane Thiam Millionen auf eigene Bank.

Gestern schossen weltweit die Bank-Aktien durch die Decke. Auch in der Schweiz erholten sich die Titel der beiden führenden Häuser – plus 6 Prozent bei UBS und CS.

Für Thomas Gottstein und seine Kollegen Balsam. Sie hatten weit über dem aktuellen Kurs, bei mehr als 13 Franken, eigene Millionen auf CS-Aktien gesetzt.

Als Tidjane Thiam den Machtkampf gegen Präsident Urs Rohner verloren hatte und Thomas Gottstein neuer CEO wurde, fassten sich die obersten operativen Chefs des Multis ein Herz.

Wie die Six aufzeigt, kauften operative Spitzenkräfte der Bank unmittelbar nach dem Führungswechsel im Februar dieses Jahres für stolze Beträge Aktien des eigenen Unternehmens.

Zwischen dem 19. und dem 25. Februar gab es insgesamt 5 Käufe von operativen Spitzenkräften oder Vollzeit-Verwaltungsräten der CS. Das Total summierte sich auf knapp 4 Millionen Franken.

Damals lag der Kurs der CS-Aktie bei fast 14 Franken – Jahreshöchst. Gestern Abend endete der Titel bei 9.24. Die Verluste der Topleute sind entsprechend hoch.

Zwei weitere Transaktionen in jener Zeit betrafen VR-Mitglieder, die nicht auf der Payroll der CS stehen.

Einer verkaufte CS-Aktien im Wert von 900’000 Franken, ein anderer griff zu in der Hoffnung auf die neue operative Crew; er investierte 1,4 Millionen.

Auf Höchst zugelangt (Six)

Die Investments der obersten Leitung in eigene Titel sollen zeigen, dass Gottstein&Co. an die Zukunft ihrer Bank glaubt.

Das Gleiche hatte Sergio Ermotti Ende 2018 getan. Der UBS-Chef kaufte für 13 Millionen Franken Aktien der Nummer 1.

Falls Ermotti die Titel immer noch besitzt, so beträgt sein derzeitiger Buchverlust auf dieses Investment knapp 3 Millionen. Immerhin erhielt Ermotti mediales Echo.

Kommentare

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  1. Ganz perfekt wäre es wenn die hohen Herren wirklich ihr eigenes Geld einsetzten, das sie woanders „verdient“ haben. Dank tieferem Kurs erhalten sie beim nächsten Bonus ja einfach mehr Aktien – sind also eigentlich nach unten abgesichert…

  2. Ermotti ist sein Engagement nach wenigen Monaten – und scheinbar ohne grosse mediale Aufmerksamkeit – zu moderat tieferen Kursen wieder „losgeworden“. Das sagt zumindest einiges über das sprichwörtliche (Gedulds)Fell aus.

    • Den versuch ich jetzt noch zu überbieten 😉

      Wie wurde man in der Vergangenheit am schnellsten zum Millionär?
      Man musste einfach für 1 Mia. CS-Aktien kaufen…..

  3. naja, so what? Wenn sie keine Aktien gekauft hätten, würden wir jetzt halt hier lesen „Gottstein&Co scheuen Risiko“, und das Timing war Pech, kann man sich nicht immer aussuchen. Im Februar waren wir alle noch in Graubünden skifahren und haben nicht damit gerechnet, dass es in der Schweiz sowas wie einen Lock-Down geben könnte.

  4. „Auf Höchst“? Wirklich? Wahrscheinlich auf Jahreshöchst, aber praktisch auf ATL oder? Das hat doch überhaupt keine Bedeutung. Auf dem Niveau sind die Risiken überschaubar, aber halt auch kaum Gewinnaussichten da.

  5. Im Maschinenraum gibt es bei der CS immer noch sehr gute Leute, auf der Brücke sind sie leider dumm wie Bohnenstroh. Sie besitzen zwar Abschlüsse und Zertifikate von den besten Universitäten, haben aber den Link von der Theorie zur Praxis nie geschafft. Quasi so wie ein ewiges Talent im Fussball. Deshalb kaufen sie auch CH-Bankaktien obwohl 100 % aller Berater wissen, dass dies nur Selbstbedienungsläden für Manager sind.

