Raiffeisen ZH-Airport: Sonderprüfung?

Hinter Sofort-Abgang des Bankleiters im Frühling stecken Spekulationen mit Zinsswaps. Zentrale in SG im Bild, macht nichts.

Der Fall mit dem Raiffeisen-Chef im Ableger Zürich Flughafen reicht tiefer. Der Manager musste nach einem Zerwürfnis mit seinem Verwaltungsrat im Frühling per sofort von Bord.

Nun ist er in der Nachbar-Raiffeisen namens Züri-Unterland wieder weit oben aufgetaucht. Laut einer Quelle wirft das Fragen auf.

Der Raiffeisen-Chef hatte in Kloten, wo die Zentrale von Zürich Flughafen liegt, eine Hausmacht aufgebaut. Er soll sich mit Leuten umgeben haben, die ihm hörig gewesen seien, so der Insider.

Diese seien dem Chef nicht gefährlich geworden. So habe keiner Fragen gestellt, als der Leiter der Raiffeisenbank, eine von rund 150 im Land, die alle einen eigenen VR haben, zu spekulieren begonnen habe.

Laut zwei Auskunftsgebern sei es um sogenannte Zinsswaps gegangen. Solange dieses Instrument zur Absicherung von Zinsrisiken genutzt würde, gebe es kein Problem.

Doch im Fall des Flughafen-Chefs gehe es um Anderes. Der Raiffeisen-Banker habe mit den Derivaten darauf spekuliert, Extragewinne einzufahren.

Eine der beiden Quellen berichtet zudem von prominenten Kunden, die gegen Cash Bilder eines bekannten Schweizer Künstlers erworben hätten. Ingesamt gehe es um mehrere Hunderttausend Franken.

Alles in bar. Als dies zum Thema geworden sei, habe der Chef intern interveniert und versucht, die Angelegenheit unter den Teppich zu wischen.

Aus den Augen, aus dem Sinn (Embrach)

Der Präsident der Raiffeisen Zürich Flughafen, ein CVP-Gemeindepolitiker namens Hans Dietrich, wollte sich auf Fragen zum Fall nicht äussern. Auch in der Zentrale der Raiffeisen-Bankengruppe in St.Gallen hiess es, man sage nichts.

Nach dem Abgang des Bankleiters sei eine Sonderprüfung aufs Tapet gekommen, sagt eine Quelle. Sowohl in der Zentrale in St.Gallen als auch vor Ort in Kloten habe es starke Stimmen gegeben, die eine solche verlangt hätten.

Doch dann passierte laut dieser Auskunftsperson Bemerkenswertes. Der VR-Präsident der Raiffeisen Zürich Flughafen, der oben genannte Mitte-Politiker Hans Dietrich, sei bei Raiffeisen-Schweiz-CEO Heinz Huber vorstellig geworden.

Nach dem Gipfeltreffen zwischen lokalem Bank-Präsidenten und operativem Spitzenmann des Genossenschafts-Verbunds sei das Thema einer Sonderprüfung vom Tisch gewesen.

Die höchsten Zuständigen für den Fall Kloten, wo die örtliche Raiffeisenbank vor Jahren schon einmal fast kollabierte, wischten das Thema unter den Teppich.

So zumindest macht es den Anschein.

Die Raiffeisen Schweiz schickte im Frühling laut einem der Gesprächspartner einen gestandenen Revisionsprofi aus alten Tagen nach Kloten, um dort die Spuren so zu sichern, dass nicht noch mehr über die Vorgänge bekannt würde.

Würde nämlich richtig aufgeräumt, käme auch noch zum Vorschein, dass Kunden als Schweizer im System stünden, obwohl sie Ausländer mit Wohnsitz im Ausland seien, meint einer der beiden Insider.

Auch Luxusgebaren könnte zu reden geben. In Kloten ging es unter dem alten Chef offenbar wie in einem kleinen Paradies zu und her.

Stets seien die Früchteschalen gefüllt gewesen, meint diese Quelle, es habe Gratis-Sandwichs für alle gegeben, und dem Schmutzli sei einst extra ein Stall für seinen Esel hingestellt worden.

Wer keine Fragen stellte, der hatte nichts zu befürchten. Im Gegenteil: Man konnte mit Belohnungen rechnen.

Jedenfalls holte der ausgeschiedene Raiffeisen-Airport-Chef eine Kollegin aus alten Klotener Tagen zu sich nach Bülach, wo die Raiffeisen Züri-Unterland ihren Sitz hat.

Bei dieser ist schon länger die Schwester der Bankerin angestellt. Das System mit Pfründen und Schweigen scheint weiterzugehen.

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Kommentare

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    • @Hans Hauert
      Ist dieser Kommentar von Ihnen Herr Dietrich, VRP der Raiffeisen Zürich Flughafen?
      Der neue ist gar nicht Top – er hat keine Ahnung von Personalführung; er kümmert sich um jedes Veloständerproblem etc. Frage mich, wovon er überhaupt eine Ahnung hat. Aber er ist ein typischer Axxxkriecher und das hat dem VRP Hans Dietrich natürlich gefallen. Die Bank ist weiterhin auf dem absteigenden Ast!
      Ist es nicht eine Voraussetzung, dass Mitglieder der Bankleitung einen einwandfreien Leumund haben sollten?
      Oder ist das bei Raiffeisen änderst?

