UBS-Kommunikation, fett und teuer

Unter Ermotti hatte jede Division eigene Teams mit hochbezahlten Chefs aufgebaut. Was plant Nachfolger Hamers?

Kennt jemand Juan Luis Perez? Es handelt sich um den obersten Kommunikationsmann des Finanzmultis, ihm rapportieren alle anderen.

Die da Namen tragen wie: Richard Morton (Wealth Management), Johan Jervoe (Group Chief Marketing), Rob Stewart (Asien), Armin Guhl (Schweiz), Dominik von Arx (Investmentbank), Mark Hengel (Gruppe und Primus inter pares).

Alles mehr oder weniger Unbekannte – wie Juan Luis Perez. Jedoch wichtige Leute, zumindest von der Aufgabe her, zuständig für den Auftritt nach innen und nach aussen:

für Medienauskünfte, für interne Mitteilungen, für Kundenfragen, kurz: für alles, was die UBS zu kommunizieren hat.

Jeder der Genannten trägt mit Managing Director oder gar Group Managing Director einen hohen Rang, jeder verdient 500’000 im Jahr oder deutlich mehr – je nach Bonus.

Thank God it‘s Friday (LinkedIn)

Was fürs viele Geld geleistet wird, ist weniger klar. Von Überchef Perez hört man nie etwas. Morton, zuständig fürs wichtige Private Banking, zog auf Kosten der Bank von London nach Zürich.

In der Limmatstadt schiebt er eine ruhige Kugel. Am Freitag meldet er sich laut einer Auskunftsperson frühzeitig ab, um dann übers Wochenende für Kollegen nicht erreichbar zu sein.

Die schiere Anzahl an Kommunikations- und Marketing-Spitzen ist eindrücklich. Daneben wirkt die CS wie ein ultra-schlankes Schnellboot.

Entstehen konnte die Kommunikations-Aristokratie dank Sergio Ermotti. Unter dem alten Chef der UBS machten die Divisionsleiter, was sie wollten. Jeder baute sich sein eigenes Königreich.

Nett hamers ( IP)

Zentraler Bestandteil ist die Kommunikation. Wer sich selbst in günstiges Licht zu setzen weiss, der hat bessere Chancen auf weitere Karriere.

Nun kommen sich die Kommunikationschefs gegenseitig in die Quere. Wenn es etwas zu vermelden gibt, redet jeder mit. Wie sonst soll die eigene Wichtigkeit gezeigt werden?

Der Überbau hat ein Ausmass angenommen, dass an Babylon erinnert. Kein Wunder, schaffte es die UBS unter Ermotti nie, die Kosten in den Griff zu kriegen.

Unter Nachfolger Ralph Hamers soll das anders werden. Der neue Spitzenmann hat den Auftrag, die UBS schlanker und dynamischer zu machen.

Laut Insidern soll Hamers begonnen haben, die riesigen Kommunikations-Stäbe zu hinterfragen. „Endlich stellt einer die richtigen Fragen“, meint eine Quelle.

Ein Sprecher sagte auf Anfrage, in der Kommunikation der UBS herrsche „kein Chaos“. „Operationell läuft die Kommunikation gut.“

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Kommentare

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  1. Wo soll ich bloss anfangen…. Juan Luis Perez ist sehr wohl bekannt und hat einen hervorragenden Leistungsausweis. Unter seiner Führung wurde das UBS Research global führend. Zudem ist der von ihm geführte Bereich nicht einfach Kommunikation, sondern umfasst einiges mehr, z.B. Research inklusive Evidence Lab.
    Ansonsten kann ich jedoch zustimmen was den aufgeblähten, teuren Setup angeht.

  2. Hamers muss sich bei jedem einzelnen Kadermitarbeiter die Rechnung stellen lassen, was er hereineinbringt und was er kostet. Dann knallhart Tabula rasa machen. Das ist schon lange überfällig.

  3. Ja ist schon eine Gurkentruppe. Verwehrt den Medien jeden Zugang, so dass die dann aus Frust nur noch negativ über UBS berichten.

  4. Es warten alle bis ein neuer Kommunikationschef ernannt wird. Seit Hubertus Kuelps‘ Abgang zu Pictet ist in diesem Laden nicht viel passiert. Und bereits er hatte Mittelmässigkeit kultiviert, damit er herausragen kann.

    Wenn ein neuer da ist, dann müssen sich die Fürsten überlegen wo sie bleiben. Es sind aber nicht die einzigen überflüssigen MDs in der UBS. Es herrschen bisweilen mafiöse Zustände in dieser Firma.

  5. Unglaubliches Corporate Empire Building – was offensichtlich zeigt, dass der Laden noch massives Abspeck-Potential hat…

    Aber fast noch unglaublicher, dass CS bei LH für einmal besser wegkommt als UBS? 😉

  6. Seit Opels Zeiten unterhält der CEO einen Hofstaat mit gutbezahlten Hofschranzen, alles zum Wohl des Chefs, nicht zum Wohle der Firma.