    • Sie haben auch bemerkt, dass die meisten professionellen Fussballclubs (mal abgesehen von einer Handvoll Superclubs) – im Gegensatz zu den meisten börsenkotierten Unternehmen – in schönster Regelmässigkeit negativen Cash-Flow „erwirtschaften“. Nur so als Randbemerkung in Bezug auf den Stroh am falschen Ort und den herangezogenen Vergleich!

  6. Die Verluste werden dann einfach mit höheren Boni auch bei Nichterfolg kompensiert – alles nur für die Galerie und PR.

  7. Buffet: „Jeder, der eine Aktie erwirbt, sollte sich einen Notizblock nehmen,“ um genauestens notieren können, warum er in eben dieses Unternehmen investieren möchte.

  8. Das ist noch commitment. Ich wünschte mir bei anderen Branchen wuerde das Top Management so ein commitment zeigen und mit eigenem Geld at risk in ihren Arbeitgeber investieren. Das zeigt nur das sie das Beste fuer die Bank wollen. Schneidet Euch ein Stück Kuchen davon ab ihr ewigen Neider, die immer nur schlecht vom Management schreiben und reden könnt.

  9. hässig gehört wie geiger und stöhlker ins geistige pflegeheim…

    ubs wird appelpay und cs wird alipay so einfach hässig
    das schweizer bankenlatein und seine gesternphilosophen sind so
    abgegriffen wie aktenordner oder radiergummis…nur kein ip’ler merkts)))

    • aha!
      Freut mich, H.K. – dass du als dies einziger mitbekommen hast!
      Die Schwarmintelligenz versagt…

  10. Es soll ihnen nicht besser gehen als den vielen Aktionären, denn Sie sind ja verantwortlich und erhalten völlig überrissene Gehälter und Boni für einen schlechten Job.

  11. Den Kauf eigener Aktie halte ich für die richtige Geste bei Antritt. Es markiert den Glauben, dass die neue Spitzentruppe ihr Bestes tun wird um den Share-Holder-Value zu steigern. Wie Buffet schon meinte, wer eine Aktie nicht 10 Jahre halten will, soll sie auch nicht für 10 Minuten kaufen.

    • Ermotti hat dies vor etwa einem Jahr auch gemacht mit dem Kauf von UBS-Aktien als sie viel höher waren als heute

      Fazit: Ermotti und Gottstein kochen auch nur mit Wasser wie alle anderen Börsen-Experten.

  12. Woran merkt man, dass wir in der Schweiz sind: Neid wenn Unternehmer gewinnen, Schadenfreude wenn Unternehmer verlieren. Katalysator: LH. Schade.

  13. Das sind ja gute News für die Aktionäre. Jetzt muss nur noch der „Business Plan“
    stimmen und die Rahmenbedingungen sich nicht in die falsche Richtung bewegen, dann kann ja nichts mehr schief gehen.

  14. Für Ermotti muss man sich keine Sorgen machen, der kriegt dann alles ersetzt. Kluge Manager verkaufen jetzt Swiss Re Titel bevor er dort beginnt.

  15. Bank Aktien uhhhh, ich bin doch nicht wahnsinnig.

    Dass Gottstein jetzt kauft zeigt vielleicht, dass er vom Börsengeschäft gar nicht so viel Ahnung hat und es sich einfach leisten kann, einen Verlust einzufahren.

    Ich habe mit meinen Investments seit März 160% vorwärts gemacht und es geht immer weiter. Wozu also diese langweiligen Bankaktien kaufen. Never.

    • Wenn Sie so erfolgreich sind, warum beehren Sie uns mit Ihren Weisheiten? Und wie sind Ihre Investitionen vom Dezember 2019 bis März 2020 gelaufen? Jetzt schnell zurück an den PC, es gibt zu gewinnen oder auch zu verlieren. Merke: Gewinne machen kann jeder, der Glückliche zeichnet sich allerdings dadurch aus seine Gewinne mitzunehmen und erfolgreich zu sichern. Denken Sie mal nach!!

    • Herr Wenig Ahnung
      Was ist denn das für eine Rakete von aktie.
      Wäre interessant zu wissen was das für eine Aktie ist.
      Sie haben allerdings nicht Geschrieben in welchem Jahr März.