  1. Unter dem Mantel Genossenschaft wird leider übel gemauchelt. Auch die interne Revision will nicht hinschauen. Alles „ok“ wie 1990!

  2. Tja, der … – war schon bei der UBS und erst recht später bei der ZKB Regensdorf ein Paradiesvogel – wäre an der Zeit, ihm jetzt definitiv die Flügel zu stutzen.

    • Paradiesvogel ist eine treffende Bezeichnung!
      Der Mann hat schon immer das Gefühl vermittelt, dass Regeln nur für die Anderen sind (weil er doch viel cleverer ist). Wieso der VR ihn so lange gewähren liess…?
      Sein Weggefährte ist immer noch in der Raiffeisen Zürich Flughafen – und der VR ist ganz begeistert – wie damals von…!!!
      Und der Weggefährte wartet darauf, dass er endlich die Stellvertretung des jetzigen VBL übernehmen darf – wie von … versprochen. Und der VR ist begeistert – und so fahren sie dann alle zusammen die Bank an die Wand!

    • Wenn Sie einen Vorgesetzten möchten, bei dem Sie, sobald Sie bei der Arbeit selber denken, damit rechnen müssen, dass Sie einen nicht nachvollziehbaren Verweis erhalten oder sogar grundlos entlassen werden, dann empfehle ich Ihnen, sich umgehend bei der Raiffeisen Züri Unterland als individual Privatkundenberater zu bewerben. Sie viel bedeuten … Mitarbeitende!!!

  3. Der genannte VBL hat sich im Neubau ein Luxusbüro eingerichtet. Sein Platzbedarf war so gross, dass die übrigen Mitarbeiter kaum mehr vernünftig platziert werden konnten. Während seiner Arbeitszeit hat er sich nicht um die Bankgeschäfte gekümmert, sondern oft um Privates.

  4. Hmmm, was jetzt? Geld verloren mit Zinsswaps? Anrüchige Cash-Deals im noch mehr anrüchigen Kunstmarkt? Eine lausige interne Kontrolle? Noch gröber, falsche Formulare A? Oder einfach Geld der Genossenschafter verschwendet? Viele Punkte, aber die Story ist noch bisschen schwammig.

  5. Ich verstehe die Aufregung nicht. Wie soll denn die Hans Dietrich sonst die Fitze erhalten, wenn der Schmutzli keinen Stall hat?

  6. Die St. Galler Zentrale macht die Augen zu und den Deckel über diesen stinkigen Fall mit dem sauberen ex Flughafenleiter, der schon wieder ein Job hat in diesem verfilzten Raiffeisen-Molloch. Aber diese Kirchenmaus hat scheinbar gute Beziehungen und viele andere sind mit ihm verstrickt und wollen nichts sagen. Und das bei einer Bank, welche jetzt nach dem Vinzenz-Skandal auf sauber machen will (möchte…).
    Da sollte einer mit dem eisernen Besen wirklich aufräumen und nicht alles wieder unten den schmutzigen Raiffeisen-Deckel kehren wie bisher. Aufwachen endlich ihr Schlafmützen in St. Gallen und ausmisten!!

    • @ SG Raiffeisen-Schlafzentrale:
      Es würde schon helfen, wenn Mitarbeitende und Mitglieder der Bankleitung aufgrund ihrer Kompetenzen eingestellt würden und nicht wegen ihrer Beziehungen.
      Hier hat die Raiffeisen noch viel, viel Potential – wie die Raiffeisen Bank Zürich Flughafen und Züri Unterland mit ihren Verfilzungen zeigen.

    • der amtierende VR mit Hans Dietrich als VRP, scheint grundsätzlich komplett überfordert zu sein. Wie sonst ist erklärbar, dass die Fluktuation von guten, kompetenten Mitarbeitern vom VR akzeptiert wirde?
      Alles Hobby-Piloten!

  7. Typisch CH-Nichtsnutze, die zuviel Geld bewegen können und dann meinen sie seien die Allergrössten in der ZH-Nord-Pampa. Was für lächerliche Gestalten, die sich dann noch mit lauter Ja-Sagerinnen umgeben. Von Kloten nach Bülach, das gibt Horizont.

    • @ Isaac (Wutbürger)

      Offenbar wohnst du an der Goldküste, gell. Dort ist der Geldhorizont so, dass du die Referenzlinie verlierst; in dieser ZH-Reichen-Pampa.

      Aber Fliegen tust du au gerne, gell. In Bülach Nord kannst du noch eine Zweitwohnung erwerben. Dann bist du näher dran.

  8. Allen Genossenschaftern der Raiffeisen Kloten und Zürich Unterland kann man nur empfehlen, die Anteilsscheine so lange sie noch Wert haben schnellstmöglich loszuwerden und das Weite zu suchen.

    In Kloten und Bülach könnte sich der Fall Wegelin zum zweiten und dritten Mal wiederholen.

  9. Dann waren ja all glücklich – die Kunden, die Mitarbeiter und die Kasse klingelte. Mitglied der SP Schweiz dürfte er nicht gewesen sein.