  7. Wow, ein Mensch hat sich am Freitag etwas Zeit genommen, und war anderweitig beschäftigt…Wer weiss weswegen? Familie? Krankheit? Todesfall? Unfall? Oder einfach nur Urlaub?

    Wie kann man sich anmassen jemandem Freizeit wegnehmen zu wollen? Unglaublich…

  8. Halt wie beim Staat, wo immer nur angestellt und aufgebaut wird. Der neu CEO, Herr Hamers, kann sich da schnell profilieren und viel Fett wegschneiden. Das könnte man auch in Bern machen, bei der Bundesverwaltung. Wetten, dass man nicht merken würde wenn es 20% weniger Stellen dort gäbe ? Dagegen spricht nur, dass die Arbeitsmarktsituation angespannt ist. Die Ärmsten würden keine Stelle finden !

  9. Der Werdegang eines Group Chief Marketing: Johan Jervøe ist seit 2013 Marketing-Chef der UBS. Er startete seine Karriere als Vermarkter der Milka Schokolade. Er war während 13 Jahren für den Fast-Food-Riesen McDonald’s tätig. Jervøe ist Däne und studierte Betriebswirtschaft in Wien.
    Banking knowledge? Salary and bonus overpaid!

  10. Kommunikation ist nur ein Bereich. Leider sind noch vielleicht andere unnütze Gebilde im Stab über die Jahre entstanden.
    Am allermeisten Fett ist im Risiko Bereich angesetzt worden. Das ist schlimmer als in jeder Amtsstube. Dort arbeiten Leute in geschützten, Gut bezahlten in-house Werkstätten. Denn der Risiko Bereich gilt seit der Finanzkrise als heilige Kuh. Auf keinen Fall kritisch hinterfragen sonst gilt man selbst als Risiko Problem. Ganz perfides Spiel.
    Der komplett überdimensionierte Risk bereich kostet nicht nur Unmengen Geld, sondern hält auch die Kunden und Frontmitarbeiter mit stets negativer Energie auf Trab.
    Ich hoffe fest, dass man den Risk Apparat richtig ausmistet. Dort sind rasch Effizienz Gewinne zu erzielen. Aktuelle auch viele Doppelspurigkeiten zwischen Business Risk, compliance und zusätzlich Risk Figuren eingebettet an der Kundenfront.
    Solcher Luxus könnte sich ein normales Unternehmen in der Privatwirtschaft nie und nimmer leisten

  11. Es wäre unklug von Hamers, die Kommunikationsexperten zu beschneiden. Sie werden benötigt, um das Ego der Vermögensverwaltung und den Ruf der Bank in Einklang zu bringen.

  12. Wahrscheinlich hat diese Selbstdarsteller-Truppe von Banking im Detail überhaupt
    keine Ahnung. Ich habe einen davon, J.J. einmal kennengelernt, er war etliche Jahre bei Mc Donalds im Einsatz. Hoffentlich nimmt sich Hamers diesen Laden einmal vor und schwingt den Hammer!!

  13. Dass die UBS-Kommunikation ‚funktioniert‘, konnte man vor 10 Tagen dem windelweich geführten „NZZ am Sonntag“-Gefälligkeitsinterview mit Axel Weber entnehmen. So etwas liess sich der neue Wirtschafts-Ressortchef der „NZZ“ gefallen. Das nächste mal bitte als ‚Sponsored content‘. Mit entsprechender Vergütung. Oder noch besser: Nie mehr. Ist etwas für Ringier.

    • @erich heini: da haben Sie völlig recht. Bei keiner einzigen Frage wurde nachgehakt oder nachgefragt. Das zeigt, dass das Interview schriftlich geführt wurde: „Schicken Sie die Fragen, die Antworten kommen danach per Mail“ So geht das heute. Und die Antworten waren durch die PR-Fuzzis derart weichgespült, dass ich fürchtete, dass es aus der Zeitung tropft…

  14. Kundenberater/Anlageberater, Börsen-und Devisenhändler, die
    die Erträge erwirtschaften, müssen den ganzen Wasserkopf finanzieren.
    Zu viele Medienleute tummeln sich wie die Maden im Speck.

  15. ja, Herr Hamers braucht eine Schweizer Kommunikationsspezialistin. Die UBS ist nicht nur eine ressortbezogene und geographische Universalbank, sondern soll auch digital universal sein – sie besitzt Potential im elektronischen Produktebereich, speziell für Swiss Residents. Maybe I am available…:)

    • Ich arbeite ebenfalls mehr 20 Jahre für die UBS und auch mir sagen diese Namen nichts. Aber ehrlich gesagt, wenn man den Laden richtig aufräumen will, müsste man die vielen MD’s und ED’s in den Stäben hinterfragen, die vor allem der Bank keinen Mehrwert erbringen im Vergleich zum grosszügigen Salär und Bonus. Dann würde die Quartalsresultate endlich auch mal einen richtigen Schub bekommen.

