Urs Zeltner schon wieder weg bei Genfer UBP

Ex-UBS-Bigshot sollte Top-Kunden zur Privatbank bringen. Dafür hatte ihn Chef Adrian Künzi geholt. Nach 2 Jahren ist Schluss.

Urs Zeltner trägt nicht nur einen bekannten Namen. Sondern er zählte einst auch zu den besonders gut Verdienenden im Private Banking der Grossbank UBS, wo sein verstorbenen Bruder das Zepter schwang.

Vor zwei Jahren erhielt Urs Zeltner die Chance, bei der Genfer UBP zu zeigen, dass er mehr draufhat als nur Familien-Links. Nun ist er bereits wieder weg. Per Oktober wurde seine Unterschrift bei der UBP gelöscht.

Das schnelle Aus des bekannten Vermögensberaters, der einst das Deutschland-Geschäft der UBS geleitet hatte, ist eine Pleite für Adrian Künzi.

Der Ex-Wegelin- und Notenstein-Banker, der im Frühling 2018 bei der UBP als Zürich-Chef angefangen hatte, hatte mit Zeltner Grosses vor. Er holte das wohl nicht ganz günstige Schlachtross zu sich.

Das wurde medial sofort ausgeschlachtet. UBP hole „prominente Verstärkung“, hiess es damals. Zum Abschied von Zeltner vor ein paar Wochen blieb es dann ruhig.

Künzi wollte auf eine Anfrage vom Samstag nichts sagen, eine Sprecherin der Genfer UBP reagierte bisher nicht auf ein Email von gestern.

Adrian Künzi hat bei der UBP eine wichtige Rolle. Er muss die Genfer im zentralen Markt Zürich auf Vordermann bringen.

Mit dem schnellen Abbruch der Operation „Zeltner“ ist das vorerst nicht geglückt. Möglicherweise ist aber Künzi gar nicht freigewesen bei dessen Verpflichtung.

Ganz oben in der Genfer Bank sitzt nämlich mit Marcel Rohner der Ex-CEO der UBS. Rohner musste Anfang 2009 von Bord, nachdem die Grossbank im Subprime-Debakel einen Jahresverlust von über 20 Milliarden erlitten hatte.

Rückkehr ins heimelige Nest (SBVg)

Bei der UBP erhielt Rohner 7 Jahre später die Chance für ein Comeback im Swiss Banking. Bei den Genfern wurde er Vize-Präsident.

Das ermöglichte dem Aargauer auch die Rückkehr in den Schoss der Branche. Rohner wurde 2018 Verwaltungsrat der Schweizer Bankiervereinigung gewählt.

Gut möglich, war es Rohner, der dem damals neuen Zürich-Chef Künzi die Personalie Urs Zeltner ans Herz legte.

Turbulente Zeiten: UBP Zürich (IP)

Sicher ist, dass Zeltner nun bereits wieder Geschichte ist. Künzi kümmerte sich auch um eine zweite zentrale Figur im Zürich-Geschäft.

Die Rede ist von Markus von Holzen, der das Business mit den Externen Vermögensverwaltern bei der UBP Zürich leitete.

Von Holzen gab der Polizei Auskunft in einem Krimi, bei dem es für die UBP um einen zweistelligen Millionenbetrag geht. Von Holzen musste erklären, warum er nicht erkannte, dass ein externer Vermögensverwalter während Jahren Kundenauszüge fälschte.

Kommentare

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  1. Das UZ nicht reüssierte, wird kaum jemanden erstaunen, der ihn noch von der UBS Zeit her kennt. Er hat auch bei der UBS weder in Führungs- noch in Marktfunktionen performed. Seine „grösste Kompetenz“ war leider wirklich nur die Familienbande. Dadurch konnte er noch jahrelang als Frühstücksdirektor, ohne richtige Funktion oder Verantwortung, einen richtig grossen Batzen nach Hause tragen.

  2. Die meisten Manager einer Bank haben von Kunden keine Ahnung. So dürfte es auch bei Herrn Zeltner gewesen sein. Nur Kundenberater mit tiefen, vertrauensvollen Kundenbeziehungen können Kunden von A nach B bewegen. Dass Manager das nicht können ist doch keine Ueberraschung.

  3. Künzi muss sich nicht mehr um von Holzen kümmern, dieser wurde bekanntlich im Sommer entlassen. Ihm wurde bereits im Frühling sein Nachfolger an die Seite gesetzt. Natürlich gibt es keine Verfehlungen innerhalb der Bank und trotzdem rollen Köpfe…
    Die fehlbaren externen Vermögensverwalter waren früher selber im Sold der UBP. Man kannte sich.

  4. Urs Zeltner trat bereits im Frühling aus. Offenbar ist es doch nicht so einfach deutsche Industriellenfamilien von einer UBS, die inhouse fast alles bieten kann, zu einer Privatbank zu lotsen. Kleinere Shops können sich durchaus behaupten, aber auch nur, wenn sie mit guten Dritten zusammenspannen. Und da sollten halt nicht nur Genfer oder gleich französische Partner zum Handkuss kommen… So offen und flexible ist deren Plattform nun auch wieder nicht – entgegen der öffentlichen Verlautbarung.
    Künzi steht natürlich auf verlorenem Posten. Wenn Genf nicht will, dann kann er nichts machen – auch die Zürcher Niederlassung ist eine Genfer Bank und das ist im deutschsprachigen Raum nur schlecht zu verkaufen.

  5. Wenn man selber kein Star-Banker ist, sucht man sich auch gerne mal die falschen Leute aus. Künzi war völlig geblendet vom Namen Zeltner und das zeigt, dass er möglicherweise auch der falsche Mann für die Bank ist.

  6. Immer fallen diese Banken auf das Geplauder von Big Shot’s und Relationship Managern rein wie viele Kunden sie zur neuen Bank bringen wollen. In der Tat ist es dann doch nicht so einfach und meistens ist dann der Ofen nach einem oder eben zwei Jahren aus. Aber ich begreife auch die Kunden nicht, die dieses Spiel immer mitmachen

  7. Zeltner muss wohl realisiert haben, dass man in einem kleinen Bänklein etwas leisten muss, um an den Stutz zu kommen – nicht wie bei der UBS, wo den hohen Chargen der Honig in den Mund geleert wird. Da ward es ihm zuviel!

  8. Rohner: unter ihm musste doch die UBS vom Staat gerettet werden.

    Rohner: er ist doch der VR der Bankiervereinigung, die gerade zu Grunde geht.

    Rohner: wird er es schaffen, auch die UBP an die Wand zu fahren?

    • Nachtrag: Rohner ist eine Lusche im Bankwesen. Ich habe ihn bei der UBS erlebt! Eine recht farblose Gestalt.

  9. Ich erwähne hier bei IB seit Jahren das gleiche, sämtlicheTop Shot Rohrkrepierblender können sich kaum länger wie 2 Jahre halten, sie alle sind die billigen in der Privatwirtschaft kaum brauchbaren Akademiker, die lediglich mit Drohgebärden Eindruck schinden können, der Ausdruck Privatbanking wurde sämtlichen dieser scheinheiligen Schleimer nie in die Wiege gelegt, das einzige was diese knapp 5000 Abzocker auf dem Bankenplatz Schweiz beherrschen ist das zerstören von Vermögenswerten und das Ruinieren des Bankenplatzes Schweiz.

  10. Ich lese immer wieder bei IP und in der Presse von all den Topshots und wer gerade wo wieder anheuert, sein/ihr Unwesen treibt. Komisch dass diese Unternehmen jeweils nicht salärgemäss auch entsprechend performen.

    Bei Mitarbeitenden der unteren und mittleren Stufen wird sogenannte „Leistung“ gemessen und entlöhnt. Oben … hm, irgendwie grossmehrheitlich Fehlanzeige.

    Es lässt den Verdacht aufkommen, dass sich diese Leute wirklich für Masters of the Univers halten und in einem Netzwerk getragen werden wo sie schalten und walten können, fast wie sie wollen.

    Wer nicht gerade unbestreitbar und öffentlich das Tafelsilber stiehlt oder eine unwiderlegbare Schandtat begeht, der/die fällt nie zwischen den Maschen durch. Zur Not gibts das eine oder andere VR Mandat, dann ist alles wieder in Butter.

    Schwachsinn auf seinem Höhepunkt!