  16. Wer fett und träge im Job ist, braucht die richtigen Kommunikationsfachleute, damit die Grossmanager als fleissig und emsig verkauft werden können, damit die Grossboni steigen. Logisch, verständlich und nachvollziehbar.
    Gunther Kropp, Basel

    • Sie arbeiten wohl in einem der vielen Kommunkationszentren.
      Der Artikel hat absolut seine Berechtigung hier zu stehen und ich finde es gut, dass jemand auf „Geldverschleuderer“ hinweist. Fraglich ist nur, ob etwas passieren wird – die Hoffnung stirbt zuletzt.

  17. „In der Limmatstadt schiebt er eine ruhige Kugel. Am Freitag meldet er sich laut einer Auskunftsperson frühzeitig ab, um dann übers Wochenende für Kollegen nicht erreichbar zu sein.“

    -> Ein Skandal sondergleichen! Chef ist am Wochenende für Mitarbeitende nicht erreichbar!!! Was für eine Story! Sollte ich auch eine Story über meinen Chef bringen, der übers Wochenende nicht erreichbar ist?

  18. Ich staune immer wieder über das Verhalten der Banken. Excellente plakative Selbstdarsteller ohne wirkliches Fachwissen dafür garnieren ohne Ende. Wenn es die Rahmenbedingungen zulässt würde ich selber auch abschöpfen. In der Industrie wo ich herkommen ist dies leider nicht möglich. Gewinn erhälts Du nur, wenn Du einen echten Mehrwert zur Wertschöpfung(nicht Abschöpfung) leistest. Vergleicht man eine Top Ingenieur, mit einem Luftibus Bänker, sind Welten dazwischen. Nur echte Hardware Produkte welche in der Schweiz entwickelt werden, bringen uns in der Zukunft weiterhin Wohlstand für ALLE.

  19. Ein Sprecher bestätigte, bei den Sprechern herrsche kein Chaos. Absolut vertrauenswürdig. Wie alles, was diese Stellen an nichtssagenden Gemeinplätzen von sich geben. Kunden flüchtet zu Digitalbanken!!

  20. Hamers sollte jetzt links und rechts sofort aufräumen, bevor er von dieser gigantischen Overhead-Kostenlawine versenkt wird.

  21. Jetzt wird die Motte die Swiss RE ins Elend führen, da hat er ja Erfahrung. Komisch, dass die Versager immer wieder neue Jobs finden, Collardi lässt grüssen.

  22. Hier bei diesem ganzen Kommunikations-Speck kann sich Hamers profilieren,
    indem er gewaltig rausmistet und Kosten spart.
    Bin gespannt, wie viele hoffentlich vor allem obere teure Jobs er abbaut zum Wohle der restlichen Angestellten, Aktionäre und des Cost/Income-Ratios.

  23. Dies ist nur ein Bereich von vielen wo die Managin Director und die Group Managing Director nicht leisten und die großen Saläre und Boni einstecken. An der Kundenfront wird teilweise für ein Butterbrot gearbeitet und von oben klare Ziele vorgegeben damit dann ein Bonus von 5000 CHF ausbezahlt wird. Überheblichkeit der oberen Herren lässt grüßen und wie bereits gesagt Ermottis Saustall sollte nun ausgemistet werden.

  24. Guter Beitrag und so richtig. Perez ist lediglich der Oberaufseher und die Arbeit machen die Teammitglieder, wie das in vielen Konzernen der Fall ist. Dann gibt es noch die Agentur Lemongrass, die zu Zeiten von Grübel reingeholt wurde, weil die Inhaberin die Kommunikationsfrau von Grübel bei der CS war. Mit dem UBS-Mandat hat sie sich gesund gestossen. Masslos überteuerte Pressemitteilungen etc. waren die Folge aber da die Bank selber wenig Ahnung von guter Kommunikation hat und wie sie funktioniert, wurde die Agentur weiter geduldet – seit Jahren weiss niemand, was die bringen sollen. Die Fantasie fehlt dort komplett. Dass Hamers jetzt eingreift, halte ich für vernünftig. Die wichtigen Leute sind nicht solche wie Perez, sondern diejenigen, die inhaltlichen Einfluss auf den CEO hat und dort als Sparringpartner fungiert. Die Frage ist nur, wer sich dort traut, denn im Normalfall sind die internen Komm.Leute sehr zurückhaltend, weil sie sonst ihren Job gefährden und da heisst es oft: Lieber nichts sagen als Tipps geben, die vielleicht nicht angenommen werden.

    Die UBS hätte viel kommunikatives Potenzial aber wenn die falschen Leute am Ruder sitzen, dann wird das nichts. Vermutlich wird sich nicht viel ändern, ausser, dass ein paar Nasen gehen müssen. Wir werden es erleben, ob Hamers nur den Bulldozer markiert oder schlau ist und kluge Kommunikation zulässt.